Eigentlich hätte ich seit Sonntag scharfe Schnappschüsse von der ebenso scharfen Ostsee veröffentlichen können, aber wie so oft kam es anders als geplant. Wie eine gute Freundin einmal anmerkte, das Universum ist eine große, gemeine Miezekatze und macht was es will.
Demnach ist meine Planung ein wenig durcheinander geraten. Ich versuche ein bisschen aufzuholen, was in letzter Zeit liegengeblieben ist, habe in der Zeit vor unserem geplanten Urlaub aber natürlich auch nur kleinere Sachen erledigt... sie wissen schon, nur niedere Arbeiten auf dem Weg von Lugdunum nach Rom, immer nur eine halbe Platte auf einmal fegen... (Das ist keine Metafiktion, ich bin nur zu faul, um in meinen alten Asterixbänden nachzuschauen, was da wirklich stand.)
Wie immer habe ich beim Aufräumen mal wieder sensationelles Material gefunden, das ich wahrscheinlich selbst nie wieder anfassen werde. Kein Ding, es gibt sicherlich einen Ghostwriter da draußen, der sich gerne an Retro-Pulp im Stil der 30er Jahre versuchen möchte. *hust*
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Dienstag, 9. Juni 2015
Freitag, 17. November 2006
Urban Guerilla :: Fluchtpunkt Tanelorn
Dies ist real: das Weichbild der Städte ist die ungeschützte Unterseite unserer Zivilisation. Und egal, wie sehr es die Städteplaner hoffen und erbitten, Stadt und Mensch bleiben amorph, sich wandelnd, chaotisch im Herzen, voller Schall und Wut - und bedeuten gar nichts.
Höchste Zeit, der Realität den Rücken zu kehren und zu einem Reiseführer für Orte zu greifen, die rein imaginär sind. Als Konstrukte einer Idee gibt es in ihnen kaum Widersprüche, sie eignen hervorragend als ein Symbol.
Das Ewige Tanelorn, von dem uns in den Chroniken der Zeitnomaden und des Schwarzen Schwertes berichtet wird, die Stadt der myriadenfachen Inkarnationen. Dieser Ort existiert in allen Dimensionen des Multiversums, aber er kann nicht leicht erreicht werden. Die Suche nach dieser Stadt ist immer auch die Suche nach einem spirituellen Ziel.
Höchste Zeit, der Realität den Rücken zu kehren und zu einem Reiseführer für Orte zu greifen, die rein imaginär sind. Als Konstrukte einer Idee gibt es in ihnen kaum Widersprüche, sie eignen hervorragend als ein Symbol.
Erste Etappe
Das Ewige Tanelorn, von dem uns in den Chroniken der Zeitnomaden und des Schwarzen Schwertes berichtet wird, die Stadt der myriadenfachen Inkarnationen. Dieser Ort existiert in allen Dimensionen des Multiversums, aber er kann nicht leicht erreicht werden. Die Suche nach dieser Stadt ist immer auch die Suche nach einem spirituellen Ziel.
ein Ausschnitt
DAS EWIGE TANELORN
Tanelorn hatte im Laufe seiner endlosen Existenz vielerlei Gestalt getragen, doch alle diese Gestalten waren bis auf eine schön gewesen.
Auch jetzt bot es sich dem Blick wunderschön dar, das weiche Sonnenlicht auf den pastellfarbenen Türmen und den gekrümmten Spitzdächern und Kuppeln. Banner wehten an den Fahnenstangen, doch es waren keine Schlachtenbanner, denn die Krieger, die in Tanelorn eine neue Heimat gefunden hatten, waren des Kämpfens müde.
Die Stadt war schon immer hier gewesen. Niemand wußte, wann Tanelorn gebaut worden war, wenn auch einige wußten, daß es vor aller Zeit bestanden hatte und auch nach dem Ende der Zeit bestehen würde - und das war auch der Grund, warum die Stadt das Ewige Tanelorn genannt wurde.
Sie hatte in den Kämpfen vieler Helden und Götter eine wichtige Rolle gespielt, und weil sie außerhalb der Zeit bestand, war sie bei den Lords des Chaos verhaßt, die sie mehr als einmal hatten vernichten wollen. [...]
In Tanelorn gab es keine Anführer und keine Gefolgsleute, die Bürger lebten in Harmonie miteinander, auch wenn viele von ihnen große Krieger gewesen waren, ehe sie sich zu ihrem Leben hier entschlossen.Michael Moorcock, Der Verzauberte Turm
Samstag, 4. November 2006
Nemed House Online :: Schwarzer Herbst (2)
My-Lands - Parallel City Magazine: Kapitel 2 (November 2006): "Ich drehte das Notizbuch in meiner Hand, ein altes, abgegriffenes Exemplar, zerfleddert und eselsohrig. Die Bleistiftnotizen, die jede Seite bedeckten, waren in der Handschrift eines Mannes, den ich nicht mehr kannte. Es war schon lange her, dass ich Jacks Nummer angeschaut hatte, merkte ich. Er war Teil einer Vergangenheit geworden, von der ich gerade eben noch gedacht hatte, dass sie Gegenwart war."
