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Dienstag, 28. September 2010

Shortcuts September 2010

Kurznotiz: Das Subversive an der Abenteuer- und Genreliteratur ist es, dass sie geliebt wird, egal welche Weltanschauung oder Politik sie verkörpert. Ob militärfaschistische Allmachtsfantasien oder linksradikale Utopie, das Auge saugt sie auf, Meme und Bilder setzen sich in den Synapsen fest. Und sie ist zeitlos, bedient Generation um Generation, formt Weltbilder und Wahrnehmungen um, ohne offensichtlich zu werden. Agitpop statt Agitprop. War Kapitän Nemo der erste Vorsitzende der Schwarzen Internationale oder nur ein verbitterter polnischer Adliger?



News: via AHA - The MAGICKAL OBSERVER: In Ausgabe 03/2010 wird noch einmal darauf hingewiesen, dass dringend Autoren gesucht werden.

Die Themen:

* Geht die Welt unter? - 2012 oder: Irgendwann erwischt es uns! - Olaf Francke
* Die Egregor-Debatte - Eine kleine Diskussion - Neidthard Kupfer
* Ein kognitiver Ansatz von Magick/Okkultismus - Neidthard Kupfer
* The Philosophy of Thelema - IAO131
* The Politics of Thelema - IAO131
* Atu VII Der Wagen - Olaf Francke
* Thesen zur Ethik des Aquarius - Aus den Archiven des Nordens

(Letzteres ist ein Abdruck aus dem OPUS MAGNUM, das Nemed House vor einiger Zeit veröffentlichte und einiges aus dem Nachlass von Frater RAVEN, der Aquarius Society und dem Orden der Onyx-Dämmerung sammelt. Derweil eine hübsche, zweibändige Ausgabe, scheint das Format (Ziegelstein) dem geneigten Leser weniger entgegen zu kommen. Eine erweiterte Ausgabe wird voraussichtlich nächstes Jahr in vier Bänden in einem Verlag für spezielle Interessen erscheinen.



Steampunk Wallpaper: Visionen der Monde a lá Verne. Dampfegtriebene Behemothe, Industrielandschaften mit messingknäufen und Autogyros, mit denen viktorianische Gentlemen und ölverschmierte Revolutionäre in 80 Tagen zum Mond fliegen werden. Die Revolution ist hier! Captain Swing hat es verkündet!



Arbeitsnotiz: Machen wir endlich die wichtigen Dinge Pop.

Montag, 23. August 2010

Neues aus der Medienwüste

AHA. The Magickal Observer. Dieser fröhliche Ikonoklasmus, der als kostenloser Download daherkommt, ist momentan die einzige okkulte Publikation in der Weltanschauungswüste Deutschland. In Zukunft wird es wohl noch ein bisserl wüster werden. Mit Bedauern hören wir also via In eigener Sache... - Agape Thelema Foren: "Da wir z.Z. größte Schwierigkeiten haben, ernstzunehmende Autoren für die AHA zu gewinnen, haben wir uns entschlossen, fortan nur noch 2 statt wie bisher 4 reguläre AHA Hefte gemischten Inhalts pro Jahr herauszubringen. Erscheinungstermine sind jeweils die Equinox-Daten."
Man fasst sich betroffen an die eigene Nase: Bislang haben ein, zwei letzte Streiter die Fahne des traditionsreichen Independent-Magazins du Thelema hochgehalten, ohne dass es zu einem Egozine verarmte, aber die beiden haben antürlich auch mal was anderes zu tun. Gibt es noch jemand anderen da draussen, der ein Mitteilungsbedürfnis hat? Haben wir überhaupt noch was mitzuteilen?

Sonntag, 3. Januar 2010

Shortcuts :: Januar

NEW MACHINE: So, der Computer läuft wieder, nachdem ich einige Tage lang in den Abgründen der Registry und Windows-Ordner zugebracht habe. Immerhin, man hat mal wieder was dazugelernt: mit Schreibmaschine wäre mir das nie passiert.
Da mir alle meine vier Millionen Lesezeichen abhanden gekommen sind, wird es wohl ein wenig dauern, bis ich wieder echte Augenträner aus dem Netz fischen kann. Währenddessen vertreibe ich mir die Zeit damit, alte Marvel Horror- und Mysterymagazine aus den 70er Jahren zu durchwühlen, die mir ein kollege "zu Forschungszwecken" zur Verfügung gestellt hat. Dazu vielleicht später ein wenig mehr. All die guten alten Kirbymonster sind doch irgendwie imemr noch inspirierend!

NEW GADGETS: Da es immer noch sibirisch ist, lassen wir es mal weiter ruhig schneien...
Wem das nicht gerade das Herz erwärmt, kann gerne unten rechts mal unsere Fischlein füttern. Klicken mit der linken Maustatse hinterlässt ein paar Körnchen Fischfutter, über die sich die Webhaustiere sehr freuen werden...

NEW GIG: Wie vielelicht schon eghört und/oder gesehen, spielt der Baltimore Gun Club am 21.1.2010 ab 20 Uhr im legendären Kaiserkeller. Und ja, liebe Auswärtige, dies ist wirklich ein
keller, nämlich der Keller des Hauses Große Freiheit 36, wo schon seit den 60er Jahren Beat und Rock zelebriert wird. Die Große Freiheit ist - man weiß es vielleicht aus dem Liedgut von Hand Albers - eine Seitenstraße der ebenfalls legendären Reeperbahn.
Ich jedenfalls freue mich darauf, im Kaiserkeller auch mal wieder Livemusik zu hören - und dann sogar noch dabei zu sein. Niemand geringeres als die Beatles haben hier auch angefangen! Das ist doch schon mal was.

NEW BOOK: REDMASK #2 wird. Ganz bestimmt.
Wir haben uns einfach dem Druck nicht ergeben. Es soll ja auch Spaß machen.
Momentan in der Endreaktion: Die erste der neuen Novellen um die Abenteuer von Adam in Xeggraire!



My Event Horizon - Schliessung von MEH: Wie bereits angekündigt wird das Projekt MEH (wo ich einen hübschen, aber leider vernachlässigten Nebenbloig namens THE SANCTUM laufen hatte...) beendet. Das hat sowohl technische, als auch ideelle Gründe,a uf jeden Falls ehr verständliche.

  • "Technische Gründe insoweit, als daß das MEH script schlichtweg völlig veraltet und total überlastet ist. Die Browserkompatibilität und einige der Features sind absolut mangelhaft in der Frontend-Performance. Eine Modernisierung ist technisch schlichtweg nicht durchführbar.
  • Ideelle Gründe insoweit, als daß die Userbeteiligung gegen Null tendiert, was für den Betreiber einer Community ein deutliches Signal ist, daß das Angebot einwandfrei am Bedarf vorbei geht. Der Bedarf im Netz geht weg vom 'user-generated-content' hin zum 'socialized-commercial-content' a la myspace & co."
Nachfolger von MEH wird www.agape-thelema.de.

Samstag, 27. September 2008

Was ich diese Woche gelesen habe...

21-27. September 2008
Spass. Eine Moritat, von Martin Self, Luchterhand Literaturverlag (März 2001). Mein guter Freund, der Herr S. hat mir diesen Schmöker unlängst ausgeliehen, und da ich momentan nicht viel Zeit zum Lesen habe, habe ich mir das Buch stilgerecht aufs Klo gelegt, bzw auf die Waschmaschine daneben. Stilgerecht?, fragt der Leser nur so lange, bis der wahre Protagonist des Buches erscheint, Der Dicke Kontrolleur, ein unglaublich fetter Schwarzmagier, der Brahman des Banalen, der den minderbemitttelten Ich-Erzähler unter seine Fittiche nimmt und ausbildet. Viele schöne Szenen, in einer wortgewaltigen artifiziellen Sprache erzählt, die ungewöhnlich daherkommt und ungewöhnlich wieder aus dem Fenster verschwindet, nachdem sie den Mülleimer umgestossen und den Dackel erwürgt hat. Keine Ahnung, ob das Buch wirklich „radikal komisch“ ist, wie der Verlag behauptet, aber radikal auf jeden Fall. Leider leidet das Buch – ähnlich wie Stephen Kings ES unter einer gewissen Asymmetrie zwischen dem kongenialen Aufbau der Personen und der eher abrupt daherkommenden Auflösung. Naja, vielleicht ist dem Autoren nach 300 Seiten auch endlich übel geworden von seinen Figuren und er wollte sie schnell nach Hause schicken. [Gibt es neben der fetten Hardcover-Ausgabe auch als Taschenbuch.]

the Exterminators No. 1-16, von Simon Oliver und anderen, DC Comics (März 2006-Juni 2007). Eine milde Gabe des ComicBooksDealers meines Vertrauens, die ersten drei Storylines einer der eigentümlichsten Serien, die DC Comics unter seinem Vertigo Imprint herausbringt. Keine Superhelden, kein Krimi, kein Western. Die Abenteuer einer Kammerjäger-Crew. Mutierte Kakerlaken. Okkulte Käfergötter. Korrupte Nadelstreifenträger und Zen-Cowboys. Typen, die Insektengift fixen und andere Unappetitlichkeiten. Eine gewisse geistige Nähe zu William Burroughs, nur ohne den Fixiertheit auf Faustfeuerwaffen und Stricherjungen. Quite strange, but interesting. [Gibt es auch schon als deutsche Ausgabe, bei Amazon sogar einsehbar. Mal ausprobieren und dem Link folgen.]

AHA. The Magickal Observer Ausgabe 02/2008. Kostenloser Download. Die neuste Version des Download/Pdf-Magazines hat inzwischen den Namen der traditionsreichen, zwischenzeitlich eingestellten Zeitschrift AHA (AbraHadAbra) seinem Titel hinzufügen können, komplett mit dem bekannten Logo. Die AHA kommt somit doch noch in ihren 20. Jahrgang. Mein Bedauern um den sang- und klanglosen Untergang der am längsten erscheinenden deutschsprachigen Magiezeitschrift wird somit einwenig gemildert, es scheint doch noch ein kleines Blümchen in der weltanschaulichen Ödnis Mitteleuropas zu blühen. Streitlustig springt die erste „neue“ AHA gleich ein aktuelles Thema an und weist auf erstaunliche Ähnlichkeiten zwischen einem unlängst vom „Kult-Autoren“ Akron veröffentlichten hochgelobten Kompendium zum Crowley-Tarot und den älteren Veröffentlichungen und Interna einer bekannten Persönlichkeit der norddeutschen Magick hin. Schon spannend, und einen eleganten kleinen Skandal kann die dahindämmernde Szene durchaus mal gebrauchen.