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Samstag, 18. Juli 2020

Werkstattbericht 2020-07-18



Herzliche Grüße von der Nordseeküste, aus den mythischen Gefilden von Zollern am Meer, wo der Sommer entspannt vorüberschlendert, und sich wieder mal nicht entscheiden kann, ob es die ganze Mühe wert ist. Und? Ist es das wirklich?



#PandemischeParallelwelten
"Jorge Luis Borges’ well-known quip on metaphysics being a branch of fantastic literature... requires that the converse be true – fantastic literature and science fiction are the pop metaphysics (or the “mythophysics”) of our time."
Ein Zitat der Woche, das ich vor längerer Zeit gestohlen habe, und jetzt noch einmal veröffentliche, nachdem ich die Quelle unkenntlich gemacht habe. Nur ein weiteres Symptom einer semiotischen Krankheit. Zuerst spürte ich Verärgerung ob Professor Tolkiens Krypto-Katholizismus, der seine ganze Welt durchzieht. Dann spürte ich essentiellen Ekel, als ich begriff, dass Lovecrafts Mono-Mythos weder kosmisch noch schrecklich ist, sondern nur die erbärmliche Projektion einer gleichzeitig lächerlichen und widerlichen Xenophobie.
  • Kann man den Autoren von seinem Werk trennen? (Und ich meine nicht, es ihm schreiend aus seinen Fingern reissen, um es unter anderem Namen zu veröffentlichen.)
  • Wieviel von der Seele des Autoren schwingt im geschriebenen Wort? Wieviel von seinen Vorlieben, seiner persönlichen Hygiene, seinen politischen Überzeugungen?
  • Was kann man noch verzeihen, was kann man noch lieben?
  • Ist "The Call of Cthulhu" wirklich "Weird Fiction" oder schwingt es auf einer Welle mit den "Protokollen der Weisen von Zion"?

Sonntag, 5. Juli 2020

Werkstattbericht 2020-07-05


Den Besten fehlt jede Überzeugung, während die Schlimmsten voller leidenschaftlicher Intensität sind!
Herzliche Grüße von der Nordseeküste, aus den mythischen Gefilden von Zollern am Meer,wo wie immer das Wetter hält, was es verspricht, und jedes Versprechen die Wette hält. Auch dies ist nur ein Rearrangement von Buchstaben, und davon verstehen wir hier im Internationalen Hauptquartier jede Menge. "God" rückwärts gelesen ist "Dog", und "Hund" seitwärts gelesen ist "Duhn", ein Adjektiv aus dem Plattdeutschen.

"Platt" in diesem Fall ist ein Synonym zu "Nieder" und Antonym zu "Hoch". (Sie sehen, auch hiervon verstehen wir jede Menge, aber wir wollen es nicht werten. Niemand will das werten, das haben wir schon früh von unseren lieben Brüdern aus der Reichshauptstadt gelernt.

Wir fassen zusammen: Der Plattdeutsche an sich steht im Gegensatz zum Hochdeutschen, und Niedersachsen könnte genauso gut auch "Plattsachsen" heissen, als direkter Nachbar unserer Cousins in den "Plattlanden". Der Niederdeutsche an sich ist manchmal duhn, und manchmal ein Friese.

Das Friesische jedoch ist eine Gruppe von drei Sprachen, die zum nordseegermanischen Zweig der westgermanischen Sprachen gehören. Wieder was dazugelernt.



Winnetou-a-Go-Go
Mit Ende Quartal 1 von 2020 habe ich eine Übersicht aller Projekte erstellt.
Momentan befinde ich mich mitten in Projekt Thunderstruck: Bis Ende des Monats, und am besten weit vorher, sollte ich ein Manuskript von 10.000 Wörtern in Englisch abgeben, sonst werden ein Haufen Leute sehr unglücklich werden, mich eingeschlossen.
Es ist eine Übung in Rajayoga. Und das erste Mal, dass ich über Charaktere schreibe, die ich nicht selbst erfunden habe. Wenn ich das schaffe, und bislang zweifle ich nicht, sollten auch andere Dinge kein Problem sein.



Old Surehand: Das Manifest
Die Offenbarung des Hl. Murtaugh: Ich bin zu alt für so einen Scheiß!
Seien wir ehrlich, ich bin jetzt 52. Auch wenn ich klinge wie ein dauerpubertierender 18jähriger, wird es langsam an der Zeit, zu überlegen, was ich die nächsten 52 Jahre mache, und will man da wirklich immer wieder die gleichen Fehler begehen? Ich habe jetzt allen Ernstes, wirklich, wirklich beschlossen, nur noch Sachen zu machen, die ich auch wirklich machen will. Nichts mehr, weil ich denke, ich muss; nichts mehr, weil ich denke, sonst macht es wieder keiner; nichts mehr aus irgendwelchen imaginierten oder tatsächlichen Verantwortlichkeiten.

Nicht mehr für lau, nix mehr für Ruhm und Ehre. Ich werde auch nichts mehr zu Ende schreiben, nur weil ich es mal angefangen hab'.

Stattdessen werde ich solche Sachen zweckentfremden oder gleich löschen.

Jeder Schuß ein Treffer.



Birthing the Antichrist
In einem Ordner X auf einem der Rechner, die im Keller des Internationalen Hauptquartiers vor sich hinträumen und die Algorithmen der multiversalen Magentaverschiebung zu berechnen versuchen, schlummern einhundert vergessene Essays und Meme.
Der Verstand der Harpyienkönigin.

 

Freitag, 12. Juni 2020

Werkstattbericht 2020-06-12



Herzliche Grüße von der Nordseeküste, aus den mythischen Gefilden von Zollern am Meer, gleich hinter Geilhausen und ganz kurz vor Wilhelmshaven. Bitte jetzt auf die Bremse treten, sonst landet ihr im Meer. Ich habe es schon lange aufgegeben, über das Wetter und andere Dinge nachzudenken, die inzwischen nicht mehr berechenbar sind und der Logik eines Paralleluniversums unterliegen. Wenden wir uns anderen Dingen zu, bei denen uns kein anderer in die Suppe spucken kann.



