Donnerstag, 31. Mai 2007

Fanboy :: 3 x Datajunkie

Blogwatch :: Drei Einträge, die mir heute Nacht die Zeit versüsst haben, willkürlich und ganz subjektiv ausgewählt. Heute zu Besuch bei: DATAJUNKIE:

  1. Datajunkie: Kirby DC Kover Kollecktion: "Pop Art, optische Attacke und Quintessenz eines Mediums - eine coole Zusammenstellung von Titelbildern der Serien, die Jack Kirby in den 70ern für den DC-Verlag schuf!"
  2. Datajunkie: Perry Rhodan Mega-Post!: "Die wenigsten Leute wissen, dass Perry Rhodan nicht nur die grösste SF-Serie, sondern ein echter deutscher Exportschlager ist. Hier eine extrafette Zusammenstellung der Titelbilder der amerikanischen Ausgabe. Poppiger, fetziger, seltsamer als das Original!"
  3. Datajunkie: William Gibson AKA Maxwell Grant (Re-Post) - "Klein aber fein: eine biographische Skizze des Bühnenzauberers und kongenialen Pulpautoren William Gibson - der Mann, der den Shadow zum Leben erweckte."
Die ersten beiden Einträge bestehen naturgemäß aus sehr vielen Grafiken und könnten eine etwas längere Ladezeit verursachen. Aber wie bunt, wie geil.

Dienstag, 29. Mai 2007

Die Dunkle Seite

»Schon wieder tot«, Schneider, Brian: "Wer gegen die schwarze Seite des Manas kämpft, ist einer fürchterlichen Bedrohung ausgesetzt und braucht eine ungeheure Lebenskraft, um den tödlichen Zaubersprüchen zu trotzen. Schwarzes Mana ist eine mächtige Waffe – und für die eigene Seite möglicherweise der Schlüssel zum Erfolg."

Wie bitte? Schwarzes Mana? Das klingt aber so normal, oder? Wer will mir denn jetzt schon wieder an den Hals?

Nach kurzem Herzstillstand Entwarnung: Es geht nur um Magic, das Kartenspiel. Gibt es das noch? Als junger aufstrebender Tempelritter habe ich das immer gerne mit meinem Bischof gespielt, der mit Vorliebe seine Aussätzigen auf mich angesetzt hat.

Hmm, das klingt jetzt aber auch nicht besser.
Ich muss weg.

Lakritz und Gurken

So wanderte ich also durch die dämmernden Vorstädte, das Haupt gesenkt und voller Gedanken, als plötzlich ein älterer Herr von der Theosophischen Gesellschaft aus dem Gebüsch sprang und mir die Mündung einer .45er an die Schläfe drückte.

„Auf ein Wort, Herr Gruner“, raunte er, und ich spürte seinen Vegetarieratem mit mildem Druck in meiner Ohrmuschel. „Man kommt nicht umhin, den verächtlichen und deprimierenden Tonfall zu bemerken, mit dem sie die Welt kommentieren. Wo ist die Schönheit abgeblieben, wo der Optimismus, wo das den Menschen Erhebende? Ich glaube, Sie hängen zu oft mit tibetischen Dämonisten ab.“

„Ja, aber…“, begann ich, aber der sich schlagartig verstärkende Druck des kalten Metalles auf meiner Haut ließ mich verstummen.

„Haben Sie schon mal an die heilende Kraft des Mantras gedacht?“

Ich blinzelte mir die Tränen aus den Augen. „Bitte was?“

„Ein heiliges Mantra kann auch sie wieder auf den rechten Pfad führen und Ihnen Harmonie und Frieden verleihen, Herr Gruner“, sagte der alte Mann, und seine fein manikürte Hand zitterte voller Begierde. „Sprechen Sie mir einfach nach:

Om Tryambhakam Yajamahe
Sugandhim Pushtivardhanam
Urvarukamiva Bandhanan
Mrityor Mukshiya Maamritat.“

„Ich kann Ihnen nicht wirklich folgen“, murmelte ich. „Nichts gegen Sanskrit, aber für mich klingt das alles nur nach Lakritze. Was genau soll das bedeuten?“

In diesem Moment blickte ich wahrscheinlich dem Tode ins Angesicht. Der alte Mann zitterte am ganzen Körper, sein eines Auge kniff sich zusammen, und ich wusste, dass er erwägte, mir das Hirn mit einem nebensächlichen Zucken des Zeigefingers aus dem Schädel zu blasen.

Dann trat wieder Klarheit in seinen Blick, und er leckte sich die Lippen.

