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Sonntag, 26. Juli 2015

Schlechter Umgang

Im Zuge der Recherche für ein super-super-hyper-hoopy streng geheimes Projekt von NEMED HOUSE/Redmask Press bin ich über folgendes Zitat gestolpert:
"Der Tod bringt besonders für solche Menschen keine Ruhe, die keines natürlichen Todes gestorben sind, auch Unglück oder Schiffbruch erlitten, ein böses Leben geführt oder sonst nach dem Glauben der Leute das Lebensziel nicht erreicht, also ihren Zweck nicht erfüllt haben. Sie bleiben an die Erde gefesselt, sie müssen umgehen, waizen, geistern, sich üben; sie spuken in Menschen oder Tiergestalt, als rachsüchtige oder nach dem Leben sehnsüchtige Geister, wie z. B. Ermordete, Mörder und Selbstmörder, Ungetaufte, in Liebesglück Umgekommene, Lediggebliebene, im Kindbett Verstorbene, habsüchtige, betrügerische Müller, Wirte und Verkäufer, Geizhälse und Grenzsteinverrücker. Sie werden dann Spuk, Wiedergänger, Umgänger oder Neuntöter u. a. genannt. In verschiedenen, z. B. in westfälischen Sagen wird uns dann noch mitgeteilt, daß ein derartig Schuldiger seinem eigenen Leichenzuge aus dem Giebelfenster seines eigenen Hauses stier nachblickt.
Wie gerade in diesen Sagen der strenge Gerechtigkeitssinn hervortritt, der Habsucht und Übermut, Betrug und Diebstahl schrecklich straft, ist an anderer Stelle betont. Die Strafen selbst sind verschieden: die Alm vergletschert, das üppige Kloster versinkt in den Erdboden, die Marsch überflutet, die übermütige Stadt verschwindet im Meeresboden, die sündigen Liebenden verwandeln sich in starre Felsen, die schöne Gegend wird eine tote Wüste." (Die Sage (1908) von Karl Wehrhan)
Von Wiedergängern hat man ja schon gehört, aber Umgänger?
Da müssen wir doch mal nachhaken, meine Damen...


Samstag, 22. Juni 2013

Mythos :: Die Hexenlichter der Seneca



Ga’hai oder Hexenlichter nennen die Senecaindianer des Bundesstaates New York eine bestimmte Art nächtlicher unheimlicher Lichterscheinungen, die die Wälder und Sümpfe heimsuchen. In ihren Legenden werden sie beschrieben als fahle, sich nach eigenen Gesetzen bewegende etwa kopfgroße Lichter, die manchmal träge, Geistern gleich, unsichtbaren Wegen folgen oder sich langsam aus dem Boden erheben. Manchmal rasen sie aber auch in rascher Geschwindigkeit über die Baumwipfel rasen, Kometen gleich, deren Ziel unweigerlich ein übler Ort ist, ein Friedhof, ein Schlachtfeld, oder ein Sumpf, in dem das Böse umgeht. In dieser Form ähneln sie auf erstaunliche Weise den Beschreibungen, die spätere Jahrhunderte von anderen unidentifizierten fliegenden Objekten ablieferten – UFOs.

Der französische Forscher Jacques Vallee stellte bereits in den 60er Jahren die Hypothese auf, dass UFOs nicht einen tatsächlich außerirdischen Ursprungs haben – dies wäre nicht nur unökonomisch sondern widerspräche auch der Tatsache, dass ähnliche Erscheinungen während der gesamten menschlichen Historie dokumentiert wurden. Sie könnten vielmehr Manifestationen eines (vielleicht vierdimensionalen) Bewusstseins sein, das nicht an unser Raumzeit-Gefüge gebunden ist. Dies würde erklären, warum das Flugverhalten der UFOs von Gravitation und Aerodynamik losgelöst zu sein scheint, sondern auch die scheinbare Manipulation von Raum und Zeit, die in manchen Begegnungen vorzuliegen scheint.

Die Ga’hai haben ihren abendländischen Namen nicht ohne Grund erhalten. In den meisten Geschichten sind sie mit dem üblen Wirken eines Hexers oder einer Hexe verbunden. Manchmal sind sie unirdische Fackeln, die den Übelwirker zu seinem Opfer oder Ziel leiten, oder sie sind Zeichen, die den Ort markieren, an dem ein Zauber- oder ein anderer Schatz verborgen liegt. In diesem Falle gilt es, ihnen auszuweichen, wenn man ihnen begegnet, denn der oder das, was sie entzündet hat, ist nahebei und wird unweigerlich jeden verschleppen, der seine wahre Gestalt sieht.
Vielleicht sind die Hexenlichter, wie andere Sagen berichten, nichts als eine andere Gestalt, die Hexen annehmen, um zu reisen – eine Projektion der Psyche, wie Vallee von den UFOs annahm, vielleicht in einer höherdimensionalen Form. Diese Art von Hexenlicht, ein schwaches violettes Glühen ohne natürliche Ursache, taucht auch in den folkloristischen Erzählungen auf, die man sich heute noch in Arkham im Bundesstaat Massachusetts erzählt – dort nennt man es Keziahs Hexenlicht, nach der legendären Hexe Keziah Mason.

