Donnerstag, 21. November 2013

Gerade auf meinem Schreibtisch...



Zwei vollkommen unterschiedliche Bücher, durch Jahrzehnte getrennt, aber ein Aspekt verbindet sie. Etwas, das man in Deutschland anscheinend nur noch selten sieht. Warum eigentlich?

Dienstag, 19. November 2013

Herbstlaub

Der Krawattenträger schreit
in stumpfer Wut & Wahnsinn:
     Herbstlaub
Der Sturm hat es genommen
und ihm ins Gesicht geworfen
     wie eine Exfreundin
die auf offener Bühne Schluss macht
oder ein Ticket für eine Show
die längst abgelaufen ist.

Nun hat er sich entblößt;
die ganze Welt schaut zu
auf seinen nackten Zorn
& sein nacktes Gesicht
    (Sie schlang die Schenkel um ihn,
    aber der Rhythmus änderte sich nicht)

    Herbstlaub
Zwischen den toten Ästen
spottet heiser die Krähe
ganz in Schwarz gehüllt.

Ganz in Schwarz gehüllt
wie ich, die Kapuze in der Stirn
ein Pentagramm auf dem Rücken
    & sanften Mord im Herzen

Montag, 11. November 2013

Ein Blick in die Zukunft...


Momentan auf meinem Schreibtisch...

Work
  • Die Abenteuer von Aphrodite Semla, einer schlagfertigen Geschichtensammlerin auf der Spur der letzten Geheimnisse einer Sterbenden Erde... Arullu is back!
  • Unheimliche und eigenwillige Geschichten aus den letzten 150 Jahren, wohlfeil ausgewählt für mehrere Anthologien, die danach lechzen, veröffentlicht zu werden... warte noch auf die letzten Manuskripte, meine Herren!
  • Nachts meditiere ich über das Titeldesign der großartigen alten Penguin-Taschenbücher. Das Marber-Raster... kann es ein Äquivalent hierfür geben, das sich harmonisch der Deutschen Industrienorm anpasst? Meine grünste Single, wo bist Du?

Fun
  • "The Adventures of Lazarus Gray", von Barry Reese: Neuer Pulp, wie er sein sollte. nachts, im mystischen Licht eines Kindle Fire Bildschirmes...
  • "Der Zyklus von der flachen Erde", von Tanith Le:Stilvolle Fantasy von einer Grand Dame, die ich fast schon wieder vergessen hatte. Ein verruchtes Vorbild für verruchte Schreiberlinge.

Donnerstag, 31. Oktober 2013

Shortcuts 2013-10-31

Es ist mal wieder Zeit, die interne und externe Festplatte aufzuräumen. Etwas, was ich anscheinend immer wieder neu machen muss, um einer Midlife Crisis zu entkommen. Klar, man muss ja auch schauen, womit man die nächsten Jahre vertun will, kann oder sollte. Für mich heißt das zum Beispiel, dass ich mich von ein paar alten Freunden trennen sollte, die ich jahrelang mitgeschleift und sorgsam in Kartons oder abgesicherten Ordnern aufbewahrt habe.
Extern sind das ein Haufen Comics und Bücher, für die ich mir mal einen neuen Ort suchen sollte (nicht den Müll), und intern sind es einige Konzepte oder Figuren, die ich auf die eine oder andere Weise "erledigen" sollte. ich habe jetzt zwar die letzten Wochen wie wild daran rumgebastelt, aber vielleicht ist heute genau der Tag, um Schluss zu machen mit bestimmten Gespenstern der Vergangenheit.
Ist doch Halloween, oder? Der Abend vor Allerheiligen, der Tag aller Seelen?
Gehen heute nicht die Geister der Verstorbenen ein und aus in unserem Haus?
Okay, Dude, Zeit für einen Exorzismus...



