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Samstag, 12. Juli 2014

Dailyblog

Da fragt mich doch ein Herr auf der Straße, ob ich wirklich der Gruner bin, der diese ganzen kruden Sachen geschrieben hat. Tja, wenn der wüsste... Tatsächlich war ihm nur ein kleiner Bruchteil meines OEvres ins Auge gestochen und seinen Widerwillen/Interesse gebweckt... oder vielleicht war es einfach zu heiss, um sinnvolle Konversation zu betreiben. In diesem Kontext konnte er sich plötzlich an meinen Namen erinnern, das ist schon eine schöne Abwechslung. Die meisten Kunden, jedenfalls diejenigen, die telefonisch noch ansprechbar sind, rekonstruieren das, was ihnen wenige Sekunden vorher durch Kleinhirn gewandert ist, antiphonetisch oder so:
"Wie war Ihr Name?"
"Mein Name IST Gruner. Axel... Gruner."
"Gut, Herr Brunner..."
"Äh... genau..."
Man kann das auch noch steigern. Ich war auch schon Axel Gruner = Herr Kaltenbrunner.
Oder Grunow, Grunau, Ruhnau und Grünstein (??).
Neulich wollte ich es einem Herren aus Österreich einfacher machen. Man weiß ja, dass dort der Familienname "Gruber" weitverbreitet ist.
"WIE heissen Sie?"
"Gruner... wie Gruber, nur mit 'n'..."
"Ah, Herr Gruben... Eigenwilliger Familienname..."
"Ja..."
Einen so ungewöhnlichen ausländischen Namen zu haben, hat natürlich auch Vorteile. Da war dieser Herr, der beratungsresistent und unter verminderter Mentalkapazitäten leidend mich irgendwann als imkompetentes Arschloch beschimpfte (ja, die Erde ist nunmal keine Scheibe)...
Ich: "Ich glaube, wir kommen so nicht weiter..."
Er: "Das überlassen Sie schön mir, mit Ihnen rede ich gar nicht weiter, ich rede jetzt gleich mit Ihrem Vorgesetzten weiter und beschwere mich..."
"Können Sie gerne machen. Haben Sie sich meinen Namen gemerkt?"
"Nein."
"Gut."
...und legt auf.

Donnerstag, 4. November 2010

Links 2010-11-04

Mit einem Blick aufs Surreale: Nachdem es von übelwollenden Personen gehackt worden war, ist UbuWeb wieder online. Und das ist doch auch schon etwas. Wer also eine Vorliebe fürs Surreale, Okkulte, Experimentelle oder generell Abseitige hat, wird hier schnell fündig werden. Ein liebgewordenes Rhizom, Baby. Momentan frisch auf dem Bildschirm:
Brion Gysin | Dreammachine Plans (1958) [MP3]
Aleister Crowley | The Wickedest Man in the World (documentary, 2001)
Harry Smith | Early Abstractions (1941-1957); Heaven and Earth Magic (1950-1960); Late Superimpositions (1964)



Ich wünschte, es gebe wirklich Alben wie die vom Wikipedia Album Generator:

Freitag, 24. April 2009

Cthulhu Folk

Alles, was den Mythos und das Genre vorantreibt, Ladies und Gentlemen... und wenn man schon an Chthulhupunk penkt, warum nicht auch Cthulhu Folk... Ich sehe es vor mir... irgendwo in Rlyeh murmelt der eine Fischmensch zum anderen: "Natürlich haben wir beide Arten von Musik... Country und Western..."



geniessen Sie also die zarten Töne des grossen Eben Brooks mit seinem nachdenklich stimmenden und romantischen Liedlein "Hey there Cthulhu"... HIER der gleiche Song in besserer Audio-Qualität (Karaoke King!) nebst romantischen Bildern des Geliebten...

Dienstag, 12. August 2008

Olympia-Trompf

Noch etwas Zeit zwischen den einzelnen hoch spannenden Olympischen Disziplinen, um etwas mit Familie und Freunden zu spielen?
Versuchen Sie doch mal das hier:

Und weil wir ja auch thematisch stringent bleiben wollen, empfehlen wir, bei der nächsten Runde dieses schönen Spieles Hitlers "Blitz-Trompf" durch einen "Olympia-Trumpf" für den Großen Vorsitzenden Mao zu ersetzen. Immerhin, wo wären wir heute ohne ihn? Wer würde all die schönen Raubkopien herstellen? Wo bekämen wir unsere körperfrische Ersatzorgane her?

