Posts mit dem Label in the hood werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label in the hood werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Donnerstag, 30. Oktober 2025

Werkstattbericht 2025-10-30

Liebe Gemeinde, die Schleier zwischen dieser und der anderen Welt werden dünner, schon verwehen sie und lösen sich im Nebel der Nacht auf. Auch dieses Jahr gedenken wir wieder aller Heiligen und aller Seelen, wie unheilig und unselig sie auch sein mögen. Diese und die andere Welt... welche von beiden ist inzwischen die unheimliche, und welche die, für die man sich entscheiden wird, wenn man auf der Schwelle steht?
Momentan auf dem Schreibtisch:

Montag, 21. April 2025

Flash Fiction :: Piep-Show

Mallory biss in ein gelbes Marshmallow-Küken.
Süß, dann salzig. Dann metallisch.
Blut füllte ihren Mund. Sie würgte.
Das Küken grinste.
In der Küche zuckte die Tüte.
Winzige Küken piepsten – leise, dann schrill, wie tausend Babyfone.
Sie griff zum Messer. Zu spät.
Die Küken schlüpften, rissen die Folie auf, Zuckergesichter starrten gierig.
Der Ofen sprang an.
Sie sprangen hinein.
Brutzeit.
Mallory schrie, als ihr Rücken knackte, Arme zu Flügeln wurden.
Die Haut färbte sich gelb. Der Schnabel wuchs.
Die nächste Lieferung war bereit.
Extra fluffig.
Extra süß.

Sonntag, 20. April 2025

Flash Fiction :: Auferstehungssonntag

Am Karfreitag wurde sie beerdigt.
Am Sonntag war das Grab leer.
„Vielleicht ist die Erde eingebrochen“, sagte der Priester.
Aber die Ziege war verschwunden.
Dann der Hund.
Er hörte Kauen hinter dem Altar.
Dort war sie.
Sie nagte an einem Lammbein, Augen pechschwarz, Kleid zerrissen, summte rückwärts Kirchenlieder.
„Du sagtest, Auferstehung sei ein Geschenk“, zischte sie.
Er floh.
Sie folgte.
Seitdem regt sich jedes Jahr an Ostern etwas hinter der Kapelle.
Und nichts bleibt ewig begraben.

Samstag, 19. April 2025

Flash Fiction :: Osterparade

Sie marschierten schweigend.
Hüte, Anzüge, Kleider – tadellos. Doch die Gesichter: schlaff, die Augen trüb vom Verfall.
Die Osterparade der Stadt war zurückgekehrt – 80 Jahre zu spät.
Pater Doyle beobachtete vom Kirchturm, das Kruzifix wie ein Messer umklammert.
Er sah seinen Urgroßvater – halber Kiefer baumelnd – Kindern zuwinkend, die wie versteinert standen.
Als die erste Note der Geisterkapelle erklang, folgten die Lebenden – ruckend, verdreht.
Doyle läutete die Glocken, bis seine Hände bluteten.
Sie hörten nicht auf.
Ostern war wieder da.
Und ging nie mehr.

Freitag, 18. April 2025

Flash Fiction :: Das Hohle Ei

Jenny biss in das bemalte Ei. Es knackte – nicht aus Schokolade, sondern aus sprödem Knochen. Darin: ein winziger, mumifizierter Finger.
Ihre Mutter schnappte nach Luft. „Schon wieder“, flüsterte sie und starrte in den Korb.
Ein Ei pochte. Ein anderes zuckte.
Draußen ächzte die alte Weide im Wind.
Oma hatte immer gesagt, der Baum trage jedes Ostern Früchte – Kindheitslügen, geerntet von gierigen Wurzeln.
Jenny ließ das Ei fallen. Aus der Schale drang ein Wispern: „Du hast gesagt, du hast ihn nicht gestoßen.“
Hat sie ja auch nicht. Nicht richtig.
Die Wurzeln hörten zu.
Sie wussten es.

