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Dienstag, 12. Februar 2019

Mythos :: Die unheimlichen Carters [3]



Notizen aus dem Schwarzen Buch

Linwood Vrooman Carter (9. Juni 1930 – 7. Februar 1988)
"Die Berge hinter Arkham sind voll von unheimlicher Magie – von etwas, das vielleicht der alte Hexenmeister Edmund Carter von den Sternen herabrief oder aus den Krypten der innersten Erde heraufbeschwor, als er 1692 aus Salem dorthin floh."
H.P. Lovecraft & E. Hoffmann Price: "Durch die Tore des Silberschlüssels"

"Der graue, alte Gelehrte, munter wie zu Lebzeiten, sprach lange und eindringlich von ihrem alten Geschlecht und von den sonderbaren Visionen der delikaten und sensitiven Männer, die es bestimmten. Er sprach von dem flammäugigen Kreuzfahrer, der den Sarazenen, die ihn gefangen hielten, wahnsinnige Geheimnisse ablauschte; und von dem ersten Sir Randolph Carter, der die Magie studierte, als Elizabeth Königin war. Er sprach auch von jenem Edmund Carter, der während des Salemer Hexengerichts dem Strang nur knapp entkommen war, und der in einem antiken Kasten einen großen, silbernen Schlüssel verwahrt hatte, der von seinen Ahnen auf ihn gekommen war."
H.P.Lovecraft: "Der Silberschlüssel"

In dem cthulhoiden Universum, das ich entwerfe, würde ich den Stammbaum der unheimlichen Carters um einige Personen ergänzen. Da gibt es die rätselhafte Eileen Carter aus Hanns Heinz Ewers gleichnamiger Geschichte, die auch noch aus Lovecrafts Heimatstadt Providence stammt. Zufall? (Eine in diese Richtung erweiterte Fassung ist bereits in Arbeit.)
Und natürlich, in einem cthulhoiden Universum hat es die Mythosautoren der ersten Stunde nie gegeben, denn hier ist der Mythos real.
Wenn in diesem Universum ein Randolph Carter in einem Magazin für Weird Tales namens Whispers veröffentlichen kann, und in Providence stattdessen ein Mystiker und Träumer namens Ward Phillips existiert, was spräche dagegen, dass in diesem Universum ein Linwood Vrooman Carter existiert, der vor allem als Herausgeber esoterischer und exotischer Dokumente in Erscheinung trat? Die Mythosforscher kennen die Forschungsergebnisse über die Vorgeschichte des Pazifikraumes durch Professor Harold Hadley Copeland, die er vor dem Vergessen bewahrte. Und seine - teils freie, teils akribische - Bearbeitung der Nemedischen Chroniken und der Folklore der Averoigne.
Im Umkehrschluss entsteht hierdurch ein "erweitertes chthulhoides Universum", denn Carters Veröffentlichungen sind real, weil der Mythos real ist, d.h. dass auch seine anderen Veröffentlichungen real sein müssen.
In diesem Universum gibt es einen Grünen Stern, den man durch Astralprojektion (wie einst ein anderer Carter den Mars) erreichen kann. Jupiters Mond Callisto ist bewohnbar und durch rätselhafte Zeitbrunnen mit anderen Welten, darunter dieser Erde, verbunden. Und es gibt eine geheime, zeitlose Höhlenwelt unterhalb der Sahara namens Zanthodon.
(All das miteinander zu verbinden und weiter zu entwickeln wäre ein interessantes Projekt, man müsste sich nur die Rechte sichern.)

Dienstag, 26. Dezember 2017

Shortcuts 2017-12-25


Es ist wieder an der Zeit, ein paar Seiten aus dem Notizbuch zu reissen, oder darüber nachzudenken, ob es sich lohnt, sie ins nächste Jahr mitzunehmen... [Und Werbung... ein Haufen Werbung. Aber es ist schon nach Weihnachten, also ist es okay...]



Von mehreren Titeln mit den Hits (und Fehlschüssen) der letzten 35 Jahre "Spekulative Fiktion" (ist sie das nicht immer), ist inzwischen "Verlorene Welten" veröffentlicht, aber bislang noch nicht in den internationalen Buchhandel gelangt; dies wahrscheinlich dann wenn die anderen Titel gedruckt wurden.
Insgesamt eine schicke kleine Sammlung von ungewöhnlichen und merkwürdigen Geschichten - alte Bekannte, vergessene Freunde und Auson Mazant, der Ewige Held. Ein bischen Nostalgie für Terra Fantasy. Und ein neuer Besuch in Pegana. Denn: Pegana ist die Beste.

