"Eine Untersuchung der Universität im englischen Sheffield ergab, dass auffallend viele Kinder großes Unbehagen ausgerechnet gegenüber denen haben, die sie eigentlich zum lachen bringen sollen: Clowns.Der aufmerksame Leser erinnert sich: Soetwas nennt man Coulrophobie.
Ausnahmslos jedes der 250 befragten Kinder im Alter zwischen vier und 16 Jahren antwortete, es finde die Spaßmacher ganz und gar nicht lustig. Sogar einige ältere gaben zu, sie fürchteten sich regelrecht." (Quelle)
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Freitag, 18. Januar 2008
Die Furcht vor dem bleichen Grinsen
Wie schön, wenn die Wissenschaft den gesunden Menschenverstand bestätigt...
Donnerstag, 18. Mai 2006
Coulrophobia***
Der Mondbleiche Mann, der lachte :: Zur Ikonographie des Killer-Clowns [Teil 1] [Teil 2]
"Es ist etwas Enervierendes am Grinsen eines Clowns, kurz bevor er mordet. Das Weiss der Zähne, gebleckt wie die eines Haifischs oder eines Totenschädels."

Ein Präsentationsfoto von Conrad Veidt als "Der Mann, der lachte" mit einer darübergelegten typischen Zeichnung des Jokers aus den DC-Comics. Auch wenn bekannt ist, dass Veidt als visuelle Inspiration des Jokers diente, ist die völlige Übereinstimmung dennoch verblüffend. Diese Verbindung wird in der Graphsichen Novelle "The Killing Joke" von Alan Moore und Brian Bolland aufgegriffen, die unter anderem auch beschreibt, wie der Joker zu dem wurde, was er ist. Auch hier wird die Geschichte eines schuldlos Schuldigen erzählt, den das Schicksal auf grausame Weise körperlich und seelisch entstellte. Der Joker ist Gwynplaine, aber im Gegensatz zu dem verstossenen schottischen Prinzen findet er keine moralische rechtfertigung im Untergang. Stattdessen sucht er, die gesamte Welt so zu entstellen, wie er sie empfinden muss.
*** Coulrophobia ist der in der Psychiatrie übliche Ausdruck, um Angstzustände beim Anblick von Clowns zu beschreiben.
"Es ist etwas Enervierendes am Grinsen eines Clowns, kurz bevor er mordet. Das Weiss der Zähne, gebleckt wie die eines Haifischs oder eines Totenschädels."

Ein Präsentationsfoto von Conrad Veidt als "Der Mann, der lachte" mit einer darübergelegten typischen Zeichnung des Jokers aus den DC-Comics. Auch wenn bekannt ist, dass Veidt als visuelle Inspiration des Jokers diente, ist die völlige Übereinstimmung dennoch verblüffend. Diese Verbindung wird in der Graphsichen Novelle "The Killing Joke" von Alan Moore und Brian Bolland aufgegriffen, die unter anderem auch beschreibt, wie der Joker zu dem wurde, was er ist. Auch hier wird die Geschichte eines schuldlos Schuldigen erzählt, den das Schicksal auf grausame Weise körperlich und seelisch entstellte. Der Joker ist Gwynplaine, aber im Gegensatz zu dem verstossenen schottischen Prinzen findet er keine moralische rechtfertigung im Untergang. Stattdessen sucht er, die gesamte Welt so zu entstellen, wie er sie empfinden muss.
*** Coulrophobia ist der in der Psychiatrie übliche Ausdruck, um Angstzustände beim Anblick von Clowns zu beschreiben.
Mittwoch, 17. Mai 2006
Coulrophobia**
Der Mondbleiche Mann, der lachte :: Zur Ikonographie des Killer-Clowns [Teil 1]
"Es ist etwas Enervierendes am Grinsen eines Clowns, kurz bevor er mordet. Das Weiss der Zähne, gebleckt wie die eines Haifischs oder eines Totenschädels."