#R.I.P.Department

Anscheinend ist noch einer der "Helden" meiner Jugend gestorben, der Autor so legendärer Comics wie "GreenLantern/Green Arrow", "The Shadow" und der Neuausgabe von "The Question" (damals die am besten geschriebene Serie... "ZEN oder die Kunst, ein Superheld zu sein"...). Ladies und Gentlemen, Mr. Dennis O'Neil...



#mediaporn

Eigentlich wollte ich mal so nebenbei das Layout und die inhaltliche Organisation dieses und der anderen Blogs modernisieren, damit es ein bisschen übersichtlicher und leichter wird. Leider scheint zeitgleich Blogger seiner Useroberfläche dem GoogleStandard angepasst zu haben, und ehrlich gesagt habe ich wenig Lust, mich jetzt erstmal in die Gebrauchsanweisung zu versenken, damit ich die Funktionen finde, die früher einfach und übersichtlich an einem Ort versammeln waren.
Nur noch Icons, und sogar einige, die ich noch nie gesehen habe.
Sieht ja nett aus, aber...
Aber "nett" heisst soviel wie "leckmich" in Schöndeutsch.

P.S. Hat sich eigentlich schon mal jemand gewundert, wenn das Icon für "Speichern" eine Floppy Disk ist? Ist das nicht irgendwie paradox?



#superweird #zitatderwoche
"Lha" bedeutet auf tibetisch "überlegener Körper" oder "Energiekörper". Nach den Konzepten der tibetischen Medizin und Astrologie befindet sich zwischen dem physischen Körper und dem Geist der Lha-Körper, der sich wie eine Körperkopie, ein Schatten oder eine Reflexion des physischen Körpers entwickelt. Daher wird es subtiler oder Energiekörper genannt. Es kann mit bloßem Auge kaum gesehen werden.

#heraldiksoftcore #cirksenapress

Freitag, 22. Mai 2020

Werkstattbericht 2020-05-21



Herzliche Grüße von der Nordseeküste, aus den mythischen Gefilden von Zollern am Meer, in strahlendem Sonnenschein und strahlender Laune. Es sind jetzt fast drei Wochen her seit dem Tag der Arbeit und somit dem Tag, an dem wir hier unser alltägliches Geschäft wieder aufgenommen haben. Lohnt sich nicht für einen Newsletter, reicht aber für einen Blogeintrag. Versprochen, sobald ich die ganzen Preise abgesahnt habe und wieder vom Schreiben alleine leben kann, mache ich auch einen coolen Newsletter wie Warren Ellis, damit wenigstens einmal pro Woche was Spannendes in der InBox landet.


Datencheck:
Momentan in der Bearbeitung (Dinge, die aktuell ganz oben auf dem Stapel liegen, die anderen sachen ignorieren wir bis zum nächsten Check)
  1. Projekt ROADHOUSE - Rock'n'Roll Novelle, basierend auf Cut-Ups, der Biographie von Jim Morrison und den Werken von J.G.Ballard, vor allem The Atrocity Exhibition.
  2. Projekt ZAUBERFLÖTE - SF-Stück, basierend auf Cut-Ups wie HIER
  3. Projekt THUNDERSTRUCK - Wahrscheinlich das haarsträubenste Projekt, das ich trotz wieder besseres Wissen angenommen habe - eine Novelle in englischer Sprache für einen amerikanischen Kleinverlag, den ich sehr schätze. Über einen halbvergessenen Pulphelden der 40er Jahre! Fanboy Madness! (Ich bin mir nicht sicher, ob ich momentan schon etwas darüber erzählen darf, aber wenn, dann. Momentan bin ich vor allem noch dabei, gründlichst alle Aspekte der Figur zu recherchieren, damit er unverkennbar bleibt. Woof!)
Realitätscheck:
Eine Woche sind vergangen, hier bei uns sind immer noch keine marsianischen Tripods oder andere Anzeichen der Neuen Weltordnung zu sehen. Enttäuschend. Wieder Beschiss, so wie die letzten elf Mal.
Moment... elf? 11? Elf zu Elf? Fabelwesenficken?
Oder sind es schon wieder die Smegma-Sammler vom Sirius?

Wie gesagt, es ist ein strahlend schöner Tag.
Am besten einfach wieder hinlegen...



Samstag, 2. Mai 2020

Werkstattbericht 2020-05-01



Herzliche Grüße von der Nordseeküste, aus den mythischen Gefilden von Zollern am Meer, wo wir gerade eben den Tag der Arbeit so richtig zünftig gefeiert haben.Nein, war nur Spaß. Tatsächlich hat es ein wenig gehagelt, deswegen sind wohl alle zu Hause geblieben und haben wahrscheinlich in manchen Fällen sogar gearbeitet. Ich fürchte, es ist etwas still geworden im Äther, und wirklich Interessantes scheint es auch kaum noch zu geben. Früher... ja, früher... da war Bloggen eine richtige Kultsache, heutzutage sehen wir atemlos den verwackelten Handyvideos von Leuten beim Toastessen zu.

Helden des Alltags, Helden der Arbeit. Und da es nichts Langweiligeres gibt, als Leuten zuzusehen, die noch dümmer als man selber ist, oder es vielleicht sogar solchen Leuten nachzumachen, habe ich - weil ich inzwischen weise und erwachsen bin (*kicher*) - in letzter Zeit die Klappe gehalten. Bringt ja doch nichts. 2020 sollte ein großes Jahr werden, und nun...

Und mit dem unheimlichen Timing, die man mir in meinem Illuminaten-Basistraining beigebracht hat, hatte ich das Jahr schon sinnvoll verplant, bevor der böse Coronamann aus China kam und Pustelblumen säte. Erstaunlicherweise habe ich in den ersten drei Monaten des Jahres alle Projekte und Manuskripte noch einmal angeschaut und Präferenzen gesetzt, und dann alles mit einem Seidenband zusammengeschnürt und beschlossen, beginnend mit dem 01.04.2020 vorerst keine neuen Sachen anzufangen, sondern brutalstmöglich die vorliegenden Fälle zu bearbeiten.