Verlorene Welten

Mittwoch, 25. Oktober 2017

Mythos :: Die Leiber-Papiere [0]


Prelude:
Eiskalt die Hand am dunklen Fensterglas... Es wird wieder Zeit, in den Leiber-Papieren zu blättern, und stille Beschwörungen zu murmeln, um das essentielle Grauen zu bekämpfen, das einen überkommt, wenn man die Reflektionen in den schwarzen Pfützen auf menschenleeren Seitenstrassen studiert.
Kopfsteinpflaster, schief und rund, dort ist es abgesunken um zwei Fuß nahe dem Bordstein, krebsgelbes Laub ertrinkt in einem schwarzen Pfuhl. Es wird wieder Zeit, in den Leiber-Papieren zu blättern, den eigenen Mythos gegen das kreischende Chaos zwischen den Sternen zu werfen...
Nach Arkham und zu den Sternen, kommende Attraktionen... dies sind die Worte des Propheten, geschrieben auf die Wände der U-Bahn-Tunnel...
(Und was wälzt sich dort heraus aus der Dunkelheit, auf glitzernden Schienen, die allen Strom verloren haben?)

In tiefer Zuneigung gewidmet einem der größten Autoren von Wird Fiction und Sword & Sorcery, Fritz Reuter Leiber, jr. Die nach ihm benannten "Leiber-Papiere" sind der ideale Shortcut in die imaginale Welt des Chthulhu-Mythos und eines der wenigen tatsächlichen "Ebontomes" (Schwarzen Bücher) der Weltliteratur. Einige kurze Zitate reichen, um die Tore in diese multifraktale Parallelwelt zu öffnen: Ihre Worte wirken hypnotisch - Caveat Lector.
(In den nächsten Tagen an dieser Stelle - vergessen Sie nicht, es ist Halloween, die Festzeit aller Seelen und aller Heiligen.)

Samstag, 20. Mai 2017

Mythos :: Die unheimlichen Carters [2]



Notizen aus dem Schwarzen Buch

"Der graue, alte Gelehrte, munter wie zu Lebzeiten, sprach lange und eindringlich von ihrem alten Geschlecht und von den sonderbaren Visionen der delikaten und sensitiven Männer, die es bestimmten. Er sprach von dem flammäugigen Kreuzfahrer, der den Sarazenen, die ihn gefangen hielten, wahnsinnige Geheimnisse ablauschte; und von dem ersten Sir Randolph Carter, der die Magie studierte, als Elizabeth Königin war. Er sprach auch von jenem Edmund Carter, der während des Salemer Hexengerichts dem Strang nur knapp entkommen war, und der in einem antiken Kasten einen großen, silbernen Schlüssel verwahrt hatte, der von seinen Ahnen auf ihn gekommen war."
H.P.Lovecraft: "Der Silberschlüssel"

Randolph Carter war nicht der erste und letzte seiner Familie, dem ein unheimlicher Ruf zu eigen war. Er war nur der Bekannteste. Auch einige seiner Ahnen, "tollkühne, verabscheute und fremdartig beseelte Männer" brachen Torwege durch die titanischen Mauern zwischen der Welt und dem außerhalb liegenden Absoluten. Es ist bereits von jenem Hexenmeister Edmund Carter gesprochen worden, der in den Bergen nahe Arkhams etwas von den Sternen herabrief oder aus den Krypten der innersten Erde heraufbeschwor, als er 1692 aus Salem dorthin fliehen musste, um dem Strang zu entgehen.
Aber es gab auch einen Sir Randolph Carter, einen Gelehrten zur Zeit der Königin Elisabeth - jemand, der im Verborgenen die Dinge tat, für die der wundersame Dr. John Dee später bekannt werden sollte, in dem manche seinen Kollegen und Mentor sehen. Manche unterstellen auch, dass es sich bei Dee und seinen Kollegen nicht nur um Wissenschaftler, sondern auch um eine besondere Art von geheimen Dienst im Auftrag der Königin gehandelt haben könnte - in dem Geheimzeichen von Dee war er sofort wieder zu erkennen... zwei Brillengläser mit Bügel... OO7.
Wir wissen heute nicht, was Sir Randolph Carter in der Abgeschiedenheit seines Anwesens von Linwood (heute Atwood) verrichtete. Er unterhielt Kontakte bis herab an die Barbarenküste und korrespondierte mit Ausländern und Verbannten (ein Puritaner aus der Familie Kane sei hier erwähnt). Aber so wie Dee verlor auch Carter die Gunst der Hofes spätestens mit der Thronfolge des für seine Hexenverfolgungen berühmten Jakob I. im Jahre 1603. Die Ländereien in Linwood verfielen, und das Geschlecht der Carters verstreute sich über die Kolonien zu Neuengland.
Es gab Hexer unter den Carters von Neuengland, aber auch strenge Puritaner, die sich von all den Gräueln der Alten Welt bewusst abwandten.
Vielleicht wussten sie, dass die Mauern, die die göttliche Ordnung vor dem außen liegenden fremden Absoluten schützten, bereits durchbrochen waren. Und dass dahinter das Blinde Chaos auf seinem Thron lauernd wartet, bis die Zeit gekommen ist, dass die Sterne recht stehen und alle Tore sich vor dem verbotenen Schlüssel der Wissenden öffnen.