„Ja, ähem, ja, also man könnte das so übersetzen… das ist natürlich eine sehr freie Übersetzung, und lässt die Feinheiten vermissen… (räusper) Om – wir verehren den dreiäugigen Siva, der wohlriechend ist und alle Wesen ernährt. Möge er uns vom Tod befreien und uns dazu reif machen, zur Unsterblichkeit zu gelangen, genau wie eine reife Gurke von der Pflanze abfällt.“

„Ohja, das erklärt ja wirklich alles. Ich fühle mich schon viel besser.“

„Tatsächlich?“

„Nein. Gurke? Erschieß mich.“

Montag, 28. Mai 2007

M steht für Magie?

Und ich dachte immer, M steht für Mord, oder Monster (wenn man Larry Brent glauben mag), oder für das Oberhaupt des Britischen Secret Service...
Seit einigen Wochen verärgert mich die Amazon-Werbung auf diesen Seiten, dass sie mir den Mund wässrig macht mit einer Neuerscheinung des kongenialen Neil Gaiman. Aber erscheinen soll das Werk erst im Juli. Gemein, sowas. Aber sei's drum, die paar Wochen werde ich wohl noch aushalten können.

Resumee | Plotreste | Merkwürdige Meeresgötter

Drei sind die Kinder, die Pontos, der Urgott des Meeres zeugte:

Nereus ist der alte Mann der See, Herr über den Fischreichtum, der an der Seite seines Weibes Doris und seinen 50 Töchtern, den hilfebringenden Nereiden, in einer silbernen Höhle der Tiefe der Ägais herrschte. Er ist der Weise des Meeres, ein Gestaltwandler und Prophet, der die Zukunft vorhersagen kann, ein alter Mann mit einem hölzernen Stab, umgeben von einer Schaar seiner Töchter, ein sich ringelnder Fischschwanz anstelle der Beine. Die Nereiden sind schöne Jungfern, umgeben von Delphinen, oder auf ihnen oder den heiligen Hippokampoi reitend, die Schiffern und Fischern hilfreich zur Seite stehen können. Und war Nereus nicht vielleicht auch der Vater jenes mysteriösen Menschengottes Glaucos mit der blauen Haut und dem kupfergrünen Haar?

Der grosse Thaumas (Wunder) ist der alte Mann, der über die Wunder der See gebietet. Sein Weib ist Elektra, die bernsteinfarbene Wolke, seine Töchter Iris, der Regenbogen, und die Wirbelwinde oder Harpyien: Aellopous, Celaeno, und Ocypete.

Der stolze Phorkys (Robbe) ist der Gott, der über die Tiefen des Meeres herrscht: Zusammen mit seinem Weib Keto (Wal) zeugte er die schrecklichen Gottungeheuer der Meere: Skylla die Krabbe; die flinke Thoosa, Mutter der Kyklopen; den starkströmenden Ladon, die hundertköpfige Seeschlange; die drachenartige Viper Echidna, die über die übelriechenden und giftigen Gewässer herrschte; die grauen Graien des Meeresschaumes, und die schrecklichen Gorgonen, deren versteinernder Blick tödliche Felsen und verborgene Riffe schuf. Phorkys ist grauhaarig und mit einem Fischschwanz versehen, mit krabbenartiger spitziger Haut und krabbenartigen Vorderbeinen. Sein Attribut ist eine Fackel.

* * *

Freundlicher sind die Kinder des Poseidon und der Amphitrite: Triton, der Meereskentaur, der beständig auf seinem Muschelhorne bläst, das Meer aufwühlend. Auch er ist ein göttliches Mischwesen: Sein Oberkörper ist der eines Menschen mit den Vorderbeinen des seinem Vater heiligen Pferd, sein Unterkörper ähnelt jedoch einem Delphin.

Tritons Schwester Benthesikyme, so sagt man, heiratete den König von Äthiopien, obwohl sie eine Unsterbliche war, der ihr Vater die Gabe zu prophezeien, und auf dem Wasser zu gehen, verliehen hatte.

Die andere Schwester des Triton war Rhode, die den Sonnengott Helios heiratete und nach der die berühmte Insel benannt ist – die Nymphengöttin des Lichtes und der Feuchtigkeit, die ebenso wie ihre Verwandten den Schiffer aus der Not erretten oder ihn im aufgewühlten Meeer zugrunde gehen lassen konnte. Sie begleitete ihren Gemahl auf seinem Wagen, so dass auch bei ihrem Namen in der ganzen Ägais heilige Eide geschworen wurden.

* * *

Die Telchinen, so sagte man, waren vier mysteriöse Magier-Schmiede und Seedämonen an den Inseln von Keos und Rhodos. Sie erfanden die Kunst der Metallurgie und erschufen die Sichel, mit der Kronos seinen Vater Ouranos kastrierte und später den magischen Dreizack, mit dem Poseidon Erdbeben hervorrufen konnte und Berge in die See warf, um Inseln zu erschaffen. Diese seltsamen Seedämonen wurden manchmal beschrieben als mit den Köpfen von Hunden und Fischflossen anstelle von Händen. Die Namen von zwei von ihnen waren Damnameneus und Skelmis.