Da hängt jetzt eine fette weiße Tafel am Bücherregal, die bunten Zettelchen an der Pinnwand habe ich als erstes entsorgt. Feste Regeln, feste Zeiten, erstaunlich, was man da alles schafft. Und nicht Neues mehr, Brüder und Schwestern, erstmal das Fundament reparieren. (Soviel auch zu den Anfragen wegen neuer Publikationen von Nemed House und Mirkruna Press.

Ich bin da ganz hart...

...ja, und momentan arbeite ich für einen englischsprachigen Verlag an einer Novelle über einen Public Domain Charakter, weil mich auf Facebook ein Bekannter angesprochen hat. Und ich blogge wieder. Wahrscheinlich kommen auch noch andere alte Sachen wieder zum Vorschein.

Sag mal, wie war das eigentlich Amadeus und seiner Flußwelt..?

Dienstag, 26. Dezember 2017

Shortcuts 2017-12-25


Es ist wieder an der Zeit, ein paar Seiten aus dem Notizbuch zu reissen, oder darüber nachzudenken, ob es sich lohnt, sie ins nächste Jahr mitzunehmen... [Und Werbung... ein Haufen Werbung. Aber es ist schon nach Weihnachten, also ist es okay...]



Von mehreren Titeln mit den Hits (und Fehlschüssen) der letzten 35 Jahre "Spekulative Fiktion" (ist sie das nicht immer), ist inzwischen "Verlorene Welten" veröffentlicht, aber bislang noch nicht in den internationalen Buchhandel gelangt; dies wahrscheinlich dann wenn die anderen Titel gedruckt wurden.
Insgesamt eine schicke kleine Sammlung von ungewöhnlichen und merkwürdigen Geschichten - alte Bekannte, vergessene Freunde und Auson Mazant, der Ewige Held. Ein bischen Nostalgie für Terra Fantasy. Und ein neuer Besuch in Pegana. Denn: Pegana ist die Beste.

Verlorene Welten

Sonntag, 26. November 2017

Werkstattbericht 2017-11-26



Hallo von der Nordwestküste des Jadebusens.
Normalerweise grüße ich aus Zollern am Meer, aber das ist leider nur ein mythisches Gefilde; ein Name, der nie verwendet wurde... man könnte auch sagen, eine Idee, die sich nicht durchgesetzt hat.
Zollern am Meer ist nie entstanden, es ist ein Ort, den es nur in einem besser geschriebenen Paralleluniversum als diesem gibt, eine halbmythische Stadt wie Tanelorn, Lankhmar oder Brigadoon. Die graue Realität sieht anders aus, eine dieser typischen norddeutschen Hafenstädte, irgendwie grau, irgendwie schmuddelig, kein übler Ort, aber die Sonne scheint manchmal nur in der Nacht.
Immerhin, Jadebusen klingt ja ganz interessant. Meine Freunde aus dem Reich der Mitte versichern mir, dass "Jade" immer etwas Erhabenes und Wertvolles ist. Konfuzius hat da ein paar schöne Worte für gefunden. Ein "Jadebusen" ist also ein besonders erhabener oder schön geformter Busen.
Das ist doch schon mal was.

Donnerstag, 7. September 2017

Werkstattbericht 2017-09-07



Wie aus gut unterrichteten Quellen zu hören ist, ist inzwischen "Digital Burnout" ein großes Thema, und am meisten brennen die Menschen momentan die sozialen Medien durch. Also, warum nicht wieder bloggen, oder ganz steinzeitlich, ein Egozine raushauen? Ist es nicht großartig, im 21. Jahrhundert zu leben? Wir können die komplizierteste Technik aller Zeiten nutzen, aber wir können es auch sein lassen. Freiheit!
Und ja, ich habe auch keine Lust, Alibipostings zu veröffentlichen. Warum nicht mal ein nichtssagendes, aber interessantes Photo*?

* Immer Photo, immer Phantasie. Es sieht einfach besser aus**. Geheimnisvoll. Romantisch.
** Ich bleibe dabei, ein versales "ß" ist einfach nur eine dumme Idee.

Mittwoch, 16. August 2017

Werkstattbericht 2017-07/08-19


Herzliche Grüße von der Nordseeküste, aus den mythischen Gefilden von Zollern am Meer, aus den letzten Tagen des Sommers, oder wie man hier sagt 'dem irgendwie herbstlichen Schmuddeltagen'. Die vielen interessanten Dinge der letzten Wochen haben meinen Aufenthalt in den weiten Welten des weltweiten Webs etwas kurzgehalten, und ich bin froh, dass ich niemandem wie Warren Ellis einen regelmäßigen Newsletter versprochen habe. Die enttäuschten großen Augen all der Milliarden von Lesern hätte ich nicht ertragen. Andererseits, leider bin ich auch nicht Warren Ellis, es sei denn, ich schaffe es doch noch eine Zeitmaschine zu bauen und ihn zu ersetzen, bevor er bekannt wird. Dann müsste ich allerdings auch trotz Grippe oder Alkoholvergiftzungen, oder womit er sich auch immer sonst die Zeit vertreibt, jede Woche einen wohlformulierten Newsletter zusammenschustern, der irgendwie Sinn macht. Welch ein Glück. Da bin ich freier. Dies hier muss keinen Sinn machen. Nur irgendwie amüsant.



Thema der Woche
Alte Bücher, alte Texte, Diebstahl oder Rettung aus der Anonymität der Public Domain?
"EDITION RETRODOMAIN" läuft langsam an, aber ich werde hier darauf nicht rumreiten. Ein kleines, unschuldiges Seitenprojekt, mit dem ich vor Jahren angefangen habe und das dieses Jahr seine Früchte tragen wird.
Andere Autoren habe ich dafür nicht begeistern kennen. (Vielleicht wissen sie mehr als ich? Näääh...)
Außer Peter Stohl.
Peter Stohl ist ein besserer Mensch als ich. Und fleißiger.
Wenn die Retrodomaine wenigstens dafür sorgt, dass mehr Texte von ihm veröffentlicht werden, hat es sich schon gelohnt.