Sonntag, 27. Oktober 2024

Werkstattbericht 2024-10-27

Liebe Gemeinde, die Schleier werden dünner. Dünner... und dünner... Und es ist eine unausweichliche Wahrheit, die Menschheit wird immer dümmer. Glücklicherweise ist das nicht ein Thema, mit dem man sich beschäftigen muß, obwohl es wahrscheinlich das Schaurigste ist, was man vor Allerheiligen betrachten kann, ekliger als ein madenbefallener Schädel, unheimlicher als der Telefonanruf um Mitternacht (wenn man die Verbindung schon längst abgebrochen hat...) Momentan auf dem Schreibtisch:

Paramentales Gewinsel 

Neben den pseudowissenschaftlichen und graphischen Arbeiten an der Finalisierung dieses ungesunden, aber wichtigen Konzeptes, hat sich jetzt auch eine Kurzgeschichte herauskristallisiert, die in London ca. 1895 spielt. Ich habe noch keinen Titel dafür, aber sie ist eigentlich fertig. Stylistisch habe ich versucht, mich an Arthur Conan Doyle zu orientieren. Ich denke, ich werde noch ein paar literarische Anspielungen im Text verstecken, und dann geht es.

Leseprobe:

Ich folgte seinem Blick und sah, dass im Boden ein Muster eingeschrieben war – wie ein geisterhaftes Pentagramm aus Rissen und Schmutz, das auf eigenartige Weise leuchtete. Ein schwacher Schimmer, kaum wahrnehmbar im Zwielicht, erhellte feine Linien aus Kupferdraht.
„Ein… Symbol?“ fragte ich, bemüht, meine Stimme ruhig zu halten.
„Ein Symbol, ja,“ erwiderte Ellington und kniete sich nieder. „Ein elektrisches Pentakel! Das ist kein Zufall. Das Pentagramm ist das Zeichen jener, die glaubten, durch Geometrie Zugang zu fremden Dimensionen zu finden – eine Philosophie, die auf die alten Pythagoräer zurückgeht. Sie glaubten, dass die Form die Substanz verändert, und dass bestimmte Geometrien Energie anziehen und kanalisieren können.“

Reconstructing Clark Ashton Smith (a) 

Beim Blättern in "Strange Shadows", einer Zusammenstellung auch unveröffentlichter Fragmente, Essays oder Zusammenfassungen (Plot-Ideen) von Clark Ashton Smith bin ich bei etwas hängengeblieben mit dem Titel "The Destination of Gideon Balcoth". Ich hatte vor einigen Tagen zwei Bücher von Philip José Farmer beendet, die ich weder im Original noch in Übersetzung jemals zuvor in der Hand gehabt hatte und fühlte mich davon soweit inspiriert, dass ich die Synopsis von CAS zu einer Novelle ausbaute, die Themen von PJF wieder aufgreift. (Für diejenigen, die es interessiert, das erste Buch war "Die Welt der Wyir", im Original "Dare"; das andere "Die Toten Welten des Bolg", im Original "The Unreasoning Mask" - wer sich diese bescheuerten Titel für die deutschen Ausgaben ausgedacht hat, würde ich gerne Mal wissen. Nicht wiederzuerkennen, und deswegen auch irgendwie blöde zu finden, wenn man nicht weiß daß sich hinter dem einen der andere verbirgt.)

Keine Ahnung, ob das je was wird, aber wenn wird es interessant.


Reconstructing Clark Ashton Smith (b)

Ebenfalls in Strange Shadows - das Fragment einer Mars-Geschichte von CAS mit dem Titel "Mnemoka". Vielleicht ohne direkten Anfang, aber definitiv ohne Abschluß. Anscheinend nirgendwo veröffentlicht, schon gar nicht in deutscher Sprache. (Das Mnemoka ist eine dieser interessanten außerirdischen Drogen, von denen man an manchen Orten hört.) Ich habe heute die Geschichte zu Ende geschrieben, auch wenn das vielleicht vermessen klingt, aber das tut es ja immer.

Jetzt müßte ich das noch vernünftig übersetzen und in Kontext setzen.

Aber der Oktober ist ja noch nicht vorbei, und es ist dunkel um mich.

Donnerstag, 25. Februar 2021

Willkommen in Walhalla

Wie bei allen Veränderungen gewinnt man etwas und man verliert auch etwas. All die coolen Sachen, Fakten & Fiktionen, Souvenirs & Tand, sind sicher wieder im Sanctum angekommen und würden vorsichtig in die brillant erweiterten "Knochenlosen" integriert. Selbst alle Aktenordner, die Jahre lang ihr Dasein in fragwürdigen Kellern fristeten, sind sorgsam aufgereiht. Nur eines hat den Umzug nicht überlebt, das Wikingerschiffsmodell, das mein Vater vor vielen vielen Jahren sorgsam zusammenbaute, bemalte und mit Takelage ausstattete.
Nun gut, eine letzte Fahrt auf tosenden Wogen und dann tief tief hinab nach Helsheim. (Die städtische Müllkippe.)



