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Samstag, 5. Oktober 2024

Ebenholz und Kristall

Passend zum unheimlichen Oktober habe ich hier in den letzten Tagen drei ganz unterschiedliche Gedichte des großen unvergessenen Weirdos Clark Ashton Smith veröffentlicht, In Saturn, In Lemuria und The Tears of Lilith. Alle stammen aus derselben Veröffentlichung, "Ebony and Crystal. Poems in Verse and Prose" (1922)... also sogar schon mehr als hundert Jahre alt. Ohhh... public domain.

Wie man aus der beigefügten Vertonung sehen kann, sind die Gedichte nicht alle von gleicher Tiefe oder Anmut... Aber beim Sortieren der Datenbank für REDMASK und anderes, konnte ich mich des Eindrucks nicht erwehren, die beiden "IN" Gedichte würden sich gut in Prosa als Anfang von Fantasygeschichten eignen.

Probieren wir es mal aus, mal sehen, wohin uns die Muse treibt... 

In den Saturn? 

Oder nach Lemuria?

Freitag, 4. Oktober 2024

In Saturn, in Lemuria [2]

Rememberest thou? Enormous gongs of stone
Were stricken, and the storming trumpeteers
Acclaimed my deed to answering tides of spears,
And spoke the names of monsters overthrown—
Griffins whose angry gold, and fervid store
Of sapphires wrenched from mountain-plungèd mines—
Carnelians, opals, agates, almandines,
I brought to thee some scarlet eve of yore.

In the wide fane that shrined thee Venus-wise,
The fallen clamors died... I heard the tune
Of tiny bells of pearl and melanite,
Hung at thy knees, and arms of dreamt delight;
And placed my wealth before thy fabled eyes,
Pallid and pure as jaspers from the moon.

Clark Ashton Smith: In Lemuria

In Saturn, in Lemuria [1]

Upon the seas of Saturn I have sailed
To isles of high primeval amarant,
Where the flame-tongued, sonorous flowers enchant
The hanging surf to silence; all engrailed

With ruby-colored pearls, the golden shore
Allured me; but as one whom spells restrain,
For blind horizons of the somber main
And harbors never known, my singing prore

I set forthrightly. Formed of fire and brass,
And arched with moons, immenser heavens deep
Were opened—till above the darkling foam,

With dome on cloudless adamantine dome,
Black peaks no peering seraph deems to pass
Rose up from realms ineffable as sleep!

Clark Ashton Smith: In Saturn

Freitag, 10. Juli 2020

Einst in N.Y.

Da sind schatten am himmel
    & blutrote fenster
    sie fallen unhörbar
die ruhe ist nicht lautlos,
die stille ist nicht stumm
& dies leben ist nicht tot.

   entrückt von diesen menschen
   mitten im hauch der stadt
   sitze ich auf dieser grünen bank:
   helikopterblätter & blüten
   regnen auf mich herab.
red hook im morgenlicht
die brooklyn bridge entlang:
das grauen lag hinter mir
    & schrecken wartete
    im nebel der zukunft
    an einem trüben
    septembertag

Montag, 6. Juli 2020

Spinnenhirn

das antisoziale netzwerk
hat wieder zugeschlagen:
die hölle ist zugefroren
    & alles erstarrt:
    spinnenhirn, spinnenhirn
    an der wand!
jeder gedanke ein verlorener faden
jedes argument ein unlösbarer knoten.
schneid es ab, brenn es aus!
    netz der lügen:
    spinnenhirn, spinnenhirn
    an der wand!


Freitag, 29. Mai 2020

Eine kleine silberne Melodie.

PIERROT stands in the garden
Beneath a waning moon,
And on his lute he fashions
A little silver tune.

Pierrot plays in the garden,
He thinks he plays for me,
But I am quite forgotten
Under the cherry tree.

Pierrot plays in the garden,
And all the roses know
That Pierrot loves his music,
But I love Pierrot.