Zitate der Woche
"Und wie in der materiellen, so auch in der geistigen Produktion. Die geistigen Erzeugnisse der einzelnen Nationen werden Gemeingut. Die nationale Einseitigkeit und Beschränktheit wird mehr und mehr unmöglich, und aus den vielen nationalen und lokalen Literaturen bildet sich eine Weltliteratur.“ (Karl Marx und Friedrich Engels, "Manifest der Kommunistischen Partei")

"Stephen Oppenheimer in The Origins of the British shows evidence that there was no genocide of ancient Britons by either Celtic or Anglo-Saxon incomers. Genetic sampling shows that 75-95 per cent of the pre-1950 population came from neolithic Iberians who walked here after the last glaciation receded and we were joined to the continent. We are, most of us, descendants of the elves and witches. When you see a photo of a drunken, tattooed yob vomiting in the gutters of San Antonio, watched by a spaced-out chick in a weird hat capering about with a spliff in one hand and bottle of sangria in the other, it’s not decadence, merely modern British elf and witch doing their midsummer solstice thing." (Robert Carver, "Magic mushrooms and the roots of witchcraft")

"Besonders der Charakter des Pierrot, der in den Darbietungen der commedia weniger als aktiv Handelnder denn als vom Geschehen isolierter, gewitzter Kommentator agierte, avancierte dabei zu einer Identifikationsfigur für die Künstler der Boheme. Verträumt und sensibel, minunter auch mit makabren Zügen, erschien Pierror als Innbegriff des modernen Lebensgefühles und blieb zugleich ein sozialer Außenseiter." (Barbara Martin, "Zwischen Verklärung und Verführung: Die Frau in der französischen Plakatkunst des späten 19. Jahrhunderts")



Irgendwo im Datenspeicher:

yanacu huema nahibita cume chipaliqe oquoye iribobi?


Ein Zitat aus einer inzwischen vergessenen amerikanischen Sprache, das ich unheimlich witzig fand, obwohl ich danach eigentlich nur gesucht habe, um Hintergrunddetails für eine  Kurzgeschichte um Randolph Carters okkulten Mentor Harley Warren zu sammeln. Abgesehen, dass kein Mensch weiß, wie man es ausspricht, sollte man es auch nicht. Obwohl es sich bei manchen Situationen anbieten würde.


Soundtreck bei Nacht

Sonntag, 26. Februar 2017

Werkstattbericht 2017-02-26



"Jorge Luis Borges’ well-known quip on metaphysics being a branch of fantastic literature... requires that the converse be true – fantastic literature and science fiction are the pop metaphysics (or the “mythophysics”) of our time."
Zitat der Woche, elegant gestohlen aus dem letzten Newsletter von Warren Ellis. Die einzige Post, die mich momentan aufheitert.
Sie wird von meinem Mailprogramm als "potentiell gefährlich" eingestuft. Ich hoffe es...
Die Flut an Bestellbestätigungen für potenzsteigernde Mittel, Fernfriseure und Kreditkarten mit auffälligen Namen hält mein Mailprogramm hingegen für normal.
Was sagt uns das über den Zustand unserer Welt?
Vielleicht mal wieder an der Zeit, eine andere Parallele auszuprobieren.
Der nächste Stapel mythophysischer Literatur liegt schon griffbereit.



Momentan auf meinem Schreibtisch:

Gerade gelesen:
Kim Newman: Anno Dracula 1899 and other Stories
Simon R. Green: Live and Let Drood
Brian Lumley: The Taint and other Novellas
Michael Moorcock: Entropie-Tango

Nochmal gelesen:
Michael Moorcock: Das Cornelius-Rezept
Philip José Farmer: Das echte Log von Phileas Fogg

(Für die dreihundert Kindle-eBooks und Comics, die ich täglich verbrauche, muss ich mir wohl noch mal was anderes einfallen lassen...)



Momentan auf dem Arbeitsspeicher:

"Liebeszauber und Zauberliebe", umfangreiches Manuskript auf der Basis eines Sachbuches von 1910, irgendwann zwischen 2010 und gestern Abend ergänzt und kommentiert.
"Zarathustra im Fegefeuer", die lang angedrohte Buchversion der besten (und verrücktesten) Artikel des wundervollen Printmagazins "Schwert & Stab"

Und dann noch drei Sachen, die ich in der Öffentlichkeit nicht auszusprechen wage. Also kriegen sie coole Codenamen.

Projekt Leamington:  Ausgabe #2 hat bis zum 1.März Abgabeschluss und wird zum Frühlingsäquinoktium veröffentlicht.
Projekt Reiherberg: Ausgabe #1 ist weitesgehend vorbereitet, ein Veröffentlichungstermin steht aber noch nicht fest.
Projekt Mayfair: Das nächste große Ding, wirklich, und wunderbar entspannt angelegt, so dass alle Recherchen und Planungen unaufdringlich im Hintergrund laufen.



Halten wir den Werkstattbericht auch diesmal kurz.
Solange ich sowas nicht regelmäßig als Newsletter verschicke, mit einem schnieken Namen, am besten noch mit einem gajolen Logo, bin ich erst mal froh, überhaupt etwas in der Werkstatt zu finden, was im virtuellen Raum gut und wichtig aussieht.

Nachtmusick:
"RADIO SCHIZO kommen fast aus dem Nichts (Berlin)" (musicreviews.de)
Ich habe Berlin schon immer so empfunden.

Freitag, 3. Juni 2016

Werkstattbericht 2016-06-03




Herzliche Grüße von der Nordseeküste, aus den mythischen Gefilden von Zollern am Meer, wo das Wetter innerhalb von wenigen Tagen (oder Stunden) immer wieder neue interessante Einblicke in den Klimawandel offenbart. Zu meinem Geburtstag hat es noch geschneit, momentan stehen große Teile des Niederrheins unter Wasser und schwimmen davon, während man in meinem Studio am besten nur Bermudashorts tragen sollte, und man sich überlegen könnte, ob man sich einen eigenen Sandstrand für später in der Nacht zulegen sollte. Der Friese an sich bevorzugt herbes Bier, aber von der Stimmung her sieht es momentan eher aus nach bunten Getränken mit merkwürdigen Schirmchen.
Ah, Tempus fugit!
(Nehmen wir das als Wort des Tages. Ein Five-Letter-Word, das man mal so zwischen durch mit Verve und Ironie einwerfen kann, Dude...)