Sie können natürlich auch das "Seuchen-Quartett" spielen. Kommt eigentlich auf's gleiche raus...

Dienstag, 11. März 2008

Be... Berlin (es ist warm und gemütlich)

Be... Berlin (ugh!)

Ich stocherte gerade in meinem Labskaus und liess mir das Zwitschern der Möwen durch den Kopf gehen, als das Telefon klingelte. Am anderen Ende der Leitung mein guter Freund Klaus W. aus Berlin, wie immer atemlos, wie immer erregt.

- Na, Du Sackratte, was gibt's, fragte ich freundlich.

- Ha, Gruner, Du misanthrope Fischfrikadelle, nu ham wir euch.

- Watt is'?

- Die Spree, Du Fischkopp, die Spree!

- Havel ich noch nicht gehört, zog ich mich in den lahmen Wortwitz des Endsechzigers zurück. Was genau ist jetzt Dein Problem?

- Heute starten wir unsere megageile Kampagne zur Vebreitung von Berlins Ruhm und Ehre, Arschloch. Das ist. Haha! Nichts mehr mit Tor zur Welt und diesem ganzen norddeutschen Missingsch. Ab heute ziehen wir mit euch gleich und überholen euch rechts.

- Ach, heute Berlin und morgen die ganze Welt? Ich lächelte. Meinst Du diese lahmarschige Kampagne, mit der einige gehirnamputierte Vollprothesen aus der Werbung uns schon seit Monaten auf den Sack gehen?

- Genau! Wie... geil!

- Und wie genau lautet euer Slogan, mit dem ihr die Weltmacht erringen wollt?

An diesem Punkte unseres freundschaftlichen Diskurses schien sich die Zunge meines lieben Freundes selbst verdauen zu wollen. Jedenfalls rang er sich erst nach einigen Sekunden betretenen Schweigens dazu, die magischen Worte hervorzuwürgen.

- Be Berlin, hauchte er entkräftet und rutschte unter den Schreibtisch.

- Bieberlin? Du meinst wohl Bieberlein?

- Aaaarghlkaaak. Das... ist... international... so... [unzusammenhängendes Genuschel, aus dennen man die Worte Angliszismus, Wordbranding und Jesuschristus hervorhören konnte]... von allgemeinem.... Anspruch... [weitere unzusammenhängende Geräusche, darunter "Erschiessmich" und "Blutwurst"]

- Ooooo, machte ich, weil es so lustig aussieht. Eine optische Alliteration? Wie... geil. Da werde ich doch mal unserem Bürgermeister empfehlen, gleich nachzuziehen. Ja, das ist super. Ich seh es schon vor mir: Ham Hamburg. Das passt ja auch gut dazu, dass man Hamburger auf der ganzen Welt gerne sieht, die meisten Leute Berliner aber nur zu Sylvester herunterwürgen können.

- Ich..., begann ein folgenschwerer Satz und verhallte im Off.

- Ich weiß, sagte ich weise. Du bist Deutschand.

Woraufhin die Leitung natürlich zusammenbrach. Immerhin: Fast hätte er mich damit überzeugen können.

Dienstag, 21. August 2007

Noch mehr grosses A

Ich hatte vor einiger Zeit konstatiert, "dass Augustinus ein Arschloch war." Diese einfache, und doch einleuchtende Feststellung führte zu einem kleinen Aufkochen meines Briefkastens. Schmähbriefe, Drohgebärden und dazwischen immer wieder der hinrissige Verweis, dass "Augustinus ja irgendwie schon Crowley vorweggenommen habe."

Verwirrend, oder? Dabei ging es ja gar nicht darum, Querverweise von den Kirchenvätern zum Satanismus oder anderen Modeverirrungen herzustellen. (Herr Ratzinger ist übrigens auch ein Augustiner, wie man konsterniert feststellen muss.)

Stattdessen ging es eigentlich darum, auch einmal ganz nüchtern fest zu stellen, dass kein Künstler, egal welcher Sorte, sich der konstruktiven (und noch schöner, der destruktiven) Kritik des gesunden Menschenverstandes entziehen kann. Das Kaiser-Gambit, wissen Sie? manchmal muss man einfach feststellen, dass es gar keine neuen Kleider gibt, die angeblich die nackte Existenz verschönern.

