Donnerstag, 28. Juni 2007

Fanboy :: Fledermauswurzeln

Ein kurzer Link zu einem längeren Interview, das DC's Robert Greenberger mit seinem alten Kollegen Anthony Tollin, momentan dem Experten für The Shadow und andere alte Pulphelden geführt hat. Ein Artikel, der den inneren Nerd in mir höchst erfreut hat. Während über die Verbindungen zwischen den blutigen Pulps und den ersten Comicbook Helden bereits einiges geschrieben wurde (z.B. Doc Savage als Vorbild der Fantastischen Vier) kann Tollin inzwischen ganz genau nachweisen, wo die Schöpfer von Batman ihre ersten Ideen abgekupfert hatten. (Kurz gesagt hat der Shadow bewiesen, dass er der unbezwingbare Meister der Verkleidung ist, indem er sich Fledermausöhrchen anklebte und als Superheld Karriere machte...)

Teil Eins: The Case of the Chemical Syndicate | How The Shadow was the template for Batman
Teil Zwei: The Shadow Knows | Anthony Tollin talks about the Shadow/Batman connection

Montag, 25. Juni 2007

Die Rückkehr der Pyropunks

Nach dem überlegenen Erfolg der Veröffentlichung von PUNKDAEMONIUM (und dem Coolnessfaktor, das gesamte Projekt in einer Woche erledigt zu haben, gewissermaßen zwischen Tür und Bett...) hat mich die Muse geküsst und mich mit der Nase in weitere Manuskripte gestupst, die thematisch gut zu "Chaos und Magie in den 90ern" und "Punkdaemoniun" passen: Die allseits geschätzten Pyropunks, bzw. die Serie von Kurzgeschichten und Romanen um Karl Edwyn Rothner und seine Freunde und Verwandten. Einer der Romane scheint hier am besten zu passen, vor allem weil er in sich abgeschlossen und "irgendwie postmodern" ist.

PRINZ DER RUINEN

Aber dazu später mehr, wenn ich das Mss. weiter bearbeitet habe. (Merkwürdigerweise macht es mir nämlich momentan unglaublichen Spaß, noch ein paar Kapitel dem Haupttext anzufügen und somit den Seitenumfang dieser Veröffentlichung zu vergrößern. Mehr Lesespaß für noch mehr Geld. Wo gibt es sowas schon noch?)

Subtiler Kannibalismus

Unkommentiert, weil herrlich eindeutig...

Papst-Entzauberung von Hubertus Mynarek: „Ich möchte ausdrücklich sagen, daß ich gerade auch aus den kritischen Rezensionen viel gelernt habe. Am meisten bereichert und belehrt fühlte ich mich durch die Ausführungen von Hubertus Mynarek." Wer das sagte? Joseph Ratzinger.

Mynarek hat sich nicht geändert. Er bietet einen brillanten Disput um die „Vernebelungsenzyklika ‚Gott ist die Liebe‘", das „unvollständigste Programm der Liebe, das ich kenne". Im Verlauf dieses Disputs zerpflückt Mynarek die Argumente des Papstes, der von vielen mittlerweile zu Kirchenblättern aufgerückten Zeitungen und Magazinen (FAZ, taz, Stern) pflichtschuldigst als das neudeutsche Wunder gepriesen wird, und weist dem päpstlichen Autor auf Schritt und Tritt Auslassungen, Verdrängungen, Einseitigkeiten nach. Lesenswert sind in diesem Zusammenhang Mynareks Ausführungen über Ratzingers Lehre von der Ehe („ohne den leisesten Gedanken an Naturwissenschaften, empirische Anthropologie, Soziologie, Ethnologie"), über das päpstliche Eucharistieverständnis („ein subtiler Kannibalismus") oder über die von Ratzinger, dem nie gewandelten Großinquisitor, so gerne dargetanen Zusammenhänge von Vernunft und Glauben: „Man muß sich das mal vorstellen: Eine Kirche mit einer absurden, irrationalen, bizarr-unvernünftigen, irrwitzigen Ideologie, sprich: die Vernunft verhöhnenden Dogmatik beansprucht die absolute Oberhoheit über die menschliche Person und den gesamten gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Bereich, also über die individuelle, soziale, ökologische und ökonomische Vernunft. Und keiner unserer Zwerge, d. h. der Politiker aller Parteien, schreit: ‚Unfug‘ oder wehrt sich dagegen."

Quelle
Bestellen bei BoD

Samstag, 23. Juni 2007

Die deutsche Sprache als Droge

Während die meisten unserer Mitbürger sich niemals Gedanken darüber machen, was sie der deutschen Sprache und Grammatik antun, scheint ihr Wirken dem fremdsprachigen Ohr sehr klar und deutlich zu erscheinen. Irgendjemand hat mir einmal erzählt, dass das Klingonische in Klang und Grammatik dem Deutschen nachempfunden sei, oder auch nur dem "Knurren tollwütiger Hunde." Das scheint schon mal kein so allzu großer Unterschied zu sein.

