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Donnerstag, 19. Dezember 2019

Das Schwarze Brett im Winter

Ha! Wieder selbst ausgetrickst!
Als motivierende Massnahme und Vorbereitung der Epiphanie eines neuen Lichtes in der Gutenberg-Galaxis,hatte es sich bei uns hier eingebürgert, ein buntes Kärtchen mit dem Titel und den groben Daten der Veröffentlichung an unser Redaktions-Schwarzbrett zu tackern. (Hängt direkt hinter den Schreibtischen...)
Und dann hatten wir sie, und dann hatten wir noch ein paar, aber irgendwie kamen immer mehr bunte Kärtchen dazu, als bunte Kärtchen als "erledigt" geschreddert wurden... bis die bunten Kärtchen alle waren, und das Redaktions-Schwarzbrett nur noch ein stummer, misgelaunter Vorwurf in der optischen Atmosphäre war.

Im Sinne der beschaulichen Vorweihnachtszeit... jedenfalls sagt man mir, sie sei beschaulich und ich solle dies doch bitte um Gottes Willen! auch einmal nutzen, pflücke ich nun die bunten Kärtchen, die ich früher mit viel Sachverstand aber wenig praktischem Nutzen selbst zurechtgeschnitten habe, von dem mißbilligenden Schwarzbrett wie der Winter die letzten Blätter von den Bäumen.
All dies muß weg, bevor es wieder Frühling werden kann...
Ich prokrastiniere weiter...

Sonntag, 30. September 2018

Einige Minuten vor der Onlinezeit

Wieder einmal das Ende der Welt, nicht wahr?

Und als ich mich das letzte Mal gemeldet habe, dachten wir noch, 2017 wäre Kacke. Aber 2018 hat sich auch keine Mühe gegeben, oder? Ich habe es euch doch gesagt... Was man letztes Jahr noch für unwahrscheinlich egahlten hatte, ist inzwischen normal, und das Unmögliche eine gängige Alternative. Alternative Fakten, verstehste? Alternative Wahrheiten, so wie Krieg auch nur ein alternativer Frieden ist. The Future is dead.

Es ist schon ein Kreuz mit diesen Prophezeiungen, wenn sie falsch liegen, lachen alle und schmeißen mit Steinen, und wenn sie richtig lagen, sind alle wütend und schmeißen mit noch mehr Steinen. Da habe ich mich jetzt neun (9) Monate aus dem Netz gehalten, es hat sich aber nicht wirklich gelohnt. Oder doch?

Mein Doggypack WLAN hat gerade mal für einen Krankenhausaufenthalt gereicht und die Netzfreie Zeit ist auch größtenteils sinnfrei verstrichen, ohne dass ich irgendetwas neu formatiert habe oder eines der bereits angekündigten Projekte abschließen konnte. Aber es gab neue Herausforderungen (neudeutsch für „Problem“) und weitere Projekte (neudeutsch für „Herausforderung“), die mindestens, wenn nicht sogar… na ja, man weiß ja was das bedeutet.

Habe ich den Numerologen, Astrologen und Monocerologen unrecht getan? Natürlich nicht, aber man kann nur so oft aus den Schädeln seiner Feinde trinken, bis es langweilig wird. Steinigt ihn! Steinigt ihn! Meine Netzenthaltsamkeit hat die Qualität der Unterhaltungen auch nicht verbessert, warum also zögern? Es ist mal wieder Zeit für ein paar wirre Ideen, immer noch besser, ihnen nicht zu folgen, als sie in den Falten der Wirklichkeit zu verlieren...

Wir setzen wieder an, das Fadenkreuz mittig, langsam krümmt sich der Finger...

Da! Genau da!



Wir dürfen auch nicht vergessen, dass der Unheimliche Oktober wiederum vor der Tür steht, unser traditionell fleissigster Monat, denn Halloween steht sozusagen vor der Tür, kratzt am Holz und flüstert mit rauher Stimme, dass wir rauskommen sollen zum spielen. Wir wollen dieses Jahr uns aml ein bischen mehr Mühe geben, wenn es schon kein anderer tut... unheimliche, schaurige und evrdammt merkwürdige Fundstücke aus dem Netz und meinem Kopf, den ganzen Oktober lang.

Sonntag, 31. Dezember 2017

Einige Minuten vor der Offlinezeit

So, das Ende naht mit großen Schritten. Die unsichtbare Flamme schlägt empor... Wieder mal.
Das war sicherlich kein gutes Jahr für alle Beteiligten, egal was die Numerologen, Astrologen und Monocerologen vermutet haben - wenn dies ein magisches Jahr ist oder war, dann von keiner Art der Magie, die ich in meinem Tempel haben will. Apo pantos kack-daimonos!
...aber es hat auch früher schon miese Jahre gegeben, und es wird auch wieder miese Jahre geben, gegen die 2017 wie ein Waisenknabe aussieht.
Aber es wird auch wieder gute Jahre geben, vielleicht strengt sich 2018 ja ein bisschen mehr an.
Während die beste Ehefrau von allen nebenan schnell noch einen kleinen Snack zusammenzaubert, schließe ich jetzt alle Seiten im Internet leise hinter mir zu, live von einem Fremdapparat.
Die letzten Tage habe ich in den stillen Minuten nach Mitternacht oft darüber nachgedacht, auf eine elegantere Art der Kommunikation oder des Schreibens zu wechseln, und ich möchte das für mich klären, bevor ich wieder unzusammenhängende Geistesblitze über das Internet ergieße.
Ich nehme mir mal eine Auszeit, packe mir ein Doggypack WLAN für später ein und schaue mal, ob ich die Netzfreie Zeit sinnvoll nutzen kann, um dieses und jenes neu zu formatieren, einige der bereits angekündigten Projekte abzuschließen, oder auch anders.

