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Mittwoch, 30. Oktober 2024

Ascharia, der Verlorene Planet

Aus dem mündlichen Bericht von Hespire, Astronaut der Lemurischen Planetenflotte

Während meiner zahlreichen Reisen zu den inneren und äußeren Planeten (sagte Hespire) sah ich solche Wunder und erlebte solche Abenteuer, die die wildesten Legenden der Jugend der Welt im Vergleich glaubwürdig erscheinen ließen. Eines Tages werde ich Ihnen vielleicht von meiner Begegnung mit den schrecklichen, aber substanzlosen Riesen erzählen, die die verborgene Seite des Mondes heimsuchen. Und ich werde auch von der merkwürdigen misslichen Lage erzählen, in der ich mich befand, als ich zwischen jenen Wesen landete, halb Pilze, halb Reptilien, die abscheulich unter den feuchten und ewigen Nebeln von Roiba gedeihen.

Darüber hinaus kann ich von den lebenden Flüssigkeiten sprechen, die sich schädlich an den Polen von Mhuth ansammeln; und von bestimmten dunklen Präsenzen, weder materiell noch gespenstisch, die den Eindringling in die roten, ruinösen mhuthischen Städte angreifen. An diese Dinge erinnere ich mich mit unvergänglicher Angst und Verwunderung. Aber unter all meinen Erlebnissen gab es kein seltsameres als das Abenteuer, das mir in Asharia, der fünften Welt, widerfuhr.

Nun ist Asharia, wie selbst kleine Kinder wissen, der Planet, der erst vor einem Jahrzehnt vom Himmel verschwand und wie eine junge Sonne aufleuchtete, bevor sie in der von Sternbildern übersäten Dunkelheit unterging. Reisende zwischen Mhuth und Mhaggalok haben seine weit verstreuten Fragmente gefunden; und die größten dieser wirbelnden Planetoiden wurden benannt und ihre Umlaufbahnen kartiert. Doch weder Weltraumforscher noch Astronomen haben die wahre Ursache für die Zerstörung Asharias herausgefunden. Und obwohl es vage Mythen gibt, dass die Vorfahren der Menschen ursprünglich aus Asharia auf die Erde kamen, ist es zweifelhaft, ob diese Welt jemals von anderen Menschen als denen meiner Gefährten und mir betreten wurde.


Anmerkungen: Übersetzung des einzigen ausformulierten Absatzes dieser fragmentarischen Erzählung von Clark Ashton Smith. Interne Textverweise legen nahe, dass hier das irdische Sonnensystem zum Zeitpunkt des mythischen Kontinentes Lemuria/Mu geschildert wird. Das ist nicht ungewöhnlich für Clark Ashton Smiths literarisches Universum, das auch die Schilderung einer Raumfahrt von Poseidonis (dem letzten Überbleibsel des erderschütterten Atlantis zum Planeten Venus enthält. (A Voyage to Sfanomoë, 1931) Wenn diese vermutung stimmt, sind Mhuth und Mhaggalok Planeten des Sonnensystems (Mars? und Jupiter?), und der verlorene Planet Ascharia - die Welt der Archetypen (?) - der hypothetische Planet zwischen Mars und Jupiter ("Phaeton"), dessen kataklysmische Zerstörung man eine gewiße Zeit als Ursprung des Asteroidengürtel ansah.

Sonntag, 27. Oktober 2024

Werkstattbericht 2024-10-27

Liebe Gemeinde, die Schleier werden dünner. Dünner... und dünner... Und es ist eine unausweichliche Wahrheit, die Menschheit wird immer dümmer. Glücklicherweise ist das nicht ein Thema, mit dem man sich beschäftigen muß, obwohl es wahrscheinlich das Schaurigste ist, was man vor Allerheiligen betrachten kann, ekliger als ein madenbefallener Schädel, unheimlicher als der Telefonanruf um Mitternacht (wenn man die Verbindung schon längst abgebrochen hat...) Momentan auf dem Schreibtisch:

Paramentales Gewinsel 

Neben den pseudowissenschaftlichen und graphischen Arbeiten an der Finalisierung dieses ungesunden, aber wichtigen Konzeptes, hat sich jetzt auch eine Kurzgeschichte herauskristallisiert, die in London ca. 1895 spielt. Ich habe noch keinen Titel dafür, aber sie ist eigentlich fertig. Stylistisch habe ich versucht, mich an Arthur Conan Doyle zu orientieren. Ich denke, ich werde noch ein paar literarische Anspielungen im Text verstecken, und dann geht es.