"Pierrot", von Sara Teasdale (1884–1933)

Sonntag, 21. Mai 2017

Archetypisch cthulhoid

Below the thunders of the upper deep,
Far, far beneath in the abysmal sea,
His ancient, dreamless, uninvaded sleep
The Kraken sleepeth: faintest sunlights flee
About his shadowy sides; above him swell
Huge sponges of millennial growth and height;
And far away into the sickly light,
From many a wondrous grot and secret cell
Unnumber'd and enormous polypi
Winnow with giant arms the slumbering green.
There hath he lain for ages, and will lie
Battening upon huge sea-worms in his sleep,
Until the latter fire shall heat the deep;
Then once by man and angels to be seen,
In roaring he shall rise and on the surface die.
"The Kraken", Alfred, Lord Tennyson (1809–1892)


Und überall Friede, im Meer, in den Landen.
Plötzlich wie Ruf eines Raubtiers in Banden:
Das Scheusal wälzte sich, atmete tief,
Und schloß die Augen wieder und schlief.
Und rauschende, schwarze, langmähnige Wogen
Kommen wie rasende Rosse geflogen.


"Trutz, Blanke Hans", Detlev von Liliencron (1844 - 1909)

Montag, 27. März 2017

Commedia die Harte



Im Foyer gibt es Rasierklingen am Stil
Heute reizen wir das Publikum bis aufs Blut.
Spot an - da steht der Pierrot in seinem Grab,
       die Mandoline unter'm Kinn -

       ohne Rhythmus, ohne Sinn.


       (Strophe, Refrain /
       heute hauen wir rein
)

Eine schwarze Träne rinnt:
Tätowiertes Fragezeichen
auf lepraweißer Haut



       (Strophe, Brücke, Refrain /
       Mann, wie sexy er ist
       im Bühnenlicht
)

Ein hohler Klang, die Stille bricht:
Jetzt haben wir's dem Krokodil gegeben.
      (Und einsam tickt die Zeit)
Das Publikum rast, kopuliert auf den Rängen
Pierrot ist längst gegangen,
Die Ausgänge sind zugemauert:
Da kommt keiner raus.





       (Fadeout)

Montag, 23. März 2015

Mythos :: Der Ältere Pharos




"Aus Leng, wo sich Felsengipfel öd und nackt recken,
Unter kalten Sternen, dem Menschenblick verhohlen,
Da schießt zum Abenddämmer ein einzelner Lichtstrahl empor,
Dessen weite, blaue Strahlen die Schafshirten ihr Gebet winseln lässt.
Sie sagen (obwohl keiner von ihnen da gewesen) er komme
Aus einem Pharos in einem Turm von Stein,
Worin der letzte der Alten alleine lebt,
Und zum Chaos spricht beim Klang der Trommeln.

Dies Ding, so flüstern sie, trägt eine Seidenmaske
Von Gelber Farbe, dessen seltsame Falten zu verbergen scheinen
Ein Gesicht nicht von dieser Erde, auch wenn keiner zu fragen wagt,
Was bloß diese Züge sind, die sich darin wölben.
Viele, in des Menschen erster Jugend, suchten nach diesem Glühen,
Doch was sie finden, wird nie jemand verfahren."

Eine freie Übersetzung von Sonett XXVII aus Lovecrafts "Fungi from Yuggoth", inspiriert von den Leiber-Papieren und diesem Artkel:

From Leng, where rocky peaks climb bleak and bare
Under cold stars obscure to human sight,
There shoots at dusk a single beam of light
Whose far blue rays make shepherds whine in prayer.
They say (though none has been there) that it comes
Out of a pharos in a tower of stone,
Where the last Elder One lives on alone,
Talking to Chaos with the beat of drums.

The Thing, they whisper, wears a silken mask
Of yellow, whose queer folds appear to hide
A face not of this earth, though none dares ask
Just what those features are, which bulge inside.
Many, in man’s first youth, sought out that glow,
But what they found, no one will ever know.

Während der Leuchtturm von Pharos eines der antiken Sieben Weltwunder war - Teil der ägyptischen Verschwörung, basiert der Lichtstrahl des Älteren Pharos anscheinend auf der sagenhaften Figur des verschleierten Propheten Mokanna, wie er in der orientalischen Romanze "Lalla-Rookh" (1817) von Thomas Moore erscheint, und den Robert E. Howard auch in seiner Geschichte "Black Colossus" (1933) um Natokh den Zauberer kopierte.