Mittwoch, 10. Februar 2021

Das Sanctum zieht um

Die wunderprächtige Bibliothek, also meine reich gefüllten Regale voller Fiktion & Fakten, Ivar der Knochenlose, leeren sich Tag für Tag mehr, und nur die Erinnerungen bleiben. Schon sitzt Tom, der Kater, inmitten leerer Regalböden und fragt sich, was geschehen wird...
Er hat den Eintrag noch nicht gelesen, dass wir umziehen... Wie wird er sich weitab seiner Heimat wohl zurecht finden?


Sonntag, 5. Juli 2020

Werkstattbericht 2020-07-05


Den Besten fehlt jede Überzeugung, während die Schlimmsten voller leidenschaftlicher Intensität sind!
Herzliche Grüße von der Nordseeküste, aus den mythischen Gefilden von Zollern am Meer,wo wie immer das Wetter hält, was es verspricht, und jedes Versprechen die Wette hält. Auch dies ist nur ein Rearrangement von Buchstaben, und davon verstehen wir hier im Internationalen Hauptquartier jede Menge. "God" rückwärts gelesen ist "Dog", und "Hund" seitwärts gelesen ist "Duhn", ein Adjektiv aus dem Plattdeutschen.

"Platt" in diesem Fall ist ein Synonym zu "Nieder" und Antonym zu "Hoch". (Sie sehen, auch hiervon verstehen wir jede Menge, aber wir wollen es nicht werten. Niemand will das werten, das haben wir schon früh von unseren lieben Brüdern aus der Reichshauptstadt gelernt.

Wir fassen zusammen: Der Plattdeutsche an sich steht im Gegensatz zum Hochdeutschen, und Niedersachsen könnte genauso gut auch "Plattsachsen" heissen, als direkter Nachbar unserer Cousins in den "Plattlanden". Der Niederdeutsche an sich ist manchmal duhn, und manchmal ein Friese.

Das Friesische jedoch ist eine Gruppe von drei Sprachen, die zum nordseegermanischen Zweig der westgermanischen Sprachen gehören. Wieder was dazugelernt.



Winnetou-a-Go-Go
Mit Ende Quartal 1 von 2020 habe ich eine Übersicht aller Projekte erstellt.
Momentan befinde ich mich mitten in Projekt Thunderstruck: Bis Ende des Monats, und am besten weit vorher, sollte ich ein Manuskript von 10.000 Wörtern in Englisch abgeben, sonst werden ein Haufen Leute sehr unglücklich werden, mich eingeschlossen.
Es ist eine Übung in Rajayoga. Und das erste Mal, dass ich über Charaktere schreibe, die ich nicht selbst erfunden habe. Wenn ich das schaffe, und bislang zweifle ich nicht, sollten auch andere Dinge kein Problem sein.



Old Surehand: Das Manifest
Die Offenbarung des Hl. Murtaugh: Ich bin zu alt für so einen Scheiß!
Seien wir ehrlich, ich bin jetzt 52. Auch wenn ich klinge wie ein dauerpubertierender 18jähriger, wird es langsam an der Zeit, zu überlegen, was ich die nächsten 52 Jahre mache, und will man da wirklich immer wieder die gleichen Fehler begehen? Ich habe jetzt allen Ernstes, wirklich, wirklich beschlossen, nur noch Sachen zu machen, die ich auch wirklich machen will. Nichts mehr, weil ich denke, ich muss; nichts mehr, weil ich denke, sonst macht es wieder keiner; nichts mehr aus irgendwelchen imaginierten oder tatsächlichen Verantwortlichkeiten.

Nicht mehr für lau, nix mehr für Ruhm und Ehre. Ich werde auch nichts mehr zu Ende schreiben, nur weil ich es mal angefangen hab'.

Stattdessen werde ich solche Sachen zweckentfremden oder gleich löschen.

Jeder Schuß ein Treffer.