Sinnloses Trivia des Tages:
Habe heute morgen zum Wachwerden eine Binderune entworfen und aus ihr das (erste) Runen-Vévè gemacht.
Demnächst auf diesem Kanal: Anglo-friesisches Runen-Voodoo!
Nimm das, Flowers!



Revolution!
Zitat des Tages.
"Our computers rock harder than yours."

So wie sich das Wetter wandelt und die Zeit verfliegt, verfliegen auch die Termine und sind voller Wandel und Schrecken. Ende April saß ich noch mit einem eiskalten Caipirinha in der Küche und tat so, als ob ich mit der besten Gastautorin aller Zeiten eine Nemed House-Redaktionssitzung zelebriere, und kurz danach habe ich schon das volle Manuskript auf dem Tisch. Die Flasche Caipirinha ist immer noch halbvoll, das werde ich wohl erst heute ändern.
Wie Warren Ellis bin ich inzwischen dazu übergegangen, allen Projekten Codenamen zuzuordnen, wie beim Militär oder Geheimdienst, vor allem auch, weil man sich selbst ja auch mal überraschen will, aus welcher dunklen Gasse das nächste Meisterwerk herausspaziert.



Momentan auf meinem Schreibtisch:
Außer den anderen verdächtigen... (ich muss mal meine Karteikärtchen sortieren...)
Projekt "Belle du jour" - eine Anthologie, die wir vor einiger Zeit einfach mal so als eBook raushauen wollten, das aber langsam anfängt, nach immer mehr Gehirn und Umfang zu stöhnen, so wie ein Zombie in einer Modelshow. - momentan in Redaktion.
Projekt "Jungfrauenadler" - was ganz bizarres, das aber in unglaublich kurzer Zeit die Vorbereitungszeit hinter sich gelassen hat und bereits die Flügel spreizt.

(Ehrlich gesagt klingt dies alles vage bedrohlich und bedrohlich vage. Ob solche konspirativen Ankündigungen von echten Terroristen auch zusammengetippt werden...?  Der Fachmann wundert sich...)

Projekt "Lahmfinger" - ist genau das, nach was es aussieht. Der stete Kampf des Künstlers gegen den Perfektionismus. Logophobie, Hebephrenie, die neueste Single von Black Sabbath. Manchmal haste echt lahme Finger. Du solltest den Rest der halben Flasche Caipirinha schlörfen.
Ja, Meister.
Arullu wartet, und die malvenfarbene Zone.



Soundtreck des Tages:
Sun God: "Erzulie" (wegen dem hervorragenden Refrain an Yemaya).
Kein Link, kein Video - kaufen, ihr Nasen.

Majik! Majik!






Freitag, 1. April 2016

Werkstattbericht 2016-04-01



Herzliche Grüße von der Nordseeküste, aus den mythischen Gefilden von Zollern am Meer, wo die Geister alter friesischer Häuptlinge und Grafen hinter den roten Backsteinbauten hervorlugen oder in den Fetzen des Frühnebels aus den Gräben steigen. Eine erste kurze Nachricht aus dem frisch eingerichteten Atelier. Die Luft ist besser geworden, ebenso die Infrastruktur. Wir haben jetzt inzwischen sogar warmes Wasser, und einen Geschirrspüler, der in einem durchläuft.
Eine kurze Epoche des Ab- und Aufbauens, des Abschlusses; das eine gewinnt man, das andere verliert man.
Ich beginne jetzt eine latente Umstrukturierung der Arbeits- und Verarbeitungsprozesse, mal sehen ob wir auf das Niveau vergangener Jahre wieder zurückkehren können.



"Inhaber von Kreditkarten russischer Kreditinstitute werden gebeten, die Gültigkeit Ihrer Karte im Ausland sicherzustellen. Ist dies nicht der Fall, ist eine andere Kreditkarte zur Zahlung vorzulegen."
Fand ich unheimlich lustig beim Mieten eines Umzugwagens. Der eine oder andere Kollege wird da sicherlich auch herzlich lachen.



Sinnlose Trivia des Tages:
"Ra's al Ghul", der moderne Fu Manchu-Ersatz, der einzig wirklich interessante Gegner Batmans, der nicht im Goldenen Zeitalter der Comics ersonnen wurde - das orientalische Genie (aber nicht allzu oriental, um niemanden zu beleidigen); das "Haupt des Dämons", der im ersten Nolan-Film von Liam Neeson und in der gelungenen Ersatz-Batman-TV-Serie "Arrow" von wechselnden Personen verkörpert wurde, ist tatsächlich der vollständige arabische Name des "Teufelssternes" Algol.
Soviel ist einfach herauszufinden, steht überall.
Algol ist ein veränderlicher Doppelstern im Sternbild Perseus. Perseus, der Batman Superheld der Antike ist vor allem bekannt für sein fliegendes Pferd Pegasus, und dass er die Gorgone Medusa enthauptete. Auf antiken Sternkarten stellt Algol diesen alles versteinernden Kopf dar. Das Haupt des Dämons = das Haupt der Medusa.
Das wäre doch mal ein Thema für den Smalltalk auf der nächsten Dinnerparty...



Das wäre heute erst einmal eine eher kurze Wortmeldung, ohne tiefen Einblick, aber das muss auch mal sein.
Ich muss mich hier an der Tastatur erst wieder einleben und die Prozesse optimieren, was wie immer vor allem heißt, den Strom der Gedanken und Assoziationen nicht aufzustauen, sondern vor sich hin plätschern zu lassen.
Irgendwie füllen sich die Staubecken. Mal sehen, ob die Deiche halten.

Sonntag, 4. Oktober 2015

Werkstattbericht 2015-10-04



Früher hat irgendein apostater Wanderbischof mich einmal "die Maschine" genannt, wegen des schnellen und verlässlichen Ausstoßes von Texten - eine noch charmante Umschreibung für jemanden, der Zeilenhonorar bekommt und um jedes Wort bis aufs Blut feilschen würde. Ganesha sei Dank bin ich inzwischen auf so etwas nicht mehr angewiesen, sondern bin in ein Alter gekommen, in dem ich mir aussuchen kann, was ich wann schreibe, und vor allem auch, was ich mache, wenn ich eigentlich gar keine Zeit für irgendetwas habe. Die hohe Kunst der Prokrastination, oder: Dinge, die man mal zwischendurch machen kann, um sich die Zeit zu vertreiben, oder um ein bisschen Spaß zu haben.