Wenn man dem Hexenlicht nahe ist, wenn es vorbeigeht, kann man, so die Sage, das schwache Abbild eines menschlichen Gesichtes innerhalb des Lichtballs sehen. Es ist das Angesicht einer Person der Kraft, tot oder lebendig, fahl und verzerrt im Licht einer anderen Wirklichkeit. Obwohl in dieser Form – auch als die Hexenfackel bekannt – unangreifbar, muss die Hexe doch früher oder später zu ihrem oder in ihren natürlichen Körper zurückkehren, und wenn man einem dieser Lichter bis zu seinem Ziel folgt, kann man sehen, wie es plötzlich erlischt und an seiner Stelle die Hexe in ihrer menschlichen Gestalt erscheint.

Diese Hexenlichter werden heute noch häufiger im Norden von New York State gesehen, und von den meisten Einheimischen als eine Art spontane Manifestation des Territoriums selbst betrachtet. Ihre große Anzahl, besonders wenn sie in Schwärmen auftreten, scheint dies zu bestätigen. Sie müssen irgendeine Art natürlichen Ursprung haben, denn wenn ihnen ein übernatürlicher – oder überdimensionaler – Ursprung zugrunde liegen würde, würde es bedeuten, dass die Schreckgestalten der Folklore, die Hexen und Hexer, sich auch heute noch in gleich bleibender großer Zahl versammeln würden. Vielleicht jedoch, wenn wir den Hypothesen von Vallee folgen, bedeutet dies, dass diese Art von Bewusstsein tatsächlich nicht an Raum und Zeit gebunden ist, sondern über die Jahrhunderte hinweg die Orte ihres verfluchten Wirkens heimsuchen, in einem ewigen Jetzt, unangreifbar, unverderblich und unbesiegbar.

(Extrakt aus Hexenlicht/Infodump, der Recherchedatei zu meiner Erzählung "Hexenlicht")

Donnerstag, 12. Juli 2012

Zitat der Woche

Gespensterhaft schwimmen phantastische Nebelfetzen durch die stummen Straßen, die auf die lauten Schritte eines belebenden Menschen lauern. Grauer Himmel drückt auf die altersmüden winkligen Giebelhäuser, die wie verwitterte Schönheiten einer prunkvollen Vergangenheit nachtrauern. In den zahlreichen Kanälen, die sich wie riesenhafte Würmer durch die Stadt winden, fließt schiefergraues Wasser; es hat eine Melodie, als lägen Tote auf dem Grunde. Schlafende Kähne, die wie märchenhafte Riesenschwäne ihre Brust bespülen lassen, träumen leise vor sich hin. Unnütz und düster bohren sich die Masten der Schiffe gleich drohenden Fingern in den Himmel, und wenn man mitternachts an den Kais entlang wanderte, würde man sicherlich den unheilbringenden Klabautermann erblicken.
Und Glocken tönen von den einsamen Kapellen, und Glocken rufen von den Türmen der ernsten Kirchen ..., dumpf und schwer kommen die Töne über die schweigenden Gewässer ... warnend und drohend wie mitleidlose Engel ... keifend und schrill wie bösartige Nonnen ... hell und wimmernd wie das Armesünderglöckchen ... bang und tief wie die Märchenglocke, die im See liegt ... singend und klagend wie heiße Menschentränen. Und die Symphonie der Klänge schwimmt ineinander und wird zu einem dröhnenden Orgelgebraus, das die Seele mit wilden Ängsten füllt. Und dann wieder Stille ... Totenstille über knienden Menschen in kalten Kirchen, in denen noch der Ruch erloschener Kerzen steht und der Weihrauch von gestern, der nicht flüchten konnte.
Die Menschen gehen still ihres Weges, als triebe keinen ein Gewerbe oder ein Beruf, als kämen sie vielmehr vom Traumreich Thule, wo das Vergessen wohnt und die Schmerzlosigkeit, Versonnen schauen sie vor sich hin, uralten Blicks, von vagen Gedanken zu Boden gedrückt.
Alles ist leise und sanft ergeben; selbst die Möwen, die sich zuweilen auf vermorschten Giebeln niederlassen, um zu ruhen, scheinen verzauberte Jungfrauen; sie schreien nicht, und sie zanken nicht miteinander. Beten auch sie? ...
(Jakob Elias Poritzky, Geist und Schicksal)

Kontext für die im laufe des Jahres (?) erscheinenden Erzählungen um Martin Jungs "Klabautermann", der ersten Figur von etwas, was wir GermanPulp nennen möchten.

