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Samstag, 1. Mai 2021

German Pulp :: Keiner der oben Erwähnten

Wo wir gerade beim Thema "Deutsche Fantasy, Fantasy aus Deutschland" sind. In REDMASK und den meisten anderen Veröffentlichungen habe ich ja immer gerne das Label "Weird Pulp" in der Tradition von H.P. Lovecraft, Robert E. Howard und Clark Ashton Smith angebracht. Ich fiel aus dem Sessel, als auf den ersten Seiten des ersten Bandes der Buchausgabe von "Dragon - Söhne von Atlantis" (1973 - 1975) der damalige Redakteuer G. M. Schelwokats zitiert wurde:

"DRAGON – DIE SÖHNE VON ATLANTIS soll einem Trend, der sich in der heutigen Jugend immer mehr bemerkbar macht, Rechnung tragen: dem Hang zur Romantik. Die Serie soll weiterhin in eine Bedarfslücke stoßen, die zwischen allgemeiner Abenteuerliteratur und der Science-Fiction klafft, in der ja bekanntlich technisch-wissenschaftliche Dinge tragend sind, und ganz bewußt jene Leser aller Altersklassen ansprechen, die am Heroisch-Phantastischen und Märchenhaften wie auch an Horror- und Gruselstories Gefallen finden. Mit anderen Worten: In DRAGON sollen Elemente dominieren, mit denen Autoren wie z.B. Robert E. Howard (Conan-Zyklus), Edgar Rice Burroughs (Mars-Abenteuer, Venus-Abenteuer, Tarzan) und H. P. Lovecraft (Cthulhu-Mythos) weltweite Erfolge errungen haben, obwohl keiner der oben Erwähnten eine Serie zustande brachte, die mehr als zwanzig Bände umfaßte."

"DRAGON" schaffte es auf 55 Bände.
Very nice, und gar nicht so fremd, wie man denken mag.

Donnerstag, 15. April 2021

German Pulp :: Landkarten für literarische Welten

Als ich unser neues Arbeitszimmer einrichtete, kamen mir wieder unheimliche Schätze der Vergangenheit in die Finger. ich hatte schon eine Holzfälleraxt nach etwa 20 jahren, in denen ich sie von Wohnort zu Wohnort schleppte, erfolgreich in Betrieb nehmen können. Was jetzt mit den Postern? Unser guter alter Thor von Jusko hängt inzwischen vor dem Schlafzimemr, aber was machen mit der farbigen Karte von "Mythors Welt"? MYTHOR war die zweite deutschen Fantasy-Serie, die ich um ehrlich zu sein, vor allem auch wegen der kongenialen und detailierten Landkarten gesammelt habe, die Dr. Helmut W. Pesch beisteuerte - wieder so eine Legende der deutschen Fantasy und der Fantasy aus Deutschland. 

Da alle Wände des Arbeitszimmers mit Regalen voll sind, faltete ich die Karte also seufzend wieder zusammen und legte sie zu den dazugehörigen Heftromanen in die Pappboxen, wo sie darauf warten irgendwann erneut gelesen zu werden. Wunder des Internets, der legendäre Zeichner von Landkarten für literarische Welten, hat inzwischen eine eigene Webseite, und dort findet man die Karte, die an meiner Wand keinen Platz fand, ganz ohne Knicke und Löcher. Und auch all die schönen Detailkarten aus MYTHOR. Warum gibt es eigentlich kein Buch mit allen Karten zu den verschiedenen Fanatsywelten? 

Dr. Pesch würde schon einen Band vollbekommen, und dann ist da ja noch erhard Ringer, dessen Fantasyatlas inzwischen auf unheimliche Weise aus dem Netz verschwunden ist...

Dienstag, 16. März 2021

German Pulp :: Deutsche Fantasy (FF.)

