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Samstag, 18. Juli 2020

Werkstattbericht 2020-07-18



Herzliche Grüße von der Nordseeküste, aus den mythischen Gefilden von Zollern am Meer, wo der Sommer entspannt vorüberschlendert, und sich wieder mal nicht entscheiden kann, ob es die ganze Mühe wert ist. Und? Ist es das wirklich?



#PandemischeParallelwelten
"Jorge Luis Borges’ well-known quip on metaphysics being a branch of fantastic literature... requires that the converse be true – fantastic literature and science fiction are the pop metaphysics (or the “mythophysics”) of our time."
Ein Zitat der Woche, das ich vor längerer Zeit gestohlen habe, und jetzt noch einmal veröffentliche, nachdem ich die Quelle unkenntlich gemacht habe. Nur ein weiteres Symptom einer semiotischen Krankheit. Zuerst spürte ich Verärgerung ob Professor Tolkiens Krypto-Katholizismus, der seine ganze Welt durchzieht. Dann spürte ich essentiellen Ekel, als ich begriff, dass Lovecrafts Mono-Mythos weder kosmisch noch schrecklich ist, sondern nur die erbärmliche Projektion einer gleichzeitig lächerlichen und widerlichen Xenophobie.
  • Kann man den Autoren von seinem Werk trennen? (Und ich meine nicht, es ihm schreiend aus seinen Fingern reissen, um es unter anderem Namen zu veröffentlichen.)
  • Wieviel von der Seele des Autoren schwingt im geschriebenen Wort? Wieviel von seinen Vorlieben, seiner persönlichen Hygiene, seinen politischen Überzeugungen?
  • Was kann man noch verzeihen, was kann man noch lieben?
  • Ist "The Call of Cthulhu" wirklich "Weird Fiction" oder schwingt es auf einer Welle mit den "Protokollen der Weisen von Zion"?

Donnerstag, 13. Juli 2017

Mu, rette uns

Aus der Apokalypse des Pseudo-Schliemann,
passend zum Weltgeschehen:

"Als Baals Stern auf die Stelle fiel, an der heute nur noch Wasser und Himmel sind, erzitterten die sieben Städte, und ihre goldenen Türme und ihre durchsichtigen Tempel tanzten wie Blätter im Sturmwind. Aus den Palästen ergoss sich ein dampfender Feuerstrom. Und das Geschrei der Sterbenden und das Wehklagen der Menge erfüllte die Luft.

Das Volk suchte Zuflucht in den Tempeln und Zitadellen. Da erhob sich der Weise Mu, der Hohepriester Ra-Mus, und sprach: Habe ich es euch nicht vorhergesagt? Die Männer und Frauen, in ihre kostbarsten Gewänder gehüllt und mit Juwelen behangen, aber flehten: Mu, rette uns! Mu jedoch antwortete: Ihr werdet verderben samt euren Sklaven und Schätzen. Aus eurer Asche werden neue Völker entstehen.

Und sollten diese Völker je vergessen, dass sie die materiellen Dinge beherrschen müssen, nicht nur um daran zu wachsen, sondern auch, um nicht daran kleiner zu werden, wird sie dasselbe Schicksal ereilen wie euch. Die Flammen und der Rauch erstickten Mus Worte. Land und Leute wurden zerstückelt und vom Abgrund verschlungen."

Was lernen wir daraus? Auch im Ursprungsland der Zivilisation, als man noch mit Telepathie Pyramiden errichtete und eine blaue Zone bewohnbaren Bodens zu Ehren ihrer außerirdischen Reptilienmeister auf dem Mond baute, waren die Leute auch nicht schlauer als heute.

Und: Der Weise Mu war ein Arschloch.

Montag, 30. Januar 2017

Zitat der Woche



"Trump does not simply have “a running war with the media,” as he so indecorously and disrespectfully spouted off while standing on the hallowed ground before the C.I.A. Memorial Wall. He is in fact having a running war with the truth itself."
(Charles M. Blow: A Lie by Any Other Name, NYTimes)

Sonntag, 25. Dezember 2016

Zitat der Woche

„Wenn die Menschen aller Zonen und aller Schichten tiefinnerst das kosmische Denken erfaßt haben werden, wird das Buch der Geschichte der Völker, das von Raub und Knechtung, von Blut und Vernichtung, vom ewigen Hader um Fetzen dieses Sandkorns im All zu berichten weiß, abgeschlossen werden, wird die Menschheit es beschämt verschließen und in die Schreckenskammer legen, die von Folterwerkzeugen erzählen und Hexenprozessen. Lernt kosmisch denken, erfüllt von der Größe des Alls, und die fernen Sterne werden euch nahe sein!“
Bruno H. Bürgel (1875 - 1948)

