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Donnerstag, 15. Juli 2021

Zitat der Woche

„Das Leben ist nicht in Genres unterteilt. Es ist ein erschreckender, romantischer, tragischer, komischer Science-Fiction-Cowboy-Detektivroman. Weißt du, mit ein bisschen Pornografie drin, wenn du Glück hast.“
Alan Moore
"The Mustard Magazine Interview" (Januar 2005)

Donnerstag, 9. Juni 2016

Wieder einmal die Stimme des Feuers

"When thou shalt behold that holy and formless Fire shining flashingly through the depths of the Universe: Hear thou the Voice of Fire."
....und wieder einmal die Chaldäischen Orakel

Freitag, 13. November 2015

Zitat der Woche

"This is not a work of fiction, nor is it authentic Magic documentary. Instead, it is both of those things, shaped by an understanding that the territory of the fantastic is of singular importance to the magus. The subterranean landscape of the Unreal yields a lush, fertile environment, pregnant with possibility, that will sustain both occultist and artist."
Alan Moore: Beyond our Ken (KAOS Magazine, No. 14, April 2002)

I can dig it, wie der Englischmann vielleicht sagen würde. Und ich fühle mich gleich viel besser, auch mit meiner immer länger werdenden Haartracht. Wahrscheinlich fange ich jetzt auch an, an jedem Finger unmögliche Silberringe zu tragen und  meinen Verleger mit einem Fluch ständiger Redundanz zu belegen. Klingt wie ein Plan.

Freitag, 6. November 2015

Zitat der Woche


"From the destruction of mind that gives birth to Chaos a zone of mauve is created, a desert of sand above the Tunnels of Set.  The winds hurry through them, a sinister piping bearing the beetle on its wings." Kenneth Grant

Wie Alan Moore sagte: "This is Hardcore."

Mittwoch, 17. Juni 2015

Fanboy :: Cross Over Troubled Water

Stellt euch mal vor...
Superman kämpft gegen die Aliens... oder Tarzan gegen die Predator - im Inneren der Erde!
Innerhalb einer fiktiven Kontinuität (Universum) ist die Begegnung, Konflikt oder das Team-Up zwischen ganz unterschiedlichen Charakteren ja nichts Außergewöhnliches, die Hälfte aller Teams sind so entstanden. Aber außerhalb der vagen Grenzen einer Kontinuität? Figuren aus ganz unterschiedlichen Universen? Das wäre doch mal was. Und aus den dünnen Fäden kleinerer Kontinuitäten fügt sich ungesehen ein Multiversum an Möglichkeiten zusammen...
Es ist auch eine angemessene Art der Homage, die weiteren Abenteuer von Captain Nemo... oder Professor Challenger zu beschreiben, dies sind ehrwürdige Figuren, die noch nicht so verpoppt und vulgarisiert worden sind wie es dem mächtigen Cthulhu oder dem großen Detektiv (Holmes oder Batman) geschehen ist.
Der aufmerksame Leser hat sicherlich in der einen oder anderen Geschichte von mir einen Hinweis oder ein Cameo auf andere Figuren aus der reichhaltigen Bibliothek der Gemeinfreien entdeckt, oder auch nicht. ich habe die meisten selbst schon vergessen. In "Nacht im Drachenhaus" wurde Robert E. Howards okkulter Detektiv John Kirowan erwähnt, und en passant (ohne Namensnennung) Charlie Chan. (Echt!) Aber niemand hat so viele Erwähnungen wie Aristide Allard, der Absinth-Detektiv. Es ist ein Spiel, oder auch nur einer dieser unsäglichen Insiderwitze, mit denen Fanboys sich die Zeit vertreiben, damit es ihnen nicht zu langweilig wird.
Warum ich das erwähne?
Ich weiß auch nicht. Zur Prokrastinationen wandere ich gerne über die Seiten des Crossover Universums, oder blättere in Werken der Wold Newton Chroniken. Die originale Liga der Außergewöhnlichen Gentleman hat einen Ehrenplatz in meiner visuellen Bibliothek... und momentan entstehen dauernd Textfragmente, die ganz unterschiedliche Kontinuitäten zu verbinden suchen. Oder auch nur die bestehenden Verbindungen bestätigen.