Anfang letzten Monates hatte ich beim Prokrastinieren eine Mappe mit alten Landkarten halbvergessener Fantasywelten gefunden. Einige von ihnen sind inzwischen so ausgeblichen, dass ich an einem Nachmittag den Scanner anwarf, um sie dem Vergessen zu entreißen. Nicht schön, aber selten, könnte man sagen. Das Bildmaterial zu reparieren half mir über einen anderen verregneten Nachmittag. Eine nette Ablenkung, um den Kopf für andere Sachen frei zu bekommen.

Und weil ich gerade dabei war, habe ich auch noch das vorliegende Textmaterial gesichtet, betrübt den Kopf geschüttelt und von 300 Seiten Text nochmal 10 gerettet - die allerersten zwei Geschichten, die ich auf dieser halbvergessenen Welt angesiedelt habe. Das waren simple, lineare, schnellgeschriebene Abenteuergeschichten um einen Conan-Klon (mit Elefantenkopf), alles später geschriebene war versunken in einem experimentellen, dekadenten Schreibstil, der selbst für mich kaum noch lesbar ist. Die Welt der Tiermenschen, beschrieben in einem Stil, der ebenfalls tierisch ist... tierisch schlecht.

Eine der Geschichten habe ich weggelegt, was genau da geschieht, ist mir selbst noch unklar.

Aber derweil ich den ganzen alten Kram ablegte in einen der hinteren Ordner meines Archives geschah etwas Eigenartiges. Ich war milde fasziniert von dieser vergessenen Welt, und fand den Helden, wie er in seinem allerersten Abenteuer auftrat, irgendwie sympathisch. Nicht besonders helle, vielleicht etwas gewalttätig, aber irgendwie liebenswert. Wäre ich mal bei dieser Version geblieben, dachte ich mir, und derweil ich den Haushalt im Gang hielt oder mit dem Hund spazieren ging, dachte ich darüber nach, wie sich das alles entwickelt hätte, wenn ich diesen Charakter so weiterentwickelt hätte.

Warum nicht? Die Landkarten habe ich auch gerettet, mit allen Warzen.

Ein paar Plots und Hintergrundinfos habe ich auch schon abgelegt und ein echt scharfes Logo für den guten Mann entwickelt. Den Ordner lege ich jetzt mal ganz vorsichtig weiter nach hinten, keine Ahnung, wann und ob ich da mal weitermache. Aber ich könnte, ohne mich schlecht zu fühlen.

So simple, lineare, schnellgeschriebene Stories haben ja auch was für sich.
Alles in allem, keine schlechte Ausbeute für einen Monat Herumgammeln an der Tastatur.

Mittwoch, 17. Juni 2015

Fanboy :: Cross Over Troubled Water

Stellt euch mal vor...
Superman kämpft gegen die Aliens... oder Tarzan gegen die Predator - im Inneren der Erde!
Innerhalb einer fiktiven Kontinuität (Universum) ist die Begegnung, Konflikt oder das Team-Up zwischen ganz unterschiedlichen Charakteren ja nichts Außergewöhnliches, die Hälfte aller Teams sind so entstanden. Aber außerhalb der vagen Grenzen einer Kontinuität? Figuren aus ganz unterschiedlichen Universen? Das wäre doch mal was. Und aus den dünnen Fäden kleinerer Kontinuitäten fügt sich ungesehen ein Multiversum an Möglichkeiten zusammen...
Es ist auch eine angemessene Art der Homage, die weiteren Abenteuer von Captain Nemo... oder Professor Challenger zu beschreiben, dies sind ehrwürdige Figuren, die noch nicht so verpoppt und vulgarisiert worden sind wie es dem mächtigen Cthulhu oder dem großen Detektiv (Holmes oder Batman) geschehen ist.
Der aufmerksame Leser hat sicherlich in der einen oder anderen Geschichte von mir einen Hinweis oder ein Cameo auf andere Figuren aus der reichhaltigen Bibliothek der Gemeinfreien entdeckt, oder auch nicht. ich habe die meisten selbst schon vergessen. In "Nacht im Drachenhaus" wurde Robert E. Howards okkulter Detektiv John Kirowan erwähnt, und en passant (ohne Namensnennung) Charlie Chan. (Echt!) Aber niemand hat so viele Erwähnungen wie Aristide Allard, der Absinth-Detektiv. Es ist ein Spiel, oder auch nur einer dieser unsäglichen Insiderwitze, mit denen Fanboys sich die Zeit vertreiben, damit es ihnen nicht zu langweilig wird.
Warum ich das erwähne?
Ich weiß auch nicht. Zur Prokrastinationen wandere ich gerne über die Seiten des Crossover Universums, oder blättere in Werken der Wold Newton Chroniken. Die originale Liga der Außergewöhnlichen Gentleman hat einen Ehrenplatz in meiner visuellen Bibliothek... und momentan entstehen dauernd Textfragmente, die ganz unterschiedliche Kontinuitäten zu verbinden suchen. Oder auch nur die bestehenden Verbindungen bestätigen.

Funfakt#1: Der "Götter-Esser" aus den Kurzgeschichten von Simple Simon (in REDMASK veröffentlicht) entstammt der gleichen Zeitlinie wie die Sterbende Erde (Arullu).
Funfakt#2: Die Punks, die in "Das Haus im Walde" den Erzähler vor dem außer-kosmischen Schrecken erretten, der ihn zu verschlingen sucht, sind niemand anderes als Karl Edwyn Rothner, Mark Leandrowsky und ihre Gang.

