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Donnerstag, 30. Oktober 2025

Werkstattbericht 2025-10-30

Liebe Gemeinde, die Schleier zwischen dieser und der anderen Welt werden dünner, schon verwehen sie und lösen sich im Nebel der Nacht auf. Auch dieses Jahr gedenken wir wieder aller Heiligen und aller Seelen, wie unheilig und unselig sie auch sein mögen. Diese und die andere Welt... welche von beiden ist inzwischen die unheimliche, und welche die, für die man sich entscheiden wird, wenn man auf der Schwelle steht?
Momentan auf dem Schreibtisch:

Montag, 14. Oktober 2024

Auf Saturn, in Lemurien [Teil 2]

 

Tief in der Erde von Lemurien, wo die Steine noch die alten Lieder singen, erwachen jene, die lange vergessen waren. Vielleicht, eines Tages, wenn die Monde wieder in Einklang stehen, werden die Tore geöffnet, und wir werden zurückkehren – nicht als Helden, sondern als Schatten dessen, was wir einst waren. Die Meister der Urzeit hatten Siegelringe geschnitten, aus Karfunkeln und dem lebenden Karneol, jeder Ring das Abbild eines längst vergessenen Lebens. Diese Schmuckstücke, so erzählte man, könnten die Träger zurückführen – nicht in die lebendige Gegenwart, sondern zu den Erinnerungen, die tief in den Seelen ruhten, wie Wasser, das sich unter der Oberfläche stiller Seen verbarg.


Wenn die Monde am höchsten standen und das Licht des Saturn in einem schwachen, doch beständigen Flackern durch die Nebel brach, können die Träger dieser Siegel einen Funken Offenbarung erfahren –ein Schimmer des Lebens, das einst war. Und so lebten die Schatten der Urzeit weiter, nicht als Geister, sondern als Gedanken, die in den Erinnerungen an das, was sie einst waren, gefangen blieben, bis die Zeit erneut das Tor öffnete.

Sonntag, 13. Oktober 2024

Auf Saturn, in Lemurien [Teil 1]

 

Ich bin auf den Meeren des Saturns gesegelt, zu Inseln aus hohem, urzeitlichem Amarant, wo die flammenzüngigen, klangvollen Blumen die Brandung zum Schweigen bringen. Ganz mit rubinfarbenen Perlen besetzt lockte mich die goldene Küste; doch wie jemand, den Zauber zurückhalten, machte ich mich mit meinem Gesang auf den Weg zu den blinden Horizonten der düsteren Meere und nie gekannten Häfen. Aus Feuer und Messing geformt und von Monden gewölbt, öffneten sich gewaltige, tiefe Himmel – bis über dem dunklen Schaum schwarze Gipfel aus Reichen emporstiegen, die so unaussprechlich sind wie der Schlaf! Kuppel türmte sich auf wolkenlose, adamantene Kuppel, und kein spähender Seraph glaubte an ihnen vorbeizukommen. Furcht auf der See, und Furcht unter der See, und schwarze Furcht jenseits des Schicksals herrschte – dann Schweigen, als die Welt sich wandte.


Und doch, als die Stille sich senkte, schien alles Gewicht der Welt zu schwinden, wie in einem Atemzug, den die Ewigkeit hält. Die dunklen Meere des Saturn verschwammen vor meinem Auge, während Lemurien in einem fernen Glanz aus vergangenen Zeiten aufstieg – wie ein Traum, den man am Rande des Bewusstseins erahnt, aber nie ganz erfassen kann. In diesem Licht lebten die Reiche der Urzeit weiter, unberührt vom Verfall der Sterne, und ich, wandernd zwischen den Welten, suchte nach dem, was jenseits von Zeit und Raum lag; nach dir, meinem lieblichen Dämon.