Nicht so einfach aus dem Netz kopiert, meine Lieben. In meinem Bücherschrank steht Bürgels Roman "Stern von Afrika" (Ein Roman aus dem Jahr 3000), dessen Besitz (antquarisch, ne) mir einmal einige höchst unschöne Stunden an der deutsch/deutschen Grenze bescherte - derweil die Drähte zur Stasizentrale glühten. In jugendlichem Wahnsinn hegte ich danach den Wunsch, als norddeutscher Ersatz von Michael Moorcock eine Neufassung des Buches herauszubringen, wurde aber glücklicherweise nach dem ersten Abschnitt gestoppt, weil wegen Copyrights. Ich werde also wohl noch zwei Jahre warten müssen, um dies zu tun, wenn ich dies tun will. Andererseits, ein Mann, der so weise Worte geschrieben hat, warum sollte ich dem ins Regal pinkeln? Er kann ja nix dafür, dass wir früher mal echt merkwürdige Bräuche beim innerdeutschen Reisen hatten.

Freitag, 29. April 2016

Das Lied von der Glocke

Meditation über den Verfall der Geistigen Werte, mit gedämpfter Stimme zu lesen:

Der Klang der Zukunft, eine Glocke. Sie haben Post.
Oder 'Hell's Bells', in einer Halloweenversion, in halber oder vielleicht geviertelter Geschwindigkeit. Sie haben Post.

Und ich muss immer wieder an Schiller denken. Das beste Zitat von ihm, ein passender Kommentar - in fast allen Lagen: "Gefährlich ist’s, den Leu zu wecken,
Verderblich ist des Tigers Zahn;
Jedoch der schrecklichste der Schrecken,
Das ist der Mensch in seinem Wahn."


Mir sind eigentlich die Menschen zuwieder, die anderen Menschen sagen, das Problem haben sie nicht, sondern sie seien das Problem. Das heißt heutzutage 'Herausforderung', meine Lieben. Und die Herausforderung sitzt meistens dreißig Zentimeter vor dem Bildschirm. In der Arbeit und der Freizeit. Und dann sind noch diejenigen darunter, den man erst einmal erklären muss, was ein Bildschirm und der ganze andere Teil des technologischen Hexenwerks ist. "Sie sind nicht verrückt... bleiben Sie ruhig, Sie hören keine Stimmen... das kleine Ding in Ihrer Hand... man nennt es ein Te-le-fon..." und "Nein, ich weiß nicht, was Sie gerade machen. Das kleine Ding in Ihrer Hand... es ist ein Te-le-fon und keine Kamera..."

Der Nachbar draußen im April-Schneeregen, der wegen Empfang mit seinem schnieken Superhandy auf und abgeht, kann es nicht fassen, dass uns regelmäßig Bücher geliefert werden. Er geht in Deckung, als ich den Hund ausführe und ruft mir noch hinterher, dass ich ja viel Geld haben müsse, er könne sich das ja nicht leisten. Höre ich da eine Glocke klingeln?

Ich stelle mich der Herausforderung: "Na, wenn Sie das bei ... bestellen, kriegen Sie so etwas teilweise viel billiger. Das höchste sind die Versandkosten, und die liegen bei drei Euro", sage ich höflich, derweil die Hündin an der Leine  ganz deutlich macht, was sie von der Unetrbrechung des Spaziergangs und von diesem Nachbaren im besonderen hält.

"Wie, im Internet? Neeeeee, viel zu gefährlich...", sagt er und bringt sich in Sicherheit, wobei er mir noch einen scheelen, wissenden Blick zuwirft. Ich schreibe mal 'scheel', weil mir kein besseres Wort einfällt. Eine eigenwillige Mischung aus Verachtung und Stolz, dass er anscheinend schlauer ist als ich. Ich werde beim nächsten Mal den Hund noch fester an die Leine nehmen müssen. Hunde riechen Herausforderungen, vor allem die geistigen. Ich lasse sie nicht an unsere Computer, das dürfen nur die Katzen.


Freitag, 6. November 2015

Zitat der Woche


"From the destruction of mind that gives birth to Chaos a zone of mauve is created, a desert of sand above the Tunnels of Set.  The winds hurry through them, a sinister piping bearing the beetle on its wings." Kenneth Grant

Wie Alan Moore sagte: "This is Hardcore."

Dienstag, 13. Oktober 2015

Shortcuts 2015-10

"Forty-four ships had he on the Caspian Sea for a year and a half, but his ship alone reached Ireland. These are the four chieftains, Starn, Iarbonel the Soothsayer, Annind, and Fergus Red-Side: they were the four sons of Nemed."



Gerade in Arbeit:
Neuausgabe des so genannten Buches "YON" von Anton Wladimir Wilcek (Pseudonym eines alten Schülers von mir), ein wildes Potpourri aus Satire und profundem Kommentar. Zum Thema Zen (glaube ich). Als ich jung war, konnte ich es mir nicht verkneifen, ein vollmundiges Nachwort hierzu verfassen, aber inzwischen bin ich mir nicht mehr so sicher...
Wir werden diese schmale obskure Schrift durch neue, noch obskurere Schriften ergänzen.
Mal sehen, was es wird, eine Satire oder ein profunder Kommentar....