Leseprobe:

Ich folgte seinem Blick und sah, dass im Boden ein Muster eingeschrieben war – wie ein geisterhaftes Pentagramm aus Rissen und Schmutz, das auf eigenartige Weise leuchtete. Ein schwacher Schimmer, kaum wahrnehmbar im Zwielicht, erhellte feine Linien aus Kupferdraht.
„Ein… Symbol?“ fragte ich, bemüht, meine Stimme ruhig zu halten.
„Ein Symbol, ja,“ erwiderte Ellington und kniete sich nieder. „Ein elektrisches Pentakel! Das ist kein Zufall. Das Pentagramm ist das Zeichen jener, die glaubten, durch Geometrie Zugang zu fremden Dimensionen zu finden – eine Philosophie, die auf die alten Pythagoräer zurückgeht. Sie glaubten, dass die Form die Substanz verändert, und dass bestimmte Geometrien Energie anziehen und kanalisieren können.“

Reconstructing Clark Ashton Smith (a) 

Beim Blättern in "Strange Shadows", einer Zusammenstellung auch unveröffentlichter Fragmente, Essays oder Zusammenfassungen (Plot-Ideen) von Clark Ashton Smith bin ich bei etwas hängengeblieben mit dem Titel "The Destination of Gideon Balcoth". Ich hatte vor einigen Tagen zwei Bücher von Philip José Farmer beendet, die ich weder im Original noch in Übersetzung jemals zuvor in der Hand gehabt hatte und fühlte mich davon soweit inspiriert, dass ich die Synopsis von CAS zu einer Novelle ausbaute, die Themen von PJF wieder aufgreift. (Für diejenigen, die es interessiert, das erste Buch war "Die Welt der Wyir", im Original "Dare"; das andere "Die Toten Welten des Bolg", im Original "The Unreasoning Mask" - wer sich diese bescheuerten Titel für die deutschen Ausgaben ausgedacht hat, würde ich gerne Mal wissen. Nicht wiederzuerkennen, und deswegen auch irgendwie blöde zu finden, wenn man nicht weiß daß sich hinter dem einen der andere verbirgt.)

Keine Ahnung, ob das je was wird, aber wenn wird es interessant.


Reconstructing Clark Ashton Smith (b)

Ebenfalls in Strange Shadows - das Fragment einer Mars-Geschichte von CAS mit dem Titel "Mnemoka". Vielleicht ohne direkten Anfang, aber definitiv ohne Abschluß. Anscheinend nirgendwo veröffentlicht, schon gar nicht in deutscher Sprache. (Das Mnemoka ist eine dieser interessanten außerirdischen Drogen, von denen man an manchen Orten hört.) Ich habe heute die Geschichte zu Ende geschrieben, auch wenn das vielleicht vermessen klingt, aber das tut es ja immer.

Jetzt müßte ich das noch vernünftig übersetzen und in Kontext setzen.

Aber der Oktober ist ja noch nicht vorbei, und es ist dunkel um mich.

Montag, 14. Oktober 2024

Auf Saturn, in Lemurien [Teil 2]

 

Tief in der Erde von Lemurien, wo die Steine noch die alten Lieder singen, erwachen jene, die lange vergessen waren. Vielleicht, eines Tages, wenn die Monde wieder in Einklang stehen, werden die Tore geöffnet, und wir werden zurückkehren – nicht als Helden, sondern als Schatten dessen, was wir einst waren. Die Meister der Urzeit hatten Siegelringe geschnitten, aus Karfunkeln und dem lebenden Karneol, jeder Ring das Abbild eines längst vergessenen Lebens. Diese Schmuckstücke, so erzählte man, könnten die Träger zurückführen – nicht in die lebendige Gegenwart, sondern zu den Erinnerungen, die tief in den Seelen ruhten, wie Wasser, das sich unter der Oberfläche stiller Seen verbarg.


