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Donnerstag, 8. Juni 2017

Zitat des Tages

"Unwissenheit ist Versagen; die Maske der Furcht. Wer die Stimme in sich zum Schweigen zwingt, die die ewigen Fragen der Schöpfung stellt, zwingt die Antwort zu schweigen und läßt Furcht sprechen. Fürchte keine Frage und fürchte keine Antwort. Da ist ein Platz für alles."
Aus dem Initiationsritual der "Grünen Loge"


Donnerstag, 1. Juni 2017

Weird Wide Web 2017-06

Ein Haufen Links, der gerade in der internen Festplatte rumspukt - unter anderem für die Aluhutfraktion:

Weird Fiction:

"Das Stigma des Tieres" (The Mark of the Beast), von Rudyard Kipling

"The Children of the Night" von Robert E. Howard

Cthulhu Files, unfangreiche bibliographische Übersicht über den Mythos und die Mythographen


Weirdos:

"The Encyclopedia of the Gothic", 2 Volume Set, Eintrag: Crowley, Aleister

"How I Found The Lost Atlantis, The Source Of All Civilization" von Dr. Paul Schliemann (1912, genauso glaubwürdig wie die Entdeckung von MU)


Weird Shit:

"Aufschlüsse zur Magie aus geprüften Erfahrungen über verborgene philosophische Wissenschaften und verdeckte Geheimnisse der Natur" von geschrieben von Karl von Eckartshausen (in der Kongressbibliothek, persönliches Exemplar von Harry Houdini)

Naacal - die sagenumwobene Sprache (?) der Priester (?) von Mu (?) - immer wieder gut in Gruselgeschichten. Harley Warren war einer von drei Menschen, die fließend Naacal sprachen.

Lang lebe MU! Ewige Blumenkraft!
Ehre den JAM!





Donnerstag, 13. April 2017

Mythos und Mehlkartoffeln

Seien wir doch mal ehrlich…
Soweit sind wir gekommen, aber die Vorstellung, in dieser modernsten aller Zeiten, der „Zukunft nach dem Bild der Vergangenheit“, in einer Epoche des galoppierenden Materialismus, der Wettbewerbs- und Medienkultur, seine Zeit mit metaphysischen oder vielleicht sogar idealistischen Suchen zu verschwenden, ist doch ziemlich bizarr, oder?
Wer braucht schon Mythos, wenn es abends Mehlkartoffeln gibt, frittiert und nach EU-Norm?
Wir brauchen nicht mehr suchen, im Informationszeitalter kann man Maschinen für sich suchen lassen.
Die Bildschirme flackern: Geheimnisse gibt es nicht mehr, also auch nicht das Geheimnisvolle oder Unerklärliche.
Ja, es sieht tatsächlich so aus, als hätten wir alle Antworten, aber vielleicht keine Fragen mehr.
Die Banalität des Alltags lässt auch alles andere banal erscheinen, Fakten sind Waren, Waren sind Fakten; das einzig aufregende ist vielleicht noch die Fiktion.
Und ja, wir haben es geschafft, das Universum an eine gemeinsame Realität zu binden, die langsam anfängt, genauso banal zu erscheinen.
Andererseits, wir haben alle ‚Illuminatus’ gelesen – und nicht den Schrott von Dan Brown – und sollten wissen, dass die Konsensrealität nur eine Facette des holographischen Universums ist, das auch ganz anders aussehen kann, wenn man nur einmal den Blickwinkel ändert und unter seine Haut blickt. (Universum und Individuum spiegeln sich ineinander wider, und das eine enthält das andere.)
Mehlkartoffeln, die Befriedigungen des Alltags, mögen vielleicht den Körper sättigen, was aber mit den Appetiten des Geistes und der Seele?
Wir suchen weiterhin nach einer Sprache, die das Universum nicht ignorieren kann; diese Sprache ist die der Magie.

(aus "Zarathustra im Fegefeuer", demnächst auf diesem Kanal)

Freitag, 10. Juni 2016

Werkstattbericht 2016-06-10



Herzliche Grüße von der Nordseeküste, aus den mythischen Gefilden von Zollern am Meer, nur kurz hinter dem Blanken Hans, einen Gruß weit entfernt von den Sieben Seelanden, wo man lieber tot ist als ein Sklav' und immer noch das hochherrschaftliche Wappen des Jungfrauenadlers zu finden ist. Es ist wahr! Meine Freunde, die Friesen, sind die wahren Söhne der Harpyie. Diesem Symbol für den Nordwind jedoch die stattliche Oberweite zu zensieren, ist eine moderne Idee, oder wie Nietzsche sagen würde, eine falsche Idee. Das ist doch mal ein unglaublich prätentiöser Anfang für etwas ganz Unprätentiöses:
Der wöchentliche Statusupdate.