"Earthstop Icon" © by StudiomxHomepage: http://studiomx.eu

Freitag, 1. Dezember 2017

Die Geister im Holz

Jedes Mal, wenn ich am Küchentisch sitze, spüre ich Unruhe. Die Katzen sträuben das Fell und sehen Unsichtbare durch die Dielen sinken. Ein einsames, dunkles Auge in der Maserung des Holzes blinzelt mir zu... es sind die Geister im Holz!
[Click to Supersize]

[Ziemlich cool, was man nebenbei so alles findet, wenn man den Blick offen hält und bereit ist, ein wenig an seinem Smartphone herumzufummeln.]

Samstag, 20. Mai 2017

Der Weltraum... unendlich und breit


Der Geist ist wie eine Pflanze - er wächst, wenn er begossen wird. Nein, kein Loblied auf den Alkohol. Die besten Ideen habe ich meistens, wenn ich im Regen wandere. Die hohe Kunst der Prokrastination, manchmal kommen solche Sachen auch, wenn man an gar nichts denken will, also während einer typischen 8-Stunden-Schicht, wenn der Wahnsinn an die Zimmerwände hämmert oder sich in der integralen Struktur der Programme widerspiegelt, mit denen man arbeiten muss. Hatte vor ein paar Tagen im Keller gekramt, um zu sehen, ob ich in den letzten 40 Jahren nicht doch mehr Science Fiction geschrieben habe, als das, an was ich mich erinnere. Ich dachte, so aus Gag wäre es doch witzig, eine von den ganz üblen Sachen aus meiner Kindheit mal schnell in einem vernünftigen Stil rauszurotzen. RetroSF im Stil der 30er Jahre! Photonenpistolen und heulende Zyklotrone! Sozusagen ein Abstecher in die Embryonalphase meiner Pulpwelten. Ach ja, jetzt weiß ich wieder, warum ich mich an manche Sachen nicht mehr erinnere. Captain Galaxo! Commander Dorrow! Powerrak! Was habe ich damals eigentlich gemacht? Anscheinend war ich ein großer Fan von Raumschiff Enterprise, Captain Future und Perry Rhodan. Achja, und Goldorak. Superroboter machen alles besser.

Regenidee 942:
Wenn Du mal nichts besseres zu tun hast, junger Jedi
  • RetroSF im Stil der 30er Jahre. Und wenn Du das wirklich schreibst, dann wie ein Autor aus der Zeit.
  • Vergiss alles andere. Vergiss Captain Galaxo. Klau bei Dir selber was besseres.

Richtig. Da unten im Keller liegt noch mehr. Und ich musste natürlich mich gleich hinsetzen und ein Exposé für eine Retro-SF-Serie hinhauen, die es sich gewaschen hat. Und die ich wahrscheinlich nie schreiben werde. Sonne macht dumm - Regen übermütig.

Mittwoch, 24. Februar 2016

Aufräumen [3]

Innere Vorbereitung auf den bevorstehenden Umzug...
Sicherheitsgurt um und Augen zu...

Während die beste Ehefrau von allen schon viele von den schlimmen Kleinteilen sorgsam verpackt hat, krame ich gerade in den bösen Aktenordnern und dem in hundert Jahren angehäuften Papierbergen herum.
Muss man wirklich jeden Sch... aufbewahren? Ist das Pflicht?
Oder soll man der Nostalgie frönen?

Semesterbescheinigungen der Universität Hamburg von vor 25 Jahren? (Nicht beurlaubt, heißt es da. In Wahrheit war ich innerlich auf Dauerurlaub...)
- Nee, weg damit
Lohnsteuerkarten auf appart kotzgrünem und rotzgelbem Karton von vor 20 Jahren?
- Nee, echt nicht.
Protokolle von Tempelarbeiten von vor 15 Jahren? (Kann man die noch mal lesen oder benutzen, z.B. um eine unangenehme Pause in der Diskussion der Hochlöblichen zu erzeugen?)
- Nee, aus dem Alter bin ich raus.

Andenken an die Verflossenen und Verblichenen?
Ich denke, ich werde den Schmerz mal rausschneiden.

Bald wird es Frühling.

Sonntag, 4. Oktober 2015

Werkstattbericht 2015-10-04



Früher hat irgendein apostater Wanderbischof mich einmal "die Maschine" genannt, wegen des schnellen und verlässlichen Ausstoßes von Texten - eine noch charmante Umschreibung für jemanden, der Zeilenhonorar bekommt und um jedes Wort bis aufs Blut feilschen würde. Ganesha sei Dank bin ich inzwischen auf so etwas nicht mehr angewiesen, sondern bin in ein Alter gekommen, in dem ich mir aussuchen kann, was ich wann schreibe, und vor allem auch, was ich mache, wenn ich eigentlich gar keine Zeit für irgendetwas habe. Die hohe Kunst der Prokrastination, oder: Dinge, die man mal zwischendurch machen kann, um sich die Zeit zu vertreiben, oder um ein bisschen Spaß zu haben.