Beim Einsortieren meiner neuen Bücherregale verweilte ich wie so oft bei den alten & bewährten dunkelblauen Taschenbüchern der Terra Fantasy-Reihe aus dem Pabelverlag. Die meisten von ihnen sind recht schmal, und doch passiert in ihnen mehr und sie fesseln mich immer noch mehr als manche fettleibigen und irgendwie japsenden Tetralogien angesagter Autoren, die ich schon wieder vergessen habe, noch während ich diese Zeilen tippe.
Zum Feier des Einzuges in unser neues Haus habe ich mir über ein modernes Antiquariat zum Spottpreis ein paar fehlende Bände besorgt und weil die direkt daneben lagen, ein paar Buchausgaben der ersten deutschen Fantasyserie DRAGON.
Deutsche Fantasy, und Fantasy aus Deutschland. Anthologien, oh my. Irgendwie sexy, und es juckt mich somit mal wieder, meine alten Fantasycharaktere neu zu besuchen.
Ich denke, ich besorge mir jetzt erstmal einen neuen Rechner, meine Frau sagt schon seit Monaten, ich soll das machen, sonst werde ich das eines Tages bereuen und alle alten Sachen sind futsch.
Das wäre natürlich mistig.
Wer würde dann jemals von den Abenteuern in Auropia, in Lemuria oder auf den Monden des Saturn erfahren, die seit Jahren unveröffentlicht nach einer Chance lechzen?

Montag, 13. Mai 2019

Der Unheilige Croly

Teige, Fürst von Moylurg, aus einer Seitenlinie des Clan MacDermot, war vielleicht der erste, den man respektvoll den „Cruadhlaoich“ nannte – den „hard hero“, was heutzutage wohl als „tough motherfucker“ übersetzt werden würde. Ihm war sicherlich nicht bewusst, dass sein Beiname den Familiennamen ersetzen würde und sich in verschiedenen Formen von Irland über die britischen Inseln und Frankreich in der ganzen Welt verbreiten würde. Aus dem gälischen „O Cruadhlaoich“ oder „Ua Cruadhlaoich“ (Nachkomme des Großen Helden) wurde Crawley, Croly, Croaley, Croawley, Crowley, Crowly, O'Crowly, O'Crowley und ähnliches.

Zwei Sprosse dieses ruhmreichen Clans haben sich in der Literatur besonders hervorgetan. Der eine war ein religiöser Autor und Poet von zweifelhaftem Ruf, der unglaublich von der Apokalypse fasziniert war und seine eigene Version davon veröffentlichte; der andere war Aleister Crowley.


Freitag, 12. April 2019

Pegāna :: Der Fluß


Lord Dunsany:
The River


Dann sah ich auf dem Fluss das traumerbaute Schiff des Gottes Yoharneth-Lahai, dessen großer Bug grau in die Luft über dem Fluss der Stille stieg.
Seine Balken waren alte Träume, die vor langer Zeit geträumt wurden, und die Vorstellungen der Dichter schufen ihm große, gerade Masten, und seine Takelage war aus den Hoffnungen der Menschen gewirkt.
Auf ihrem Deck befanden sich Ruderer mit traumgefertigten Rudern, und die Ruderer waren Leute aus den Phantasien der Menschen, Prinzen der alten Geschichte und Menschen, die gestorben waren, und Menschen, die noch nie gewesen waren.

Diese schwangen nach vorne und schwenkten zurück, um Yoharneth-Lahai durch die Welten zu rudern, ganz ohne Rudergeräusch. Auf ewig treibt bei jedem Wind die Hoffnung und die Phantasien der Menschen, die in den Welten kein Zuhause haben, nach Pegāna empor, und Yoharneth-Lahai webt sie zu Träumen, um sie den Menschen wieder zu bringen.
Und jede Nacht zieht Yoharneth-Lahai aus in seinem traumhaft gebauten Schiff mit all seinen Träumen an Bord zurück, um wieder die alten Hoffnungen und all den vergessenen Phantasien den Menschen zurückzubringen.