Abgeschlossen:
Die Litaneien des Untergangs (5.400 Wörter) , Kurzgeschichte aus der Arullu-Serie, eine komplett umgearbeitete und erweiterte Neufassung der 3. Geschichte aus dieser Serie, die je geschrieben wurde [1984]. Etwas komplexer und stylisierter, als eigentlich geplant war. Das Geschnitze am Satzbau hat dabei mindestens genauso viel Material abgeworfen, die anderen Verwendungszwecken zugeführt werden können - die Bonus-Tracks dieser Single. Außerdem: Easter Eggs. Für den, der sie finden kann.
Haben sich die 32 Jahre Redaktion gelohnt? Man wird sehen.
Eine Zwischenversion des Anfanges findet der geduldige Leser HIER.

Bonus-Track:
"Es heißt, für die Zauberer von Arullu, diesem letzten Kontinent der Menschheit, haben die Hölle und selbst der Himmel ihren Schrecken verloren. Sie haben sich alle Geister des Firmamentes und der Elemente, auf der Erde und unter der Erde, untertan gemacht, und verachten die Götter der Menschen. Denn sie wissen, dass selbst der mächtigste unter ihnen nur ein Staubkorn in der Unendlichkeit des Universums ist; so wie die sterbende Erde, die sie bewohnen – ein kurzer Missklang in der ewigen Harmonie der Sphären, der noch vor der letzten Kadenz verklingen wird. Zu fürchten, so heißt es bei ihnen, sei nur die Furcht selbst, denn Furcht ist Versagen, wie es ihr heiligstes Buch lehrt.
Demjenigen, der keine Furcht kennt, sind keine Grenzen gesetzt, und so sind jene Hexer von Arullu vielleicht die mächtigsten Zauberer, die der Planet Erde je gekannt hat. Die eher zahmen Lehren ihrer Ahnen und Meister haben sie überwunden und wirken eine fremdartige Magie, die sie den Intelligenzen der bleichen Monde des Saturn abgerungen haben. Grimoires von den Leichen toter Welten benutzen sie, eine Million Jahre alt und für die Sinnesorgane des materiellen Universums nicht wahrnehmbar, und Zaubersprüche aus gefalteten Dimensionen, mit denen man erschreckende Perspektiven der Wirklichkeit bereisen konnte, die gewöhnliche Seelen in den Wahnsinn treiben würden – das Unmögliche ist ihnen längst gewöhnlich geworden, und da ist kein Gesetz mehr. Mitleidlos haben sie es überschrieben, die mächtigen Zauberer; sie bewerten nichts, und sind sich nur noch selbst gerecht."




Auf dem Schreibtisch:
(...tatsächlich seit unserem Umzug...)
(...und eigentlich unter dem Schreibtisch...)
German Pulp... das was man früher Groschenhefte nannte. Eine stattliche Sammlung, im Laufe der Zeit wegen Platzgründen extrem zusammengeschmolzen. Aber einiges wirft man einfach nicht weg. Hölle, die Mythor-Serie bewahre ich schon seit Jahrzehnten in eigenen Schmuckkästlein auf.
Alte Hefte von der besten Ehefrau von allen...
Und ganz alte Hefte von meinem Vater. Der hat wohl auch als junger Mensch eine leichte Vorliebe für Trash gehabt.
Tempus fugit, aber nicht ganz.



Soundtreck des Tages:
Highway 61 Revisited [Vinyl LP]
Und heute Abend krame ich mal in den ganzen CDs von Musikern, die es nie in den öffentlichen Handel geschafft haben.
So richtig independent. Was bin ich für ein Schelm.

Donnerstag, 9. Juni 2016

Wieder einmal die Stimme des Feuers

"When thou shalt behold that holy and formless Fire shining flashingly through the depths of the Universe: Hear thou the Voice of Fire."
....und wieder einmal die Chaldäischen Orakel

Sonntag, 20. Dezember 2015

Aufräumen [2]

In der Vorweihnachtszeit ist es glaube ich, eine gute Idee, das Jahr noch einmal Revue passieren zu lassen und vielleicht auch das eine oder den anderen abzuschliessen, das oder der liegengeblieben ist.