Dass der Familienname "Gruner" ein sehr alter ist, und auch einen Beruf beschreiben kann, versuche ich schon seit Jahrzehnten meinen Kunden nahezubringen. In dieser Version bezeichnet es den "Grünen Mann", also einen Waidmann, Wilddieb oder Händler mit ungegerbten (grünen) Häuten. irgendein Urgroßonkel hat sich tatsächlich wohl auch als Wilddieb aufgehängt, wenn man der Familienfama glauben mag. Und mein Urgroßvater ist zu Fuß über die Berge zwischen Böhmen und Schlesien gewandert und hat Tuch transportiert (geschmuggelt?).
Vermutlich trifft jedoch die zweite Bedeutung der Namens besser - "jemand aus Grunau/ Grunow". Ich habe vermutlich sogar das Grunau ausgemacht, wo der erste Gruner herkam; da meine Vorfahren väterlicherseits aus der Gegend um Oppeln/Breslau kamen, ist es wahrscheinlich der Ort mit dem heutigen Namen Siestrzechowice.
Da gibt es auch ein hübsches Renaissanceschloß, das hat sicher mal uns gehört. Klar doch.



Soundtreck der Nacht:
SPEKRTMODULE
Immer wieder SPEKTRMODULE

Freitag, 12. Juni 2015

Zitat der Woche

„Es ist an der Zeit, dass der Mensch sich sein Ziel stecke. Es ist an der Zeit, dass der Mensch den Keim seiner höchsten Hoffnung pflanze.
Noch ist sein Boden dazu reich genug. Aber dieser Boden wird einst arm und zahm sein, und kein hoher Baum wird mehr aus ihm wachsen können.
Wehe! Es kommt die Zeit, wo der Mensch nicht mehr den Pfeil seiner Sehnsucht über den Menschen hinaus wirft, und die Sehne seines Bogens verlernt hat, zu schwirren!“
Friedrich Nietzsche: Also sprach Zarathustra

Sonntag, 1. März 2015

Monthly Blog

Ich schleppe dieses Zitat schon eine ganze Weile mit mir rum... dankeschön, Internet, seit es Dich gibt, brauchen wir keine Drogen* mehr. Das hat aber nichts damit zu tun, warum ich die letzten Wochen hier nichts hinterlassen habe. Die virtuelle Welt ist eh ein Irrenhaus, Wikipedia ein Downer, Fanfiction Kokain etc, etc. Warum ganze Sätze, wenn. Und wer braucht schon den Februar in seinem Resumé?

"Die Betroffenen haben häufig das Gefühl, dass sie trotz Überlastung nicht viel erreichen oder bewirken. Es mangelt an den Erlebnissen des Erfolges. Weil die Anforderungen quantitativ und qualitativ steigen und sich ständig verändern, erscheint die eigene Leistung im Vergleich zu den wachsenden Anforderungen gering. Diese Diskrepanz zwischen Anforderungen und Leistungen nimmt der Betroffene als persönliche Ineffektivität bzw. Ineffizienz wahr. Dies ist mit eine Folge der Depersonalisierung, weil die Betroffenen sich von ihren Klienten entfernt haben und auf deren Erwartungen nicht mehr wirksam eingehen können. Darunter leidet der Glaube an den Sinn der eigenen Tätigkeit." >>>

Auch ohne das schönreden zu wollen - man muss ja auch nicht immer alles positiv sehen - ein bequemerer Stuhl tut manchmal Wunder, und außerdem warum eigentlich Glaube? Ist das nicht das Grundproblem? Die Depersonalisierung besteht vor allem darin, dass es kein Wissen mehr um den Sinn der Tätigkeit gibt, im Sinne erlebbarer, fühlbarer Erkenntnis, sondern dass dieses durch eine Art Religion ersetzt wurde.

Solange man nur an sich und den eigenen Sinn glaubt, ohne Gewissheit (Gnosis) zu haben, kann dieser Glaube wie jeder andere jederzeit zerbrechen - wenn Gott gut ist, warum geschehen dann schlimme Sachen? Und wenn das, was ich mache, so toll ist, warum geht es mir dann so dreckig? Und wiederum der ewige Gesang des Plattwurmes: Warum ich? Warum ich? Das ist das Problem mit jeder Art von Glauben oder Gott. Dem ist der eine kleine zerbrechliche Plattwurm ziemlich, sagen wir mal, scheißegal. Da sollte man lieber die Perspektive wechseln, auf Erden, nicht im Himmel, diesem sagenhaften Ort von Renten und zusätzlichen Gratifikationen.

