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Sonntag, 15. April 2007

Pulpkoan [8]

"Schönheit und Tugend aus der Hand des Grossen:
Das Bild der Hilflosigkeit des Kleinen Mannes.
Fördernd ist es, zu haben, wohin man gehe."


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Abgewandelter Coverscan (Thrilling Mystery, März 1940). Teil unseres immer wiederkehrenden Threads über den schrumpfenden Menschen und das wachsende Insekt.
Weitere Koans, die auf alten Pulptitelbildern u.ä. basieren, in Vorbereitung.

Montag, 8. Januar 2007

Pulpkoan [7]

Es wird mal wieder Zeit, seltsame Bilder aus alten Magazinen mit kryptischen Sinnsprüchen zu verzieren. Und weil ich gerade so schön im Fieberwahn vor mich herumbrüte (Gruss an die Grippewelle von Sirius B!), greife ich auch gleich noch mal auf das alte Thema "Der Mensch schrumpft..." zurück.


"Wenn der Edle sich überraschen lässt, hat er schon verloren /
Winzig erscheint er vor der Hand der überlegenen Macht."


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Abgewandelter Coverscan (Creepy Nr. 12, Warren Publications).

Dienstag, 28. März 2006

Pulpkoan [6]


"Wappne Dich gegen den stumpfen Hunger des Feldes;
schnell ist des Menschen Mass überschritten."


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Abgewandelter Coverscan (The Insect Warriors, von Rex Dean Levie). Teil unseres immer wiederkehrenden Threads über den schrumpfenden Menschen und das wachsende Insekt.

Sonntag, 26. März 2006

Pulpkoan [5]


"Schwäche wird enthüllt inder Zurschaustellung von Grösse.
Für den Edlen förderlich ist den Masstab neu zu bestimmen."


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Abgewandelter Coverscan (The Cosmic Puppets, von Philip K. Dick). Teil unseres immer wiederkehrenden Threads über den schrumpfenden Menschen und das wachsende Insekt.

Mittwoch, 15. Februar 2006

Liliput :: Das Insekt wächst


Während der Mensch schrumpft, und seine natürliche Umwelt langsam in ein immer enger werdendes Netzwerk von Thanatopen umwandelt, wächst das Insekt und marschiert unbeirrt weiter. Zivilisationsmüll, Industrieabfälle und eine beständig höher werdende radioaktive Grundstrahlung erzeugen immer neue und an das Technologische Zeitalter perfekt angepasste Spezies und Mutationen.

Unbekannt von allen haben die Versuchslabore längst prachtvolle Scharlachkäfer hervorgebracht, deren Intelligenzniveau das des Menschen überstiegen hat und die über ihr mehrfach redundantes Gangliensystem telepathische Sendungen ausstrahlen, um alle Insekten des Planeten zu einem einzigen unangreifbaren Hyperbewußtsein zu organisieren.

Auf den Müllhalden wimmelt es von Schwärmen supertoxischer Kakerlaken, die sich ausschliesslich von karzinogenen Giften ernähren. Die Insekten wachsen, durch keine natürliche Grössenbegrenzung mehr eingeschränkt.

Währenddessen beginnen die Bewohner der Städte immer mehr Charakteristika eines Bienenvolkes anzunehmen. Die Bienenstockmentalität breitet sich aus, bei manchen Menschen beginnen sich Chitinschichten an den Weichtteilen und Schleimhäuten zu bilden, erste Erscheinungsformen in Richtung eines ent-invidualisierten Exoskelettes. In der SM-Szene kommt es zu einer bemerkenswerten Zunahme rituell motivierter Selbstverstümmelungen (aktiv und passiv), bei denen die abgetrennten Finger- und Zehenglieder in das sich neu herausschälende Werbeverhalten der Geschlechtspartner einbezogen und nicht selten gemeinschaftlich verzehrt werden. In der Astrologie endet sich das Interesse ausschliesslich den transsaturnischen Planeten zu, die für das Kollektive stehen.