Immerhin, darum geht es doch bei der Wintersonnenwende: Man schaut sich noch mal alle Lieben an, und feiert, denn wer weiß, ob im nächsten Jahr noch alle da sind.

Der Winter kommt!

Sehr weit sind wir seit der Steinzeit nicht gekommen, aber das mit Stil. Ich werde also in stiller Meditation in mich gehen, der Ahnen gedenken und der vergessenen Zukünfte, in alten Manuskripten (und Seelen) blättern. Nebenbei reizt mich mein Kleinhirn etwas niederzuschreiben, was es "Die älteste Form der Geomantie" nennt, der Vorläufer sowohl der östlichen (I Ching) und der westlichen (Punctieren) Orakelkunst der Erde.

Freitag, 6. November 2015

Zitat der Woche


"From the destruction of mind that gives birth to Chaos a zone of mauve is created, a desert of sand above the Tunnels of Set.  The winds hurry through them, a sinister piping bearing the beetle on its wings." Kenneth Grant

Wie Alan Moore sagte: "This is Hardcore."

Dienstag, 2. September 2014

Dailyblog

Momentan auf dem Schreibtisch, und fast abgeschlossen: Layout und Typographie für eine Reihe von Anthologien, die ich frech meine „Remixe“ nenne. Hierbei handelt es sich um teilweise sehr alte Texte von Autoren, die dem Vergessen entrissen werden müssen, zusammen mit neuen Geschichten, die von diesen "Klassikern" inspiriert wurden oder sich schamlos an ihren Ideen bereichern. Wen man schon klaut, dann da, wo es sich lohnt.
Und damit alles schön klassisch und stylisch wird, habe ich hervorragende Gemälde aus der Jahrhundertwende gefunden.
Auch eine kleine Bereicherung für die interne Festplatte: Der Jugendstil und der Symbolismus um 1900 hat nicht nur für den Phantasten, sondern auch den Okkultisten einiges zu bieten. Wer hätte gedacht, dass es ein Gemälde vom „Hüter der Schwelle“ gibt, und deutlich attraktiver als das, was man sonst so zu sehen bekommt? (Ich sende meinen Gruß in den Norden...)

Montag, 9. Juni 2014

Works-in-Progress

Die großen Eingeweihten der alten Zeit hatten ein großartiges Konzept: Die Zeiten der Rede und der Stille. Das heißt, wenn ihnen das Pulver ausgegangen war, oder sie einfach keine Böcke mehr auf die ewig wiederkehrenden Fragen der ewig wiederkehrenden Schüler hatten, erklärten sie flugs die nächsten Jahre zu einer "Zeit der Stille" und machten sie klammheimlich in das Große Magische Retreat oder ihre Sommervilla auf Teneriffa auf. So kann man auch nicht erscheinende Zeitschriften oder Bücher zu "Jahrgängen der Stille" erklären - wenn die Leute nicht zuhören können, nicht meine Schuld, basta.

Ich glaube, mein Gehirn funktioniert auch so. [Etwaige hämische Kommentare werden automatisch in einen Jahrgang des Schweigens verbannt, Kommentarfunktion weiter unten, irgendwo am Ende des Internets...] Nur sind es wohl nicht Zeiten der Rede und der Stille, sondern Jahreszeiten des Gemüts. Momentan komme ich nicht wirklich dazu, mich mit den vielgelobten Geschichten, Pulps und Novellen zu beschäftigen, die ich unter dem Label Nemed House veröffentliche, aber bei den Sachen, die ich unter dem Label Mirkruna Press veröffentliche, tut sich eine Menge, ebenso bei anderen Sachen, die mit dem Themenkreis zusammenhängen.

Wer hätte das gedacht? Hat vielleicht auch mit einer gewissen neu gewonnenen Freiheit zu tun, dem Verlust einer inneren Bremse - nicht zu verwechseln mit dem inneren Schweinehund, den wir jeden Morgen besiegen, wenn wir erfolgreich das Bett (oder den Schreibtisch, über dem wir zusammengebrochen sind) verlassen.