Denn: wenn Du Dich ausbrennen lässt, warten dennoch keine Jungfrauen auf Dich. Und Walhalla hat dichtgemacht.

* Im klinischen Sinne, d.h. als Medikament zu verstehen.

Sonntag, 23. November 2014

Dailyblog

Herbstzeit ist Idiotenzeit. Oder - um gerecht zu sein - die Herbstluft und der Geruch des fallenden Laubes, die Herbsttürme und das elegische Knurren der Zuggänse locken den Schmerz und die Unvernunft des ganzen Jahres hervor. Völlig überarbeitet, angefressen und müde liege ich auf der Couch und sehe meiner Frau, dem Hund und der Katze zu, wie sie geschwächt vom täglichen Allerlei es nicht schaffen, umzuschalten und stattdessen "Die Bergretter" ansehen. So tief sind die Mächtigen gefallen. Auf dem Klo finde ich eine dieser typischen Zeitungen, die Menschen nur lesen, wenn sie sich wirklich mies, müde oder krank fühlen.

Die neue Bandwurmdiät... die Reichen und Siechen... backen zur Adventszeit... holla, was ist das? Der obligatorische anbiedernde editoriale Artikel? in welche Kerbe schlägt der unterbezahlte Journalist in seiner Wut, nur noch in einer Postille im untersten Farbton der Regenbogenpresse veröffentlichen zu dürfen, denn heute mal?

"Warum der Kunde nicht mehr König ist"? - war er das mal? Das muss ich lesen. Achso, der Kunde muss sich teilweise ums eine Sachen selber kümmern oder mal beim Servicecenter anrufen. Schrecklich.

Lieber Autor: Schreibe nie Callcenter, es geht nicht um den Call, der abgesetzt wird, sondern um den Service, den der Anrufende bekommt. "Service" ist tatsächlich ein Fremdwort, aus dem Englischen und basiert auf einem alten lateinischen Wort. Die beste Übersetzung ist hier Dienst oder Dienstleistung. Früher gab es den Wehrdienst, heute ist es der Dienst am Kunden. Das muss keiner mögen, aber ohne geht es nicht.

Und auch hier gilt: Höflichkeit regiert die Welt. Selbst ein geistig unterbemittelter Servicemitarbeiter ist ein menschliches Wesen, das eher bereit ist, mehr zu geben oder auch mal über seinen Schatten zu springen, wenn man ihn als solches behandelt und nicht nur als Hindernis, das es aus dem Weg zu räumen gilt.

Menschen als Gegenstände zu behandeln ist übrigens das Merkmal eines Soziopathen, meinetwegen auch einer degenerierten inzestuösen Aristokratie, die der Meinung ist, in ihren Adern fliesse anderes Blut als in denen des Pöbels, der ihnen ihr gottgegebenes Recht, ein Arschloch zu sein, strittig macht. Es macht irgendwie schon Sinn, dass wir in einer Demokratie leben und nicht in einer Monarchie, oder?

Dienstag, 16. September 2014

Dailyblog

[Rückdatiert, weil Dienstag hatte ich echt anderes zu tun...]
Ich kann die unglaubliche Idiotie der Verkehrführung, des Straßenbaus und der Anordnung der Ampeln immer noch nicht fassen, mit denen die hiesigen Bundesstraßen bestückt sind. Nicht nur, dass die Busfahrer von einem verlangen, man soll ein rosa Tütü tragen, damit sie einen sehen und mitnehmen, was für einen Sinn haben Zebrastreifen, die quer entgegen der Fahrtrichtung über die Straße laufen? D.h. man fährt erstmal von der Ampel weg, um dann umzukehren und sicher die Straße zu überqueren? Wer hat sich das einfallen lassen? Der Verlierer beim letzten Bossel-Cup? Dieser akute Hirnverlust hat jetzt bei mir zu einem akuten Hautverlust geführt sowie zu einer Halbierung der Mobilität. Blöd genug, dass ich auf einem Auge kurzsichtig und einem Ohr schwerhörig bin, jetzt fällt auch noch eine Hand weg. Tyr und Odin in einer Person. Deus est Homo, verstehste? Ich ahbe hier noch ein Bild, das hervorragend passt...
Moment...

Sonntag, 7. September 2014

Poseidonis:: Ein erstes Update

oder: Das Atlantis-Problem, weitere Studien zum pseudohistorischen Hintergrund der Weird Tales

...womit eiegntlich schon afst alles gesagt wäre. In einem vorhergehenden eintrag in diesem Blog hatte ich erste Versuche zu unternommen, die Pseudohistorie, die den Erzählungen von H.P. Lovecraft, Robert E. Howard und Clark Ashton Smith zugrundeliegt, auszuarbeiten und scheinbare Widersprüche auszugleichen. Lakonisch wies ich dabei darauf hin, dass die Grundideen für diese Historie des Originaluniversums den phantastischen Spekulationen der Theosophen entlehnt wurden. Das ist auch richtig, allerdings bedienten sich die Herren Autoren mit beiden Händen recht freigiebig bei verschiedenen Autoren, und das scheint auch der Grund zu sein, weswegen die Widersprüche auftauchen, die leider doch nicht so einfach aufzulösen sind. (Etwas, was an anderen Orten schon seit längerem hitzig diskutiert wird.)

