Samstag, 20. Juli 2013

3rd Mind :: Das occulte Internet

Du kannst weg rennen, aber Dich nicht verstecken. Sie sind hinter Dir her, und sie haben Dich schon erwischt. Vor zehn Jahren. In der Zukunft.Wir reden hier nicht von so vergleichsweise kleinkarierten Verbrechen wie Landesverrat oder Industriespionage. Die Daten, an denen sie interessiert sind, brauchen sie nicht zu kopieren. Sie haben sie selbst geschrieben, in Dein Unterbewusstsein, und nötigenfalls überschreiben sie sie noch einmal, und sie werden immer so gewesen sein wie sie sind. Vor zehn Jahren in der Zukunft.

Dies sind die wahren Magier des 21. Jahrhunderts, sie kümmern sich nicht um die Sigille kleinerer Daimonien, sie entwerfen ein vierdimensionales Hypersigill, das in Zukunft der Name dieses Planeten werden wird. All dies spielt sich im Verborgenen ab, sind in der Sprache des Großen Konversations-Lexikons Occúlta, verborgene Dinge, Geheimnisse. Mit dem richtigen Unicode können wir Runen in eure Webseiten schreiben, und selbst das Erkennungszeichen eines wahrhaft Eingeweihten von OAI können wir sichtbar machen, Fr∴ N.N.

Wir sind die Architekten der Gnosis und ändern den Quelltext, um zu bestimmen, was Du glauben wirst oder kannst. Wir ändern bloß die RGB-Werte ein wenig, und durch kryptovisuelle Gematria ändern wir Dein Universum, das bereits seit 1989 komplett virtuell ist. Hattest Du wirklich geglaubt, dies ist real? Oder dass Deine Facebook-Freunde wirklich "Freunde" sind? Oder dass auch nur die Hälfte von Ihnen wirklich existiert und nicht nur komplexe Simulationsprogramme sind, die wir erschaffen haben, um fester an dieses simulierte Universum zu binden.



Ich fürchte ich habe jetzt doch zu viel verraten. Eigentlich wollte ich mich nur darüber amüsieren, dass man bei rudimentärer Vorbildung so mancherlei numerologischen Schnickschnack mit den Zahlenwerten jeder RGB-Farbe treiben kann. Für eine Webseite, mit deren Vorbereitung ich gestern abgeschlossen habe, extrahierte ich einen Blauton aus einer älteren Version und bin dann zu folgenden bedeutsamen Werten gekommen: 37 (1/3 von 111), 52 (Anzahl der Wochen = ein Jahr) und 156 (sollte jedem Thelemiten offensichtlich sein). In Html und verwandten Sprachen wird ein RGB-Wert als Zahl aus dem Hexadezimalsystem dargestellt - kurz HEX Code. 

Ja, ja, klingt wirklich alles ein bisschen verdächtig, nu? Kein Wunder, dass so mancher Strenggläubige das Internet als Erfindung des Teufels bezeichnet. 

So sei es denn, mein HEX Code für heute ist 25349C

Mittwoch, 10. Juli 2013



Eine der vielen urbanen Legenden, die in Zollern am Meere, vor allem unter den Jüngeren und in Belangen der deutschen Geschichte Unsicheren weiter erzählt wird:
In den Ruinen dieses unweit des ehemaligen U-Boothafens gelegenen Hauses hat sich Adolf Hitler versteckt. Oder sein Goldschatz.
Es gibt mehr als einen, der in den unter Wasser liegenden, fauligen Keller dieser Struktur herabgestiegen ist, um das Geheimnis zu lösen. Offensichtlich spukt es dort.
Und nein, ich habe mir das nicht ausgedacht.









Bilder des Geisterhauses, 23.06.2013

Sonntag, 23. Juni 2013

3rd Mind :: Royal, ohne Käse


Das von meinem Drucker angebotene "Royal"-Format hat die Abmessungen 156 mm × 234 mm, was wohl nahe am historischen Oktavformat "Royal octavo" (10" by 6¼") (253 mm × 158 mm) liegen soll.

Zum Vergleich hat das international gebräuchliche Format A4 nach der Deutschen Industrienorm (mmmhmm... Industrienorm!) Abmessungen von 210 mm × 297 mm. Verlässlich und international gültig.

Deshalb ist es auch natürlich klar, dass das Ausgabeformat einer A4-Pdf-Datei  209,9 × 297,04 betragen muss.

Zu den Vorbereitungen der Druckvorlagen für ein neues Buch im Royal Format (ohne Käse) gehört also unbedingt dazu, das Pdf auf die richtigen Masse zurecht zu schneiden. Glücklicherweise braucht man dazu keine vierdimensionale Schere, aber etwas Kopfrechnen.



Wie auf dem beigefügten Beweisfoto zu sehen, schneiden wir links und rechts je 26,95 mm und unten 63,04 mm, um das gewünschte Format zu erreichen. Achja, Royal.

