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Sonntag, 29. Mai 2016

3rd Mind :: Die Fahnen hoch (3)

Das Verlagssignet in Kurzfassung: Ein Erkennungszeichen, auf dem Titel und vorzugsweise auch auf dem Buchrücken angebracht. Ein Kennzeichen der publizistischen und ästhetischen Einheit der Produkte. Im besten Fall das Siegel und der Abschluss auf einem gestalterischen Konzept, dem auch die Typographie und weitere Gestaltung aller Titel unterliegen.

Auch wenn die Befassung mit diesem Thema schon ein paar Tage zurückliegt, haben wir hier noch ein weiteres Beispiel, das in seiner Schlichtheit vielleicht umso überzeugender ist. Die bisherigen Ausschnitte aus dem Archiv (Thema: Deutscher Pulp) sind bislang unkommentiert geblieben, aber tatsächlich sind es nicht die grotesken Titelbilder, die den Leser damals angezogen haben, sondern die brutalstmögliche Typographie der 70 Jahre, die bereits von weitem den Inhalt des Drehregals outete.

Das ist doch mal eindeutig. Selbst wenn man nicht wusste, was es war, man wusste schon auf 30 Meter Entfernung, worauf man sich einließ. Kein Titelbild konnte so grotesk sein wie die Typographie, oder sagen wir mal: der Trade Dress. Der designerische Baseballschläger des Zauberkreis-Verlages ist kaum zu übertreffen, und dies ist durchaus als Kompliment zu nehmen. Nicht schön, aber effektiv. Unverkennbar. Das literarische Death Metal der 70er Jahre. Nimm das, Schlaghose!

Geradezu verspielt nimmt sich dabei das Verlagssignet. Ein Kreis mit Krone, ein gekröntes 'Z'. Vielleicht ein magisches Siegel? Hier tritt tatsächlich die Serie, der Autor, der Held hinter dem Trade Dress des Verlages zurück. Ob es wirklich eine real existierende Person mit dem Namen 'Dan Shocker' gibt, ist hier tatsächlich nebensächlich. Ein interessantes Paralleluniversum, in dem Feinheiten des Stils sich einer unbändigen, wenn auch etwas groben Schöpfungskraft unterordnen müssen.


Verlagssignets (TM) und (C) by ihren jeweiligen Eignern
 

Donnerstag, 4. Juni 2015

Unmögliche Helden :: Noch ein Miracleman

Helden, die mehr als nur ein Stirnrunzeln hervorrufen. Kein Traum! Keine Täuschung! Erfindungslust, die Amok läuft. / Eine lose Serie von Kurzartikeln.

Beim Herumspielen in meinem Archiv habe ich ein paar nette Dateien entdeckt, die sich auf Charaktere aus der Public Domain beziehen. Das ist heutzutage nichts Ungewöhnliches, und sollte sogar positiv gewertet werden. Anstelle eine schlappe Kopie eines Originales zu erfinden, macht es ja durchaus Sinn, vielleicht aus einer modernen oder gar postmodernen Sensibilität heraus, die Ecken und Kanten eines Originals zu erforschen und/oder in neuen Kontext zu setzen.

Bei den wirklich interessanten Charaktere hat man das ja schon getan, manchmal leider so oft, dass alle Ecken und Kanten abgeschliffen wurden (Holmes, irgendjemand?) oder bis das Original von seiner Kopie kaum noch zu unterscheiden ist (hello Kitty Cthulhu!).

Aber es gibt ja noch andere Charaktere aus der Public Domain, vielleicht etwas eckiger, sperriger, kantiger oder sogar... blöd? Was ein Spaß, an Ideen herumzufummeln, die man selber nur bei einer halbseitigen Alkoholvergiftung so formuliert hätte und am nächsten Morgen  schnell vom Papier gekratzt hätte?

Unter den gemeinfreien Figuren des Verlages Lev Gleason gibt es viele eigenwillige und seltsame Fuguren, an denen man sich schon versucht hat. The Claw... der Gott des Hasses! Black Terror... ein Chemiker, der zu tief an gewissen Dämpfen gesogen hat... ein Selbstgänger.


Ich reserviere hier ausdrücklich folgenden Charakter für später: Zongar The Miracle Man. Hat nichts mit dem auch von Alan Moore und Neil Gaiman beschriebenen Klon des allerersten Captain Marvel zu tun. Er ist wie der Grüne Lama jemand, der übernatürliche Fähigkeiten zur Verbrechensbekämpfung benutzt.