Anfang letzten Monates hatte ich beim Prokrastinieren eine Mappe mit alten Landkarten halbvergessener Fantasywelten gefunden. Einige von ihnen sind inzwischen so ausgeblichen, dass ich an einem Nachmittag den Scanner anwarf, um sie dem Vergessen zu entreißen. Nicht schön, aber selten, könnte man sagen. Das Bildmaterial zu reparieren half mir über einen anderen verregneten Nachmittag. Eine nette Ablenkung, um den Kopf für andere Sachen frei zu bekommen.

Und weil ich gerade dabei war, habe ich auch noch das vorliegende Textmaterial gesichtet, betrübt den Kopf geschüttelt und von 300 Seiten Text nochmal 10 gerettet - die allerersten zwei Geschichten, die ich auf dieser halbvergessenen Welt angesiedelt habe. Das waren simple, lineare, schnellgeschriebene Abenteuergeschichten um einen Conan-Klon (mit Elefantenkopf), alles später geschriebene war versunken in einem experimentellen, dekadenten Schreibstil, der selbst für mich kaum noch lesbar ist. Die Welt der Tiermenschen, beschrieben in einem Stil, der ebenfalls tierisch ist... tierisch schlecht.

Eine der Geschichten habe ich weggelegt, was genau da geschieht, ist mir selbst noch unklar.

Aber derweil ich den ganzen alten Kram ablegte in einen der hinteren Ordner meines Archives geschah etwas Eigenartiges. Ich war milde fasziniert von dieser vergessenen Welt, und fand den Helden, wie er in seinem allerersten Abenteuer auftrat, irgendwie sympathisch. Nicht besonders helle, vielleicht etwas gewalttätig, aber irgendwie liebenswert. Wäre ich mal bei dieser Version geblieben, dachte ich mir, und derweil ich den Haushalt im Gang hielt oder mit dem Hund spazieren ging, dachte ich darüber nach, wie sich das alles entwickelt hätte, wenn ich diesen Charakter so weiterentwickelt hätte.

Warum nicht? Die Landkarten habe ich auch gerettet, mit allen Warzen.

Ein paar Plots und Hintergrundinfos habe ich auch schon abgelegt und ein echt scharfes Logo für den guten Mann entwickelt. Den Ordner lege ich jetzt mal ganz vorsichtig weiter nach hinten, keine Ahnung, wann und ob ich da mal weitermache. Aber ich könnte, ohne mich schlecht zu fühlen.

So simple, lineare, schnellgeschriebene Stories haben ja auch was für sich.
Alles in allem, keine schlechte Ausbeute für einen Monat Herumgammeln an der Tastatur.

Mittwoch, 17. Juni 2015

Fanboy :: Cross Over Troubled Water

Stellt euch mal vor...
Superman kämpft gegen die Aliens... oder Tarzan gegen die Predator - im Inneren der Erde!
Innerhalb einer fiktiven Kontinuität (Universum) ist die Begegnung, Konflikt oder das Team-Up zwischen ganz unterschiedlichen Charakteren ja nichts Außergewöhnliches, die Hälfte aller Teams sind so entstanden. Aber außerhalb der vagen Grenzen einer Kontinuität? Figuren aus ganz unterschiedlichen Universen? Das wäre doch mal was. Und aus den dünnen Fäden kleinerer Kontinuitäten fügt sich ungesehen ein Multiversum an Möglichkeiten zusammen...
Es ist auch eine angemessene Art der Homage, die weiteren Abenteuer von Captain Nemo... oder Professor Challenger zu beschreiben, dies sind ehrwürdige Figuren, die noch nicht so verpoppt und vulgarisiert worden sind wie es dem mächtigen Cthulhu oder dem großen Detektiv (Holmes oder Batman) geschehen ist.
Der aufmerksame Leser hat sicherlich in der einen oder anderen Geschichte von mir einen Hinweis oder ein Cameo auf andere Figuren aus der reichhaltigen Bibliothek der Gemeinfreien entdeckt, oder auch nicht. ich habe die meisten selbst schon vergessen. In "Nacht im Drachenhaus" wurde Robert E. Howards okkulter Detektiv John Kirowan erwähnt, und en passant (ohne Namensnennung) Charlie Chan. (Echt!) Aber niemand hat so viele Erwähnungen wie Aristide Allard, der Absinth-Detektiv. Es ist ein Spiel, oder auch nur einer dieser unsäglichen Insiderwitze, mit denen Fanboys sich die Zeit vertreiben, damit es ihnen nicht zu langweilig wird.
Warum ich das erwähne?
Ich weiß auch nicht. Zur Prokrastinationen wandere ich gerne über die Seiten des Crossover Universums, oder blättere in Werken der Wold Newton Chroniken. Die originale Liga der Außergewöhnlichen Gentleman hat einen Ehrenplatz in meiner visuellen Bibliothek... und momentan entstehen dauernd Textfragmente, die ganz unterschiedliche Kontinuitäten zu verbinden suchen. Oder auch nur die bestehenden Verbindungen bestätigen.

Funfakt#1: Der "Götter-Esser" aus den Kurzgeschichten von Simple Simon (in REDMASK veröffentlicht) entstammt der gleichen Zeitlinie wie die Sterbende Erde (Arullu).
Funfakt#2: Die Punks, die in "Das Haus im Walde" den Erzähler vor dem außer-kosmischen Schrecken erretten, der ihn zu verschlingen sucht, sind niemand anderes als Karl Edwyn Rothner, Mark Leandrowsky und ihre Gang.

