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Sonntag, 26. November 2017

Werkstattbericht 2017-11-26



Hallo von der Nordwestküste des Jadebusens.
Normalerweise grüße ich aus Zollern am Meer, aber das ist leider nur ein mythisches Gefilde; ein Name, der nie verwendet wurde... man könnte auch sagen, eine Idee, die sich nicht durchgesetzt hat.
Zollern am Meer ist nie entstanden, es ist ein Ort, den es nur in einem besser geschriebenen Paralleluniversum als diesem gibt, eine halbmythische Stadt wie Tanelorn, Lankhmar oder Brigadoon. Die graue Realität sieht anders aus, eine dieser typischen norddeutschen Hafenstädte, irgendwie grau, irgendwie schmuddelig, kein übler Ort, aber die Sonne scheint manchmal nur in der Nacht.
Immerhin, Jadebusen klingt ja ganz interessant. Meine Freunde aus dem Reich der Mitte versichern mir, dass "Jade" immer etwas Erhabenes und Wertvolles ist. Konfuzius hat da ein paar schöne Worte für gefunden. Ein "Jadebusen" ist also ein besonders erhabener oder schön geformter Busen.
Das ist doch schon mal was.

Sonntag, 21. September 2014

Shortcuts 2014-09-21

Wie immer, wenn ich nichts Besseres zu tun habe, räume ich momentan meine interne und externe Festplatte auf. Na, es ist nicht so, dass ich nichts Besseres zu tun habe, aber zu mehr als in Dateien blättern und Blätter in Dateien umzuwandeln taugt meine Mobilität momentan nicht. Auch dieser Satz ist schon so verquer konstruiert, dass irgendjemand anders ihn geschrieben haben muß. Invasion aus dem ID? Die fremde Hand?
Auch egal. Zur Prokrastination reicht es noch.



Update1: Um effektiv Ordnung in den Sauhaufen hier zu bekommen, muss ich erst mal ein, zwei Schritte zurückgehen, um mir einen Überblick zu verschaffen, den habe ich nämlich langsam verloren. Das betrifft viel von dem, an dem ich in den letzten Monaten geschrieben habe. Einen Anfang habe ich mit meiner Serie von Geschichten aus Arullu, der Sterbenden Erde, gemacht, die dieses Jahr ja 30 geworden ist. Puh, das ist eigentlich mehr, als mir lieb ist. Ich glaube, ich habe jetzt alles wieder ausgegraben, was es gibt, und ehrlich gesagt, wenn ich das alles abarbeite, werde ich bestimmt nicht noch eine Geschichte an diesen Ort verlegen.

Donnerstag, 17. April 2014

Prokrastination



Vor einiger Zeit bin ich beim Aufräumen der externen und der internen Festplatte mal wieder über einen Ordner gestolpert, in dem einige Manuskripte und eine in Ehren vergilbte Landkarte lagen, skizziert auf altes Alkoholmatrizenpapier, das inzwischen schon dunkelbraun geworden ist. Die Tesastreifen, mit denen ich die Blätter zusammengehalten habe, sind inzwischen schwarz, der Plastikanteil des Tesa weg gebröckelt. bevor das noch schlimmer wird, habe ich alles mal schnell eingescannt, und dann schnell wieder irritiert weggelegt.

Geschichten aus den 80ern, die auf dem nur in den Phantastereien der Theosophen und anderer Spinner existierenden Urkontinent Lemuria spielen? Wer braucht denn so was?

Andererseits...

Einiges von dem Material hatte ich schon bei anderen Gelegenheiten zweckentfremdet, so z.B. für die stylistisch ebenfalls an Clark Ashton Smith angelehnten Geschichten um den letzten Kontinent der Erde, Arullu. Lemuria und Arullu, der erste und der letzte, L und A... unheimlich clever, nicht wahr?

Nein, nicht wirklich. Aber es amüsiert mich immer noch soweit, dass ich an einem faulen Nachmittag meine Zeit damit vertrödele, an der alterswunden Landkarte herum zu spielen. Und es ist amüsanter, die alte Landkarte zu nehmen und die morbide Ästhetik, die sie in all den Jahrzehnten erhalten hat, zu würdigen, als alles weg zu schmeißen oder komplett neu zu machen. Wie Cromwell sagte, Warzen und alles. Es ist halt ein altes Stück.