Und er ist ein Charakter, von dem seine eigenen Autoren so überzeugt waren, dass er genau einmal aufgetreten ist. (Silver Streak Comics #7, 1941) Aber ein schniekes Logo hat er, gelle? War nicht ganz einfach, das einigermaßen sauber nachzuzeichnen.

Seine besondere Fähigkeit: er besitzt ein Amulett, aus dem, wenn er daran reibt (*hust*) ein amorphes ektoplasmisches Wesen (in Grün) herausquillt.

Mhhmmm, Ektoplasma...

Für Deutungsversuche bin ich jederzeit offen.

Samstag, 5. Juli 2014

3rd Mind :: Logomania

Wie schon vor einiger Zeit angedroht, stand ein komplettes Redesign des Layouts und der Identität von "Mirkruna Press", jenem geheimnisvollen Eigenverlag der Autoren, der ebenfalls im mythischen Zollern am Meere beheimatet ist, an. Alle relevanten Änderungen sind inzwischen schon klammheimlich vollzogen worden, und es stehen bereits die ersten Titel zur Veröffentlichung bereit, sobald die Autoren die Endkorrektur abgenommen haben. Deswegen ist es mir jetzt erlaubt, ein wenig über das Corporate (?) Design von Mirkuna Press zu berichten, das ich ebenfalls die Ehre hatte, 2011 vorzunehmen und in diesen Tagen zu relaunchen. (Gewöhnen Sie sich an das fiese Deutsch-Englisch, lieber Leser, in dieser Branche macht man das so...)

Mirkruna Press ist ein geistiges Kind der 90er Jahre, und deshalb ist die Logotype, auf die man sich geeinigt hatte, auch keine schörkelige Skript- oder Folkloreschrift, sondern folgt einem fast industriellen Stil der damaligen Zeit, mit Ecken und Kanten, aber auch dem exotischen Element variierender Grundformen. Das letzte zumindest wurde im Redesign 2014 behoben, und die Logotype wirkt nun einheitlicher, schlüssiger und ist auch vielseitiger verwendbar.



Eine kleine Anmerkung zum Symbol/Verlagssignet von Mirkruna Press: Die scheinbare Sternform ergibt sich aus vier rotierten Runen, die auf dem "M" der Logotype basieren - es ist die Mannaz- oder "M"-Rune, die hier für den Verlag und Konzepte wie "Mensch" und "Magie" steht.



Eine der Anwendungen, die sich durch die neue Logotype ergeben hat, deutet auf die neue Sparte von Veröffentlichungen des Verlages hin. Nachdem ein Probetitel zu Ostern 2014 als eBook veröffentlicht wurde und innerhalb kürzester Zeit zum Todseller des Verlagsprogrammes geworden ist, werden in Zukunft vermehrt Einzeltitel, Monographien oder Schriften von geringerem Umfang als günstige eBook Titel auf der Kindle-Plattform veröffentlicht. Und da dies direkt von der Festplatte an den Leser, ohne Umweg über Druckerei etc. gewährleitet werden kann, erscheinen die eBooks von Mirkruna Press unter dem Label "Mirkruna Press Direkt". Die Gestaltung der Cover wird dabei genauso sorgfältig vorgenommen wie bei den Printausgaben, auch hier hat das Redesign 2014 einige schöne und interessante Möglichkeiten eröffnet.

Donnerstag, 28. Oktober 2010

Ich kann Dich sehen


Wir mixen Lovecraft und Sartre: Einzig sein nacktes Dasein ist dem Menschen vorgegeben; was ihn am Ende ausmacht, muss er erfinden. Es muss eine Situation, die Welt, die Gesellschaft, die Anderen, geben, damit ich mich von etwas losreißen kann, damit ich etwas überschreiten kann. Der Weg ist klar und vorgezeichnet: Ich muß der Außenseiter werden, bevor ich mir den Spiegel vorhalten kann, um zu erkennen.

