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Mittwoch, 10. Juli 2013



Eine der vielen urbanen Legenden, die in Zollern am Meere, vor allem unter den Jüngeren und in Belangen der deutschen Geschichte Unsicheren weiter erzählt wird:
In den Ruinen dieses unweit des ehemaligen U-Boothafens gelegenen Hauses hat sich Adolf Hitler versteckt. Oder sein Goldschatz.
Es gibt mehr als einen, der in den unter Wasser liegenden, fauligen Keller dieser Struktur herabgestiegen ist, um das Geheimnis zu lösen. Offensichtlich spukt es dort.
Und nein, ich habe mir das nicht ausgedacht.









Bilder des Geisterhauses, 23.06.2013

Sonntag, 13. Mai 2012



Die moderne Geistergeschichte des 21. Jahrhunderts folgt uns Tag für Nacht. Unbewußt, unbekannt, wie in unsichtbarer Begleiter, dessen Atem uns kaum hörbar in den Nacken schlägt.
Die alten Gebäude der viktorianischen Zeit, die wilhelminischen Bauten, die Naziruinen, sie sind längst den Baggern zum Opfer gefallen und unter Asphalt begraben. Aber der Asphalt ist unsterblich. Er erinnert sich an jeden Schritt und jeden Schrei, das Rascheln im Nebel, den Glanz des Messers auf seinem feuchten Gesicht.
Die Bahnschienen, die einst durch diese Stadt liefen, haben unsichtbare Narben hinterlassen, auf denen in kalten Nächten noch immer Züge fahren, mit schwarzen Fenstern. Ihre Maschinen verursachen kein Geräusch, ihre Räder scheinen sich nicht zu bewegen.
Und welche Fracht bringen sie nach Bethlehem?





Bilder einer verlassenen Industrieanlage, 06.06.2012

Samstag, 5. Mai 2012



Die moderne Geistergeschichte des 21. Jahrhunderts ist eine Geschichte der Industriearchäologie.
Die Geister, die in ihnen spuken, haben Knochen aus Eisen und sprechen mit dem durchdringenden Schrillen eines prä-Internet-Akkustikkopplers, die Sprache der Engel zu 110 Baud.

Dies sind die Artefakte einer Zukunft, die niemals kommen wird, historische Systeme von Gewerbe, Industrie und Verkehr, erleuchtet wie Neon, Symbole von Gehirnen, die dem normalen Menschen so fremd sind wie die Lehren der schwärzesten Magie.
Sie überleben auf schmucklosen Schwarzweiß-Photographien, und suchen die Erinnerung heim.

Wie viele Tage bist Du hier gewesen?
Wie viele Nächte?
In wie viele Träume haben sie sich eingeschlichen, die Industriedenkmale, die wispernden Kabelnetze, die Produktionsstätten der Erniedrigung, und die Architektur der Furcht?








Bilder Technologiezentrum NW, 05.06.2012 (im Folgejahr zum großen Teil abgerissen)