Wenn die Monde am höchsten standen und das Licht des Saturn in einem schwachen, doch beständigen Flackern durch die Nebel brach, können die Träger dieser Siegel einen Funken Offenbarung erfahren –ein Schimmer des Lebens, das einst war. Und so lebten die Schatten der Urzeit weiter, nicht als Geister, sondern als Gedanken, die in den Erinnerungen an das, was sie einst waren, gefangen blieben, bis die Zeit erneut das Tor öffnete.

Sonntag, 13. Oktober 2024

Auf Saturn, in Lemurien [Teil 1]

 

Ich bin auf den Meeren des Saturns gesegelt, zu Inseln aus hohem, urzeitlichem Amarant, wo die flammenzüngigen, klangvollen Blumen die Brandung zum Schweigen bringen. Ganz mit rubinfarbenen Perlen besetzt lockte mich die goldene Küste; doch wie jemand, den Zauber zurückhalten, machte ich mich mit meinem Gesang auf den Weg zu den blinden Horizonten der düsteren Meere und nie gekannten Häfen. Aus Feuer und Messing geformt und von Monden gewölbt, öffneten sich gewaltige, tiefe Himmel – bis über dem dunklen Schaum schwarze Gipfel aus Reichen emporstiegen, die so unaussprechlich sind wie der Schlaf! Kuppel türmte sich auf wolkenlose, adamantene Kuppel, und kein spähender Seraph glaubte an ihnen vorbeizukommen. Furcht auf der See, und Furcht unter der See, und schwarze Furcht jenseits des Schicksals herrschte – dann Schweigen, als die Welt sich wandte.


Und doch, als die Stille sich senkte, schien alles Gewicht der Welt zu schwinden, wie in einem Atemzug, den die Ewigkeit hält. Die dunklen Meere des Saturn verschwammen vor meinem Auge, während Lemurien in einem fernen Glanz aus vergangenen Zeiten aufstieg – wie ein Traum, den man am Rande des Bewusstseins erahnt, aber nie ganz erfassen kann. In diesem Licht lebten die Reiche der Urzeit weiter, unberührt vom Verfall der Sterne, und ich, wandernd zwischen den Welten, suchte nach dem, was jenseits von Zeit und Raum lag; nach dir, meinem lieblichen Dämon.

Samstag, 5. Oktober 2024

Die Tränen von Lilith


Vertonung eines Gedichtes von Clark Ashton Smith
Written (First Published): 26 Apr 1917

Ebenholz und Kristall

Passend zum unheimlichen Oktober habe ich hier in den letzten Tagen drei ganz unterschiedliche Gedichte des großen unvergessenen Weirdos Clark Ashton Smith veröffentlicht, In Saturn, In Lemuria und The Tears of Lilith. Alle stammen aus derselben Veröffentlichung, "Ebony and Crystal. Poems in Verse and Prose" (1922)... also sogar schon mehr als hundert Jahre alt. Ohhh... public domain.

Wie man aus der beigefügten Vertonung sehen kann, sind die Gedichte nicht alle von gleicher Tiefe oder Anmut... Aber beim Sortieren der Datenbank für REDMASK und anderes, konnte ich mich des Eindrucks nicht erwehren, die beiden "IN" Gedichte würden sich gut in Prosa als Anfang von Fantasygeschichten eignen.

Probieren wir es mal aus, mal sehen, wohin uns die Muse treibt... 

In den Saturn? 

Oder nach Lemuria?

