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Samstag, 20. September 2008

Saturday Pin-up :: Babalon and Nigel

Passend zu früheren Veröffentlichungen: Das Scharlachrote Weib der Apokalypse trifft auf das Große Wilde Tier (nein, diesmal nicht Aleister Crowley...)
Babalon and Nigel
Original aus: The Chronicles of Wormwood, Avatar Press, Juni 2007. Story and © by Garth Ennis, Art by Jacen Burrows

Montag, 19. Februar 2007

Scharlachfarbene Schnappschüsse

Worum es bei neuerlichen Meditationen über SCHARLACH auch diesmal nicht gehen wird:

  • Immer noch nicht Scarlett Johannsen :: Mein filmliebhabender Bekannter, Herr D., hat mich zwischenzeitlich in dieser Hinsicht aufgeklärt, aber ich befasse mich nur selten mit Filmstars, egal ob sie die größten Möpse in Hollywood haben oder nicht.

  • Scarlet Arrow, Scarlet Nemesis und Scarlet Phantom:: drei alte Superhelden (?) aus dem Harley Verlag, der heutzutage eigentlich nur noch dafür bekannt ist, dass er seit Jahrzehnten die Menschheit mit Comics plagt, in denen ein ewiggestriger Teen namens Archie (ausgesprochen „Arschie“) drollige Abenteuer in einer Hinterwäldlerstadt namens Riverdale erlebt. (Achja, und Sabrina, die Teenage Hexe… würg) Arschie ist vor allem dafür bekannt, dass seine Geschichten ein „sauberes“ Amerika verkörpern, trotz der politisch unkorrekten Weise, in der verschiedene High School-Bimbos um seine Aufmerksamkeit buhlen. Trotz roter Haare scheint in Riverdale das Libido-Level einer Baumschule vorzuherrschen, nach all der Zeit wurde hier noch nie jemand flachgelegt. (höchstens im übertragenen Sinne, in dem legendenumwobenen Crossover, in dem der Punisher (Marvel) Riverdale besuchte. Leider waren die High Schooler alle cleane Jungfrauen, eine leider verpasste Chance, diese luschigen Gummigesichter endlich loszuwerden.
    Aber ich schweife ab… da der ehemalige Harvey Verlag seine alten Superhelden mehr oder weniger unter Verschluss hält, um dem sauberen Image nicht zu schaden, ist über die drei scharlachroten Helden kaum etwas herauszubekommen… Außer das man in den 40er Jahren wohl diese Farbe sehr zu schätzen wusste… Scarlet Nemesis und Scarlet Phantom debütierten in All New Comics No.2, Scarlet Arrow in Black Cat Comics Nr.5.

  • Den scharlachroten Buchstaben :: Ein puritanischer Brauch, von Nathaniel Hawthorne dokumentiert, bei dem das edle „A“ als Werkzeug gesellschaftlichen Ostrakismus missbraucht wurde. Ein unappetitliches psycho-sexuelles Drama, ungefähr auf einer Stufe mit dem Verhalten anderen weiblichen Stigmataträgern gegenüber. Hester Prynne, Du hast etwas besseres verdient.

  • Den Scharlachroten Speedster :: besser bekannt als „Flash“ – der schnellste Mann der Welt. Beim Durchforsten des Netzes fiel mir auf, dass „Scarlet Speedster“ wohl der gebräuchlichste Beiname/Titel dieser Figur gewesen sein muss. Aber dem Flash widmet man doch lieber ein wenig mehr Aufmerksamkeit und Liebe. Selbst meine kleine Tochter wäre gerne „Der Rote Blitz“. Excelsior!

  • Den Scharlachroten Dschungel :: Diese ungewöhnliche Landschaft auf dem Planeten Krypton, weithin gerühmt für seine ausufernde rote und purpurfarbene Flora, sowie für die außergewöhnlichen indigenen Kreaturen, die hier vorkommen. Hier besonders hervorzuheben ist das berühmte „Gedankenbiest“ des Planeten Krypton, eine gewaltige rhinozerosartige Kreatur, deren hervorstechendes Merkmal der so genannte „Gedankenschirm“ ist, ein televisionsartiges Organ, auf den das Gedankenbiest mentale Abbilder all dessen zu projizieren vermag, was es denkt. Da Planet Krypton auch in dieser Realität schon vor Jahrzehnten explodierte, sind die einzigen Überbleibsel dieser galaktischen Sehenswürdigkeit einzelne, versprengte Bilddarstellungen in paläoamerikanischen Druckwerken. (Action Comics No. 310, März 1964: „Secret of Kryptonite Six!“)


und auch leider nicht

  • Die scharlachrote Plage :: ein früher, weitgehend unbekannter ScienceFiction-Roman von niemand anderem als dem unvergessenen Jack London!

Trivia:

Wussten Sie, dass unsere Gartenerdbeere (Fragaria magna, auch Kulturerdbeere) im Gegensatz zur autochthonen Walderdbeere eine Züchtung neueren Datums ist? Hierzu kreuzte man die so genannte Chileerdbeere mit der… Sie raten es vielleicht… Scharlach-Erdbeere.

Sonntag, 18. Februar 2007

Der scharlachrote Geist Liliths

He who has loved the wild girls of Zothique
Shall not come back a gentler love to seek,
Nor know the vampire's from the lover's kiss:
For him the scarlet ghost
Of Lilith from time's last necropolis
Rears amorous and malign.

