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Freitag, 1. Dezember 2017

Die Geister im Holz

Jedes Mal, wenn ich am Küchentisch sitze, spüre ich Unruhe. Die Katzen sträuben das Fell und sehen Unsichtbare durch die Dielen sinken. Ein einsames, dunkles Auge in der Maserung des Holzes blinzelt mir zu... es sind die Geister im Holz!
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[Ziemlich cool, was man nebenbei so alles findet, wenn man den Blick offen hält und bereit ist, ein wenig an seinem Smartphone herumzufummeln.]

Samstag, 20. Mai 2017

Der Weltraum... unendlich und breit


Der Geist ist wie eine Pflanze - er wächst, wenn er begossen wird. Nein, kein Loblied auf den Alkohol. Die besten Ideen habe ich meistens, wenn ich im Regen wandere. Die hohe Kunst der Prokrastination, manchmal kommen solche Sachen auch, wenn man an gar nichts denken will, also während einer typischen 8-Stunden-Schicht, wenn der Wahnsinn an die Zimmerwände hämmert oder sich in der integralen Struktur der Programme widerspiegelt, mit denen man arbeiten muss. Hatte vor ein paar Tagen im Keller gekramt, um zu sehen, ob ich in den letzten 40 Jahren nicht doch mehr Science Fiction geschrieben habe, als das, an was ich mich erinnere. Ich dachte, so aus Gag wäre es doch witzig, eine von den ganz üblen Sachen aus meiner Kindheit mal schnell in einem vernünftigen Stil rauszurotzen. RetroSF im Stil der 30er Jahre! Photonenpistolen und heulende Zyklotrone! Sozusagen ein Abstecher in die Embryonalphase meiner Pulpwelten. Ach ja, jetzt weiß ich wieder, warum ich mich an manche Sachen nicht mehr erinnere. Captain Galaxo! Commander Dorrow! Powerrak! Was habe ich damals eigentlich gemacht? Anscheinend war ich ein großer Fan von Raumschiff Enterprise, Captain Future und Perry Rhodan. Achja, und Goldorak. Superroboter machen alles besser.

Regenidee 942:
Wenn Du mal nichts besseres zu tun hast, junger Jedi
  • RetroSF im Stil der 30er Jahre. Und wenn Du das wirklich schreibst, dann wie ein Autor aus der Zeit.
  • Vergiss alles andere. Vergiss Captain Galaxo. Klau bei Dir selber was besseres.

Richtig. Da unten im Keller liegt noch mehr. Und ich musste natürlich mich gleich hinsetzen und ein Exposé für eine Retro-SF-Serie hinhauen, die es sich gewaschen hat. Und die ich wahrscheinlich nie schreiben werde. Sonne macht dumm - Regen übermütig.

Montag, 24. März 2014

Johnny Tengu

Auch wenn es dem aufmerksamen Leser so scheint, als ob ich die meiste Zeit in der Sonne liege, mich am Bauch kratze oder meine Zeit mit der umfangreichen Okkult- und Groschenheftbibliothek vertändele, die unser Haus verstopft, vergeht doch kein Tag, wo ich mich nicht dem steten Streben nach Selbstvervollkommnung und dem Fortschritt der Menschheit widme. Also, ich schubse alte Ideen und Sätze vor mir her, und nicht nur die eigenen.
Arbeitsauftrag für mich selber ist "Ein Absatz täglich, oder dabei umkommen", und der für alle anderen "Alles was veröffentlichungswert ist, wird veröffentlicht". Manchmal muss man jedoch etwas daran feilen. So geht es momentan - seit einigen Monaten - dem halbfertigen Material, das unter dem Arbeitstitel "Der Klabautermann" angeboten worden ist.  Um die Wahrheit zu sagen, war es nicht der Arbeitstitel, aber der Titel machte soviel Arbeit, dass eine Veröffentlichung immer weiter zurücksackte im Zeitplan. Geplant war eine Exkursion in die Gefilde des alten oder neuen Pulp, mit einem "Hauscharakter", den jeder interessierte Autor benutzen konnte. Aber... der Klabautermann? Man sah die guten Ansätze, aber nach dem fünften beißenden Kommentar über Pumuckl schlang ich ein Samtband um die Dateien und versteckte sie irgendwo auf der internen und externen Festplatte.
Heute habe ich das ganze nochmal abgeschliffen und neulackiert, und präsentiere einen New Pulp Hauscharakter, den jeder interessierte Autor benutzen könnte.