Sonntag, 10. Mai 2015

Shortcuts 2015-05-10

"Die soll unablässig ein Ungeheuer bekämpfen, das alles verschlingen will, was an ihr erhaben ist: Die Gewohnheit."
Balzac*



"Warum winseln Sie so, Herr Gruner", fragt der freundliche Nervenarzt von Gegenüber, als ich im Schweiße meines Angesichts durch den Pseudosommer wandere. Der Hund an meiner Seite bleckt schon mal die Zähne - man kann ja nie wissen.
"Winseln? Wer winselt?"
"Na Sie doch... wegen der Netzwerkkonnektivität...", lacht mein Gegenüber, als handle es sich um eine Geisteskrankheit, derweil er schon mal vorsichtig auf den nächsten Baum klettert. "Und sollten Sie als besonders Eingeweihter nicht über solchen alltäglichen Sorgen stehen... diesen... diesen..."
"Erste-Welt-Problemen? Pff", sage ich und lass den Hund los.
"Das ist mir doch Wurst - das läuft nebenher. Aber wer hat schon Lust, länger auf eine Verbindung zu warten, als die tatsächlich zu nutzen - und überhaupt, wer keine Familie hat, kann da nicht mitreden. Je jünger man ist, desto größer wird der Leidensdruck, wenn die Technik nicht funktioniert. ich bin schon wieder ein Jahr älter geworden, da gibt man sich auch mit der Technik der Steinzeit zufrieden."
"Sie werden alt", höhnt er, auf der Rinde hockend wie ein perverser Specht. "Die ham Ihnen voll den Schneid abgekauft. Wo ist der wilde, verrückte Künstler hin, den ich kenne? Abgetaucht in die Monotonie des Spätkapitalismus?"
"Genau", sage ich. "Und jetzt komm mal runter da, ich hab' da noch etwas in der Tasche, das gerne einmal Bekanntschaft mit Deiner Nasenspitze machen möchte..."
"Koks?"
"Äh..."
"Speed?"
"Nein, aber Nasenbluten ist durchaus drin...", sage ich und nehme die Hände aus den Hosentaschen.
Der Hund schaut betreten zur Seite. Viel zu einfach...



Abteilung: Früher war alles besser.

Beim alljährlichen oder halbjährlichen Aufräumen meiner inneren und äußeren Tresore bin ich mal wieder über meine alte (sehr alte), aber liebgewordene Sammlung der vom Verlag Erich Pabel (in Rastatt) beginnend 1974 veröffentlichten Taschenbuchreihe TERRA FANTASY gestolpert.

Sonntag, 28. Dezember 2014

30 Jahre SF :: Erntezeit



Cadillacs preschen durch die Nacht
tote Präsidenten hinter Panzerglas
Heilige Kommunion der einschlagenden Kugel
Der Finger am Abzug liebkost die trauernde Witwe.


Es ist zu einem schönen Ritual geworden, in den letzten Wochen, in den letzten Monaten, in den Schatztruhen der Erinnerung und den verstaubten Aktenordnern der letzten 30 Jahre zu wühlen. Dennoch, ist Nostalgie nicht ein widerliches Gefühl? Wer will schon in der Vergangenheit leben? Ich habe mich stattdessen inspirieren lassen von dem alten Kram für den neuen Kram, und Vorbereitungen getroffen für die Zukunft. Der Finger am Abzug... und so weiter. Eine starke Zeile, aus dem modernen Bestseller "Die Elektrische Kreuzigung", von dem eine Neuausgabe mit erweitertem Inhalt ebenfalls neben mir liegt. Und dann gibt es noch andere Monstrositäten aus 30 Jahren, die ersatzlos gelöscht werden müssen oder durch die Hand des Künstlers Harlekin in eine neue Gestalt verwandelt werden müssen. Die Methode ist Wissenschaft, oder Magie, ganz wie man will, das Ziel bleibt das gleiche: Kunst (oder Religion, was auf irgendeiner Ebene sicherlich das Gleiche ist. Oder zumindest das Selbe. Soviel zur Genauigkeit der deutschen Sprache.)

Wenn man an irgendeine magische Theorie der Kunst glaubt, dann ist alle Kunst wahr, weil sie Ausdruck des inneren Lebens ist, oder auch andersherum. Der Künstler erschafft nicht nur (s)eine Welt neu, sondern auch sich selbst. Was sagt das dann über denjenigen aus, der in seinem Leben und seinen Träumen in vergessenen oder unmöglichen Welten wie Lemuria und Arullu herumwandert?

Halt... das ist natürlich eine rhetorische Frage. Ich weiß es natürlich. Sprache (oder Ideen) sind ein Virus, gegen das es kein Gegenmittel gibt. Man kann sich nicht un-erinnern, nur verdrängen, und selbst dies wandert irgendwann vom persönlich in das kollektive Unbewußte, diesen gewaltigen dunklen Ozean, aus dem jederzeit ein Tentakel vorsichtig tastend nach einem weiteren neugierigen, wartenden oder vorwitzigen Geist greifen kann.

Da haste die Idee. Sie ist nicht tot, sondern ruht sich höchstens ein bischen aus... bis sie die Götter und selbst den Tod vor sich erbeben lässt...

Kommen wir nun zu etwas völlig anderem ---

Momentan auf dem Schreibtisch:
Neben allem anderen, Fantasyabentuer von jemandem, dessen Namen ich noch immer nicht aus dem Indogermanischen rekonstruieren konnte, ein so genannter Richter, der von einem weisen alten Lehrer namens Judas (aus Karioth) im Kampf der Kräfte von Chaos und Ordnung gelitet wird... und der Königin der Scheiben. Klingt knuffig, mal sehen was daraus wird.
Und dann natürlich immer noch die letzte und die letzten Arullugeschichten... irgendwann muss ja mal Schluss sein...
Abgabeschluss für ein paar Übersetzungen sowie Lektorat von einigem anderen nicht minder interessantem Zeug...
Die Singlereihe von Nemed House, bereits vor alnger Zeit angedroht und immer mehr anschwellend...


Und das Gute an allem ist, all dies spielt sich in einem Universum nebenan ab. Cadillacs preschen durch die Nacht, ein Riß im Himmel... und seine rote Flamme sei gleich einem Schwert in meiner Hand, deine Ordnung voranzutreiben. Sie wissen schon.

