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Donnerstag, 30. Oktober 2025

Nachtmusick :: Letzte Chance?

Vielleicht die letzte Chance in Freiheit... der Anbieter, mit dem ich die Remixe meiner alten Hits angefertigt habe, wurde wohl von einer größeren Firma aufgekauft und man kann die Songs nicht mehr downloaden. Arggggghhhh

Mittwoch, 23. Oktober 2024

Der Werwolf von Arkadien

Es ist zu beachten, dass der Hauptsitz der Lykanthropie Arkadien war, und es wurde sehr plausibel vermutet, dass die Ursache auf den folgenden Umstand zurückgeführt werden könnte: – Die Eingeborenen waren ein Hirtenvolk und würden daher sehr schwer unter den Angriffen und Plünderungen leiden von Wölfen. Sie würden natürlich ein Opfer bringen, um Befreiung von dieser Plage und Sicherheit für ihre Herden zu erlangen. Dieses Opfer bestand aus der Opferung eines Kindes und wurde von Lykaon [einem arkadischen König, der seinen Sohn Zeus verfütterte und anschließend wegen seiner Perversität in einen Wolf verwandelt wurde] eingeführt. Aus dem Umstand, dass es sich bei dem Opfer um einen Menschen handelte, und aus der Besonderheit des Namens seines Urhebers entstand der Mythos. 

Aber der Lykanthrop weist auch darauf hin, dass die gewalttätige Raubtierjagd des Wolfs niemals ausgerottet werden kann, egal wie viele Bestien getötet oder Kinder den Göttern übergeben werden, da es sich auch um ein unterdrücktes Verhalten von Menschen handelt, die nur darauf warten, zyklisch in der Phase des Mondes aufzutauchen . Wenn wir den Rahmen auf allgemeine Überlegungen zu „Metempsychose, angeborener Grausamkeit, Halluzination usw.“ erweitern, wie es unser Autor tut, ist die „Verwandlung in Tiere ein integraler Bestandteil aller mythologischen Systeme“.

Quelle: Hunter Dukes: "Sabine Baring-Gould’s Book of Were-Wolves (1865)" auf publicdomainreview.org

 

Sonntag, 5. Juni 2011

Repost :: Richard Corbens Werwolf


Original aus: Werewolf, Catalan Communications (1984?) © by Richard Corben

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Freitag, 16. Juli 2010

Frazetta Freitag

In Erinnerung an den großen Frank Frazetta: Werwesen. Heute: der Wertiger (keine Ahnung, wo der herkommt, sieht aber beunruhigend aus)
Pic aus „Creepy“, Warren Verlag

Freitag, 9. Juli 2010

Frazetta Freitag

In Erinnerung an den großen Frank Frazetta: Werwesen. Heute: die faszinierenden Fuchsfrauen der ostasiatischen Legende
Pic aus „Creepy“, Warren Verlag

Freitag, 2. Juli 2010

Frazetta Freitag

In Erinnerung an den großen Frank Frazetta: Werwesen. Heute: der grosse böse Wolf
Pic aus „Creepy“, Warren Verlag

Samstag, 4. Oktober 2008

Saturday Pin-up :: Richard Corbens Werwolf


Original aus: Werewolf, Catalan Communications (1984?) © by Richard Corben

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"Werwolf" bei Amazon

Freitag, 30. Mai 2008

Rough Mix in the House

Freunde des Baltimore Gun-Clubs werden mit Freude vernehmen, dass die Aufnahme- und Mixsessions des BGC schon soweit vorangeschritten sind, dass bereits die ersten vorläufigen Rough Mixes zum Anhören auf der bandeignen Lifejornalseite freigegeben wurden.
Bislang veröffentlicht:
  • "Superhuman Blues" Rough Mix, ein Song über Superhelden und Jack Kirby
  • "Howlin' at the Moon" Rough Mix, ein Song über Werwölfe
Durchaus Themen, die dem regelmässigen Leser hier vertraut sein könnten... NEMED HOUSE HAMBURG... seit Jahrzehnten führend in künstlerischer Recycling-Technologie...

Sonntag, 29. Oktober 2006

Vier Dinge, die Sie niemals tun sollten...

...wenn Sie es mit einem Werwolf zu tun bekommen...



1. Lassen Sie Ihre Kinder nicht unbeaufsichtigt im Keller oder anderen abgelegenen Orten spielen. Im Zweifelsfall sollten Sie jede Tür unbedingt sorgfältig verschliessen.