Nur unser treue Korrespondent, Herr D. aus H., gerade eben von einem längeren Auslandsaufenthalt zurückgekehrt, konnte sich dem anschließen, und legte gleich nach.

Ich sehe es gerne, wenn die Heiligen einen mitkriegen (schrieb er). Aber daß Du Kinski immer noch als echten Künstler bezeichnest, trifft nicht auf meine Zustimmung. Zum Beweis für Kinskis Überschätzung (selbst und fremd), hier nochmal ein Zitat aus seiner artifiziellen Autobiograpfie "Ich brauche Liebe":
"(...) Es gibt jedoch noch andere Ausnahmefälle, in denen ich aufs Zimmer gehe. Zwei Stewardessen der Swissair geben mir alle Schweizer Schokolade, die sie den Fluggästen nie anbieten und in ihre Taschen gerafft haben. Die beiden Leckermäuler ficke ich gleich auf ihren Zimmern, weil ich sie im Fahrstuhl des Hotels kennenlerne, und sie nach der langen Reise unbedingt ins Bettchen müssen.
Auch die Touristin aus Buenos Aires besuche ich nachts in ihrem Zimmer. Mit ihr hätte ich an den Strand gehen können, aber nicht sie interessiert mich, sondern ihre Tochter. Die Mutter leckt mir das Gesicht ab. Aber ich lasse mich nicht erweichen, die Bedingung ist das Töchterchen. Ich ficke sie nur, wenn sie mir ihre Tochter gibt.
Noch eine, die letzte, im Leme Palace Hotel: die schwarze Garderobiere. Ich ficke sie, als sie mir zwischen den Aufnahmen beim Umkleiden hilft. Dann habe ich wieder einen Tripper."
Ist das nicht primitiv?! Ich weiß, ich bin ein Spießer.

Keineswegs, hochgeschätzter Korrespondent. Keineswegs. es gibt nur zu viele Künstler da draußen, die das Kaiser-Gambit noch nicht ausreichend gekostet haben.

Dienstag, 29. Mai 2007

Lakritz und Gurken

So wanderte ich also durch die dämmernden Vorstädte, das Haupt gesenkt und voller Gedanken, als plötzlich ein älterer Herr von der Theosophischen Gesellschaft aus dem Gebüsch sprang und mir die Mündung einer .45er an die Schläfe drückte.

„Auf ein Wort, Herr Gruner“, raunte er, und ich spürte seinen Vegetarieratem mit mildem Druck in meiner Ohrmuschel. „Man kommt nicht umhin, den verächtlichen und deprimierenden Tonfall zu bemerken, mit dem sie die Welt kommentieren. Wo ist die Schönheit abgeblieben, wo der Optimismus, wo das den Menschen Erhebende? Ich glaube, Sie hängen zu oft mit tibetischen Dämonisten ab.“

„Ja, aber…“, begann ich, aber der sich schlagartig verstärkende Druck des kalten Metalles auf meiner Haut ließ mich verstummen.

„Haben Sie schon mal an die heilende Kraft des Mantras gedacht?“

Ich blinzelte mir die Tränen aus den Augen. „Bitte was?“

„Ein heiliges Mantra kann auch sie wieder auf den rechten Pfad führen und Ihnen Harmonie und Frieden verleihen, Herr Gruner“, sagte der alte Mann, und seine fein manikürte Hand zitterte voller Begierde. „Sprechen Sie mir einfach nach:

Om Tryambhakam Yajamahe
Sugandhim Pushtivardhanam
Urvarukamiva Bandhanan
Mrityor Mukshiya Maamritat.“

„Ich kann Ihnen nicht wirklich folgen“, murmelte ich. „Nichts gegen Sanskrit, aber für mich klingt das alles nur nach Lakritze. Was genau soll das bedeuten?“

In diesem Moment blickte ich wahrscheinlich dem Tode ins Angesicht. Der alte Mann zitterte am ganzen Körper, sein eines Auge kniff sich zusammen, und ich wusste, dass er erwägte, mir das Hirn mit einem nebensächlichen Zucken des Zeigefingers aus dem Schädel zu blasen.

Dann trat wieder Klarheit in seinen Blick, und er leckte sich die Lippen.