Aber bevor der Tag wieder zu sich kommt und alle erobernden Armeen der Morgenröte ihre roten Lanzen in das Gesicht der Nacht schleudern, verlässt Yoharneth-Lahai die schlafenden Welten und rudert den Fluss der Stille zurück, der fließt von Pegāna in die See der Stille, die jenseits der Welten liegt.
Und der Name des Flusses ist Imrana der Fluss der Stille. Alle, die den Geräuschen der Städte überdrüssig sind und sehr müde von Lärm sind, schleichen sich in der Nacht zu Yoharneth-Lahais Schiff hinab und gehen an Bord, zwischen den Träumen und den Phantasien früherer Zeiten, legen sich nieder auf dem Deck und scheiden vom Schlaf zum Fluss, während Mung hinter ihnen das Zeichen von Mung macht, weil sie es so haben wollen. Und sie liegen dort auf dem Deck zwischen ihren eigenen, in Erinnerung gebrachten Phantasien, und Liedern, die niemals gesungen wurden, und sie treiben Imrana herauf vor dem Sonnenaufgang, wohin der Klang der Städte nicht kommt, noch die Stimme des Donners zu hören ist, noch das Mitternachtsheulen des Schmerzes, wenn er an den Körpern der Menschen nagt, und weit weg und vergessen blöken die kleinen Leiden, die alle Welten plagen.

Übersetzung Axel M. Gruner 2019 e.v.

Sonntag, 5. November 2017

Pegāna online



F
ür den zielsicheren Leser religiöser Schriften und trockenen Sarkasmus (in diesem Falle aus der Feder eines agnostischen irischen Lords...)

Wikisource
The Gods of Pegāna (1905)
Time and the Gods (1906)

Freitag, 13. Oktober 2017

Pegāna :: ...erneut

Lord Dunsany:
Pegāna


"Und von den drei großen Bergen, die abseits stehen, und über allen anderen - Grimbol, Zeebol und Trehagobol - wird der Wind des Morgens und der Wind des ganzen Tages blasen, getragen auf den Flügeln aller Schmetterlinge, die gestorben sind auf den Welten, um die Götter und Pegāna abzukühlen.“

Freitag, 29. September 2017

Pegāna :: Als die Götter schliefen

Lord Dunsany:
When the Gods slept


"Aber als die Götter schliefen, kamen vom Rande, aus dem Dunklen und Unbekannten, drei Yozis, Geister des Bösen, die den Fluss des Schweigens in Galeeren mit silbernen Segeln herauf segelten. Von weit entfernt hatten sie Yum und Gothum, die Sterne, die Wache über Pegānas Tor hielten, blinzeln und einschlafen gesehen, und als sie sich Pegāna näherten, fanden sie eine Stille vor, in der die Götter tief schliefen."

Übersetzung Axel M. Gruner 2017 e.v.

Montag, 18. September 2017

Pegāna :: Der Scherz der Götter


Lord Dunsany:
The Jest of the Gods


"Einmal hatten die Alten Götter etwas zu lachen nötig. Darum machten sie die Seele eines Königs und setzten in sie Ehrgeiz, größer als Könige haben sollten, und Lust nach Ländereien jenseits der Lust der anderen Könige, und in diese Seele setzten Sie Kraft jenseits der Kraft der anderen und heftiges Verlangen nach Macht und starken Stolz. Dann deuteten die Götter erdwärts und sandten diese Seele in die Felder der Menschen, um im Leib eines Sklaven zu leben. Und der Sklave wuchs, und der Stolz und die Machtgier begannen in seinem Herzen zu erwachsen, und er trug Fesseln an seinen Armen. Da machten sich die Götter in den Feldern der Dämmerung bereit zu lachen.

Aber der Sklave ging hinunter zum Ufer des großen Meeres und warf seinen Körper fortund die Fesseln, die daran waren, und schritt zurück zu den Feldern der Dämmerung und stand vor den Göttern und sah ihnen in die Gesichter. Dies hatten die Götetr, als sie sich bereit machten zu lachen, nicht vorausgesehen. Machtgier brannte stark in der Seele des Königs, und es war all die Kraft und Stolz darin, die die Götter darin hineingelegt hatten, und er war zu stark für die Alten Götter. Er, dessen Körper die Schläge der Menschen getragen hatte, konnte nicht mehr die Herrschaft der Götter dulden und vor ihnen stehend bat er sie zu gehen. Bis zu ihren Lippen sprang der ganze Zorn der Alten Götter, denen zum ersten Mal befohlen wurde, aber die Seele des Königs stand ihnen immer noch gegenüber, und ihr Zorn verstummte und sie wandten ihre Augen ab. Dann wurden Ihre Throne leer, und die Felder der Dämmerung kahl, als die Götter fort schlichen. Aber die Seele wählte neue Begleiter."