Diese faszinierende Information wurde Ihnen übermittelt von der Externen Festplatte.

Eine weitere Frage,warum keine Hefte: Nur leimgebundene Formate gelangen über das Global Reach Programm auch in den Buchhandel (Amazon etc)

Flash Fiction :: Wilcox' Visionen


Psychosexuelle Projektionen… eine Baukunst des Fleisches, Portale wie Genitale, okkult-magisch, polymorph pervers, Vesica Pisces, darin die Perle ohne Preis… diese feuchte zyklopische Stadt aus schleimig grünem Gestein, eine Geometrie, die sittenlos und falsch ist, völlig falsch…

Er hatte diesen Ort in einem Traum gesehen… abnorm, nicht euklidisch und auf ekelerregende Weise an Sphären und Dimensionen fern der unseren erinnernd. Nichts Gerades, keine Fluchtlinien, kein Zugriff… verschlagene Bedrohungen und Ungewissheiten laueren lüstern in den trügerischen Winkeln behauenen Steins.

Ist es eine Aushöhlung? Ist es eine Wölbung? Es wächst und wogt, nachgiebig, feucht. Diese zyklopische Stadt aus schleimig grünem Gestein, aus dem Meer tauchend, dem Symbol des Unbewussten. Ohne Namen, namenlos, und doch immer wieder auftauchend… ein Zyklop anzüglicher Architektur, ein einziges Auge in der Höhe, das nie blinzelt.

Die Psychologen, die seinen Ausführungen lauschten, warfen sich bedeutsame Blicke zu, bevor sie die Zellentür schlossen.

Wie Wilcox gesagt hatte, war die Geometrie dieses Ortes völlig falsch.

Samstag, 22. Juni 2013

Mythos :: Die Hexenlichter der Seneca



Ga’hai oder Hexenlichter nennen die Senecaindianer des Bundesstaates New York eine bestimmte Art nächtlicher unheimlicher Lichterscheinungen, die die Wälder und Sümpfe heimsuchen. In ihren Legenden werden sie beschrieben als fahle, sich nach eigenen Gesetzen bewegende etwa kopfgroße Lichter, die manchmal träge, Geistern gleich, unsichtbaren Wegen folgen oder sich langsam aus dem Boden erheben. Manchmal rasen sie aber auch in rascher Geschwindigkeit über die Baumwipfel rasen, Kometen gleich, deren Ziel unweigerlich ein übler Ort ist, ein Friedhof, ein Schlachtfeld, oder ein Sumpf, in dem das Böse umgeht. In dieser Form ähneln sie auf erstaunliche Weise den Beschreibungen, die spätere Jahrhunderte von anderen unidentifizierten fliegenden Objekten ablieferten – UFOs.

Der französische Forscher Jacques Vallee stellte bereits in den 60er Jahren die Hypothese auf, dass UFOs nicht einen tatsächlich außerirdischen Ursprungs haben – dies wäre nicht nur unökonomisch sondern widerspräche auch der Tatsache, dass ähnliche Erscheinungen während der gesamten menschlichen Historie dokumentiert wurden. Sie könnten vielmehr Manifestationen eines (vielleicht vierdimensionalen) Bewusstseins sein, das nicht an unser Raumzeit-Gefüge gebunden ist. Dies würde erklären, warum das Flugverhalten der UFOs von Gravitation und Aerodynamik losgelöst zu sein scheint, sondern auch die scheinbare Manipulation von Raum und Zeit, die in manchen Begegnungen vorzuliegen scheint.

Die Ga’hai haben ihren abendländischen Namen nicht ohne Grund erhalten. In den meisten Geschichten sind sie mit dem üblen Wirken eines Hexers oder einer Hexe verbunden. Manchmal sind sie unirdische Fackeln, die den Übelwirker zu seinem Opfer oder Ziel leiten, oder sie sind Zeichen, die den Ort markieren, an dem ein Zauber- oder ein anderer Schatz verborgen liegt. In diesem Falle gilt es, ihnen auszuweichen, wenn man ihnen begegnet, denn der oder das, was sie entzündet hat, ist nahebei und wird unweigerlich jeden verschleppen, der seine wahre Gestalt sieht.
Vielleicht sind die Hexenlichter, wie andere Sagen berichten, nichts als eine andere Gestalt, die Hexen annehmen, um zu reisen – eine Projektion der Psyche, wie Vallee von den UFOs annahm, vielleicht in einer höherdimensionalen Form. Diese Art von Hexenlicht, ein schwaches violettes Glühen ohne natürliche Ursache, taucht auch in den folkloristischen Erzählungen auf, die man sich heute noch in Arkham im Bundesstaat Massachusetts erzählt – dort nennt man es Keziahs Hexenlicht, nach der legendären Hexe Keziah Mason.