Der schrecklichste und zugleich tragischste Clown, und zugleich der mit der grössten ikonographischen Wirkung, stammt überraschenderweise aus einem der unbekannteren Werke des grossen Victor Hugo. „Der Mann, der lachte“ (L'homme qui rit, 1869), ist so etwas wie der hübschere, aber noch schrecklichere Zwilling von „Der Glöckner von Notre Dame“ (Notre Dame de Paris, 1831). Hier wie dort ist die Hauptfigur und Titelheld ein vom Schicksal Entstellter, der jedoch in einer moralisch deformierten Welt die einzig wertvolle Gestalt ist und deswegen tragisch scheitern muss. „Der Mann, der lachte“ ist jedoch gewissermassen noch schrecklicher, auch wenn die Vergleichmöglichkeiten fehlen, da hier nicht ein Geburtfehler die Verunstaltung verursacht wie bei Quasimodo, sondern die Infamie des Menschen. Bei dem Titelhelden Gwynplaine, dem Clownprinzen, handelt es sich um den Sohn eines aufständischen schottischen Fürsten, dem als Kind in einer grausigen Form von Sippenhaftung das immerwährende Grinsen, durch das er definiert wird, ins Gesicht geschnitten wird.
In der 1928 konzipierten Verfilmung durch Paul Leni wird Gwynplaine durch den grossartigen Schauspieler Conrad Veidt dargestellt, der in so unterschiedlichen Rollen wie dem Schlafwandler Cesare in „Das Cabinett des Dr. Caligari“ und dem schurkischen Wesir Jaffar in „Der Dieb von Bagdad“, aber auch als Nazi in „Casablanca“ brillierte. Der Anblick, den er mit Hilfe einer kunstvollen Zahnprothese erreichte, die seine Mundwinkel bis zur Grenze der Erträglichkeit anhob, ist auch heute noch schockierend. Man sieht sofort den Wahnsinn dieses unverschuldeten Schicksals, und wenn Gwynplaine auch nicht der Schurke des Stückes ist, so verkörpert er doch das Grauen, das er selbst erlitten hat. Conrad Veidts durchdringende Präsenz besteht auch heute noch, selbst Photographien von ihm in der Maske des Gwynplaine verstören und erzeugen Unbehagen bei dem Gedanken, dass es durch in der Fähigkeit des Menschen liegt, aus niederen beweggründen seinen Mitmenschen solcherart körperlich und seelisch zu verkrüppeln.Nach einigen Quellen bestand im Mittelalter eine florierende Industrie in der Herstellung von dem, was man heutzutage Freaks nennen würde, um die Gaffsucht auf Jahrmärkten und den Raritätenkabinetten der Fürstenhäuser zu stillen. Aber auch die Bettlergilden schreckten nicht davor zurück, Kinder und Entführte durch bestialische Verunstaltungen zu lohnenderen Objekten der Mildtätigkeit zu machen. Aber was konnte schlimmer sein als die Kunst der Denetsate, mit der das morbide Grinsen des Todesclowns in die Gesichter Hilfloser geschnitten wurde?
** Coulrophobia ist der in der Psychiatrie übliche Ausdruck, um Angstzustände beim Anblick von Clowns zu beschreiben.
"Es ist etwas Enervierendes am Grinsen eines Clowns, kurz bevor er mordet. Das Weiss der Zähne, gebleckt wie die eines Haifischs oder eines Totenschädels."
Der schrecklichste und zugleich tragischste Clown, und zugleich der mit der grössten ikonographischen Wirkung, stammt überraschenderweise aus einem der unbekannteren Werke des grossen Victor Hugo. „Der Mann, der lachte“ (L'homme qui rit, 1869), ist so etwas wie der hübschere, aber noch schrecklichere Zwilling von „Der Glöckner von Notre Dame“ (Notre Dame de Paris, 1831). Hier wie dort ist die Hauptfigur und Titelheld ein vom Schicksal Entstellter, der jedoch in einer moralisch deformierten Welt die einzig wertvolle Gestalt ist und deswegen tragisch scheitern muss. „Der Mann, der lachte“ ist jedoch gewissermassen noch schrecklicher, auch wenn die Vergleichmöglichkeiten fehlen, da hier nicht ein Geburtfehler die Verunstaltung verursacht wie bei Quasimodo, sondern die Infamie des Menschen. Bei dem Titelhelden Gwynplaine, dem Clownprinzen, handelt es sich um den Sohn eines aufständischen schottischen Fürsten, dem als Kind in einer grausigen Form von Sippenhaftung das immerwährende Grinsen, durch das er definiert wird, ins Gesicht geschnitten wird.