Charakterblatt Johnny Tengu
[erste Fassung]
...benannt nach den Berg- und Waldkobolden der japanischen Mythologie. Wie die Tengu der Mythologie scheint Johnny Tengu die Fähigkeit zu haben, von einem Moment zum anderen an jedem beliebigen Ort zu erscheinen, zu sprechen ohne den Mund zu bewegen oder in den Träumen derer aufzutreten, die er heimsucht. Es gibt auch solche, die behaupten, dass er die Fähigkeit besitzt, nach Belieben Menschen- oder Tiergestalt anzunehmen. All dies ist sowohl wahr als auch eine Lüge. Alle übernatürlichen Fähigkeiten, die man ihm zuschreibt, sind die Tricks eines erfahrenen Bühnenzauberers der Täuschung und Ablenkung, oder die Fähigkeiten, die er während seines Studiums unter einem der letzten lebenden Ninjameister erworben hat.

Dienstag, 4. Juni 2013

Shortcuts 2013-06-04



Vor längerer Zeit hatte ich die bisherigen Ergebnisse meiner Beschäftigung mit einer Verbindung der "Reise des Narren" aus dem Tarot und dem Monomythos von Campbell geschildert... Teile eines Projektes, an dem wir schon seit längerem herum basteln und den Grundplot für mehrere sogenannte "Tarotromane" bilden soll... und nein, man braucht nicht nach zu blättern, auf welcher Seite es steht,  sowohl die Esofreaks als auch die Campbellianer haben nicht viel Gefallen daran gefunden. Die Strohpuppen mit meinem Gesicht brannten an jeder Straßenkreuzung.

Es sollte auch nicht die letzte Zusammenfassung des besten spirituellen Weges zur Erfüllung werden.... wenn ich so etwas gefunden hätte, würde ich wahrscheinlich hier nichts mehr schreiben, sondern mir von dickbrüstigen Chelas Rosenblätter zuwerfen lassen... shanti, shanti, shanti...

Aber als Idee, um den kruden (und wohlgestalteten) Worten und Ideen gewisser Schreiberlinge Form und Struktur zu geben, taugt das immer noch. Zwingen wir das Chaoplasma der Schöpfung in rigide Strukturen. Man will es sich ja nicht zu einfach machen. Kurzum, gestern Nacht habe ich die Sache schnell und schmerzlos zu Ende gebracht. Alles nochmal neu. Ich druck mir das jetzt mal aus und kleb es an die Wand und fange dann an, mit bunten Stiften und kleinen Kärtchen alle möglichen Entwicklungen und Querverweise zu notieren, bis es komplett unverständlich ist, so wie früher.

Auf... Papier.

Wie gewagt. Retro High Tech aus dem Mittelalter!



Mit großem Bedauern mussten wir vor einigen Tagen vom Verscheiden des großen und unnachahmlichen Mr. Jack Vance Kenntnis nehmen. Bedauerlicherweise scheint er heutzutage in Deutschland kaum noch bekannt zu sein, aber sein Einfluss lässt sich überall nachweisen, und wie immer wird man die Bedeutung des großen alten Mannes viel zu spät begreifen. Es wird mal wieder Zeit, zu den alten Taschenbüchern zu greifen, ich auf jeden Fall werde demnächst alle Bücher von ihm noch einmal lesen, und in Erinnerungen schwelgen.