Montag, 11. Dezember 2006

Der erste Popstar der Geschichte

Wie erkläre ich meinem Kind den Weihnachtsmann?

Und überhaupt, wer ist dieser Weihnachtsmann überhaupt?

(Als kleiner Knabe war ich der festen Meinung, der Weihnachtsmann wäre derjenige, der für das Christkind die Pakete schleppt – der treue Muli von Baby Jesus.)

Folgendes habe ich herausgefunden:

• Santa Claus ist eine Verballhornung von Sinterklaas, dem heiligen Klaus oder Nikolaus, dem Schutzpatron der Kinder, wie es die ursprünglichen Bürger von Neu Amsterdam (heute New York) traditionell aussprachen, nämlich auf holländisch. 1804 wurde z.B. die New York Historical Society gegründet, mit dem Heiligen Nikolaus als Schutzpatron. Die Wurzel des konfessionslosen Weihnachtsmannes namens Santa liegt also im ehemaligen Nieuw Holland.

• „Kris Kringle“, so ein beliebter Name dieses konfessionslosen Wintergeistes, ist eine Verballhornung von „Christkindl“.

• Das Aussehen des „Santa Claus“ wurde von einem deutschstämmigen Cartoonisten namens Thomas Nast festgelegt und entspricht einer alten deutschen Sagenfigur namens „Pelznickel“ (Nikolaus in Pelzen – ein Verweis auf ältere europäische Traditionen, gegenüber der traditionellen Bischofstracht des ‚echten’ St. Nikolaus.). [1866 "Santa Claus and His Works"; 1881 "Merry Old Santa Claus"]

• Die Farben rot und weiss für den Weihnachtsmann sind nicht von der Firma Coca Cola als erstes verwandt worden. Bereits Ende des 19. Jahrhunderts wurden Weihnachtskarten gedruckt, auf denen ein „Santa Claus“ zu sehen war, der der heutigen Pop-Ikone recht ähnlich sieht. Schon in den 20er Jahren wurde dieses Bild allgemein akzeptiert.

• Das typisch tiefe HOHOHO des Weihnachtsmannes weißt nicht nur auf seine Leibesfülle hin, sondern identifiziert ihn auch als Wintergeist in der Tradition von Odin und der Wilden Jagd. [Nicht verwunderlich, da Weihnachten um den Beginn des Sternzeichens Steinbock liegt, das Saturn zugesprochen wird. Im Alten Rom hiess ein ganz ähnliches Fest sogar die Saturnalien. Die Figur des grosszügigen alten Mannes im Winter kann allerdings auch auf skandinavische Quellen zurückgeführt werden.]

• Die nordischen Rentiere (8 an der Zahl, soviele wie Odins Pferd Beine hat…) und ein grosser Teil des Mythos wurden in dem Gedicht "An Account of a Visit from St. Nicholas" (1822) von Clement Clarke Moore erstmalig beschrieben. Einige der Namen der Rentiere sind deutsch-holländischen Ursprunges, und passen sehr gut zum Bild des Odin [Donder/Donner und Blitzen].Er ist DER Mann!

Eine bewegte Geschichte, nicht?

Der Weihnachtsmann ist also eine relativ neue christlich-heidnische synkretistische Figur, die relativ losgelöst von einem theologischen Hintergrund „den Geist von Weihnachten“ verkörpert, komplett mit Anklängen an ureuropäische Winterbräuche. Er ist gleichsam amerikanisch (der Ort des Synkretismus) und deutsch-holländisch (das Material des Synkretismus).

Er ist der erste Popstar der Geschichte.

Freitag, 18. August 2006

Die Initiation der Rübe

„Man könnte fast sagen, dass das Märchen auf einer anderen Ebene und mit neuen Ausdrucksmitteln das exemplarische Initiationsschema wiederholt. Es überträgt die Initiation auf die Ebene des Imaginären“, schrieb einmal der große Mircea Eliade. Diese Deutung ist sicherlich richtig, drängt sie sich doch bei vielen der bekanntesten Märchen geradezu auf, deren Moral sich am Ende als identisch mit den ethischen Lektionen der Initiationsbünde herausstellen. Seltsam dissonant jedoch erscheinen Märchen, in denen die Moral unklar ist, und die Initiation versagt. Ein Beispiel hierfür ist das von den Gebrüder Grimm gesammelte Märchen: „Die Rübe“.

Die erste Hälfte der Geschichte ist eine recht gewöhnliche, aber witzige Variation des alten Motivs von zwei ungleichen Brüdern: Der eine Bruder ist arm, der andere reich. Der arme Bruder hat nichts als eine riesige Rübe vorzuweisen, die er dem König schenkt, der sie so bemerkenswert findet, dass er den armen Bruder mit Reichtümern überhäuft. Der neidische reiche Bruder macht dem König ein wertvolles Geschenk, und bekommt dafür das,w as der König am bemerkenswertesten erachtet – die riesige Rübe.

