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Samstag, 7. März 2009

Schon Watchmen gesehen?



Auch wenn es in Deutschland nicht so bemerkenswert daherkommt wie in den Staaten, erfreut es doch, wieviel liebevolles und skurriles Zusatzmaterial aus der Welt von "Watchmen" inzwischen "nebenher" produziert wurde. Kontext, Baby. Sehr gelungen die Cartoonversion - mit mehr als einem Augenzwinkern zur Story, aber auch den grotesken Cartoonshows der 70er Jahre...

Sonntag, 3. August 2008

Watching the Watchmen

Warner Bros. hat inzwischen hochauflösende Versionen der Promotionposter für den kommenden Watchmen-Film veröffentlicht. Diejenigen, die Alan Moores Watchmen zu seiner Erstveröffentlichung verfolgt haben, werden in den Bildern vielleicht Neuversionen der hausinternen Promo-Anzeigen von DC Comics erkennen. Aber ziemlich scharf, dies.


(c) 2008 by Warner Bros./DC Comics. Vorschau und Link via Major Spoilers

Dienstag, 27. März 2007

Fanboy :: Parallelbildungen

Weil es im deutschen Wikipediaeintrag nicht vorhanden ist, und ich somit wieder ein paar interessierte Leser auf meine Seite locken kann... har, har, har (satanisches Gelächter aus dem Off.)

Alan Moores viel gerühmte dekonstruktivistische Dystopie Watchmen wurde ursprünglich für DC Comics geschrieben - den "Supermanverlag", um es den Unwissenden einmal nahe zu bringen. Die Charaktere in Watchmen, wiewohl typisch für das Superheldengenre, stammen aber nicht dem historienreichen DC-Universum, sondern stellen eine eigene, in sich abgeschlossene kleine Welt dar, die sich unumgeschränkt Mr. Moores narrativem Imperativ beugen muss. Keine Kontinuität zu anderen DC-Erzeugnissen - ein souveränes neues Land.

Dennoch, und das muss betont werden, benötigte auch ein so vielschichtiges Werk wie Watchmen Historie und Kontinuität - Wurzeln. Was die meisten Leser wahrscheinlich nur billigend zur Kenntnis nehmen, stellt einen wichtigen Aspekt von Watchmen als Kommentar zum Genre und der Bedeutung des amerikanischen Comicbooks dar. Die Welt von Watchmen ist faszinierenderweise, obwohl sie wie festgestellt für sich absolut souverän und einzig ist, eine direkte - respektvolle und doch unheilschwangere Parallelbildung - zu anderen Universen.

Solche Parallelbildungen sind übrigens in der Comicbranche nicht unüblich. (Eine Übersicht über veröffentlichte Parallelbildungen findet sich z.B. bei Newsarama...) Sie eröffnen die Möglichkeit, inoffizielle Crossover mit anderen Serien (vielleicht sogar von anderen Verlagen) zu inszenieren, ohne so lästige Dinge wie Copyrights oder andere Rechte berücksichtigen zu müssen.

Der erste und vielleicht schönste Fall wurde von Roy Thomas in einem alten Heft der Rächer (Avengers) erfunden, die auf eine Parallelwelt versetzt wurden, in der sie auf leicht erkennbare Parallelgestalten der Justice League of America trafen - die Squadron Supreme. (Diese Geschichte diente übrigens auch als Inspiration für eine der besten Folgen der hervorragenden Justice League-Zeichentrickserie. Der Doppelteiler "Legends" ist sogar doppelt ironisch, weil die Parallelbildungen sich auf eine ebenfalls DC gehörende Gruppe von Charakteren beziehen, den Vorläufern der Justice League: Die Justice Society. Merkwürdige rechtliche Probleme machten es tatsächlich notwendig, dass DC seine eigenen Charaktere neu erfinden musste!)

Und nun zu den Parallelbildungen von Watchmen: Ursprünglich verwendete Moore die Charaktere auf den Figuren des MLJ Verlages (heute: Archie) als Basis für seine Geschichte, wechselte dann jedoch dazu über, die gerade von DC (anscheinend) erworbenen Rechte an den Charakteren des Charlton Verlages als Hintergrund zu benutzen. Da man sich bei DC jedoch unsicher war, ob nach Veröffentlichung eines so kontroversen Werkes wie Watchmen diese Figuren in Zukunft noch zu vermarkten seien, entschied man sich schließlich, die Figuren zu Parallelbildungen umzuwandeln - was Moore natürlich noch mehr Möglichkeit gab, mit der Kontinuität und den Figuren zu spielen. Dennoch kann man die Hauptfiguren von Watchmen leicht ihren Vorbildern zuordnen:

  • So basiert The Comedian (Edward Blake) auf dem militaristischen Charlton-Charakter Peacemaker. [Der Mann, der den Frieden so sehr liebt, dass er für ihn in den Krieg zieht...]
  • Doctor Manhattan (Jon Osterman) ist eine direkte Parallelbildung zu Captain Atom, komplett mit der berühmten Szene mit dem Panzer.
  • Parallel auch seine Beziehung zur Figur Silk Spectres (Sally Jupiter and Laurie Juspeczyk) bzw. Nightshade.
  • Der Charakter Nite Owl (Golden Age: Hollis Mason, Silver Age: Dan Dreiberg) basiert auf Blue Beetle. Der Blue Beetle von Charlton (Ted Kord) war die neue Version eines in den 40ern sehr beliebten Comic- und Radiohelden (Dan Garrett). Inzwischen hat man sich bei DC Mr. Kords durch einen Kopfschuss entledigt und ihn durch eine dritte Inkarnation ersetzt.
  • Der geniale Ozymandias (Adrian Veidt) steht für Peter Cannon, Thunderbolt, den Mann mit den vielen Talenten,
  • während Rorschach (Walter Kovacs) seiner Inspiration The Question sogar recht ähnlich sieht. [Ein ironischer Dreh war Jahre später eine Ausgabe des neuen Question-Magazines, in der Question eine Ausgabe von Watchmen ließ und versuchte, Rorschach zu kopieren... mit unrühmlichen Ergebnissen.] Ähnlich wie Blue Beetle ist auch The Question von DC anscheinend durch eine neue Version ersetzt worden.
  • Ein letzter Rest der ursprünglichen MLJ-Konzeption ist der Charakter Hooded Justice, der auf einem alten Helden namens Hangman basiert.
Man kann sich streiten, ob es sich bei solchen Parallelbildungen um Homagen oder Parodien handelt, im besten Fall handelt es sich um ein legitimes Mittel eines Autoren, auch aus dem Off respektvoll oder taktlos bestimmte Geschichten oder Charaktere zu kommentieren.

Freitag, 23. März 2007

Rorshach Osterei

Irgendjemand mit besonders scharfen Augen oder der irritierenden Angewohnheit, Filme Bild für Bild durchzuschauen, hat in einem erweiterten Trailer für Frank Millers 300 eine Art Osterei gefunden, das darauf hindeutet, dass der lang erwartete (und vielleicht unmögliche) Film auf der Basis von Alan Moores kontroversem dekonstruktivistischen Superheldenepos Watchmen vielleicht doch näher ist, als man bislang angenommen hatte. So wie es aussieht, hat der Regisseur von 300, Zack Snyder, einen kleinen Appetitanreger auf sein nächstes Prohjekt in dem Trailer versteckt.
Heilige Scheisse, es ist Rorshach!

Donnerstag, 8. Februar 2007

My Gothick Youth :: Verstehste?

Es gibt Bilder, Ideen, Melodien, die sich so unnachgiebig in die Haupthirnwindungen fräsen, dass man noch Jahre danach an sie erinnert wird oder sie plötzlich zu glücklichen Kindheitserinnerungen erklärt. Klingt seltsam? Ist es auch. Das ist die Natur des Menschen.

Ich kann nicht einmal sagen, wann oder wo, aber irgendwann einmal, als ich noch ein Jüngling mit lockigem Haar war, hockte ich inmitten meiner mageren Besitztümer und vieler bunter Bücher aus Amerika vor der Television, cool & trendy wie ich war, und versuchte mir auf einem fragwürdigen Privatkanal die von rhythmischem Schneetreiben unterbrochenen neuesten Independent- und Wave-Tracks reinzuziehen. (Es ist wahr, und ich senke mein Haupt in Beschämung: Ich war ein Gothic, noch bevor man diesen Begriff in Deutschland überhaupt kannte.)

Ich schreckte erst hoch, als sich ein seltsamer Refrain eines poppigen, aber hektischen Videos in mein benebeltes königliches Haupt bohrte: "Alan Moore knows the score." Ja, Mann, das ist wahr!, durchfuhr es mich, und ein Auge schielte auf meine Watchmen-Collection, die andere auf die Flimmerkiste. Der nächste Gedanke war kürzer: "Was?"

Ich habe wahrscheinlich eine Woche lang auf eine Wiederholung dieser Sendung gehofft, und alle Plattenläden in ganz Hamburg mit der irrwitzigen Frage gesprengt, welche Scheisskifferband ein Lied gemacht hat, in dem Alan Moore vorkommt. Die Antworten der Plattenlädenbediensteten waren meist kürzer. "Ellen-was?" oder "Verpissdich, Du Penner."

Glücklicherweise gibt es ja das Internet. Und so kann ich heute entspannt eine frustrierende Erinnerung meiner Independent-Jugend aus dem Opasessel heraus auflösen und mich glücklich glucksend zurücklehnen, derweil ebenjener Track über meinen Bildschirm flimmert. (Klicken Sie auf das folgende Objekt, wenn Sie sich mir anschließen wollen...)



Das Intro stinkt zum Himmel, aber dann wird's ganz gut. Und den Refrain habe ich in all den Jahren nicht vergessen können. In den üblichen Lyrics-Bibliotheken wird er übrigens falsch abgedruckt. Es heisst "Bruce Wayne, auf Wiedersehn / Dirty Harry, "Make my day," / Terminator, hit the north, / Alan Moore knows the score!"