Werkstattbericht 2024-10-13

Liebe Gemeinde, die Zeit vergeht, die Hälfte des unheimlichen Oktobers scheint schon vergangen... die ersten Herbststürme ziehen auf und zerren an den Blättern der riesigen Linde vor meinem Haus, die Katzen verbergen sich nachts und tagsüber verkriechen sie sich unter den Betten. Es wird dunkel, die Jahreszeit des Samhain naht, Zeit der Gespenster und der niemals Geborenen... Die Schleier werden dünner. Der Wind flüstert in einem unverständlcihen Code, während die Luft sich füllt mit dem Duft feuchten Laubs und dem Rauch der ersten Feuer. In der Ferne ein Vogel oder das Echo längst vergangener Stimmen. Die Nacht scheint tiefer, dichter, die Schatten kriechen näher an das Haus heran, gierig darauf, etwas zu erzählen, das in den langen Sommernächten verborgen geblieben ist.

Das ist, was der synthetische Verstand mir vorgibt, wenn ich das Orakel werfe; anscheinend will er mich zart darauf hinweisen, endlich einige der Dinge abzuschliessen, die in den letzten Monaten liegengeblieben sind. Das kommt jetzt nicht überraschend, schließlich ist es Erntezeit. Im unheimlichen Oktober haben wir schon immer gerne in Erinnerungen und den randnotizen unserer Geschichte(n) gewühlt.


AUF SATURN, IN LEMURIEN

Vor einigen Tagen hatte ich mir vorgenommen, zu sehen, was sich aus den Gedichten "In Saturn" und "In Lemuria" von Clark Ashton Smith ergeben könnte.  Schon beim ersten Lesen ist es offensichtlich, dass es sich bei beiden Monologen um Erinnerungen zu handeln scheint, Erinnerungen an vergangene Leben auf Welten, die es so nicht gegeben haben kann. Die Vorstellung, auf unserem Saturn zu leben, ist absurd, von welchem Saturn redet der Erzähler also? Und wir wissen auch, dass es ein Land namens Lemurien niemals gegeben hat außerhalb der hochtrabenden Spekulationen der Theosophie oder zweitklassiger Pulpautoren. [Ich habe dieses Jahr die meisten Thongor-Geschichten von Lin Carter (1965-1970) gelesen, und sie waren nicht so schlecht wie ihr Ruf. Auf jeden Fall besser als "Die Geheimlehre" (1888)]

Aber Erinnerungen sind immer subjektiv, egal wie wahr sie im Moment ihres Auftauchens erscheinen mögen. Sie sind eine Erscheinung, also ein Geist, aber auch Geister sind nicht real, sie existieren nur in unserem Kopf. Das ist nicht beruhigend, kann aber als Erklärung dienen; die phantastischen landschaften und Szenarien sind Teil des Imaginalen, des kollektiven Unbewußten, oder der kollektiven Erinnerung an das, was das menschliche Gehirn an Möglichkeiten zur Kombination und Rekombination hat.

Eine einfache Möglichkeit, die Irrealität als wirklich zu erklären, ist die Fremden Welten nicht als physische, sondern psychische wahrzunehmen, als Teile der Astralebene (wenn es diese gibt) oder als Zwischenzustände, ähnlich den Bardos des "tibetischen Totenbuches".


URBANE MAGIE

Bei den aktuellen Arbeiten an der 14. Ausgabe von "Schwert & Stab", dem legendären Kulturjournal für Moderne Magie, Angewandte Okkulte Lebenskunst und Psychonautik (in Buchform), mit dem Arbeitstitel "VRBAN VOODOO" tauchen wieder ältere Konzepte auf, wie das "Projekt Hammonia", "Städte als Magische Personen" und das, was in den immer noch unveröffentlichten "Schwarzen Papieren" des Ordens des Onyx-Dämmerung aufgeführt wird. Und es drängt sich wieder auf, noch einmal tiefgründig die Konzepte von Fritz Reuter Leiber zu studieren, die er in "Our Lady of Darkness" und einigen Kurzgeschichten entwickelte.