Übersetzung Axel M. Gruner 2017 e.v.

Dienstag, 12. September 2017

Die Götter von Pegāna



Beim Aufräumen sind mir ein paar Notizen in die Hand gefallen, die ich mir irgendwann beim Recherchieren älterer Fantasygeschichten gemacht habe. Und zwar bei den bewunderungswerten Geschichten von Lord Dunsany, den älteren Zuhörern vielleicht als das große Vorbild von H.P.Lovecraft bekannt. (Und dabei hat Drax, Lord von Dunsany, den "alten Mann" HPL lange überlebt.) Neben den wundervollen Traumgeschichten aus den komischen Ländern jenseits des Yann, elagant und dahingleitend wie eine Barke auf dem Nil, hat es mir vor allem ein extremes Unikat angetan, das irgendwann einmal (unvollständig?) in einer hervorragenden deutschen Anthologie abgedruckt wurde, wo es mich völlig unerwartet überfiel und fesselte:
Die Götter von Pegāna!
Eine komplette Mythologie, ein komplettes Universum.
Ein Unikat, relativ abgeschlossen.
Nicht zu kopieren, obwohl der eine oder andere Autor gerne ein paar Ideen dort abgezweigt hat.

  • Hier ein Link zu einer Version der Originalausgabe von 1911 bei archive.org: >>>
  • Hier der vollständige Text bei wikisource: >>>
  • Die deutsche Anthologie, die mich damals so überrascht hat, gibt es auch noch unter der Hand, zu einem Spottpreis. >>>
  • Und für die Komplementisten, alle Geschichten, die mit dem fabelhaften Reich Pegāna zusammenhängen, gesammelt in einem schicken cthulhoiden Band: >>>
Aber wer ist schon Cthulhu? Wenn er aufwacht, gibt es vielleicht ein wenig Chaos und Zerstörung, aber wenn Skarl zu trommeln aufhört und Māna-Yood-Sushāī erwacht, endet das gesamte Universum. Und deswegen ist er der eine, zu dem nur die Götter selbst beten dürfen.
Achja, eine der Notizen, die ich mir gemacht habe, war: Konvertieren? Oder Weglaufen?
Das war ja schon immer die Frage.

    Sonntag, 31. Mai 2015

    Fanboy :: R.I.P., Mrs Lee

    Aus traurigem Anlass, ein Repost...

    Schauen wir mal ein paar Jahrzehnte zurück, gibt es einige Autorinnen, die heute unverdienterweise in Deutschland kaum noch nachgedruckt werden. Das einzige gute, was man daran finden kann, ist dass die Titel, die früher herausgegeben wurden, nun teilweise für einen Spottpreis (+ Porto) im Internetbuchhandel zu finden sind, wenn man sich nicht an kleineren Macken oder eigenartigen Flecken stört.

    Die jüngste Autorin, die halb vergessen dasteht, obwohl sie bis Kurzem weiterhin produktiv war, ist die Engländerin Tanith Lee (* 19. September 1947, † 24. Mai 2015).

    Wen nicht bereits der geheimnisvolle Vorname überzeugt, dem sei gesagt, dass sie mit ihren stylischen, "gotischen" Novellen und Romanen sicherlich Epigonen wie Anne Rice u.ä. das eine oder andere beigebracht hat, ohne mit weltanschaulichen Patzern in Erklärungszwang zu geraten.

    Das Adjektiv, dass bei Beschreibungen ihres OEvres und Stiles am meisten fällt, ist sicherlich "sinnlich". Tanith Lee schreibt farbiger, düsterer, aber auch sinnenfreudiger als die meisten Autoren. Natürlich fehlt es auch nicht an erotischen Aspekten, wobei eine leicht perverse Grundhaltung sogar noch für mehr Abwechslung sorgt.

    Bekannt geworden ist Tanith Lee mit ihrer "Birthgrave"- oder "Vazkor"-Trilogie, die manchmal als Beispiel klassisch epischer Fantasy genannt wird. Das mag sein, konnte mich aber nie überzeugen. es sind vor allem ihre schrägeren Werke, Serien oder Singles, die überzeugen.