In der 1928 konzipierten Verfilmung durch Paul Leni wird Gwynplaine durch den grossartigen Schauspieler Conrad Veidt dargestellt, der in so unterschiedlichen Rollen wie dem Schlafwandler Cesare in „Das Cabinett des Dr. Caligari“ und dem schurkischen Wesir Jaffar in „Der Dieb von Bagdad“, aber auch als Nazi in „Casablanca“ brillierte. Der Anblick, den er mit Hilfe einer kunstvollen Zahnprothese erreichte, die seine Mundwinkel bis zur Grenze der Erträglichkeit anhob, ist auch heute noch schockierend. Man sieht sofort den Wahnsinn dieses unverschuldeten Schicksals, und wenn Gwynplaine auch nicht der Schurke des Stückes ist, so verkörpert er doch das Grauen, das er selbst erlitten hat. Conrad Veidts durchdringende Präsenz besteht auch heute noch, selbst Photographien von ihm in der Maske des Gwynplaine verstören und erzeugen Unbehagen bei dem Gedanken, dass es durch in der Fähigkeit des Menschen liegt, aus niederen beweggründen seinen Mitmenschen solcherart körperlich und seelisch zu verkrüppeln.Nach einigen Quellen bestand im Mittelalter eine florierende Industrie in der Herstellung von dem, was man heutzutage Freaks nennen würde, um die Gaffsucht auf Jahrmärkten und den Raritätenkabinetten der Fürstenhäuser zu stillen. Aber auch die Bettlergilden schreckten nicht davor zurück, Kinder und Entführte durch bestialische Verunstaltungen zu lohnenderen Objekten der Mildtätigkeit zu machen. Aber was konnte schlimmer sein als die Kunst der Denetsate, mit der das morbide Grinsen des Todesclowns in die Gesichter Hilfloser geschnitten wurde?** Coulrophobia ist der in der Psychiatrie übliche Ausdruck, um Angstzustände beim Anblick von Clowns zu beschreiben.
Donnerstag, 11. Mai 2006
Coulrophobia*
Der Mondbleiche Mann, der lachte :: Zur Ikonographie des Killer-Clowns
"There is nothing funny about a clown in the moonlight." - Lon Chaney Sr.
Langsam nimmt die groteske Silhouette vor dem fahlen Mondschein Gestalt an. Kalkweisse, aussätzige Haut, einem Leprakranken gleich, der breite Mund zu einem höhnischen, freudlosen Grinsen verzerrt, dass die Augen zu Schlitzen werden unter kunstlos aufgetragenem Rouge. Der Mund, wie gummiartige Lefzen einer Hyäne teilt er das teuflische Gesicht von Ohr zu Ohr. Ein deformierter Körper schiebt sich schlurfend heran, über viel zu grosse Stiefel stolpernd, wie die Schritte eines klumpfüßigen Bettlers. Und plötzlich hebt sich ein unheimlicher Ton in der Stille; das hohle, hallende Kichern eines Wahnsinnigen.
Wer mag wirklich Clowns?
Kinder durchschauen das, was sich hinter der Maske aus Gummi und Theaterschminke verbirgt, schneller als Erwachsene. Was der Erwachsene als drollige Tracht sieht, erkennen Kinder als Deformierung des Normalen. Wahnsinn, der der Welt frech entgegengestreckt wird, und die Welt erkennt es nicht. Sicher, dass es wirklich Theaterschminke ist, die diesen Gesichtern ihre Leichenblässe gab? Und wie sehen diese Gesichter wirklich aus, abends, wenn die Masken abgenommen werden?