„Ja, ähem, ja, also man könnte das so übersetzen… das ist natürlich eine sehr freie Übersetzung, und lässt die Feinheiten vermissen… (räusper) Om – wir verehren den dreiäugigen Siva, der wohlriechend ist und alle Wesen ernährt. Möge er uns vom Tod befreien und uns dazu reif machen, zur Unsterblichkeit zu gelangen, genau wie eine reife Gurke von der Pflanze abfällt.“

„Ohja, das erklärt ja wirklich alles. Ich fühle mich schon viel besser.“

„Tatsächlich?“

„Nein. Gurke? Erschieß mich.“

Donnerstag, 5. April 2007

Religion muss Spass machen

Silflay Hraka: Bringing Balance To The Board: Ein amüsantes Fundstück, das sich mir darbot, während ich im Netz nach Material über Legba, den Hermes des Voodoo, gesucht habe. Noch hat die große Diskussion um Kreationismus und Evolutionslehre, die Amerikas Bildungssystem seit Jahren in den Augen der Welt lachhaft macht, noch nicht allzu stark in Europa Platz finden können. Tatsächlich - und das übersehen unsere feinen fundamentalistischen Freunde natürlich - wäre eine Akzeptanz des Kreationismus oder anderer pseudobiblischer Lehren nicht die uneingeschränkte Freude, die sie sich darunter erhoffen. Es gibt ja schließlich nicht nur fundamentaldebilechristliche Religionen, die eine Schöpfungslehre unterstützen. Will man da wirklich Präzedenzfälle schaffen? Das nächste Mal also, wenn ihnen jemand mit "religiösen Werten" oder ähnlichem kommt, reißen Sie einem Huhn den Kopf ab und verlangen weitere Opfer im Namen von Damballah. Oder pochen Sie auf ihr Recht auf freie Religionsausübung und fordern die Immanentisierung des Eschatons zu Ehren des Grossen Cthulhu.

Donnerstag, 29. März 2007

Eine eher unbekannte Provinz Norddeutschlands

Heute vor 200 Jahren wurde - in Bremen - der erdähnliche Asteroid Vesta von Heinrich Olbers als vierter Himmelskörper dieser Art entdeckt. "Erdähnlich" heißt hier allerdings nicht viel, nur dass Vesta einen Eisen-Nickel-Kern hat wie die Erde. Vesta! Göttin von Heim und Herd! Wer bukolische Gartenlandschaften erwartet, wird wie ich enttäuscht werden. Noch enttäuschender ist, dass Vesta, obwohl als drittgrösster Asteroid von einiger Bedeutung und dann auch schon so lange bekannt, keine besondere Rolle im Cthulhu-Mythos zu spielen scheint. Also keine "Krebsmollusken von Vesta" oder ähnliches.
(Ein Armutszeugnis, das es schnell auszumerzen gilt.)

Des weiteren nehme ich hiermit im Namen der Geheimen Reichsregierung in Norddeutschland (GRiN) den Planetoiden Vesta in Besitz und verleihe ihm den Namen "
Neu-Bremen". Was meint ihr, wo ihr in 200 Jahren Marmor für meine Standbilder hacken könnt?

Mittwoch, 20. Dezember 2006

Der kabbalistische Hintergrund von J.R.R.Tolkiens Mittelerde: eine semiotische Studie

Neulich war mir spätabends schrecklich langweilig. Ich fing sogar an, Artikel über Verschwörungstheorien zu lesen, und das will schon was heissen. Der Stil ist schlecht, die Logik bröckelig, und ab dem vierten Satz wiederholt sich alles. Mitten im Lesen eines Traktates über den Okkultismus von J.R.R. Tolkien, der beweisen wollte, dass der Phallus die Palantiri das Allsehende Auge der Freimaurer sind, hielt ich inne. Langweilig, oder?
Versuchen wir einfach mal, das zu toppen.
Ich griff also nach meinem interaktiven Sindarin-Lexikon (keine Chance, Baby, hier wird fachgesimpelt) und bewies in ein paar Minuten, dass man die Bedeutungen aller Buchstaben des hebräischen Alephbeths ins Elbische übersetzen kann. Siehste! Die Kabbala haben sich die Elfen ausgedacht!