Samstag, 28. August 2010

Fundstück :: Kanaloa fthagn

gefunden bei den Recherchen zu einem Mediendesign Projekt: Das "Auge des Kanaloa"
Kanaloa ist eine Figur der hawaiianischen Mythologie: Ein Meeresgott, der auch in der Gestalt eines Tintenfisch (Kraken?) erscheinen kann. Eine elementare Urkraft, dessen "Auge" Symbol der Versenkung sein kann, aber auch als grossflächiges Design ähnlich einem Voodoo Vévé dienen kann. Vom Auge geht das Netz der Existenz aus. Fthagn!

Dienstag, 28. Juli 2009

Grafikzeugs

Praktische Webressourcen für lizenzfreie Hintergründe oder Kacheln. Benutze ich normalerweise nicht, aber unter anderem für den Baltimore Gun Club brauche ich ab und zu spezifische Hintergründe, die auf normalem Webe zu schwierig aufzutreiben wären. ich meine, wo kriege ich hier in Hamburg ein Bild von einem von Einschüssen übersäten Blechschild her. Ähhmmm... na gut...
Mayang's Free Texture Library
Free Textures from TextureKing
Seamless Background Textures -- Absolute Cross
Spiral Graphics - Free Tiling Texture Materials
Nettes Zeug, auch als Inspiration.
Und nicht vergessen: Das Medium ist die Message.

Samstag, 11. Juli 2009

Fanboy :: Aqualogo

Wieder einmal verweise ich (wenn auch verspätet) mit Wohlbehagen auf eine der Logostudien des Grossen Mr. Klein, der sich diesmal die Variationen und Permutationen eines anderen klassischen Superhelden vorgenommen hat. Zugegeben, es ist jener Superheld, der immer wieder verhöhnt wird und erstaunlich unerfolgreich geblieben ist, obwohl er bereits seit den 40ern die Sieben Meere durchschwimmt. Fast könnte man sagen, die Variationen seines Logos sind teilweise interessanter als das, was die Autoren mit ihm angestellt haben, aber das wäre gemein. Immerhin, selbst bei Spongebob taucht er fast unverhüllt auf.
Warum nur gibt es keine Gnade für Aquaman?

Samstag, 1. November 2008

Dienstag, 8. Juli 2008

Ich oute mich [2]

Als mich das letzte Mal an diese Tastatur setzte, um über das Projekt rechenschaft abzulegen, das mir momentan am meisten am Herzen liegt, für das ich aber leider zu wenig Zeit habe*, als dass es mehr als nur schleppend vorangeht, war ich gerade mal so weit gekommen, über den Titel zu berichten, dem ich mich gerade angenähert hatte. "Was haben wir denn noch so für mögliche Titel?" Das war natürlich gelogen, denn einen Titel hatte ich bereits und natürlich auch schon das dazu passende Logo. Dasss ich selbst verschiedene Titelbilder schon zusammengebaut hatte, wird hier wohl niemanden überraschen...

Seltsamerweise war es Edgar Allan Poe, von dem ich die relevante Idee klauen konnte, soviel habe ich schon verraten. Ironischerweise, so dagt man, sei auch der Titel "Weird Tales" (unser großes Vorbild, Baby) eine Anspielung auf ein Werk von Poe, das Gedicht "Dream-land" (Originalversion).

I have reached these lands but newly
From an ultimate dim Thule —
From a wild weird clime, that lieth, sublime,
Out of SPACE — out of TIME.
Faszinierend, nicht? In späteren Versionen wird das Adjektiv "weird" gerne unetrschlagen, und irgendwie klingt es auch ein wenig nach den Abschlusstakten der Rocky Horror Show. Aber wenn Strapse und Reisregen auch durchaus seinen reiz haben, mir ging es beim Beginn des Projektes ja darum, leicht verdauliche (?) Genreliteratur unters Volk zu bringen - das Leben ist ja hart genug - in der Tradition der grossen Pulps der 40er, Schmutz und Schund und Rock'n'Roll, in dem der eine oder andere ungeschliffene Diamant aufblitzen soll** - der original German Pulp, ein hartes und ungeschöntes Magazin wie Weird Tales, Startling Stories oder Black Mask. Klar, irgendwas mit Nemed House oder so wäre sicherlich als Eigenwerbung sinnvoll, aber vom Hocker reisst es nun auch keinen. Greenmask? Nach meinem Familiennamen? Klingt irgendwie nach Robin Hood oder einem unerfahrenen Serienhelden, das Greenhorn mit der Maske oder so (hmm... okay, bitte notieren!). Aber so ist die Spannung? Wo ist der Horror? Wo ist das Drama, Baby?