Funfakt#1: Der "Götter-Esser" aus den Kurzgeschichten von Simple Simon (in REDMASK veröffentlicht) entstammt der gleichen Zeitlinie wie die Sterbende Erde (Arullu).
Funfakt#2: Die Punks, die in "Das Haus im Walde" den Erzähler vor dem außer-kosmischen Schrecken erretten, der ihn zu verschlingen sucht, sind niemand anderes als Karl Edwyn Rothner, Mark Leandrowsky und ihre Gang.

Dienstag, 31. Januar 2012

Fanboy :: Der Mann hinter der Maske



Interessantes Interview mit Alan Moore, der hier Face to Face auf die Occupisten trifft, die die Maske von "V" aus V for Vendetta zu ihrem MArkenzeichen erhoben haben. Ausserdem noch ein Seitenhieb auf Frank Miller, den alten Reaktionär. Vive l'Anarchie!

Dienstag, 1. November 2011

Slachtmaand!

Und es ist wieder November.
November, November, I'll always remember...

aus The Highbury Working: A Beat Seance:
"The old Dutch called it ‘slachtmaand’, slaughter month. You wouldn’t send a dog out on a night like this. The Highbury job appeared straightforward; one more metropolitan collapsar faced with dreamtime relegation; the whole postal district bleaching out, charisma-challenged, one more municipal flatline seeking voodoo CPR."

Arbeit beginnt erneut an Projekt "M"

Dienstag, 7. Juni 2011

Links 2011-06-07

via Fulgur Press:

Aus Ausgabe 2 des esoterisch-magischen Kunstmagazins Abraxas: Substantially larger than the previous issue, Abraxas 2 offers over 210 pages of essays, poetry, interviews and art, much of it published for the first time. Von besonderem Interesse (unter anderem):
Finding the Long-Lost Friend by Dan Harms
Fossil Angels by Alan Moore
Urban Sigils by Mark Titchner

Zitat der Woche via Jen Campbell:

"Man: Do you have black and white film posters?
Me: Yes, we do, over here.
Man: Do you have any posters of Adolf Hitler?
Me: Pardon?
Man: Adolf Hitler.
Me: Well, he wasn't a film star, was he.
Man: Yes, he was. He was American. Jewish, I think.
Me: ..........."

und dann ist da noch das Bild der Woche.

Donnerstag, 21. Oktober 2010

Fossile Engel

Ein Essay des unnachahmlichen Mr. Alan Moore über Magie, Magic.... vielleicht auch Magick:
Fossil Angels - Part 1: "Incoherent roar of our hermetic home-crowd, the Akashic anoraks, the would-be wiccans and Temple uv Psychic Forty-Somethings queuing up with pre-teens for the latest franchised fairyland, realm of the irretrievably hobbituated. Pottersville."
Folge der gelben Ziegelstraße, am Ende der Sätze der Link zu Teil 2.

Sonntag, 3. August 2008

Watching the Watchmen

Warner Bros. hat inzwischen hochauflösende Versionen der Promotionposter für den kommenden Watchmen-Film veröffentlicht. Diejenigen, die Alan Moores Watchmen zu seiner Erstveröffentlichung verfolgt haben, werden in den Bildern vielleicht Neuversionen der hausinternen Promo-Anzeigen von DC Comics erkennen. Aber ziemlich scharf, dies.


(c) 2008 by Warner Bros./DC Comics. Vorschau und Link via Major Spoilers

Donnerstag, 15. Mai 2008

Shortcuts Mai

Siegmund Freud hat Schuld.
Dieser dreckige alte Sack. Selbst der Spiegel kann sich also nicht verkneifen, etwas über Alan Moores höchst künstlerisches und höchst kontroverses Werk "Lost Girls" zu schreiben: "Sigmund Freud hat Schuld. Ohne den Begründer der Psychoanalyse hätte es "Lost Girls" wohl nie gegeben. Und es wäre nicht zum Äußersten gekommen - zu Inzest und Sodomie, zu drogenbefeuerten Orgien und Ausschweifungen zwischen Männern und Frauen." (Zwischen Männern und Frauen? Schockieeeeeerend...)