2. Wählen Sie Ihre Waffen sorgfältig aus. Holzknüppel und Werkzeuge taugen wenig und können schnell gegen Sie selbst zweckentfremdet werden.


3. Wenden Sie einem Verdächtigen nie den Rücken zu, dies ist ein sicherer Weg, die Metamorphose zu einem dramatischen, für Sie aber ungünstigen Zeitpunkt auszulösen.


4. Lassen Sie sich nicht auf einen Nahkampf mit einem Werwolf in der Nähe von Schluchten ein. Wenn Sie der Fall nicht tötet, dann sicherlich der Aufprall.

Dienstag, 23. Mai 2006

Der Werwolf und die Hexen

Nach der dämonologischen Kontaminierung des Werwolfs in der Zeit der Hexenverfolgung tragen noch viele der im 19. Jahrhundert zusammengetragenen Sagen diese hexerische Signatur, unter der zahlreiche Facetten des ursprünglichen Erzählprogramms verlorengegangen sind. Vor allem die leidenschaftlichen Volksaufklärer mit ihrem unnachsichtigen Blick auf die "abergläubischen kleinen Leute" machten ihn nun zum Bürger- und Kinderschreck. Für eine ernsthafte literarische Bearbeitung, so scheint es, war diese Gestalt nicht mehr zu gebrauchen. Zu sehr belastet, verdorben und unfruchtbar. Nur wenige Schriftsteller hat sie noch wirklich befeuert. Spätestens mit dem Zweiten Weltkrieg verschwand der Werwolf dann auch aus seinem angestammten Revier, dem ländlichen Erzählkreis. Und das, obwohl gerade jetzt seine neue Karriere auf der Leinwand begann.

Elmar Lorey: "Die Vorstellung vom wolfsverwandelten Menschen in einer literarischen Annäherung des 20. Jahrhunderts."

Donnerstag, 20. April 2006

Der Werwolf von Klein-Krams

Ähnlich der vorhergehenden Werwolfsage kann auch der Werwolf von Klein-Krams durch das entschiedene Handeln eines Mannes der Tat entzaubert werden. Bemerkenswert an diesen Geschichten ist vor allem, mit welcher Selbstverständlichkeit der hexerische Wolfsriemen betrachtet und die Silberkugeln geladen werden ...

DER WERWOLF IM FEEGSCHEN HAUSE
eine Sage aus Brandenburg

In der Nähe von Klein-Krams bei Ludwigslust gab es in früheren Zeiten ausgedehnte Waldungen, die so reich an Wild waren, daß die Herzöge oft diese Gegend aufsuchten, um große Treibjagden abzuhalten. Bei diesen Jagden ließ sich fast jedesmal ein Wolf blicken, der aber nie von den Schützen erlegt werden konnte, selbst wenn das Tier in größte Schußnähe kam. Ja, die Jäger mußten es sogar mit ansehen, daß der Wolf vor ihren Augen ein Stück Wild raubte und - was ihnen höchst merkwürdig schien - damit ins Dorf lief.

Nun geschah es einmal, daß ein Ludwigsluster Husar durch das Dorf reiste und hier zufällig das Haus eines Mannes namens Feeg betrat. Bei seinem Eintritt in das Gehöft rannte eine Schar Kinder mit heftigem Geschrei aus dem Haus und stürmte auf den Hof hinaus. Als der Husar die Kinder nach der Ursache ihres tollen Treibens fragte, erzählten sie ihm, daß außer einem kleinen Knaben von der Feegschen Familie niemand zu Hause sei, aber daß der Knabe wie gewöhnlich, wenn niemand von den Seinen anwesend sei, sich in einen Wolf verwandelt, vor dem sie fliehen müßten, weil er sie sonst beißen würde.

Bald darauf erschien auch der gefürchtete Wolf. Sogleich hatte er seine Wolfsgestalt abgelegt. Der Husar wandte sich sofort an das Kind und fragte, was es mit dem Wolfsspiel für eine Bewandtnis habe; der Knabe aber wollte nicht mit der Sprache heraus. Doch der Husar ließ nicht locker, und endlich gelang es ihm auch, den Knaben zum Reden zu bringen.

Nun erzählte der Kleine, seine Großmutter habe einen Riemen, sobald er sich diesen umschnalle, dann sei er augenblicklich ein Wolf. Der Husar verlangte nun von dem Knaben, er möge doch einmal als Werwolf erscheinen. Der Junge weigerte sich anfangs, doch endlich erklärte er sich dazu bereit, wenn der fremde Mann zuvor auf den Heuboden steige, damit er vor dem Wolf sicher sei. Der Husar stimmte zu und zog zur Vorsicht die Leiter, mittels der er auf den Heuboden gestiegen war, mit hinauf.