    Empfehlenswert sind auf jeden Fall alle Geschichten von der "Flachen Erde" - beginnend mit Herr der Nacht(Night’s Master, 1978), Herr des Todes (Death’s Master, 1979), Herr der Illusionen (Delusion’s Master, 1981) und dann Die Herrin des Deliriums (Delirium’s Mistress, 1986) und Nächtliche Zauber (Night’s Sorceries, 1987)

    Dann gibt es noch "Das Blut der Rosen", in Deutschland als zwei Bände veröffentlicht: Der dunkle Engel und Der Gott des Waldes, (The Blood of Roses, 1990)

    In sich abgeschlossene Singles sollen hier erwähnt werden: Ob nun Das Lied des Exorzisten. (Kill the Dead, 1980), Volkhavaar, der Magier. (Volkhavaar, 1977) oder Sabella oder der letzte Vampir (Sabella or the Bloodstone, 1980), alles kleine feine Novellen, die man an einem besonders griesigen Winterabend lesen kann.

    Da Mrs. Lee immer sehr fleißig war, gibt es noch Dutzende anderer Titel, die ich hier nicht aufführen kann oder möchte - diese Bücher oben stehen alle in meinem Regal und wenn ich sie auch niemandem ausleihen würde, kann ich sie vorbehaltlos empfehlen. Wer also ein paar Cent übrig hat und wagemutig ist, soll doch mal schauen, ob er den einen oder anderen Titel auftreiben kann. Ich meine, es lohnt sich. In der momentan von mir besprochenen Terra Fantasy-Reihe veröffentlichte sie zum Beispiel die namensgebende Kurzgeschichte in Band 85 "Dämonenliebe".

    Montag, 25. Mai 2015

    Fantasy :: Die Neuen Barbaren

    Erster Teil einer losen Folge von Betrachtungen zu den Serien und Welten der Fantasy, wie sie exemplarisch in der Terra Fantasy-Reihe des Pabelverlages vorgestellt wurden, herausgegeben von Hugh Walker (preiset seinen Namen). 

    Als Robert E. Howard mit 30 Jahren seinem Leben auf dem Sitz seines Roadsters ein Ende setzte, ließ er einige faszinierende literarische Gestalten zurück, die heute noch begeistern. Aber süchtig waren die Leser auch damals schon vor allem nach Conan, dem finsteren, stolzen Barbaren aus dem dunklen Cimmerien. Als die Fans begriffen, dass es von seinem Schöpfer keinen Nachschub mehr geben würde, entstanden einige, manche sagen zu viele Nachahmungen und Klone. Keiner konnte der Erfindung des manisch-depressiven Texaners das Wasser reichen, es gibt jedoch einige eigenständigere Kreationen aus dem Bereich der Heroischen Fantasy, Subsparte Barbarenheld, die man auch heute noch lesen kann.

    In der Terra Fantasy-Reihe erschienen – neben einige von Howards sekundären Helden wie Kull oder Bran Mak Morn – auch einige dieser eigenständigen Kreationen – die Neuen Barbaren, wenn man so will. Ihre Schöpfer sind jedoch weitaus bekannter als ihre Schöpfungen, eigentlich genau umgekehrt wie bei Conan.

    Brak, der Barbar wurde von John Jakes erfunden, noch bevor dieser mit „Fackeln im Sturm“ zu einem international bekannten Autoren wurde. Brak stammt wie Conan aus dem Norden, „verbannt aus den rauen Steppen“, und alle seine Abenteuer sind Stationen auf seiner Reise zu einem sagenhaften Land im Süden – dem goldenen Khurdisan. (Nicht Kurdistan!) Ob er es jemals erreicht, ist ungewiss.

    Erschienen sind die Abenteuer von Brak in der Terra Fantasy-Reihe als die Bände 1 „Schiff der Seelen“, 4 „Tochter der Hölle“, 7 „Das Mal der Dämonen“, 13 „Die Götzen erwachen“ und 19 „Am Abgrund der Welt“. In Band 26 „Götter, Gnomen und Giganten“, einer Auswahl aus den Flashing Swords!-Anthologien von Lin Carter, findet sich zusätzlich die Kurzgeschichte „Der Garten des Zauberers“.