In dieser Geschichte für sich genommen kann man durchaus biblische und andere mythologische Motive von „Gerechtigkeit“ und „Belohnung“ wieder finden. Was das Märchen der Rübe jedoch so eigenartig macht, ist dass die Geschichte plötzlich fortgeführt wird, obwohl die Moral schon längst geliefert ward:

Der reiche Bruder ist über seinen Misserfolg so empört, dass er seinen Bruder umbringen will und überfällt ihn mit Hilfe gedungener Mörder. Bevor sie den ehemals armen Bruder töten können, werden sie verjagt, können ihr Opfer aber noch in einem Sack an einen Baum hängen.

„Wer aber des Wegs kam, war nichts als ein fahrender Schüler, ein junger Geselle, der fröhlich sein Lied singend durch den Wald auf der Straße daherritt. Wie der oben nun merkte, daß einer unter ihm vorbeiging, rief er "sei mir gegrüßt zu guter Stunde."
Der Schüler guckte sich überall um, wußte nicht, wo die Stimme herschallte, endlich sprach er "wer ruft mir?"
Da antwortete er aus dem Wipfel "erhebe deine Augen, ich sitze hier oben im Sack; der Weisheit: in kurzer Zeit habe ich große Dinge gelernt, dagegen sind alle Schulen ein Wind: um ein weniges, so werde ich ausgelernt haben, herabsteigen und weiser sein als alle Menschen. Ich verstehe die Gestirne und Himmelszeichen, das Wehen aller Winde, den Sand im Meer, Heilung der Krankheit, die Kräfte der Kräuter, Vögel und Steine. Wärst du einmal darin, du würdest fühlen, was für Herrlichkeit aus dem Sack der Weisheit fließt."
Der Schüler, wie er das alles hörte, erstaunte und sprach "gesegnet sei die Stunde, wo ich dich gefunden habe, könnt ich nicht auch ein wenig in den Sack kommen?"

Mit anderen Worten hat sich der ehemals arme Bruder ebenfalls in ein moralisch korruptes Wesen verwandelt, das den Schüler in den Sack lockt und dann mit dessen Pferd verschwindet. Nicht thematisiert wird der mörderische Bruder, der in der Geschichte nur ein Plotelement zu sein scheint. Ebenfalls nicht mehr erwähnt wird die Rübe, was mir darauf hinzudeuten scheint, dass es sich bei dem Märchen ursprünglich um mindestens zwei verschiedene Geschichten gehandelt hat, die ungeschickt miteinander verknüpft wurden.

Die Moral ist unklar, und die Initiation versagt. Vielleicht ist es aber auch die korrumpierende Macht des Reichtums, die sich hier durchsetzt. Hat der König deswegen dem Reichen die Rübe gegeben, um ihn zu einem ärmeren, aber moralisch reicheren Menschen zu erziehen?


(Artikel aus dem Archiv, ca. 15. Juli '06)

Sonntag, 11. Juni 2006

Der grossmächtige Merkurius

„So erzählt eine Generation der andern merkwürdige Träume, dabei nehmen diese Träume schärfer umrissenen Gestalten an, und es verliert sich unmerkbar die Erinnerung an ihre Herkunft, man vergisst, dass es eigentlich Träume sind, die man sich erzählt, dadurch werden die berichteten Begebenheiten nur noch seltsamer, bis sich endlich die Schöpfung vollendet, die wir Märchen nennen.“

Friedrich von der Leyen, "Traum und Märchen" (1901) in: Märchenforschung und Tiefenpsychologie, hg. v. Wilhelm Laiblin, 5. Aufl., Darmstadt 1995


DER GEIST IM GLAS
ein Märchen der Gebrüder Grimm

Der Sohn aber ging in den Wald, aß sein Brot, war ganz fröhlich und sah in die grünen Zweige hinein, ob er etwa ein Nest entdeckte. So ging er hin und her, bis er endlich zu einer großen, gefährlichen Eiche kam, die gewiß schon viele hundert Jahre alt war und die keine fünf Menschen umspannt hätten. Er blieb stehen und sah sie an und dachte: Es muß doch mancher Vogel sein Nest hineingebaut haben. Da deuchte ihn auf einmal, als hörte er eine Stimme. Er horchte und vernahm, wie es mit so einem recht dumpfen Ton rief: »Laß mich heraus, laß mich heraus.« Er sah sich rings um, konnte aber nichts entdecken, doch es war ihm, als ob die Stimme unten aus der Erde hervorkäme. Da rief er: »Wo bist du?«