Kaum war das geschehen, so lief der Knabe in die Stube und kam bald darauf als junger Wolf wieder zum Vorschein, der alle, die sich auf der Diele befanden, vom Hause hinausjagte. Nachdem dann der Wolf in die Stube gelaufen und als Knabe wieder zurückgekommen war, stieg der Husar vom Heuboden herab und ließ sich von dem Jungen den zauberischen Gürtel zeigen, woran er aber nichts Besonderes entdecken konnte.

Der Husar traf bald darauf einen Förster in der Nähe von Kleinkrams, dem er sein Erlebnis im Feegschen Hause mitteilte. Der Förster, der bei den großen Treibjagden immer dabeigewesen war, dachte bei dieser Erzählung sofort an jenen unverwundbaren Wolf. Er meinte nun, den Werwolf erlegen zu können, und sprach darum bei dem nächsten Treiben zu seinen Freunden, während er eine Kugel von Silber in den Lauf seiner Flinte schob: "Heute soll mir der Werwolf nicht entgehen!" Seine Gefährten sahen ihn verwundert an. Er aber erzählte nichts weiter.

Darauf begann das Treiben, und es währte nicht lange, so zeigte sich auch wieder der Wolf. Viele von den Jägern schossen auf ihn, aber er blieb unverletzt. Endlich kam das Raubtier in die Nähe des Försters. Dieser streckte ihn mit eine Schuß zum Boden. Der Wolf stürzte getroffen, alle sahen es, trotzdem sprang er gleich wieder auf und lief mit Windeseile ins Dorf, die Jäger hinter ihm drein. Doch der Werwolf war schneller als sein Verfolger und entschwand ihnen auf dem Feegschen Hof. Als sie das Haus durchsuchten, fanden sie im Bett der Großmutter den Wolf, dessen Schwanz unter der Bettdecke hervorragte. Der Werwolf war niemand anderer gewesen als Feegs Großmutter. Sie hatte in ihrem Schmerz vergessen, den Riemen abzulegen, als sie ins Bett kroch, und hat so ihr Geheimnis verraten.

Mittwoch, 19. April 2006

Der Werwolf von Hüsby

In den meisten Werwolfsagen finden wir das schreckliche Halbwesen der menschlichen und göttlichen Gerechtigkeit entrückt. Ob nun als Fluch oder als Zauber, der Werwolf ist zugleich mehr und weniger als ein Mensch, und die normalen Schwächen und Bedürfnisse des Menschen treten hinter den Schwächen und der Gier der Bestie zurück. Doch einige Zauber gibt es, mit der man die Bestie aus dem Menschen vertreiben kann...

DER WERWOLF VON HÜSBY
eine Sage aus Schleswig

In Hüsby bei Schleswig wohnte eine alte, geizige Frau. Sie setzte ihren Dienstboten wenig zu essen vor, doch Sonntags gab's immer frisches Fleisch. Darüber wunderte sich das Gesinde, denn die Alte kaufte doch niemals solches ein.

Ein junges Knechtlein wollte der Frau gern hinter ihre Schliche kommen; er versteckte sich daher einmal auf dem Heuboden, während alle anderen Hausbewohner in die Kirche gegangen waren. Plötzlich bemerkte er, wie die Frau einen Wolfsriemen hervorlangte und umlegte. Gleich wurde sie zum Wolf, lief aufs Feld und kehrte bald mit einem Schaf zurück.

'Wenn sie so leicht zum Fleisch kommt', dachte der Junge, 'so kann sie es uns wohl auch reichlicher geben.' Als die Frau das Fleisch in den Topf steckte und dabei nach ihrer Gewohnheit seufzte: 'Ach du leeve Gott, weer ik bi di!' da stellte sich der Junge, als wäre er der Herrgott, und antwortete:

'Nu un in Ewigkeit kümmst du nich zu mi!'

'Warum denn nich, du leeve Gott?'

'Du giffst din Volk nich nog in'n Pott.'

'Ei, so will ik betern mi.'

'Ja, gewiss, dat rad ik di!'

Die Frau legte von nun an ein viel grösseres Stück Fleisch in den Topf. Der Junge konnte aber nicht schweigen und plauderte die Sache im Dorf aus. Als die Frau an einem Sonntagmorgen wieder, zum Wolf verwandelt, ein Schaf holte, passten ihr die Leute auf. Aber keine Kugel schadete ihr, bis man schliesslich eine Flinte mit einer silbernen Kugel lud. Seit der Zeit hatte die Frau ihr Lebenlang eine offene Wunde, die kein Doktor heilen konnte, als Werwolf aber hat sie sich nie mehr gezeigt.