Resumee | Plotreste | Tezcatls Name

Der Name des Zauberers Tezcatl ist abgeleitet von der alten Gottheit Tezcatlipoca, der Geist der Dunkelheit, dem Herren der Nacht und des Nordens, der Hexerei und des Raubes, der Zwietracht und des Krieges. Sein Name bedeutete „Rauchender Spiegel“ – es ist dieser Rauchende Spiegel, der der Quell und Garant von Tezcatls finsterer Macht ist.

Der Name des Spiegels ist Itlachiayaque oder „Der Ort von dem er zusieht“, und er ist in beständigen schwarzen Rauch gehüllt. Der Rauchende Spiegel sieht alles und tötet alle Feinde, er sucht die Sünder mit Armut und Krankheit heim und belohnt die Tugendhaften mit Reichtum und Ruhm. Wie die Welt böse ist, ist auch der Gott des Bösen einer der Herren der Welt: Der Schwarze Tezcatlipoca, so sagt man, ist der Schatten des Weissen Tezcatlipoca (Quetzalcoatl) – sie sind die Herren der Dualität, zwischen ihnen ist die Welt aufgeteilt.

Tezcatlipoca wurde als unheimliche Gestalt dargestellt, sein Gesicht unkenntlich gemacht von einem schwarzen Streifen Kriegsfarbe, sein rechter Fuß, den er sich an den Toren der Unterwelt abgeklemmt hatte, ersetzt durch den namensgebenden schwarzen Obsidianspiegel. Welchen Namen der Gott trug, bevor er verstümmelt wurde, ist nicht überliefert. Aber er wird auch durch andere Namen beschrieben: Yohualli Eecatl (Nachtwind), Necocyaotl (Der Zwist auf beiden Seiten sät), Tloque Nahuaque (Herr das Nahen und Nähsten), Ipalnemoani (Er durch den wir leben) und Titlacauan (Wir sind seine Sklaven).

In anderen Darstellungen trägt er den Rauchenden Spiegel auf der Brust – sein abgetrennter Fuß wird hier durch einen Hirschhuf ersetzt, um seine unheimliche Behendigkeit zu betonen.

Er ist der Geist der Dunkelheit, er gebietet über die Dunkelheit des Schicksals, sein Totem ist der Jaguar inmitten des nachtdunklen Waldes.

Resumee | Plotreste | Tezcatl

Rahmen: Bei der vollkommenen Umarbeitung meiner Arullu-Geschichten [ja, auch mit der Geographie der Sterbenden Erde bin ich nicht mehr so zufrieden…] habe ich drei Kurzgeschichten wieder ausgegraben, die ich hier die Haimeergeschichten nennen möchte, da sie alle an und unter diesem Gewässer und dem benachbarten Land Mech spielen. (Nicht Mexé, wie ich irrtümlich in Erinnerung hatte – wie gesagt bin ich mit der Geographie auch nicht mehr so zufrieden.) Jede der Geschichten für sich ist gerade noch so zu ertragen, zusammen fällt leiden sie darunter, dass die Katastrophe wie immer das Ziel ist und es einfach kein Happy End gibt. Das typische Dilemma der typischen Weird Tale. Ich hatte die vage Idee, aus diesen drei eher faden Geschichten eine neue und auch für mich interessantere zu schaffen.

Vorgehen: Ausgehend von der Hauptfigur der drei Geschichten - einem unsterblichen Hexer namens Tezcatl, der unter dem Haimeer lebt – machte ich mich daran, die Szenerie weiter zu entwickeln, in der festen Überzeugung, dass sich hier schnell eine weitere interessante Geschichte herausschälen wird. Schwerpunktthema waren hier a) der dem Hexer den Namen verleihende Tezcatlipoca und andere Aspekte der aztekischen Mythologie, und b) Götter und Kreaturen des Meeres, um den das Haimeer bewohnenden Wesen einen soliden Stammbaum zu schaffen.

Kontext: So machte sich einer der ältesten und schrecklichsten Magier jener Zeit, der einäugige Tezcatl von Mech bereit, sein Vermögen an wertvollen Steinen und angstvollen Weistümern ferner Sterne vor dem grimmen Zugriff der Zukunft in Sicherheit zu bringen. Machtvoll war der Alte, und auf sein Geheiß erschufen hundert schwarze Geister eine große Galeere aus rauchigem Glas und beluden sie mit den Schätzen Tezcatls, des Mächtigen, von dem man noch nach Jahrhunderten in Mech raunte, er sei einer der wenigen gewesen, die die schroffen Zinnen der Höllenzitadelle Gartangur lebend wieder verlassen hatten.