In einem satirischen Beitrag über die "5 offensichtlichsten von Drogen angetriebenen TV-Auftritte aller Zeiten" (CRACKED.com - The 5 Most Obviously Drug-Fueled TV Appearances Ever) (sowas gibt es nur im Internet, liebe Gemeinde!) finden sich viel klarere Worte:
"As anyone who’s seen those old Hitler speeches will tell you, Germans look pretty angry when they speak, and as this video proves, they even look angry when speaking French. We're guessing Germany is a pretty stressful place to grow up, which might explain why they wear all black and listen to terrifying techno music."
Wie nicht weiter verwunderlich, basieren diese Äusserungen auf einem TV-Auftritt des großen (und aus leider den falschen Gründen) unvergessenen Klaus Kinski. Achja.
"Drug(s) They Were Probably On: A cocktail of various amphetamines. Also, dark chocolate bon-bons. Oh, and the Germanic tongue."

Mittwoch, 20. Juni 2007

Irgendwo in Altona :-)

Der gute Mann, der tibetica.de unterhält, den netten Tibet-Onlineshop, dessen Dauerlink Sie am rechten Bildschirmrand sehen können, hat einen weiteren Schritt unternommen, den ungewaschenen Massen Buddhismus & Meditation näher zu bringen.

Ab dieser Woche unterhält er ein kleines aber feines Geschäft geschmackvoll eingerichtet, in dem man die ausgewählten "Dharma- und Kunstgegenstände", die man von den Seiten des Internet-Shops kennt, auch in natura bestaunen kann. Und dies alles mitten in Altona, direkt zwischen Holstenstraße und Feldstraße, in einer verkehrsarmen Gegend nahe der alten Schilleroper, wo es auch noch andere Galerien und buddhistische Zentren gibt.

Ist das nicht wunderlich, was es alles in Hamburg gibt?

Tashi delek! (Was auch immer das heißt...) :-)

Sommer in der Stadt

Also wandere ich durch die leicht staubenden Strassen von Altona - mein freier Tag, bzw. der Tag, an dem ich meiner armen Frau mal nicht so lange auf die Nerven gehen will. Neben mir der gute Kollege, und wir diskutieren ein wenig über den Stand der Demokratie und darüber, wo man hier was zu trinken bekommt. Am Platz der Republik vorbei - stilecht im Schatten des Kaiserdenkmals - zu den Parkanlagen zwischen Palmaille und Elbberg, wo man von einer schattigen Bank einen schönen Ausblick auf die Elbe hat. Sehr gelungen, vor allem die Eiertanks der Chemieindustrie am gegenüberliegenden Ufer.

Wir ziehen von dannen, als uns die Gegenwart obskuren Steppengrases unseren Heuschnupfen in Erinnerung ruft. Mann, isses heiß. Natürlich haben wir nichts besseres zutun, als den ganzen Weg hin nach Pauli zu Fuß zu gehen - ein leichter Hauch eines Western lag über der Szenerie - heiß, staubig und menschenleer. Dafür hatten die Seitenstraßen rund um die Reeperbahn ein eher mediterranes Flair. Die Zuhälter hatten wohl Urlaub, stattdessen sah man Kinder bolzen, Leute auf der Strasse sitzen, spontan auftretende Ansammlungen von Leuten, die in vier unterschiedlichen Mittelmeerdialekten fluchten. Wieso eigentlich Norddeutschland?

Wahrscheinlich, weil es z.B. keine Parkbänke oder andere Gelegenheiten zum Chillen gibt. Also tragen wir unser Bier treudoof mit uns herum, bis es körperwarm wird. Dann endlich inmitten des Labyrinthes von Strassen die Ruine einer Kirche, umgeben von schattenspendenden düsteren Bäumen. Und so lehnt man sich an die Kirchenwehr, öffnet die Flasche und verzeiht das Gesicht bei der Bitternis des ersten Schluckes.

Und so ist es die ganze Zeit in Hamburg, meine Lieben.

Captain Karotte schlägt wieder zu

Purer Pop: Die eigenartigste Unterart des Superhelden - der Cartoon Superheld, der Funny Animal Superhero. Bereits in den 40ern tauchte er immer wieder auf, der Superhase, oder die Supermaus. Selbst eine Schildkröte, die in einem Roter Blitz-Kostüm die Schallmauer durchbrach, war denkbar. Und erinnert sich noch jemand an Oskar, die Supermaus? Der ursprüngliche Captain Marvel hatte Hoppy, das Marvelkarnickel, und dann gibt es da noch aus jüngerer Zeit Peter Porker, das unglaubliche Spiderschwein. Purer Pop: Zu gleichen Teilen Satire und Naivität. In den zynischeren Abschnitten des 20. Jahrhunderts verhöhnt, aber dennoch immer wieder zitiert von denen, die reinen Herzens sind. Und nun auch wieder in greifbarer Nähe, die von DC veröffentlichten Abenteuer von Captain Carrot (Karotte) und seiner Zoo Crew (ein großartiger Name). Ach, diese verrückten Amies...