Ich hoffe, ihn wenigstens im Nachwort zu "Planet der Verdammten" ausreichend gewürdigt zu haben... nein, wahrscheinlich nicht, das muss ich dann wohl nachholen für den nächsten Band mit Arullu-Geschichten. Ohne Jack Vance hätte das Genre der "Sterbenden Erde" nicht die Bedeutung (zumindest für mich) erlangt, die es heute hat.





Kniffle momentan an mehreren Stories gleichzeitig, wie immer, und fühle mich genötigt, wie ein stets wiederkehrender Juckreiz, immer wieder neu einschlagende Ideen zu notieren. ("Der Letzte Astronaut" mit Jim Morrison in der Hauptrolle?)

Auch hier habe ich inzwischen wieder eine Retrotechnologie eingeführt und meine Kreativtagebücher hervor gekramt, die ich zu Beginn des Informationszeitalters langsam durch Dumpdateien ersetzt hatte.

Aber ein Infodump sieht leider von außen immer gleich aus. Das gleiche Problem wie bei eBooks - es gibt keine visuelle oder taktile Erinnerung, wo man eine bestimmte Zeile finden könnte.

In ein Tagebuch kann man schreiben, krickeln, zeichnen, oder was einkleben.

Papier siegt. Verdammt.



Habe in den Weiten des weltweiten wilden Webs etwas gefunden, dass sich Irish Metal Archive nennt. Sehr zur Freude auch von Freunden und Bekannten. Nur meine Frau, die beste von allen, bittet mich immer, die merkwürdigen Töne leiser zu drehen, die aus meinem Subwoofer dröhnen...





Cutout der Woche

Aus den "Begegnungen mit außergewöhnlichen Menschen"

Der Captain, jener glorreiche Soldat, erscheint dem Beobachter ein eitler Prahler und Aufschneider, der kaum von etwas anderem spricht als von seinen angeblichen Heldentaten auf dem Schlachtfeld und im Bett, die er jedoch nie beweisen kann. Er ist ein älterer Herr mit einem sich regelmäßig sträubenden Schnauzbart, von kleinerer Statur und generell unauffällig, wenn auch nicht harmlos. Sein hervorstechendes Merkmal sind wahrscheinlich seine Augen, die von einer ungewöhnlich intensiven Türkisfarbe sind, die auf längere Zeit sowohl durchdringend als auch beunruhigend wirken.

Sonntag, 29. April 2012

Shortcuts 2012-04-31

Vor einiger Zeit hatte ich mich in einem persönlichen Gespräch, und natürlich auch eloquent in den so genannten sozialen Netzwerken, über die "weltanschauliche Wüste" Bundesrepublik Deutschland geäußert, die im Vergleich zu anderen zivilisierten Ländern doch recht provinziell daherkommt, vor allem, wenn es um den Umfang und die Mannigfaltigkeit an Weltanschauungen geht. Inzwischen muss ich meine Meinung revidieren.
Wenn ich mit einem Auge in die englischsprachige Welt schaue, muss man schon schlucken. Hier findet momentan nach einer Aufforderung an die Lehrplanbehörde von Cornwall, im Religionsunterricht auch 'pagane' Themen zu behandeln, in den Massenmedien und der Blogosphäre eine ungewöhnlich bissige Vermischung von Kategorien statt. Jetzt, wo sie in die Augen der Öffentlichkeit gerückt werden, werden plötzlich die bislang harmlosen Druidenkollegien und der Neo-Paganismus auf eine Stufe gestellt mit den öffentlickeitswirksamen Muti-Morden unter afrikanischen Einwanderern. Ekelhaft. Glücklicherweise sind solche Dinge bislang in Deutschland unbekannt.
Also, ist es ist gut, dass unser schönes Land in dieser Hinsicht so provinziell ist. Es ist gut, dass die Anhänger von 'ungewöhnlichen' Weltanschauungen höchstens als außergewöhnliche Spinner gelten. Es ist gut, dass selbst die traditionsreichsten Gruppen sich aus der Öffentlichkeit zurückziehen und sich lieber mit sich selbst beschäftigen. Und es ist gut, dass die einzige Diskussion über solche Themen in den Tiefen der Sozialen Netzwerke stattfindet, wo es nun wirklich niemanden interessiert.
Wir können also beruhigt weiter schlafen.