Wenn man dem Hexenlicht nahe ist, wenn es vorbeigeht, kann man, so die Sage, das schwache Abbild eines menschlichen Gesichtes innerhalb des Lichtballs sehen. Es ist das Angesicht einer Person der Kraft, tot oder lebendig, fahl und verzerrt im Licht einer anderen Wirklichkeit. Obwohl in dieser Form – auch als die Hexenfackel bekannt – unangreifbar, muss die Hexe doch früher oder später zu ihrem oder in ihren natürlichen Körper zurückkehren, und wenn man einem dieser Lichter bis zu seinem Ziel folgt, kann man sehen, wie es plötzlich erlischt und an seiner Stelle die Hexe in ihrer menschlichen Gestalt erscheint.

Diese Hexenlichter werden heute noch häufiger im Norden von New York State gesehen, und von den meisten Einheimischen als eine Art spontane Manifestation des Territoriums selbst betrachtet. Ihre große Anzahl, besonders wenn sie in Schwärmen auftreten, scheint dies zu bestätigen. Sie müssen irgendeine Art natürlichen Ursprung haben, denn wenn ihnen ein übernatürlicher – oder überdimensionaler – Ursprung zugrunde liegen würde, würde es bedeuten, dass die Schreckgestalten der Folklore, die Hexen und Hexer, sich auch heute noch in gleich bleibender großer Zahl versammeln würden. Vielleicht jedoch, wenn wir den Hypothesen von Vallee folgen, bedeutet dies, dass diese Art von Bewusstsein tatsächlich nicht an Raum und Zeit gebunden ist, sondern über die Jahrhunderte hinweg die Orte ihres verfluchten Wirkens heimsuchen, in einem ewigen Jetzt, unangreifbar, unverderblich und unbesiegbar.

(Extrakt aus Hexenlicht/Infodump, der Recherchedatei zu meiner Erzählung "Hexenlicht")

Mittwoch, 19. Juni 2013

Mythos :: Cthulhu Libria #57 online

Wieder einmal möchte ich auf die neue Ausgabe der Cthulhu Libria hinweisen, jenes hoch geschätzten Webmagazins für den distinguierten Leser phantastischer und horribler Märe. Dies geschieht diesmal wiederum mit etwas Hintergedanken, haben die geschätzten Autoren des Teams sich doch erneut die Zeit genommen, auf ein Produkt meines fiebrigen Hirnes hinzuweisen.
Ja, die vierte Ausgabe von REDMASK hat endlich die Öffentlichkeit erreicht... Ein paar persönliche Worte des Herausgebers finden sich übrigens in dem Artikel auch, alles meisterhaft strategisch geplant...
Ich nutze die Gelegenheit und stehle frech das Titelbild der neuen Ausgabe, sehr geschmackvoll, finden Sie nicht? Auch in Deutschland gedeiht die Kunst des feinen Striches noch... 

Autor: Arnold Reisner und das CL-Team
Umfang: 59 Seiten
Format: PDF
Downloadbar über: Cthulhu.de und Literra.info


Und hier das Inhaltsverzeichnis, frech gestohlen aus dem CL eigenen Blog.

Sonntag, 9. Juni 2013

Mythos :: Hexenlicht coming



Das Hexenlicht.... eine violette, vielleicht auch malvenfarbige Lichterscheinung, die den Übergang in eine andere Realität kennzeichnet, das Tor zum kosmischen Hexensabbath... ein Widerschein des Älteren Pharos... beständige Rotverschiebung der lokalen Konstanten...

Ein großartiges Konzept, das ich bereits seit längerem mit ungeahntem Fanatismus verfolge. Vielleicht hat es auch irgendwas mit Quanten zu tun. Derweil ich also Hände ringend nach einer Geschichte suche, die bis Ende des Monats für den schattenhaften Herren S. bereit ist, wächst das Hexenlicht in meinem Herzen...

Fakten und Fiktionen, die mich beim Schreiben inspirierten:

Brane-Kosmologie und M-Theorie
Dr. John Dee
Akademien der Renaissance
"Dunkelmännerbriefe"
"Encyclopaedia Cthulhiana" von Daniel Harms
"Beyond the Mauve Zone" von Kenneth Grant
"Träume im Hexenhaus" und "Der Ruf des Cthulhu" von H.P. Lovecraft
"The Invisibles" von Grant Morrison
"Planetary" von Warren Ellis
sowie ein Haufen anderer, richtig abseitiger Sachen...

Btw habe ich gesehen, dass bis Halloween eine Anthologie zum Thema "Verbotene Bücher" zusammengestellt werden soll, so richtig fein mit schimmeligen Grimoires und unheilsverkündenden Runen. Ich hatte vor einiger Zeit da schon etwas zusammengestellt, und in den letzten Wochen noch ein paar merkwürdige Mythos-Schriften gefunden. natürlich habe ich da auch noch einiges auf der Festplatte. Ich werde das demnächst mal überarbeiten und der Allgemeinheit zugänglich machen. Ist vielleicht ganz witzig.