Freitag, 4. Oktober 2024

In Saturn, in Lemuria [2]

Rememberest thou? Enormous gongs of stone
Were stricken, and the storming trumpeteers
Acclaimed my deed to answering tides of spears,
And spoke the names of monsters overthrown—
Griffins whose angry gold, and fervid store
Of sapphires wrenched from mountain-plungèd mines—
Carnelians, opals, agates, almandines,
I brought to thee some scarlet eve of yore.

In the wide fane that shrined thee Venus-wise,
The fallen clamors died... I heard the tune
Of tiny bells of pearl and melanite,
Hung at thy knees, and arms of dreamt delight;
And placed my wealth before thy fabled eyes,
Pallid and pure as jaspers from the moon.

Clark Ashton Smith: In Lemuria

In Saturn, in Lemuria [1]

Upon the seas of Saturn I have sailed
To isles of high primeval amarant,
Where the flame-tongued, sonorous flowers enchant
The hanging surf to silence; all engrailed

With ruby-colored pearls, the golden shore
Allured me; but as one whom spells restrain,
For blind horizons of the somber main
And harbors never known, my singing prore

I set forthrightly. Formed of fire and brass,
And arched with moons, immenser heavens deep
Were opened—till above the darkling foam,

With dome on cloudless adamantine dome,
Black peaks no peering seraph deems to pass
Rose up from realms ineffable as sleep!

Clark Ashton Smith: In Saturn

Samstag, 12. Juni 2021

Der Infernale Stern

"Für immer verflucht ist Yamil Zacra, der Stern des Verderbens, der abseits sitzt und das Netz seiner Strahlen webt wie eine Spinne, die in einem Garten spinnt. Noch so weit wie das Licht von Yamil Zacra unter die Welten fällt, geht der Fluch und das Böse davon aus. Und der Same von Yamil Zacra wird wie ein feuriges Unkraut auf Planeten gesät, die ihn nur als den geringsten der Sterne kennen ..."
- Fragment einer hyperboreischen Tafel.

Clark Ashton Smith: The Infernal Star (Fragment)

Samstag, 28. Mai 2016

Das Problem Gnydron

Und wieder die Schuld des Übersetzers...
Wenn...


Gnydron, a continent of the far future, in the South Atlantic, which is more subject to incursions of "outsideness" than any former terrene realm; and more liable to the visitation of beings from galaxies not yet visible; also, to shifting admixtures and interchanges with other dimensions or planes of entity.*

dann...

Gnydron, ein Kontinent der fernen Zukunft im Südatlantik, der mehr Einfällen von "Außen" als jedes frühere irdische Reich unterworfen ist; und anfälliger ist für den Besuch von Wesen aus Galaxien, die noch nicht sichtbar sind; und ebenso für wechselnde Beimischung und den Austausch mit anderen Dimensionen oder Ebenen des Daseins.

Klingt von fast wie etwas, was Goebbels gesagt haben könnte. Ich weiß zwar nicht wo, aber es hat einen leicht hysterischen Touch.
Ist Deutsch eine harte und sperrige Sprache, eine holprige, oder entlarvt sie nur schonungslos den Wortzauber des Stylisten als Spiel mit den Lehnwörtern und Variablen einer 'weicheren' Sprache?

* Gnydron ist die erste Version von Clark Ashton Smiths Sterbende Erde "Zothique". Siehe A Tale of Gnydron (Synopsis)

Donnerstag, 28. April 2016

Arullu :: Die Götter


ein Fragment

Seltsam sind sie, die Götter Arullus, die letzten Götter der Menschheit. Seltsam sind die Riten, mit denen sich die Menschen und Götter dieser sterbenden Welt die graue Zeit vertreiben. Im Westen verehren sie den Khwasur und das schwarze Licht seiner Hölle, und die Menschen im Osten erschaudern vor dem Kommen des Psannobic, obwohl niemand jemals sein Angesicht gesehen hat. Im höchsten Norden heulen Wesen, nicht Tier, nicht Mensch, aber ein wenig von beidem, grässliche Gebete zu den kalt blinzelnden Sternen hinauf; im Süden herrscht völliges Schweigen und nackte Priesterinnen, von den Sohlen bis zum Kinn tätowiert mit den blauen Spiralen des Schutzes, meditieren über einen durchbohrten Stein, nicht größer als eine Kinderfaust... Den Geist des Widersachers haben sie unter seinem Namen Thasaan oder Thasaïdon wieder zum Leben erweckt, und unter fernen Sternen rufen die vergessenen Nachkommen der Menschheit nach Yah in der Höhe.