Sonntag, 26. März 2006

Der Werwolf am Baumstamm

Wenn die Theorie, das Teile des Werwolfmythos auf Überresten und dämonisierten Vorstellungen von vor-christlichen Religionen („Magie“) basieren, stimmen soll, müsste man mit einiger Phantasie aus dem vorliegenden Material Rückschlüsse oder Parallelen zu dokumentiertem proto- oder aussereuropäischem Brauchtum ziehen können. Wie wir gesehen haben, ist in vielen Fällen der Werwolf ein „Hexer“, der die unmenschliche Gestalt bewusst annimmt. In der nachfolgenden Sage aus Masuren wird diese Fähigkeit (das Wissen?) sogar weitervererbt, was im Grunde ja eine Definition des Wortes „Tradition“ ist. Nun scheint das Rollen über einen Baumstumpf keine besonders ausgefeilte magische Technik zu sein, aber es lässt einen doch an die Techniken sibirischer Schamanen denken, entlang des Geisterbaumes in die Geisterwelt zu klettern. Und natürlich gibt es eine Verbindung zu solchen Praktiken schon allein durch Odin, den ursprünglichen Schamanen- und Galgengott, und seine Verbindung zum Weltenbaum Yggdrasil, dessen Name nach einigen Quellen soviel wie „Pferd des Yggr (= Odin)“ bedeuten soll…

DER WERWOLF AM BAUMSTUMPF
eine Sage aus Preussen

„Im Dorfe M. in Masuren lebte ein Mann, der hatte von seinem Vater die Macht geerbt, sich nachts heimlich in einen Wolf zu verwandeln. Deshalb wurde er in der Umgebung auch Werwolf genannt. Es wagte aber niemand in der Gegenwart des Mannes von dieser Sache zu sprechen, da er dann für seine Herde fürchten mußte. Im nahen Walde stand ein Baumstumpf, der Überrest einer vom Blitz zerstörten Fichte. Sobald den Bauern die reißende Wut überkam, schlich er von seinem Hof in den Wald und rollte über jenen Baumstumpf. Dabei sprach er die geheimgehaltenen Zauberworte, die sein Vater ihm auf dem Sterbebett ins Ohr geflüstert hatte, und schon trabte er als Wolf weiter. Hatte er seinen Blutdurst in den Herden der Nachbarn, denen er feindlich gesinnt war, gestillt, so kehrte er zu jenem Ort zurück, überschlug sich rückwärts über den Baumstumpf und war wieder Mensch. Nur der stiere Blick und geronnenes Blut an Lippen und Bart ließen erkennen, daß er in der Nacht als Wolf auf Raub aus gewesen war.“

Samstag, 25. März 2006

Der Werwolf in meinem Bett

Hier noch zwei kleine Sagen, die eine interessante Ergänzung des Werwolfmythos ergeben.

Wie wir gesehen haben, haben viele der deutschen Werwolfsagen etwas mit dem Überbleibsel alter heidnischer Vorstellungen zu tun, die auf die eine oder andere Weise als „Schwarze Magie“ wiederkehrten. Meist ist es ein böser Mensch, der mit Hilfe eines heidnischen Kultgegenstandes, z.B. des Werwolfriemens, bewußt die üble gestalt des Mann_Wolfes annimmt, um seine Anrainer zu schädigen. In anderen Sagen jedoch scheint diese Gabe mehr ein Fluch zu sein… Während in „Frau ein Werwolf“ die Titelheldin tatsächlich bemüht ist, ihren Mann vor Schaden zu bewahren, scheint der “Entdeckte Werwolf“ von seinem Trieb im wahrsten Sinne des Wortes übermannt worden zu sein. unwillkürlich muss man an die nicht jugendfreien Versionen von „Rotkäppchen“ und an andere Formen häuslicher Gewalt denken. Der Werwolf als das freigesetzte Tier im Manne… oder Menschen?

