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Montag, 11. Juli 2011

Neuauflage!

UNTER DEM BRUNNEN
Die Geheimnisse von Kingston.

Ein Horror-Roman in der Tradition von H.P. Lovecraft und Clive Barker


Cyprian Moncleef, ein junger Schriftsteller, der aus den Grabenkämpfen des 1. Weltkrieges mehr als eine äußere oder innere Schramme mitgebracht hat, ist an einem Punkt angekommen ist, an dem seine innere Zerrissenheit auch seinen Beruf zu ruinieren scheint. Doch der Urlaub in dem Städtchen Kingston ist nicht die beschauliche Idylle, die er sich vorgestellt hat. Merkwürdige Dinge gehen nachts auf dem Alten Friedhof der Stadt vor sich, und Cyprian muss bald feststellen, dass alle Vorgänge in Kingston von einer eigenartigen Geheimgesellschaft dirigiert werden, deren Einfluss sich in alle Richtungen zu erstrecken scheint. Und was verbirgt sich unter dem alten Brunnen im Wald, von dem die Sage geht, dass ein verschollener Indianerstamm ihn einst erbaute?

Support independent publishing: buy this book on Lulu.Dieser Roman von Axel M. Gruner ist ab sofort bei Lulu, dem führenden Anbieter für unabhängiges Publizieren im Internet, im beliebten Royalformat erhältlich. (ISBN 978-1-4477-6937-8, Zweite Ausgabe, 224 Seiten) Dem Nachwort der Erstausgabe wurde ein weiteres Nachwort hinzugefügt.

Sonntag, 10. Juli 2011

Shortcuts Juli 2011

Schnittwunden... nein Schnittmarken liegen mir in diesen Momenten auf der Zunge am Herzen. Ich befinde mich in den letzten Zuckungen der Umstellung des Nemed House Programmes. "Unter dem Brunnen" neugesetzt und erfolgreich veröffentlicht... der beste Moment um auch alle anderen projekte auf einen verbindlichen Standard umzustellen, und vielleicht noch ein paar optische Verschönerungen unetrzumogeln. Die Projekte bei lulu.com erfordern ein fromatfestes Pdf, was natürlich eigentlich nicht das Problem ist, es sei denn natürlich man hat eine Vorliebe für alles, was jenseits der Deustchen IndustrieNorm liegt. "Royal" (ohne Käse) ist natürlich non-DIn. Merci. Jeder deutsche Pdfdrucker fabriziert aber DInA4-Formate oder unverständlciehn Käse (man sollte keine thailändischen Pdfs erzeugen...)
Also, meine kleinen Büchlein, heute werdet ihr beschnitten! (-- passenden Witz bitte hier einfügen...) Druckerpdfs sind in 209,9 x 297,04 (das ist auch kein DIn, oder?)
Bitte reduzieren auf 156 x 234 (Royal)
Schnitt unten: -63,04
Schnitt links: -26,95
Schnitt rechts: -26,95

Während der Herstellung der Neuauflage von Unter dem Brunnen bin ich ein wenig schwermütig geworden... die Ersterscheinung im unpraktikablen (aber geilen) Pocketformat liegt nun auch schon ein paar Jährchen zurück, es gab ein paar interessierte Anfragen und einige interessante Rezensionen derselben. Kurzzeitig bin ich versucht, einem schweren Anfall von Nostalgie nachzugeben und gaaaaaanz genau zu erklären wer und wo in diesem Roman das erstemal in einer der anderen drei Millionen unveröffentlichten Meisterwerke aus meiner Feder auftauchen.
Achne, lass mal...
Stattdessen habe ich ein kleines Nachwort zum Nachwort beigefügt, und die "Vorgeschichte", wenn man es so nennen darf, wird zur Feier der Neuausgabe von Unter dem Brunnen im nächsten Redmask erscheinen, unter dem Titel "Stadt der Selbstmörder".
Nimm das, Retrowurst!