"There on that throne, to which the blind belief
Of millions raised him, sat the Prophet-Chief,
The Great MOKANNA. O'er his features hung
The Veil, the Silver Veil, which he had flung
In mercy there, to hide from mortal sight
His dazzling brow, till man could bear its light. "

Freitag, 19. Dezember 2014

Die Zukunft, rückwärtsgewandt


All die alten Leute sehen Gespenster:
In der Menge, im Gemenge -
die Ruinen ihrer Erinnerungen
     (Peinliche Photographien,
     Kodak, Super-8, verwackelt,
     degenerierte Pixel -
     Bikini oder Bombe?
     Undeutbar, ein Rätsel,
     gefroren im Anflug.)

All die alten Leute sehen Gespenster:
Sie träumen von ihren armseligen Kriegen,
der Revolution die es nicht gab
& dem Frieden, der nie kam.
Es ist immer noch 1984.

All die alten Leute sehen Gespenster:
jeden Morgen unten auf der Straße stehen
& wenn sie in den Spiegel sehen.
Die Toten, die Lebenden, ungeboren?
Bikini oder Bombe?
Wie kalt war der Krieg?
Wie heiss das Leben?
"Weisst Du noch ---?"

Das Bild hakt,
man kann es nicht deuten.
Es verblasst.
Und das Leben
mit ihm.

Freitag, 6. Dezember 2013

Dunkelheit, am Rand der Stadt

Da ist Dunkelheit am Rand der Stadt
Der Krieg, die Nacht:
    Glasscherbenfinsternis
    & der purpurne Dieselfresser röhrt

Und überall diese kleinen Menschen
mit ihren kleinen Visionen,
    kleine Maschinen
    in Herz und Hirn:
Der Rost schläft nicht.

(Die Indianer auf den Straßen
schlagen die elektrische Trommel.
Sie sagen: Heute ist ein guter Tag zu sterben.
    Aber was ist wirklich gut?
    Und welcher Tod?)

Da ist Dunkelheit am Rand der Stadt

Bushaltestelle, Linie 111 05.12.2013 9:45h

Dienstag, 19. November 2013

Herbstlaub

Der Krawattenträger schreit
in stumpfer Wut & Wahnsinn:
     Herbstlaub
Der Sturm hat es genommen
und ihm ins Gesicht geworfen
     wie eine Exfreundin
die auf offener Bühne Schluss macht
oder ein Ticket für eine Show
die längst abgelaufen ist.

Nun hat er sich entblößt;
die ganze Welt schaut zu
auf seinen nackten Zorn
& sein nacktes Gesicht
    (Sie schlang die Schenkel um ihn,
    aber der Rhythmus änderte sich nicht)

    Herbstlaub
Zwischen den toten Ästen
spottet heiser die Krähe
ganz in Schwarz gehüllt.

Ganz in Schwarz gehüllt
wie ich, die Kapuze in der Stirn
ein Pentagramm auf dem Rücken
    & sanften Mord im Herzen

Mittwoch, 30. Oktober 2013

Rock

Die Weite unserer Welt
wird nur eingeschränkt
von den Bretterzäunen
unserer Ängste.
Heute sind sie vollgekleistert
mit neuen Plakaten.
    (Mieser Druck,
    Punk-Ästhetik)

Die Band verspricht
progressiv zu sein -

    (Heil Satan,
    heile Dich selbst -)
Lang lebe die Revolution
an den Bretterzäunen.
    (Schiefe Pose,
    das Makeup verrutscht)

Sie schlang ihre Schenkel um ihn,
aber der Rhythmus änderte sich nicht.

Und ich glaube,
ich habe das alles
schon mal gesehen.

Sonntag, 27. Oktober 2013

Halloween :: Zwei Gruselsongs [2]

Wie versprochen heute und morgen der zweite Liedtext mit deutlich viel Samhain im Hinterkopf. Natürlich gibt es noch "Samedi", meine persönliche Hymne an den Baron Saterdach, aber c'est la vie... et la mort.

Axel M. Gruner's Song
GRAVEYARD GIRL

I met my love in the witching hour
At the olde voodoo shack
Where the drums beat all nite long
To the Resurrection Rag
I met my love in the witching hour
She’s as sweet as they can get
My baby she’s a graveyard girl
My baby she’s undead

Chorus A
I’m in love with a graveyard girl, oh no,
In love with a graveyard girl so gold,
In love with a hungry graveyard girl etc...