Auf jeden Fall braucht dieses alte Stück einen neuen Namen, denn Lemuria... nein, das geht wirklich nicht, außerdem haben das andere Autoren schon zu oft gebraucht, und wenn es auch in den Phantastereien der Theosophen und anderer Spinner seinen Platz hat, wir arbeiten hier streng wissenschaftlich... *hüstel* Denn neuen Namen greife ich also aus meinem Trickbeutelchen urbaner Chaosmagie oder so. Pandeluhme? Klar, warum nicht.

Mittwoch, 24. Juli 2013

Was ich in den Ferien gemacht habe

Also, die Mamma und der Pappa waren jetzt einige Tage lang alleine. Das Wetter war ganz schön. Die Sonne hat geschienen, und es war richtig heiß, auch wenn der Pappa immer geflucht hat, weil er einen schlimmen Husten hat und er ohne Sonnenbrille kaum etwas sehen kann. Und die Mamma hat geflucht, weil sie trotzdem immer arbeiten muss, und der Pappa zuhause sitzt, den Hund ärgert und immer einen Haufen Bücher auf seinem Schreibtisch liegen hat, die er nicht wegräumen will...

Okay, Scherz beiseite, alle Spuren werden verwischt sein, bevor die beste Ehefrau von allen nach Hause kommt, und die Kinder brauchen das nie zu erfahren, dass wir auch ohne sie klarkommen. Was ich also in den Ferien, genannt Urlaub, unter anderem gemacht habe:


  • ...eine Webseite getunt, wobei ich noch über einen Haufen alter Übersetzungen gestolpert bin, die ich mir bei Gelegenheit auch mal ansehen sollte. 
  • ...herausgefunden, dass die alten Doc Savage-Taschenbücher aus dem Pabelverlag die perfekte Sommerlektüre sind, sowohl vom Format als auch dem Anspruch nach. Die haben damals 2,80 DM gekostet, oder eine Mark in der Grabbelkiste. Versucht die heute mal noch unter 5 Euro zu bekommen. Seufz.
  • ...an einer Erzählung namens "Hexenlicht" weiter geschrieben, von der ich jetzt schon befürchte, dass sie den vorgeschriebenen Umfang überschreiten wird. Aber allein die Infodump-Datei ist schon so groß, dass ich daraus haufenweise Text (>>> und >>>) für andere Zwecke ziehen kann, oder vielleicht gleich eine ganz andere Geschichte.
  • ...bewusst darauf verzichtet, schon wieder an den Titelbildern herum zu fummeln, die für Bücher vorgesehen sind, die frühestens in ein paar Monaten fertig sind. Gott, die Entbehrungen, die ich bereit bin, auf mich zu nehmen!
  • Da es doch irgendwie verdammt heiß war, hat mein Gehirn in Momenten temporärer Überhitzung den Faden bei "Hexenlicht" verloren und stattdessen alte Ideen wieder ausgespuckt, die ich schon längst vergessen hatte, oder neue ausgekocht. Ich hatte z.B. gestern den unnatürlichen Drang, eine neue Fantasywelt zu erschaffen und stundenlang über den alten Landkarten von Erhard Ringer zu meditieren. (Warum gibt es die eigentlich nicht alle in Buchform? Seine Webseite fantasy-atlas.org ist ja sehr hübsch, aber ich glaube manche neuen Browser kommen mit der Programmierung nicht mehr klar...)
  • ...zusätzlich dazu bin ich fasziniert von den paläogeographischen Karten, die auf der Seite von Colorado Plateau Geosystems, Inc dargestellt werden.
  • ...nebenbei habe ich ein paar alte Pagemakerdateien des legendären Magazins "Schwert & Stab" reaktivieren können, das man somit wieder zu neuem Leben erwecken könnte...
Jetzt lassen mich diese verdammten alten Landkarten doch nicht los. Scannen? Löschen? Verbrennen? Zum krönenden Abschluss sollte ich doch etwas ganz anderes machen. Mal sehen. das Eschaton immanentisieren? Cthulhu endlich wecken? Ein Puschelhäschen grün anmalen? Alte Landkarten an die Wand kleben und endlich in eine Parallelwelt abhauen, die witziger ist als die, in der ich momentan sitze?

Wenn ja, melde ich mich noch, falls einer mitkommen will...