    Er ist im Gegensatz zu dem legendären Cimmerier jedoch ein angenehmerer und nicht so schwermütiger Geselle, mit einem blonden Zopf und oft mit nicht mehr als einem Fellrock bekleidet, ein Barbar, der auf die Zivilisation nicht mit Verachtung herabschaut, jedoch sein gesundes Misstrauen nicht verlernt hat.

    Jakes Prosa ist trocken, ohne dabei ins Banale abzugleiten. Die Welt, die er aufzeichnet ist vage vertraut aber doch interessant anders. Eine Parallelwelt – oder Paraterra, wie der kluge Herausgeber berichtet – in der das Böse allgegenwärtig ist, und nur die versprengten Priester eines namenlosen, gekreuzigten Gottes gegen die Macht der Götzen kämpfen. Wenn sie sich denn trauen. Das einzige, auf das sich der Barbar auf seiner Wanderschaft nach Süden verlassen kann, ist seine Klinge.

    Brak ist der bessere Barbar, auf jeden Fall besser als alle jene, die nach ihm kamen, und nichts Neues zu diesem Subgenre dazu brachten.

    Genau das ist der Fall bei dem von Gardner F. Fox ersonnenen Kothar, dem Schwertkrieger. Wer kennt den heute schon? Er ist so etwas wie die Conan-Kopie des kleinen Mannes. Besonders clever ist dieser Barbar nicht, und besonders spektakulär seine Abenteuer ebenso nicht, obwohl diese auf der Erde in einer Million Jahren spielt – mit der Athmosphäre des Dying Earth-Genres, wie sie Jack Vance, Clark Ashton Smith oder Arullu erwecken, hat dies aber nicht viel zu tun. Und dabei war Gardner F. Fox der Mann, der den originalen, ersten Flash und Hawkman erfand!

    Immerhin, der Held der heroischen Fantasy braucht kein Philosophie, sondern vor allem ein scharfes Schwert, ein schnelles Pferd und am besten noch ein oder mehrere leicht bekleidete Mädchen. Davon findet Kothar genug, wobei es vor allem eine gewisse Lori ist, die Rote Hexe, die ihn verfolgt. Gibt es ein Happy End für Schwertsmann und Hexenmädchen, bevor die Sonne erlöscht? Och…

    Kothar ist... sagen wir mal... der nicht so gute Barbar. Zwar nichts, für das man sich schämen oder fremdschämen muss, aber es gibt sicherlich besseres. Wer jedoch etwas schnelles, unkompliziertes sucht, das nicht zu sehr die höheren Funktionen des Hirnes belastet, ist hier ganz richtig.

    Erschienen sind die Abenteuer von Kothar in der Terra Fantasy-Reihe als die Bände 64 „Kampf im Labyrinth“, 67 „Die rote Hexe“, 70 „Die Dämonenkönigin“, 73 „Des Hexers Fluch“ und 76 „Der Barbar und der Meuchler“.

    Freitag, 15. Mai 2015

    Fanboy :: Terra Fantasy [3]