Montag, 1. Mai 2017

Mythos :: Die unheimlichen Carters [1]



Notizen aus dem Schwarzen Buch

"Die Berge hinter Arkham sind voll von unheimlicher Magie – von etwas, das vielleicht der alte Hexenmeister Edmund Carter von den Sternen herabrief oder aus den Krypten der innersten Erde heraufbeschwor, als er 1692 aus Salem dorthin floh."
H.P. Lovecraft & E. Hoffmann Price:
"Durch die Tore des Silberschlüssels"

Es ist etwas Unheimliches an dieser Familie Carter - und reden wir nicht einmal von ihrem entfernten Verwandten, der durch eine fortgeschrittene Form der Astralreise auf einen fremden Planeten gelangte und die phantastischen Berichte seiner Abenteuer dort an uns übermittelte. Es sind vor allem die Carters von Neuengland, die immer wieder in unheimliche (oder phantastische) Geschehnisse verwickelt sind - oder sie vielleicht sogar hervorrufen.

Und von all diesen ist vielleicht Randolph Carter der unheimlichste. Ein Träumer, ein Okkultist; ein Schriftsteller, dessen Veröffentlichungen in dem Schundmagazin Whispers zu einem Skandal führten und der in einige unerklärliche Vorfälle - und Todesfälle - verwickelt war. Wir erkennen in ihm unschwer das Alter Ego seines Biographen H.P. Lovecraft, einem anderen Träumer, der viele dieser außergewöhnlichen Visionen in dem Schundmagazin Weird Tales veröffentlichte.

Während sein unweiter Verwandter, jener andere Carter, nur einen einzigen Planeten erreichte und eine unvergleichliche Prinzessin fand, durchschritt Randoplph Carter den ganzen Raum der realen und Traumwelt bis hinein in weitere, bislang unerreichte Dimensionen - er wurde zu einem Bewohner der - nutzen wir einen fiktiven Begriff - Hyperzeit.

Randolph Carter ist - als Alter Ego des Autoren vielleicht erklärlich - der einzige wiederkehrende "Held" in Lovecrafts originalen Mythoserzählungen. Es sind sogar ganz genommen sieben, in denen er auf die eine oder andere Weise - in der einen oder anderen Gestalt - auftaucht:

Donnerstag, 20. April 2017

Shortcuts 2017-04-20

Abt. Zitat der Woche
"From here, the Nineties look like the bloody Enlightenment. Back then, we were just a hungover post-imperial nation that was expected only to fuck, take drugs, make art and dance really badly. Now, the fight for the future is on."
Warren Ellis,  Always A Mad Rush - Orbital Operations 9 Apr 17



Abt. Verdammte Bücher
Beim Durchblättern ganz alter "Phantom Stranger"-Comics - wie immer auf der Suche nach Trivia und Ideen, um meine Mitmenschen zu plagen - stolperte ich über die kurze Erwähnung eines weiteren dieser schätzenswerten "verdammten" Bücher, das so genannte "Ebontome". Nicht schlecht, dachte ich. "ebon" von "ebony", also Eibenholz, im Sinne von "dunkel, schwarz", seit dem 16. Jahrhundert belegt + "tome", ein Band eines mehrteiligen Werkes, im Sinne von "ein großes Buch" auch seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Also, "Das Große, Schwarze Buch"... geht einem auf jeden Fall viel leichter von der Zunge als das Nekronomoni... Nekumonikrumm... Kommorum?



Momentan macht der Trailer für den neuen "Thor"-Film die Runde, und allüberall klappen die Kinnladen runter.
Wäre es vielleicht Zeit, die alte Sitte des "Kirby Thorsday" wiederaufleben zu lassen?
>>> Archiv



Abt. Fundstück der Woche
A great friend of mine who rarely came to the Lilas came over to the table and sat down, and just then as my friend was ordering a drink from Emile the gaunt man in the cape with the tall woman passed us on the sidewalk. His glance drifted toward the table and then away.