Ich enthalte mich gewöhnlich jedes politischen Kommentars, aber wo jetzt auch ein anderer bekannter Schriftsteller mit der respektlosen Charmanz des buckligen Hackers nebenan konfrontiert wurde, ungefragt seine Werke zu kopieren und im Internet zu verteilen, ein paar Worte hierzu:  
"Freiheit der Information bedeutet nicht, dass man sich einfach die Freiheit nimmt, Information zu stehlen." 
"Die Firma, die Informationen vermarktet, kann einen Einbruch im Gewinn leicht verkraften, indem sie einfach ein paar Stellen mehr streicht. Der Arbeiter, der die Informationen produziert, kann das nicht."
 Und noch zwei Worte:
"Fuck you."
 

War der "Rächer"-Film nach den Charakteren von Jack Kirby sehenswert, den ich am Donnerstag gesehen habe?
Er war, obwohl er Überlänge hatte, sehr kurzweilig.
Er ist eine direkte Fortsetzung von "Iron Man 2", "Captain America: The First Avenger" und "Thor".
Es gibt eine dichte Kontinuität, dennoch hat man es verstanden, unauffällig Elemente aus den Originalquellen einzumischen.
Kurz vor den Credits hatte ein weiterer Superschurke sein Cameo - jemand, mit dem ich wirklich nicht gerechnet hatte.
Ich erhob mich also und rief mit deutlich vernehmbarer Stimme: "Oh Fuck!!!!"
Ich war offensichtlich der einzige, der diesen Charakter kannte.
Ach ja, und Stan Lee war nur seeeeehr kurz zu sehen.
Sehr gut. Sie lernen dazu.

Soundtrek (während ich das neue Blogger-Interface verfluche...):

Freitag, 7. Dezember 2007

Mobile Mouth

Der Geist ist wie eine Pflanze - er wächst, wenn er begossen wird. Nein, kein Loblied auf den Alkohol. Die besten Ideen habe ich meistens, wenn ich durch den Regen wandere. Muss so eine Hamburger Spezialität sein. Gerade regnet es mal wieder, und das kam mir, als ich mit meinem Sohn durch die Pfützen zum Kindergarten schlurfte und die ganzen Spinenr sah, die trotz Regenschauer am telefonieren und simsen sind.

Regenidee 755:
Idee für einen Comicstrip
  • Jede Folge je drei Panels, in der man meistens den Titelhelden von der Seite sieht, in sich zusammengesunken dahockend, Blickrichtung links nach rechts. (Typisches Bild immer wiederverwerten.) In seiner Linken hält er ein Handy. Winzige Soundeffekts, wenn er die Tasten bedient. Über ihm ein stylisiertes Handydisplay, auf dem das zu lesen ist, was er gerade simst.
  • Der Titelheld spricht und denkt nie. Man sieht nur seine schriftlichen Äusserungen. Er ist ein typischer Emoteen, der öde SMS mit seinen öden Freunden austauscht oder gefühlsschwangeres Verbalstalking an den Schulschönheiten ausübt. (Deprilyrik et al.)
  • Aus dem Handy kommt eine Gedankenblase mit einem giftigen um nicht zu sagen zynischen Kommentar. Offensichtlich ist die Beziehung zwischen dem Titelhelden und seinem Handy etwas unausgeglichen, mit einem deutlichen Vorteil für sein Handy.
Arbeitstitel: Handy Randy's Randy Handy, oder Mobile Mouth.