FRAU EIN WERWOLF
eine Sage aus dem Rheinland

„In Caseburg auf Usedom waren einmal ein Mann und seine Frau beim Heuen auf einer Wiese beschäftigt, da sagte die Frau nach einiger Zeit, sie habe gar keine Ruhe mehr, sie könne nicht mehr bleiben, und ging fort Vorher aber hatte sie noch ihrem Manne gesagt, das solle er ihr versprechen, daß, wenn etwa ein wildes Tier käme, er ihm seinen Hut hinwerfen und dann fliehen wolle, daß es ihm keinen Schaden täte. Das versprach der Mann. Nur eine kleine Weile war sie fort, da kam durch die Swine ein Wolf geschwommen, der ging grade auf die Heuer los; da warf ihm der Mann seinen Hut hin, den das Tier sogleich in kurz und kleine Stücke zerriß; aber unterdessen hatte sich ein Knecht mit einer Forke herangeschlichen und erstach den Wolf von hinten; im selben Augenblick aber verwandelte sich das Tier, und alle erstaunten nicht wenig, als sie sahen, daß es des Bauers Frau war, die der Knecht getötet hatte.“


DER ENTDECKTE WERWOLF
eine Sage aus Mecklenburg/Vorpommern

„Ein Bauer aus der Nähe von Neviges kam nachts mit seiner Frau von einer Hochzeit. Da es geregnet hatte, trug die Frau ihr Kleid hoch geschürzt, so daß der rote Unterrock zum Vorschein kam. Als sie in die Nähe ihrer Wohnung gekommen waren, bat der Bauer seine Frau, schon dran zu gehen, er werde bald nachkommen. Nach kurzer Zeit erblickte die Frau, durch ein Geräusch aufmerksam gemacht, ein Wolfsungeheuer hinter sich, das sie verfolgte und seine langen Zähne tief in ihrem Unterröcke begrub. Sie schrie laut auf und flüchtete der nahen Wohnung zu, worauf das Untier von ihr abließ. Kurz darnach erschien ihr Mann, dem sie sofort den Vorfall erzählte. Ohne viel zu sagen, legte sich dieser aber zu Bett. Als sich die Frau am folgenden Morgen erhob, schlief ihr Mann noch fest. Da gewahrte sie die roten Fetzen von ihrem Unterrock zwischen seinen Zähnen. Nun wußte sie, daß ihr Mann ein Werwolf sei. Sie floh zu ihren Eltern und setzte die Scheidung von ihrem Manne durch.“

Donnerstag, 10. November 2005

Die Wolfsjungen

Hier noch ein letzter Text, den ich gefunden habe, um das zu Halloween angefangene Thema zu einem gewissen Abschluss zu bringen...

Neben den in den deutschen Volkssagen auftretenden Hexer und Teufeldienern, die als Werwölfe auftreten und die Christenheit bedrohen, berichtetet man aus West- und Ostpreußen von etwas, was ein Überbleibsel heidnischer, orgiastischer Kulte zu sein scheint:

DIE WOLFSJUNGEN
eine Sage

„In der Elchniederung nahe dem Memelstrom treib sich ein Junge herum, der auf einem Bein hinkte und ein verschlossenes Wesen zur Schau trug. Man bekam ihn nur selten zu Gesicht und wußte nicht, wo er zuhause war und wie er sich ernährte. So kamen gerüchte auf, daß er dem Bösen zu Diensten war. Einmal zwischen dem Christtag und den Rauhnächten ging der junge von Dorf zu Dorf und forderte jeden anderen Jungen, dessen er ansichtig wurde, auf, ihm zu folgen. Zauderte einer der Aufgeforderten, dann zog der Hinkende eine Geißel hervor, deren Schnüre aus Eisendraht geflochten waren und zwischen denen noch stählerne Kugeln baumelten. Mit dieser Rute peitschte er den Rücken der Zögernden und zwang sie so unter seinen Willen. So sammelte er wohl weit über hundert Jungen um sich und trieb sie unter erbarmungslosen Hieben hinaus auf ein weites Feld.
Sobald sie dieses erreicht hatten, ging eine schreckliche Verwandlung mit den Knaben vor. Ein dichtes Fell kroch, von ihren Füßen beginnend, an ihren Körpern hinauf, zuletzt nahm das Gesicht tierische Züge an, sie waren zu Wölfen geworden. Allein der Hinkefuß behielt seine menschliche Gestalt. Mit der Eisenpeitsche trieb er das Rudel erbarmungslos an, in Viehherden hinein und in Schafställe, wo die Raubtiere grausam wüteten. Kam das Rudel an einen Wasserlauf, dann ließ der böse Knabe seine Eisenrute über die Wellen hinsausen, sofort teilte sich die Flut, und die Tiere konnten, ohne naß zu werden, das Hindernis überqueren. An Menschen versagte die Kraft der Verzauberten. Begegneten sie einem Menschen, dann nahmen sie kläglich winselnd Reißaus. Nach zwölf Tagen und Nächten fiel das Wolfsfell ab, und die jungen wurden wieder, was sie gewesen waren. Freilich, ihre Schultern und ihr Rücken sahen böse aus. Von Geißelhieben zerfleischt, dauerte es viele Wochen, bis sie von den Wunden genasen.
Der junge zeigte sich später auch noch jenseits der Memel, und einmal soll er an die tausend Jungen zu einem Wolfsrudel gemacht haben.“