Titel/Illustration zu "Smoke Ghost" von Fritz Leiber


Samhain naht, das Tor zur Anderswelt steht offen, und die niemals Geborenen drängen heran, Sehnsucht in ihren schweigenden Augen.

Samstag, 5. Oktober 2024

Ebenholz und Kristall

Passend zum unheimlichen Oktober habe ich hier in den letzten Tagen drei ganz unterschiedliche Gedichte des großen unvergessenen Weirdos Clark Ashton Smith veröffentlicht, In Saturn, In Lemuria und The Tears of Lilith. Alle stammen aus derselben Veröffentlichung, "Ebony and Crystal. Poems in Verse and Prose" (1922)... also sogar schon mehr als hundert Jahre alt. Ohhh... public domain.

Wie man aus der beigefügten Vertonung sehen kann, sind die Gedichte nicht alle von gleicher Tiefe oder Anmut... Aber beim Sortieren der Datenbank für REDMASK und anderes, konnte ich mich des Eindrucks nicht erwehren, die beiden "IN" Gedichte würden sich gut in Prosa als Anfang von Fantasygeschichten eignen.

Probieren wir es mal aus, mal sehen, wohin uns die Muse treibt... 

In den Saturn? 

Oder nach Lemuria?

Samstag, 12. Juni 2021

Der Infernale Stern

"Für immer verflucht ist Yamil Zacra, der Stern des Verderbens, der abseits sitzt und das Netz seiner Strahlen webt wie eine Spinne, die in einem Garten spinnt. Noch so weit wie das Licht von Yamil Zacra unter die Welten fällt, geht der Fluch und das Böse davon aus. Und der Same von Yamil Zacra wird wie ein feuriges Unkraut auf Planeten gesät, die ihn nur als den geringsten der Sterne kennen ..."
- Fragment einer hyperboreischen Tafel.

Clark Ashton Smith: The Infernal Star (Fragment)

Samstag, 20. Oktober 2018

Fanboy :: Alte Welten

Im Goldenen Zeitalter der populären Unterhaltungsliteratur mit all seinen Hochglanz- und Pulp-Magazinen erfreute sich ein ganz spezielles Subgenre der Science Fantasy großer Beliebtheit, das man heutzutage als Schwert & Planet (Sword & Planet) kennzeichnen würde: die vielleicht reinste und gesündeste Form eskapistischer Fiktion, die je ersonnen wurde. In diesen Jahren wurde eine Unmenge von Novellen verfasst, die phantastische Abenteuer auf anderen Welten zum Thema hatten. Weltraumromantik im eigentlichen Sinne des Wortes , aber dennoch werden diese Geschichten nicht der eigentlichen Science Fiction zugeordnet, sondern der Fantasy; die fremden Welten dienen für den von der Erde stammenden Protagonisten nur als exotischer Hintergrund, und selbst die Ureinwohner jener fremden Welten sind in den meisten Fällen von „normalen“ Menschen kaum zu unterscheiden...