Nächstes Problem: eine der Hausschriften lässt sich nicht mehr im Pdf einbetten. Für den Laien: das heisst, wenn die Schrift der Pdf-Datei nicht beigefügt ist, wird sie auf jedem anderen Rechner durch eine im Betriebssystem vorhandene Schrift ersetzt, was natürlich mies aussieht und durchaus auch die Lesbarkeit verringern kann. Lulu.com ist so weise und verweigert schon mal pro forma die Entgegennahme solcher Datein.
Da das Problem bei jedem erhältlichen Pdf-Drucker auftaucht, liegt es wohl an der Schrift. Nanu?
Glücklicherweise hat der Designer, der die Schrift kreiierte, diese Probleme wohl auch schon mitbekommen und eine korrigierte, verbesserte Version des Fonts (und all der anderen, die man bei ihm klauen kann...) bereitgestellt. Also: alle Fonts aus dem Ordner löschen und die neue Version derselben hochladen.
passt. Nun sind die Überschriften in Redmask etc. wieder schön retro.
Mein Dank dem Kollektivgehirn, vor allem aber Zapato Production interdimensional. Viva la revolución!

Freitag, 1. Juli 2011

Books by Nemed House :: Update

Mit dem 01.07.2011 stellt NEMED HOUSE sein Verlagsprogramm in den Formaten und den Themen um. Romane und Anthologien aus dem pahantastischen Bereich (SF, Fantasy, Horror, Mystery und Subgenres derselben) erscheinen in dem bewährten Royal Format. Bücher, die andere Themen zum Inhalt haben, werden in Zukunft nicht mehr unter dem NEMED HOUSE Label erscheinen.
Update: Alle Bücher, die unter anderem Format oder zu anderen Themen erschienen sind, wurden inzwischen abgeschaltet, die bis zum 01.07.2011 eingegangenen Bestellungen werden aber natürlich ausgeführt.
Update: Die Neuauflage von "Unter dem Brunnen" im Royalformat steht kurz vor dem Abschluss, eine ISBN-Nr. wurde bereits erteilt. Dazu mehr in den kommenden Tagen.

Sonntag, 12. Juni 2011

Die letzten ihrer Art

NEMED HOUSE stellt das Verlagsprogramm um.
In Zukunft werden unter diesem Label nur noch phantastische und unheimliche Literatur präsentiert.
Gleichzeitig werden wir uns auf ein Format beschränken, damit auch rein optisch alle unsere Publikationen zusammenpassen.
Dies kommt nicht unangekündigt.
Betroffen davon ist u.a. der unheimliche Roman "Unter dem Brunnen" sowie der Doppelband "Opus Magnum" mit Veröffentlichungen aus den Archiven des Nordens (Rosenkreuzer und so... demnächst Neuausgabe bei unserem neuen Gemeinschaftsprojekt, Codename , erhältlich.) 
Unsere Leser haben noch bis zum 1. Juli in unserem Bookstore bei lulu.de die Möglichkeit, diese drei Bücher mit einer Ermäßigung von 20% Vorzugspreis zu bestellen.
Der Countdown tickt...

Samstag, 21. Mai 2011

Shortcuts Mai 2011

Moin. Ich bin heute mal statt weiter zu schreiben ein wenig übers platte Land gefahren, die Sonne genossen und inenrlich ein wenig die Projekte und den Look sortiert, die ich in der nächsten Zeit veröffentlichen will. Als erstes bin ich mal durch das Styling dieser Webseite gegangen, und habe die ganzen Web 2.0-Spielereien (Kurzvorschauen, integrierte Schriften u.a.) herausgehauen. Auch die Farben habe ich ein wenig aufgehellt. (Wer's gemerkt hat: RGB #407864 anstelle von #2b5043...)

Gestern wollte ich mir in der Eingangshalle unseres ehrwürdigen Technologiezentrums noch mal schnell ein paar alte Postings ansehen, und der allgemein verfügbare Rechner eröffnete mir, dass meine eigenen Seiten wg. interner Schutzbestimmungen nicht angezeigt werden können. Sehr ärgerlich. Mal sehen, ob die Seiten jetzt ordentlicher und vertrauenserweckender herüberkommen...

Item! (Was auch immer das heissen soll...) Zur Umstellung gehört auch, dass ich das Verlagsprogramm von Nemed House umstellen werde, und unter diesem Label nur noch die phantastische und unheimliche Literatur präsentieren werde, die man dort erwartet. Gleichzeitig werde ich die Formate vereinheitlichen, damit man die Bücher auch schön in eine Reihe stellen kann.

