Teige, Fürst von Moylurg, aus einer Seitenlinie des Clan MacDermot, war vielleicht der erste, den man respektvoll den „Cruadhlaoich“ nannte – den „hard hero“, was heutzutage wohl als „tough motherfucker“ übersetzt werden würde. Ihm war sicherlich nicht bewusst, dass sein Beiname den Familiennamen ersetzen würde und sich in verschiedenen Formen von Irland über die britischen Inseln und Frankreich in der ganzen Welt verbreiten würde. Aus dem gälischen „O Cruadhlaoich“ oder „Ua Cruadhlaoich“ (Nachkomme des Großen Helden) wurde Crawley, Croly, Croaley, Croawley, Crowley, Crowly, O'Crowly, O'Crowley und ähnliches.
Zwei Sprosse dieses ruhmreichen Clans haben sich in der Literatur besonders hervorgetan. Der eine war ein religiöser Autor und Poet von zweifelhaftem Ruf, der unglaublich von der Apokalypse fasziniert war und seine eigene Version davon veröffentlichte; der andere war Aleister Crowley.
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Montag, 13. Mai 2019
Donnerstag, 20. April 2017
Shortcuts 2017-04-20
Abt. Zitat der Woche
"From here, the Nineties look like the bloody Enlightenment. Back then, we were just a hungover post-imperial nation that was expected only to fuck, take drugs, make art and dance really badly. Now, the fight for the future is on."
Warren Ellis, Always A Mad Rush - Orbital Operations 9 Apr 17
Abt. Verdammte Bücher
Beim Durchblättern ganz alter "Phantom Stranger"-Comics - wie immer auf der Suche nach Trivia und Ideen, um meine Mitmenschen zu plagen - stolperte ich über die kurze Erwähnung eines weiteren dieser schätzenswerten "verdammten" Bücher, das so genannte "Ebontome". Nicht schlecht, dachte ich. "ebon" von "ebony", also Eibenholz, im Sinne von "dunkel, schwarz", seit dem 16. Jahrhundert belegt + "tome", ein Band eines mehrteiligen Werkes, im Sinne von "ein großes Buch" auch seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Also, "Das Große, Schwarze Buch"... geht einem auf jeden Fall viel leichter von der Zunge als das Nekronomoni... Nekumonikrumm... Kommorum?
Momentan macht der Trailer für den neuen "Thor"-Film die Runde, und allüberall klappen die Kinnladen runter.
Wäre es vielleicht Zeit, die alte Sitte des "Kirby Thorsday" wiederaufleben zu lassen?
>>> Archiv
Abt. Fundstück der Woche
"From here, the Nineties look like the bloody Enlightenment. Back then, we were just a hungover post-imperial nation that was expected only to fuck, take drugs, make art and dance really badly. Now, the fight for the future is on."
Warren Ellis, Always A Mad Rush - Orbital Operations 9 Apr 17
Abt. Verdammte Bücher
Beim Durchblättern ganz alter "Phantom Stranger"-Comics - wie immer auf der Suche nach Trivia und Ideen, um meine Mitmenschen zu plagen - stolperte ich über die kurze Erwähnung eines weiteren dieser schätzenswerten "verdammten" Bücher, das so genannte "Ebontome". Nicht schlecht, dachte ich. "ebon" von "ebony", also Eibenholz, im Sinne von "dunkel, schwarz", seit dem 16. Jahrhundert belegt + "tome", ein Band eines mehrteiligen Werkes, im Sinne von "ein großes Buch" auch seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Also, "Das Große, Schwarze Buch"... geht einem auf jeden Fall viel leichter von der Zunge als das Nekronomoni... Nekumonikrumm... Kommorum?
Momentan macht der Trailer für den neuen "Thor"-Film die Runde, und allüberall klappen die Kinnladen runter.
Wäre es vielleicht Zeit, die alte Sitte des "Kirby Thorsday" wiederaufleben zu lassen?
>>> Archiv
Abt. Fundstück der Woche
A great friend of mine who rarely came to the Lilas came over to the table and sat down, and just then as my friend was ordering a drink from Emile the gaunt man in the cape with the tall woman passed us on the sidewalk. His glance drifted toward the table and then away.
“That’s Hilaire Belloc,” I said to my friend. “Ford was here this afternoon and cut him dead.”
“Don’t be a silly ass,” my friend said. “That’s Aleister Crowley, the diabolist. He’s supposed to be the wickedest man in the world.”
“Sorry,” I said.
ERNEST HEMINGWAY, A Moveable Feast
Mittwoch, 12. Oktober 2011
Nachtmusick :: PanDemonAeon
Ein schönes Crowleymas wünsche ich allen Lesern. Enjoy the Musick, celebrate the Silence!
Mittwoch, 2. Februar 2011
R.I.P., Kenneth Grant
Und wieder ist einer der Helden unserer Jugend von uns gegangen.
Aber ist 'Held' das richtige Wort? Warum sollte uns das Ableben dieses zugegebenermassen doch eher esoterischen Autoren interessieren, von dem die meisten noch nie etwas gehört haben? Schauen wir in die Bibliographie von Mr. Grant, so ist diese karg, sinnverwirrend und voll absurden, phantasmagorischen Titeln: "The Nightside of Eden", "Beyond the Mauve Zone", "Hecate's Fountain" etc. Seine Prosa ist dicht, aber streckenweise unverständlich, selbst wenn sie sich nicht mit schwer wichtigen magischen Paradigmata befasst: Bereits Alan Moore hat darauf hingewiesen, dass es bei Grants Büchern nicht unbedingt um den Sinngehalt gehen mag, sondern um die düsterliche Wortmagie des Schreibers, der bei einem guten Schluck Whisky neue Dimensionen kreierte. Meeting God in exciting new ways, sozusagen. Und warum nicht in der Malvenfarbigen Zone, oder den Tunneln des Seth?
Warum nicht mal ein wenig esoterischer Voodoo der besonderen Art, oder lykanthropische Kablabla? Auf eine männliche Art, natürlich, Mr. Grant war nicht so für Uranus als höchstes Geheimnis seines Orientalischen Templer-Ordens. Happiness is a warm cunt... Grant war auch der erste, der Lovecraft als Propheten oder visionären Oneiromanten darstellte. Und Generationen aufstrebender pickelgesichtiger Magusse zogen los, die Originalausgabe des Necronomicons zu erstehen. Ja, Mann! Was meinste, wie ich geguckt hab, als im Headshop umme Ecke ein schwarzes Buch mit eben diesem Titel auftauchte... Und wahrscheinlich hätte sich nie jemand für die Werke von Austin Osman Spare interessiert, wenn Mr. Grant seine Vision nicht gepusht hätte. Zos Kia, irgendjemand da draußen?
Man mag vielleicht erahnen, dass diese Art von Neo-Gnostizismus, gewürzt mit eienr guten Prise UFO, LAM und Weird Fiction genau die Leute ansprechen wird, die auf der Suche nach etwas neuen, wunderbar und fremdartig sind. Man mag sicher sein, dass es vielelicht nicht wirklich so aussieht, wie Mr. Grant schilderte, und während seiner Logensitzungen wurde wahrscheinlich vielleicht doch nicht eine fischäugige Akolythin von den Tentakeln eines Großen Alten verschlungen. (Der Geruch des Bösen...)
Man mag auch über seine Hühnerkabbalah lächeln, die immer das ergibt, was sie ergeben soll (tun sie das nicht alle?), über seine Volksetymologie und seine Liebe zu abseitigen ethnologsichen oder esoterischen Theorien, die schon in seiner Jungend ad absurdum geführt wurden. Aber dennoch, eine ungewisse, kranke Faszination bleibt - der gute Mann kannte Crowley, oder? In den 50er Jahren gab es wohl sowenig in der Richtung, dass selbst die olle Fraternitas Grants Manifesto seines Nu-Isis Neo-OTO veröffentlichte - in einer grausamen Übersetzung, die ebenso verworren herüberkommt wie die Offenbarungen der transyuggothischen Entitäten, mit denen Mr. Grant jonglierte.
Mhhhmmm, transyuggothisch...
Wer ein solches Wort erfinden kann, kann nicht schlecht gewesen sein, oder? Es lohnt sich tatsächlich, auch einen Blick auf Kennth Grants erzählende Prosa zu werfen, die unzweifelhaft in der literarischen Tradition der Weird Fiction steht, genau genommen sogar mit einem Fuß (oder Tentakel) in der großartigen Tradition der unheimlichen Geschichte der viktorianischen Autoren. Mixen wir dazu noch Grants eigene Liebe zu abseitigen ethnologsichen oder esoterischen Theorien, die schon in seiner Jungend ad absurdum geführt wurden, und wir haben eine unterhaltsame Mischung, in der das factoide mit dem fiktiven Hand in Hand im malvenfarbigen Licht eines Universums nebenan entschwindet.
Geht spielen, Kinder. Geht spielen.
via Starfire Publishing:
Kenneth Grant died on 15th January 2011 after a period of illness. Our condolences go first and foremost to his family, whose privacy is something which we all wish to respect at this difficult time.
Aber ist 'Held' das richtige Wort? Warum sollte uns das Ableben dieses zugegebenermassen doch eher esoterischen Autoren interessieren, von dem die meisten noch nie etwas gehört haben? Schauen wir in die Bibliographie von Mr. Grant, so ist diese karg, sinnverwirrend und voll absurden, phantasmagorischen Titeln: "The Nightside of Eden", "Beyond the Mauve Zone", "Hecate's Fountain" etc. Seine Prosa ist dicht, aber streckenweise unverständlich, selbst wenn sie sich nicht mit schwer wichtigen magischen Paradigmata befasst: Bereits Alan Moore hat darauf hingewiesen, dass es bei Grants Büchern nicht unbedingt um den Sinngehalt gehen mag, sondern um die düsterliche Wortmagie des Schreibers, der bei einem guten Schluck Whisky neue Dimensionen kreierte. Meeting God in exciting new ways, sozusagen. Und warum nicht in der Malvenfarbigen Zone, oder den Tunneln des Seth?
Warum nicht mal ein wenig esoterischer Voodoo der besonderen Art, oder lykanthropische Kablabla? Auf eine männliche Art, natürlich, Mr. Grant war nicht so für Uranus als höchstes Geheimnis seines Orientalischen Templer-Ordens. Happiness is a warm cunt... Grant war auch der erste, der Lovecraft als Propheten oder visionären Oneiromanten darstellte. Und Generationen aufstrebender pickelgesichtiger Magusse zogen los, die Originalausgabe des Necronomicons zu erstehen. Ja, Mann! Was meinste, wie ich geguckt hab, als im Headshop umme Ecke ein schwarzes Buch mit eben diesem Titel auftauchte... Und wahrscheinlich hätte sich nie jemand für die Werke von Austin Osman Spare interessiert, wenn Mr. Grant seine Vision nicht gepusht hätte. Zos Kia, irgendjemand da draußen?
Man mag vielleicht erahnen, dass diese Art von Neo-Gnostizismus, gewürzt mit eienr guten Prise UFO, LAM und Weird Fiction genau die Leute ansprechen wird, die auf der Suche nach etwas neuen, wunderbar und fremdartig sind. Man mag sicher sein, dass es vielelicht nicht wirklich so aussieht, wie Mr. Grant schilderte, und während seiner Logensitzungen wurde wahrscheinlich vielleicht doch nicht eine fischäugige Akolythin von den Tentakeln eines Großen Alten verschlungen. (Der Geruch des Bösen...)
Man mag auch über seine Hühnerkabbalah lächeln, die immer das ergibt, was sie ergeben soll (tun sie das nicht alle?), über seine Volksetymologie und seine Liebe zu abseitigen ethnologsichen oder esoterischen Theorien, die schon in seiner Jungend ad absurdum geführt wurden. Aber dennoch, eine ungewisse, kranke Faszination bleibt - der gute Mann kannte Crowley, oder? In den 50er Jahren gab es wohl sowenig in der Richtung, dass selbst die olle Fraternitas Grants Manifesto seines Nu-Isis Neo-OTO veröffentlichte - in einer grausamen Übersetzung, die ebenso verworren herüberkommt wie die Offenbarungen der transyuggothischen Entitäten, mit denen Mr. Grant jonglierte.
Mhhhmmm, transyuggothisch...
Wer ein solches Wort erfinden kann, kann nicht schlecht gewesen sein, oder? Es lohnt sich tatsächlich, auch einen Blick auf Kennth Grants erzählende Prosa zu werfen, die unzweifelhaft in der literarischen Tradition der Weird Fiction steht, genau genommen sogar mit einem Fuß (oder Tentakel) in der großartigen Tradition der unheimlichen Geschichte der viktorianischen Autoren. Mixen wir dazu noch Grants eigene Liebe zu abseitigen ethnologsichen oder esoterischen Theorien, die schon in seiner Jungend ad absurdum geführt wurden, und wir haben eine unterhaltsame Mischung, in der das factoide mit dem fiktiven Hand in Hand im malvenfarbigen Licht eines Universums nebenan entschwindet.
Geht spielen, Kinder. Geht spielen.
Montag, 26. Juli 2010
Buch :: The Case of the Scarlet Woman
Die Papierherstellung fordert viele wertvolle Ressourcen: Holz, Energie und Wasser. Zudem werden Luft und Wasser dabei durch Schadstoffe belastet. Wir alle können mithelfen, die Umwelt zu schonen. Sie wissen schon, geneigter Leser, wie so was weitergeht: Machen Sie alles im Internet, benutzen Sie weniger Toilettenpapier, sorgen Sie dafür, dass nur noch das gedruckt wird, was auch wirklich gelesen wird. „The Case of the Scarlet Woman“ ist von den drei Büchern, die ich zu Weihnachten geschenkt bekommen habe, das einzige, bei dem ich tatsächlich immer wieder nachdenken muss, wie viel Toilettenpapier ich einsparen muss, um die armen Bäume wettzumachen, die hier für die Papierherstellen dran glauben mussten. Bitter, ganz bitter.
Und es klang so viel versprechend: Arthur Conan Doyles unsterbliche Schöpfung gegen den „verdorbensten Menschen der Welt“, St. Aleister Crowley. Von einem Autoren, der von sich sagt, dass er in beiden Genres wohl belesen ist. Tja, von wegen.
Den Nobelpreisträger W.B.Yeats als verhuschtes Medium (sorry, Visionär) kann man vielleicht noch akzeptieren, wirkt aber wie eine offene Wunde in dem Deduktionismus des Detektives aus der Baker Street. Eine wirkliche Konfrontation gibt es nicht, eigentlich taucht St. Aleister nicht einmal auf, und Mr. Holmes und Dr. Watson erweisen sich als seltsam unfähig. Abgesehen davon... von einem "Scharlachweib" hätte ich mehr erwartet. Auch Mr. Holmes war nicht impotent, wenn Sie wissen, was ich meine.
Irgendwie bekommt der Autor Arthur Conan Doyles Charaktere nicht wirklich in den Griff, Holmes Schlussfolgerungen sind blass, schlimmer noch, im Zuge der Nachforschungen wird sein Bruder Mycroft (der intelligentere von beiden) flugs zu einem Adepten des Hermetischen Ordens des Golden Dawn erklärt. Als Chef des britischen Geheimdienstes sicherlich eine nahe liegende Beschäftigung für den schwerknochigen älteren Holmes-Bruder, im Auge des Lesers jedoch ebenso schwammig wie die Adjektivwahl der vorhergehenden Sätze…
Der unausweichliche Zusammenprall von logischer Analyse und praeter-logischem Denken, wie sie Holmes und der okkulte britische Untergrund symbolisieren, gibt mehr Stoff her als der in dem dünnen Büchlein beschriebene – und wurde auch schon trefflicher beschrieben. Greift mal nach Wilsons „Masken der Illuminaten“, für ein besonders farbigen Trip durch die Kulturgeschichte. By Jove, man könnte wahrscheinlich bei einer halben Flasche Absinth ein halbes Dutzend fesselndere Geschichten konstruieren als die vorliegende. Westcott! Mathers! Der Kanonenstab von Alan Bennet! Die wahre Identität von Aiwaz! War es Moriarty? Oder Captain Nemo? Ach, mein Blutdruck…
Wie war das mit dem Toilettenpapier?
Und es klang so viel versprechend: Arthur Conan Doyles unsterbliche Schöpfung gegen den „verdorbensten Menschen der Welt“, St. Aleister Crowley. Von einem Autoren, der von sich sagt, dass er in beiden Genres wohl belesen ist. Tja, von wegen.
Den Nobelpreisträger W.B.Yeats als verhuschtes Medium (sorry, Visionär) kann man vielleicht noch akzeptieren, wirkt aber wie eine offene Wunde in dem Deduktionismus des Detektives aus der Baker Street. Eine wirkliche Konfrontation gibt es nicht, eigentlich taucht St. Aleister nicht einmal auf, und Mr. Holmes und Dr. Watson erweisen sich als seltsam unfähig. Abgesehen davon... von einem "Scharlachweib" hätte ich mehr erwartet. Auch Mr. Holmes war nicht impotent, wenn Sie wissen, was ich meine.
Irgendwie bekommt der Autor Arthur Conan Doyles Charaktere nicht wirklich in den Griff, Holmes Schlussfolgerungen sind blass, schlimmer noch, im Zuge der Nachforschungen wird sein Bruder Mycroft (der intelligentere von beiden) flugs zu einem Adepten des Hermetischen Ordens des Golden Dawn erklärt. Als Chef des britischen Geheimdienstes sicherlich eine nahe liegende Beschäftigung für den schwerknochigen älteren Holmes-Bruder, im Auge des Lesers jedoch ebenso schwammig wie die Adjektivwahl der vorhergehenden Sätze…
Der unausweichliche Zusammenprall von logischer Analyse und praeter-logischem Denken, wie sie Holmes und der okkulte britische Untergrund symbolisieren, gibt mehr Stoff her als der in dem dünnen Büchlein beschriebene – und wurde auch schon trefflicher beschrieben. Greift mal nach Wilsons „Masken der Illuminaten“, für ein besonders farbigen Trip durch die Kulturgeschichte. By Jove, man könnte wahrscheinlich bei einer halben Flasche Absinth ein halbes Dutzend fesselndere Geschichten konstruieren als die vorliegende. Westcott! Mathers! Der Kanonenstab von Alan Bennet! Die wahre Identität von Aiwaz! War es Moriarty? Oder Captain Nemo? Ach, mein Blutdruck…
Wie war das mit dem Toilettenpapier?
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