Die Namen sind viele, und wandern durch die Äonen, um wieder vergessen zu werden...

Ein Absatz aus einer der bisher unvollendeten Arullu-Geschichten, an denen ich gerade herumbastle, und der schon ein paar Jahre auf Halde liegt. Hier werden tatsächlich ein paar Ideen zusammengefügt, die in anderen Stories auftauchten, und als Bonus eine kleine Anmerkung zu den Werken von Clark Ashton Smith. Diese kleinen Insiderwitze sind es, die am meisten Spaß machen. Echt.

Sonntag, 28. Dezember 2014

Buch :: The Horror of Hyperborea

Gerade gelesen, als Teil meiner weihnachtlichen Liste von Büchern, die ich dieses Jahr unbedingt noch beenden wollte: The New Adventures of Thunder Jim Wade, Volume Two: The Horror of Hyperborea von Frank Schildiner.
Nachdem ich bereits dieses Jahr den ersten Band der neuen Abenteuer um "Thunder" Jim Wade, einen angenehm unprätentiösen Supermann der Pulps gelesen hatte - zu seiner Zeit nicht so erfolgreich wie Doc Savage, sein großes Vorbild - habe ich als schnelles, schmutziges Vergnügen für die Weihnachtstage auch den zweiten Band ergattert.
In den Fanforen und bei den Fachleuten war die Vorfreude groß, allerdings auch das Rätselraten. Welches Hyperborea ist es wohl, dass sich da so horribel ankündigt? Das der antiken Sagen? Das aus den märchenhaften, lakonischen Geschichten von Clark Ashton Smith? Oder doch...

...es ist, soviel sei gesagt, tatsächlich ein Hyperborea, das mit dem Umweg über die Abenteuer eines gewissen cimmerischen Schlagetots, mit dem originalen Crossoveruniversum vom Lovecraft, Smith & Howard verbunden ist. Bereits bei der Erwähnung einer Hexenkönigin von Hyperborea stellten sich meinem inneren Fanboy die Nackenhaare auf, und er wurde nicht enttäuscht.

Alles in allem, ein schnelles, schmutziges Vergnügen - auf gute Weise - und wer an schnellen Abenteuergeschichten seinen Spaß hat, an solchen bei denen man nicht zuviel nachdenken sollte oder braucht, wer Freude hat an Doc Savage oder Indiana Jones, hat hier genau das richtige gefunden. Ein gewisser Retro-Chic ist vorhanden, die Typos sind in vertretbarem Maße (hier spricht der Fachmann), und die Bösewichter sind richtig böse, ohne allzu albern zu wirken.

Montag, 22. September 2014

works-in-progress

Und wieder ein Blick in die Mappe mit den Materialien für #30Jahre Arullu...
"Die Geheimnisse von Gnydron"... es fing so unschuldig an mit einem Zitat von Clark Ashton Smith...
"Gnydron, a continent of the far future, in the South Atlantic, which is more subject to incursions of "outsideness" than any former terrene realm; and more liable to the visitation of beings from galaxies not yet visible; also, to shifting admixtures and interchanges with other dimensions or planes of entity."
In einem Brief von 1931 an Lovecraft klarifiziert der Barde, was es damit auf sich hat:
"...the far-future continent called Gnydron by some and Zothique by others..."
Die Geheimnisse von Gnydron... die Zothische Zone... das Ende der menschlichen Geschichte... wie dunkler, schwerer Wein perlt es träge herab in das Verständnis... und klristalliseren sich stattdessen zu einer synthetischer Studie der Entropie, wie sie eigentlich eher Michael Moorcock schreiben würde. Zu viele gespenster in diesem Haus... dabei würde ich eigentlich viel lieber mal dem anderen Vorbild für die Sterbende Erde, Jack Vance, ein Denkmal setzen... So etwas leichtes, luftiges... unter Umständen vielleicht sogar witziges...