Sonntag, 10. Mai 2015

Shortcuts 2015-05-10

"Die soll unablässig ein Ungeheuer bekämpfen, das alles verschlingen will, was an ihr erhaben ist: Die Gewohnheit."
Balzac*



"Warum winseln Sie so, Herr Gruner", fragt der freundliche Nervenarzt von Gegenüber, als ich im Schweiße meines Angesichts durch den Pseudosommer wandere. Der Hund an meiner Seite bleckt schon mal die Zähne - man kann ja nie wissen.
"Winseln? Wer winselt?"
"Na Sie doch... wegen der Netzwerkkonnektivität...", lacht mein Gegenüber, als handle es sich um eine Geisteskrankheit, derweil er schon mal vorsichtig auf den nächsten Baum klettert. "Und sollten Sie als besonders Eingeweihter nicht über solchen alltäglichen Sorgen stehen... diesen... diesen..."
"Erste-Welt-Problemen? Pff", sage ich und lass den Hund los.
"Das ist mir doch Wurst - das läuft nebenher. Aber wer hat schon Lust, länger auf eine Verbindung zu warten, als die tatsächlich zu nutzen - und überhaupt, wer keine Familie hat, kann da nicht mitreden. Je jünger man ist, desto größer wird der Leidensdruck, wenn die Technik nicht funktioniert. ich bin schon wieder ein Jahr älter geworden, da gibt man sich auch mit der Technik der Steinzeit zufrieden."
"Sie werden alt", höhnt er, auf der Rinde hockend wie ein perverser Specht. "Die ham Ihnen voll den Schneid abgekauft. Wo ist der wilde, verrückte Künstler hin, den ich kenne? Abgetaucht in die Monotonie des Spätkapitalismus?"
"Genau", sage ich. "Und jetzt komm mal runter da, ich hab' da noch etwas in der Tasche, das gerne einmal Bekanntschaft mit Deiner Nasenspitze machen möchte..."
"Koks?"
"Äh..."
"Speed?"
"Nein, aber Nasenbluten ist durchaus drin...", sage ich und nehme die Hände aus den Hosentaschen.
Der Hund schaut betreten zur Seite. Viel zu einfach...



Abteilung: Früher war alles besser.

Beim alljährlichen oder halbjährlichen Aufräumen meiner inneren und äußeren Tresore bin ich mal wieder über meine alte (sehr alte), aber liebgewordene Sammlung der vom Verlag Erich Pabel (in Rastatt) beginnend 1974 veröffentlichten Taschenbuchreihe TERRA FANTASY gestolpert.

Freitag, 8. Mai 2015

Sch***technik

Endlich mal eine gute Ausrede, warum ich so lange nichts mehr veröffentlicht hat. Es ist die Schuld der Technik, und diesmal nicht die der Argumentationstechnik, die ich mir in den letzten 10 Jahren zugelegt habe, wenn eine Anfrage kommt, warum dieses oder jenes noch nicht auf dem Tisch liegt. Es ist das Sch***internet, genauer gesagt die Sch***netzwerkkonnektivität, die sich hier mal wieder blamiert hat. Hier an der Küste wird "Leistung" anders gemessen, und man hat uns dezent zu verstehen gegeben, dass 'man' schon vor Jahren irgendwann mal den Router hätte wechseln müssen. Ja, und 'man' hat auch sicherlich irgendwann mal Wehen.

Ein Gutes hat die Sache aber doch: Man merkt erst, wie still es sein kann, wenn man nicht dauernd durch soziale Netzwerke, Statusreports und ähnliches belästigt wird. Dann hört man erst so richtig die Zeit bei ihrem Mittagsschläfchen schnarchen.

Oder Bücher... Bücher sind auch eine tolle Sache. Man kann jederzeit in ihnen nachschlagen, ohne darauf zu warten wann, ob oder wie sich eine Verbindung aufbaut.

Die Verbindung ist sofort da. Von der Netzhaut sofort ins Gehirn.

Ist sogar EMP-sicher.

Sonntag, 1. März 2015

Monthly Blog

Ich schleppe dieses Zitat schon eine ganze Weile mit mir rum... dankeschön, Internet, seit es Dich gibt, brauchen wir keine Drogen* mehr. Das hat aber nichts damit zu tun, warum ich die letzten Wochen hier nichts hinterlassen habe. Die virtuelle Welt ist eh ein Irrenhaus, Wikipedia ein Downer, Fanfiction Kokain etc, etc. Warum ganze Sätze, wenn. Und wer braucht schon den Februar in seinem Resumé?

"Die Betroffenen haben häufig das Gefühl, dass sie trotz Überlastung nicht viel erreichen oder bewirken. Es mangelt an den Erlebnissen des Erfolges. Weil die Anforderungen quantitativ und qualitativ steigen und sich ständig verändern, erscheint die eigene Leistung im Vergleich zu den wachsenden Anforderungen gering. Diese Diskrepanz zwischen Anforderungen und Leistungen nimmt der Betroffene als persönliche Ineffektivität bzw. Ineffizienz wahr. Dies ist mit eine Folge der Depersonalisierung, weil die Betroffenen sich von ihren Klienten entfernt haben und auf deren Erwartungen nicht mehr wirksam eingehen können. Darunter leidet der Glaube an den Sinn der eigenen Tätigkeit." >>>

Auch ohne das schönreden zu wollen - man muss ja auch nicht immer alles positiv sehen - ein bequemerer Stuhl tut manchmal Wunder, und außerdem warum eigentlich Glaube? Ist das nicht das Grundproblem? Die Depersonalisierung besteht vor allem darin, dass es kein Wissen mehr um den Sinn der Tätigkeit gibt, im Sinne erlebbarer, fühlbarer Erkenntnis, sondern dass dieses durch eine Art Religion ersetzt wurde.