Zothique, Clark Ashton Smith

Dienstag, 13. Februar 2007

Räche mein Scharlach


Der Mann, der nie lächelt!
Eine fast vergessene Figur aus dem Jahre 1940 (Zip Comics), die in ihrem Modus Operandi und ihrer Herkunft recht effektiv und platzsparend die Figuren von Doc Savage, The Shadow und The Avenger in sich vereint. Jim Kendell ist der einzige Überlebende einer Flugzeugentführung. Beim Absturz wurden seine Gesichtsmuskeln so verletzt, dass er zum Mann wurde, "der nie lächelt". Mit Hilfe seiner wissenschaftlichen Erfindungen und eines eigenen Agentennetzes tritt er seinen Rachefeldzug gegen das organisierte Verbrechen an...

Während man an die meisten der Originalcomics aus den 40ern ohne Probleme herankommt (gescannt), wird anscheinend doch noch ein Copyright auf die Figur erhoben. Schade auch, heute mittag hatte ich mir schon fette, trashige Pulp Novels mit diesem Charakter ausgemalt. Danke für den Hinweis, Leser D. :-(

Montag, 12. Februar 2007

Scharlach Reloaded

Heute vor einem Jahr streckte mich das missliche Scharlachfieber nieder (die Presse berichtete). Leider hatte ich seitdem nie wieder eine so groteske großartige Idee, wie eine ganze Woche lang nur über das Wort "Scharlach" zu bloggen. Wie kann man das toppen? Ich weiss... noch mehr Scharlach.

(Der Unterschied ist nur, dass ich nun gesund bin und keine Ausrede mehr für meine Fieberphantasien vorweisen kann. Dammich!)

Sonntag, 2. April 2006

Der diskrete Charme einer scharlachfarbenen Dame (3)


Das Weiblich-Dämonische in Kunst und Religion
- um Fussnoten und Anmerkungen gekürzte Version -

Die Autoren populärer Literatur, ob nun geschriebener oder graphischer, sind selten subtil. Sie bedienen sich bei der Konstruktion ihrer Charaktere gerne kultureller Archetypen und Klischees. Die Scharlachrote Dame ist immer dabei. In hundert Gestalten tritt sie auf, ob als exotische Prinzessin, oder als „Drachenlady“ oder eine Dame namens „Velvet“. Meist ist sie die verführerische und oft widersprüchliche Gegenspielerin des „Helden“, gleichermassen bereit, ihn zu verführen oder zu vernichten, vor allem aber zu verwirren. Sie muss nicht in Scharlach gekleidet sein. Ihre erotische Ausstrahlung ist das einzige Scharlach, das sie braucht. Trotzdem ist sie meistens, wenn schon nicht rothaarig, so doch dunkelhaarig im Gegensatz zur blonden, hilf- und geistlosen Gespielin des Helden.


Eine rühmliche Ausnahme ist die unnachahmliche (dunkelhaarige) Dejah Thoris, eine Prinzessin der rothäutigen Marsianer, die zwar die treue Gefährtin von Edgar Rice Burroughs’ John Carter ist, aber nicht den Eindruck erweckt, dass sie wirklich hilflos ist, egal wie übel man ihr mitspielt. Auf unserer Welt würde man sie trotzdem recht merkwürdig finden, stammt sie doch aus einer Rasse, die nicht nur Eier legen, sondern auch grosszügig auf unnütze Dinge wie Bekleidung verzichtet.

Scharlach ist ein starkes Aphrodisiaka, die Farbe der Erregung.

In manchen Codes ist es sogar ein Synonym für alles Sexuelle.

Künstler oder Propheten scheinen sich der starken Faszination, die von diesem Bild ausgeht, kaum entziehen zu können und müssen es fortsetzen und weitertradieren. Die Farbe der Blutes signalisiert die Verbundenheit mit dem Verbotenen – in Nathaniel Hawthornes gleichnamiger Novelle stigmatisiert „der Scharlachrote Buchstabe“ eine Ehebrecherin, und selbst die Apokalypse des Johannes hebt sein Symbol der Verworfenheit dadurch hervor, dass es sie in ein scharlachrotes Gewand hüllt.

Es ist also vielleicht nicht verwunderlich, dass Stan Lee und Jack Kirby, als sie im 3. Heft der ursprünglichen X-Men-Serie dem Superschurken Magneto in bewußter Parallelbildung zum Team von Professor Xavier eine Gruppe „Böser Mutanten“ hinzugesellten, dem einzigen weibliche Mitglied den Namen „Scharlachhexe“ (Scarlet Witch) verliehen. Wanda Maximoff hatte die Fähigkeit, durch eine bestimmte Geste Dinge zu „verhexen“ – eine eher vage Fähigkeit, die man heute so deuten würde, dass auf irgendeine Weise Wahrscheinlichkeiten manipuliert werden. Dinge geschahen, meist zum Schaden anderer.

Bei einem solchen Namen und solcher Gesellschaft würde man vielleicht eine Art Femme Fatale erwarten, einen Super-Sukkubus, einen erotischen Vampir. Aber tatsächlich war die Scharlachhexe ein eher spröder und keuscher Charakter, dessen einziger Bezugspunkt ihr ebenso spröder und kühler Bruder „Quecksilber“ Pietro Maximoff war. (Da Quecksilber das magische Metall des Merkur ist, ist es vielleicht nicht verwunderlich, dass dies einer der vielen superschnellen Speedster ist, die die grafische Literatur bevölkern.)