Das von mir favorisierte und erfolgreichste Format nennt sich "Royal" (ohne Käse). Bei lulu.de werden seine Abmessungen mit 15.593cm x 23.389cm oder 6.139" x 9.21" angegeben. Das ist nahe an einem Standardformat mit den Abmessungen 15,5 cm x 22,0 cm , also ein wenig größer als DinA5. Liegt aber dennoch noch gut in der Hand, oder? Und da man hier noch ein paar Buchstaben mehr auf die Seite bringen kann, ist das Endprodukt etwas günstiger als in einem kleineren Format. (Der Irrsinn der Onlinedruckereien, naja...)

P.S. Von allen NEMED HOUSE-Titeln ist allein "Unter dem Brunnen" in einem anderen Format denn dem "Royal" (ohne Käse) erschienen. Spätestens zum 1. Juli 2011 werde ich "Unter dem Brunnen" ebenfalls als Royal (und somit günstiger) anbieten, wer es also noch als echtes Pocketbook haben will, sollte jetzt noch eines bestellen. Und zwar >>> HIER.
Listenpreis: €13.00
Preis: €11.05
Sie sparen: €1.95 ( 15% )
Versand dauert 3-5 Werktage

Demnächst hier mehr über unser Gemeinschaftsprojekt, Codename .
(Lange lebe der internationale Unicode-Zeichensatz!)

Freitag, 4. April 2008

Unter dem Brunnen :: Reaktionen

Seit einiger Zeit versuche ich mich ja unter meinem alten Label NEMED HOUSE auch als Verleger eigener und (demnächst) fremder Schriften. Ist ein alter Kindheitstraum von mir, und nein, reich wird man dabei nicht. Aber es freut mich natürlich, wenn andere an den von mir veröffentlichten Büchern Interesse oder Freude haben. Mit UNTER DEM BRUNNEN scheine ich den kollektiven lovecraftianischen Untergrund der Bundesrepublik getroffen zu haben.

Cthulhu-Newsletter #101
Lovecraft/Cthulhu-Liste
Omnia Exeunt in Mysterium

An alle Beteiligten, danke für den Link und die unter Umständen netten Worte.

Im Horror-Forum ging es in einem eigenen Thread dagegen eine ganze Zeit lang hoch und runter. Vor allem wurde negativ angekreidet, dass der Roman bei lulu.de nur via Kreditkarte ("Mieses Plastik") oder Paypal zu kaufen ist. (Der Gratisdownload jedoch scheint kein problem darzustellen...) Um es einmal deutlich zu machen: Würde ich den Roman bei Amazon oder einem ähnlichen Versand einstellen, müsste ich zu den Herstellungskosten noch einmal die Provision des Buchhändlers dazuschlagen, um keine Miese zu machen. Bei Amazon wären das, so sagt man, gerade mal etwas mehr als 50%. Das kann ich natürlich machen, aber dann würden sich die potentiellen Kunden sicherlich beschweren, dass das alles so verdammt teuer ist.

Wie gesagt, reich wird man damit nicht, aber ich bleibe doch lieber bei dem Procedere. Und für die, die Kreditkarten oder Paypal verachten, bleibt ja immer noch der Gratisdownload.

Freitag, 16. November 2007

Unter dem Brunnen :: Geschnittene Szene

Beim Schreiben von Texten - gerade in Zeiten des Textverarbeitungsprogrammes - überholt sich der kreative Gedanke manchmal selbst. Fragmente, Formulierungen, ganze Szenen fallen unter den inneren Schneidetisch des Autoren, weil sich der Erzählfluß plötzlich in eine ganz andere Richtung wendet. Folgende Szene habe ich vom Boden aufgehoben, die von "Unter dem Brunnen" liegengeblieben ist. Wie bereits erwähnt basiert der Titel "Unter dem Brunnen" auf T.S.Elliotts "The Waste Land", ein Begriff der unmittelbar aus dem Arthurmythos stammt und auch mit Frazers "Goldenem Zweig" zusammenhängt. Einen Augenblick lang hatte ich die Idee, dass ich diesen Themenkomplex - den des Sakralkönigs, der sein Leben für das Land geben muß - auch behandeln müsste...


