Samstag, 5. April 2014

works-in-progress 2014-04-05

"Das Gold der Hesperiden, das versunkene Atlantis, die wundersamen Gärten der Zeit, die verwunschenen Städte Bethmoora, Tanelorn oder Aira… werden wir sie jemals schauen, so sehr wir uns auch bemühen?
Nicht innerhalb der irdischen Bahnen. Denn alles ist Sehnsucht, das Leben wie der Tod, und nur an einem Ort jenseits der Zeit wird sie gestillt werden."
(nicht verwendeter Abschnitt aus 'Die Gärten von Maaal')

Sprache ist ein Virus, und Ideen sind noch schlimmer. Manche Ideen verbeissen sich so tief in der Seele (wenn es die denn gibt), dass man den Eindruck bekommt, sie werden zu einem Teil der Wirklichkeit. Seit einigen Monaten hatte ich die Abenteuer einer munteren jungen Dame namens Aphrodite Semla auf dem Bildschirm, neue Geschichten vom Ende der Zeit. Schlau wie ich bin, war der Plan, vier DinA4-Stories von anno dunnemal, kurz zu überarbeiten und dann neues Material beizusteuern. (In der Liste der Arullu-Geschichten unter den Juvenalia:
.A3. Wenn die Götter rasen [1984]
.A4. Die Gärten von Maaal [1985]
.A8. Die Stadt [1985]
und ein Werk mit dem unwahrscheinlichen Titel "Die Geschäfte des Meister Hong Yl Loupas")
Gesagt, getan, Aphrodite Semla wird voraussichtlich unter den Titeln

  • Die Stimmen der Toten
  • Die Gräber von Birdum
  • Die Litaneien des Todes
dem Inhalt von dreien dieser Stories begegnen, auf ihre unnachahmliche, leicht verruchte Weise. Dennoch, diese alten Stücke gestalteten sich derart sperrig bei der Umarbeitung - das war wohl auch der Grund, warum sie bisher sorgsam im Keller weggeschlossen waren - dass sie immer wieder neue Anläufe produzierten. Vor allem "Die Gärten von Maaal". Ein Ort, an dem jeder von uns einmal stehen muss... Und doch habe ich den Irrgarten darin bislang noch nicht durchquert, egal wie viele Anläufe ich genommen habe, egal mit welchem Helden... Momentan in der Mappe sind also noch mehr Titel aufgetaucht, als mir lieb sind.

  • Der Gott der Einöde
  • Stadt des Elfenbeins, Stadt der Rosen (ein Roman?)
  • Die Königreiche des Mondes
  • Die Gärten von Maaal
  • Auson Mazant
  • Der Turm am Ende der Zeit

In fast allen tauchen diese vermaledeiten Gärten auf. Ich träume manchmal von ihnen, und beginne zu begreifen, dass ich mich anscheinend in die Geschichte herein geschrieben habe oder diesen Ort in die Wirklichkeit zu verpflanzen beginne. Es ist ein mythischer Ort, ein Traumort... aber sind sie das nicht alle?

Der hiesige Mythopoetische Schamane schimpft mit mir, dass das Wort "Maaal" kein Wort ist, denn in keiner bekannten Sprache tauchen dreimal der gleiche Vokal hintereinander auf. Ich weiß. Aber irgendeinen Grund muss ich 1985 gehabt haben, dies so zu schreiben. Es wohnen drei graue Männer in den Gärten von Maal... deswegen vielleicht?

Die Heilige Kabbalah, kurz aus der Westentasche gezogen, sagt dass M-A-A-A-L einen Zahlenwert von 73 ergibt, wenn  man wirklich jeden Buchstaben für sich nimmt. Drei Alephs? Das Maa von AL? (42 + 31) Ist das irgendein Engel des Abgrunds? Oder der Gott der Antwort auf alles?

Und 73 ist auch eine Primzahl, also ein wichtiger Gedanke in Gottes Plan (wenn es ihn denn  gibt). Oder ein wichtiger Gedanke in meinem kranken Kopf?

Mystery of Mysteries!