Ähnlich ausschweifend, ja, geradezu drogenbefeuert...
Ein dummes kleines Flashgame um den allseits beliebten eisenbekleideten Ex-Alkie und Futuristen Mr. Anthony Stark, aka Iron Man. Bitte nicht dem Link folgen, sonst droht der geneigte Leser ebensoviel Zeit damit zu verschwenden wie ich manche Nacht... Und es wäre nicht zum Äußersten gekommen. (Damn you, Marble Comics!):
Iron Man Armored Popper



Und um nicht nur Marble zu verdammen, auch DC Comics ist anzuprangern: Jede Woche veröffentlichen Sie auf ihrer Seite neue Desktops und ähnlichen unsinnigen, nutzlosen Schnickschnack, mit dem willensschwache Nerds ihre Zeit verschwenden können. (Wart mal, ist das Power Girl? Von vorne? Ich muß weg...)
DC Desktop Patterns

Sonntag, 9. Dezember 2007

Shortcuts Dezember

"Die Welt ist gut, die Welt ist schlecht. Ich seh' mehr als ich begreifen kann." - Extrabreit
Mein Held Todd Klein, der Mann der all die schönen Logostudien verfasst und all die wohlfeilen Letterings und Designs für all die schönen Serien kreiert hat, hat sich den Luxus erlaubt und in Eigenregie den Druck eines von ihm schön gestalteten Plakates veröffentlicht. Faszinierend per se, mag man sagen, bemerkenswert wird es allerdings, wenn er dafür den grossen Magus und Bonvivant Alan Moore verpflichten konnte, der eigens für Mr. Kleins Druck einen Text verfasste. Mr. Moore schreibt hier wieder zu dem, was Mr. Moore am besten kann, nämlich Magie und Buchstaben. (Und wie angemessen für Mr. Klein, dies zu lettern.) "A is for apple, first fruit from the Tree of Knowledge..."
Das Werk trägt den Titel "Alphabets of Desire" - ein Begriff, den Austin Osman Spare geprägt hat. Wie geil ist das?

Meine Vorstellungen von Copyrights und Trademarks sind anscheinend so naiv wie mein Glaube an Gerechtigkeit. Ist das schon ein ironisches Statement? So wie sich das Prinzip der Gerechtigkeit dem Verhältnis von Macht und Recht unterordnet, diese Schlampe, so ist es wohl auch mit der Rechtmässigkeit von Rechtsansprüchen. Oder würde ein normaler Mensch auf die Idee kommen, dass er eine Farbe trademarken kann? Nö. Es ist natürlich etwas anderes, wenn man ein zweitklassiger Megakonzern mit drittklassiger Führung ist.
Über die unschönen Begleiterscheinungen, die auftreten können, wenn man diese Farbe benutzt - oder gar noch den grossen Buchstaben "T" - berichtet der Reklamehimmel. Wie scheisse ist das?



Während ich in einem anderen Forum vor kurzem zum hunderttausendsten Male an der Stupidität der Menschen gescheitert bin, die immer noch ausgerechnet die schwatte Schikowski-Ausgabe des Necronomicons für bare Münze nehmen, schüttelt ein anderes Teil des Internets ein schönes Zitat von Clark Ashton Smith aus dem Ärmel. Sozusagen zweiteilig. Smith zu einem Fan: "“Necronomicon,” “Book of Eibon” etc I am sorry to say, are all fictitious. Lovecraft invented the first, I the second …. It is really too bad that they don’t exist as objective, bonafide compilations of the elder and darker lore!" Gut, das hatte man sich ja schon gedacht. Aber wie prophetisch der zweite Teil: "However, as you say, the hoax might easily go too far."
Ein Hoax - für unsere nicht so anglophilen Leser - ist das, was man einen Scherz, eine Verlade, eine Verarschung nennt - die Vorspiegelung falscher Tatsachen aus satirischen oder komödiantischen Gründen. Und wenn ich zu der Fassade der Chthulhu-Kirche auf der anderen Strassenseite herüberschiele, ist dieser Hoax wirklich schon zu weit gegangen.
Nimm das, Bitch96 aus dem Mekkamekka-Forum!