Donnerstag, 5. Oktober 2006
Nemed House Online :: Schwarzer Herbst (1)
My-Lands - Parallel City Magazine: Kapitel 1 (Oktober 2006): "Draussen auf der Straße arbeiteten rastlos die Verkehrsampeln, Stadtomnibusse donnerten vorbei, und in dem Anwaltsbüro nebenan klapperte unablässig die Schreibmaschine. Wie es aussah, hatte die Welt genug zu tun, auch ohne mich. Ich saß hinter einer Tür am Ende eines staubigen Korridors in einem Gebäude, das auch schon mal bessere Tage gesehen hatte. Die Tür ist zugeschlossen, aber die Tür nebenan steht immer offen."
Sekundäre Schöpfungen (3)
Die Idee einer imaginären Stadt spukt mir schon seit Jahren im Kopf herum. Der Name auch: Parallel City. Eine Stadt der Parallelen. Parallele Geschichten, oder auch parallele Leben. Eine Stadt, die in vielen Parallelwelten existiert, Spiegelungen von Spiegelungen, die sich in die Unendlichkeit fortsetzen.
Ein bischen wie Michael Moorcocks Thanelorn. Aber auch ein bischen wie Gotham City. Ein Hintergrund für jede Art von Geschichte, eine parallele Wirklichkeit, in der jede Art von Figur auftauchen kann.
(Tatsächlich habe ich irgendwo eine Liste von Exposés für Kurzgeschichten, die in einer oder der anderen Version dieser Stadt spielen könnten. Parallelen zu den Werken anderer Autoren natürlich beabsichtigt.)
Und da die einzige Art von Krimiroman, die ich schätze, der amerikanische der Schwarzen Serie ist, auch Hardboiled genannt, bei denen sich Leute wie Raymond Chandler hervorgetan haben, spielt der erste Besuch in Parallel City denn auch im Jahre 1938, eine Hommage an Raymond Chandler und Bogart.
Eine hoffnungslose Gesellschaft in einem düsteren Großstadtdschungel, und ein Mann, besser als jeder andere und schlechter als jeder andere, der diese gemeinen Strassen beschreitet.
Ein bischen wie Michael Moorcocks Thanelorn. Aber auch ein bischen wie Gotham City. Ein Hintergrund für jede Art von Geschichte, eine parallele Wirklichkeit, in der jede Art von Figur auftauchen kann.
Parallel City ist nicht der wirkliche Name der Stadt, in der all diese Geschichten spielen. Es ist eher eine Beschreibung ihrer Funktion. Ihre Geschichte, ihre Architektur, ihre Strassen sind denen in anderen Grosstädten parallel – unabhängig zwar, aber ihnen in immer gleicher Entfernung nachgebaut. Und auch die Leben der Menschen, die sich durch Parallel City kämpfen, sind denen anderer Menschen parallel gebildet. Unabhängig zwar, aber immer in gleicher Entfernung.
(Tatsächlich habe ich irgendwo eine Liste von Exposés für Kurzgeschichten, die in einer oder der anderen Version dieser Stadt spielen könnten. Parallelen zu den Werken anderer Autoren natürlich beabsichtigt.)
Und da die einzige Art von Krimiroman, die ich schätze, der amerikanische der Schwarzen Serie ist, auch Hardboiled genannt, bei denen sich Leute wie Raymond Chandler hervorgetan haben, spielt der erste Besuch in Parallel City denn auch im Jahre 1938, eine Hommage an Raymond Chandler und Bogart.
Eine hoffnungslose Gesellschaft in einem düsteren Großstadtdschungel, und ein Mann, besser als jeder andere und schlechter als jeder andere, der diese gemeinen Strassen beschreitet.
Sonntag, 1. Oktober 2006
Sekundäre Schöpfungen (2)
Zum Thema Literatur habe ich eine gespaltene Meinung - hatte ich schon immer. Zwar bin ich der Meinung, dass eine korrekte Grammatik, und auch eine Vielschichtigkeit an Ideen und Interpretationstangenten der blanken Stupidität eines Gebrauchstextes vorzuziehen ist, dennoch spielt auch immer der Unterhaltungswert eine Rolle. Sollte er jedenfalls. Es gibt sogar Sachbücher, die unterhaltsamer geschrieben sind als manche Werke der sogenannten Hochkultur. Oder verständlicher.
Was macht Literatur aus? Was nicht?