Eine vollständige Historie etc. werde ich wohl dann gleich als Anhang zu den Poseidonisgeschichten mit veröffentlichen, kleinere Abschnitte wie immer an diesem Ort.

Andererseits habe ich dadurch auch mal Gelegenheit gehabt, ein paar der besonders phantastischen Traktate theosophischer Phantasterei zu studieren - selten so gut unterhalten, seit ich die "Geheimnisse von Mu" an einen ähnlich verwirrten Bekannten weitergegeben habe.

Sagen wir mal so: Vernünftige Menschen machen einen weiten Bogen um das "inspirierte" Gewäsch so genannter Mahatmas um versunkene Kontinente, oder die okkulte Genealogie so genannter Wurzelrassen etc. (Achtung Cthulhu!) Aber wer ist schon immer vernünftig, und ausserdem, jede Art von Kunst erfordert einen kleinen Schuß sublimen Irrsinns. Wären wir sonst überhaupt von den Bäumen runtergeklettert?
Landkarte von Poseidonis, wiederhergestellt nach einer Karte in
"The Story of Atlantis: A Geographical, Historical and Ethnological Sketch" von W. Scott-Elliot [1896]

Sonntag, 20. April 2014

In the Hood :: Ein deutsches Fest



Der Frühling steht vor der Türe, und die Bäume geilen aus. Und nicht nur die.

Derweil wir uns zum letzten Osterfeste noch durch Schneewehen auf dem Weg nach Osten kämpfen mussten, erfreut sich der Osterhase dieses Jahr an ausgezeichnetem Wetter und einem blauen Himmel. Und der Osterhase - wer weiß das nicht, ist wie der Heilige Nikolaus in seiner Pelzverkleidung als Weihnachtsmann - eine deutsche Erfindung.

Eier hat man sich wohl schon immer irgendwann mal geschenkt, warum also auch nicht zu Ostern, aber es waren "der Deutsche", der - vielleicht in Verbindung mit jener anderen großen Bereicherung des Weltkulturerbes, deutsches Bier - die Genialität und Unverfrorenheit besaß, einem übelbeleumundeten Nagetier die Verteilung der österlichen Kurzwaren zu überantworten.

Was lernt uns das?

Keine Ahnung. Die Sonne macht dumm, und wenn ich einen Osterspaziergang mache, erfreue ich mich an dem Grün, das die ungesehene Kraft vorantreibt, dem Blütenmeer in den Ästen und den Stockenten, die treudoof in den Gräben der Siebethsburg vorbei dümpeln.

Warum ein Weihnachtsmann? Warum ein Osterhase? Vielleicht waren wir Deutschen früher einfach kreativer oder ungehemmter im Fabulieren. Klettere ich heute in einen Baum, um den blauen Himmel und die lebende Natur zu preisen, fällt mein Blick stattdessen auf die kreativen Schreibkünste unserer Nachfahren. (siehe oben).

Sonntag, 13. April 2014

Zitat der Woche

"Das Einzige, das Gott davon abhält, eine zweite Sintflut zu schicken, ist die Tatsache, daß die erste nutzlos war."

Sonntag, 9. März 2014

Zitat der Woche

"Gefährlich ist's, den Leu zu wecken,
Verderblich ist des Tigers Zahn,
Jedoch der schrecklichste der Schrecken,
Das ist der Mensch in seinem Wahn.
Weh denen, die dem Ewigblinden
Des Lichtes Himmelsfackel leihn!
Sie strahlt ihm nicht, sie kann nur zünden
Und äschert Städt und Länder ein."

Schiller

Samstag, 1. Februar 2014

Studien in Apokalypse



"Wenn des Elias’ Blut auf die Erde träufelt,
so entbrennen die Berge, kein Baum steht mehr,
nicht einer auf Erden, das Meer ausgetrocknet,
das Moor vertrocknet, der Himmel löst sich in Flammen auf,
der Mond fällt, Mittgart brennt,

Kein Stein steht mehr, denn der Gerichtstag fährt ins Land,
Fährt mit dem Feuer, die Frevler zu richten:
Da kann kein Verwandter helfen vor dem Weltenbrand.
denn die ganze Breite der Erde – alles verbrennt,
und das Feuer und die Luft - alles ist gereinigt."