Mittwoch, 7. November 2007

Mir wird schwarz vor Augen

Eilmeldung! Endlich wieder Neues von der hochverehrten Liga der Aussergewöhnlichen Gentlemen! Während die Die heiss ersehnte und lang erwartete Dritte Volume von Alan Moores und Kevin O'Neills Magnum Opus für 2008 angekündigt bleibt, wird das sagenumwobene "Schwarze Dossier" nunmehr ausgeliefert!
Unser Favorit Todd Klein, Letterer und Designer extraordinaire hat seine Belegexemplare schon bekommen.

Donnerstag, 3. Mai 2007

Mit gierigem Auge...

...bemerke ich, dass Alan Moore und sein Kolaborateur Kevin O'Neill die heiß ersehnte und lang erwartete Dritte Volume ihres Magnum Opus The League of Extraordinary Gentlemen angekündigt haben, oder wie man auch sagen könnte, der "unified field theory of fiction". Bereits die erste Ankündigung lässt einen schwindelig werden. (Und hoffentlich den Film vergessen...)

Es handelt sich - um lästige Wartezeiten zu vermeiden - diesmal um ein dreibändiges Oevre, wobei jeder Band allerdings mehr Seiten aufweist als die Ausgaben der vorigen Volumen. Es ist eine direkte Fortsetzung des Bisherigen, doch während Volume I und II in den letzten Jahren des 19. Jahrhunderts spielten, umfasst Volume III das gesamte 20. Jahrhundert.

Dass einige der alten Heroen auf die eine oder andere Weise unsterblich geworden sind, konnte man bereits Anmerkungen in den Anhängen der Volume II entnehmen. Nun jedoch werden wir Zeuge des Wandels, der das fiktive Universum der gesammelten Abenteuerhelden erfasst. Das 20. Jahrhundert, so scheint es, steht ganz im Zeichen eines kommenden Antichristen, der von einer eigentümlichen Verschwörung gezüchtet wird.

Man nennt ihn ein Mondenkind...

Dienstag, 27. März 2007

Fanboy :: Parallelbildungen

Weil es im deutschen Wikipediaeintrag nicht vorhanden ist, und ich somit wieder ein paar interessierte Leser auf meine Seite locken kann... har, har, har (satanisches Gelächter aus dem Off.)

Alan Moores viel gerühmte dekonstruktivistische Dystopie Watchmen wurde ursprünglich für DC Comics geschrieben - den "Supermanverlag", um es den Unwissenden einmal nahe zu bringen. Die Charaktere in Watchmen, wiewohl typisch für das Superheldengenre, stammen aber nicht dem historienreichen DC-Universum, sondern stellen eine eigene, in sich abgeschlossene kleine Welt dar, die sich unumgeschränkt Mr. Moores narrativem Imperativ beugen muss. Keine Kontinuität zu anderen DC-Erzeugnissen - ein souveränes neues Land.

Dennoch, und das muss betont werden, benötigte auch ein so vielschichtiges Werk wie Watchmen Historie und Kontinuität - Wurzeln. Was die meisten Leser wahrscheinlich nur billigend zur Kenntnis nehmen, stellt einen wichtigen Aspekt von Watchmen als Kommentar zum Genre und der Bedeutung des amerikanischen Comicbooks dar. Die Welt von Watchmen ist faszinierenderweise, obwohl sie wie festgestellt für sich absolut souverän und einzig ist, eine direkte - respektvolle und doch unheilschwangere Parallelbildung - zu anderen Universen.

Solche Parallelbildungen sind übrigens in der Comicbranche nicht unüblich. (Eine Übersicht über veröffentlichte Parallelbildungen findet sich z.B. bei Newsarama...) Sie eröffnen die Möglichkeit, inoffizielle Crossover mit anderen Serien (vielleicht sogar von anderen Verlagen) zu inszenieren, ohne so lästige Dinge wie Copyrights oder andere Rechte berücksichtigen zu müssen.