Aleph
Beth
Gimel
Daleth
Heh
Vav
Zajin
Cheth
Teth
Iod
Kaph
Lamed
Mem
Nun
Samekh
Oyin
Peh
Tzaddi
Qoph
Resh
Shin
Tav

und
adab
? roch
annon
henneth
taes
crist
cail
lhug
cam
dol
? rochon
nin
lhim
tulu
henn
ethir
gamp
addol
nif
carch
tew

Wie gesagt, mir war echt langweilig.
Diskutiert das.

Sonntag, 3. Dezember 2006

Das Wort am Sonntag


Thema der Predigt:
Hesekiel 25:17„Der Weg des Gerechten…“



Liebe Gemeinde,

am heutigen Tage möchte ich euch von dem verworfensten Geschöpf berichten, das Gottes Schöpfung bereithält: Es ist der Postbote.

Nicht der Postbote, und sicherlich nicht jeder Postbote; vielleicht nicht einmal jeder Postbote, der mich die Woche über bedient.

Aber ein Postbote. Eben jener (gleich welchen Geschlechts), der sich durch perfide Renitenz gegenüber den elementarsten Kulturleistungen unserer Spezies auszeichnet.

Ja, liebe Gemeinde, lesen allein reicht nicht, man muss auch verstehen, was geschrieben steht!

Dies verworfene Geschöpf aber, von dem hier die Rede ist, zeichnet sich dadurch aus, dass es weder das eine noch das andere zu realisieren versteht. In meinen Händen halte ich eine Sendung der letzten Woche, liebe Gemeinde, und mein Herz ist schwer. Ihr alle kennt die satanische Perfidität, mit der immer die Sendungen missbraucht werden, die ein treusorgender Absender BITTE NICHT KNICKEN versieht.

Lasset uns innehalten.

Drei Worte: BITTE. NICHT. KNICKEN.

Was wollen uns diese Worte sagen?

Was heisst denn BITTE? Es ist eine Bitte, ein Bitten, ein Zeichen…

Was heisst denn KNICKEN? Knicken, mit einem Knick versehen, kniffen, falten, oder alles andere, was darunter fällt… nämlich knüllen, kaputtmachen, oder stumpfsinnig in einen engen Briefkastenschlitz stopfen! Dies gilt übrigens sinngemäss und ebenfalls auch für Bücher und Pakete, wobei die Höllenstrafe, die das knicken und beschädigen von Büchersendungen nach sich zieht, natürlich ungleich grösser ist. Die lassen sich nämlich nicht so einfach biegen wie Briefe und nehmen ungleich grösseren Schaden. Verstanden, Du wertlose Made?

Welches dieser drei Worte aber ist wohl das Bedeutsamste?

Es ist das Wort NICHT, liebe Gemeinde. Jenes Wort, das uns selbst wohlbekannt sein sollte aus den zehn Geboten. NICHT, im Sinne von nicht machen, nicht tun, unter keinen Umständen diese Tätigkeit ausüben, nein, nix, nada, sonst Mopedkette.

Wer Verständis hat, wird diese Worte zu deuten wissen.

Ansonsten gilt das Wort des Propheten: „…mit Grimm werde ich sie strafen, daß sie erfahren sollen: Ich sei der Herr, wenn ich meine Rache an ihnen vollstreckt habe."

Montag, 27. November 2006

Ein Brief an den Guru nebenan

54285b 11.06.1996









IM Rahmen unserer alljährlichen Aumpere-Messungen haben wir feststellen müssen, daß Sie einen Ihrem Rang unangemessenen Grad der Bekanntheit erreicht haben, den wir leider nicht mehr verringern können, ohne daß weitreichende Folgen für das gesamte Kontinuum der Interzonen eintreten würden. (Ol Sonuf Vaorsagi). Wir ernennen Sie deshalb zum Mahabrahma des derzeitigen Grabens ehrenhalber und fordern Sie hiermit auf, sich innerhalb der nächsten Periode einer Umschulung in einem unserer Zentren zu unterziehen, damit wir Sie weiterhin gewinnbringend an anderen Positionen sozialen und politischen Interesses einsetzen können. (Durchleutung der Verbindung Golden Dawn-Literatur-Comixscene). Wir hoffen weiterhin auf Ihre Mitarbeit an der Aufklärungsarbeit und dem Kampf gegen das Stumme Imperium.