Dienstag, 25. Oktober 2005

Die Religion des Werwolfes

In „777“, diesem grossen magischen Notizbuch, in dem alle Wunder und Phänomene des Übernatürlichen sauber und ordentlich in unzähligen Tabellen sortiert sind, werden Werwölfe (zusammen mit Phantomen) Linie 29 zugeordnet, d.h. dem Pfad des Buchstaben Qoph, dem als weltliches Äquivalent das Zeichen der Fische zuordnet wird. Das ist bereits auf den ersten Blick recht passend, wenn man sich daran erinnert dass der Ausdruck „Fische-Zeitalter“ eine esoterische Beschreibung des „Äons des Sterbenden Gottes“ ist – des christlichen Zeitalters. Das Zeichen der Fische steht für das Prinzip des Glaubens und das kirchliche Kontinuum in jedweder Ausprägung. Den Kult. Den Aberglauben. Den Widerglauben. Die Gegenkirche.
Der Werwolf ist, wie in den norddeutschen Legenden recht deutlich gemacht wird, ein Teil dieser Gegenkirche. Er hat seine Seele dem Bösen verschrieben, was eine Parallele zur christlichen Taufe sein mag. So wie der Christ durch die Taufe dem Schutz Jesu unterstellt wird, sozusagen neugeboren im Glauben, entsagt der Werwolf diesem Glauben. Er flieht vor der Nennung seines Taufnamens, d.h. seines christlichen Namens. Was für einer grausigen Bluttaufe mag er sich unterzogen haben, als sich im Widerglauben neugeboren hat? Hat er auf seine unsterbliche Seele gespien und sie Satan geopfert, wie man es im Mittelalter den Templern vorwarf?
Der dem Buchstaben Qoph entsprechende Trumpf des Tarot ist das Grosse Arkanum „Der Mond“. Doch es ist nicht der Mond als Heilsbringer, sondern ein dunkler Mond, der „Mond der Zauberei, Hexenkunst und abscheulichen Untaten“, wie der Meister Therion in seinem Buch Thoth schreibt. „Er ist die gifterfüllte Dunkelheit, die Voraussetzung zur Wiedergeburt des Lichtes.“
„Dieser Pfad wird durch das Tabu geschützt. Er ist Unreinheit und Zauberei. Auf den Hügeln befinden sich schwarze Türme des namenlosen Mysteriums, des Schreckens und der Furcht. Alle Vorurteile, aller Aberglaube, tote Tradition und angestammter Ekel, verbinden sich, um sein Angesicht vor den Augen der Menschen zu verdunkeln. (...)
Das hier mögliche Licht ist tödlicher als die Dunkelheit, und die Stille wird durch das Heulen wilder Bestien verwundet.“

Wie passend ist das als Bild des seelenlosen Widerglaubens, des Gegenlebens einer fruchtlosen Hexerei, die sich nur selbst weiter am Leben halten kann, indem sie unaussprechliche Akte des Kannibalismus begeht und sich wie ein Vampir am der Unschuld von Kindern nährt? Die Bestien, die man hier heulen hört, sind nicht nur Werwölfe, sondern all diejenigen, die ihre unsterbliche Seele einem Phantom geopfert haben und ihre eigene innere Verderbtheit zu verbergen suchen, indem sie sich in einen dunklen Mantel hüllen.
„Dies ist die Schwelle des Lebens und dies ist die Schwelle des Todes. Alles ist zweifelhaft, alles ist geheimnisvoll, alles ist Gift und Betörung. Nicht die wohltätige, sonnenhafte Berauschung des Dionysos, sondern der schreckliche Wahnsinn von schädlichen Drogen; dies ist die Trunkenheit der Sinne, nachdem der Geist durch das Gift dieses Mondes vernichtet worden ist. Dies entspricht dem, was über Abraham im Buch des Ursprungs geschrieben steht: ‚Der Schrecken großer Dunkelheit kam über ihn.’“