Dienstag, 10. Juli 2012

Arullu :: Rekonstruiert

Es wird mal wieder Zeit, hier ein bisschen Ordnung herein zu bringen und für regelmäßige Nachrichten zu sorgen. Das Folgende hätte schon vor zwei Wochen veröffentlicht werden sollen. Ich gelobe Besserung...  

Hier ein erster Einblick auf ein paar Spielereien aus dem Juni... es zog mich wieder nach Arullu. Ich bin mir sicher, dass ich die erste Landkarte der "Sterbenden Erde" anhand der Plattentektonik und Kontinentaldrift in einem alten Schulatlas zusammengebastelt hatte, aber ich habe diese Ur-Karte nicht mehr wieder finden können.
Anbei der Versuch, sie zu rekonstruieren...
Nebenbei habe ich (nach Meinung der ehrlichsten aller Kritiker) zuviele Nächte an einer weiteren groß-maßstäblichen Karte von Arullu herum gebastelt. Achja, und anstelle eine überschaubar kurze Kurzgeschichte abzuschließen, habe ich mich dazu hinreißen lassen, eine neue Novelle mit dem Titel "Der Prinz mit der Gelben Maske" zu beginnen...
Physische Urkarte, Rekonstruktion (klick to planetsize)

(Ja, als Autoren sind wir hier vielleicht nicht besonders geschäftstüchtig, Herr Y., aber unheimlich fleißig.)
(Und weiterhin fleißig unheimlich...)

Montag, 23. April 2012

Die fahle Karte

Ich schiebe gerade die Einzelseite mit den Daten (und Fakten?) zu meiner Serie um Arullu, die Welt am Ende der Zeit, vom Verlagsblog herüber in diesen eher privaten Bereich - das spart mir vor allem auch die Arbeit, für andere Serien oder andere Autoren gleiche Seiten anzulegen. Und wo wir gerade dabei sind, als Zugabe noch die "zweite" Landkarte von Arullu, so wie sie in "Planet der Verdammten" veröffentlicht wurde.

Sonntag, 22. April 2012

The Yellow Map

Nur mal so zwischendurch... ein etwas aufgemotzter Ausschnitt der XL-Karte der Welt Arullu, an der ich immer wieder bastele, wenn mich die Müdigkeit überkommt. Auf dieser Version enthalten die Handlungsorte der bereits veröffentlichten Kurzgeschichten "Die Sümpfe von Manou", "Reich der Toten" und "Der Stein vom Aldebaran".

P.S. Blogger/Google hat ohne Vorankündigung das Interface des Editors verändert. Einige Kollegen scheinen hier daran zu verzweifeln. Mal sehen, ob ich damit zurechtkomme, ohne auf Chrome wechseln zu müssen. Vive la Liberté!

Mittwoch, 14. September 2011

Shortcuts 2011-09

Man sehe und staune (oder wundere sich). In einer der untersten Schubladen meines Schreibtischs fand sich ein Aktendeckel mit Hintergrundmaterialen zu verschiedenen alten Serien. Darunter auch die älteste Landkarte von Arullu. Da komplett handgezeichnet, ein wenig windschief, aber interessant... Man kann dennoch ziemlich gut erkennen, wie die Landmassen zusammengeprallt sind, um diesen Superkontinent zu bilden.

Was der Leser sucht

Ich habe mal wieder einen Blick in die Suchanfragen der jüngsten Zeit geworfen, die Besucher auf diese Seiten führen.

werwolf | richard corben | "seed from the sepulchre" richard corben | baummenschen: Wie immer gilt das größte Interesse der Besucher dieses Blogs entweder dem Werwolf, der eine gutbestückte junge Dame bedroht oder der jungen Dame selbst; weiterhin scheint sich herumgesprochen zu haben, dass es hier auch andere Bilder von Richard Corben zu bestaunen gibt (Weird Tales Ill-ustrated).Ich werde wohl in den nächsten Wochen noch ein paar Sachen hier hinstellen.
animierte satanische bilder | animated werwolf | arkham zyklus: Relativ klar und nicht wirklich bemerkenswert. Vor allem, weil ich überhaupt keine animierten Bilder anbieten könnte. Vielleicht eine miese Übersetzung von 'Animated' im Sinne von Zeichentrickfilm?
Weitere Suchanfragen lauten
der erste popstar der geschichte: Keine Ahnung. Hitler? Alexander der Große? Jesus?
deutscher sex: Och nö, nicht schon wieder. Langweilig!

und

tampons waffen ss: Mir fehlen die Worte, um auch nur ansatzweise zu begreifen, welches Verlangen eine solche Frage wohl stillen mag.