Birthing the Antichrist
In einem Ordner X auf einem der Rechner, die im Keller des Internationalen Hauptquartiers vor sich hinträumen und die Algorithmen der multiversalen Magentaverschiebung zu berechnen versuchen, schlummern einhundert vergessene Essays und Meme.
Der Verstand der Harpyienkönigin.

 

Samstag, 27. Oktober 2018

Flash Fiction :: Jenseits aller Träume

Wenn der Herbstwind weht, kommt die Erinnerung wieder, und das weinfarbene Laub auf den stillen Straßen wird neu gemischt. Ein Orakel, die Karten eines unvollständigen Tarotspiels: Kannst Du in ihnen die Zukunft lesen, oder die Vergangenheit?

Die Erinnerung ist bruchstückhaft, die Trümpfe seltsam verändert. Dies sind die Blätter, die man die Großen Arkana nennt, die großen Geheimnisse, das Verborgene: „Der Turm in Ruinen“, „Der Lächelnde Tod“, „Der Engel der Tränen“ und „Das Seltsame Äon“.

Noch tanzen sie auf den stillen Strassen, bevor der Wind sie mit sich trägt, um ein neues Muster zu werfen, für einen Augenblick, für eine Ewigkeit.

Du bist diese Wege bereits zuvor entlang gegangen, entlang der nebelverhangenen Ruinen der Zeit. Die Tage stehen im Zeichen des Skorpions, die Sonne hat die Fetisch-Uniform des Pluto angelegt; an dem erhobenen Stachel zittert ein einsamer, schimmernder Tropfen Gift, der magische Spiegel: Kannst Du in ihm die Zukunft lesen, oder die Vergangenheit?

Bald wird aus dem Stachel Plutos die Sichel Saturns, dicht angelegt an der Kehle des Tages. (Eine Ader pocht unter der rostigen Klinge, zittert unter dem unglaublichen Gewicht der Zeit.)

Du kannst meditieren, du kannst beten; du kannst rennen, aber du kannst dich nicht verstecken. Der Herbst steht hinter Dir: ein bleiches Gesicht, eine fahle Form im Nieselregen. In der Finsternis über uns eine erhobene Klinge.

Dann ein Blitz, der Regen bringt.

Freitag, 10. Juni 2016

Werkstattbericht 2016-06-10



Herzliche Grüße von der Nordseeküste, aus den mythischen Gefilden von Zollern am Meer, nur kurz hinter dem Blanken Hans, einen Gruß weit entfernt von den Sieben Seelanden, wo man lieber tot ist als ein Sklav' und immer noch das hochherrschaftliche Wappen des Jungfrauenadlers zu finden ist. Es ist wahr! Meine Freunde, die Friesen, sind die wahren Söhne der Harpyie. Diesem Symbol für den Nordwind jedoch die stattliche Oberweite zu zensieren, ist eine moderne Idee, oder wie Nietzsche sagen würde, eine falsche Idee. Das ist doch mal ein unglaublich prätentiöser Anfang für etwas ganz Unprätentiöses:
Der wöchentliche Statusupdate.



Abgeschlossen:
Die Litaneien des Untergangs (5.400 Wörter) , Kurzgeschichte aus der Arullu-Serie, eine komplett umgearbeitete und erweiterte Neufassung der 3. Geschichte aus dieser Serie, die je geschrieben wurde [1984]. Etwas komplexer und stylisierter, als eigentlich geplant war. Das Geschnitze am Satzbau hat dabei mindestens genauso viel Material abgeworfen, die anderen Verwendungszwecken zugeführt werden können - die Bonus-Tracks dieser Single. Außerdem: Easter Eggs. Für den, der sie finden kann.
Haben sich die 32 Jahre Redaktion gelohnt? Man wird sehen.
Eine Zwischenversion des Anfanges findet der geduldige Leser HIER.