Dabei ist es doch so einfach. Alle treuen Leser dieser Seiten wissen ja, was die beste Farbe von allen ist, die größte Signalwirkung, das Signal, das sich ohne Umwege sofort in unsere Retina ätzt. Meine Damen und Herren, ich spreche von Scharlach. All die Wochen, in denen ich mich mit dieser Krankheit, dieser Farbe und seinen semiotischen Bezügen auseinandergesetzt habe, sollen doch nicht unnutz durchs Land gestrichen sein. Wenn wir schon von einer Maske reden, dann doch bitte gleich von einer scharlachroten...

Und ja - auch auf diesem Umweg kommen wir wieder zu einem Werk von Edgar Allan Poe.

The Masque of the Red Death.

THE "Red Death" had long devastated the country. No pestilence had ever been so fatal, or so hideous. Blood was its Avator [[Avatar]] and its seal — the redness and the horror of blood.

Muss ich da noch mehr sagen?
Also, demnächst von NEMED BOOKS:

REDMASK #1.
Das Magazin für unheimliche und phantastische Geschichten.


Und nun zurück an den Schreibtisch...



* Weil ich neben Arbeit und Familie anstelle das Buch zu beenden, noch Zeit damit vertrödele, neue Serien und Hintergrundmaterialien zusammenzustellen. Lasst mich euch demnächst mal erzählen, warum meine Liebe zu Robert E. Howard mich gezwungen hat, in den letzten Wochen einen Mindestwortschatz an Etruskisch zu lernen...
** Die ungeschliffenen Diamanten werden wahrscheinlich die Geschichten von Gastautoren und Kollegen sein, die Interesse daran haben, in diesem Medium zu veröffentlichen.

Donnerstag, 22. Mai 2008

Ich oute mich [1]

Mit schonungsloser Offenheit möchte ich es hier einmal sagen, ja, hiermit möchte ich mich outen und das System anprangern: Manchmnal komm' ich mit dem Arsch nicht hoch, manchmal lasse ich den lieben Gott einen Guten Mann sein und kann mich nicht dazu aufraffen, mehr als drei sinnvolle Buchstaben in einer Reihe zu schreiben, und manchmal lasse ich mich dazu verleiten, mehr an Äusserlichkeiten herumzubasteln als an dem, was zählt. Mehr Verpackung, weniger Inhalt. Oder so. Es soll ja nicht heissen, dass ich nicht auch ein Kind des Kapitalismus bin.

Wieauchimmer. Wie unschwer zu übersehen war, habe ich mich in den letzten Wochen nicht nur inhaltlich mit den Weird Tales beschäftigt - dass ich jetzt sogar schon dazu übergehe, obskure Gedichte von Robert E. Howard aus dem Netz zu fischen - public domain und so - ist bestenfalls ein netter Nebeneffekt, schliesslich braucht meine Band auch immer neue Texte. Nein, in der letzten Zeit habe ich mehr Zeit damit zugebracht, über die Verpackung, den Namen und das Layout des klassischen Pulpmagazins zu meditieren, als selbst Pulp zu schreiben. Man erinnert sich, und angekündigt isses ja schon, demnächst sollte die Weird Fiction-Anthologie von NEMED HOUSE mit seiner ersten Nummer starten. Hundert Logos und schlaflose Nächte später komme ich momentan langsam dazu, die letzten Schleifchen an dem fertigen Produkt anzubringen. Was ist geschehen?

Skrupel, meine Lieben. Skrupel und Furcht. Mit einer Hand auf dem Zeichenblock, mit einem Auge in den einschlägigen Katalogen, habe ich weiterhin nach einem Titel gesucht, der mich länger als eine Woche befriedigt. "Tales of Mystery and Imagination" klingt zwar okay, feines Logo, irgendwie habe ich aber das Gefühl, es klingt mehr nach einem Einzelwerk. Dammit, dieser Poe hat das Karma dieses Titels einfach schon aufgebraucht. Okay, also woanders hin.

"Nemed House presents Tales of Mystery and Imagination"
"Nemed House presents Tales of Mystery and Imagination"
Hmm... Nemed Tales... Ja, das ist fein. Nur leider weiss keiner, was 'Nemed' bedeuten soll. Ansonsten brilliant, vor allem dann, wenn der erste Nobelpreis bei mir im Regal steht und Nemed House zu einem multinationalen milliardenschweren Konzern geworden ist. Was haben wir denn noch so für mögliche Titel?