Der Werwolfsgürtel

Eine andere, jedoch den vorhergehenden durchaus verwandte Geschichte, erzählt man sich in Niedersachsen, in der Nähe von Celle...
WERWÖLFE IN DER HEIDE
„In Lachendorf hatte ein Bauer einen Knecht; der lag mit einem andern Knecht auf der Wiese hinterm Busch, und sie hielten Mittagsruhe. Da schlief der zweite Knecht beinahe ein, aber er blinzelte doch mit den Augen und sah, wie der andre Knecht einen ledernen Gürtel umtat und sich in einen Werwolf verwandelte, darauf fortlief, ein junges Füllen, das unten auf der Wiese graste, anfiel und fraß mit Haut und Haar. Wie er nun zurückkam, legte er sich neben den andern Knecht, der noch tat, als wenn er schliefe. Wie die Zeit um war, standen sie beide auf und mähten bis es Abend war. Darauf gingen sie zusammen nach Lachendorf, und unterwegs sagte der eine Knecht zum Werwolf: ich möchte mich doch nicht an lebendigem Pferde satt fressen. - Das hättest du draußen nicht sagen sollen, es wäre dir übel ergangen, sagte der Werwolfsknecht. Ein andermal stand der Knecht wieder von der Mittagsruhe auf, tat seinen Gürtel um und lief davon, aber da verfolgten ihn die Knechte, hetzten die Hunde auf ihn und schlugen ihn tot, weil er ein Werwolf war.
Die Menschen verwandeln sich in Werwölfe, indem sie einen Gürtel umlegen, und dann stehlen sie den Leuten allerlei. Den Knechten, die Korn auf dem Rücken tragen, nehmen sie das Korn ab. Ruft man einen Werwolf bei seinem menschlichen Namen, wenn man ihn nämlich weiß, so muß er so lange laufen, bis er umkommt.“

Montag, 24. Oktober 2005

Der Werwolfsriemen

In der Sage vom Werwolf von Ottensen wird der Riemen erwähnt, den der Hexer immer bei sich trug und durch dessen Anlegen er sich in den Wolfsmenschen verwandelte. Dass ein solcher „Werwolfsriemen“ ein starkes Amulett war, in dem mächtige Kräfte eingeschlossen waren, überliefert eine Sage aus dem Hessischen:
„Bei einem Mann in Ehlen (Habichtswald), der im Verdacht stand, daß er ein Werwolf sei, fand man nach langem vergeblichen Suchen im Keller ein tiefes Loch, darein war ein Faß gesteckt und das Ganze mit einer Steinplatte belegt, so daß es schwer zu entdecken war. Das Faß war ganz voll Fleisch, das der Werwolf gesammelt hatte. Den Werwolf selbst fanden sie nicht. Wie sie nun bei der Familie danach fragten, sagte das jüngste Kind: „Wo mein Vater ist, das weiß ich nicht. Wenn er aber den Riemen umtut, der da an der Wand hängt, dann kann er über die Haustür springen“ (d.h. über die Untertüre, die Türen waren geteilt). Einer von den Leuten, die das hörten, bekam Lust nach dem Riemen und schnallte ihn sich um den Leib. Kaum war das geschehen, so flog er hinaus. Er sprang nicht etwa über die Gärten und Hecken, wie es wohl Menschen können, sondern war auf einmal weg, und soviel sie auch suchten, er war nirgends zu finden. Nach vier Wochen fanden sie ihn tot im Walde. Das war die Strafe für seinen Vorwitz. Er verstand die Sache nicht.“

Heisst das vielleicht, dass er die Magie, die in dem verhexten Riemen eingeschlossen war, nicht verstand?
Oder war die gefährlichen Sprüche vielleicht in einer Sprache geschrieben, die er nicht kannte?