Bonus-Track:
"Es heißt, für die Zauberer von Arullu, diesem letzten Kontinent der Menschheit, haben die Hölle und selbst der Himmel ihren Schrecken verloren. Sie haben sich alle Geister des Firmamentes und der Elemente, auf der Erde und unter der Erde, untertan gemacht, und verachten die Götter der Menschen. Denn sie wissen, dass selbst der mächtigste unter ihnen nur ein Staubkorn in der Unendlichkeit des Universums ist; so wie die sterbende Erde, die sie bewohnen – ein kurzer Missklang in der ewigen Harmonie der Sphären, der noch vor der letzten Kadenz verklingen wird. Zu fürchten, so heißt es bei ihnen, sei nur die Furcht selbst, denn Furcht ist Versagen, wie es ihr heiligstes Buch lehrt.
Demjenigen, der keine Furcht kennt, sind keine Grenzen gesetzt, und so sind jene Hexer von Arullu vielleicht die mächtigsten Zauberer, die der Planet Erde je gekannt hat. Die eher zahmen Lehren ihrer Ahnen und Meister haben sie überwunden und wirken eine fremdartige Magie, die sie den Intelligenzen der bleichen Monde des Saturn abgerungen haben. Grimoires von den Leichen toter Welten benutzen sie, eine Million Jahre alt und für die Sinnesorgane des materiellen Universums nicht wahrnehmbar, und Zaubersprüche aus gefalteten Dimensionen, mit denen man erschreckende Perspektiven der Wirklichkeit bereisen konnte, die gewöhnliche Seelen in den Wahnsinn treiben würden – das Unmögliche ist ihnen längst gewöhnlich geworden, und da ist kein Gesetz mehr. Mitleidlos haben sie es überschrieben, die mächtigen Zauberer; sie bewerten nichts, und sind sich nur noch selbst gerecht."




Auf dem Schreibtisch:
(...tatsächlich seit unserem Umzug...)
(...und eigentlich unter dem Schreibtisch...)
German Pulp... das was man früher Groschenhefte nannte. Eine stattliche Sammlung, im Laufe der Zeit wegen Platzgründen extrem zusammengeschmolzen. Aber einiges wirft man einfach nicht weg. Hölle, die Mythor-Serie bewahre ich schon seit Jahrzehnten in eigenen Schmuckkästlein auf.
Alte Hefte von der besten Ehefrau von allen...
Und ganz alte Hefte von meinem Vater. Der hat wohl auch als junger Mensch eine leichte Vorliebe für Trash gehabt.
Tempus fugit, aber nicht ganz.



Soundtreck des Tages:
Highway 61 Revisited [Vinyl LP]
Und heute Abend krame ich mal in den ganzen CDs von Musikern, die es nie in den öffentlichen Handel geschafft haben.
So richtig independent. Was bin ich für ein Schelm.

Freitag, 3. Juni 2016

Werkstattbericht 2016-06-03




Herzliche Grüße von der Nordseeküste, aus den mythischen Gefilden von Zollern am Meer, wo das Wetter innerhalb von wenigen Tagen (oder Stunden) immer wieder neue interessante Einblicke in den Klimawandel offenbart. Zu meinem Geburtstag hat es noch geschneit, momentan stehen große Teile des Niederrheins unter Wasser und schwimmen davon, während man in meinem Studio am besten nur Bermudashorts tragen sollte, und man sich überlegen könnte, ob man sich einen eigenen Sandstrand für später in der Nacht zulegen sollte. Der Friese an sich bevorzugt herbes Bier, aber von der Stimmung her sieht es momentan eher aus nach bunten Getränken mit merkwürdigen Schirmchen.
Ah, Tempus fugit!
(Nehmen wir das als Wort des Tages. Ein Five-Letter-Word, das man mal so zwischen durch mit Verve und Ironie einwerfen kann, Dude...)



Sinnloses Trivia des Tages:
Habe heute morgen zum Wachwerden eine Binderune entworfen und aus ihr das (erste) Runen-Vévè gemacht.
Demnächst auf diesem Kanal: Anglo-friesisches Runen-Voodoo!
Nimm das, Flowers!



Revolution!
Zitat des Tages.
"Our computers rock harder than yours."

So wie sich das Wetter wandelt und die Zeit verfliegt, verfliegen auch die Termine und sind voller Wandel und Schrecken. Ende April saß ich noch mit einem eiskalten Caipirinha in der Küche und tat so, als ob ich mit der besten Gastautorin aller Zeiten eine Nemed House-Redaktionssitzung zelebriere, und kurz danach habe ich schon das volle Manuskript auf dem Tisch. Die Flasche Caipirinha ist immer noch halbvoll, das werde ich wohl erst heute ändern.
Wie Warren Ellis bin ich inzwischen dazu übergegangen, allen Projekten Codenamen zuzuordnen, wie beim Militär oder Geheimdienst, vor allem auch, weil man sich selbst ja auch mal überraschen will, aus welcher dunklen Gasse das nächste Meisterwerk herausspaziert.