Der erste und vielleicht schönste Fall wurde von Roy Thomas in einem alten Heft der Rächer (Avengers) erfunden, die auf eine Parallelwelt versetzt wurden, in der sie auf leicht erkennbare Parallelgestalten der Justice League of America trafen - die Squadron Supreme. (Diese Geschichte diente übrigens auch als Inspiration für eine der besten Folgen der hervorragenden Justice League-Zeichentrickserie. Der Doppelteiler "Legends" ist sogar doppelt ironisch, weil die Parallelbildungen sich auf eine ebenfalls DC gehörende Gruppe von Charakteren beziehen, den Vorläufern der Justice League: Die Justice Society. Merkwürdige rechtliche Probleme machten es tatsächlich notwendig, dass DC seine eigenen Charaktere neu erfinden musste!)

Und nun zu den Parallelbildungen von Watchmen: Ursprünglich verwendete Moore die Charaktere auf den Figuren des MLJ Verlages (heute: Archie) als Basis für seine Geschichte, wechselte dann jedoch dazu über, die gerade von DC (anscheinend) erworbenen Rechte an den Charakteren des Charlton Verlages als Hintergrund zu benutzen. Da man sich bei DC jedoch unsicher war, ob nach Veröffentlichung eines so kontroversen Werkes wie Watchmen diese Figuren in Zukunft noch zu vermarkten seien, entschied man sich schließlich, die Figuren zu Parallelbildungen umzuwandeln - was Moore natürlich noch mehr Möglichkeit gab, mit der Kontinuität und den Figuren zu spielen. Dennoch kann man die Hauptfiguren von Watchmen leicht ihren Vorbildern zuordnen:

  • So basiert The Comedian (Edward Blake) auf dem militaristischen Charlton-Charakter Peacemaker. [Der Mann, der den Frieden so sehr liebt, dass er für ihn in den Krieg zieht...]
  • Doctor Manhattan (Jon Osterman) ist eine direkte Parallelbildung zu Captain Atom, komplett mit der berühmten Szene mit dem Panzer.
  • Parallel auch seine Beziehung zur Figur Silk Spectres (Sally Jupiter and Laurie Juspeczyk) bzw. Nightshade.
  • Der Charakter Nite Owl (Golden Age: Hollis Mason, Silver Age: Dan Dreiberg) basiert auf Blue Beetle. Der Blue Beetle von Charlton (Ted Kord) war die neue Version eines in den 40ern sehr beliebten Comic- und Radiohelden (Dan Garrett). Inzwischen hat man sich bei DC Mr. Kords durch einen Kopfschuss entledigt und ihn durch eine dritte Inkarnation ersetzt.
  • Der geniale Ozymandias (Adrian Veidt) steht für Peter Cannon, Thunderbolt, den Mann mit den vielen Talenten,
  • während Rorschach (Walter Kovacs) seiner Inspiration The Question sogar recht ähnlich sieht. [Ein ironischer Dreh war Jahre später eine Ausgabe des neuen Question-Magazines, in der Question eine Ausgabe von Watchmen ließ und versuchte, Rorschach zu kopieren... mit unrühmlichen Ergebnissen.] Ähnlich wie Blue Beetle ist auch The Question von DC anscheinend durch eine neue Version ersetzt worden.
  • Ein letzter Rest der ursprünglichen MLJ-Konzeption ist der Charakter Hooded Justice, der auf einem alten Helden namens Hangman basiert.
Man kann sich streiten, ob es sich bei solchen Parallelbildungen um Homagen oder Parodien handelt, im besten Fall handelt es sich um ein legitimes Mittel eines Autoren, auch aus dem Off respektvoll oder taktlos bestimmte Geschichten oder Charaktere zu kommentieren.

Freitag, 23. März 2007

Rorshach Osterei

Irgendjemand mit besonders scharfen Augen oder der irritierenden Angewohnheit, Filme Bild für Bild durchzuschauen, hat in einem erweiterten Trailer für Frank Millers 300 eine Art Osterei gefunden, das darauf hindeutet, dass der lang erwartete (und vielleicht unmögliche) Film auf der Basis von Alan Moores kontroversem dekonstruktivistischen Superheldenepos Watchmen vielleicht doch näher ist, als man bislang angenommen hatte. So wie es aussieht, hat der Regisseur von 300, Zack Snyder, einen kleinen Appetitanreger auf sein nächstes Prohjekt in dem Trailer versteckt.
Heilige Scheisse, es ist Rorshach!