2014-09-22
Die Stimmen der Toten
23814
Die Gräber von Birdum
19441
Die Litaneien des Todes
18855
Der Gott der Einöde
8607
Das Heer der Toten
30192
Morella / die Toten
13500
Die Geheimnisse von Gnydron
38505

152914

Sonntag, 21. September 2014

Shortcuts 2014-09-21

Wie immer, wenn ich nichts Besseres zu tun habe, räume ich momentan meine interne und externe Festplatte auf. Na, es ist nicht so, dass ich nichts Besseres zu tun habe, aber zu mehr als in Dateien blättern und Blätter in Dateien umzuwandeln taugt meine Mobilität momentan nicht. Auch dieser Satz ist schon so verquer konstruiert, dass irgendjemand anders ihn geschrieben haben muß. Invasion aus dem ID? Die fremde Hand?
Auch egal. Zur Prokrastination reicht es noch.



Update1: Um effektiv Ordnung in den Sauhaufen hier zu bekommen, muss ich erst mal ein, zwei Schritte zurückgehen, um mir einen Überblick zu verschaffen, den habe ich nämlich langsam verloren. Das betrifft viel von dem, an dem ich in den letzten Monaten geschrieben habe. Einen Anfang habe ich mit meiner Serie von Geschichten aus Arullu, der Sterbenden Erde, gemacht, die dieses Jahr ja 30 geworden ist. Puh, das ist eigentlich mehr, als mir lieb ist. Ich glaube, ich habe jetzt alles wieder ausgegraben, was es gibt, und ehrlich gesagt, wenn ich das alles abarbeite, werde ich bestimmt nicht noch eine Geschichte an diesen Ort verlegen.

Sonntag, 7. September 2014

Poseidonis:: Ein erstes Update

oder: Das Atlantis-Problem, weitere Studien zum pseudohistorischen Hintergrund der Weird Tales

...womit eiegntlich schon afst alles gesagt wäre. In einem vorhergehenden eintrag in diesem Blog hatte ich erste Versuche zu unternommen, die Pseudohistorie, die den Erzählungen von H.P. Lovecraft, Robert E. Howard und Clark Ashton Smith zugrundeliegt, auszuarbeiten und scheinbare Widersprüche auszugleichen. Lakonisch wies ich dabei darauf hin, dass die Grundideen für diese Historie des Originaluniversums den phantastischen Spekulationen der Theosophen entlehnt wurden. Das ist auch richtig, allerdings bedienten sich die Herren Autoren mit beiden Händen recht freigiebig bei verschiedenen Autoren, und das scheint auch der Grund zu sein, weswegen die Widersprüche auftauchen, die leider doch nicht so einfach aufzulösen sind. (Etwas, was an anderen Orten schon seit längerem hitzig diskutiert wird.)

Eine vollständige Historie etc. werde ich wohl dann gleich als Anhang zu den Poseidonisgeschichten mit veröffentlichen, kleinere Abschnitte wie immer an diesem Ort.

Andererseits habe ich dadurch auch mal Gelegenheit gehabt, ein paar der besonders phantastischen Traktate theosophischer Phantasterei zu studieren - selten so gut unterhalten, seit ich die "Geheimnisse von Mu" an einen ähnlich verwirrten Bekannten weitergegeben habe.