Momentan auf meinem Schreibtisch:
Außer den anderen verdächtigen... (ich muss mal meine Karteikärtchen sortieren...)
Projekt "Belle du jour" - eine Anthologie, die wir vor einiger Zeit einfach mal so als eBook raushauen wollten, das aber langsam anfängt, nach immer mehr Gehirn und Umfang zu stöhnen, so wie ein Zombie in einer Modelshow. - momentan in Redaktion.
Projekt "Jungfrauenadler" - was ganz bizarres, das aber in unglaublich kurzer Zeit die Vorbereitungszeit hinter sich gelassen hat und bereits die Flügel spreizt.

(Ehrlich gesagt klingt dies alles vage bedrohlich und bedrohlich vage. Ob solche konspirativen Ankündigungen von echten Terroristen auch zusammengetippt werden...?  Der Fachmann wundert sich...)

Projekt "Lahmfinger" - ist genau das, nach was es aussieht. Der stete Kampf des Künstlers gegen den Perfektionismus. Logophobie, Hebephrenie, die neueste Single von Black Sabbath. Manchmal haste echt lahme Finger. Du solltest den Rest der halben Flasche Caipirinha schlörfen.
Ja, Meister.
Arullu wartet, und die malvenfarbene Zone.



Soundtreck des Tages:
Sun God: "Erzulie" (wegen dem hervorragenden Refrain an Yemaya).
Kein Link, kein Video - kaufen, ihr Nasen.

Majik! Majik!






Freitag, 29. April 2016

Das Lied von der Glocke

Meditation über den Verfall der Geistigen Werte, mit gedämpfter Stimme zu lesen:

Der Klang der Zukunft, eine Glocke. Sie haben Post.
Oder 'Hell's Bells', in einer Halloweenversion, in halber oder vielleicht geviertelter Geschwindigkeit. Sie haben Post.

Und ich muss immer wieder an Schiller denken. Das beste Zitat von ihm, ein passender Kommentar - in fast allen Lagen: "Gefährlich ist’s, den Leu zu wecken,
Verderblich ist des Tigers Zahn;
Jedoch der schrecklichste der Schrecken,
Das ist der Mensch in seinem Wahn."


Mir sind eigentlich die Menschen zuwieder, die anderen Menschen sagen, das Problem haben sie nicht, sondern sie seien das Problem. Das heißt heutzutage 'Herausforderung', meine Lieben. Und die Herausforderung sitzt meistens dreißig Zentimeter vor dem Bildschirm. In der Arbeit und der Freizeit. Und dann sind noch diejenigen darunter, den man erst einmal erklären muss, was ein Bildschirm und der ganze andere Teil des technologischen Hexenwerks ist. "Sie sind nicht verrückt... bleiben Sie ruhig, Sie hören keine Stimmen... das kleine Ding in Ihrer Hand... man nennt es ein Te-le-fon..." und "Nein, ich weiß nicht, was Sie gerade machen. Das kleine Ding in Ihrer Hand... es ist ein Te-le-fon und keine Kamera..."

Der Nachbar draußen im April-Schneeregen, der wegen Empfang mit seinem schnieken Superhandy auf und abgeht, kann es nicht fassen, dass uns regelmäßig Bücher geliefert werden. Er geht in Deckung, als ich den Hund ausführe und ruft mir noch hinterher, dass ich ja viel Geld haben müsse, er könne sich das ja nicht leisten. Höre ich da eine Glocke klingeln?

Ich stelle mich der Herausforderung: "Na, wenn Sie das bei ... bestellen, kriegen Sie so etwas teilweise viel billiger. Das höchste sind die Versandkosten, und die liegen bei drei Euro", sage ich höflich, derweil die Hündin an der Leine  ganz deutlich macht, was sie von der Unetrbrechung des Spaziergangs und von diesem Nachbaren im besonderen hält.