Mittwoch, 30. Oktober 2013

Nachtmusick :: Howling At The Moon

Beachten Sie nicht den Mann am Feuer, das ist nicht sein wirkliches Gesicht :: für den einen oder anderen, der mich gefragt hat, was eigentlich aus dem Werwolfsong geworden ist, von dem ich vor ein paar Jahren erzählt habe, eine alte Aufnahme, etwas knisterig habe ich gefunden und bei mir am Kamin mit der Kamera draufgehalten, ebenfalls etwas knisterig.
Hat nicht lange gedauert, was man leider auch sieht, aber für eine Low Tech Lösung kann ich damit leben.
Lyrics & Vocals by me, Instrumente und Arrangement by the late "Baltimore Gun Club", als die Kapelle noch "Kneecap" hieß...



Wie sagt der Künstler? "So bad, it's good..."

Wer das Gebrummel des merkwürdigen Herren in diesem 60er Jahre Retro Video nicht verstehen kann, der Text zum Lied wurde vor einiger Zeit HIER veröffentlicht.

Rock

Die Weite unserer Welt
wird nur eingeschränkt
von den Bretterzäunen
unserer Ängste.
Heute sind sie vollgekleistert
mit neuen Plakaten.
    (Mieser Druck,
    Punk-Ästhetik)

Die Band verspricht
progressiv zu sein -

    (Heil Satan,
    heile Dich selbst -)
Lang lebe die Revolution
an den Bretterzäunen.
    (Schiefe Pose,
    das Makeup verrutscht)

Sie schlang ihre Schenkel um ihn,
aber der Rhythmus änderte sich nicht.

Und ich glaube,
ich habe das alles
schon mal gesehen.

Dienstag, 29. Oktober 2013

Kindle, my faint fresh fire...

Ich habe ehrlich gesagt bislang mehr als nur Vorbehalte gegen das Format von eBooks gehabt. So schön und übersichtlich das Angebot auch sein mag, und trotz des Vorteiles, auch an Bücher und Schriften heranzukommen, die es als Hardcopy nicht mehr gibt oder niemals geben wird. Ich habe mir schon vor langem eine Kindleapp auf meinen Rechner gezogen und versucht, direkt am Bildschirm all diejenigen Bücher etc. zu lesen, nach denen es mich gelüstete, oder die ich für Recherchen dringend benötigt habe. Pulp und Magick, und Pulp Magick, und Magick Pulp.

Schnelle, direkte Information oder Unterhaltung? Auch wenn es theoretisch möglich ist, den wöchentlichen Groschenroman, den man nach dem Lesen zusammengerollt hinter den Kleiderschrank schmeißen kann, kann ein PC-Programm nicht ersetzen. Auch wenn die Kindle-Books meist genau so viel kosten.

Praktisch ist das schon, aber ehrlich gesagt, ein Lesevergnügen kommt da nicht auf. Abgesehen davon, für unterwegs und selbst wenn es nur der Gang in die Küche oder auf die Toilette ist, taugt so ein 40 Zoll-Bildschirm nicht wirklich. Und die in einem gusseisernen Turm eingebaute Doppelfestplatte auch nicht.

Jetzt habe ich eine Woche lang persönliche Betatestphase für einen echten Kindle Fire HD gehabt, und bin sehr angetan davon. Nicht nur, dass man mit diesem Gerät ein für fast alle Zwecke problemlos aufrüstbaren Tablet PC auf Androidbasis hat - Bloggen und Schreiben on the go, selbst am Frühstückstisch, während der erste Morgenkaffee noch mühsam die Auglider aufzwängt - selbst das Lesevergnügen kommt stellenweise dem taktilen Reiz des abgewetzten Taschenbuches nahe.

Ich habe mir in der Testphase unter anderem zwei Bücher des geschätzten Kollegen Barry Reese von jenseits des Großen Teiches reingepfiffen, schneller sauberer Pulp von der Art, wie es sein sollte (siehe Seitenrand), und ich hatte zum ersten Mal seit längerer Zeit das dringende Bedürfnis, zu jeder Gelegenheit (und unetr der Bettdecke) weiter zu lesen, um herauszufinden, wie es ausgeht. Mr. Reese ist ein sehr fleißiger Autor, und hat die Formate, unter denen er veröffentlicht, sehr treffsicher gewählt.

Auch wieder etwas, von dem man lernen kann. Nicht alles im 21. Jahrhundert ist schlecht.