Sonntag, 30. März 2014

Zitat der Woche

"Die meisten Menschen klagen darüber, daß es in den Romanen nicht so zugeht, wie im Leben. Ich klage darüber, daß es im Leben nicht so zugeht, wie in den Romanen."
Kierkegaard

Montag, 24. März 2014

Johnny Tengu

Auch wenn es dem aufmerksamen Leser so scheint, als ob ich die meiste Zeit in der Sonne liege, mich am Bauch kratze oder meine Zeit mit der umfangreichen Okkult- und Groschenheftbibliothek vertändele, die unser Haus verstopft, vergeht doch kein Tag, wo ich mich nicht dem steten Streben nach Selbstvervollkommnung und dem Fortschritt der Menschheit widme. Also, ich schubse alte Ideen und Sätze vor mir her, und nicht nur die eigenen.
Arbeitsauftrag für mich selber ist "Ein Absatz täglich, oder dabei umkommen", und der für alle anderen "Alles was veröffentlichungswert ist, wird veröffentlicht". Manchmal muss man jedoch etwas daran feilen. So geht es momentan - seit einigen Monaten - dem halbfertigen Material, das unter dem Arbeitstitel "Der Klabautermann" angeboten worden ist.  Um die Wahrheit zu sagen, war es nicht der Arbeitstitel, aber der Titel machte soviel Arbeit, dass eine Veröffentlichung immer weiter zurücksackte im Zeitplan. Geplant war eine Exkursion in die Gefilde des alten oder neuen Pulp, mit einem "Hauscharakter", den jeder interessierte Autor benutzen konnte. Aber... der Klabautermann? Man sah die guten Ansätze, aber nach dem fünften beißenden Kommentar über Pumuckl schlang ich ein Samtband um die Dateien und versteckte sie irgendwo auf der internen und externen Festplatte.
Heute habe ich das ganze nochmal abgeschliffen und neulackiert, und präsentiere einen New Pulp Hauscharakter, den jeder interessierte Autor benutzen könnte.


Charakterblatt Johnny Tengu
[erste Fassung]
...benannt nach den Berg- und Waldkobolden der japanischen Mythologie. Wie die Tengu der Mythologie scheint Johnny Tengu die Fähigkeit zu haben, von einem Moment zum anderen an jedem beliebigen Ort zu erscheinen, zu sprechen ohne den Mund zu bewegen oder in den Träumen derer aufzutreten, die er heimsucht. Es gibt auch solche, die behaupten, dass er die Fähigkeit besitzt, nach Belieben Menschen- oder Tiergestalt anzunehmen. All dies ist sowohl wahr als auch eine Lüge. Alle übernatürlichen Fähigkeiten, die man ihm zuschreibt, sind die Tricks eines erfahrenen Bühnenzauberers der Täuschung und Ablenkung, oder die Fähigkeiten, die er während seines Studiums unter einem der letzten lebenden Ninjameister erworben hat.

Sonntag, 23. März 2014

Nachtmusick :: Liber XV :: Saturnus

In den Tagen nach dem Äquinoktium zittern die Schatten, ungewiss, in welchem Teil der Zeit sie nun leben werden. Wem dies zu vage und unverständlich ist, geht es genauso wie mir. Welche Schatten? Welche Nacht? Ich bin verwirrt... wenn die Sonne scheint, regt sich der Geist des Frühlings (der Grüne Mann?), aber schon ergraut der Himmel, und ein kalter Wind kommt aus Norden. Einer der vielen Vorzüge, wenn man an der Küste lebt...
Ich begebe mich also wieder in die Bereiche der Meditation, Magie und Monstren. Phantastik schreibt sich nicht von alleine, so offensichtlich sie auch ist. Für meinen nächsten Ausflug in die Königreiche des Mondes habe ich mal wieder als Soundtreck etwas deutlich Esoterisches gewählt.

Dienstag, 18. März 2014

Daily Blog

Entnervt warf ich die Tarotkarten an die Wand. Eigentlich hatte ich nur einen Tipp gebraucht, ob ich trotz Erkältung und Zipperlein zur Arbeit gehen soll, oder mich wie andere krank melden könnt'. Üppigkeit? Reichtum? Ich versteh' schon... wir machen es alle nur wegen dem Geld. Warum hatte ich eigentlich erwartet, dass ein paar Stück bunter Pappe sich besser auskennen? Andererseits, letzte Karte war heute (vielleicht auch Umwälzungen in der deutschen okkulten Welt widerspiegelnd) “Der Turm“... die in meinem Deck schlicht “Krieg“ heißt. Krieg? Ist es schon wieder soweit?

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Sonntag, 16. März 2014

Zitat der Woche

"Ich bin fremd in eurer Welt, und wie die meine euch erschrecken würde, wenn ihr sie beträtet, so ängstigt mich die eure."
Hebbel