Solange man nur an sich und den eigenen Sinn glaubt, ohne Gewissheit (Gnosis) zu haben, kann dieser Glaube wie jeder andere jederzeit zerbrechen - wenn Gott gut ist, warum geschehen dann schlimme Sachen? Und wenn das, was ich mache, so toll ist, warum geht es mir dann so dreckig? Und wiederum der ewige Gesang des Plattwurmes: Warum ich? Warum ich? Das ist das Problem mit jeder Art von Glauben oder Gott. Dem ist der eine kleine zerbrechliche Plattwurm ziemlich, sagen wir mal, scheißegal. Da sollte man lieber die Perspektive wechseln, auf Erden, nicht im Himmel, diesem sagenhaften Ort von Renten und zusätzlichen Gratifikationen.

Denn: wenn Du Dich ausbrennen lässt, warten dennoch keine Jungfrauen auf Dich. Und Walhalla hat dichtgemacht.

* Im klinischen Sinne, d.h. als Medikament zu verstehen.

Sonntag, 28. Dezember 2014

30 Jahre SF :: Erntezeit



Cadillacs preschen durch die Nacht
tote Präsidenten hinter Panzerglas
Heilige Kommunion der einschlagenden Kugel
Der Finger am Abzug liebkost die trauernde Witwe.


Es ist zu einem schönen Ritual geworden, in den letzten Wochen, in den letzten Monaten, in den Schatztruhen der Erinnerung und den verstaubten Aktenordnern der letzten 30 Jahre zu wühlen. Dennoch, ist Nostalgie nicht ein widerliches Gefühl? Wer will schon in der Vergangenheit leben? Ich habe mich stattdessen inspirieren lassen von dem alten Kram für den neuen Kram, und Vorbereitungen getroffen für die Zukunft. Der Finger am Abzug... und so weiter. Eine starke Zeile, aus dem modernen Bestseller "Die Elektrische Kreuzigung", von dem eine Neuausgabe mit erweitertem Inhalt ebenfalls neben mir liegt. Und dann gibt es noch andere Monstrositäten aus 30 Jahren, die ersatzlos gelöscht werden müssen oder durch die Hand des Künstlers Harlekin in eine neue Gestalt verwandelt werden müssen. Die Methode ist Wissenschaft, oder Magie, ganz wie man will, das Ziel bleibt das gleiche: Kunst (oder Religion, was auf irgendeiner Ebene sicherlich das Gleiche ist. Oder zumindest das Selbe. Soviel zur Genauigkeit der deutschen Sprache.)

Wenn man an irgendeine magische Theorie der Kunst glaubt, dann ist alle Kunst wahr, weil sie Ausdruck des inneren Lebens ist, oder auch andersherum. Der Künstler erschafft nicht nur (s)eine Welt neu, sondern auch sich selbst. Was sagt das dann über denjenigen aus, der in seinem Leben und seinen Träumen in vergessenen oder unmöglichen Welten wie Lemuria und Arullu herumwandert?

Halt... das ist natürlich eine rhetorische Frage. Ich weiß es natürlich. Sprache (oder Ideen) sind ein Virus, gegen das es kein Gegenmittel gibt. Man kann sich nicht un-erinnern, nur verdrängen, und selbst dies wandert irgendwann vom persönlich in das kollektive Unbewußte, diesen gewaltigen dunklen Ozean, aus dem jederzeit ein Tentakel vorsichtig tastend nach einem weiteren neugierigen, wartenden oder vorwitzigen Geist greifen kann.

Da haste die Idee. Sie ist nicht tot, sondern ruht sich höchstens ein bischen aus... bis sie die Götter und selbst den Tod vor sich erbeben lässt...

Kommen wir nun zu etwas völlig anderem ---

Momentan auf dem Schreibtisch:
Neben allem anderen, Fantasyabentuer von jemandem, dessen Namen ich noch immer nicht aus dem Indogermanischen rekonstruieren konnte, ein so genannter Richter, der von einem weisen alten Lehrer namens Judas (aus Karioth) im Kampf der Kräfte von Chaos und Ordnung gelitet wird... und der Königin der Scheiben. Klingt knuffig, mal sehen was daraus wird.
Und dann natürlich immer noch die letzte und die letzten Arullugeschichten... irgendwann muss ja mal Schluss sein...
Abgabeschluss für ein paar Übersetzungen sowie Lektorat von einigem anderen nicht minder interessantem Zeug...
Die Singlereihe von Nemed House, bereits vor alnger Zeit angedroht und immer mehr anschwellend...


Und das Gute an allem ist, all dies spielt sich in einem Universum nebenan ab. Cadillacs preschen durch die Nacht, ein Riß im Himmel... und seine rote Flamme sei gleich einem Schwert in meiner Hand, deine Ordnung voranzutreiben. Sie wissen schon.