    Inhalt der Bände 63 - 94


    63
    Gefangen im Jenseits
    Flashing Swords, Vol. 4, Part 2
    Lin Carter (Hrsg.)
    64
    Kampf im Labyrinth
    Kothar - Barbarian Swordman
    Gardner F. Fox
    65
    Buch der Paradoxe
    The Book of Paradox
    Louise Cooper
    66
    Straße der Verdammnis
    The Unknown
    D. R. Bensen (Hrsg.)
    67
    Die rote Hexe
    Kothar of the Magic Sword   - The Helix from Beyond - A Plague of Demons
    Gardner F. Fox
    68
    Prinzessin der Haie
    The Goat without Horns
    Thomas Burnett Swann
    69
    Die Werwölfin
    New Worlds of Fantasy, Vol. 3
    Terry Carr (Hrsg.)
    70
    Die Dämonenkönigin
    Kothar and the Demon Queen
    Gardner F. Fox
    71
    Prinz von Poseidonis
    The Tritonian Ring
    Lyon Sprague de Camp
    72
    Die Zauberinsel
    The Reign of Wizardry
    Jack Williamson
    73
    Des Hexers Fluch
    Kothar and the Conjurer's Curse
    Gardner F. Fox
    74
    Jenseits aller Träume
    New Worlds of Fantasy, Vol. 1
    Terry Carr (Hrsg.)
    75
    Der Dolch mit den drei Klingen
    Three-Bladed Doom
    Robert E. Howard
    76
    Der Barbar und der Meuchler
    Kothar and the Wizard Slayer
    Gardner F. Fox
    77
    Im Land der Messer
    Son of the White Wolf
    Robert E. Howard
    78
    Schergen der Bösen
    Trey of Swords
    Andre Norton
    79
    Die Schlangenmutter
    The Face in the Abyss
    Abraham Merritt
    80
    Der Schatz der Tartaren
    Swords of Shahrazar
    Robert E. Howard
    81
    Tempel des Grauens
    The Year's best Fantasy Stories, Vol. 1
    Lin Carter (Hrsg.)
    82
    Die Macht der Hexenwelt
    Zarsthor's Bane
    Andre Norton
    83
    Zauberer von den Sternen
    The Warlock in Spite of Himself
    Christopher Stasheff
    84
    Das Ungeheuer aus dem Sumpf
    Black Canaan
    Robert E. Howard
    85
    Dämonenliebe
    The Year's best Fantasy Stories, Vol. 2
    Lin Carter (Hrsg.)
    86
    Unter schwarzer Flagge
    Black Vulmea's Vengeance
    Robert E. Howard
    87
    Als die Hexer starben

    Ray Cardwell
    88
    Der dunkle König
    The Year's best Fantasy Stories, Vol. 3
    Lin Carter (Hrsg.)
    89
    Flammenzauber
    Flame Winds
    Norvell W. Page
    90
    Söhne des Bärengottes
    Sons of the Bear-God
    Norvell W. Page
    91
    Der verzauberte Kreuzzug

    Hugh Walker (Hrsg.)
    92
    Der kristallene Greif
    The Crystal Gryphon
    Andre Norton
    93
    Die Krieger von Assur
    The Children of Asshur and other Stories
    Robert E. Howard & Ramsey Campbell
    94
    Herrin der Welt

    Ray Cardwell

    Mittwoch, 13. Mai 2015

    Fanboy :: Terra Fantasy [2]



    Inhalt der Bände 32 - 62


    32
    Schwerter, Schemen und Schamanen

    Hugh Walker (Hrsg.)
    33
    Stadt der Götter

    Hugh Walker
    34
    Der letzte Minotaur
    The Forest forever
    Thomas Burnett Swann
    35
    Schiff der Ishtar
    The Ship of the Ischtar, Part 1
    Abraham Merritt
    36
    König der zwei Tode
    The Ship of the Ischtar, Part 2
    Abraham Merritt
    37
    Horde aus dem Morgenland
    Sword Woman and other Stories
    Robert E. Howard
    38
    Tolle Tage in Atlantis
    Mention My Name In Atlantis
    John Jakes
    39
    Ingarets Fluch
    Spell of the Witch World
    Andre Norton
    40
    Der Weg nach Sinharat
    The Secret of Sinharat
    Leigh Brackett
    41
    Wächter am Todestor
    People of the Talisman
    Leigh Brackett
    42
    Die Bestie von Bal-Sagoth
    Novellen: The Lion of Tiberias - The Sowers of the Thunder - The Gods of Bal-Sagoth
    Robert E. Howard
    43
    Die Chronik der Poseidonis

    Lyon Sprague de Camp
    44
    Die Stunde der Minotauren
    Day of the Minotaur
    Thomas Burnett Swann
    45
    Die Zaubergärten
    The young Magicians
    Lin Carter (Hrsg.)
    46
    Dämonen der Finsternis

    Hugh Walker
    47
    Königin im Schattenreich
    Dwellers in the Mirage, Part 1
    Abraham Merritt
    48
    Die Höhle des Kraken
    Dwellers in the Mirage, Part 1
    Abraham Merritt
    49
    Das Erbe der Marsgötter
    The Sword of Rhiannon
    Leigh Brackett
    50
    Geister der Nacht
    The House of Arabu
    Robert E. Howard
    51
    Rächer des Dunklen Imperiums
    Count Brass
    Michael Moorcock
    52
    Die Prinzessin und der Löwe
    The undesired Princess
    Lyon Sprague de Camp
    53
    Der Held von Garathorm
    The Champion of Garathorm
    Michael Moorcock
    54
    Vier Ellen Drachenhaut
    Flashing Swords, Vol. 3: Warriors and Wizards
    Lin Carter (Hrsg.)
    55
    Gespenster der Vergangenheit