In diesem Sinne, mit besten Grüßen,


Kode Albatross (Ialdabaoth)


Mittwoch, 30. November 2005

Tubbyterror

Es gibt Dinge, die das normale Grauen übersteigen... Dinge, vor denen jede berechtigte Furcht vor Mensch, Politik, Religion, Geld, Wetter, Mode, Gravitationskonstante oder evolutionärer Druck verblassen muss. Missgestalte Kreaturen erheben aus den Tiefen der Erde, deformierte Köpfe, in denen tote stumpfe Plastikaugen glänzen...

Ein, zwei, drei – vier Teletubbies!

Sind die Teletubbies überhaupt Lebewesen in unserem Sinne? Ausser dem Babyspeck gibt es kein offensichtliches Anzeichen dafür, dass bei ihnen eine Veränderung, ein Wachstum stattfindet. Sie sind, wie andere Kunstfiguren auch, in einem ewigen Moment kindlicher Geschlechtslosigkeit eingefroren. Und das ganz wortwörtlich, denn bei keinem dieser Wesen sind Genitalien nachzuweisen.

Schauen wir es doch an, dieses traurige Leben, durch das sie brabbelnd und rülpsend tollen. Die Vermutung liegt nahe, dass es sich um einen Versuch einer hochstehenden Roboterzivilisation handelt, asexuelles künstliches Leben zu erzeugen. So erklären sich auch die standardisierten Pantomimen, mit denen die Teletubbies ihren streng reglementierten Tagesablauf bestreiten. Es sind psychosexuelle Rituale, mit denen die geistige und emotionale Entwicklung normalen Lebens simuliert werden soll. Sie sind Plüschcyborgs, der rosige Schleim, mit dem sie fortwährend gefüttert werden, scheint vor allem dazu zu dienen, ihre Fernsehorgane anzutreiben.

Ihr heimisches Biotop ist eine künstliche Landschaft, aufgeschüttet, um ihnen eine Simulation unbeschwerter Kindheit zu ermöglichen. Die bunten Blumen sorgsam abgezirkelt, und dazwischen Hoppelhäschen.

Wie niedlich! Oder haben diese unschuldigen Tierchen vielleicht sogar einen Nutzen?
Leiten Sie etwa das gottlose Experiment, wie die Mäuse den Computer Erde?
Andererseits muss der rosige Schleim, mit dem die Teletubbies ernährt werden, ja auch aus irgendetwas bestehen. Ist es da vermessen, anzunehmen, dass es sich bei diesem Park um ein autarkes System handelt, und die Hoppelhasen, die oben den Rasen kurz halten, unten von der Maschinerie, die alles kontrolliert, in Tubbybrei umgewandelt wird? Soylent Pink ist Hasenfleisch…

Wir alle wissen, dass es sich bei ihnen um widerliche kleine Außerirdische handeln muss. Gezüchtet auf einer Farm, ohne „menschliche“ Bezugsperson. Die einzige Möglichkeit zum Austausch ist ein Staubsauger. Wundert man sich, wenn Tubbyschmusen imemr ein wenig aussieht wie wechselseitige Masturbation?

Vielleicht fungieren die antennenähnlichen Fortsätze, in denen ihre Köpfe enden, sowohl als Empfänger als auch als Sender ihrer psychosexuellen Programmierungen. Auffällig ist jedenfalls, dass zwei der Tubbies aufstrebende, phallische Antennen aufweisen, zwei jedoch solche mit Aussparungen oder Öffnungen, die das Bild einer Vulva invozieren. Falls diese Lebensform jemals aus dem Larvenstadium treten sollte, wird sich hier wahrscheinlich das biotechnische Äquivalent des Genitals entwickeln.

Die Frage stellt sich also nicht, ob der lila Tubby homosexuell ist. Sie sind alle gleichermassen geschlechtslos, aber er hat eine vaginaartige Antenne, und die psychosexuelle Rolle, die er von seinen unsichtbaren Herren empfängt, ist eine feminine. Und der dunkelgesichtige Tubby, das maschinelle Äquivalent des Quotennegers, hat natürlich auch die längste Antenne von allen.
Beunruhigend, oder? Wie niedlich? Oder verbirgt sich hinter diesen grellen Farben etwas wirklich Grauenhaftes?

Dies ist kein wirkliches Leben, sondern nur die Simulation von Rollen. Ein Verhalten, das unter Menschen Anlass zur Sorge und Wut geben würde, natürlich aber nicht unter den in Plüsch gehüllten Cyborgs, die irgendwo am Rande des Sonnensystems in einer hermetisch abgeschlossenen Umwelt herangezüchtet werden.