Fragment "Der Gütige ist frei..." (August 2007)

Die meisten Menschen verschwenden mehr Zeit damit, Schmerzen zu vermeiden als Freude zu gewinnen.

Wussten Sie, dass im alten Italien, am See von Nemi, ein der Mondgöttin geweihter Hain heiliger Eichen stand, dessen einziger Bewohner ein zottiger ungewaschener Mann war, der den ganze Tag – und sicher auch die Nacht – mit gezogenem Schwert einen einzigen auserwählten Baum bewachte. Dieser Mann war der König des Waldes, ein König und ein Mörder, ein Priester der alten Mysterien – der Mysterien des Mondes, des Schwertes, des Blutes. König des Waldes war er geworden, indem er seinen Vorgänger ermordet hatte – und in angemessener Zeit wurde auch er von demjenigen ermordet werden, der ihm nachfolgen würde. Ich bin fasziniert von solchen Kindergeschichten, Sie nicht? In diesen Märchen und primitiven Bräuchen kann man sehr viel Wahrheit finden, einen profunden Kommentar zum Wesen der Natur oder auch dem herzen der Menschen. Rot sind Sie, rot, wenn sie aus der Brust gerissen dem Mond dargeboten werden. Und grün sind die Bäume, deren Wurzeln sich an diesem Blut satt trinken. Die alten Italiener wussten dies besser als diejenigen, die nun ihre geheiligte Insel bewohnen. Der König des Waldes regierte durch Blut und Mord, und er konnte nur solange König sein, wie er stark war, denn wurde er schwach, würde er unter der Sichel des Prinzen fallen und sein rotes Blut das Grün nähren. Eine simple und einleuchtende Lehre, oder? Dem Wald erging es gut, solange der König des Waldes stark war, und auch er lebte nur solange er stark war wie die Eiche, die er im Namen des Mondes, der jungfräulichen Hure, bewachte.

„Der König, der für sein Königreich geopfert wird – eine romantische Vorstellung, nicht wahr? So sind die unreifen Ideen junger Männer, die glauben dass der Künstler für seine Kunst leiden muss und unter den kalten Füssen seiner Muse seinen letzten Atemzug tun muss, um seinem Werk Relevanz zu verleihen, und Tiefe.“

„Wenn die Natur durch menschliche Gesetze beherrscht oder unterdrückt wird, entsteht als Folge das Wüste Land. Und wer die Natur ablehnt, lehnt damit notwendigerweise auch den Geist ab, weil beide ebenso untrennbar sind wie Licht und Schatten.“

„Ist der König verwundet, wird das Land zur Wüste“, schnarrte Angus. „Er muss erneut vom Blut des Grals trinken, um wieder zu erstarken.“

Und wie verträgt sich das mit Vorstellungen vom König der Furcht, dem Herren dieser Welt? Die Seele der ganzen Welt ist zu einem Wüsten Land geworden.

Soll er denn die Erde nicht berühren und die Sonne nicht mehr sehen?

Wovon soll er trinken, um wieder zu genesen?

Mittwoch, 12. September 2007

Leere Zisternen (2)

1988 war ein gutes Jahr für die Hamburger Fantasy. Jedenfalls südlich der Elbe, wo die Schatten der Schwarzen Berge düster auf die Tannenwälder von Waldfrieden drücken…

Ein stimmungsvoller Anfang, nicht wahr? Tatsächlich ist das einzige, was an Waldfrieden stimmungsvoll oder gruselig ist, die allsonntäglichen Wandergemeinschaften von Greisen, die den benachbarten Heidefriedhof heimsuchen. Dies ist nicht unbedingt der Ort, an dem man Spannung und Action erwartet, nur das langsame Versickern eines Herbstmontages… Phantasie, geschätzter Leser, ist hier ein Gut, um das gekämpft und mit aller Gewalt dem kargen Heideboden abgerungen werden muss.

Kehren wir zurück ins Jahr 1988, ein gutes Jahr, jedenfalls soweit es mein eigenes Schaffen betraf. In diesem Jahr jonglierte ich mit mehr Serien und Charakteren, als es gesund sein konnte, und fand auch nichts dabei, zusätzlich zu einem mythischen Kontinent (Arullu am Ende der Zeit) noch einen anderen Kontinent aus den Urgewässern zu ziehen, auf dem ich mich literarisch austoben konnte – Lemuria, am Anfang der Zeit. (Tatsächlich gab es das alles schon länger, aber darüber wollen wir um einer guten Story wegen einmal hinwegsehen – schnell, lesen Sie weiter!)