Die Stimme antwortete: »Ich stecke da unten bei den Eichwurzeln. Laß mich heraus, laß mich heraus.« Der Schüler fing an unter dem Baum aufzuräumen und bei den Wurzeln zu suchen, bis er endlich in einer kleinen Höhlung eine Glasflasche entdeckte. Er hob sie in die Höhe und hielt sie gegen das Licht, da sah er ein Ding, gleich einem Frosch gestaltet, das sprang darin auf und nieder. »Laß mich heraus, laß mich heraus«, rief's von neuem, und der Schüler, der an nichts Böses dachte, nahm den Pfropfen von der Flasche ab. Alsbald stieg ein Geist heraus und fing an zu wachsen und wuchs so schnell, daß er in wenigen Augenblicken als ein entsetzlicher Kerl, so groß wie der halbe Baum, vor dem Schüler stand. »Weißt du«, rief er mit einer fürchterlichen Stimme, »was dein Lohn dafür ist, daß du mich herausgelassen hast?«

»Nein«, antwortete der Schüler ohne Furcht, »wie soll ich das wissen?«

»So will ich dir's sagen«, rief der Geist, »den Hals muß ich dir dafür brechen.«

»Das hättest du mir früher sagen sollen«, antwortete der Schüler, »so hätte ich dich steckenlassen; mein Kopf aber soll vor dir wohl feststehen, da müssen mehr Leute gefragt werden.«

»Mehr Leute hin, mehr Leute her«, rief der Geist, »deinen verdienten Lohn, den sollst du haben. Denkst du, ich wäre aus Gnade da so lange Zeit eingeschlossen worden, nein, es war zu meiner Strafe; ich bin der großmächtige Merkurius, wer mich losläßt, dem muß ich den Hals brechen.«

»Sachte«, antwortete der Schüler, »so geschwind geht das nicht, erst muß ich auch wissen, daß du wirklich in der kleinen Flasche gesessen hast und daß du der rechte Geist bist; kannst du auch wieder hinein, so will ich's glauben, und dann magst du mit mir anfangen, was du willst.« Der Geist sprach voll Hochmut: »Das ist eine geringe Kunst«, zog sich zusammen und machte sich so dünn und klein, wie er anfangs gewesen war, also daß er durch dieselbe Öffnung und durch den Hals der Flasche wieder hineinkroch. Kaum aber war er darin, so drückte der Schüler den abgezogenen Pfropfen wieder auf und warf die Flasche unter die Eichwurzeln an ihren alten Platz, und der Geist war betrogen.

* * *

MERCURIUS: Eines der drei Grundprinzipien (Elemente) der westlichen Alchemie, auch als Quecksilber, Adler der Weisen oder metallischer Luzifer bekannt. Es entspricht dem Geistigen, Ewigen in der Natur und im Menschen. In der Symbolik des Verbrennungsprozesses entspricht Quecksilber dem Rauch. Es wird auch mit dem "Astrallicht", dem Denkprinzip und der geistigen Quintessenz (d.h. der fünften Essenz = dem fünften Element) alles Bestehenden identifiziert.

Dienstag, 23. Mai 2006

Der Werwolf und die Hexen

Nach der dämonologischen Kontaminierung des Werwolfs in der Zeit der Hexenverfolgung tragen noch viele der im 19. Jahrhundert zusammengetragenen Sagen diese hexerische Signatur, unter der zahlreiche Facetten des ursprünglichen Erzählprogramms verlorengegangen sind. Vor allem die leidenschaftlichen Volksaufklärer mit ihrem unnachsichtigen Blick auf die "abergläubischen kleinen Leute" machten ihn nun zum Bürger- und Kinderschreck. Für eine ernsthafte literarische Bearbeitung, so scheint es, war diese Gestalt nicht mehr zu gebrauchen. Zu sehr belastet, verdorben und unfruchtbar. Nur wenige Schriftsteller hat sie noch wirklich befeuert. Spätestens mit dem Zweiten Weltkrieg verschwand der Werwolf dann auch aus seinem angestammten Revier, dem ländlichen Erzählkreis. Und das, obwohl gerade jetzt seine neue Karriere auf der Leinwand begann.

Elmar Lorey: "Die Vorstellung vom wolfsverwandelten Menschen in einer literarischen Annäherung des 20. Jahrhunderts."