So fängt ein Artikel an, den ich während einiger Jahre zu meinem dunklen Selbstvergnügen zusammengestellt habe. Es hat etwas befreiendes und befriedigendes, über Abenteuer auf anderen Planeten zu lesen. Kolonialromanzen ohne den Rassismus: einen echten Kerl scheint es nicht zu stören, wenn die schöne Marsprinzessin scharlachrote Haut hat und Eier legt. (Respekt, Mr. Carter!) Es ist vielleicht nicht verwunderlich, dass selbst unter den Esoterikern es einige gibt, die ihr Heil auf fremden Welten suchen, jenseits des drögen Alltags und der Kleinlichkeit ihrer Mitmenschen. Leider sind auch diese alten Welten entzaubert werden, genau wie Mutter Erde hat man ihnen den Schleier des Mysteriums heruntergerissen und nur noch der Intellekt, kühl und unsympathisch, betrachtet den Himmel mit neidischen Augen. Derweil ich also die skurrilen und höchst fragwürdigen pulpabenteuer von Captain Dexter Ames vor mir herschiebe und mich frage, was für Leute diese diabolischen Piraten vom Neptun wohl waren, mit denen er es momentan zu tun hat, lese ich in zwei feinen Anthologien, die von den honorigen Altfans George R.R. Martin und Gardner Dozois herausgegeben wurden: Old Mars und Old Venus.
Und ich wünsche mir, es gäbe auch noch eine Anthologie Old Neptune. Vielleicht wäre sie nicht so amüsant geworden wie die vorliegenden - immerhin, Neptun gilt als Seelenplanet und kommt auch irgendwie immer ein wenig neurotisch rüber mit seinem Gerede von Mystik und Geheimnissen. Wahrscheinlich wäre auch nicht eine vollkommen neue Story von Michael Moorcock enthalten, in der er eine seiner alten Serien wieder aufgreift, wie in Old Mars. Aber ich bräuchte mir nichts zu überlegen, was es mit diesen Piraten vom Neptun auf sich hat. Wenn es nach mir geht, hätten sie das Schiff von Dexter Ames mit dem "Kriechenden Tod" angegriffen... oder es wären Haimenschen gewesen, oder eines von den Halbwesen, die die sagenhafte Hohlwelt unterhalb des halbgefrorenen Neptunmeeres heimsucht... grüne Zwerge von Xalan, oder philosophische Fledermausmenschen, die in den von inzwischen ausgestorbenen Titanenameisen gebohrten Tunneln hausen... sadistische Wissenschafter des Landes Noom...

Das wäre ein Alter Neptun, der interessanter wäre als dieser öde Eisriese, der beständig von einer dichten Decke kalter anästhetischer Gase umweht wird...

Schön, wenn man nur solche Probleme hat...

Mittwoch, 15. November 2017

Flash Fiction :: Perle der Finsternis

Die Dämonen der Finsternis haben eine Königin, die sie mit aufrichtiger Liebe verehren.

Es gibt keinen unter ihnen, den Dienern und Boten der Finsternis, der nicht alles für einen Wimpernschlag geben würde, selbst sein unsterbliches Leben.

Die Ritter der Finsternis, die Ritter der Unterwelt schenken ihr schwarze Juwelen für ihre weiße Stirn.

(Seelen besitzen sie nicht, und wenn, hätten sie diese schon vor langem vor den kleinen Zehen ihrer bloßen Füße geopfert…)

Niemand wird dies bezweifeln, der sie schon einmal auf ihrem schwarzen Thron im Herzen dieses unbekannten Landes gesehen hat, das manche den Phantom-Kontinent nennen.

In der Finsternis schimmert ihr Leib wie eine Perle. Sie ist nackt wie eine Flamme, ihr langes Haar fällt bis zu den Hüften, blutig rot, und rot wie Blut ist auch ihr hungriger Mund.

(Eine größere Schönheit hat es nie gegeben; wen wundert es, dass die Dämonen sie lieben und jeden Schritt ihrer kleinen Füße verehren?)

Sie ist die scharlachrote Hexe, die Tochter der Hölle, die Werwölfin; die Herrin des Phantom-Kontinentes, der Dunklen Welt, der Hexenwelt.

Sie geht vorbei, und der schwarze Stein seufzt unter ihren Füßen. Selbst die Verdammten weinen, wenn sie sie sehen, denn auch wenn sie im Jenseits, in der Finsternis Gefangene der Dämonen sind, sind sie doch ebenso wie ihre Kerkermeister vor allem Gefangene dieser Schönheit.

Für einen Kuss von ihr würden sie alles geben, aber dieser Kuss würde bis in alle Ewigkeit auf ihrer Haut brennen.

Denn dies ist die Macht der Hexenwelt, das Mal der Dämonen: Schönheit, vor der alles verdorren muss.


Gewidmet Hugh Walker, eine von mehreren Skizzen unter Verwendung der Einzeltitel der Terra Fantasy-Taschenbuchreihe.