Wort der Woche:

animadversion \an-uh-mad-VUHR-zhuhn\ , noun;
1. Harsh criticism or disapproval.
2. Remarks by way of criticism and usually of censure -- often used with 'on'.
Ursprünglich aus dem Lateinischen:
animadversio von animadversus, abgeleitet von animadvertere, "die Gedanken etwas zu wenden" von animus + advertere
Ja, ich gestehe ich habe mal wieder in die von mir verholzte Übersetzung von 'Abrahadabra' reingeschaut...

Montag, 11. April 2011

Lovecraft Country

Arkham, Innsmouth, Dunwich... exotische Orte, an denen man wohl eher selten Urlaub macht, selbst wenn man es könnte. Dass die Schauplätze der Geschichten von Lovecraft sich in einer fast mythischen Landschaft abspielen, die nur oberflächlich Ähnlichkeit hat mit z.B. dem Essex County des Commonwealth of Massachusetts, wird so dann deutlich, wenn man auf einer Landkarte verzweifelt versucht, den Miscatonic River zu finden, der immerhin vom Atlantik bis hoch in den Nordwesten von Massachusetts fliessen soll. So, als ob man versuchen würde, eine Kopie des "echten" Necronomicons in der hiesigen Stadtbücherei zu finden. Und doch wirkte es so real, denkt man und wundert sich. Und das ist sicherlich die größte Kunst gewesen: dass man ob der Irrealität der Handlung vergisst, dass auch der Raum und die Zeit (der Geschichte) nur eine Illusion sind.


Ich habe mir in den letzten Wochen neben einem kleinen Abstecher in die Geschichte von Neuengland den Spaß gemacht, eine Landkarte von Lovecrafts Land herzustellen. Es gibt zwar schon einige, aber ich wollte eine eigene haben, in dem auch andere Orte auftauchen. Es ist ein mythisches Massachusetts, und sicherlich wäre bei einer realistischen Darstellung der Miscatonic River nicht so überbetont. Nun, es ist ja auch eine imaginäre Landkarte. Aber sind sie das nicht alle?

Dienstag, 15. Februar 2011

Links 2011-02-15

Linkdump zu verschiedenen Themen. Wie klingt das? Technisch genug, Simon?

MoneyBrainBooks (aus Texas!): "MonkeyBrain Books is an independent press specializing in science fiction and fantasy fiction and nonfiction genre studies." Robert E. Howard! Wold Newton! Michael Moorcock! Oder vielleicht doch nur ein T-Shirt mit Affenhirn auf Eis?

via Fantastic Metropolis: "Queen of the Martian Mysteries", Nachruf und Würdigung der großartigen (und unvergessenen) Leigh Brackett aus der Feder von Michael Moorcock. (Aber warum nur, warum, würdigt keiner ihren Ehemann? Hat er uns nicht Captain Future geschenkt?)

zur weiteren Info via Wikipedia: "Fictional planets of the Solar System", und hier dem Link folgen zu Leigh Bracketts Sonnensystem. Ja, sie hat ein eigenes!

Ebenfalls via Wikipedia: die Inventio Fortunata, oder glückliche Entdeckung des Nordpoles (der natürlich ein Magnetberg ist, umgeben von einem Mahlstrom und vier Kontinenten...) Urquelle sowohl phantastischer Erzählungen als auch durchgeknallter Kosmologien...

zum Abschluss:
mal eine alte Pulpstory anlesen? Unter pulpgen.com findet man ziemlich viele (freie) Kurzgeschichten aus allen Genres. Downloadbar, Pdf-Format. Enjoy!

Freitag, 27. August 2010

Mythische Geographie

Neues Studiengebiet: Die Kartographie des Irrealen / Geographie des Inneren. Neben den sehenswerten Seiten von Hobbykartographen, die hervorragende Atlanten ganzer fiktiver Universen erschaffen [insert pic here], ein kritischer Blick in akademische und populärwissenschaftliche Schriften.
Check this out: "The Mythic Geography of the Northern Polar Regions: Inventio fortunata and Buddhist Cosmology" von Chet Van Duzer
"Mythic Geography & Modern Translation" im Skadi-Forum

Sonntag, 26. März 2006

Robert E Howards KULL :: Karte

nach der Landkarte von Dr Helmut Pesch

Landkarte von Kulls Welt (Thurischer Kontinent),
aus der deutschen Taschenbuchausgabe vom Pabel Verlag.
Zeichnung (c) Dr. Helmut Pesch.