Sonntag, 26. März 2006

Der Werwolf am Baumstamm

Wenn die Theorie, das Teile des Werwolfmythos auf Überresten und dämonisierten Vorstellungen von vor-christlichen Religionen („Magie“) basieren, stimmen soll, müsste man mit einiger Phantasie aus dem vorliegenden Material Rückschlüsse oder Parallelen zu dokumentiertem proto- oder aussereuropäischem Brauchtum ziehen können. Wie wir gesehen haben, ist in vielen Fällen der Werwolf ein „Hexer“, der die unmenschliche Gestalt bewusst annimmt. In der nachfolgenden Sage aus Masuren wird diese Fähigkeit (das Wissen?) sogar weitervererbt, was im Grunde ja eine Definition des Wortes „Tradition“ ist. Nun scheint das Rollen über einen Baumstumpf keine besonders ausgefeilte magische Technik zu sein, aber es lässt einen doch an die Techniken sibirischer Schamanen denken, entlang des Geisterbaumes in die Geisterwelt zu klettern. Und natürlich gibt es eine Verbindung zu solchen Praktiken schon allein durch Odin, den ursprünglichen Schamanen- und Galgengott, und seine Verbindung zum Weltenbaum Yggdrasil, dessen Name nach einigen Quellen soviel wie „Pferd des Yggr (= Odin)“ bedeuten soll…

DER WERWOLF AM BAUMSTUMPF
eine Sage aus Preussen

„Im Dorfe M. in Masuren lebte ein Mann, der hatte von seinem Vater die Macht geerbt, sich nachts heimlich in einen Wolf zu verwandeln. Deshalb wurde er in der Umgebung auch Werwolf genannt. Es wagte aber niemand in der Gegenwart des Mannes von dieser Sache zu sprechen, da er dann für seine Herde fürchten mußte. Im nahen Walde stand ein Baumstumpf, der Überrest einer vom Blitz zerstörten Fichte. Sobald den Bauern die reißende Wut überkam, schlich er von seinem Hof in den Wald und rollte über jenen Baumstumpf. Dabei sprach er die geheimgehaltenen Zauberworte, die sein Vater ihm auf dem Sterbebett ins Ohr geflüstert hatte, und schon trabte er als Wolf weiter. Hatte er seinen Blutdurst in den Herden der Nachbarn, denen er feindlich gesinnt war, gestillt, so kehrte er zu jenem Ort zurück, überschlug sich rückwärts über den Baumstumpf und war wieder Mensch. Nur der stiere Blick und geronnenes Blut an Lippen und Bart ließen erkennen, daß er in der Nacht als Wolf auf Raub aus gewesen war.“

Samstag, 25. März 2006

Der Werwolf in meinem Bett

Hier noch zwei kleine Sagen, die eine interessante Ergänzung des Werwolfmythos ergeben.

Wie wir gesehen haben, haben viele der deutschen Werwolfsagen etwas mit dem Überbleibsel alter heidnischer Vorstellungen zu tun, die auf die eine oder andere Weise als „Schwarze Magie“ wiederkehrten. Meist ist es ein böser Mensch, der mit Hilfe eines heidnischen Kultgegenstandes, z.B. des Werwolfriemens, bewußt die üble gestalt des Mann_Wolfes annimmt, um seine Anrainer zu schädigen. In anderen Sagen jedoch scheint diese Gabe mehr ein Fluch zu sein… Während in „Frau ein Werwolf“ die Titelheldin tatsächlich bemüht ist, ihren Mann vor Schaden zu bewahren, scheint der “Entdeckte Werwolf“ von seinem Trieb im wahrsten Sinne des Wortes übermannt worden zu sein. unwillkürlich muss man an die nicht jugendfreien Versionen von „Rotkäppchen“ und an andere Formen häuslicher Gewalt denken. Der Werwolf als das freigesetzte Tier im Manne… oder Menschen?

FRAU EIN WERWOLF
eine Sage aus dem Rheinland

„In Caseburg auf Usedom waren einmal ein Mann und seine Frau beim Heuen auf einer Wiese beschäftigt, da sagte die Frau nach einiger Zeit, sie habe gar keine Ruhe mehr, sie könne nicht mehr bleiben, und ging fort Vorher aber hatte sie noch ihrem Manne gesagt, das solle er ihr versprechen, daß, wenn etwa ein wildes Tier käme, er ihm seinen Hut hinwerfen und dann fliehen wolle, daß es ihm keinen Schaden täte. Das versprach der Mann. Nur eine kleine Weile war sie fort, da kam durch die Swine ein Wolf geschwommen, der ging grade auf die Heuer los; da warf ihm der Mann seinen Hut hin, den das Tier sogleich in kurz und kleine Stücke zerriß; aber unterdessen hatte sich ein Knecht mit einer Forke herangeschlichen und erstach den Wolf von hinten; im selben Augenblick aber verwandelte sich das Tier, und alle erstaunten nicht wenig, als sie sahen, daß es des Bauers Frau war, die der Knecht getötet hatte.“