Zu diesem Zeitpunkt begann ich wieder mit dem Adjektiv "Weird" zu konjugieren, aber das hat es wie bereits erwähnt ja auch nicht gebracht. Nicht, dass man nicht noch das eine oder andere Buch aus dieser Idee herausquetschen kann... aber als Magazintitel ist es wohl nicht mehr zu gebrauchen, jedenfalls ist mir nicht wohl dabei, es zu gebrauchen. Ich musste mir also etwas anderes einfallen lassen. Seltsamerweise war es Edgar Allan Poe, von dem ich die relevante Idee klauen konnte.

Dienstag, 6. Mai 2008

Into the Weird...

Es ist schon wunderlich, wieviel Bedeutung an einem kleinen Wort hängen mag. In einem Moment der Schwäche zweifle ich, ob ein so langer Titel wie "Tales of Mystery and Imagination" gar wirklich so knallig ist, wie er auf den ersten Blick scheint. Also schiele ich für den Bruchteil einer Sekunde wieder zu dem grossen Stapel staubiger, eigentümlich riechender Magazine, auf denen der verlockende Titel "Weird Tales" prangt. Achja, Weird Tales... Ein Phänomen, das anfing wieviele andere adjektivbelastete Magazine der 30er Jahre (Astounding, Startling, Amazing etc...) aber seinen eigenes Subgenre geschaffen hat. Weird fiction... ja, so ein Mazgazin of Weird Fiction soll unsere Anthologiereihe ja auch werden, nicht wahr, Prohaska?

Aber ich glaube nicht, das man da was drehen kann. Ein kleiner Blick in die Datenbänke offenbart, dass schon mehr als einer auf die glorreiche Idee gekommen ist, durch die Plazierung dieses Adjektives seinem Produkt einen Hauch des düsteren Glanzes von Weird Tales zu verschaffen. Selbst der EC-Verlag benutzte es, um bestimmte Titel inhaltlich näher an seine erfolgreichen Horror-Titel wie "Tales from the Crypt" anzuschliessen: "Weird Science", "Weird Fantasy" oder gar "Weird Science-Fantasy". In den 70ern versucht es DC mit seinen Anthologietiteln ähnlich, und aus gewöhnlichen Genres wurden interessante Crossovergenres: "Weird Western Tales", "Weird War Tales" und "Weird Mystery Tales". (Tatsächlich hatte DC zu dieser Zeit unglaublich viele Anthologietitel in Art der "Gespenstergeschichten", mit wechselnd spektakulären Namen...) Ein kleiner Ausreisser am Rande ist ein Marveltitel mit einem ähnlichen Namen: "Weird Wonder Tales".

Und dann gibt es noch Weird Worlds, Weird Adventures, Weird Mysteries, Weird Horrors, Weird Tales of Terror, Weird Tales of the Future, selbst Captain America und Hellboy haben ihre eigenen "Weird Tales". (Achja, und als bestes: "Weird Tales of the Ramones").

Ah! Ramones! One-two-three-four...

Donnerstag, 17. April 2008

Risin' Star


Aus der Kreativabteilung von Nemed House Hamburg: Offizielles Logo (ähem) des Baltimore Gun-Club Hamburg, bzw der hervorragenden Band mit demselben Namen. Bewusster Anklang sowohl an Ästhetik des Amerikanischen Bürgerkrieges (BGC wurde während dieser Zeit gegründet) als auch an "Steampunk"-Ideen. Modularer Aufbau, auch der zentrale Stern kann als Wiedererkennungszeichen genutzt werden.

Donnerstag, 6. März 2008

Fanboy :: Spideys Logos

Es ist ein gutes Zeichen, dass sich das Spider-Man Logo in all den Jahren (Peter Parker ist ja auch schon seit über 40 Jahren am Netzspinnen) kaum verändert hat; andererseits ist es natürlich auch nicht so interessant, zus ehen, wie sich ein stabiles Design in vier Jahrzehnten nur wenig ändert oder immer wieder zum Original zurückkehrt. Merke: Stabilität ist schön, aber spannend ist was anderes. Dennoch eine weitere interessante historische Logostudie von Mr. Todd Klein:

Samstag, 16. Februar 2008

Das Neue ist das Alte, nur schlechter

Logos werden heute in immer schnelleren Abständen "modernisiert" und "relevanter" gemacht. Der Traditionalist beweint es, dem Rest der Menschheit geht es am ist dessen gleichgültig. Während jetzt sein einiger Zeit der neue Auftritt des Fernsehsenders kabel1 läuft, hat man genügend Zeit dazu gehabt, sich über seine Vorteile zu informieren. Es gibt keine. Das beschnittene Loge ist schwer zu entziffern und geht leicht im Hintergrund des gesendeten Beitrages unter. Ebenso der neue Slogan ("Einfach Kabel1" anstelle "Good Times"). Ja, wirklich, da hat es sich jemand zu einfach gemacht. Um so schockierendes, dass jetzt der Fernsehsender Sat1 bereits Drohungen versendet, dass er ab Mitte März ebenfalls einen gewandelten Auftritt zeigen wird. Während das Grundzeichen (der Sat1-Ball) erhalten werden konnte, scheinen die einfliegenden Farbbalken und Signalflächen dem gleichen Konzept zu unterliegen wie bei anderen Sendern, sind also wiederum austauschbar. Und irgendwie erinnert das ganze an die Optik einer aus Frames bestehenden Webseite. Die Inetrnet- und Handyästhetik auf dem Vormarsch.

Samstag, 26. Januar 2008

Shortcuts Januar

Ich sammle schon seit ein paar Monaten Beispiele dafür, wie Logos in immer schnelleren Abständen "modernisiert" und "relevanter" gemacht werden. Nichts wirklich interessantes, eigentlich, ich glaube inzwischen, das Neuerfinden der Corporate Identity usw. geschieht weniger für die Kunden als für die Chefetage. Der einzelne Mann am Computer - ob freischaffend oder fest angestellt - wird davon wohl nicht viel haben. Oder erwartet man wirklich, dass die Arbeit und der Absatz nach oben schnellt, nur weil das Logo auf der Verpackung oder auf dem Briefbogen plötzlich hipper wird?

(Interessanter Nebengedanke: Alle Redesigns haben teil am Zeitgeist der Epoche, in der sie entstehen. Das bedeutet auch, dass alle Redesigns einer Epoche den gleichen Zeitgeist füttern und spätestens bei der nächsten Neuerfindung des Zeitgeistes bereits veraltet und deutlich un-hip sein müssen.)

Ein Beispiel dafür, wie einem so ein unnötiger Anfall von Kreativität auch in der Freizeit aufstossen kann, ist das propagierte Redesign des Fernsehsenders Kabel1, vor allem bekannt durch das Re-Selling alter Fernsehserien u.ä. Bisher mit einem runden Icon und sauberen Serifenlosen ausgestattet, was ganz gut zu dem Feelgood-Retro-Programm passte (Motto "Good Times"), kommt Kabel1 ab Februar mit eckiger Schrift und eckig beschnittenem Icon daher, stilistisch so aufregend wie die Beschriftung eines Taschenrechners oder Handys. (Diesen Trend zur Handyästhetik sieht man inzwischen öfters...)

Ich weiss nicht... Gähn... In ein paar Jahren nennt man diese Art von Design wahrscheinlich MillenniumHandy-Look. Und kann es auch nicht mehr sehen.



Auf der anderen Hand hat der Meister aller Logos, Mr. Todd Klein, mal wieder eine Studie zum Design und den Variationen eines Logos einer klassischen Comicserie veröffentlicht. Diesmal hat er sich Prinzessin Diana (der Amazonen) selbst vorgenommen, was so geschrieben unglaublich mutig klingt.

Logo Study: Wonder Woman part 1
Logo Study: Wonder Woman part 2
Logo Study: Wonder Woman part 3
Logo Study: Wonder Woman part 4
Logo Study: Wonder Woman part 5 and final

Sonntag, 23. Dezember 2007

Fanboy :: Der Herr des Dschungels

Wie immer verweile ich gerne auf den Seiten meines Favoriten Mr. Todd Klein. Als er vor einiger Zeit ankündigte, dass seine nächste Logostudie eine der originären Abenteuergestalten behandeln würde, war unter meinen Vermutungen zwar der richtige Charakter, da Mr. Klein jedoch selbst mal ein Logo für das Phantom entworfen hatte, tippte ich auf den Wandelnden Geist. Dabei lag Tarzan mir doch als erstes auf der Zunge.