Lemuria, Wiege der Menschheit! Lemuria, Reich der Schatten!

Lemuria, Heimat eines Schreibstiles, der noch korrupter war als jede gefälschte Zeile Clark Ashton Smith, mit der ich Arullu unlesbar machte! Die Pein! Der Schmerz!

Es wurde wohl an der Zeit, mal etwas Neues auszuprobieren. 1988 versuchte ich mich also an Abenteuern in Lemuria, die nicht so korrupt zu lesen waren, deren ‚Held’ jedoch ungleich korrupter war als die stattlichen Kreaturen mit wohlgeölten Muskeln, die ich als treuer Conanfan bislang bevorzugt hatte. Titelmelodie! Licht! Auftritt Cataphrax. Cataphrax der Verdammte.

Ein ungeschlachter Riese mit einem rostigen Henkersschwert. Unrasiert und grobschlächtig. Mit Augenklappe. Leider habe ich damals darauf verzichtet, ihm auch einen Papageien auf die Schulter zu setzen. Schön war er nicht, aber effektiv. Wenn Conan der Mann ist, der Gegner nur einmal hat, war Cataphrax der Mann, bei dem jeder tunlichst darauf verzichtete, ihn zum Gegner zu bekommen. Sein Anblick genügte. (Vielleicht auch sein Aroma.) Man könnte also sagen, ein Antiheld – auch wenn dies nur halb richtig war. Und was machte dieser Antiheld in Lemuria, dem Reich der Schatten?

Er bekam es mit jemandem zu tun, der anscheinend am Grunde eines Brunnen lebte…

Sonntag, 9. September 2007

Leere Zisternen (1)

"UNTER DEM BRUNNEN" entstand nicht aus einem Vakuum heraus. Neben den historischen Figuren und Konzepten entstammen auch einige der Grundbilder - innovativ verknüpft mit anderen Konzepten - aus bereits veröffentlichten Quellen. Während die Idee des "Brunnens" selbst tatsächlich irgendwo in meiner eigenen Phantasie anzusiedeln ist, stammt einiges der Verkleidung und Ausschmückung aus einem Gedicht von T.S. Elliott, auf das ich stieß, als ich gerade angefangen hatte, das Originalmanuskript zu schreiben: The Waste Land. Eine bestimmte Zeile im letzten Teil elektrifizierte mich, und ich konnte mich nicht zurückhalten, einige der Bilder aus diesem Abschnitt von The Waste Land auch nach Kingston zu bringen - rund um, und teilweise unter dem Brunnen...
A woman drew her long black hair out tight
And fiddled whisper music on those strings
And bats with baby faces in the violet light
Whistled, and beat their wings
And crawled head downward down a blackened wall
And upside down in air were towers
Tolling reminiscent bells, that kept the hours
And voices singing out of empty cisterns and exhausted wells.
In this decayed hole among the mountains
In the faint moonlight, the grass is singing
Over the tumbled graves, about the chapel
There is the empty chapel, only the wind's home.
It has no windows, and the door swings,
Dry bones can harm no one.
Only a cock stood on the rooftree
Co co rico co co rico
In a flash of lightning. Then a damp gust
Bringing rain
(Vollständiger Text von The Waste Land lizenzfrei bei Wikisource)

Donnerstag, 30. August 2007

Unter dem Brunnen :: Nachwort

Eine autographische Skizze

„Unter dem Brunnen“ ist kein neues Werk, auch wenn ich vor ein paar Tagen erst die letzten Sätze geschrieben habe. Das heißt nicht, dass ich bei diesem Werk nie zum Schluss gekommen bin – ganz im Gegenteil. Der Schluß – das Ende – ist unausweichlich und das war es immer. Nur habe ich diesen Roman inzwischen schon dreimal geschrieben – hoffen wir, dass es nunmehr, nach den Ergänzungen und Kürzungen der letzten Tage, das letzte Mal ist.