DER ENTDECKTE WERWOLF
eine Sage aus Mecklenburg/Vorpommern

„Ein Bauer aus der Nähe von Neviges kam nachts mit seiner Frau von einer Hochzeit. Da es geregnet hatte, trug die Frau ihr Kleid hoch geschürzt, so daß der rote Unterrock zum Vorschein kam. Als sie in die Nähe ihrer Wohnung gekommen waren, bat der Bauer seine Frau, schon dran zu gehen, er werde bald nachkommen. Nach kurzer Zeit erblickte die Frau, durch ein Geräusch aufmerksam gemacht, ein Wolfsungeheuer hinter sich, das sie verfolgte und seine langen Zähne tief in ihrem Unterröcke begrub. Sie schrie laut auf und flüchtete der nahen Wohnung zu, worauf das Untier von ihr abließ. Kurz darnach erschien ihr Mann, dem sie sofort den Vorfall erzählte. Ohne viel zu sagen, legte sich dieser aber zu Bett. Als sich die Frau am folgenden Morgen erhob, schlief ihr Mann noch fest. Da gewahrte sie die roten Fetzen von ihrem Unterrock zwischen seinen Zähnen. Nun wußte sie, daß ihr Mann ein Werwolf sei. Sie floh zu ihren Eltern und setzte die Scheidung von ihrem Manne durch.“

Dienstag, 25. Oktober 2005

Der Werwolfsgürtel

Eine andere, jedoch den vorhergehenden durchaus verwandte Geschichte, erzählt man sich in Niedersachsen, in der Nähe von Celle...
WERWÖLFE IN DER HEIDE
„In Lachendorf hatte ein Bauer einen Knecht; der lag mit einem andern Knecht auf der Wiese hinterm Busch, und sie hielten Mittagsruhe. Da schlief der zweite Knecht beinahe ein, aber er blinzelte doch mit den Augen und sah, wie der andre Knecht einen ledernen Gürtel umtat und sich in einen Werwolf verwandelte, darauf fortlief, ein junges Füllen, das unten auf der Wiese graste, anfiel und fraß mit Haut und Haar. Wie er nun zurückkam, legte er sich neben den andern Knecht, der noch tat, als wenn er schliefe. Wie die Zeit um war, standen sie beide auf und mähten bis es Abend war. Darauf gingen sie zusammen nach Lachendorf, und unterwegs sagte der eine Knecht zum Werwolf: ich möchte mich doch nicht an lebendigem Pferde satt fressen. - Das hättest du draußen nicht sagen sollen, es wäre dir übel ergangen, sagte der Werwolfsknecht. Ein andermal stand der Knecht wieder von der Mittagsruhe auf, tat seinen Gürtel um und lief davon, aber da verfolgten ihn die Knechte, hetzten die Hunde auf ihn und schlugen ihn tot, weil er ein Werwolf war.
Die Menschen verwandeln sich in Werwölfe, indem sie einen Gürtel umlegen, und dann stehlen sie den Leuten allerlei. Den Knechten, die Korn auf dem Rücken tragen, nehmen sie das Korn ab. Ruft man einen Werwolf bei seinem menschlichen Namen, wenn man ihn nämlich weiß, so muß er so lange laufen, bis er umkommt.“

Montag, 24. Oktober 2005

Der Werwolfsriemen

In der Sage vom Werwolf von Ottensen wird der Riemen erwähnt, den der Hexer immer bei sich trug und durch dessen Anlegen er sich in den Wolfsmenschen verwandelte. Dass ein solcher „Werwolfsriemen“ ein starkes Amulett war, in dem mächtige Kräfte eingeschlossen waren, überliefert eine Sage aus dem Hessischen:
„Bei einem Mann in Ehlen (Habichtswald), der im Verdacht stand, daß er ein Werwolf sei, fand man nach langem vergeblichen Suchen im Keller ein tiefes Loch, darein war ein Faß gesteckt und das Ganze mit einer Steinplatte belegt, so daß es schwer zu entdecken war. Das Faß war ganz voll Fleisch, das der Werwolf gesammelt hatte. Den Werwolf selbst fanden sie nicht. Wie sie nun bei der Familie danach fragten, sagte das jüngste Kind: „Wo mein Vater ist, das weiß ich nicht. Wenn er aber den Riemen umtut, der da an der Wand hängt, dann kann er über die Haustür springen“ (d.h. über die Untertüre, die Türen waren geteilt). Einer von den Leuten, die das hörten, bekam Lust nach dem Riemen und schnallte ihn sich um den Leib. Kaum war das geschehen, so flog er hinaus. Er sprang nicht etwa über die Gärten und Hecken, wie es wohl Menschen können, sondern war auf einmal weg, und soviel sie auch suchten, er war nirgends zu finden. Nach vier Wochen fanden sie ihn tot im Walde. Das war die Strafe für seinen Vorwitz. Er verstand die Sache nicht.“

Heisst das vielleicht, dass er die Magie, die in dem verhexten Riemen eingeschlossen war, nicht verstand?
Oder war die gefährlichen Sprüche vielleicht in einer Sprache geschrieben, die er nicht kannte?