Momentan auf dem Schreibtisch:

  • einige Übersetzungen aus dem Englischen, sowohl neu als auch alte, die noch mal gecheckt werden sollten. Es gibt noch soviel vom Biest, das ich euch berichten könnte... Und was nicht passt, wird passend gemacht.
  • "Mirkruna Press direkt" - eine Reihe von Texten, die ohne den Umweg als Printversion direkt als Kindle Books veröffentlicht werden
  • und es gibt auch ein sehr gefälliges neues Design für diese Titel... hat auch nur ein paar Wochen gedauert, bevor der richtige Teil der Festplatte angesprungen ist...
  • Ikonographie der Rosenkreuzer der letzten 400 Jahre (Happy Birthday)
  • etc. pp.
Und wenn ich damit fertig bin, juckt es bestimmt wieder der anderen Hirnhälfte in den Fingern.
Redmask #5? Die ganzen Anthologien? Oh ja.

Sonntag, 1. Juni 2014

Dailyblog

Ich schreibe immer so gerne vom Neuformatieren oder Aufräumen der internen und externen Festplatte... was eigentlich nichts anderes heißt, den Schreibtisch aufzuräumen, und auch, die eigene innere Position zu überdenken. Ich bin nun mal ein Mensch, der ungerne etwas wegschmeißt, was man vielleicht noch einmal gebrauchen kann. Künstlerisch gesehen ist das vielleicht auch nachvollziehbar, Projekte, in die man viel Zeit und Fleiß investiert hat, weg zu schmeißen, ist eine klare Verlustrechnung. Ich glaube aber, bei persönlichen oder gesellschaftlichen Beziehungen sollte man das anders rechnen. An Beziehungen muss man arbeiten,  dennoch sollte auch gewährleistet sein, dass ein Gleichgewicht und eine gewisse Verhältnismäßigkeit gegeben ist, sonst ist es nur eine Form von Abhängigkeit oder Koabhängigkeit. Beim Aufräumen der internen Festplatte habe ich mal festgestellt, dass die Investition in bestimmten Fällen so hoch ist, dass ich da niemals einen Gewinn für mich herausziehen kann, und die Abschreibungsmöglichkeiten eher bescheiden sind. Also habe ich hier auch aufgeräumt und einige Knoten gekappt, die mich seit 13 Jahren behindern. Meine eigene innere Position bleibt unverändert, aber es hat ja nun wirklich keinen Sinn, die Postionen anderer zu achten, wenn man von diesen im Gegenzug nur geächtet wird, oder vielleicht sogar ver-achtet. Nehmen wir zu dieser 8 noch die 3 hinzu, haben wir 11, süße Magie, und ziehen wir sie ab, eine solide 5. Nennt mich Captain Pentagram. Und jetzt... Musick!

Dienstag, 29. April 2014

Nur mal so nebenbei...

Christoph Martin Wieland (1733–1813) schreibt im dritten Kapitel des Ersten Buches seines Feenromanes "Don Sylvio" einige Sätze, die ich ähnlich oder genauso auch in ethnologischen u.ä. Schriften gelesen habe:

Die Natur selbst, deren anhaltende Beobachtung das sicherste Mittel gegen die Ausschweifungen der Schwärmerei ist, scheint auf der andern Seite durch die unmittelbaren Eindrücke, so ihr majestätisches Schauspiel auf unsre Seele macht, die erste Quelle derselben zu sein.

Das angenehme Grauen, so uns beim Eintritt in den dunkeln Labyrinth eines dichten Gehölzes befällt, beförderte ohne Zweifel den allgemeinen Glauben der ältesten Zeiten, daß die Wälder und Haine von Göttern bewohnt würden. Der süße Schauer, das Erstaunen, die gefühlte Erweiterung und Erhöhung unsers Wesens, die wir in einer heitern Nacht beim Anblick des gestirnten Himmels erfahren, begünstigte vermutlich den Glauben, daß dieser schimmervolle, mit unzählbaren nie erlöschenden Lampen erleuchtete Abgrund eine Wohnung unsterblicher Wesen sei.

Das ist sicherlich die gleiche zauberhafte Welt, deren Ende mit dem Anbeginn der Industrialisierung und modernen Wissenschaft (die "Entzauberung der Welt" oder "Sezierung des Wunderbaren") zusammenfällt. Es ist zugleich auch die ursprüngliche Mythopoeia.