    Robert E. Howard (Hrsg.)
    56
    Diener der Finsternis

    Hugh Walker
    57
    Der Feuervogel
    Where is the Bird of Fire?
    Thomas Burnett Swann
    58
    Der ewige Held
    The Quest of Tanelorn
    Michael Moorcock
    59
    Reigen der Fabelwesen
    The Reluctant Shaman
    Lyon Sprague de Camp
    60
    Streiter wider die Magie
    Flashing Swords, Vol. 3 & 4, Part 1
    Lin Carter (Hrsg.)
    61
    Ritter der Unterwelt
    Raum
    Carl Sherrell
    62
    Das Auge und das Schwert

    Hugh Walker

    Montag, 11. Mai 2015

    Fanboy :: Terra Fantasy [1]



    Inhalt der Bände 1 - 31


    Nr.
    Titel
    Originaltitel
    Autor
    1
    Schiff der Seelen
    Brak the Barbarian
    John Jakes
    2
    Gefangene der Dämonen
    Witch World
    Andre Norton
    3
    Herrscher der Nacht
    Worms of the Earth
    Robert E. Howard
    4
    Tochter der Hölle
    Brak the Barbarian versus the Sorceress
    John Jakes
    5
    Im Netz der Magie
    Web of the Witch World
    Andre Norton
    6
    Lord der Dunklen Welt
    The Dark World
    Henry Kuttner
    7
    Das Mal der Dämonen
    Brak the Barbarian versus the Mark of the Demons
    John Jakes
    8
    Reiter der Finsternis

    Hugh Walker
    9
    Bannkreis des Bösen
    Three against the Witch World
    Andre Norton
    10
    Bruder des Schwertes
    Swordmen in the Sky
    Donald A. Wollheim (Hrsg.)
    11
    Degen der Gerechtigkeit
    aus: Solomon Kane, The Hand of Solomon Kane & The Moon of Skulls
    Robert E. Howard
    12
    Ritter des schwarzen Juwels
    The Jewel in the Skull
    Michael Moorcock
    13
    Die Götzen erwachen
    When the Idols walked
    John Jakes
    14
    Das Heer der Finsternis

    Hugh Walker
    15
    Kämpfer wider dem Tod
    Flashing Swords, Vol. 1, Part 1
    Lin Carter (Hrsg.)
    16
    Angriff der Schatten
    Warlock of the Witch World
    Andre Norton
    17
    Rächer der Verdammten
    aus: The Hand of Solomon Kane, Worms of the Earth & The Moon of Skulls
    Robert E. Howard
    18
    Feind des Imperiums
    The Mad God's Amulet
    Michael Moorcock
    19
    Am Abgrund der Welt
    Devils in the Walls and other Stories
    John Jakes
    20
    Boten der Finsternis

    Hugh Walker
    21
    Flug der Zauberer
    Flashing Swords, Vol. 1, Part 2
    Lin Carter (Hrsg.)
    22
    Das Mädchen und der Magier
    Sorceress of the Witch World
    Andre Norton
    23
    Krieger des Nordens
    Tigers of the Sea
    Robert E. Howard
    24
    Diener des Runenstabes
    The Sword of the Dawn
    Michael Moorcock
    25
    Jirel, die Amazone
    Jirel of Joiry
    C. L. Moore
    26
    Götter, Gnomen und Giganten
    Flashing Swords, Vol. 1, Part 3 & Vol. 2
    Lin Carter (Hrsg.)
    27
    Gefangene der Finsternis

    Hugh Walker
    28
    Kull von Atlantis
    King Kull, Part 1
    Robert E. Howard & Lin Carter
    29
    Herr von Valusien
    King Kull, Part 2
    Robert E. Howard
    30
    Legion der Morgenröte
    The Runestaff
    Michael Moorcock
    31
    Die Braut des Tiermenschen
    The Year of the Unicorn
    Andre Norton