Sonntag, 23. April 2017

Flash Fiction :: Aus den Tiefen

"Der Mond ist vom Himmel gefallen und hat sich wieder der Erde vermählt, aus der er einst geboren wurde; Abgründe haben sich eröffnet, die seit Äonen verschlossen gelegen haben, und all des Menschen Werk ist in Staub zerfallen. In toter Stille schlafen die zerfallenen Häuser und die trümmerbedeckten Straßen, dort, wo vor Zeiten einst die Mengen wandelten, geschäftig, eilig, den Geschäften einer edlen Dynastie verpflichtet. Doch nun herrscht nur noch Schweigen und Finsternis, und manchmal scheint es, als ob man Murmeln und Schlurfen hört, und ein Geräusch, als ob sich tief unter der Erde Türen öffnen und schließen würden.
Es heißt, dass manches Nachts schlanke, bleiche Gestalten aus den schwarzen Reichen von Yoth und Naggai, Atvatabar, Mizora, Skartaris emporsteigen, um im Licht der schwarzen Sterne in den Trümmern einer lang vergang'nen Zivilisation zu wandeln. So groß ist ihre Schönheit, dass jeder, der sie sieht, mit seinem Leben bezahlen muss, wenn der Schlag seines Herzens vor Verzückung innehält. Sind es Engel, sind es Seelen?
Oder nur die feenhaften Geister derer die lebten, bevor der Mond sich der Erde wieder vermählte? Bleich und schlank sind sie, unbekleidet, fahl im Sternenlicht. Über ihren maskenhaften Gesichtern sträubt es sich bebend wie ein Knäul augloser Nattern, oder der Tentakelkranz einer Seeanemone.
Ein Geräusch ertönt, als ob sich tief unter der Erde Türen öffnen und schließen würden…
Dann herrscht wieder Dunkelheit und Leere.

(Gestrichenes Material aus "An den Ufern von Demhe")

Donnerstag, 7. April 2016

Fanboy :: Dorgo und seine Rute


Unerwartet gute Lektüre zur Nachtzeit, zu unschlagbar günstigem Preis auf Hinweis eines Schreiberkollegen aus den Staaten. Bei dem Preis dachte ich mir, da kann man nichts falsch machen, die Beschreibung klingt auch interessant, und warum nicht mal die Kollegen, die man nur aus dem Netz kennt, mal unterstützen. Sollte man sowieso öfter machen.
Stattdessen bekommt man hier einen sehr gelungenen Genremix, eine Art Hardboiled Fantasy - die ungewöhnlichen Abenteuer von Dorgo the Dowser, ein Wünschelrutengänger als P.I., der es mit schurkischen Halbwesen und abgebrühten Damen aufnimmt. Keine Elfen. Gottverdammt, keine Elfen.
Mehr braucht man über dieses Buch nicht zu wissen.

Aus dem Nachwort des Autoren Mr. Bonadonna (sinngemäß zitiert): Es liegt alles an dem Charakter.
 Womit er vor allem meint, dass eine Geschichte mit einem interessanten Protagonisten viel fesselnder ist als ein Mehrteiler, bei dem das einzige epische ist, wie viele Seiten der Autor dahinmetzelt, bis er endlich am Ende angekommen ist. Die alten Pulpster hatten nur ein paar Stories in zweifelhaften Groschenheften für ihre Charaktere, und die sind heute immer noch so lebendig wie damals.
Mein Reden, wir brauchen wieder Singles.

Sonntag, 31. Mai 2015

Fanboy :: R.I.P., Mrs Lee

Aus traurigem Anlass, ein Repost...

Schauen wir mal ein paar Jahrzehnte zurück, gibt es einige Autorinnen, die heute unverdienterweise in Deutschland kaum noch nachgedruckt werden. Das einzige gute, was man daran finden kann, ist dass die Titel, die früher herausgegeben wurden, nun teilweise für einen Spottpreis (+ Porto) im Internetbuchhandel zu finden sind, wenn man sich nicht an kleineren Macken oder eigenartigen Flecken stört.