Donnerstag, 9. Juni 2005

Arullu :: Geographie

Es ist fast zwanzig Jahre her, daß ich die ersten Berichte vom Ende der Zeit veröffentlichte. Damals waren es nur kurze Zusammenfassungen, die in Magazinen erschienen, die man heute nicht mehr kennt, und deren Verschwinden einen gnädigen Mantel des Vergessens über meine ersten Versuche breitet, die Erzählungen, die ich von verschiedenen Reisenden erhielt, die diese eher entlegene Epoche besucht hatten, in eine veröffentlichbare Form zu bringen. Sicherlich waren es auch die eher bruchstückhaften Informationen und meine eigene, noch nicht abgeschlossene Ausbildung in der Kunst der Chronolyse oder des Wanderns auf dem Zeitenstrom, die meine ersten Berichte hemmte. In dieser Hinsicht bin meinen zahlreichen Bekannten aus der Gilde der Zeitnomaden, besonders Oberst J.R.R. Contable, sehr dankbar, daß sie die Geduld mit mir nicht verloren, sondern mich in den letzten Jahrzehnten immer wieder mit neuen Informationen über diese entlegene Ära versorgt haben.
Auch wenn es nach all den ungezählten Äonen schwierig erscheinen mag, die Geographie des Endes der Zeit mit der heutigen in Beziehung zu setzen, so gibt es doch einige Punkte, die sich in der wechselvollen Geschichte der menschlichen Rasse und dieser alten sterbenden Welt, die wir dereinst die Welt Arulls nennen werden, nur wenig verändern werden, und die uns einen Anhaltspunkt zur Geographie dieses vorletzten Zeitalters der Menschheit geben können.

Die Kontinente, die uns heute bekannt sind, unterliegen einer eigentümlichen Wanderungsbewegung, die sie an einem unbestimmten Zeitpunkt der Geschichte wieder zusammenbringen werden, so wie sie einst zur Zeit von Pangäa auseinandergedriftet sind: ein Widertreffen von Geschwistern, die sich seit Millionen Jahren nicht mehr gesehen haben.
Als Arull den Planeten eroberte und sein flammendes Banner im Mittelpunkt der Welt aufpflanzte, waren alle Kontinente bereits wiedervereint, und so konnte er seine vier Paladine zu den vier Polen der Welt schicken, um dort für ihn zu wachen: Asphodeklion von Mycene in den Westen, Agha Rhimel in den Süden, Yggr von Rusza in den Norden und Kalan Roshan in den Osten. Doch dies ist lange her, und die Lage der vier Zitadellen, die die vier Pole der Welt bewachen sollten, ist längst vergessen.
„Vier große Reiche herrschen über diese grauen Überreste einstiger Größe, jedes von ihnen selbst so alt, daß es die Ursprünge seiner Geschichte längst vergessen hat: Urupyen im fernen Westen mit seinen zerfallenen Städten und Straßen, das einst die Welt regierte; das barbarische Reich der Tigermenschen von Kung weit im Süden; Texé mit seinen Labyrinthen aus Stahl und Kupfer, die tief unter dem schwelenden Sand radioaktiver Wüsten verborgen liegen, fern im Osten, und Polaris hoch im Norden mit seinen vierundvierzig Kuppeltürmen, die unter den flatternden Bannern der Aurora borealis glühen wie geschliffene Diamanten“, so sagt die Saga, aber verschweigt viel der Historie der letzten Millionen.