Der rosa Schleim fliesst weiter, und vier groteske Gestalten wanken durch eine aseptische Welt, ihre sinnlosen Rituale zelebrierend, von denen sie hoffen, dass sie sie irgendwann in echtes Leben verwandeln.

Die „Teletubbies“ erscheinen jeden Morgen um 9:00 Uhr auf den heimischen Bildschirmen, wenn man Kleinkinder oder andere geistig minderbemittelte im Haushalt hat. Gegen diese Form außerirdischen Teleterrors können wir uns nur durchsetzen, wenn wir uns bereits den Anfängen wehren. Vergesst nicht das Alamo! Soylent Pink ist Hasenfleisch!! Streitet gegen die Aliens im Namen von Satan, Bugs Bunny und mir!

Montag, 3. Oktober 2005

Einheitlich bucklig

...zum Tag der Deutschen Einheit 2005

Ich bin Deutschland.

Das ist so.

Das ist das, was mir die Stimmen jeden Abend erzählen, die aus dem Weißen Rauschen meines Fernsehers hervorklingen. Ich bin Deutschland.

Und außerdem ein Schmetterling und ein Chor. Die Details sind ein wenig unklar.

Ich bin Deutschland. Das heißt dann wohl, dass mein Auge in Norddeutschland liegt, und ungefähr im Saarland meine Rosette. Wacht auf, Bayern, ihr seid das symbolische Äquivalent meiner Käsefüsse! Achja, und ich bin bucklig. Der ganze Osten liegt mir schwer auf den Schultern.

Ich bin Deutschland, und ein Schmetterling und ein Chor, der Bucklige von Europa. Mein Name ist Deutschalnd, denn wir sind viele.

Aber ich bin ein Happening-Land. Vorsprung durch Technik: Vergesst das alte Deutschland, jetzt bin ich es. Und als wichtiger Bestandteil des nordatlantischen Paktes und der westlichen Hemisphäre tue ich wasauchimmerzumteufel ich will.

Ich erkläre hiermit den schwarz-rot-gold karierten Kilt zur Nationalkleidung, außerdem haben im Sommer alle Frauen nicht nur bauchfrei, sondern auch busenfrei herumzulaufen. Die neue Nationalspeise ist einmal die 82 und einmal die 129, gebackene Wantans extra. Das Sauerkraut schicke ich zurück in den Elsass, sollen sie meine französischen Nachbarn damit strangulieren.
Ich bin Deutschland, und ich find meinen Namen Scheiße. Kurz vor meiner Geschlechtsumwandlung werde ich mich umtaufen lassen. Ich habe auch schon einen elegant klingenden Künstlernamen gefunden. Glückwunsch. Ihr seid jetzt alle Bürger des schönen Staates Hebephrenie.

Wer mir dumm kommt, dem tret ich in die Eier und kipp ihm den Butterberg vor die Tür. Die hebephrenen Bauern sollen mir huldigen und auf jedem Dorfplatz Statuen aus getrockneten Kuhfladen errichten, die pünktlich zu Ostern in Brand gesetzt werden, während sich die parfümgeschwängerte Luft mit Sonetten füllt, und barbusige Jungfrauen bei meinem Anblick reihenweise umklappen. Ich bin zwischen Rhein und Oder, ich bin der Tod eines Meisters, mein Huf tritt auf das Herz dieses Kontinentes; zweimal bin ich schon gekommen, meine kleinen Droogs da draußen, ihr schlottert doch schon lange davor, dass ich noch ein drittes Mal auf Welttournee gehe.

Entspannt euch. Natürlich bin ich nicht so blöd, Euch an die Wäsche zu gehen, oder gar unserem Onkel Sam ans Bein zu pissen. Auf so eine Idee würde nur ein kleiner pubertierender Zehenlutscher kommen. Scheiss auf heroischen Geist, hier geht’s darum, wer den längsten hat. Ich bin alt und haarig und wenn ich einen ablasse, verdunkelt sich die Sonne. Ich nehme mir die kleinen Schwuchteln vor. Als erstes sind Andorra und San Marino dran, diese Ziegenficker. Liechtenstein? Luxembourg? Vergesst es, Jungs, wenn ihr in der Oberliga spielen wollt, dann müsst ihr schon mal ein wenig Gas geben. Ihr seid nur Pickel auf der Landkarte, ein wenig entzündet, aber leicht auszudrücken.