Entstanden ist „Unter dem Brunnen“ zum ersten Mal irgendwann Anfang der 90er Jahre des vorhergehenden Jahrhunderts – wahrscheinlich 1992, aber da gehen die Meinungen auseinander. Damals war es noch eine relativ einfach konstruierte Geschichte von einem jungen Schriftsteller, der in einer neuenglischen Kleinstadt auf vormenschliches Erbe trifft. Eine von vielen Hommagen an die Werke von H.P. Lovecraft und Clark Ashton Smith, die ich damals schrieb, angeregt von T.S. Elliotts großartigem Prosagedicht „The Waste Land“ (das Wüste Land), das auch den scheinbar so unspektakulären Titel inspirierte. Der hilflose Held und das ‚transkosmische’ Grauen gehörten damals zu den Themen, die mich interessierten. Unter anderem. Ich hätte natürlich auch eine einfache Hommage an Lovecraft schreiben können, dann wäre dort unter dem Brunnen wahrscheinlich die geheime Kirche von Shub-Niggurath und ihren tausend Jungen aufgetaucht, oder die protoplasmischen Städte der Shoggothen. Stattdessen ließ ich Motive aus einer meiner juvenilen Fantasyserien auftauchen, die wohl mehr als alles andere Fritz Leibers Geschichten um Fafhrd und den Grauen Mausling ihre Existenz verdanken. Cyprian Moncleef traf also damals auf die Überbleibsel des Schwarzen Lemuria (eines Kontinents, den die Wissenschaft schon lange in die Phantastereien der Theosophen verbannt haben). Insgesamt war die Geschichte also etwas einfacher und kam mit weniger Ideen aus. Vielleicht hätte man an diesem Punkt innehalten sollen – die Probleme, die das Verfassen einer solchen Geschichte in der guten, sauberen (!) Pulp-Tradition darstellen, sollten ja eigentlich ausreichend sein.

Stattdessen überkam mich ein paar Jahre später die großartige Vorstellung, dass die Geschichte eigentlich größer sein sollte. Zu dieser Zeit neigte ich auch eher zu so genannten ‚literarischem’ Horror, nicht zu so unschuldigen Vergnügungen wie sabbernden tentakelköpfigen transkosmischen Monstrositäten. Man könnte sagen, dass aus dieser Grundhaltung alle eigentümlichen und sicherlich manchmal auch unangenehmen Elemente der Geschichte entstanden – teilweise schrieb ich auch, um mich selbst zu erschrecken. (Schreiben muss manchmal wehtun, und damit meine ich nicht nur blutende Fingerkuppen!) Es war kein Exorzismus, nicht im eigentlichen Sinne des Wortes – die bösen Geister, die sich in die Geschichte einschlichen – der erste Weltkrieg, Louie Bancroft, die Bruderschaft und natürlich auch Cyprian Moncleefs psychosexuelle Abnormalitäten – wurden nicht ausgetrieben (ich selbst habe solche Neigungen nur in zu vernachlässigendem Masse), sie wurden erschaffen. Ich baute mir ein paranoides Universum zusammen, in dem ich selbst nicht leben mochte. Nicht mehr das unschuldige Leiden des hilflosen Helden von Lovecraft, eher die psychologische Folter des schuldigen Helden bei Clive Barker, der aber dennoch wohlig schluchzt, wenn man ihn bei lebendigem Leibe häutet. (Wie gesagt, in dieser Art Universum möchte ich nicht leben.)

Auf der anderen Hand versuchte ich die Abnormalität der Personen durch eine detaillierte und historisch akzeptable Umwelt auszugleichen – die gesamte Stadtgeschichte und der Stadtplan von Kingston stammt ebenfalls aus dieser Zeit, mitsamt seiner Umgebung. Ein detailliertes, paranoides Universum – sowohl Al Capone als auch Aleister Crowley und die Kennedys tauchen bloß als eher unwichtige Nebenfiguren auf. Und dies gibt tatsächlich auf eine düstere bösartige Weise Sinn. Selbst die großen Gestalten der Geschichte sind nur Spielfiguren, die von unsichtbaren Mächten verschoben werden. Allerdings wusste ich im Gegensatz dazu nicht, als ich das erste Mal von Preacher’s Rock schrieb, was es mit diesem ominösen Prediger auf sich hatte. Solche Sachen ergeben sich am Ende von allein. Ein bösartiger Teil des Unterbewusstseins hat irgendwann so viele Hinweise und Anspielungen gegeben, dass die unausweichliche Schlussfolgerung offen da liegt. Ähnlich ist es mir später noch einmal ergangen – den Abschnitt, indem Louie Bancroft gefoltert wird, zu schreiben, kam mir schon bald nachdem ich „Unter dem Brunnen“ das zweite Mal geschrieben habe. Warum jedoch diese Szene wichtig war, merkte ich erst, als Henoch Fogerty in seinen Monolog ausbrach. Dennoch kann ich nicht sagen, dass seine Offenbarungen als Überraschung kommen würden. Hätte es anders sein können?