My baby came from the other side
She’s got the hoodoo heart
She make my mojo risin high
Death will never do us part
My baby came from the other side
And she’ll never get enough
Tell me what you hunger for
And tell me who do you love

Chorus A
Chrous B
I love my graveyard girl etc...
Instrumental

I’m in love with a graveyard girl
My sweet cemetary bride
Here she comes in her wedding dress
Made from rattlesnake hide
I’m in love with a graveyard girl
And i’ll never let her go
Gonna keep her six feet under
And let wild roses grow

Chorus A
Chorus B


Samstag, 26. Oktober 2013

Halloween :: Zwei Gruselsongs [1]

Was gibt es Schöneres, als in der Dunkelheit des Oktobers am Kaminfeuer zu sitzen und die richtige, stimmungsvolle Musik zu hören. Irgendwie herbstlich, oder ganz schön dunkel. Also vielleicht das, was ich mitternachts, wenn keiner mich sieht, unter dem Label Nachtmusick anhöre? Ohja, ohja, ohja. Aber weil das natürlich nicht ausreicht, heute und morgen mal zwei Liedtexte, die ich sozusagen mit Halloween im Hinterkopf geschrieben habe.

Axel M. Gruner's Song
HOWLING AT THE MOON

Little red riding hood, where you wanna go?
Litte red riding hood, got my eyes on you
In the deep dark wood I’m waiting for you
In the deep dark wood, I’m waiting, waiting...

Chorus
As I stood there in the pale moon light /
For love my prayers I said right \
But the wolfbane flowers did bloom -- /
As I stood there howling at the moon \

I have big eyes to see your naked skin
I have big ears to hear you laugh
My teeth are so big they will cut you in half
My teeth are so big they will cut you,
they will cut you...
Chorus

Dire wolf is comin’, hot on your heels
Dire wolf is comin’, sniffin’ your smell
My little bride, gonna see you in hell
My little bride, gonna see you,
gonna see you...
Chorus

Freitag, 25. Oktober 2013

Band



Clark Ashton Smith
BOND

By the red seal redoubled of that kiss
When thy lips parted softly to my own
Ere the sun sank from doomed Poseidonis;

By nights of searing ecstasy and moan;
The night-wet bosoms in Pompeii bared,
And the pale breasts and limbs in Lesbos known;

By dreams and deities and dolors shared
Before the Olympian glory passed from Greece;
By sharp and secret raptures that we dared

In Druid towers of ocean-founded Ys;
By every cup of wine in Naishapur
We drank by turns even to the purple lees;

By the dark Sabbats, vowed to Lucifer,
Making us one before his muffled throne
In rites of sorceress and sorcerer;

By the sealed ways no prophet has foreshown,
Wheron our lips shall meet, our footsteps go:—
By these, by these I claim thee for mine own...

Even as I have claimed thee long ago.


"Bond" at "The Eldritch Dark", The Sanctum of Clark Ashton Smith

Samstag, 19. Oktober 2013

Malygris



Aus Poseidonis...
MALYGRIS

Malygris, der Magier, saß im obersten Raum seines schwarzen Turmes hoch über dem Herzen von Susran, der Hauptstadt von Poseidonis…

Seine eisigen Augen, sie ruhen,
auf Rubinen und überquellenden Truhen,
Trommeln aus der Haut des Geiers,
Rasseln aus dem Zahn des Cockodrill,
    Schädel hat er gesammelt
    von Menschen und Titanen,
    Rote Elixiere, gold’ne Fahnen.
    Wissen von Atlantis kennt er,
    Und Runen von Hyperborea,
    tödlicher als Gift.

All dies verkündet seinen Namen,
All dies preist seinen Ruhm,
Malyris, Malygris, flüstert es ihm zu,
doch der Älteste der Adepten findet keine Ruh.

    Düster wogt es,
    dunkel füllt es,
sein überdrüssiges Herz,
wie Asche einen Herd erfüllt,
wo eben noch ein großes Feuer war.