Samstag, 8. November 2014

Dailyblog

SATOR AREPO TENET OPERA ROTAS... Der Sämann Arepo hält mit Mühe die Räder... Es ist Herbst geworden, Erntezeit, und wieder vergangen. Das Laub ist golden und rot, Nüsse und Äpfel liegen in frostigem Gras, ein kühler Wind von Nord-Nord-Ost ist aufgekommen...

Ich frage mich manchmal, wer dieser Arepo sein soll, so dunkel und geheimnisvoll, der alle Werke beurteilen soll. Ist er wirklich nur der Sämann oder auch der Schnitter, der die Ernte einholt? Dies ist natürlich nichts anderes als eine Meditation über den Verfall gesitiger Werte, ein hervorragendes Thema, wenn der Herbstwind das rostrote Laub am Fenster vorbeiträgt. Das Haus, in dem ich wohne, ist über hundert Jahre alt, draußen vor dem Fenster springt ein schwarzes Eichhörnchen durch das Gras, beobachtet von zwei Krähen.

Wenn wir jedes Phänomen als direkte Kommunikation unseres Unbewußten/"der Götter" oder der Verborgenen Variablen, die diese Wirklichkeit definiert, interpretieren, dann ist auch dieser Herbst wieder ein Zeichen zur Einkehr, der inneren wie äußeren - und der Ernte. und mancher Baum, der jetzt verwelkt, wird den Frühling nicht erleben.

Dienstag, 26. August 2014

Shortcuts 2014-08-26

Abteilung Work-in-progress:
Momentan auf meinem Schreibtisch... und natürlich ist dies nicht als Ankündigung gemeint, sondern nur als stille Erinnerung, dass ich nicht untätig bin, sondern nur meinen Urlaub geniesse und vor mich hin prokrastiniere...
Und die anderen witzigen Dinge, an denen ich herumbastele, lasse ich mal hier unerwähnt...

  • EXLIBRIS :: Okkulte und groteske Geschichten im Geiste Gustav Meyrinks, bereits angekündigt, ein Remix von sehr alten und sehr neuen Stories
  • ABYSSUS :: Schreie aus den Abgründen der menschlichen Seele, sozusagen ein Nebenprodukt des vorher genannten, mit all den Sachen, die selbst mir zu krank sind, um sie ohne Warnschild herauszugeben.
  • SCHWERT VON POSEIDONIS :: Very old style Sword & Sorcery. Das macht natürlich am meisten Spaß, und eignet sich hervorragend zum prokrastinieren...



Abteilung: Plündern und Brandschatzen (der gemeinfreien Bildbibliotheken)
Neben Ausflügen in die wunderbaren Welten der Phantasie nebenbei auch eine persönliche Aufarbeitung der Kunstgeschichte. Art Nouveau und Jugendstil, Ausflüge in den Symbolismus und die Dekadenz, wie sie unsere Urgroßväter gerne hatten. Oder auch nicht? Aber interessant, womit sich die Leute rund um die vorletzte Jahrhundertwende beschäftigt haben.
Eine bange Frage bleibt: ist dies Jugendstil Cthulhu? Oder hat der Zeichner Julius Klinger (Berlin) den Tentakelporno erfunden?





Abteilung Wort des Tages:
"Prokrastination": Worttrennung: Pro|kras|ti|na|ti|on, Bedeutung: das Verschieben, Aufschieben von anstehenden Aufgaben, Tätigkeiten.
Mein Vater nannte das immer "Herumgammeln".
Ach, der Fortschritt der menschlichen Sprache...



Ausgewählter Soundtreck des Tages: Eine Band aus den irischen Metalarchiven. Sollte man viel öfter mal besuchen.

Donnerstag, 14. August 2014

Eine seltsame Art der Wiedergeburt

Zitat des Tages
"Du hast Schande über die Bruderschaft gebracht und bist es nicht mehr wert, den grünen Bart der Orkneys zu tragen."

Von den vielen Serien, Miniserien, unvollendeten Welten und fragmentarischen Leben, die sich in den Jahren auf der internen und externen Festplatte gesammelt haben, ist wahrscheinlich keines so stiefmütterlich behandelt worden wie jene von Geryon M'Orkney.

Damals, in der Steinzeit, hatte ich die famose Idee, dass ich am besten noch eine andere Figur ahben sollte als den Krfatkerl ind er Art von Conan, zu dem die meisten meiner Fnatasyfiguren nach dem Muster "Schwert & Zauberei" hin tendierten.Daher der eher urbane Barbar mit dem grünen Bart, der in einer irrwitzigen Fantasyversion von Hamburgs Kiez herumwankte, ein Frauenheld und Dieb, oft betrunken. Ganz amüsant. Brachte mir aber auch nicht soviel. Irgendwann beschloß ich, das gesamte Material unauffällig in eine etwas besser angelegte Serie zu integrieren, die um das Schwarze Lemuria (ja... ich weiß...) und dabei blieb es dann. Passte auch nicht wirklich.

Und nun, nachdem so viel Wasser unter den Brücken vorbeigeströmt ist... und das Schwarze Lemuria in den Tiefen des kollektiven Unterbewußtseins abgetaucht ist... eine seltsame Art von Wiedergeburt... Geryon, ohne grünen Bart und ohne die Orkneys, auf den Straßen des versunkenen Poseidonis, als eine Art James Bond der vorsintflutlichen Zeit...
Schauen wir mal.

Montag, 23. Juni 2014

Pyropunk Revisited


Eine kurze Stippvisite im 20. Jahrhundert...