Sagen wir mal so: Vernünftige Menschen machen einen weiten Bogen um das "inspirierte" Gewäsch so genannter Mahatmas um versunkene Kontinente, oder die okkulte Genealogie so genannter Wurzelrassen etc. (Achtung Cthulhu!) Aber wer ist schon immer vernünftig, und ausserdem, jede Art von Kunst erfordert einen kleinen Schuß sublimen Irrsinns. Wären wir sonst überhaupt von den Bäumen runtergeklettert?
Landkarte von Poseidonis, wiederhergestellt nach einer Karte in
"The Story of Atlantis: A Geographical, Historical and Ethnological Sketch" von W. Scott-Elliot [1896]

Dienstag, 26. August 2014

Das Zeitalter von Poseidonis [2]



Zweiter Teil, erster Teil unter diesem Link

Howard hat nie erklärt, woher die Wilden kamen, die zur Zeit des Kataklysmus in den Norden flohen und sich zu einem neuen Menschengeschlecht entwickelten – den Protohyboriern, hochgewachsen, mit hellbraunen Haaren und grauen Augen, an das kühle Klima des Nordens angepasst. Da der thurische (später eurasische) Kontinent relativ dicht besiedelt war, handelt es sich bei diesem Volk sicherlich nicht um eine bisher nicht dokumentierte Parallelentwicklung, sondern in Wirklichkeit um Flüchtlinge aus den unter Vulkanausbrüchen und Erdbeben untergegangen Sieben Königreichen, vielleicht sogar Valusien selbst – ein Mischmasch verzweifelter Menschen aus allen Völkern, die im höchsten Norden Rettung suchten.

Tausend Jahre später sollten ihre Nachkommen im Laufe einer der ersten Völkerwanderungen der Geschichte sich bedächtig Richtung Süden und Westen ausbreiten und die Hyborische Welt erschaffen.


Montag, 25. August 2014

Das Zeitalter von Poseidonis [1]



Von den Geschichten der phantastischen Literatur, die sich mit der untergegangenen Insel Atlantis und ihrem Erbe befassen, sind wenige so eigenwillig und widersprüchlich wie jene, die der unvergessene Weird Tales-Star Clark Ashton Smith (CAS) in seinem Minizyklus von vier Geschichten um "Poseidonis" verfasste. Ich habe mich hier bereits mehrere Male aus Spass damit befasst, und jetzt die Gelegenheit ergriffen, das bereits gesammelte Material als Hintergrundmaterial einiger eigener Kurzgeschichten zu benutzen. Hierbei einige Sätze zur Historie, die auch Fans der anderen Weird Tales-Autoren Freude machen könnten.

*  *  *

„Poseidonis“, wie es in den Geschichten von Clark Ashton Smith beschrieben wird, ist schwieriger zu verorten als andere fiktive Welten. Sie ist vage historisch, aber ebenso schon vom Verfall und Untergang gezeichnet wie der letzte aller Kontinente, Zothique, dessen Existenz wir nicht abstreiten können, da wir sie nie erleben werden.

„Poseidonis“, oder wie der Name jenes mikroskopischen Inselkontinentes auch immer gewesen sein mag, ist aber auch Teil eines größeren Originaluniversums, an dem nicht nur Smith, sondern auch seine Freunde und Kollegen Robert E. Howard und H.P.Lovecraft als fleißige Mythographen gearbeitet haben. Nicht nur, dass Ideen des einen in den Werken des anderen auftauchen, wir wissen auch, dass allem eine vage Pseudohistorie zugrunde liegt, die in weiten Teilen von den phantastischen Spekulationen der Theosophie inspiriert wurde. Da sind die vormenschlichen Bewohner der Erde, wie sie Lovecraft beschrieb, das urzeitliche Hyperborea von Smith, die Thurische Welt des Kull von Atlantis, die sich durch eine globale Katastrophe, den so genannten Kataklysmus, in die Hyborische Welt Conans wandelt. Wo und wann jedoch finden wir den Platz für den Aufstieg und Untergang von „Poseidonis“?


Donnerstag, 17. April 2014

Prokrastination



Vor einiger Zeit bin ich beim Aufräumen der externen und der internen Festplatte mal wieder über einen Ordner gestolpert, in dem einige Manuskripte und eine in Ehren vergilbte Landkarte lagen, skizziert auf altes Alkoholmatrizenpapier, das inzwischen schon dunkelbraun geworden ist. Die Tesastreifen, mit denen ich die Blätter zusammengehalten habe, sind inzwischen schwarz, der Plastikanteil des Tesa weg gebröckelt. bevor das noch schlimmer wird, habe ich alles mal schnell eingescannt, und dann schnell wieder irritiert weggelegt.