Montag, 19. März 2007

Mythos :: Alan Moores Yuggothkulturen

Eine fast bedrohliche Art von Synchronizität: "Yuggoth Cultures and Other Growths features tons of Alan's classic short sequential comic book stories that have been long out of print, stories that have never before been seen and special developmental sections with original script pages and comments from Alan and the creators. This massive volume also has an extensive interview with Moore as he discusses "Yuggoth Cultures", the stories inside and some of the amazing tales the lead to their creation as well as the real magic behind the works." (Amazon.de)
Erscheinungsdatum: 31. März 2007
Für Einzelheiten zu den Einzelheften, in denen Alan Moores cthulhoide Ausflüge und Meditationen ursprünglich erschienen sind, siehe die Webseite von Avatar Press selbst.

Sonntag, 18. März 2007

Ein Tribut an Robert 1603

Southbank Centre, Queen Elisabeth Hall: Heute abend sind wir hip! Im sonnigen England tritt die Band Coldcut (?) am heutigen Abend an, um des grossartigen diskordischen Philosophen Robert Anton Wilson zu gedenken. Spezieller Gast: Alan Moore! Einfach um das einmal zu schreiben, gedenke ich einer kulturellen Veranstaltung, zu der ich weder Karten habe, noch hingehen könnte - während sie sich ereignet. Robert 1603 wäre stolz auf euch, meine kleinen Mescaleros. (Reicht das an Diskordianismus?) Fnord!

Donnerstag, 8. März 2007

"Verlorene Mädchen"

In "Sex and the City" war es akzeptabel, bei "Lost Girls" werden sich die Augenbrauen heben. Drei erwachsene Frauen unterhalten sich über ihre... sagen wir einmal erotische Jugend. Nur sind dies Dorothy, Alice und Wendy, drei Damen, deren andere Jugendabenteuer man aus drolligen Büchern oder nicht minder drolligen Filmen kennt. Wollen wir wirklich wissen, wie gross die Erektion von Peter Pan war? Natürlich! Es ist krank, es ist seltsam, es ist genial. Bei der "Liga der Aussergewöhnlichen Gentleman" (nicht der Film!) war man auch nicht wirklich überrascht über den Fetischismus in der Beziehung zwischen Mina Harker und Alan Quartermain, als der alte Jäger sie gegen einen Baum nahm "wie ein Eingeborenenmädchen".*

Alan Moore zur ungewöhnlichen Thematik von "Lost Girls", das er in jahrelanger Arbeit zusammen mit seiner jetzigen Partnerin Melinda Gebbie entwickelte: "Uns erschien Sex, als Genre, in der Literatur leider sehr unterrepräsentiert. Für alle anderen Gebiete menschlicher Erfahrungen - selbst so exotische wie Detektiv, Astronaut oder Cowboy - entstanden komplette, eigene Literaturgattungen. Währenddessen ist das einzige Genre, in dem Sex abgehandelt wird, ein verrufenes, schmieriges, unter-dem-Tresen-Genre ohne jeden Qualitäts-Standard: Die Pornoindustrie - eine Art Bollywood für hippe, schmutzige Hässlichkeit."

Gut, ich könnte keinen Porno schreiben. Der Plot ist langweilig, und dem Happy End folgt die petit tristesse. Wenn Mr. Moore gleichzeitig noch den Anfang des 20. Jahrhunderts und andere Dinge kommentieren kann, zeigt dies nur seine Begabung. Und es ist natürlich eine tolle Methode, um Frauen kennen zu lernen. Egal. Neil Gaiman findet ihn toll, und wer bin ich, einer anderen Meinung zu sein als Mr. Gaiman?


* der ultimative Vorteil eines Blogs: man kann über die possierlichsten Dinge schreiben, ohne dass einem der Redakteur die Shcreibmaschine Schreibmaschine aus den kalten Fingern zerrt.