Montag, 22. September 2014

works-in-progress

Und wieder ein Blick in die Mappe mit den Materialien für #30Jahre Arullu...
"Die Geheimnisse von Gnydron"... es fing so unschuldig an mit einem Zitat von Clark Ashton Smith...
"Gnydron, a continent of the far future, in the South Atlantic, which is more subject to incursions of "outsideness" than any former terrene realm; and more liable to the visitation of beings from galaxies not yet visible; also, to shifting admixtures and interchanges with other dimensions or planes of entity."
In einem Brief von 1931 an Lovecraft klarifiziert der Barde, was es damit auf sich hat:
"...the far-future continent called Gnydron by some and Zothique by others..."
Die Geheimnisse von Gnydron... die Zothische Zone... das Ende der menschlichen Geschichte... wie dunkler, schwerer Wein perlt es träge herab in das Verständnis... und klristalliseren sich stattdessen zu einer synthetischer Studie der Entropie, wie sie eigentlich eher Michael Moorcock schreiben würde. Zu viele gespenster in diesem Haus... dabei würde ich eigentlich viel lieber mal dem anderen Vorbild für die Sterbende Erde, Jack Vance, ein Denkmal setzen... So etwas leichtes, luftiges... unter Umständen vielleicht sogar witziges...



2014-09-22
Die Stimmen der Toten
23814
Die Gräber von Birdum
19441
Die Litaneien des Todes
18855
Der Gott der Einöde
8607
Das Heer der Toten
30192
Morella / die Toten
13500
Die Geheimnisse von Gnydron
38505

152914

Dienstag, 26. August 2014

Shortcuts 2014-08-26

Abteilung Work-in-progress:
Momentan auf meinem Schreibtisch... und natürlich ist dies nicht als Ankündigung gemeint, sondern nur als stille Erinnerung, dass ich nicht untätig bin, sondern nur meinen Urlaub geniesse und vor mich hin prokrastiniere...
Und die anderen witzigen Dinge, an denen ich herumbastele, lasse ich mal hier unerwähnt...

  • EXLIBRIS :: Okkulte und groteske Geschichten im Geiste Gustav Meyrinks, bereits angekündigt, ein Remix von sehr alten und sehr neuen Stories
  • ABYSSUS :: Schreie aus den Abgründen der menschlichen Seele, sozusagen ein Nebenprodukt des vorher genannten, mit all den Sachen, die selbst mir zu krank sind, um sie ohne Warnschild herauszugeben.
  • SCHWERT VON POSEIDONIS :: Very old style Sword & Sorcery. Das macht natürlich am meisten Spaß, und eignet sich hervorragend zum prokrastinieren...



Abteilung: Plündern und Brandschatzen (der gemeinfreien Bildbibliotheken)
Neben Ausflügen in die wunderbaren Welten der Phantasie nebenbei auch eine persönliche Aufarbeitung der Kunstgeschichte. Art Nouveau und Jugendstil, Ausflüge in den Symbolismus und die Dekadenz, wie sie unsere Urgroßväter gerne hatten. Oder auch nicht? Aber interessant, womit sich die Leute rund um die vorletzte Jahrhundertwende beschäftigt haben.
Eine bange Frage bleibt: ist dies Jugendstil Cthulhu? Oder hat der Zeichner Julius Klinger (Berlin) den Tentakelporno erfunden?





Abteilung Wort des Tages:
"Prokrastination": Worttrennung: Pro|kras|ti|na|ti|on, Bedeutung: das Verschieben, Aufschieben von anstehenden Aufgaben, Tätigkeiten.
Mein Vater nannte das immer "Herumgammeln".
Ach, der Fortschritt der menschlichen Sprache...



Ausgewählter Soundtreck des Tages: Eine Band aus den irischen Metalarchiven. Sollte man viel öfter mal besuchen.

Donnerstag, 14. August 2014

Eine seltsame Art der Wiedergeburt

Zitat des Tages
"Du hast Schande über die Bruderschaft gebracht und bist es nicht mehr wert, den grünen Bart der Orkneys zu tragen."

Von den vielen Serien, Miniserien, unvollendeten Welten und fragmentarischen Leben, die sich in den Jahren auf der internen und externen Festplatte gesammelt haben, ist wahrscheinlich keines so stiefmütterlich behandelt worden wie jene von Geryon M'Orkney.

Damals, in der Steinzeit, hatte ich die famose Idee, dass ich am besten noch eine andere Figur ahben sollte als den Krfatkerl ind er Art von Conan, zu dem die meisten meiner Fnatasyfiguren nach dem Muster "Schwert & Zauberei" hin tendierten.Daher der eher urbane Barbar mit dem grünen Bart, der in einer irrwitzigen Fantasyversion von Hamburgs Kiez herumwankte, ein Frauenheld und Dieb, oft betrunken. Ganz amüsant. Brachte mir aber auch nicht soviel. Irgendwann beschloß ich, das gesamte Material unauffällig in eine etwas besser angelegte Serie zu integrieren, die um das Schwarze Lemuria (ja... ich weiß...) und dabei blieb es dann. Passte auch nicht wirklich.

Und nun, nachdem so viel Wasser unter den Brücken vorbeigeströmt ist... und das Schwarze Lemuria in den Tiefen des kollektiven Unterbewußtseins abgetaucht ist... eine seltsame Art von Wiedergeburt... Geryon, ohne grünen Bart und ohne die Orkneys, auf den Straßen des versunkenen Poseidonis, als eine Art James Bond der vorsintflutlichen Zeit...
Schauen wir mal.

Dienstag, 29. Juli 2014

works-in-progress


Momentan auf dem Schreibtisch... ein Haufen Geschichten, wie immer. Um mich aufzumuntern, notiere ich die derzeitigen jeweiligen Anschläge (Zeichen). Unsere Feier von #30JahreArullu geht mit rasanten Schritten voran, vielleicht weiß ich aber auch nicht mehr, wo mir der Kopf steht. in die muntere Kollektion jetzt mit aufgenommen eine Geschichte, die auf einem Zitat von Clark Ashton Smith basiert, dass ich schon seit dreißig Jahren mit mir herumtrage, aber irgendwie danach drängt, von der Sterbenden Erde ins Reich des Chaos zu entkommen. Klingt komisch? ist es auch...



2014-07-29
Die Stimmen der Toten
23814
Die Gräber von Birdum
19441
Die Litaneien des Todes
18855
Der Gott der Einöde
8607
Das Heer der Toten
27799
Morella / die Toten
14165
Die Geheimnisse von Gnydron
11810

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