Und er sucht in der sterbenden Glut
Nach dem letzten hellen Funken,
den Tagen des Triumphes,
den Flammen und dem Purpur
all dessen, was er einst gewesen.

„Bin ich nicht Malgyris“, so sann er,
der Gewalt hat über alle Geister,
und selbst die Dämonen von Sonne und Mond?
Die Lebenden folgen meinem Willen,
Selbst der Tod beugt sich auf mein Geheiß.
Und doch wandelt sich alles Gold zu Blei,
Und meine Haare, sie sind weiß.
Mein Fleisch, es hat mich verraten.
Und wo ist der Ernte all meiner Taten?“

    Unbeweglich saß er,
    unerbittlich sann er,
tastete in den Schatten der Erinnerung,
wie ein Blinder, der die Sonne verlor,
und sie überall vergebens sucht.

Und er ballt die welke Hand,
aus dem alles Blut geschwunden,
flucht dem greisenden Fleisch
und all den alten Wunden.

„Viper!“, ruft er, „dienstbarer Geist,
Dessen geheimer Name ‚Ehrgeiz’ heißt!
Komm hervor aus deinem dunklen Heim,
Folge mir in Rune und Reim!
Das Firmament will ich erschüttern,
Vor mir sollen Gott und Tod erzittern,
Schreiben wird’ ich’s in Meer und Erde,
Auf dass mein Name nie vergessen werde!“

„Zu spät“, zischt die Viper in sein Ohr,
„Du lebst das Leben, das ich Dir erkor’,
Jenseits von Gut und Böse, den Göttern gleich,
Doch Götter sterben, es bricht ein jeder Deich,
Flieh oh Leben, flieh oh trüber Schein!
Die Wellen allein werden ewig sein,
Und selbst Deine goldenen Truhen
Werden bald unter den Wellen ruhen.
Das goldene Atlantis ist vergangen,
Von dem die hohen Musen sangen,
Und selbst ein Gott auf Erden,
Wird irgendwann vergessen werden!“

Malyris, Malygris, flüstert es ihm zu,
doch der Älteste der Adepten findet keine Ruh.
    Düster wogt es,
    dunkel füllt es,
    draußen scheint das Meer.

    Scheint jetzt,
    dann nimmermehr.



"Malygris" inspiriert von den Poseidonis-Geschichten von Clark Ashton Smith

Freitag, 18. Oktober 2013

Atlantis



Clark Ashton Smith
ATLANTIS

Above its domes the gulfs accumulate.
Far up, the sea-gales blare their bitter screed:
But here the buried waters take no heed—
Deaf, and with welded lips pressed down by weight
Of the upper ocean. Dim, interminate,
In cities over-webbed with somber weed,
Where galleons crumble and the krakens breed,
The slow tide coils through sunken court and gate.

From out the ocean's phosphor-starry dome,
A ghostly light is dubitably shed
On altars of a goddess garlanded
With blossoms of some weird and hueless vine;
And, wingéd, fleet, through skies beneath the foam,
Like silent birds the sea-things dart and shine.


"Atlantis" at "The Eldritch Dark", The Sanctum of Clark Ashton Smith

Freitag, 11. Oktober 2013

Tolometh



Clark Ashton Smith
TOLOMETH

In billow-lost Posedonis
I was the black god of the abyss:
My three horns were of similor
Above my double diadem;
My one eye was a moon-bright gem
Found in a monstrous meteor.

Incredible far peoples came,
Called by the thunders of my fame,
And passed before my terraced throne
Where titan pards and lions stood,
As pours a never-lapsing flood
Before the winds of winter blown.

Below my glooming architraves,
One brown eternal file of slaves
Came in from mines of chalcedon,
And camels from the long plateaus
Laid down their sard and peridoz,
Their incense and their cinnamon.

The star-born evil that I brought
Through all the ancient land was wrought:
All women took my yoke of shame;
I reared, through sumless centuries,
The thrones of hell-black wizardries,
The hecatombs of blood and flame.

But now, within my sunken walls,
The slow blind ocean-serpent crawls,
And sea-worms are my ministers,
And wandering fishes pass me now
Or press before mine eyeless brow
As once the thronging worshippers...

And yet, in ways outpassing thought,
Men worship me that know me not.
They work my will. I shall arise
In that last dawn of atom-fire,
To stand upon the planet's pyre
And cast my shadow on the skies.