Die jüngste Autorin, die halb vergessen dasteht, obwohl sie bis Kurzem weiterhin produktiv war, ist die Engländerin Tanith Lee (* 19. September 1947, † 24. Mai 2015).

Wen nicht bereits der geheimnisvolle Vorname überzeugt, dem sei gesagt, dass sie mit ihren stylischen, "gotischen" Novellen und Romanen sicherlich Epigonen wie Anne Rice u.ä. das eine oder andere beigebracht hat, ohne mit weltanschaulichen Patzern in Erklärungszwang zu geraten.

Das Adjektiv, dass bei Beschreibungen ihres OEvres und Stiles am meisten fällt, ist sicherlich "sinnlich". Tanith Lee schreibt farbiger, düsterer, aber auch sinnenfreudiger als die meisten Autoren. Natürlich fehlt es auch nicht an erotischen Aspekten, wobei eine leicht perverse Grundhaltung sogar noch für mehr Abwechslung sorgt.

Bekannt geworden ist Tanith Lee mit ihrer "Birthgrave"- oder "Vazkor"-Trilogie, die manchmal als Beispiel klassisch epischer Fantasy genannt wird. Das mag sein, konnte mich aber nie überzeugen. es sind vor allem ihre schrägeren Werke, Serien oder Singles, die überzeugen.

Empfehlenswert sind auf jeden Fall alle Geschichten von der "Flachen Erde" - beginnend mit Herr der Nacht(Night’s Master, 1978), Herr des Todes (Death’s Master, 1979), Herr der Illusionen (Delusion’s Master, 1981) und dann Die Herrin des Deliriums (Delirium’s Mistress, 1986) und Nächtliche Zauber (Night’s Sorceries, 1987)

Dann gibt es noch "Das Blut der Rosen", in Deutschland als zwei Bände veröffentlicht: Der dunkle Engel und Der Gott des Waldes, (The Blood of Roses, 1990)

In sich abgeschlossene Singles sollen hier erwähnt werden: Ob nun Das Lied des Exorzisten. (Kill the Dead, 1980), Volkhavaar, der Magier. (Volkhavaar, 1977) oder Sabella oder der letzte Vampir (Sabella or the Bloodstone, 1980), alles kleine feine Novellen, die man an einem besonders griesigen Winterabend lesen kann.

Da Mrs. Lee immer sehr fleißig war, gibt es noch Dutzende anderer Titel, die ich hier nicht aufführen kann oder möchte - diese Bücher oben stehen alle in meinem Regal und wenn ich sie auch niemandem ausleihen würde, kann ich sie vorbehaltlos empfehlen. Wer also ein paar Cent übrig hat und wagemutig ist, soll doch mal schauen, ob er den einen oder anderen Titel auftreiben kann. Ich meine, es lohnt sich. In der momentan von mir besprochenen Terra Fantasy-Reihe veröffentlichte sie zum Beispiel die namensgebende Kurzgeschichte in Band 85 "Dämonenliebe".

Freitag, 15. Mai 2015

Fanboy :: Terra Fantasy [3]