"Pyropunk", um es einmal vorwegzunehmen, und um die Fragen zu beantworten, die immer wieder auftauchen, wenn ich kryptisch diesen Namen nenne und hämisch vor mich hinkichere, bezeichnet eine Reihe von Novellen und Geschichten um eine Gruppe Hamburger Musiker, Hacker und anderer Versager, die ich beginnend mit der Mitte der 80er Jahre zu meinem Vergnügen, und dem einiger Freunde verfasst habe. Seitdem nie wieder veröffentlicht oder nachgedruckt! Eine unverschämte Mixtur aus SF, Urbaner Fantasy und Agentendrama, gewürzt mit einer Prise Surrealismus und Commedia dell'Arte.

Unverschämt vor allem deswegen, weil es nichts anderes als einen Versuch darstellte, eine Art deutschen "Jerry Cornelius" zu kreieren, was sich glücklicherweise schnell selbstständig machte und einen ganz anderen Drive bekam. Heavy Stuff, Baby.

Und die Pyropunks - der quecksilberhafte Karl Edwyn Rothner, der melancholische Ästhet Mark Leandrowsky, der stets breite Werner Pargsen und der finstere, aber gutmütige Jimi Matota, sowie ihr stets griesgrämiger Militärberater Oberst Contable (heute: Captain Frakes) inkarnierten auch nach dem Abschluss der letzten Geschichte immer wieder mal in einer Ecke meines eigenen kleinen Multiversums. Nomaden der Zeitströme und so...

Ein stures und renitentes Pack, wie die Norddeutschen halt so sind, sind sie auch nicht totzukriegen und kommen immer wieder in unbewachten Momenten an und wollen, dass ich neue Abenteuer von ihnen dokumentiere. Nie wieder veröffentlicht oder nachgedruckt!


Donnerstag, 17. April 2014

Prokrastination



Vor einiger Zeit bin ich beim Aufräumen der externen und der internen Festplatte mal wieder über einen Ordner gestolpert, in dem einige Manuskripte und eine in Ehren vergilbte Landkarte lagen, skizziert auf altes Alkoholmatrizenpapier, das inzwischen schon dunkelbraun geworden ist. Die Tesastreifen, mit denen ich die Blätter zusammengehalten habe, sind inzwischen schwarz, der Plastikanteil des Tesa weg gebröckelt. bevor das noch schlimmer wird, habe ich alles mal schnell eingescannt, und dann schnell wieder irritiert weggelegt.

Geschichten aus den 80ern, die auf dem nur in den Phantastereien der Theosophen und anderer Spinner existierenden Urkontinent Lemuria spielen? Wer braucht denn so was?

Andererseits...

Einiges von dem Material hatte ich schon bei anderen Gelegenheiten zweckentfremdet, so z.B. für die stylistisch ebenfalls an Clark Ashton Smith angelehnten Geschichten um den letzten Kontinent der Erde, Arullu. Lemuria und Arullu, der erste und der letzte, L und A... unheimlich clever, nicht wahr?

Nein, nicht wirklich. Aber es amüsiert mich immer noch soweit, dass ich an einem faulen Nachmittag meine Zeit damit vertrödele, an der alterswunden Landkarte herum zu spielen. Und es ist amüsanter, die alte Landkarte zu nehmen und die morbide Ästhetik, die sie in all den Jahrzehnten erhalten hat, zu würdigen, als alles weg zu schmeißen oder komplett neu zu machen. Wie Cromwell sagte, Warzen und alles. Es ist halt ein altes Stück.

Auf jeden Fall braucht dieses alte Stück einen neuen Namen, denn Lemuria... nein, das geht wirklich nicht, außerdem haben das andere Autoren schon zu oft gebraucht, und wenn es auch in den Phantastereien der Theosophen und anderer Spinner seinen Platz hat, wir arbeiten hier streng wissenschaftlich... *hüstel* Denn neuen Namen greife ich also aus meinem Trickbeutelchen urbaner Chaosmagie oder so. Pandeluhme? Klar, warum nicht.

Montag, 24. März 2014

Johnny Tengu

Auch wenn es dem aufmerksamen Leser so scheint, als ob ich die meiste Zeit in der Sonne liege, mich am Bauch kratze oder meine Zeit mit der umfangreichen Okkult- und Groschenheftbibliothek vertändele, die unser Haus verstopft, vergeht doch kein Tag, wo ich mich nicht dem steten Streben nach Selbstvervollkommnung und dem Fortschritt der Menschheit widme. Also, ich schubse alte Ideen und Sätze vor mir her, und nicht nur die eigenen.
Arbeitsauftrag für mich selber ist "Ein Absatz täglich, oder dabei umkommen", und der für alle anderen "Alles was veröffentlichungswert ist, wird veröffentlicht". Manchmal muss man jedoch etwas daran feilen. So geht es momentan - seit einigen Monaten - dem halbfertigen Material, das unter dem Arbeitstitel "Der Klabautermann" angeboten worden ist.  Um die Wahrheit zu sagen, war es nicht der Arbeitstitel, aber der Titel machte soviel Arbeit, dass eine Veröffentlichung immer weiter zurücksackte im Zeitplan. Geplant war eine Exkursion in die Gefilde des alten oder neuen Pulp, mit einem "Hauscharakter", den jeder interessierte Autor benutzen konnte. Aber... der Klabautermann? Man sah die guten Ansätze, aber nach dem fünften beißenden Kommentar über Pumuckl schlang ich ein Samtband um die Dateien und versteckte sie irgendwo auf der internen und externen Festplatte.
Heute habe ich das ganze nochmal abgeschliffen und neulackiert, und präsentiere einen New Pulp Hauscharakter, den jeder interessierte Autor benutzen könnte.