Der Werwolf in Ottensen

Ottensen ist, genauso wie Altona, bereits seit langem ein Stadtteil von Hamburg. Gemeinhin sagt man ja den Norddeutschen nach, dass sie nicht nur steif, sondern auch auf eine kühle, protestantische Weise Rationalisten sind, ohne Hang zur Mystik oder dem Metaphysischen. Wie erstaunlich also, wieviele Geister- und Hexensagen es aus dem norddeutschen Raum gibt. Und selbst die von einem Werwolf in Ottensen...
„In Ottensen bei Altona war ein Bauer, der mit dem Bösen einen Kontrakt machte.1 Von nun an lebte er in Saus und Braus, und das Geld fehlte ihm nicht, obwohl er vorher so arm gewesen war, wie nur einer. Dafür aber mußte er an dem letzten Tage jedes Monats sich in einen Werwolf verwandeln und jedesmal einen Menschen umbringen. Lange gelang es ihm auch. Aber als er einmal eine alte Frau, die hinter der Tür stand, anfallen wollte, schlug diese schnell den obern Teil zu und klemmte so lange seinen Kopf dazwischen, bis er sich rächt mehr rührte. Da ließ sie los und er fiel zurück, war aber noch nicht tot, sondern hatte sich nur so gestellt und lief voll Angst fort Als er aber in der folgenden Nacht im Bette lag, kam der Teufel, um ihn zu holen, weil er seinen Kontrakt nicht gehalten habe. Doch kam der Bauer diesmal noch frei; denn er versprach seine eigne kleine Tochter aufzufressen.
Ungefähr ein Jahr darauf war der Bauer mit seiner Magd allein auf dem Feld beim Heu, als es Mittag schlug und er sich erinnerte, daß es der letzte des Monats sei. Sogleich spannte er seinen Riemen um, den er immer bei sich trug2 und stürzte sich plötzlich als Wolf auf die arme Magd. Glücklicherweise erinnerte die sich gleich seines Taufnamens, 3 und als sie ihn dreimal dabei gerufen hatte, stand er wieder verwandelt vor ihr, denn das allein kann helfen. Da lief die Magd eilig nach dem Dorfe, holte ihre Sachen und ging, ohne einem Menschen etwas zu sagen, nach Hamburg. Denn sie wollte vor Furcht nicht länger in seinem Hause bleiben, das er sich prächtig am Graswege erbaut hatte. In der Nacht kam der Böse wieder zu ihm und nur durch den Tod seines zweiten, einzig noch übrigen Kindes konnte er sich retten. Da erkannte seine fromme Frau, daß ihr Mann ein Werwolf sei, und ging von ihm in ein Kloster (Pflegehaus) und alle Leute verließen ihn und niemand wollte mehr in seinem Hause bleiben. So mußte auch er es zuletzt verkaufen und ging nach Hamburg, wo er in einem Wirtshaus sich einmietete und seine Schandtaten ungestört und unerkannt zu vollbringen dachte. Aber seine frühere Magd diente zu seinem Unglück jetzt in dem Hause und sie hatte ihn gleich erkannt. Als daher der letzte Tag des Monats kam und der Bauer sich eben auf seinem Zimmer eingeschlossen und verwandelt hatte, holte sie die Wache, nannte dreimal seinen Namen, und da er nun sogleich wieder zu einem Menschen wurde, ergriff man ihn und führte ihn ins Gefängnis.“


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1 d.h. der klassische Teufelspakt – materielle Güter gegen die ewige Seele. In der mittelalterlichen Sage verlieh diese unappetitliche Variante der Selbstverdammnis auch immer übernatürliche Kräfte. Der Werwolf als Träger eines Krankheitsbildes, der seinen Fluch infektiös weitergeben kann, ist eine Erfindung des Hollywoodkinos. Wie auch die meisten anderen uns beim ersten Nachdenken einfallenden Bilder und Themen.
2 Die Gestalt des Werwolfes wird durch das Anlegen eines bestimmten Kleidungsstückes angenommen – meist ein Gürtel, oder wie hier, ein Riemen. Bei den alten Germanen u.a. gab es Bruderschaften, die sich nach Totemtieren benannten und ihre Felle vor der Schlacht anlegten. Ein Berserker ist z.B. ein „Bärenhäuter“ (von serk – Gewand).
3 In dieser Geschichte wird der böse Zauber gebrochen, weil der Taufname dreimal genannt wird. Durch die Taufe wird der Mensch von der Erbsünde reingewaschen, und er entsagt den Werken Satans. Es verwundert nicht, dass der Werwolf hier zurückschreckt – wird er doch daran erinnert, dass er diesen Bund durch seinen Teufelspakt erneut gebrochen hat und unrettbar für die Hölle bestimmt ist.