Kommunikationssysteme beginnen zu versagen: im Weißen Rauschen zwischen den Kanälen taucht das Schwirren der unsichtbaren Schwärme auf. Aus den Wüsten der Atomtestareale brechen gigantische, panzerartige Kreaturen aus, gigantische Superkäfer, deren Eingeweide Gammastrahlen absorbieren und abstrahlen können.

Die nächsten Kriege werden nunmehr in Ameisenhaufen ausgeführt werden.

Ganze Kompanien mit Kakerlaken-DNA gen-gesplitteter Soldaten werden mit Hilfe der neuen Technologie auf Ameisengrösse verkleinert und liefern sich mit dem neuen Feind bizarre Schlachten direkt unter unseren Füssen.

Sonntag, 7. August 2005

Liliput :: Der Mensch schrumpft – das Insekt wächst.

"And crawling on the planet's face
some insects, called the human race"

(Richard O'Brien: The Rocky Horror Show)


Ein immer wieder auftauchendes Thema – selbst in diesem Blog – ist Liliput, und das, was man vielleicht "Ungeziefer Mensch" nennen könnte. Der Mensch und seine Umwelt außer Proportion, entweder ins Riesenhafte verzerrte oder zur Unbedeutenheit verkleinert. Dies ist nicht nur der Horror des Atomaren Zeitalters, sondern eine Erfahrung und ein Gleichnis, das in unserer modernen (Städte-)gesellschaft immer wieder auftaucht.
Unsere Städte sind inzwischen sooft mit einem Ameisenhaufen verglichen worden, daß dieses Bild in das kollektive Unbewußte geschlichen ist. Das Insekt hat unsere Wahrnehmung des Mitmenschen und des Selbst infiziert.
Sind wir Menschen, die davon träumen, Ameisen zu sein – oder sind wir Ameisen, die davon träumen, Menschen zu sein?
Die Städte sind summende Haufen hektischer Betriebsamkeit geworden. Datenverwertung in den Fütterkammern der heranwachsenden Maden, das Individuum aufgesogen in der Masse der marschierenden Kolonnen, unbedeutende Zwerge im Schatten gigantischer Mächte. Und manchem mag es scheinen, daß er dem Druck der Großen Welt hilflos ausgeliefert ist, und lebt in Furcht davor, daß er eines Tages vom Schicksal zermalmt wird wie eine Ameise unter der Schuhsohle...
Dies ist eine Wahrnehmung der Wirklichkeit, deren Horror wir gewöhnlich erfolgreich verdrängen.
Aber können wir sie verdrängen, wenn uns Horror die Wirklichkeit wahrnehmen läßt?
„Die 50er Jahre sind hervorzuheben durch ihre Manifestation kollektiver Existenzangst. Einerseits sind die geprägt von geheimen Invasionen, Infiltrationen und Infektionen gesichtsloser fremdartiger Systeme – das außerirdische Äquivalent der kommunistischen Fünften Kolonne – andererseits wird weltweit die Angst vor der Ausrottung und Verseuchung durch die Atombombe in einer Flut von immer destruktiven und oft gigantischen Mutationen manifestiert. Wir sehen hier in einer scheinbar heilen Norman Rockwell-Gesellschaft die existentielle Angst vor der Realität immanenter Versklavung und Ausrottung. Eine Existenzkrise, die jedoch nur über Stellvertreter (wie in Stellvertreterkrieg) ausgetragen wird. Die globale und doch persönliche Bedrohung durch feindliche Supermächte gebiert den Daikaiju, das gewaltige Ungeheuer, das blind alles zertrümmert, das in seinem Weg liegt.“ (Die Terra Arcana-Papiere)