"Wie, im Internet? Neeeeee, viel zu gefährlich...", sagt er und bringt sich in Sicherheit, wobei er mir noch einen scheelen, wissenden Blick zuwirft. Ich schreibe mal 'scheel', weil mir kein besseres Wort einfällt. Eine eigenwillige Mischung aus Verachtung und Stolz, dass er anscheinend schlauer ist als ich. Ich werde beim nächsten Mal den Hund noch fester an die Leine nehmen müssen. Hunde riechen Herausforderungen, vor allem die geistigen. Ich lasse sie nicht an unsere Computer, das dürfen nur die Katzen.


Freitag, 15. April 2016

Werkstattbericht 2016-04-15


Herzliche Grüße von der Nordseeküste, aus den mythischen Gefilden von Zollern am Meer, wo der Wind uns daran erinnert, dass der April der grausamste aller Monate ist. Das Jahr hat sich noch nicht entschieden, was es werden will, und die Sturmriesen in den oberen Schichten der Athmosphäre treiben graue Wolken vor sich her, die es ab und zu wagen, einen eisigen Nieselregen von sich zu geben. Oder auch nicht. Das perfekte Wetter, um sich hinter dem Schreibtisch zu verstecken und in die düsteren Zeiten zu blicken, die hinter uns liegen.



Während des Umzuges hatte ich das Vergnügen, gefühlt eine Tonne Druckwerke zu einem großen Haufen aufzuschichten - zum ersten Mal seit acht (?) Jahren alle Bücher und Hefte an einem Ort, darunter auch meine alte Comicsammlung, die in den letzten Jahren in Bananenkisten schlummerte und von besseren Zeiten träumte. Leider alles vollkommen durcheinander, und man hat auch nicht wirklich die Zeit, alles zu ordnen so wie man es gerne hätte.

Freitag, 1. April 2016

Werkstattbericht 2016-04-01



Herzliche Grüße von der Nordseeküste, aus den mythischen Gefilden von Zollern am Meer, wo die Geister alter friesischer Häuptlinge und Grafen hinter den roten Backsteinbauten hervorlugen oder in den Fetzen des Frühnebels aus den Gräben steigen. Eine erste kurze Nachricht aus dem frisch eingerichteten Atelier. Die Luft ist besser geworden, ebenso die Infrastruktur. Wir haben jetzt inzwischen sogar warmes Wasser, und einen Geschirrspüler, der in einem durchläuft.
Eine kurze Epoche des Ab- und Aufbauens, des Abschlusses; das eine gewinnt man, das andere verliert man.
Ich beginne jetzt eine latente Umstrukturierung der Arbeits- und Verarbeitungsprozesse, mal sehen ob wir auf das Niveau vergangener Jahre wieder zurückkehren können.



"Inhaber von Kreditkarten russischer Kreditinstitute werden gebeten, die Gültigkeit Ihrer Karte im Ausland sicherzustellen. Ist dies nicht der Fall, ist eine andere Kreditkarte zur Zahlung vorzulegen."
Fand ich unheimlich lustig beim Mieten eines Umzugwagens. Der eine oder andere Kollege wird da sicherlich auch herzlich lachen.



Sinnlose Trivia des Tages:
"Ra's al Ghul", der moderne Fu Manchu-Ersatz, der einzig wirklich interessante Gegner Batmans, der nicht im Goldenen Zeitalter der Comics ersonnen wurde - das orientalische Genie (aber nicht allzu oriental, um niemanden zu beleidigen); das "Haupt des Dämons", der im ersten Nolan-Film von Liam Neeson und in der gelungenen Ersatz-Batman-TV-Serie "Arrow" von wechselnden Personen verkörpert wurde, ist tatsächlich der vollständige arabische Name des "Teufelssternes" Algol.
Soviel ist einfach herauszufinden, steht überall.
Algol ist ein veränderlicher Doppelstern im Sternbild Perseus. Perseus, der Batman Superheld der Antike ist vor allem bekannt für sein fliegendes Pferd Pegasus, und dass er die Gorgone Medusa enthauptete. Auf antiken Sternkarten stellt Algol diesen alles versteinernden Kopf dar. Das Haupt des Dämons = das Haupt der Medusa.
Das wäre doch mal ein Thema für den Smalltalk auf der nächsten Dinnerparty...



Das wäre heute erst einmal eine eher kurze Wortmeldung, ohne tiefen Einblick, aber das muss auch mal sein.
Ich muss mich hier an der Tastatur erst wieder einleben und die Prozesse optimieren, was wie immer vor allem heißt, den Strom der Gedanken und Assoziationen nicht aufzustauen, sondern vor sich hin plätschern zu lassen.
Irgendwie füllen sich die Staubecken. Mal sehen, ob die Deiche halten.