Der Werwolf in Ottensen

Ottensen ist, genauso wie Altona, bereits seit langem ein Stadtteil von Hamburg. Gemeinhin sagt man ja den Norddeutschen nach, dass sie nicht nur steif, sondern auch auf eine kühle, protestantische Weise Rationalisten sind, ohne Hang zur Mystik oder dem Metaphysischen. Wie erstaunlich also, wieviele Geister- und Hexensagen es aus dem norddeutschen Raum gibt. Und selbst die von einem Werwolf in Ottensen...
„In Ottensen bei Altona war ein Bauer, der mit dem Bösen einen Kontrakt machte.1 Von nun an lebte er in Saus und Braus, und das Geld fehlte ihm nicht, obwohl er vorher so arm gewesen war, wie nur einer. Dafür aber mußte er an dem letzten Tage jedes Monats sich in einen Werwolf verwandeln und jedesmal einen Menschen umbringen. Lange gelang es ihm auch. Aber als er einmal eine alte Frau, die hinter der Tür stand, anfallen wollte, schlug diese schnell den obern Teil zu und klemmte so lange seinen Kopf dazwischen, bis er sich rächt mehr rührte. Da ließ sie los und er fiel zurück, war aber noch nicht tot, sondern hatte sich nur so gestellt und lief voll Angst fort Als er aber in der folgenden Nacht im Bette lag, kam der Teufel, um ihn zu holen, weil er seinen Kontrakt nicht gehalten habe. Doch kam der Bauer diesmal noch frei; denn er versprach seine eigne kleine Tochter aufzufressen.
Ungefähr ein Jahr darauf war der Bauer mit seiner Magd allein auf dem Feld beim Heu, als es Mittag schlug und er sich erinnerte, daß es der letzte des Monats sei. Sogleich spannte er seinen Riemen um, den er immer bei sich trug2 und stürzte sich plötzlich als Wolf auf die arme Magd. Glücklicherweise erinnerte die sich gleich seines Taufnamens, 3 und als sie ihn dreimal dabei gerufen hatte, stand er wieder verwandelt vor ihr, denn das allein kann helfen. Da lief die Magd eilig nach dem Dorfe, holte ihre Sachen und ging, ohne einem Menschen etwas zu sagen, nach Hamburg. Denn sie wollte vor Furcht nicht länger in seinem Hause bleiben, das er sich prächtig am Graswege erbaut hatte. In der Nacht kam der Böse wieder zu ihm und nur durch den Tod seines zweiten, einzig noch übrigen Kindes konnte er sich retten. Da erkannte seine fromme Frau, daß ihr Mann ein Werwolf sei, und ging von ihm in ein Kloster (Pflegehaus) und alle Leute verließen ihn und niemand wollte mehr in seinem Hause bleiben. So mußte auch er es zuletzt verkaufen und ging nach Hamburg, wo er in einem Wirtshaus sich einmietete und seine Schandtaten ungestört und unerkannt zu vollbringen dachte. Aber seine frühere Magd diente zu seinem Unglück jetzt in dem Hause und sie hatte ihn gleich erkannt. Als daher der letzte Tag des Monats kam und der Bauer sich eben auf seinem Zimmer eingeschlossen und verwandelt hatte, holte sie die Wache, nannte dreimal seinen Namen, und da er nun sogleich wieder zu einem Menschen wurde, ergriff man ihn und führte ihn ins Gefängnis.“


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1 d.h. der klassische Teufelspakt – materielle Güter gegen die ewige Seele. In der mittelalterlichen Sage verlieh diese unappetitliche Variante der Selbstverdammnis auch immer übernatürliche Kräfte. Der Werwolf als Träger eines Krankheitsbildes, der seinen Fluch infektiös weitergeben kann, ist eine Erfindung des Hollywoodkinos. Wie auch die meisten anderen uns beim ersten Nachdenken einfallenden Bilder und Themen.
2 Die Gestalt des Werwolfes wird durch das Anlegen eines bestimmten Kleidungsstückes angenommen – meist ein Gürtel, oder wie hier, ein Riemen. Bei den alten Germanen u.a. gab es Bruderschaften, die sich nach Totemtieren benannten und ihre Felle vor der Schlacht anlegten. Ein Berserker ist z.B. ein „Bärenhäuter“ (von serk – Gewand).
3 In dieser Geschichte wird der böse Zauber gebrochen, weil der Taufname dreimal genannt wird. Durch die Taufe wird der Mensch von der Erbsünde reingewaschen, und er entsagt den Werken Satans. Es verwundert nicht, dass der Werwolf hier zurückschreckt – wird er doch daran erinnert, dass er diesen Bund durch seinen Teufelspakt erneut gebrochen hat und unrettbar für die Hölle bestimmt ist.

Freitag, 7. Oktober 2005

Der Werwolf im Bild (2)


Zweite Folge :: Die Konsolidierung des Werwolf-Mythos als in ausgewählten Comicheften. "Schoßhund oder Superschurke?"...












Titelbilder in Reihenfolge:

Marvel Team-Up No. 12, August 1973
Dr. Strange, Sorceror Supreme No. 26, Marvel, Februar 1991
Werewolf at Night No. 2, Marvel, März 1991
Werewolf: The Apocalypse “Children of Gaia” Moonstone, Juli 2002
Werewolf: The Apocalypse “Black Furies” Moonstone, Februar 2002