Das scheint nicht nur eine Formel des Horrorfilmes der 50er zu sein, sondern liegt auch einem Großteil der Fantasy und der Comics Anfang der 60er zugrunde (und so verraten sie wiederum eine ihrer Hauptquellen): Hier wimmelt es von gefährlicher, aber nicht näher definierter „Strahlung“, die Menschen verändern, verzerren und ins Groteske mutieren lassen.
Gerade Marvel hat diese Formel bis zur völligen Abnutzung gebraucht, und es ist vielleicht nicht verwunderlich, daß ein stattlicher Anteil der ersten Generation ihrer Superhelden dem sexuellen Fiebertraum eines Lepidopterologen entsprungen zu sein scheint...
Der Ameisenmann...
Die Wespenfrau...
Der Spinnenmann...
Der Hornissenmann...

Doch halt! Dies sind Helden! Wie können so winzig kleine Personen das Normalgroße besiegen, das für sie natürlich ebenso riesenhaft sein muß, wie für uns Normalsterbliche das Monströse und Abseitige, das unsere Welt zu beherrschen scheint... oder die gigantischen Insekten und Spinnen, die die rücksichtslos aus dem Ruder laufende Wissenschaft unaufhaltsam erzeugen zu müssen scheint?
Das, meine Lieben, ist die Botschaft der Hoffnung, der metaphysische Optimismus, der dem (Super)Helden zugrundeliegt.
David fällt Goliath.
Und wird zum König gesalbt.

Samstag, 6. August 2005

Käfer!

Franz Kafkas Erzählung "Die Verwandlung" schildert Gregor Samsas Verwandlung in einen Käfer. Eine nicht unbedingt beruhigende Vorstellung, und wie so vieles bei Kafka extrem verstörend. Parabel? Gleichnis? Infomercial aus der Hyperzeit?

Würg! Ich habe diese Geschichte damals in der Schule das erste Mal gelesen, und mir ist die "Menschlichkeit" des Käfers und die "Unmenschlichkeit" seiner unverwandelten Familie nicht entgangen. Irgendetwas an dieser Geschichte greift tief in die Archetypen. Wer mag schon Krabbeltiere?

Der neueste Eintrag in Robby Reeds "Dial B for Blog" stellt dem Text der "Verwandlung" eine Anzahl alter Comiccover gegenüber, deren Shockwert sicherlich in Vergleich zu der Erzählung relativ abgedämpft ist, die jedoch zeigen, daß das zugrundeliegende Bild - die Vermengung von Mensch und Insekt - ein Horror ist, der immer wieder aus den Tiefen des kollektiven Unbewußten aufsteigt...

Demnächst mehr zu diesem Thema!

Donnerstag, 26. Mai 2005

Fanboy :: Liliput lebt!

Und wo wir gerade dabei sind...
Vor einiger Zeit stolperte ich über einen Eintrag im Monsterblog, den ich für eine ziemlich coole Idee halte, um daraus eine Kurzgeschichte zu machen. "Eine blaue Glasflasche aus dem Lande Liliput, die die Fähigkeit hat, Menschen zu verkleinern..." Das klingt schon fast wie ein Detail aus Neil Gaimans Sandman, nicht? Minimenschen, Puppenmenschen, Däumlinge, und das Verkleinern von Menschen in Winzlinge ist eines der wenigen Themen, das im Fundus der Phantastik langsam in Vergessenheit gerät. Warum eigentlich?
Die Geschichte der Blauen Glasflasche kann man hier ansehen.
Postskript: Anscheinend hat meine Begeisterung über dieses Thema zumindest einen fleißigen Geist angesteckt, denn seit einigen Tagen gibt es unter einem anderen Eintrag (zufälligerweise auch der zum Debüt von Hank Pym, dem legendären Ameisenmann - Gründungsmitglied der Ruhmreichen Rächer) eine kleine übersichtliche Liste zu allen Charakteren und Stories innerhalb der Marvel Comics-Kontinuität, die mit Größenveränderungen, Schrumpfen und Wachsen zu tun haben. Mein Favorit: Die "Gelbe Klaue" und ihre miniaturisierten Meuchelmörder... >>>