The Future is Dead :: Worlo-a-gogo

Das Erfinden einer neuen Identität wird wieder notwendig, die Auferlegung von Ordnung auf die rollende Landschaft des Chaos. Kommunikationsweisen, Medien, soziale Muster verkommen zu Posen und sind wie die sexuelle Ausrichtung dem Zeitgeist unterworfen. Die Unschärferelation der Persönlichkeit: zwei Eigenschaften können nicht gleichzeitig genau bestimmt werden.

Wir brauchen mehr Technik. Wir brauchen bessere Technik. Technomagick, magische Technik, Magie-Maschinen, gnostische Ingenieure: Supersuits, die uns aus den beschränkten Dimensionen unserer 4-Farb-Wirklichkeit heraustragen; schillernde Kirbytech-Maschinen, vor denen Raum und Zeit beschämt sind. In den Nomenklatur der Neuen Götter ist dies ein Worlogog.

Der Name verrät seine Herkunft: es ist die transäonische Logos-Maschine, Technologie der Vierten Welt, um sich in allen denkbaren Welten reinkarnieren zu können. Alles, was man sein kann...

Aber Logos ist nur ein Wort - das Wort, und dies ist eines der ersten Werkzeuge, die der Homo Faber auf seinem langen Weg zum Homo Superior ersonnen hat. Ein spitzer Stock, ein scharfer Stein, hervorragend geeignet, um den Verstand zu sprengen.

Keine Grenzen, keine Gesetze: Wenn oben wie unten ist, ist das Universum multiversal, ein pankosmisches Hologramm, in der eine Fortbewegung nach außen nicht notwendig ist. Da sind Welten in Welten, fremder als Mars und Xiccarph: es wird Zeit den Inneren Raum zu kolonisieren.

Mittwoch, 9. März 2016

dailyblog 2016-03-09

Beim Auspacken meiner Comicsammlung gefunden... die Miniserie, auf der die derzeit (?) laufende TV-Serie "DC's Legends of Tomorrow" basiert... gleich daneben "ROM Spaceknight" und eine weitere Tonne Hefte. Ignorieren Sie den verwirrten Herren am Bildrand. Nur ein alt gewordener Fanboy, der gerade einen Nerdgasmus hatte...




Da es anscheinend momentan nur noch einen halbautomatischen Linkgenerator auf Amazon gibt, hier ein hässlicher iframe in Weiss und ein paar Buchstaben um die lähmende Leere zu füllen....

mmmhmmm...

Leere...

aber vielleicht blätter ich derweil noch mal in den hübschen bunten Heftchen...

Montag, 29. Februar 2016

dailyblog 2016-02-29

Bald geht es in die neue Wohnung, und wir fangen schon mal an, Kartons zu füllen.Die Katzen können es kaum erwarten.


Mittwoch, 24. Februar 2016

Aufräumen [3]

Innere Vorbereitung auf den bevorstehenden Umzug...
Sicherheitsgurt um und Augen zu...

Während die beste Ehefrau von allen schon viele von den schlimmen Kleinteilen sorgsam verpackt hat, krame ich gerade in den bösen Aktenordnern und dem in hundert Jahren angehäuften Papierbergen herum.
Muss man wirklich jeden Sch... aufbewahren? Ist das Pflicht?
Oder soll man der Nostalgie frönen?

Semesterbescheinigungen der Universität Hamburg von vor 25 Jahren? (Nicht beurlaubt, heißt es da. In Wahrheit war ich innerlich auf Dauerurlaub...)
- Nee, weg damit
Lohnsteuerkarten auf appart kotzgrünem und rotzgelbem Karton von vor 20 Jahren?
- Nee, echt nicht.
Protokolle von Tempelarbeiten von vor 15 Jahren? (Kann man die noch mal lesen oder benutzen, z.B. um eine unangenehme Pause in der Diskussion der Hochlöblichen zu erzeugen?)
- Nee, aus dem Alter bin ich raus.

Andenken an die Verflossenen und Verblichenen?
Ich denke, ich werde den Schmerz mal rausschneiden.

Bald wird es Frühling.