Inhalt der Bände 63 - 94


63
Gefangen im Jenseits
Flashing Swords, Vol. 4, Part 2
Lin Carter (Hrsg.)
64
Kampf im Labyrinth
Kothar - Barbarian Swordman
Gardner F. Fox
65
Buch der Paradoxe
The Book of Paradox
Louise Cooper
66
Straße der Verdammnis
The Unknown
D. R. Bensen (Hrsg.)
67
Die rote Hexe
Kothar of the Magic Sword   - The Helix from Beyond - A Plague of Demons
Gardner F. Fox
68
Prinzessin der Haie
The Goat without Horns
Thomas Burnett Swann
69
Die Werwölfin
New Worlds of Fantasy, Vol. 3
Terry Carr (Hrsg.)
70
Die Dämonenkönigin
Kothar and the Demon Queen
Gardner F. Fox
71
Prinz von Poseidonis
The Tritonian Ring
Lyon Sprague de Camp
72
Die Zauberinsel
The Reign of Wizardry
Jack Williamson
73
Des Hexers Fluch
Kothar and the Conjurer's Curse
Gardner F. Fox
74
Jenseits aller Träume
New Worlds of Fantasy, Vol. 1
Terry Carr (Hrsg.)
75
Der Dolch mit den drei Klingen
Three-Bladed Doom
Robert E. Howard
76
Der Barbar und der Meuchler
Kothar and the Wizard Slayer
Gardner F. Fox
77
Im Land der Messer
Son of the White Wolf
Robert E. Howard
78
Schergen der Bösen
Trey of Swords
Andre Norton
79
Die Schlangenmutter
The Face in the Abyss
Abraham Merritt
80
Der Schatz der Tartaren
Swords of Shahrazar
Robert E. Howard
81
Tempel des Grauens
The Year's best Fantasy Stories, Vol. 1
Lin Carter (Hrsg.)
82
Die Macht der Hexenwelt
Zarsthor's Bane
Andre Norton
83
Zauberer von den Sternen
The Warlock in Spite of Himself
Christopher Stasheff
84
Das Ungeheuer aus dem Sumpf
Black Canaan
Robert E. Howard
85
Dämonenliebe
The Year's best Fantasy Stories, Vol. 2
Lin Carter (Hrsg.)
86
Unter schwarzer Flagge
Black Vulmea's Vengeance
Robert E. Howard
87
Als die Hexer starben

Ray Cardwell
88
Der dunkle König
The Year's best Fantasy Stories, Vol. 3
Lin Carter (Hrsg.)
89
Flammenzauber
Flame Winds
Norvell W. Page
90
Söhne des Bärengottes
Sons of the Bear-God
Norvell W. Page
91
Der verzauberte Kreuzzug

Hugh Walker (Hrsg.)
92
Der kristallene Greif
The Crystal Gryphon
Andre Norton
93
Die Krieger von Assur
The Children of Asshur and other Stories
Robert E. Howard & Ramsey Campbell
94
Herrin der Welt

Ray Cardwell

Mittwoch, 13. Mai 2015

Fanboy :: Terra Fantasy [2]



Inhalt der Bände 32 - 62


32
Schwerter, Schemen und Schamanen

Hugh Walker (Hrsg.)
33
Stadt der Götter

Hugh Walker
34
Der letzte Minotaur
The Forest forever
Thomas Burnett Swann
35
Schiff der Ishtar
The Ship of the Ischtar, Part 1
Abraham Merritt
36
König der zwei Tode
The Ship of the Ischtar, Part 2
Abraham Merritt
37
Horde aus dem Morgenland
Sword Woman and other Stories
Robert E. Howard
38
Tolle Tage in Atlantis
Mention My Name In Atlantis
John Jakes
39
Ingarets Fluch
Spell of the Witch World
Andre Norton
40
Der Weg nach Sinharat
The Secret of Sinharat
Leigh Brackett
41
Wächter am Todestor
People of the Talisman
Leigh Brackett
42
Die Bestie von Bal-Sagoth
Novellen: The Lion of Tiberias - The Sowers of the Thunder - The Gods of Bal-Sagoth
Robert E. Howard
43
Die Chronik der Poseidonis

Lyon Sprague de Camp
44
Die Stunde der Minotauren
Day of the Minotaur
Thomas Burnett Swann
45
Die Zaubergärten
The young Magicians
Lin Carter (Hrsg.)
46
Dämonen der Finsternis