Neulich wollte sich wieder einmal jemand über Gott unterhalten, an der Tür, derweil ich Schnee schaufelte. Wird die Welt in Feuer enden oder im Eis?, lag mir eigentlich auf der Zunge, Robert Frost zitierend. ich war zu müde, es so zu machen wie sonst und den gottesfürchtigen Mann mit meiner fünf Kilo schweren King James-Freimaurerbibel unter dem Arm schreiend um den Block zu jagen. Es war auch zu kalt. Also Plan B.

"Alle Propheten haben Recht gehabt", sagte ich weise, "aber sie haben nicht alles verstanden."

"Ach, fürchten Sie nicht das Harmageddon?", wisperte mein Gegenüber mit einem kalten Funkeln in seinen Schweineäuglein - sich somit als Anhänger einer ganz besonderen Art von Sektierertum outend. "Die Letzte Schlacht, die Apokalypse, das Ende der Welt in Flammen?"

Ich zuckte mit den Achseln. "Die Apokalypse fand längst statt, eure Leute haben sie nur verpasst. Die Welt endete in Flammen im April des Jahres 1904, und eine neue Erde trinkt aus den Urwassern erste Kraft." Ich lächelte milde und deutete auf die baulichen Scheußlichkeiten der letzten hundert Jahre. "Das alles hier sind bloß die Ruinen eines Zeitalters, das schon lange vergessen ist."

So kann man natürlich nicht der auswendig gelernten Argumentationskette folgen. "Aber, aber...", stammelte er und kam mit irgendetwas von Seelen, die errettet werden müssen, oder andersherum. Der Schnee unter meiner Schaufel war besonders hartnäckig, deswegen achtete ich nicht mehr auf ihn. Ich blickte wieder auf, als ihm ein dissonantes "Sohn Gottes" entfuhr.

"Genau", sagte ich, "es ist das Zeitalter des Kindes, und weil wir alle Gottes Kinder sind, ist der Mensch Gott geworden."

"Äh... Adventist?", murmelte er.

"Post-Adventist?", half ich ihm auf die Sprünge.

"Achso..." War es Ekel oder nacktes Grauen in seinen Augen?

"Hey!", rief ich ihm noch hinterher. "Nicht vergessen - Ton, Steine, Scherben: 'Die Letzte Schlacht gewinnen wir!'"


* * *


Auf der Suche nach dem Weltuntergang, nachdem ich mich am Kamin aufgewärmt hatte, konnte ich nicht viel auftreiben. Schade für den armen Nachbaren mit der weltanschaulichen Einschränkung. Harmageddon ist nur eine unklare Ortsangabe, oder ein Berg in Israel; Apokalypse heißt nur "Offenbarung, Enthüllung", und hat somit keinen eschatologischen Bezug, solange sich nicht die richtige entblättert. Seufz...

Selbst als ich mich eher fortschrittlicheren Mythologien zuwandte, wurde ich enttäuscht - die Götterdämmerung hat nie existiert, es heißt wohl "das Schicksal der Götter" (rök) und nicht "das Zwielicht der Götter" (rökr). Immerhin gibt es eine Letzte Schlacht hier, in der sich die Mächte des Chaos und der Ordnung gegenseitig auslöschen, um ein Gleichgewicht herzustellen, auf dem eine neue Welt aufbauen kann. Na, das kann man auch bei Michael Moorcock nachlesen, aber mit mehr Schwertern. Selbst der Weltenbrand ist da nur eines der Vorzeichen, gleich nach dem Fimbulwinter.

Das einzige, was mich hier erheitert, ist eine größtenteils unbekannte, altdeutsche (altbayrische?) Stabreimdichtung mit dem Titel "Muspilli", eine eigenwillige Mischung aus biblischer und germanischer Mythologie, sozusagen eine christianisierte autochthone Actionversion der Apokalypse. "der Himmel löst sich in Flammen auf, der Mond fällt, Mittgart brennt..." Das klingt doch vielversprechend. Protagonist ist der durchaus umstrittene Supermagier und Prophet Elias. Soviel zum Thema "Deutsches Erbe". Ragnarok'n'Roll!

Ich bleibe dennoch bei meiner eigenen Version des Karmageddons und meditiere über das unausweichliche Kommen der Harpokalypse.


Weitere Links*

Text des Muspilli in der Bibliotheca Augustana
Gleichnamiger Roman von Arnold Hagenauer, den man bis auf die letzten Kapitel kürzen sollte.
Aus der Antike: Germania Magna, rekonstruiert nach Ptolemäus’ Atlas der Ökumene
Aus dem Gälischen: "dún", Plural "dúin": eine Festung, Zuflucht, Burg
Kunst: Bilder von John Charles Dollman
Kerker und Ruinen von Piranesi

* Inspiration und Recherche unter anderem für eine Meyrink-Anthologie und "Stadt des Elfenbeins, Stadt der Rosen"

Dienstag, 4. September 2012

Shortcuts 2012-09-04


There came to me a Man one summer night,
When all the world lay silent in the stars,
And moonlight crossed my room with ghostly bars.
He whispered hints of weird, unhallowed sight;
I followed – then in waves of spectral light
Mounted the shimmery ladders of my soul
Where moon-pale spiders, huge as dragons, stole –
Great forms like moths, with wings of wispy white.