Der böse oder Killer-Clown ist nicht erst seit den Mordtaten von John Gacy oder Steven Kings "ES" ein Thema der Literatur. Der Joker, der den Batman von Gotham seit dieser Zeit plagt (Batman No. 1, Frühling 1940), erhielt sein Aussehen in Homage an den Schwarzweißfilm "Der Mann, der lachte" mit Conrad Veidt.
Aber auch der Joker inspirierte eine ganze Reihe kostümierter Psychopathen, wiederkehrende Bedrohungen für so unterschiedliche helden wie Green Arrow, Green Lantern oder Magno & Davey. Sie hiessen Bull's-Eye (World's Finest No.24, September 1946), The Fool(Green Lantern No.28, Oktober 1947) oder schlicht The Clown(Super-Mystery Comics No. 5).
Erzschurken, Clownprinzen des Verbrechens, der tanzende Satan im fahlen Mondlicht... Es ist etwas Enervierendes am Grinsen eines Clowns, kurz bevor er mordet. Das Weiss der Zähne, gebleckt wie die eines Haifischs oder eines Totenschädels.
Aber es nichts Witziges daran.
* Coulrophobia ist der in der Psychiatrie übliche Ausdruck, um Angstzustände beim Anblick von Clowns zu beschreiben. Muss man da wirklich noch mehr sagen?
"There is nothing funny about a clown in the moonlight." - Lon Chaney Sr.
Langsam nimmt die groteske Silhouette vor dem fahlen Mondschein Gestalt an. Kalkweisse, aussätzige Haut, einem Leprakranken gleich, der breite Mund zu einem höhnischen, freudlosen Grinsen verzerrt, dass die Augen zu Schlitzen werden unter kunstlos aufgetragenem Rouge. Der Mund, wie gummiartige Lefzen einer Hyäne teilt er das teuflische Gesicht von Ohr zu Ohr. Ein deformierter Körper schiebt sich schlurfend heran, über viel zu grosse Stiefel stolpernd, wie die Schritte eines klumpfüßigen Bettlers. Und plötzlich hebt sich ein unheimlicher Ton in der Stille; das hohle, hallende Kichern eines Wahnsinnigen.
Wer mag wirklich Clowns?
Kinder durchschauen das, was sich hinter der Maske aus Gummi und Theaterschminke verbirgt, schneller als Erwachsene. Was der Erwachsene als drollige Tracht sieht, erkennen Kinder als Deformierung des Normalen. Wahnsinn, der der Welt frech entgegengestreckt wird, und die Welt erkennt es nicht. Sicher, dass es wirklich Theaterschminke ist, die diesen Gesichtern ihre Leichenblässe gab? Und wie sehen diese Gesichter wirklich aus, abends, wenn die Masken abgenommen werden?
Der böse oder Killer-Clown ist nicht erst seit den Mordtaten von John Gacy oder Steven Kings "ES" ein Thema der Literatur. Der Joker, der den Batman von Gotham seit dieser Zeit plagt (Batman No. 1, Frühling 1940), erhielt sein Aussehen in Homage an den Schwarzweißfilm "Der Mann, der lachte" mit Conrad Veidt.Aber auch der Joker inspirierte eine ganze Reihe kostümierter Psychopathen, wiederkehrende Bedrohungen für so unterschiedliche helden wie Green Arrow, Green Lantern oder Magno & Davey. Sie hiessen Bull's-Eye (World's Finest No.24, September 1946), The Fool(Green Lantern No.28, Oktober 1947) oder schlicht The Clown(Super-Mystery Comics No. 5).
Erzschurken, Clownprinzen des Verbrechens, der tanzende Satan im fahlen Mondlicht... Es ist etwas Enervierendes am Grinsen eines Clowns, kurz bevor er mordet. Das Weiss der Zähne, gebleckt wie die eines Haifischs oder eines Totenschädels.
Aber es nichts Witziges daran.
* Coulrophobia ist der in der Psychiatrie übliche Ausdruck, um Angstzustände beim Anblick von Clowns zu beschreiben. Muss man da wirklich noch mehr sagen?
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