Hugh Walker
47
Königin im Schattenreich
Dwellers in the Mirage, Part 1
Abraham Merritt
48
Die Höhle des Kraken
Dwellers in the Mirage, Part 1
Abraham Merritt
49
Das Erbe der Marsgötter
The Sword of Rhiannon
Leigh Brackett
50
Geister der Nacht
The House of Arabu
Robert E. Howard
51
Rächer des Dunklen Imperiums
Count Brass
Michael Moorcock
52
Die Prinzessin und der Löwe
The undesired Princess
Lyon Sprague de Camp
53
Der Held von Garathorm
The Champion of Garathorm
Michael Moorcock
54
Vier Ellen Drachenhaut
Flashing Swords, Vol. 3: Warriors and Wizards
Lin Carter (Hrsg.)
55
Gespenster der Vergangenheit

Robert E. Howard (Hrsg.)
56
Diener der Finsternis

Hugh Walker
57
Der Feuervogel
Where is the Bird of Fire?
Thomas Burnett Swann
58
Der ewige Held
The Quest of Tanelorn
Michael Moorcock
59
Reigen der Fabelwesen
The Reluctant Shaman
Lyon Sprague de Camp
60
Streiter wider die Magie
Flashing Swords, Vol. 3 & 4, Part 1
Lin Carter (Hrsg.)
61
Ritter der Unterwelt
Raum
Carl Sherrell
62
Das Auge und das Schwert

Hugh Walker

Montag, 11. Mai 2015

Fanboy :: Terra Fantasy [1]



Inhalt der Bände 1 - 31


Nr.
Titel
Originaltitel
Autor
1
Schiff der Seelen
Brak the Barbarian
John Jakes
2
Gefangene der Dämonen
Witch World
Andre Norton
3
Herrscher der Nacht
Worms of the Earth
Robert E. Howard
4
Tochter der Hölle
Brak the Barbarian versus the Sorceress
John Jakes
5
Im Netz der Magie
Web of the Witch World
Andre Norton
6
Lord der Dunklen Welt
The Dark World
Henry Kuttner
7
Das Mal der Dämonen
Brak the Barbarian versus the Mark of the Demons
John Jakes
8
Reiter der Finsternis

Hugh Walker
9
Bannkreis des Bösen
Three against the Witch World
Andre Norton
10
Bruder des Schwertes
Swordmen in the Sky
Donald A. Wollheim (Hrsg.)
11
Degen der Gerechtigkeit
aus: Solomon Kane, The Hand of Solomon Kane & The Moon of Skulls
Robert E. Howard
12
Ritter des schwarzen Juwels
The Jewel in the Skull
Michael Moorcock
13
Die Götzen erwachen
When the Idols walked
John Jakes
14
Das Heer der Finsternis

Hugh Walker
15
Kämpfer wider dem Tod
Flashing Swords, Vol. 1, Part 1
Lin Carter (Hrsg.)
16
Angriff der Schatten
Warlock of the Witch World
Andre Norton
17
Rächer der Verdammten
aus: The Hand of Solomon Kane, Worms of the Earth & The Moon of Skulls
Robert E. Howard
18
Feind des Imperiums
The Mad God's Amulet
Michael Moorcock
19
Am Abgrund der Welt
Devils in the Walls and other Stories
John Jakes
20
Boten der Finsternis

Hugh Walker
21
Flug der Zauberer
Flashing Swords, Vol. 1, Part 2
Lin Carter (Hrsg.)
22
Das Mädchen und der Magier
Sorceress of the Witch World
Andre Norton
23
Krieger des Nordens
Tigers of the Sea
Robert E. Howard
24
Diener des Runenstabes
The Sword of the Dawn
Michael Moorcock
25
Jirel, die Amazone
Jirel of Joiry
C. L. Moore
26
Götter, Gnomen und Giganten
Flashing Swords, Vol. 1, Part 3 & Vol. 2
Lin Carter (Hrsg.)
27
Gefangene der Finsternis

Hugh Walker
28
Kull von Atlantis
King Kull, Part 1
Robert E. Howard & Lin Carter
29
Herr von Valusien
King Kull, Part 2
Robert E. Howard
30
Legion der Morgenröte
The Runestaff
Michael Moorcock
31
Die Braut des Tiermenschen
The Year of the Unicorn
Andre Norton