"Tolometh" at "The Eldritch Dark", The Sanctum of Clark Ashton Smith

Dienstag, 8. Oktober 2013

Clark Ashton Smith :: Geschichten von Poseidonis



Von den Geschichten der phantastischen Literatur, die sich mit der untergegangenen Insel Atlantis und ihrem Erbe befassen, sind wenige so eigenwillig und widersprüchlich wie jene, die der unvergessene Clark Ashton Smith (CAS) verfasste.

Kenner seines Werkes fassen acht seiner Werke zu einem seiner kleineren Zyklen zusammen, der jedoch nicht weniger bizarr ist als die der Geschichten um den alten Mars oder Zothique, den letzten Kontinent der sterbende Erde.

Es ist jedoch nicht Atlantis in seiner Blütezeit, dem CAS’ Interesse gilt, sondern den letzten Resten seiner einstiger Größe, seinen versunkenen Ruinen, seinem Hexenwerk. Diese Geschichten sind demnach von dekadenter, düsterer Pracht und einem Gefühl von Verlust und Morbidität geprägt, das anderen seiner Werke nicht nachsteht.

Tatsächlich ist das, was gewöhnlich in Veröffentlichungen unter dem Titel „Poseidonis-Zyklus“ zusammengefasst wird, viel kleiner.

Das tatsächliche Poseidonis – „die letzte Insel des versunkenen Atlantis“ – ist Schauplatz der Geschichten „The Last Incantation“, die den großen Hexenmeister Malygris vorstellt, von dessen unheimlichen Ableben „The Death of Malygris“ handelt.

Malygris wird auch in der Originalfassung von „The Double Shadow“ erwähnt, einer der bekannteren Geschichten von CAS.

In „A Voyage von Sfanomoë“ versuchen sich zwei Brüder dem drohenden Untergang von Poseidonis zu entziehen, indem sie eine magische Raumkapsel erbauen und nach jahrzehntelanger Reise den Planeten Sfanomoe (die Venus) erreichen.

„Tolometh“ ist die Hymne an den schwarzen Gott des Abgrundes von Poseidonis – eine Entität, die in einer früheren Version des Gedichtes Ougabalys hieß und in den Geschichten um Poseidonis sonst nicht erwähnt wird.

Diese vier Geschichten und ein Gedicht – widersprüchlich und düster – formen den eigentlichen Corpus des Poseidonis-Zyklus.

„Atlantis“ ist ein Gedicht, das den in den Tiefen des Meeres versunkenen Kontinent beschreibt, „The Muse of Atlantis“ ein Prosagedicht, das trotz des Titels wenig mit Atlantis zu tun hat, und „A Vintage from Atlantis“ ist eine sardonische Posse, in der Piraten der Karibik sich mit einer Urne Wein aus Atlantis in die legendäre Vergangenhit trinken. Sie haben insgesamt mit dem Poseidonis des Malygris und seiner Akolythen wenig zu tun.

In anderen Geschichten von CAS wird Poseidonis – stets als das dem Untergang geweihte – en passant erwähnt, ohne der schemenhaften Insel der Vergangenheit mehr Substanz zu verleihen.

Es ist ein geheimnisvolles Land, eher eine Legende als ein physikalischer Ort, und durch die Legende verbunden mit anderen schattenhaften Orten des phantastischen Literatur – mit dem von Schlangenmenschen bewohnten prähistorischen Valusien, gegen der König Kull eines anderen Atlantis focht – mit dem Hyperborea des Schwarzen Tsathogguah und der halbmenschlichen Voormis – mit den dunklen Astralwelten des Saturn und Yuggoth, von dem die Alten Götter der Erde herabsickerten, dies klebrige Gezücht der Sterne.

Und nun ist die Insel in den grünen Fluten des Meeres versunken, und sie wieder zu besuchen, ist uns nur noch in Träumen möglich, oder in den Zeilen eines vom Alter vergilbten Manuskriptes…

Mehr Material und der komplette Text aller Poseidonis-Geschichten (und vieles mehr) finden Sie unter "The Eldritch Dark", dem Online-Sanctum von Clark Ashton Smith.