Around the world the sighing of the loon
Shook misty lakes beneath the false-dawn’s gleams;
Rose tinted shone the sky-line’s minaret;
I rose in fear, and then with blood and sweat
Beat out the iron fabrics of my dreams,
And shaped of them a web to snare the moon.

------------ 
Nochmal ein Gedicht von Robert E. Howard, Autor von Conan und Solomon Kane. Ich werde in den kommenden Wochen jeden Dienstag eines veröffentlichen - sie sind inzwischen alle public domain.


Singles...
Ich muss immer wieder an Singles denken.
Eine Handvoll Unterhaltung, in sich abgeschlossen, ohne unausgesprochene Verpflichtung, sich noch mehr und mehr von etwas besorgen zu müssen...
Früher gab es abgeschlossene Romane oder Novellen für 2,80... und ich rede nicht von Heftchen, sondern normal gebundenen Taschenbüchern in den SF- und Fantasyreihen von Heyne (schwarzer Rücken) oder Bastei-Lübbe (dunkelblauer Rücken).
Oder Terra Fantasy...
Abgeschlossene Romane, die Klassiker des Genres.... ich ziehe immer noch den Hut vor den damaligen Herausgebern. Innerhalb des letzten Monats habe ich das hiesige Antiquariat und einen Flohmarkt geplündert und einige Lücken in meiner Sammlung geschlossen.*
Alter Scheiß? Vielleicht.
Aber Singles, Mann. Wo gibt es das heute noch, wenn selbst die aufgeblähteste Non-Action Teil einer Serie ist und jeder Band für den deutschen Markt noch einmal aufgeteilt wird, um einen weiteren gleichlautenden Titel mit 1 1/2 Zeilen Abstand zu ergeben?

* Fundstücke der letzten Zeit schließen Werke vergessener Meister wie Tanith Lee, Hugh Walker oder Lin Carter ein. Und da es keine Singles mehr gibt, werden diese wohl auch nie nachgedruckt werden. Genau wie die Klassiker der 30er oder 60er, die Terra Fantasy dem deutschen Leser vorstellte...

Gehässigkeit via Fontblog:
Zur Beschreibung der plötzlichen Popularität männlicher Vornamen führten deutsche Soziologen und Psychologen im Februar 2007 den Begriff Kevinismus ein; die weibliche Form dieses Phänomens tauften sie Chantalismus. Beide beschreiben "die krankhafte Unfähigkeit, menschlichem Nachwuchs sozialverträgliche Namen zu geben." Die renommierte Namensforscherin Gabriele Rodriguez hat dazu festgestellt, dass bildungsferne Schichten sich bei der Namensfindung sehr stark an den Medien orientieren würden und daher häufiger zu Namen wie Kevin oder Justin griffen. In gebildeten Kreisen hörten die Kleinen heute eher auf Alexander oder Konstantin.

Um noch einmal auf Singles zurückzukommen...
Ich räume momentan ein wenig die interne und externe Festplatte auf. Die in diesen Tagen veröffentlichten Textstücke zur Heldenreise oder dem Monomythos liegen zwar schon seit Jahren hier rum, haben aber an Anreiz nicht verloren.
Sie dienen als Grundkonzept zum Plotten einer Reihe in sich abgeschlossener Novellen (Singles!) der Stammautoren von Nemed House. Wir nennen sie liebevoll (an  manchen Abenden) unsere "Tarotromane". An manchen Abenden nennen manche sie auch "noch eine verdammte Masche, mit denen der alte Mann uns in den Wahnsinn treiben will..."
Eine kleine Herausforderung... bevor es einem langweilig wird, macht man die Spielregeln härter.
Ja, das stimmt, wir mögen es hier ein bisschen härter...