Dass der Himmel die Heimat unsterblicher Wesen ist, ist wohl keine allzu bizarre Idee, von den unvergänglichen Sternengöttern der alten Ägyptern bis hin zum unsterblichen Lamm Gottes, das jedes Jahr zum Frühlingsäquinoktium als Sündenbock der Menschheit stirbt, um nach drei Tagen wieder aufzuerstehen.

Und irgendein seltsamer Mann hat einmal darauf hingewiesen, dass "glauben" ursprünglich nur bedeutete "etwas für lieb halten; gutheißen". Die heitere Nacht? Wer kann das nicht gut finden?

Ich weiß zwar nicht, ob Herr Wieland ein kleiner arroganter Pinsel war (weiß ich schon, aber interessiert hier nicht), aber anscheinend war er der Meinung, dass Mythopoeia nur etwas für Bauern ist. Jedenfalls geht das bereits angefangene Zitat folgendermaßen weiter: (Ob er sehr beliebt war bei den Glaubenden und Poeten seiner Zeit? Oder ist ihm gar nicht bewusst, was er über sich selbst aussagt?)

Aus dieser Quelle kommt es vermutlich, daß die Landleute, denen ihre Arbeiten keine Zeit lassen, die verworrenen Eindrücke, so die Natur auf sie macht, zu deutlicher Erkenntnis zu erhöhen, überhaupt aberglaubischer als andre Leute sind; daher die körperlichen Geister, womit sie die ganze Natur angefüllt sehen; daher die unsichtbare Jagden in den Wäldern, die Feen, die des Nachts auf den Fluren im Kreise tanzen, die freundlichen und die boshaften Kobolte, der Alp, der die Mädchen drückt, die Berg-Geister, die Wasser-Nixen, die Feuer-Männer, und wer weiß, wie viel andre Hirn-Gespenster, von denen sie so vieles zu erzählen wissen, und deren Würklichkeit bei ihnen so ausgemacht ist, daß man sie nicht leugnen kann, ohne in den Augen der meisten von ihrer Classe entweder albern oder gottlos zu scheinen.

Christoph Martin Wieland (1733–1813): "Der Sieg der Natur über die Schwärmerei, oder: Die Abenteuer des Don Sylvio von Rosalva"

Dienstag, 18. März 2014

Daily Blog

Entnervt warf ich die Tarotkarten an die Wand. Eigentlich hatte ich nur einen Tipp gebraucht, ob ich trotz Erkältung und Zipperlein zur Arbeit gehen soll, oder mich wie andere krank melden könnt'. Üppigkeit? Reichtum? Ich versteh' schon... wir machen es alle nur wegen dem Geld. Warum hatte ich eigentlich erwartet, dass ein paar Stück bunter Pappe sich besser auskennen? Andererseits, letzte Karte war heute (vielleicht auch Umwälzungen in der deutschen okkulten Welt widerspiegelnd) “Der Turm“... die in meinem Deck schlicht “Krieg“ heißt. Krieg? Ist es schon wieder soweit?

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Dienstag, 30. November 2010

Fanboy :. Nosferatu und die Okkultisten

Nosferatu... vielleicht einer der bemerkenswertesten deutschen Filme, der jemals gedreht wurde. und ich meine nicht die eigenwillige Neuverfilmung mit Loa Kinski, sondern das Original, dessen Hauptdarsteller vielleicht wirklich ein Vampir war. Oder sagen wir mal, hier waren die Grenzen zwischen Realitätsfilm und Filmrealität eher fließend.
In einem unlängst online gegangenen Artikel verweist Raymond Owen gutwillig, aber nicht unbedingt verlässlich über die Verquickung zwischen den Filmemachern und den okkulten Zirkeln der damaligen Zeit. Es ist wahr, aber noch viel interessanter.
Der Visionär, der in "Shadow of the Vampire" von dem großen Udo Kier dargestellt wurde, war zur gleichen Zeit auch als Magier und Prophet als Meister Pacitius bekannt, und neben dem Bühnendesign für Nosferatu malte und zeichnete er auch okkulte Diagramme, Porträts und weiteres, die mindestens ebenso eindrucksvoll und/oder beklemmend sind. Ansonsten: unbedingt einmal sein "Buch der Null-Stunde" lesen.
Eine deutsche Apokalypse! (Nein, wirklich.)