Ich steh schon vor euren Sozialbauten. Brauchst Dich nicht zu verstecken, ich hab’ Deine dumme Visage hinter der Gardine gesehen. Also komm runter, Monaco, damit ich Dir ordentlich in die Eier treten kann.

Denn ich bin Deutschland.

Ein Schmetterling und ein Chor.

Der Bucklige von Europa, alt und haarig.

Sonst noch Fragen?

Montag, 16. Mai 2005

Brennpunkt :: Informationen der Behörden

Vor einigen Tagen kam mir folgende Informationsbroschüre auf den Schreibtisch. Während ich auch nicht die grundlegende Hysterie der Aufklärungsstellen teile, denke ich dennoch, daß das Thema von wachsender Bedeutung sein könnte.



BRENNPUNKT:
SMEGMA-SAMMLER – Die Unterschätzte Gefahr
Herausgeber: Behörde für Innere


Für die meisten Menschen von uns besteht scheinbar kein Grund, sich mit der Existenz ritualisierten Smegma-Sammelns – des sogenannten „Abpumpens“ – auseinanderzusetzen. Dies erfolgt meist nur dann, wenn man selbst oder als Angehöriger, auf welche Weise auch immer, mit praktiziertem Smegma-Sammeln konfrontiert wird. Hinter der organisierten Ausübung dieser Praxis stehen allzuoft mächtige Gruppierungen – vor allem die sogenannten „Smegma-Sammler vom Sirius“ (SSS). Und dann stellt man plötzlich fest, dass man im Moment der Konfrontation mit dem Smegma-Sammler überfordert ist. Dies rührt i.d.R. daher, dass man zu wenig über Gefahren, Ursachen und Erscheinungsformen des Smegma-Sammelns, weiß. Die Informationslage über den Verbleib dieses wichtigen organischen Nebenproduktes ist erschreckend dürftig.

Dem Normalbürger kann diesbezüglich kein Vorwurf gemacht werden. Wie verhält es sich aber bei den Ermittlungsbehörden, insbes. bei der Polizei? Ist es nicht ihre Aufgabe Gefahren für jeden Einzelnen von uns abzuwehren – einschließlich Gefahrenvorsorge – sowie die vorbeugende Bekämpfung von Straftaten zu betreiben? Auf der ganzen Welt verschwinden Unmengen von Smegma – wohin? Angeblich werden bei rituellen „Absaug“-Praktiken in der Bundesrepublik Deutschland jährlich bis zu 4,2 Tonnen Smegma gewonnen – davon eine Tonne allein im Freistaat Bayern. Der Verdacht auf die Existenz eines international organisierten Kartells liegt nahe.
Wie sind solch schwerwiegenden Aussagen einzuschätzen? Als erste und wichtige Voraussetzung für die Verarbeitung dieser Informationen ist eine klare Analyse vonnöten. Was ist möglich? Was kann nicht stimmen? Wo ist die Geschichte in sich nicht konsistent?

Montag, 9. Mai 2005

Kimi top - Schumi flopt

...nicht daß dies außer dem latent perversen Unterton interessant wäre. Donnerstag war eine Enttäuschung... Vatertag... Ich habe den ganzen Tag lang darauf gewartet, daß eine Horde shintoistischer Mönche mit einem zehn Meter langen vegroldeten Phallus die Strasse herabgerannt kommen... nichts. Und das soll ein Feiertag zu Ehren des Vaters sein? Des männlichen Elementes? Ach nein, eigentlich ist es ja Christi Himmelfahrt. Wie bringt man diese beiden Titel zusammen? Ist Christus in Form einer metaphysischen Ejakulation in den Himmel heraufgeflogen? Es soll ja Gurus geben, die ihren Strahl wieder in die Testikeln zurücksaugen können. Warum also nicht... Jehovah Mahalingam Superstar? Alles in allem: Donnerstag war eine Enttäuschung. Kurz vor dem Einschlafen fällt mein Blick noch in die Fernsehzeitung. Ich erhasche den Namen "Long John Silver". LONG John? AHA! Aber es war nur die Verfilmung der Schatzinsel mit Orson Welles. Seufz.
Von Sonntag, dem Muttertag, ganz zu schweigen...
Ich warte immer noch auf die hundert nackigen Sambatänzerinnen.