Sonntag, 29. April 2012

Shortcuts 2012-04-31

Vor einiger Zeit hatte ich mich in einem persönlichen Gespräch, und natürlich auch eloquent in den so genannten sozialen Netzwerken, über die "weltanschauliche Wüste" Bundesrepublik Deutschland geäußert, die im Vergleich zu anderen zivilisierten Ländern doch recht provinziell daherkommt, vor allem, wenn es um den Umfang und die Mannigfaltigkeit an Weltanschauungen geht. Inzwischen muss ich meine Meinung revidieren.
Wenn ich mit einem Auge in die englischsprachige Welt schaue, muss man schon schlucken. Hier findet momentan nach einer Aufforderung an die Lehrplanbehörde von Cornwall, im Religionsunterricht auch 'pagane' Themen zu behandeln, in den Massenmedien und der Blogosphäre eine ungewöhnlich bissige Vermischung von Kategorien statt. Jetzt, wo sie in die Augen der Öffentlichkeit gerückt werden, werden plötzlich die bislang harmlosen Druidenkollegien und der Neo-Paganismus auf eine Stufe gestellt mit den öffentlickeitswirksamen Muti-Morden unter afrikanischen Einwanderern. Ekelhaft. Glücklicherweise sind solche Dinge bislang in Deutschland unbekannt.
Also, ist es ist gut, dass unser schönes Land in dieser Hinsicht so provinziell ist. Es ist gut, dass die Anhänger von 'ungewöhnlichen' Weltanschauungen höchstens als außergewöhnliche Spinner gelten. Es ist gut, dass selbst die traditionsreichsten Gruppen sich aus der Öffentlichkeit zurückziehen und sich lieber mit sich selbst beschäftigen. Und es ist gut, dass die einzige Diskussion über solche Themen in den Tiefen der Sozialen Netzwerke stattfindet, wo es nun wirklich niemanden interessiert.
Wir können also beruhigt weiter schlafen.

Ich enthalte mich gewöhnlich jedes politischen Kommentars, aber wo jetzt auch ein anderer bekannter Schriftsteller mit der respektlosen Charmanz des buckligen Hackers nebenan konfrontiert wurde, ungefragt seine Werke zu kopieren und im Internet zu verteilen, ein paar Worte hierzu:  
"Freiheit der Information bedeutet nicht, dass man sich einfach die Freiheit nimmt, Information zu stehlen." 
"Die Firma, die Informationen vermarktet, kann einen Einbruch im Gewinn leicht verkraften, indem sie einfach ein paar Stellen mehr streicht. Der Arbeiter, der die Informationen produziert, kann das nicht."
 Und noch zwei Worte:
"Fuck you."
 

War der "Rächer"-Film nach den Charakteren von Jack Kirby sehenswert, den ich am Donnerstag gesehen habe?
Er war, obwohl er Überlänge hatte, sehr kurzweilig.
Er ist eine direkte Fortsetzung von "Iron Man 2", "Captain America: The First Avenger" und "Thor".
Es gibt eine dichte Kontinuität, dennoch hat man es verstanden, unauffällig Elemente aus den Originalquellen einzumischen.
Kurz vor den Credits hatte ein weiterer Superschurke sein Cameo - jemand, mit dem ich wirklich nicht gerechnet hatte.
Ich erhob mich also und rief mit deutlich vernehmbarer Stimme: "Oh Fuck!!!!"
Ich war offensichtlich der einzige, der diesen Charakter kannte.
Ach ja, und Stan Lee war nur seeeeehr kurz zu sehen.
Sehr gut. Sie lernen dazu.

Soundtrek (während ich das neue Blogger-Interface verfluche...):

Sonntag, 11. Dezember 2011

Der Dritte Adler der Apokalypse

So ziemlich das Lustigste, was ich seit langem gesehen habe... (gut, es ist in englisch, aber Idiotie ist eine internationale Sprache...) Ein rüstiger Siebzigjähriger, selbst ernannter "Dritter Adler der Apokalypse" und "Ko-Prophet der Endzeit" (!) erklärt uns die okkulte Phallus-Symbolik des Internationalen Flughafens von Denver.
Mmmhmm... Phallus-Symbolik...

The Colbert ReportMon - Thurs 11:30pm / 10:30c
Mysteries of the Ancient Unknown - 2012 End of Times
www.colbertnation.com
Colbert Report Full EpisodesPolitical Humor & Satire BlogVideo Archive

Hehehe. Er hat "Phallus" gesagt...
Und nun der Abspann...

Montag, 14. November 2011

Tage des Zorns

Seien wir ehrlich, was liegt näher als einem lieben Menschen ein gutes Buch zu Weihnachten (oder Ostern oder Crowleymass) zu schenken? (Vor allem, wenn man selbst keine anderen Ideen hat oder jeden, der etwas anderes geschenkt bekommen will als Opfer einer unheilbaren Geschmackverirrung betrachtet...) Für ansprechende Vorschläge oder Hinweise ist man da ja immer dankbar. gut, ich könnte auch alle Bücher, die ich in den letzten Wochen gelesen habe, guten Gewissens weiterempfehlen, aber ich bin nun mal ein so fauler Sack, dass ich noch nicht mal die Buchbesprechungen von Weihnachten letztes Jahr fertig geschrieben habe. 

Glücklicherweise ist der Eroberer-Wurm, der sich alles merkt, auch das, was man selber nicht bemerkt hat, nicht untätig. Amazon z.B. vermerkt Produkte, die man bestellt oder auch nur betrachtet, und extrapoliert daraus ein Profil der Interessen. Anscheinend interessiere ich mich für ganz andere Dinge, als ich bisher dachte.