ARULLU :: Westhalbkugel

URUPYEN ist das heutige Europa, eine der Wiegen der Kultur, zerfressen von der Geschichte von Zehntausend Kulturen, KUNG ist der südliche Teil des heutigen Afrikas, aber die Menschen, die dort leben, haben wenig mit uns zu tun. TEXÉ ist im Kern das historische Texas, aber es wird bewohnt von den hünenhaften Nachfahren der einstigen Kolonisten des Mars, die vor Äonen einen Krieg gegen die Wissenschaftsrepublik von Polaris führten, in dessen Verlauf der Kriegsplanet zerstört wurde. Die gesamte Ebene von TEXÉ ist radioaktiv verseucht, weswegen selbst zur Zeit Arulls die riesenhaften Nachkommen der Mars-Kolonisten sich in bleigepanzerten Bunkerstädten verbergen müssen. POLARIS ist der letzte Nachkomme der wissenschaftlichen Republiken der fernsten Vergangenheit (näher an unserer Zeit als alle anderen).
Neben diesen bedeutsamen und über Jahrtausende bestehenden Reichen gibt es noch weitere Staaten, die von Bedeutung für die Geschichten vom Ende der Zeit sind, und die man vage mit geographischen Begriffen aus unserer Zeit in Beziehung setzen kann. Einige von ihnen kann man schon durch den leicht entstellten, aber immer noch erkennbaren Namen wiedererkennen: So ist die RUSZA-ÖDE eine von Submenschen bewohnte subtundrische Landschaft zwischen dem ehemaligen Ural und dem heutigen China, was zur Zeit Arulls SINU genannt wird.
Daß sich durch klimatische Umstellungen und Polsprünge das Klima mehrfach geändert hat, muß nicht betont werden. Wahrscheinlich hat auch die Wissenschaft der ehemaligen Wissenschaftsrepubliken ihr übriges getan, um das Angesicht der Erde, wie wir sie nun kennen, anders zu gestalten, als es die Projektionen unserer Wissenschaften uns glauben machen. Dennoch bleiben gewiße Namen und Fundamente bestehen. Das öde Land SES-BR im Norden SINUS, und sein Nachbar im Osten, AL-SKYON, können wir ohne Schwierigkeiten als Sibirien und Alaska wiedererkennen. Da der Amerikanische und der Asiatische Kontinent inzwischen einander so nahe gerückt sind, daß sie nur noch durch zwei kleine Binnenmeere, das GELBE BINNENMEER und das HAIMEER getrennt sind, verwundert es nicht, daß die Begrenzungen dieser zwei Landstriche sich entscheidend geändert haben. SES-BR ist entgegen dem Sibirien unserer Zeit nur noch ein kleines Land im Norden SINUS, des heutigen Chinas, während die RUSZA-ÖDE den Rest seines historischen Gewichtes aufgefressen hat.
Doch auch der nordamerikanische Kontinent hat sich einigen Veränderungen unterwerfen müssen. Was zur Zeit die AMRIC-ÖDE heißt, wäre in unserer Zeit der Großteil Kanadas, während das anschließende Land GRUHEJM das heutige Grönland wäre. Die bedeutenden Staaten des heutigen Nordamerika sind außer dem Reich der Mars-Kolonisten, TEXÉ, MECH (Mexiko), FLORTH (Florida), CARPENS und KALAMBUM. Im Süden schließen sich die Kontinentalmassen an, die dem heutigen Australien (MUSGRAW) und Südamerika (SZAD) entsprechen.
Westlich von MUSGRAW, durch das Haimeer getrennt, befindet sich das heutige Indonesien (MILESIUM), an dessen Nordgrenze sich die ersten Erhebungen des AGHRHIMELIANISCHEN WELTENGEBIRGES erheben, die von hier bis an die Südgrenze von Urupyen führen. Dieses Gebirge entstand durch die Verschiebung (oder Veränderung) der Kontinentalplatten, wodurch die heutigen Pyrenäen, die Alpen, die iranische Hochebene und der Himalaya zu einer einzigen, durchgängigen Gebirgskette zusammenwuchsen. Es ist deshalb nicht verwunderlich, daß ein Stamm genetischer Mutanten, die von den sagenumwobenen Kobalthexen abstammen, ihrem Land den Namen HIMELIEN gaben.

ARULLU :: Osthalbkugel

Betrachten wir die Namen des letzten Staaten dieser sterbenden Welt, so sehen wir teilweise das Weiterbestehen einer Wortgeschichte, die älter ist als die Völker, die die Länder bewohnen, die nach Menschen benannt sind, die bereits vor einer Million Jahren zu Staub und Asche vergangen sind. Aber dies ist das Mysterium des Menschen, daß Namen und Geschichten länger leben als Könige und Propheten, und die Erinnerung länger lebt als die Menschen, an die sie gedenken soll.