Es zeigt die Genialität von Lee und Kirby, dass die Figur der Scharlachhexe dennoch nicht die apokalyptische Perversion verkörperte, die man erwarten würde, sondern eine widerwillige Verbündete, die Magneto nur einer Ehrenschuld wegen beistand. Als Magneto von der Bildfläche verschwand, betrachteten die ungleichen Geschwister ihre Schuld beglichen und kehrten in ihr Heimatland irgendwo auf dem Balkan zurück, nur um einige Zeit später in das zweite Team der „Rächer“ aufgenommen zu werden, wo sie lange Jahre als vorbildliche Helden dienten, obwohl sie nie besonders prominent wurden.

Die Reformation bekam der Scharlachhexe gut – sie verlor ihre spitzen Augenbrauen und schrägen Augen, mit denen Kirby sie als Teil der exotischen Alten Welt Europas kennzeichnete, ihre Oberweite wuchs, und das eine oder andere Mal wurde sie als Plotpunkt missbraucht – irgendjemand musste ja das Alphaweibchen darstellen, um das sich die Alphamännchen balgen. Im Gegensatz zu anderen weiblichen Gestalten blieb die Hexe jedoch ganz unhexisch beherrscht, verlässlich und vielleicht ein bisschen prüde, weswegen man sie nach einiger Zeit eine Romanze mit einem Synthezoiden namens Vision erleben liess, einer künstlichen Lebensform. Keine schlechte Geschichte, so seltsam es klingt – beide Gestalten wurden dadurch ein wenig menschlicher. Gefühle sind eine tolle Sache.

Das Problem ist nur, dass das Bild der Scharlachroten Dame stärker ist als die Fabulierkunst des durchschnittlichen Geschichtenerzählers. Da war eine Hexe, weiblich, in Scharlach gekleidet, Besitzerin von unerklärlichen Kräften, die nicht zu beherrschen waren. Konnte dieses Urbild des Weiblich-Dämonischen etwa mit dem trägen Dasein von Ehefrau und Mutter zusammengebracht werden?

Seitdem ist die Figur der Scharlachhexe unzähligen Mutationen unterworfen worden. Körper, Geist und Seele wurden von dem jeweiligen Autoren nach seinen Bedürfnissen umgemodelt. Dass sie eine Zeit lang ein Kostüm trug, in dem sie aussah wie eine Kartenlegerin einmal beiseite gelassen. Manche Männer schienen sich scheinen sich der starken Faszination, die von diesem Bild ausgeht, kaum entziehen zu können. Immermehr wurde ein verbotener, irrationaler Aspekt verstärkt und ein geradliniger Charakter zu einem Zerrbild des Weiblichen verformt. Im Endeffekt eine über Jahrzehnte geduldete Vergewaltigung eines Charakters, dem fragwürdige Autoren Misstrauen und Verachtung entgegenbrachten.

Die letzte Stufen der Degradation blieb Wanda Maximoff glücklicherweise erspart. Sie wurde nicht geschändet und ermordet, wie andere Comicfrauen.

Stattdessen wurde sie wahnsinnig und zerstörte die Welt.

Montag, 20. Februar 2006

Scharlach Ende

So, mit diesem Posting, das ich geschickt nacheditieren werde, damit niemand merkt, dass ich es erst Mittwoch geschrieben habe... moment... ach, ist ja auch egal... beenden wir die glorreiche SCHARLACHWOCHE auf NEMEDHOUSE.
Ich hoffe, der eine oder andere wird etwas Interessantes, das mit dieser Meme verbunden wurde, gefunden haben, und wenn es auch nur die RGB-Werte für Scharlach waren.
Das eine oder andere Faktbit fliegt hier noch rum, aber der Scharlach ist aus meinen Adern verflogen, und das heisst wieder reguläre Arbeit, und das heisst natürlich wieder weniger Zeit für das Erforschen der eher ungewöhnlichen und unnützen Seitenaspekte der menschlichen Existenz.
Aber meine Hymne auf die Scharlachhexe werde ich sicher noch nachreichen... oder so geschickt nacheditieren, dass niemand merkt, dass ich sie erst eine Woche später geschrieben habe...

Sonntag, 19. Februar 2006

Wold Newton :: Im Zeichen der Scharlachroten Pimpernelle

Eine Weiterführung von Wold Newton :: Prämisse

An der Basis des „Wold Newton Universums“ liegt der wohldokumentierte Meteoriteneinschlag, der sich im Jahre 1795 in der Nähe des englischen Dorfes Wold Newton ereignete. Dabei freiwerdende Strahlung verursachte eine Mutation in den Genen der beim Absturz Anwesenden, die sich jedoch vor allem in den hervorragenden körperlichen und/oder geistigen Leistungen späterer Generationen bemerkbar machen sollte…

Der dabei freiwerdenden (ionischen?) Strahlung wurden vermutlich zwei Kutschen ausgesetzt, die ihre Passagiere, vor allem Angehörige des britischen Hochadels, zu einem nicht näher vermerkten Geheimtreffen bringen sollten. Die Passagiere der ersten Kutsche waren John Clayton, der dritte Herzog von Greystoke, und seine Ehefrau Alicia, neéRutherford, und ihr Bruder, der 11. Baron von Tennington, seine Ehefrau, Elizabeth Cavendish; Honore Delagardie und seine Frau, Philippa Drummond; sowie Fitzwilliam Darcy und seine Frau, Elizabeth Bennett. In der zweiten Kutsche waren Sir Percy Blakeney, auch bekannt als der Scharlachrote Pimpernell, und seine zweite Frau, Alice Clarke Raffles; Sir Hugh Drummond, Philippas Bruder, und seine Ehefrau Georgia Dewhurst; Dr. Siger Holmes und seine Frau, Violet Clarke Raffles, Alice’ Schwester. Ein Freund von Dr. Holmes', ein junger Medizinstudent mit Namen Sebastian Noel, folgte zu Pferde. Ebenso anwesend waren die vier Kutscher Louis Lupin, Albert Lecoq, Arthur Blake und Simon MacNichols.

Besonders hervorzuheben ist hier Sir Percy Blakeney, der als antirevolutionärer Vigilant in bis dahin ungekannter Kühnheit unter der Maske des Dandy und Schwächlings gegen durch die Französische Revolution initiierten gesellschaftlichen Wandel vorging und sich dabei als Meister der Verwandlung und überlegener Fechter bewies. Besonders hervorzuheben deswegen, weil er einer der ersten war, der unter einem farbenprächtigen nom-de-guerre bekannt wurde und ebenso eine doppelte Identität pflegte wie einige Nachkommen derer, die in der Forschung inzwischen als die „Wold Newton Familien“ bekannt sind.
„Scarlet Pimpernel, Mademoiselle“, erklärte er schließlich. „ist der Name einer einfachen englischen Blume, die an Wegrändern blüht; aber es ist auch der Name, den sich ein Mann, einer der besten und tapfersten Männer der Welt, ausgesucht hat, um sich dahinter zu verbergen, damit er um so sicherer der Aufgabe nachgehen kann, die er sich gestellt hat.“
(Die hier erwähnte Blume ist die sanguisorba minor, in Deutschland auch als Pimpinelle oder Bibinelle bekannt.)
Vielleicht sind die geheimen Tätigkeiten Sir Percys auch der Grund für die aussergewöhnliche Reise nach Wold Newton gewesen, und erklären die Heimlichkeit, die die dortigen Ereignisse ergeben. Es ist inzwischen allgemein bekannt geworden, dass Sir Percy sich für seine konterrevolutionären Rettungsaktionen eines grossflächigen Netzes von Agenten und Verbindungsmännern bediente, eine Geheimorganisation, die jedoch auch Verbindungen bis in die höchsten Stellen hatte und allgemeinhin nur als „die Liga“ bekannt war. (vide Baroness Orczy:„The League of the Scarlet Pimpernel“; Dennis Wheatley: „The Man Who Killed the King“)

Auch hier kann man einen Beginn dessen sehen, was wir die „Geheime Geschichte Europas“ nennen können. Denn es ist nie publiziert worden, wann und ob „die Liga“ ihre Arbeit eingestellt hat. Dies und die mathematische Unwahrscheinlichkeit, dass die Passagiere von Sir Percys Konvoi gerade in dem Moment jene schicksalshafte Ortschaft bei Wold Newton passierten, als jeder geheimnisvolle Himmelskörper einschlug, sollten Raum für weitere Überlegungen und Forschungen geben.

In den Verbindungen, die diese Familien in den folgenden Generationen eingingen, trat das mutierte Gen immer deutlicher zutage und produzierte das, was Farmer eine „Nova genetischer Pracht“ nannte, „diesen Ausbruch grosser Detektive, Wisssenschaftler und Erforscher exotischer Welten, dies letzte Aufblühen wahrer Helden in einem ansonsten degenerierten Zeitalter.“: John Clayton („Tarzan“), Sherlock Holmes, Doc Savage und sein Gehilfe Monk Mayfair, Nero Wolfe, James Bond, Bulldog Drummond, Kent Allard-Lupin („The Shadow“), „G-8“, Richard Wentworth („The Spider“), Lord Peter Wimsey, Philip Marlowe, Sam Spade, Phileas Fogg, Professor Challenger, Arsene Lupin, Richard Hannay, Denis Nayland Smith, C. Auguste Dupin, Sam Spade, Charlie Chan, und John Shaft.

Wie die Dokumentierung der Staumbäume dieser Familien belegt, brachte die Saat des Wold Newton-Gens jedoch auch verdorbene Früchte hervor, Männer und Frauen, die in der Verbreitung des Bösen ebenso hervorragend und genial waren wie andere in seiner Bekämpfung: Darunter fallen berühmte Personen wie Dr. Fu Manchu, Professor Moriarty, Carl Peterson, und der enigmatische Ernst Stavro Blofeld.

Donnerstag, 16. Februar 2006

Der diskrete Charme einer scharlachfarbenen Dame (2)


Das Weiblich-Dämonische in Kunst und Religion
- um Fussnoten und Anmerkungen gekürzte Version -

Es ist nur aus der persönlichen Vita von Edward Alexander Crowley (1875-1947) zu erklären, warum er eine der symbolhaften Figuren seiner persönlichen Theo-Mythologie, wie sie in „Liber Al vel Legis“, dem Buch des Gesetzes, zum Ausdruck kommt, mit dem Titel „Scharlachweib“ belegt. „Nun sollt ihr wissen, daß der erwählte Priester & Apostel des unendlichen Raumes der Prinz-Priester das Tier ist; und in seine Frau, Scharlach-Frau genannt, ist alle Macht gegeben“, heisst es, eine deutliche Homage an die Ikonographie des Johannes-Evangeliums, aus dem er sein Leben lang Inspiration bezog.

In den indischen Lehren, in denen er so überaus bewandt war, ist dies eine recht gute Umschreibung der Shakti, des weiblichen Aspektes, der Gefährtin und Macht der hinduistischen Götter. (Und tatsächlich ist ‚Kraft, Macht, Energie’ auch eine exakte Übersetzung für shakti) Dass er mehrere seiner Gefährtinnen bei magischen Experimenten mit diesem Titel belegte, ist eine klare Parallele zum Brauchtum bestimmter Tantra- und Nathschulen, bei denen dem Yogi auch immer eine Yogini zur rituellen Praxis beigesellt wird.

Dass Shakti die Macht, aber auch den passiven Aspekt versinnbildlicht – das Yin zum Yang des Magiers, muss nicht unbedingt bedeuten, dass sie selbst eine passive Kraft darstellt.

„Die Frau soll mit einem Schwert gegürtet vor mich treten“, heißt es in Al III:15, im Hinduismus selbst gibt es meist einen „lichten“ und einen „dunklen“ Aspekt der Shaktideva: Kalimatra zum Beispiel ist der „dunkle“ Aspekt derer, von der Parvati den „lichten“ darstellt.

In einer anderen, eher umstrittenen Stelle (III:44-45) kommt die moralische Ambivalenz des aus einem puritanischen Elternhaus stammenden Bonvivants Crowley deutlich zum Tragen. Seine Vorstellung einer Frau soll gleichzeitig sittenlos aber gleichzeitig seinem Werk so ergeben sein wie eine Nonne, sonst möge sie als Hure enden.

Ambivalent umschreibt diese Vorstellung wohl am besten, wenn man bedenkt, dass er in späteren Werken diese Vorstellung von Shakti mit einer Göttergestalt vermischt, die er selbst nach einem Wort aus Dr. John Dee’s und Edward Kellys katholischer Engelsmagie Babalon(d) benannte, was in dieser sogenannten „Enochischen Sprache“ schlicht ebenfalls ‚Hure’ bedeutet. Etwas, was sich sicherlich kein frommer Hindu als Titel für Shakti herausnehmen würde.

Die Irritation, die mit dieser Namensgebung Hand in Hand geht, löst sich nur zögerlich, wenn man sich die Grundaussage von Crowleys „Roter Magie“ – Magick mit einem „K“ – ins Gedächtnis ruft. Die Kunst der Vereinigung kann nur gelingen, wenn kein Vorbehalt besteht: das einzig Revolutionäre von Crowley als Magier wie als Künstler war ein gewisser „Mut zur Hässlichkeit“ – auch in der Wahl seiner spirituellen Betätigungsfelder.

Das Tabu und der Glamour mischen sich in einem Bild, und folgerichtig ist das „Gefäß“ Babalons nicht nur der Heilige Gral, sondern auch „die goldene Schale ihrer Unzucht“, wie es in einem weiteren Werk, „Liber Cheth“, heisst.

Robert E Howards "Die Scharlachrote Zitadelle"

...als Prototyp der Sword&Sorcery-Erzählung

„Die Scharlachrote Zitadelle“ (THE SCARLET CITADEL), die fünfte von Robert E. Howard (1906-1936) verfasste Conan-Erzählung, wurde zum ersten Mal im Januar 1933 in dem amerikanischen Magazin „Weird Tales“ veröffentlicht. Während sie allgemein nicht als die hervorragenste Arbeit Howards angesehen wird, nimmt sie in Thema und Aufbau viele Erzählungen vorweg, die bis zum heutigen Tag das „Sword&Sorcery“ (Schwert und Zauberei“ Subgenre der Fantasy prägen.
„Die Scharlachrote Zitadelle“ spielt im Gegensatz zu vielen Conan-Erzählungen in einem pseudo-mittelalterlichen Milieu, das Howard von seinen historischen Kreuzfahrergeschichten so gut kannte. Hinzu kommt jedoch ein deutliches Element des Übernatürlichen, jedoch nicht nur die Überbleibsel vormenschlicher Rassen oder ausserirdischen Monstren, derer sich Howard auch in seinen Horrorgeschichten (zum Teil im Cthulhu-Mythos angesiedelt) zu bedienen wusste, sondern die Figur des Schwarzmagiers bzw. Zauberers.

Kapitelübersicht:
  1. Nach einer durch den Verrat seiner Verbündeten verlorenen Schlacht gerät Conan, König von Aquilonien, in die Gefangenschaft des kothischen Königs Strabonus und dessen Hexers Tsotha-lanti. „Man erzählte sich, dass er über eine riesige Bibliothek von Zauberbüchern verfüge, die in Menschenhaut gebunden waren –Haut, die lebenden Opfern abgezogen worden war. Und in den Höhlen unterhalb seiner Burg handelte er mit den Mächten der Finsternis, sagte man, und tauschte wimmernde Sklavinnen gegen schreckliche Geheimnisse ein.“

  2. In Tsotha-lantis Burg, der Scharlachroten Zitadelle, wird Conan in den unterirdischen Kerker geworfen, während der Zauberer sich darauf vorbereitet, das Aquilonische Reich zu erobern. „Was soll ich Euren Frauen ausrichten, ehe ich ihnen die weiche Haut abziehe und darauf die Chronik von Tsotha-lantis Siegeszug niederschreibe?“

  3. Conan kann den Verliesen der Scharlachroten Zitadelle entfliehen, weil persönliche Rachegelüste einen der Wächter unvorsichtig machen. Auf seinem Weg durch die von unheimlichen Gestalten bevölkerten Verliese befreit Conan einen weiteren Gefangenen, den Zauberer Pelias. Dieser revanciert sich, indem er für Conan eine riesige Fledermaus herbeiruft, die ihn rechtzeitig zur Entscheidung nach Aquilonien bringen kann. „Was Tsotha betrifft – nun, man erzählt sich, dass eine Tänzerin aus Shadizar zu nahe an den vormenschlichen Ruinen auf dem Dagothberg einschlief und in der Umarmung eines schwarzen Dämons erwachte. Aus dieser unheiligen Verbindung ging ein verfluchter Mischling hervor, den seine Mutter Tsotha-lanti nannte...“

  4. In der Hauptstadt von Aquilonien hat ein mit Koth verbündeter Verräter die Macht übernommen, aber das Volk weigert sich. Bevor es zu einem Massaker kommen kann, erscheint der König und wirft den Verräter vom höchsten Turm. „Und der König auf den Zinnen schüttelte sich in einem gewaltigen Lachen, das sich über alle Fürsten, alle Mobs und auch über sich selbst lustig machte.“

  5. In der Entscheidungsschlacht gelingt es dem mit neuen Truppenteilen überraschend aufmarschierenden Conan, Strabonus und seine Armeen zu zerschlagen. Er kann ebenfalls den verzweifelt fliehenden Hexer stellen – mit Hilfe von Pelias, der ebenfalls seine Rache bekommt – allerdings erst nachdem Conan den Hexer zu enthaupten wusste.

Zur Form:
Die Struktur der Geschichte überzeugt durch ihre Rationalität. Natürliche und übernatürliche Gefahren halten sich immer die Waage, und es gibt keine verschwendeten oder überflüssigen Gestalten. [Neben Conan, Strabonus, Tsotha-lanthi und Pelias kommen noch als Nebenfiguren der Verräter Arpellus und Amalrus von Ophir, sowie zwei Diener Tsotha-lantis vor. Nach der Entscheidungsschlacht sind nur noch Conan und Pelias am Leben.]
Auffällig ist die unausgeglichene Anzahl von angefangenen Seiten pro Kapitel.
Während das erste, zweite und vierte Kapitel mit (nach der zitierten Ausgabe) 9, 6 und 7 Seiten umfassen, wird die Entscheidungsschlacht im fünften Kapitel mit 13 Seiten abgehandelt, während das dritte Kapitel mit 25 Seiten seinen Umfang vollkommen sprengt. Geschickter wäre hier sicherlich eine Unterteilung gewesen, vor allem auch da gerade das dritte Kapitel deutlich unterscheidbare Teile aufweist. [Conan gelingt es nach 8 Seiten seine Zelle zu verlassen; dann irrt er für 5 Seiten durch die Finsternis, bis er Pelias trifft; ihre gemeinsame Wanderung umfasst 6 Seiten; der letzte Abschnitt von 6 Seiten beginnt, als Pelias durch Zauberei die Tore des Verlieses öffnen lässt.]

alle Zitate aus: Howard, Robert E.: Conan, Wilhelm Heyne Verlag, München 2003, ISBN 3-453-87061-1

Der diskrete Charme einer scharlachfarbenen Dame (1)


Das Weiblich-Dämonische in Kunst und Religion
- um Fussnoten und Anmerkungen gekürzte Version -

Von allen Nuancen der Farbe Rot ist Scharlach die vielleicht hervorstechende, gerade und vielleicht auch nur, weil sie sich vom reinen Ton nur durch eine kleine Beimengung Gelb unterscheidet, die sie noch strahlender und transparenter als das nackte Rot macht. Wenn in historischen Quellen von Rot die Rede ist, ist es meist ein Scharlachrot, vor allem auch weil die Farbe und der Name Scharlach das reine, unauffälligere Rot mit einem besonderen, fast dämonischen Glamour versieht. Dieser Glamour ist der Glanz der Beimengung des sonnenhaften Gelb, seine Wirkung das Ausstrahlen einer besonderen Konnotation und Symbolik der Farbe Rot.

Lässt man einmal die Farbtheorie beiseite, so ist die offensichtlichste Verbindung dieser Farbe ganz einfach: Blut.

Man kann ohne die Glaubwürdigkeit allzusehr zu strapazieren, hypothetisieren, dass jede Verwendung der Farbe Rot einen direkten Bezug zu Blut enthält. Manchmal wird dies versteckt, verdrängt oder vergraben, ganz parallel zu den rituellen bzw. kulturellen Bluttabus, die man in den meisten Kulturen vorfinden kann.

Und damit sind wir fast unweigerlich bei Aspekten der Weiblichkeit angelangt, die den Geschichtenerzählern und Mythomagiern aller Zeiten ebenso tabu und rätselhaft erschienen. Man kann nicht beweisen, ob zu Zeiten eines hypothetischen Matriarchats wirklich geglaubt wurde, dass Embryonen aus einer Verklumpung des Menstrualblutes entstanden, dass aber ein direkter Zusammenhang vorlag, sicherlich.

Es ist eine semiotische Nullaussage. Blut = Leben.

Die primäre (physiologische) Eigenschaft von Blut, Leben zu geben und zu erhalten, macht es in der primitiven Vorstellung zu einer Substanz voller mana – weswegen es auch einem hohen Tabu unterliegen muss. Die Übertragung ist einfach und für den Primitiven logisch: Der weibliche Schoß als „Behältnis des Blutes“ muss deswegen zweifelsfrei ebenfalls magisch sein, weswegen man sich mit einem Tabu dagegen versichern musste. Hier liegen die Wurzeln so unterschiedlicher Konzepte wie der Absonderung von Frauen während ihrer Monatblutung, aber auch des Heiligen Grales und anderer magischer „Gefässe“. In der Moderne ist die „Rote Magie“, jene, die sich dieses Gefässes zu „bedienen“ weiss – für die Kenner durch ein „K“ wie Kteis (Yoni, Vagina) von der gewöhnlichen Schreibweise unterschieden.

Es ist sicherlich kein Zufall, wie oft in Kunst und Religion durch Rot gekennzeichnete weibliche Signalgestalten verwandt werden, die mit den weiblichen Rites de Passage (Menstruation, Defloration etc.) verbunden sind.

Das Rot des Tabus wird hier zum Rot eines Kennzeichens, und kann in Form eines roten Kleides, roter Schuhe oder einer roten Kapuze sichtbar werden.

Das weibliche Blut, das weibliche Rätsel, das weibliche Tabu werden zu einem einzigen Topos verschmolzen, das in vielen Formen auftreten kann. Es erscheint der Archetyp einer scharlachfarbenen Dame.

Mittwoch, 15. Februar 2006

Liliput :: Das Insekt wächst


Während der Mensch schrumpft, und seine natürliche Umwelt langsam in ein immer enger werdendes Netzwerk von Thanatopen umwandelt, wächst das Insekt und marschiert unbeirrt weiter. Zivilisationsmüll, Industrieabfälle und eine beständig höher werdende radioaktive Grundstrahlung erzeugen immer neue und an das Technologische Zeitalter perfekt angepasste Spezies und Mutationen.

Unbekannt von allen haben die Versuchslabore längst prachtvolle Scharlachkäfer hervorgebracht, deren Intelligenzniveau das des Menschen überstiegen hat und die über ihr mehrfach redundantes Gangliensystem telepathische Sendungen ausstrahlen, um alle Insekten des Planeten zu einem einzigen unangreifbaren Hyperbewußtsein zu organisieren.

Auf den Müllhalden wimmelt es von Schwärmen supertoxischer Kakerlaken, die sich ausschliesslich von karzinogenen Giften ernähren. Die Insekten wachsen, durch keine natürliche Grössenbegrenzung mehr eingeschränkt.

Währenddessen beginnen die Bewohner der Städte immer mehr Charakteristika eines Bienenvolkes anzunehmen. Die Bienenstockmentalität breitet sich aus, bei manchen Menschen beginnen sich Chitinschichten an den Weichtteilen und Schleimhäuten zu bilden, erste Erscheinungsformen in Richtung eines ent-invidualisierten Exoskelettes. In der SM-Szene kommt es zu einer bemerkenswerten Zunahme rituell motivierter Selbstverstümmelungen (aktiv und passiv), bei denen die abgetrennten Finger- und Zehenglieder in das sich neu herausschälende Werbeverhalten der Geschlechtspartner einbezogen und nicht selten gemeinschaftlich verzehrt werden. In der Astrologie endet sich das Interesse ausschliesslich den transsaturnischen Planeten zu, die für das Kollektive stehen.

Kommunikationssysteme beginnen zu versagen: im Weißen Rauschen zwischen den Kanälen taucht das Schwirren der unsichtbaren Schwärme auf. Aus den Wüsten der Atomtestareale brechen gigantische, panzerartige Kreaturen aus, gigantische Superkäfer, deren Eingeweide Gammastrahlen absorbieren und abstrahlen können.

Die nächsten Kriege werden nunmehr in Ameisenhaufen ausgeführt werden.

Ganze Kompanien mit Kakerlaken-DNA gen-gesplitteter Soldaten werden mit Hilfe der neuen Technologie auf Ameisengrösse verkleinert und liefern sich mit dem neuen Feind bizarre Schlachten direkt unter unseren Füssen.

Dienstag, 14. Februar 2006

Fanboy :: Wenn ich ein Superschurke wäre...

wäre ich

Picture captured from the cover of Marvel Super Action No 17

DER SCHARLACHROTE CENTURIO!

Im Besitz einer Zeitmaschine reist er zielsicher in kritische Epochen, bevor eine Gefahr für ihn und seine Pläne entstehen kann - und schaltet sie aus. An der Wurzel, noch bevor irgendjemand ahnt, dass er überhaupt eine Bedrohung darstellen könnte.

Ein kleiner Eingriff in die Ziellinie, ein bestimmtes Element in Raum und Zeit, eine Handbewegung, und die Wahrscheinlichkeiten verändern sich. Der Chaosfaktor greift ein, aus dem Flügelschlag eines Schmetterlings wird das Dröhnen eines Bombers über Tokio...

Handlungen folgen auf Handlungen, und die grossen Ereignisse der Weltgeschichte fallen wie Dominosteine, eines nach dem anderen. Die Zukunft wird durch eine andere ersetzt. Niemand kommt zu Schaden, oder?

Vergessen wir die Eroberungsträume anderer Zeitreisender, vergessen wir transtemporalen Kriege der Schlangen und Spinnen. Ein Mann am rechten Ort zur rechten Zeit genügt manchmal.

Wenn ich ein Superschurke wäre, würde ich es wie der Scharlachrote Centurio machen.

Nur würde ich mich Dr. Domino nennen.

Erste Symptome

Worum es bei der Meme:Meditation SCHARLACHWOCHE nicht gehen wird:

  • Scarlett Johannsen :: Ob nackt oder angezogen, mir sagt der Name nix, in welchem Film sie auch mitgespielt haben soll.

  • Captain Scarlet :: der Held einer alten englischen SF-Fernsehserie von Gerry Anderson für Kinder. Wahrscheinlich ebenso leer und britisch wie Dr. Who.

  • Scharlach :: "als Ton von Rot". Werfen wir den Scanner an. Die Werte sind in der RGB-Skala 255,36,0; als CMYK 0,219,255,0 und als HEX-Triplet #FF2400. DIES IST SCHARLACH...

  • Scharlach :: als Farbe der Uniformen britischer Armeeteile, die deswegen den Spitznamen "Rotröcke" bekamen und spätestens in den patriotischen Serien der früheren Kolonisten als die blutrünstigen, grausamen und feigen Monstren entlarvt wurden, die sie sicherlich waren. Ebenso wie die kanadischen Mounties, die die gleiche Farbe geerbt haben.

  • Scarlett O'Hara :: eine fürchterlich selbstgefällige Zicke. Kein Wunder, daß ihr Mann sie verliess und sich nie wieder sehen liess. Spätere Fälschungen sind hier unakzeptabel. Nach der Forschung der Wold Newton Society starb er unter dem Namen James K. Powell im ersten Kapitel von Edgar Rice Burroughs "A Princess of Mars"/ "Die Prinzessin vom Mars"

  • Die Scharlachrote Spinne :: oder 'Scarlet Spider' (Ben Reilly). Das war nicht nur ein billiger Klon von Peter Parker alias Spider-Man, es war ein billiger Klon von Peter Parker alias Spider-Man!

und auch leider nicht
  • Scarlet Avenger :: Eine fast vergessene Figur aus dem Jahre 1940 (Zip Comics), die in ihrem Modus Operandi und ihrer Herkunft recht effektiv und platzsparend die Figuren von Doc Savage, The Shadow und The Avenger in sich vereint. Jim Kendell ist der einzige Überlebende einer Flugzeugentführung. Beim Absturz wurden seine Gesichtsmuskeln so verletzt, dass er zum Mann wurde, "der nie lächelt". Mit Hilfe seiner wissenschaftlichen Erfindungen und eines eigenen Agentennetzes tritt er seinen Rachefeldzug gegen das organisierte Verbrechen an... Keine schlechte Figur, vielleicht ein ein schwacher Name, aber ungeeignet für das Medium... diese Geschichte schreit förmlich nach dickem, auf miesem Papier gedruckten Taschenbüchern!

Montag, 13. Februar 2006

Nemedhouse präsentiert: Scharlachwoche!

Wann ist eine Farbe eine Krankheit?

Ich habe ein vergnügliches Wochenende voller Kopfschmerzen, Halsschmerzen, Schluckbeschwerden und schnell steigendem Fieber hinter mir. Mein Gesicht hat inzwischen durch die von Streptokokken ausgeschütteten Toxine eine uneinheitlich rote Farbe angenommen, und wenn ich noch Mandeln hätte, wären sie inzwischen wahrscheinlich auf die Grösse von Mandarinen angeschwollen. Recht mittelmässige Effekte, nichts was einen wirklich aufhalten kann. Was für eine Enttäuschung, ich hatte mir unter "Scharlach" etwas bombastischeres und gemeingefährliches vorgestellt.
Immerhin ist es ansteckend, so wie Ideen.

Ich bin jetzt für eine Woche krankgeschrieben, und muss zuhause bleiben, um die Volksgesundheit nicht noch mehr als sonst zu gefährden. Was bleibt mir also übrig, als die Welt auf andere Weise zu infizieren... mit scharlachroten Ideen und scharlachfarbenen Visionen... Für diesen Zeitraum versuche ich mal mein leicht virulentes Gehirn neuzuprogrammieren und NEMEDHOUSE unter dieses Meme zu stellen.

[Meme ist ein trendy Ausdruck für Idee oder Informationseinheit. Wahrscheinlich wird man in 10 Jahren in ein Wörterbuch schauen müssen, um zu begreifen, was daran so ergreifend sein soll. Irgendwie sind Meme wie Gene, sie werden vererbt. Immerhin, mein altes Motto: Manche Ideen sind wie Viren.]

Wann ist eine Farbe eine Krankheit?

Finden wir es in der SCHARLACHWOCHE heraus.