Charakterblatt Johnny Tengu
[erste Fassung]
...benannt nach den Berg- und Waldkobolden der japanischen Mythologie. Wie die Tengu der Mythologie scheint Johnny Tengu die Fähigkeit zu haben, von einem Moment zum anderen an jedem beliebigen Ort zu erscheinen, zu sprechen ohne den Mund zu bewegen oder in den Träumen derer aufzutreten, die er heimsucht. Es gibt auch solche, die behaupten, dass er die Fähigkeit besitzt, nach Belieben Menschen- oder Tiergestalt anzunehmen. All dies ist sowohl wahr als auch eine Lüge. Alle übernatürlichen Fähigkeiten, die man ihm zuschreibt, sind die Tricks eines erfahrenen Bühnenzauberers der Täuschung und Ablenkung, oder die Fähigkeiten, die er während seines Studiums unter einem der letzten lebenden Ninjameister erworben hat.

Samstag, 20. Juli 2013

3rd Mind :: Das occulte Internet

Du kannst weg rennen, aber Dich nicht verstecken. Sie sind hinter Dir her, und sie haben Dich schon erwischt. Vor zehn Jahren. In der Zukunft.Wir reden hier nicht von so vergleichsweise kleinkarierten Verbrechen wie Landesverrat oder Industriespionage. Die Daten, an denen sie interessiert sind, brauchen sie nicht zu kopieren. Sie haben sie selbst geschrieben, in Dein Unterbewusstsein, und nötigenfalls überschreiben sie sie noch einmal, und sie werden immer so gewesen sein wie sie sind. Vor zehn Jahren in der Zukunft.

Dies sind die wahren Magier des 21. Jahrhunderts, sie kümmern sich nicht um die Sigille kleinerer Daimonien, sie entwerfen ein vierdimensionales Hypersigill, das in Zukunft der Name dieses Planeten werden wird. All dies spielt sich im Verborgenen ab, sind in der Sprache des Großen Konversations-Lexikons Occúlta, verborgene Dinge, Geheimnisse. Mit dem richtigen Unicode können wir Runen in eure Webseiten schreiben, und selbst das Erkennungszeichen eines wahrhaft Eingeweihten von OAI können wir sichtbar machen, Fr∴ N.N.

Wir sind die Architekten der Gnosis und ändern den Quelltext, um zu bestimmen, was Du glauben wirst oder kannst. Wir ändern bloß die RGB-Werte ein wenig, und durch kryptovisuelle Gematria ändern wir Dein Universum, das bereits seit 1989 komplett virtuell ist. Hattest Du wirklich geglaubt, dies ist real? Oder dass Deine Facebook-Freunde wirklich "Freunde" sind? Oder dass auch nur die Hälfte von Ihnen wirklich existiert und nicht nur komplexe Simulationsprogramme sind, die wir erschaffen haben, um fester an dieses simulierte Universum zu binden.



Ich fürchte ich habe jetzt doch zu viel verraten. Eigentlich wollte ich mich nur darüber amüsieren, dass man bei rudimentärer Vorbildung so mancherlei numerologischen Schnickschnack mit den Zahlenwerten jeder RGB-Farbe treiben kann. Für eine Webseite, mit deren Vorbereitung ich gestern abgeschlossen habe, extrahierte ich einen Blauton aus einer älteren Version und bin dann zu folgenden bedeutsamen Werten gekommen: 37 (1/3 von 111), 52 (Anzahl der Wochen = ein Jahr) und 156 (sollte jedem Thelemiten offensichtlich sein). In Html und verwandten Sprachen wird ein RGB-Wert als Zahl aus dem Hexadezimalsystem dargestellt - kurz HEX Code. 

Ja, ja, klingt wirklich alles ein bisschen verdächtig, nu? Kein Wunder, dass so mancher Strenggläubige das Internet als Erfindung des Teufels bezeichnet. 

So sei es denn, mein HEX Code für heute ist 25349C

Dienstag, 24. Juli 2012

Neues von der Küste


Man mag es nicht glauben, aber es ist doch noch Sommer geworden. Und genau zur rechten Zeit, denn in Norddeutschland sind nicht nur Schulferien, sondern solche, die über schulpflichtige Kinder verfügen, können nun bevorzugt Urlaub machen.
Während also der Rest der arbeitenden Bevölkerung das Wetter, den Vorgesetzten oder die Weltwirtschaftskrise verfluchen, können wir hier genau das machen, was wir wollen, nämlich schreiben oder malen, oder auch mal gar nichts.
Oder zwischen zwei aufregenden Aufträgen mal ganz locker in die Nordsee springen... und sich treiben lassen. Das Ufer ist nahe, also keine Angst.
Die Vorgesetzten und die Weltwirtschaftskrise verfluchen können wir in zwei Wochen wieder.
Bis dahin gilt das Gesetz... Sie wissen schon... Tue was Du willst und so...*


* ...und natürlich die angekündigten Bücher endlich fertigmachen. Versteht sich von selbst. Auch wenn das bedeutet, dass man von den Freelancern zusammen mit der Weltwirtschaftskrise verflucht wird. Hehehe.