Man mag es als etwas affektiert erachten, das größte Schreibvergnügen habe ich bei den historischen Anspielungen und Hintergrundinformationen empfunden, die dieses Werk würzen. Viele basieren übrigens auf realen Tatsachen, wie unglaubwürdig sie auch klingen mögen. Ich hoffe jedoch, dass es sich dennoch um ein anderes Universum handelt: Leben mag man in ihm nicht, auch wenn es ein amüsantes Exerzitium war, es zu erschaffen.

(Den gleichen Gedanken hat Gott wahrscheinlich auch manchmal, wenn er diese andere, größere Welt betrachtet.)

Sonntag, 26. August 2007

Neuveröffentlichung!

UNTER DEM BRUNNEN
Die Geheimnisse von Kingston.


Ein Horror-Roman in der Tradition von H.P. Lovecraft und Clive Barker


Cyprian Moncleef, ein junger Schriftsteller, der aus den Grabenkämpfen des 1. Weltkrieges mehr als eine äußere oder innere Schramme mitgebracht hat, ist an einem Punkt angekommen ist, an dem seine innere Zerrissenheit auch seinen Beruf zu ruinieren scheint. Doch der Urlaub in dem Städtchen Kingston ist nicht die beschauliche Idylle, die er sich vorgestellt hat. Merkwürdige Dinge gehen nachts auf dem Alten Friedhof der Stadt vor sich, und Cyprian muss bald feststellen, dass alle Vorgänge in Kingston von einer eigenartigen Geheimgesellschaft dirigiert werden, deren Einfluss sich in alle Richtungen zu erstrecken scheint. Und was verbirgt sich unter dem alten Brunnen im Wald, von dem die Sage geht, dass ein verschollener Indianerstamm ihn einst erbaute?

Support independent publishing: buy this book on Lulu.Dieser Roman von Axel M. Gruner ist ab sofort bei Lulu, dem führenden Anbieter für unabhängiges Publizieren im Internet, erhältlich. (280 Seiten, 4.25" x 6.88", Fest Bindung) Taschenbuch €12.50

Sonntag, 5. August 2007

Publikationen :: Update

Ich habe inzwischen die Pyropunkromane, an denen ich gearbeitet habe, kurzzeitig beiseite gelegt (hoffentlich wird dies nicht ein ungewollter Epitaph!). Der Roman, den ich redigiert habe, ist zwar eigentlich fertig, kommt aber sicher besser, wenn er - wie vor Jahrhunderten geplant - Teil der ursprünglichen Trilogie ist. Das bedeutet natürlich, dass ich die anderen beiden Bände auch schon fertig haben sollte. Das könnte dann aber etwas dauern. Da ich mir aber fest vorgenommen hatte, diesen Monat noch das nächste Buch herauszubringen, habe ich also kurzzeitig ein anderes Manuskript hervorgezogen.

Dies ist "Unter dem Brunnen", ein in sich abgeschlossener Horror-Roman "in der Tradition von H.P.Lovecraft und Clive Barker", d.h. sowohl mit Innereien als auch 'kosmischem Grauen'.) Wenn das Wetter mich nicht noch mehr ausbremsen sollte, brauche ich zur Redaktion dieses Meisterwerkes nur die Rechtschreibung zu prüfen und vielleicht ein oder zwei kurze Szenen nachzutragen, die ich schon seit langem im Kopf hatte, die ich aber bisher vermieden hatte zu schreiben, da das Manuskript ja sowieso nur faul im Archiv rumlag.

Hier als kleiner Teaser das Titelbild, unter dem es wahrscheinlich erscheinen wird: