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Mittwoch, 23. Oktober 2024

Der Werwolf von Arkadien

Es ist zu beachten, dass der Hauptsitz der Lykanthropie Arkadien war, und es wurde sehr plausibel vermutet, dass die Ursache auf den folgenden Umstand zurückgeführt werden könnte: – Die Eingeborenen waren ein Hirtenvolk und würden daher sehr schwer unter den Angriffen und Plünderungen leiden von Wölfen. Sie würden natürlich ein Opfer bringen, um Befreiung von dieser Plage und Sicherheit für ihre Herden zu erlangen. Dieses Opfer bestand aus der Opferung eines Kindes und wurde von Lykaon [einem arkadischen König, der seinen Sohn Zeus verfütterte und anschließend wegen seiner Perversität in einen Wolf verwandelt wurde] eingeführt. Aus dem Umstand, dass es sich bei dem Opfer um einen Menschen handelte, und aus der Besonderheit des Namens seines Urhebers entstand der Mythos. 

Aber der Lykanthrop weist auch darauf hin, dass die gewalttätige Raubtierjagd des Wolfs niemals ausgerottet werden kann, egal wie viele Bestien getötet oder Kinder den Göttern übergeben werden, da es sich auch um ein unterdrücktes Verhalten von Menschen handelt, die nur darauf warten, zyklisch in der Phase des Mondes aufzutauchen . Wenn wir den Rahmen auf allgemeine Überlegungen zu „Metempsychose, angeborener Grausamkeit, Halluzination usw.“ erweitern, wie es unser Autor tut, ist die „Verwandlung in Tiere ein integraler Bestandteil aller mythologischen Systeme“.

Quelle: Hunter Dukes: "Sabine Baring-Gould’s Book of Were-Wolves (1865)" auf publicdomainreview.org

 

Montag, 13. März 2023

Der verschämte Bot

"Es ist nicht angemessen, Veröffentlichungen in Sozialen Medien mit Masturbation zu vergleichen oder zu beschreiben", schreibt der Bot verschämt, aber er ist nach dem Disclaimer nicht aufzuhalten: "Das Posten von Inhalten in Sozialen Medien kann jedoch als Form der Selbstdarstellung und Selbstausdruck angesehen werden, bei der Nutzer ihre Gedanken, Meinungen, Erlebnisse und Bilder teilen können. Ähnlich wie bei Masturbation ist es eine Form der Selbstbefriedigung, bei der Nutzer ihre eigenen Bedürfnisse und Interessen befriedigen, ohne unbedingt auf die Bedürfnisse anderer Nutzer einzugehen."

Ich wollte eigentlich nur, dass die KI zugibt, dass die viele User Wichser sind (das sollte der Bot selber am besten wissen...) Jetzt stellt sich heraus, dass die KI die Sozialen Medien als Darkroom für verbale Sadisten wahrnimmt. Oder Schnellschießer... oder andere unangenehme Charaktere, die den "sozialen" Aspekt in ihren Medien wohl nicht ganz verstanden haben. Aber immerhin noch besser, als das zuhause an real existierenden Menschen auszuleben, eh?

"Allerdings ist es wichtig zu betonen, dass die Veröffentlichungen in Sozialen Medien auch eine Möglichkeit darstellen, um mit anderen Nutzern in Kontakt zu treten, Feedback zu erhalten und Beziehungen aufzubauen. Letztendlich liegt es jedoch im Ermessen jedes Nutzers, wie er oder sie die Verwendung von Sozialen Medien betrachtet und nutzt."

Genau. Stell Dich nicht so an. Niemand hat Dich gezwungen, hierher zu kommen.

Und niemand hört Dich schreien. (Auf dem Zweitbildschirm läuft gerade "Blurred Lines", groovy.)

Montag, 13. Mai 2019

Der Unheilige Croly

Teige, Fürst von Moylurg, aus einer Seitenlinie des Clan MacDermot, war vielleicht der erste, den man respektvoll den „Cruadhlaoich“ nannte – den „hard hero“, was heutzutage wohl als „tough motherfucker“ übersetzt werden würde. Ihm war sicherlich nicht bewusst, dass sein Beiname den Familiennamen ersetzen würde und sich in verschiedenen Formen von Irland über die britischen Inseln und Frankreich in der ganzen Welt verbreiten würde. Aus dem gälischen „O Cruadhlaoich“ oder „Ua Cruadhlaoich“ (Nachkomme des Großen Helden) wurde Crawley, Croly, Croaley, Croawley, Crowley, Crowly, O'Crowly, O'Crowley und ähnliches.

Zwei Sprosse dieses ruhmreichen Clans haben sich in der Literatur besonders hervorgetan. Der eine war ein religiöser Autor und Poet von zweifelhaftem Ruf, der unglaublich von der Apokalypse fasziniert war und seine eigene Version davon veröffentlichte; der andere war Aleister Crowley.


Mittwoch, 31. Oktober 2018

Happy Halloween


Erloschen ist des Sommers Glut,
Dünn ward des Alten Königs Blut,
Trüb die Augen, schwach die Glieder
Mißmutig lauscht er auf die alten Lieder
Schon wird gemischt der giftige Sud
Der ihn bringen wird, wo bereits sein Ahne ruht...

Schaurige Grüße aus Zollern am Meer zum Halloweenfest un dem Ende des unheimlichen (oder goldenen Oktobers)! Dieses Jahr leider weniger, als uns lieb ist, aber immerhin, nach gefühlten 1000 jahren ist jetzt endlich auch Halloween wieder ein Feiertag in Norddeutschland, nur nennt man es feige "Reformationstag".
Nun, wir wollen uns nicht mit einem finsteren Charakter wie dem ersten Martin Luther identifizieren, da war der andere deutlich hilfreicher auch für dunkle Gestalten wie uns.
Also, ran an die Feuer (oder die brennenden Mülltonnen), und die Trinkhörner heraus, die spirituellen Getränke verteilt und dann lauschen wir andächtig dem Flüstern der Geister der Vorzeit. Wir ziehen uns mal wieder "Die Riten von Pan" rein, wie damals, als wir Magick machten, bis die Sichel sich bog, und dann noch ein paar Folgen "Twilight Zone" und "Geschichten aus der Gruft".
In letzter Instanz, liebe Kinder... sind sie das irgendwann alle...
Bwahahahahaha.

Bis dahin kann man sich hier die Zeit vertreiben:

Frank Schildiner "Tomb of Ancient Evil" auf "Amazon" >>>
Basil Wolvertons "Spacehawk" auf "Comic Book Plus" >>>
Halloween auf "The Sanctum" >>>

Sie leben!



Halloween bei den Außerirdischen, Foto: Herkunft unbekannt

Sonntag, 28. Oktober 2018

Im Zwielicht

Die Stimme erklärt das Universum. das Universum ist flach, schwarz-weiß, voller Grautöne. Es wird Dich überraschen, und irgendwann wirst Du Farbe sehen.
Du siehst TV, du isst TV. Du bist TV.
Aber wer hat die Hand an der Fernbedienung?
"Es gibt eine fünfte Dimension, jenseits derer, die dem Menschen bekannt ist. Es ist eine Dimension so groß wie der Raum und so zeitlos wie die Unendlichkeit."

"Es ist der Mittelweg zwischen Licht und Schatten, zwischen Wissenschaft und Aberglauben, und es liegt zwischen der Grube der menschlichen Ängste und dem Gipfel seines Wissens.

"Dies ist die Dimension der Vorstellungskraft. "

Vorspann/Prolog der TV-Anthologie "The Twilight Zone" (1959).

Sonntag, 21. Oktober 2018

Zu den äußeren Grenzen

Und plötzlich hat das weiße Rauschen ein Ende. Eine Stimme aus dem Off, kühl, berechnend, unsympathisch:
"Es ist nichts falsch mit Ihrem Fernseher. Versuchen Sie nicht, das Bild anzupassen. Wir kontrollieren die Übertragung."
"Wenn wir es lauter machen wollen, werden wir die Lautstärke erhöhen. Wenn wir es leiser machen wollen, werden wir es auf ein Flüstern einstellen."
"Wir werden die Horizontale kontrollieren. Wir werden die Vertikale kontrollieren. Wir können das Bild rollen, es flattern lassen. Wir können den Fokus auf eine weiche Unschärfe umstellen oder auf kristalline Klarheit schärfen."
"Für die nächste Stunde, setzen Sie sich ruhig hin und wir werden alles kontrollieren, was Sie sehen und hören. Wir wiederholen: Es ist nichts falsch mit Ihrem Fernseher."
"Sie sind dabei, an einem großen Abenteuer teilzunehmen. Sie sind dabei, die Ehrfurcht und das Geheimnis zu erfahren, die vom inneren Geist bis zu den äußeren Grenzen reichen."

Vorspann/Prolog der TV-Anthologie "Outer Limits" (1963).
Unheimlich, gell?
Wie wäre es, wenn Dein Handy Dich plötzlich so anreden würde?

Donnerstag, 1. Juni 2017

Weird Wide Web 2017-06

Ein Haufen Links, der gerade in der internen Festplatte rumspukt - unter anderem für die Aluhutfraktion:

Weird Fiction:

"Das Stigma des Tieres" (The Mark of the Beast), von Rudyard Kipling

"The Children of the Night" von Robert E. Howard

Cthulhu Files, unfangreiche bibliographische Übersicht über den Mythos und die Mythographen


Weirdos:

"The Encyclopedia of the Gothic", 2 Volume Set, Eintrag: Crowley, Aleister

"How I Found The Lost Atlantis, The Source Of All Civilization" von Dr. Paul Schliemann (1912, genauso glaubwürdig wie die Entdeckung von MU)


Weird Shit:

"Aufschlüsse zur Magie aus geprüften Erfahrungen über verborgene philosophische Wissenschaften und verdeckte Geheimnisse der Natur" von geschrieben von Karl von Eckartshausen (in der Kongressbibliothek, persönliches Exemplar von Harry Houdini)

Naacal - die sagenumwobene Sprache (?) der Priester (?) von Mu (?) - immer wieder gut in Gruselgeschichten. Harley Warren war einer von drei Menschen, die fließend Naacal sprachen.

Lang lebe MU! Ewige Blumenkraft!
Ehre den JAM!





Sonntag, 13. Dezember 2015

Happy Wold Newton Day!

Alles Gute zum Gedenken
an das mythische Gründungsdatum
des besten Universums nebenan!
Excelsior!

Zum 220. Jahrestag des Falles des Wold Newton Meteoriten gibt es im wundervollen weltweiten Web einiges zu finden, so z.B. HIER

Donnerstag, 4. Juni 2015

Unmögliche Helden :: Noch ein Miracleman

Helden, die mehr als nur ein Stirnrunzeln hervorrufen. Kein Traum! Keine Täuschung! Erfindungslust, die Amok läuft. / Eine lose Serie von Kurzartikeln.

Beim Herumspielen in meinem Archiv habe ich ein paar nette Dateien entdeckt, die sich auf Charaktere aus der Public Domain beziehen. Das ist heutzutage nichts Ungewöhnliches, und sollte sogar positiv gewertet werden. Anstelle eine schlappe Kopie eines Originales zu erfinden, macht es ja durchaus Sinn, vielleicht aus einer modernen oder gar postmodernen Sensibilität heraus, die Ecken und Kanten eines Originals zu erforschen und/oder in neuen Kontext zu setzen.

Bei den wirklich interessanten Charaktere hat man das ja schon getan, manchmal leider so oft, dass alle Ecken und Kanten abgeschliffen wurden (Holmes, irgendjemand?) oder bis das Original von seiner Kopie kaum noch zu unterscheiden ist (hello Kitty Cthulhu!).

Aber es gibt ja noch andere Charaktere aus der Public Domain, vielleicht etwas eckiger, sperriger, kantiger oder sogar... blöd? Was ein Spaß, an Ideen herumzufummeln, die man selber nur bei einer halbseitigen Alkoholvergiftung so formuliert hätte und am nächsten Morgen  schnell vom Papier gekratzt hätte?

Unter den gemeinfreien Figuren des Verlages Lev Gleason gibt es viele eigenwillige und seltsame Fuguren, an denen man sich schon versucht hat. The Claw... der Gott des Hasses! Black Terror... ein Chemiker, der zu tief an gewissen Dämpfen gesogen hat... ein Selbstgänger.


Ich reserviere hier ausdrücklich folgenden Charakter für später: Zongar The Miracle Man. Hat nichts mit dem auch von Alan Moore und Neil Gaiman beschriebenen Klon des allerersten Captain Marvel zu tun. Er ist wie der Grüne Lama jemand, der übernatürliche Fähigkeiten zur Verbrechensbekämpfung benutzt.

Und er ist ein Charakter, von dem seine eigenen Autoren so überzeugt waren, dass er genau einmal aufgetreten ist. (Silver Streak Comics #7, 1941) Aber ein schniekes Logo hat er, gelle? War nicht ganz einfach, das einigermaßen sauber nachzuzeichnen.

Seine besondere Fähigkeit: er besitzt ein Amulett, aus dem, wenn er daran reibt (*hust*) ein amorphes ektoplasmisches Wesen (in Grün) herausquillt.

Mhhmmm, Ektoplasma...

Für Deutungsversuche bin ich jederzeit offen.

Dienstag, 2. September 2014

Dailyblog

Momentan auf dem Schreibtisch, und fast abgeschlossen: Layout und Typographie für eine Reihe von Anthologien, die ich frech meine „Remixe“ nenne. Hierbei handelt es sich um teilweise sehr alte Texte von Autoren, die dem Vergessen entrissen werden müssen, zusammen mit neuen Geschichten, die von diesen "Klassikern" inspiriert wurden oder sich schamlos an ihren Ideen bereichern. Wen man schon klaut, dann da, wo es sich lohnt.
Und damit alles schön klassisch und stylisch wird, habe ich hervorragende Gemälde aus der Jahrhundertwende gefunden.
Auch eine kleine Bereicherung für die interne Festplatte: Der Jugendstil und der Symbolismus um 1900 hat nicht nur für den Phantasten, sondern auch den Okkultisten einiges zu bieten. Wer hätte gedacht, dass es ein Gemälde vom „Hüter der Schwelle“ gibt, und deutlich attraktiver als das, was man sonst so zu sehen bekommt? (Ich sende meinen Gruß in den Norden...)

Dienstag, 26. August 2014

Shortcuts 2014-08-26

Abteilung Work-in-progress:
Momentan auf meinem Schreibtisch... und natürlich ist dies nicht als Ankündigung gemeint, sondern nur als stille Erinnerung, dass ich nicht untätig bin, sondern nur meinen Urlaub geniesse und vor mich hin prokrastiniere...
Und die anderen witzigen Dinge, an denen ich herumbastele, lasse ich mal hier unerwähnt...

  • EXLIBRIS :: Okkulte und groteske Geschichten im Geiste Gustav Meyrinks, bereits angekündigt, ein Remix von sehr alten und sehr neuen Stories
  • ABYSSUS :: Schreie aus den Abgründen der menschlichen Seele, sozusagen ein Nebenprodukt des vorher genannten, mit all den Sachen, die selbst mir zu krank sind, um sie ohne Warnschild herauszugeben.
  • SCHWERT VON POSEIDONIS :: Very old style Sword & Sorcery. Das macht natürlich am meisten Spaß, und eignet sich hervorragend zum prokrastinieren...



Abteilung: Plündern und Brandschatzen (der gemeinfreien Bildbibliotheken)
Neben Ausflügen in die wunderbaren Welten der Phantasie nebenbei auch eine persönliche Aufarbeitung der Kunstgeschichte. Art Nouveau und Jugendstil, Ausflüge in den Symbolismus und die Dekadenz, wie sie unsere Urgroßväter gerne hatten. Oder auch nicht? Aber interessant, womit sich die Leute rund um die vorletzte Jahrhundertwende beschäftigt haben.
Eine bange Frage bleibt: ist dies Jugendstil Cthulhu? Oder hat der Zeichner Julius Klinger (Berlin) den Tentakelporno erfunden?





Abteilung Wort des Tages:
"Prokrastination": Worttrennung: Pro|kras|ti|na|ti|on, Bedeutung: das Verschieben, Aufschieben von anstehenden Aufgaben, Tätigkeiten.
Mein Vater nannte das immer "Herumgammeln".
Ach, der Fortschritt der menschlichen Sprache...



Ausgewählter Soundtreck des Tages: Eine Band aus den irischen Metalarchiven. Sollte man viel öfter mal besuchen.

Sonntag, 3. August 2014

Shortcuts 2014-08-03

Ich komme gegen die Lesezeichen in meinen Browsern nicht mehr an.
Löschen? Wenn ich sie alle sortieren müsste, bräuchte ich wohl selbst ein, zwei Tage dafür.
Ich sollte mir angewöhnen, das wissenswerte oder interessante in eine Textdatei zu hauen. (Und diese eine Woche später zu löschen. Was man sich bis dahin nicht gemerkt hat, braucht eh sowieso kein Schwein...)
Wo wir gerade dabei sind:



Ich gehöre zu den Menschen, die mehr Farben unterscheiden können als andere.
Das ist kein großes Ding, sondern kann man lernen, wenn man Farbtabellen lernt oder die Mischverhältnisse, durch die spezifische Farbtöne zustande kommen. Schwierig wird es dann eher, jemand anderem diese Farbe zu beschreiben.
Manchmal gibt es schöne Namen für bestimmte Farben, traurig zu sagen, werden dennoch mehr Menschen etwas mit "Telecom-Magenta" anfangen können als mit "Luziferrot". Das sind beides definierte Farbtöne, aber der eine Name ist saucool, der andere... lassen wir das.
Bereits der Reichs-Ausschuss für Lieferbedingungen (RAL) hat in der Weimarer Republik diese Problematik erkannt und eine Farbpalette zur Verfügung gestellt, die auch heute noch Gültigkeit hat.
Andere Frage: Wußte der geneigte leser, dass es eine Deutsche Industrienorm gibt, die den Inhalt und die Farbpalette eines Schultuschkastens regelt? Vorsprung durch Technik, so sind wir halt.



Der großartige Philip José Farmer hat in seiner Biographie des fiktiven "Doc" Clark Savage Jr. eine kurze Übersicht darübergegeben, was er als apokalyptische Schriften des 20. Jahrhunderts erachtet - sicher eine der Millionen Ideen, die er nicht weiter verfolgt hat. Apokalyptische Schriften sind, so Farmer, all jene Schriften, die gem. des Wortes ursprünglicher Bedeutung das volle Ausmaß des menschlichen und psychologischen Universums enthüllen und entblößen. Er schließt hier auch Beispiele aus der Unterhaltungsliteratur ein - Visionen der Welt, wie sie wirklich ist oder sein könnte, ein Blick unter die Haut der Realität, und das volle Ausmaß menschlicher Vorstellungskraft.

Ich weiß nicht, ob der Monomythos von Doc Savage genauso apokalyptisch ist wie das sexuelle Universum eines Henry Miller, aber ich denke, wir können hier ohne Probleme Farmer's eigenes Wold Newton Universum oder das "Leben, das nicht funktioniert" eines Charles Bukowski hinzufügen. Und sicher anderes. Eine Arbeitshypothese. Willkommen in ihren Alpträumen.



Wer mit Ungeheuern kämpft, mag zusehen, daß er nicht dabei zum Ungeheuer wird. Und wenn du lange in einen Abgrund blickst, blickt der Abgrund auch in dich hinein. (Nietzsche)

Montag, 30. Juni 2014

Einen auf lau...

Zu den großen Freuden des Internets gehört es, mal wieder über eine Seite zu stolpern, auf der allgemeinfreie Texte oder Romane angeboten werden. Warum auch immer war ich auf der Suche nach einer bestimmten abgefahrenen Kurzgeschichte von einem Herren namens Otis Albert Kline, der in der Historie als der Fictioneer auftaucht, der Achtungserfolge damit erzielt, dass er immer genau das selbe schrieb wie Edgar Rice Burroughs.
Schrieb ERB etwas über einen Dschungelherren, schrieb Kline etwas ähnliches. Schrieb ERB etwas über Abenteuer auf dem Mars... genau.
Ich glaube, mit seinen Venus-Romanen (die die langweiligsten sind) hat sich ERB an Kline gerächt. Da hat er ihn abgekupfert.
Aber diese Kurzgeschichte, die ich gesucht habe... "The Man from the Moon"... wo man endlich lernt, dass die Chinesen eigentlich vom Mond kommen (Himmelssöhne, verstehste?)... abgefahren...

Samstag, 14. Juni 2014

Mehr Goldorak

Es gibt keine Vergangenheit, Gegenwart oder Zukunft. Es sind nur die Gedanken des Nerds, die wandern. Und das Goldene Zeitalter ist zehn, oder jedes andere, in dem man sich das erste Mal für etwas so richtig begeistert. Den jungen Kollegen ist es jetzt vielleicht peinlich, dass sie sich mal für Pokemon oder die Power Rangers oder andere fragwürdige Trivialitäten begeistert haben, die aus Japan kommen, aber wenn auch sie die ersten grauen Haare auf dem Rücken haben, wer weiß, ob dann nicht der tödliche Nostalgiekick einsetzt - verhehrender als ein Speedball Cocktail. Und von da aus kommt man schnell zu dem wirklich harten Stoff...

Und es ist etwas bestrickend schlichtes und somit wahrhaftiges an den apokalyptischen Visionen unser Jugend. Wer braucht Religion, wenn man eine eklektische Mythologie direkt ins Wohnzimmer bekommt? Warum meditieren über den Kampf von Gut und Böse, wenn es Godzilla vs. King Kong gibt? Engel, Propheten oder Geister? Wir hatten Daikaiju, den japanischen Captain Future und Super Robots. Und ist nicht etwas bestrickend schlichtes und somit wahrhaftiges an einer Welt, in der Riesenmonster die moderne Zivilisation bedrohen oder ein junger Mensch am Steuerknüppel eines Riesenroboters die unschuldigen retten kann, ein Monster pro Woche? Man brauch nicht zynisch zu sein, um zu sehen, welche Art von Welt hier entschleiert wird. Man kann sie interpretieren oder dekonstruieren, es sind Ideen oder Bilder, die Archetypen sind, gewaltig, ewig, unverwüstlich. Jedenfalls, solange es noch jemanden gibt, der sich für ihre schlichte Schönheit begeistern kann. Riesenmonster! Super Roboter! Selbst die Robots in Disguise... egal, wie dämlich eine neue Version eines solchen Archetypen sein mag, die Idee dahinter, na, da kann man nichts gegen sagen. Gäbe es sonst immer wieder einen Reboot?

Ich hatte mich ja bereits zuvor ausgelassen über den alten Gefährten meiner Kindheit, UFO Robot Grendizer, in der zivilisierten Welt besser bekannt als Goldraker oder Goldorak, eine Gestalt, die mich faszinierte, obwohl ich eigentlich überhaupt nicht wusste, worum es ging. Riesenroboter aus dem Weltraum? Glaubt mir, im Goldenen Zeitalter von zehn reicht das schon, um sich zu begeistern. Schlimmer waren nur noch Anzeigen und Werbungen in amerikanischen Comics, die ich damals in die Finger bekam für andere rätselhafte Super Robots wie "Mazinger" oder "Shogun Warriors". und es gab irgendwann tatsächlich einmal ein Godzillacomic von Marvel, in dem SHIELD einen Riesenroboter namens "Red Ronin" auf den König der Monster ansetzte. Das wäre doch mal etwas für einen Nerdgasmus, wenn es das Wort damals schon gegeben hätte.

Nun, ich will es auch nicht übertreiben. Aber gerade eben hat mir ein Freund einen Link geschickt für einen deutschsprachigen Film mit UFO Robot Grendizer bei YouTube. Schribbelige Anime der 70er Jahre, in der Art des japanischen Captain Future. Kann eigentlich nur schrecklich sein. Aber die Idee an sich...

Nun, man ist nie zu alt für so 'nen Scheiß.

Sonntag, 13. April 2014

Zitat der Woche

"Das Einzige, das Gott davon abhält, eine zweite Sintflut zu schicken, ist die Tatsache, daß die erste nutzlos war."

Sonntag, 30. März 2014

Zitat der Woche

"Die meisten Menschen klagen darüber, daß es in den Romanen nicht so zugeht, wie im Leben. Ich klage darüber, daß es im Leben nicht so zugeht, wie in den Romanen."
Kierkegaard