“That’s Hilaire Belloc,” I said to my friend. “Ford was here this afternoon and cut him dead.”

“Don’t be a silly ass,” my friend said. “That’s Aleister Crowley, the diabolist. He’s supposed to be the wickedest man in the world.”

“Sorry,” I said. 

ERNEST HEMINGWAY, A Moveable Feast

Mittwoch, 22. März 2017

Mythos :: Nekronomeia



Notizen aus dem Schwarzen Buch

 Necronomicon, latinisierte Form von gr. NEKRONOMIKON.
  • nekro- von gr. nekros "Kadaver, Leiche, Toter"; vgl. indogerm. *nek- "Tod"; avest. nasu- "Leiche"; lat. nex "gewaltsamer Tod, Mord"
  • nom- von gr. -nomeia / nomos "Brauch, Gesetz, Regel, Verteilung"; vgl. indogerm. *nem- "teilen, verteilen, aufteilen"; dt. nehmen.
  • ikon gr. eikon "Bild, Abbild"; jedoch nicht abgel. von lexikon, neutr. von gr. lexikos "Wörter-" (adj.) von lexis "Ausspruch, Rede, Wort"
Ein neues Wort:
Nekronomeia: Wie die Astronomie die Lehre von der Verteilung und den Gesetzen der Sterne ist, bzw. dies Gesetz, das Muster der Sterne und Himmelskörper selbst, ist die Nekronomie die Lehre von den Gesetzen und der Verteilung der Toten.

Wieviele Sterne, deren Licht wir sehen, sind bereits vergangen?

Zitat:
"Wenn er sagt, er schreibe ein neues Buch der Toten Namen, was meint er dann? Was ist das Buch der Toten Namen? Was schreibt er? Wo schreibt er? Und für wen? Es ist nicht das Necronomicon, das er schreibt, sondern etwas ganz anderes, schrecklicheres... ein "Buch des Todes" - eine Antithese zur Akasha-Chronik, dem "Buch des Lebens", des allumfassenden Weltgedächtnisses... sie umzuschreiben bedeutet das Universum umzuschreiben, Körper, Geist und Seele, und neue Landschaften zu erschaffen, in denen Schrecken und Wunder auf die Träumer der Zukunft warten..."

Anm.
Die Phantasten sprechen von einem sternenartigen, so genannten astralen Fahrzeug oder Anzug der Seele, und der Bereich, in dem diese Fahrzeuge sich bewegen ist somit die astrale "Ebene" oder "Sphäre", ein immaterieller (vielleicht höherdimensionaler) Bestandteil des Universums. 

Samstag, 28. Februar 2015

Zitat der Woche

“One must be careful of books, and what is inside them, for words have the power to change us.”
Cassandra Clare (?)

Sonntag, 9. Juni 2013

Mythos :: Hexenlicht coming



Das Hexenlicht.... eine violette, vielleicht auch malvenfarbige Lichterscheinung, die den Übergang in eine andere Realität kennzeichnet, das Tor zum kosmischen Hexensabbath... ein Widerschein des Älteren Pharos... beständige Rotverschiebung der lokalen Konstanten...

Ein großartiges Konzept, das ich bereits seit längerem mit ungeahntem Fanatismus verfolge. Vielleicht hat es auch irgendwas mit Quanten zu tun. Derweil ich also Hände ringend nach einer Geschichte suche, die bis Ende des Monats für den schattenhaften Herren S. bereit ist, wächst das Hexenlicht in meinem Herzen...

Fakten und Fiktionen, die mich beim Schreiben inspirierten:

Brane-Kosmologie und M-Theorie
Dr. John Dee
Akademien der Renaissance
"Dunkelmännerbriefe"
"Encyclopaedia Cthulhiana" von Daniel Harms
"Beyond the Mauve Zone" von Kenneth Grant
"Träume im Hexenhaus" und "Der Ruf des Cthulhu" von H.P. Lovecraft
"The Invisibles" von Grant Morrison
"Planetary" von Warren Ellis
sowie ein Haufen anderer, richtig abseitiger Sachen...

Btw habe ich gesehen, dass bis Halloween eine Anthologie zum Thema "Verbotene Bücher" zusammengestellt werden soll, so richtig fein mit schimmeligen Grimoires und unheilsverkündenden Runen. Ich hatte vor einiger Zeit da schon etwas zusammengestellt, und in den letzten Wochen noch ein paar merkwürdige Mythos-Schriften gefunden. natürlich habe ich da auch noch einiges auf der Festplatte. Ich werde das demnächst mal überarbeiten und der Allgemeinheit zugänglich machen. Ist vielleicht ganz witzig.