Eine komplexe Frage, die zu beantworten wahrscheinlich nur Komplexe erzeugen wird. Da mir meine seelische Ausgeglichenheit wichtig ist, drücke ich mich um solche Diskussionen lieber. Stattdessen versuche ich Komplexität auch in der Art von Unterhaltungsliteratur zu erzeugen, die mir liegt.
Als ich mich also daransetzte, für My-Lands eine Community und einen Kriminalroman zu konzipieren, schrieb ich nicht einfach drauf los. Stattdessen bewaffnete ich mich mit Papier und Bleistift und machte komische Kristzeleien und Fliessdiagramme. Ich suchte mit einen Magister der Germanistik, der ebenfalls auch der leichten Muse huldigt.
Und bevor ich die erste Zeile meines Romanes verfasste, entwarf ich die Stadt, in der diese Geschichte spielen soll...
Was macht Literatur aus? Was nicht?
Eine komplexe Frage, die zu beantworten wahrscheinlich nur Komplexe erzeugen wird. Da mir meine seelische Ausgeglichenheit wichtig ist, drücke ich mich um solche Diskussionen lieber. Stattdessen versuche ich Komplexität auch in der Art von Unterhaltungsliteratur zu erzeugen, die mir liegt.
Als ich mich also daransetzte, für My-Lands eine Community und einen Kriminalroman zu konzipieren, schrieb ich nicht einfach drauf los. Stattdessen bewaffnete ich mich mit Papier und Bleistift und machte komische Kristzeleien und Fliessdiagramme. Ich suchte mit einen Magister der Germanistik, der ebenfalls auch der leichten Muse huldigt.
Und bevor ich die erste Zeile meines Romanes verfasste, entwarf ich die Stadt, in der diese Geschichte spielen soll...
Dienstag, 26. September 2006
Sekundäre Schöpfungen (1)
Wenn man keine Arbeit hat, dann macht man sich welche. Und ein unruhiger Geist wie meiner steht selten still - ein rollender Stein setzt schliesslich kein Moos an. (Weitere Klischees bitte entsprechend einfügen...)
Während des 1. NordlandThinges war ich nicht die ganze Zeit damit beschäftigt, die Freuden des Methrausches an die Uneingeweihten zu vermitteln oder über die Relevanz von Mammuts im 21. Jahrhundert zu philosophieren, sondern hatte zwischen den einzelnen Sturmböen und Regengüssen mehr als genug Gelegenheit, mich zu unterhalten und Menschen kenenzulernen. (Man trifft heutzutage ja nur noch selten welche...)
In einem Gespräch mit den Betreibern der Internet-Community My Lands hatte ich spontan zugesagt, zusammen mit einem Kollegen eine Literatur-Community zu organisieren. Ein bischen Unterhaltung... ein bisschen ernsthaftes... vielleicht ein paar Klassiker... achja, und natürlich ein Fortsetzungsroman, der eigens für die Seite geschrieben wird und von dem pro Monat ein Kapitel erscheinen soll. Sowas wollte ich schon lange mal wieder machen. Übermütig wie ich bin, fragte ich sogar noch nach, welches Genre man den bevorzugen würde.
"Tja", sagten die guten Leute, "Ich glaube, die Leute lesen am liebsten Krimis..."
Auftritt vor meinem Inneren Auge: Humphrey Bogart in "The Deep Sleep". Abschätzend mustert er mich und zündet sich herausfordernd langsam eine Zigarette an.
"Kein Ding", sage ich.
Während des 1. NordlandThinges war ich nicht die ganze Zeit damit beschäftigt, die Freuden des Methrausches an die Uneingeweihten zu vermitteln oder über die Relevanz von Mammuts im 21. Jahrhundert zu philosophieren, sondern hatte zwischen den einzelnen Sturmböen und Regengüssen mehr als genug Gelegenheit, mich zu unterhalten und Menschen kenenzulernen. (Man trifft heutzutage ja nur noch selten welche...)
In einem Gespräch mit den Betreibern der Internet-Community My Lands hatte ich spontan zugesagt, zusammen mit einem Kollegen eine Literatur-Community zu organisieren. Ein bischen Unterhaltung... ein bisschen ernsthaftes... vielleicht ein paar Klassiker... achja, und natürlich ein Fortsetzungsroman, der eigens für die Seite geschrieben wird und von dem pro Monat ein Kapitel erscheinen soll. Sowas wollte ich schon lange mal wieder machen. Übermütig wie ich bin, fragte ich sogar noch nach, welches Genre man den bevorzugen würde.
"Tja", sagten die guten Leute, "Ich glaube, die Leute lesen am liebsten Krimis..."
Auftritt vor meinem Inneren Auge: Humphrey Bogart in "The Deep Sleep". Abschätzend mustert er mich und zündet sich herausfordernd langsam eine Zigarette an.
"Kein Ding", sage ich.
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