Hier also die komplette Logostudie, von den Anfängen von Tarzan von den Affen (John Clayton, Lord Greystoke) auf jugendstilartigen Buchumschlägen bis hin zu Hochglanzmagazinen der großen Comicverläge. Interessant wie immer für die Künstler und Designgeschichtler unter den Tarmangani...

Dienstag, 20. November 2007

Fanboy :: Flammen und Laternen

Fanfavorit, Letterer und Designer extraordinaire (was übrigens außergewöhnlich bedeutet - nur für unsere fremdwortschwachen Mitleser) Todd Klein hat eine neue schöne Logostudie veröffentlicht. Diesmal über die Geschichte und die vielen Variationen all der Schriftzüge, die für Fanfavoriten Green Lantern ("Grüne Leuchte" in den ältesten deutschen Ausgaben) entworfen wurden. Ein dekadenlanger Wettstreit von Styles der Mystik und der ScienceFiction, der sehr schön auch die verschiedensten Angänge unterstreicht, die Designer nutzen, um zu einem Ergebnis zu kommen. (Mein Favorit bleibt übrigens weiterhin das klassische von Ira Schapp gestaltete Silver Age-Logo, dessen Buchstaben oben in kleine Flammen übergehen. Das bezieht sich überhaupt nicht auf die SF-Elemente dieser Serie, sieht aber einfach gut aus.)

Logo Study: Green Lantern part 1
Logo Study: Green Lantern Part 2
Logo Study: Green Lantern part 3
Logo Study: Green Lantern part 4
Logo Study: Green Lantern part 5 (final)

Freitag, 12. Oktober 2007

Fanboy :: Todd Kleins Logostudien

Es steckt ebensoviel Arbeit in der "Verpackung" eines kreativen Werkes wie in ihm selbst. Tatsächlich kann eine gute Verpackung eher über die inhärenten Schwächen hinwegtäuschen als eine lieblose oder langweilige. Titelbilder halten das Auge des Betrachters magisch auf, Logos brennen sich wie nukleare Langzeitfeuer in das Unterbewusstsein. Zeitschriften und Comics sind ohne gute effektive Typographie unlesbar und verkommen zu Bleiwüsten und Bilderbrei. Die Leistung von Künstlern, die durch ihre Logos, ihr Lettering und ihre typographische Vision ganze Genres am Leben halten und immer wieder neu erfinden, ist nicht zu unterschätzen. Gerade die Logos von Zeitschriften/Comicreihen sind ein mehr als nur interessantes Studienfeld für jeden, der sich für Design und/oder den Zeitgeist einer Epoche interessiert.

Todd Klein
ist der vielleicht am meisten ausgezeichnete Letterer der Comic-Branche. Er arbeitete an vielen der in den letzten Jahrzehnten innovativen oder schlicht hervorragenden Projekten mit und verwandelte die Skripte von Autoren wie Alan Moore oder Neil Gaiman in typographische Universen. Neben seiner persönlichen Arbeit hat er sich tatsächlich aber auch die Zeit genommen, auf seiner Homepage die Geschichte der Logos der erfolgreichsten und geschichtsträchtigsten Comicserien zusammenzustellen. Ein Spaziergang durch die Geschichte, ein Spaziergang durch die Höhen und Tiefen des Logodesigns, und die Geschichte, wie manche unsterbliche Ideen sich immer wieder durchsetzen können, nachdem manch ein "relevanter" Modetrend schon längst wieder vergessen ward.


Bisher veröffentlichte Logostudien von Todd Klein


Action Comics and Superman Logo Study

Action Comics/Superman part 1

Action Comics/Superman part 2

Action Comics/Superman part 3

Action Comics/Superman part 4

Action Comics/Superman part 5

Action Comics/Superman part 6


Batman Logo Study

Batman Part 1

Batman part 2

Batman part 3

Batman part 4

Batman part 5


Legion of Super-Heroes Logo Study

LEGION OF SUPER-HEROES part 1

LEGION OF SUPER-HEROES part 2

LEGION OF SUPER-HEROES part 3


X-Men Logo Study

X-Men part 1

X-Men part 2

X-Men part 3

X-Men part 4

X-Men part 5

X-Men part 6

X-Men part 7

X-Men part 8

X-Men part 9


Various

Metal Men