Geschichten aus den 80ern, die auf dem nur in den Phantastereien der Theosophen und anderer Spinner existierenden Urkontinent Lemuria spielen? Wer braucht denn so was?

Andererseits...

Einiges von dem Material hatte ich schon bei anderen Gelegenheiten zweckentfremdet, so z.B. für die stylistisch ebenfalls an Clark Ashton Smith angelehnten Geschichten um den letzten Kontinent der Erde, Arullu. Lemuria und Arullu, der erste und der letzte, L und A... unheimlich clever, nicht wahr?

Nein, nicht wirklich. Aber es amüsiert mich immer noch soweit, dass ich an einem faulen Nachmittag meine Zeit damit vertrödele, an der alterswunden Landkarte herum zu spielen. Und es ist amüsanter, die alte Landkarte zu nehmen und die morbide Ästhetik, die sie in all den Jahrzehnten erhalten hat, zu würdigen, als alles weg zu schmeißen oder komplett neu zu machen. Wie Cromwell sagte, Warzen und alles. Es ist halt ein altes Stück.

Auf jeden Fall braucht dieses alte Stück einen neuen Namen, denn Lemuria... nein, das geht wirklich nicht, außerdem haben das andere Autoren schon zu oft gebraucht, und wenn es auch in den Phantastereien der Theosophen und anderer Spinner seinen Platz hat, wir arbeiten hier streng wissenschaftlich... *hüstel* Denn neuen Namen greife ich also aus meinem Trickbeutelchen urbaner Chaosmagie oder so. Pandeluhme? Klar, warum nicht.

Donnerstag, 31. Oktober 2013

Shortcuts 2013-10-31

Es ist mal wieder Zeit, die interne und externe Festplatte aufzuräumen. Etwas, was ich anscheinend immer wieder neu machen muss, um einer Midlife Crisis zu entkommen. Klar, man muss ja auch schauen, womit man die nächsten Jahre vertun will, kann oder sollte. Für mich heißt das zum Beispiel, dass ich mich von ein paar alten Freunden trennen sollte, die ich jahrelang mitgeschleift und sorgsam in Kartons oder abgesicherten Ordnern aufbewahrt habe.
Extern sind das ein Haufen Comics und Bücher, für die ich mir mal einen neuen Ort suchen sollte (nicht den Müll), und intern sind es einige Konzepte oder Figuren, die ich auf die eine oder andere Weise "erledigen" sollte. ich habe jetzt zwar die letzten Wochen wie wild daran rumgebastelt, aber vielleicht ist heute genau der Tag, um Schluss zu machen mit bestimmten Gespenstern der Vergangenheit.
Ist doch Halloween, oder? Der Abend vor Allerheiligen, der Tag aller Seelen?
Gehen heute nicht die Geister der Verstorbenen ein und aus in unserem Haus?
Okay, Dude, Zeit für einen Exorzismus...



Freitag, 25. Oktober 2013

Band



Clark Ashton Smith
BOND

By the red seal redoubled of that kiss
When thy lips parted softly to my own
Ere the sun sank from doomed Poseidonis;

By nights of searing ecstasy and moan;
The night-wet bosoms in Pompeii bared,
And the pale breasts and limbs in Lesbos known;

By dreams and deities and dolors shared
Before the Olympian glory passed from Greece;
By sharp and secret raptures that we dared

In Druid towers of ocean-founded Ys;
By every cup of wine in Naishapur
We drank by turns even to the purple lees;

By the dark Sabbats, vowed to Lucifer,
Making us one before his muffled throne
In rites of sorceress and sorcerer;

By the sealed ways no prophet has foreshown,
Wheron our lips shall meet, our footsteps go:—
By these, by these I claim thee for mine own...

Even as I have claimed thee long ago.


"Bond" at "The Eldritch Dark", The Sanctum of Clark Ashton Smith