Montag, 21. Oktober 2013

Arullu :: Prähistorie

Beim Sortieren meiner Unterlagen (Zeit für das alljährliche herbstliche Neuformatieren der internen Festplatte) stelle ich fest, dass ich seit unglaublicher langer Zeit jedes Jahr immer wieder eine Kurzgeschichte schreibe, die in Arullu, der Sterbenden Erde, spielt. Die ersten Gehversuche, unsicher und ungelenk, machte ich wohl vor etwa dreißig Jahren auf den Seiten unserer Schülerzeitung. Die Armen, wenn sie nur gewußt hätten, wo das alles enden wird... Die ersten Geschichten waren je eine Seite DinA4 lang (engbeschrieben, ohne Absatz), und hatten so sinnige Titel wie: DER STEIN, DER PILZ und DIE STADT. Da kann man natürlich nicht viel Entwicklung oder psychologisches Drama erwarten. Ich meine... 1 Seite.

Aber dies waren die Nuclei, aus denen ich im Laufe der Jahre solche Geschichten wie "Der Stein vom Aldebaran" und "Die Sümpfe von Manou" gesponnen habe. Aus DIE STADT ist bislang noch nichts geworden, aber ich fühle mich inspiriert, und das kann ja nichts Gutes heißen.

Aber schauen wir mal, was ich aus dem Folgenden machen kann. Entschuldigen Sie bitte den Stil eines dreißig Jahre jüngeren Querkopfes, der sein ganzes Geld für Bücher von Crowley, Clark Ashton Smith und Jack Vance auf den Kopf gehauen hat...




Samstag, 19. Oktober 2013

Malygris



Aus Poseidonis...
MALYGRIS

Malygris, der Magier, saß im obersten Raum seines schwarzen Turmes hoch über dem Herzen von Susran, der Hauptstadt von Poseidonis…

Seine eisigen Augen, sie ruhen,
auf Rubinen und überquellenden Truhen,
Trommeln aus der Haut des Geiers,
Rasseln aus dem Zahn des Cockodrill,
    Schädel hat er gesammelt
    von Menschen und Titanen,
    Rote Elixiere, gold’ne Fahnen.
    Wissen von Atlantis kennt er,
    Und Runen von Hyperborea,
    tödlicher als Gift.

All dies verkündet seinen Namen,
All dies preist seinen Ruhm,
Malyris, Malygris, flüstert es ihm zu,
doch der Älteste der Adepten findet keine Ruh.

    Düster wogt es,
    dunkel füllt es,
sein überdrüssiges Herz,
wie Asche einen Herd erfüllt,
wo eben noch ein großes Feuer war.

Und er sucht in der sterbenden Glut
Nach dem letzten hellen Funken,
den Tagen des Triumphes,
den Flammen und dem Purpur
all dessen, was er einst gewesen.

„Bin ich nicht Malgyris“, so sann er,
der Gewalt hat über alle Geister,
und selbst die Dämonen von Sonne und Mond?
Die Lebenden folgen meinem Willen,
Selbst der Tod beugt sich auf mein Geheiß.
Und doch wandelt sich alles Gold zu Blei,
Und meine Haare, sie sind weiß.
Mein Fleisch, es hat mich verraten.
Und wo ist der Ernte all meiner Taten?“

    Unbeweglich saß er,
    unerbittlich sann er,
tastete in den Schatten der Erinnerung,
wie ein Blinder, der die Sonne verlor,
und sie überall vergebens sucht.

Und er ballt die welke Hand,
aus dem alles Blut geschwunden,
flucht dem greisenden Fleisch
und all den alten Wunden.

„Viper!“, ruft er, „dienstbarer Geist,
Dessen geheimer Name ‚Ehrgeiz’ heißt!
Komm hervor aus deinem dunklen Heim,
Folge mir in Rune und Reim!
Das Firmament will ich erschüttern,
Vor mir sollen Gott und Tod erzittern,
Schreiben wird’ ich’s in Meer und Erde,
Auf dass mein Name nie vergessen werde!“

„Zu spät“, zischt die Viper in sein Ohr,
„Du lebst das Leben, das ich Dir erkor’,
Jenseits von Gut und Böse, den Göttern gleich,
Doch Götter sterben, es bricht ein jeder Deich,
Flieh oh Leben, flieh oh trüber Schein!
Die Wellen allein werden ewig sein,
Und selbst Deine goldenen Truhen
Werden bald unter den Wellen ruhen.
Das goldene Atlantis ist vergangen,
Von dem die hohen Musen sangen,
Und selbst ein Gott auf Erden,
Wird irgendwann vergessen werden!“

Malyris, Malygris, flüstert es ihm zu,
doch der Älteste der Adepten findet keine Ruh.
    Düster wogt es,
    dunkel füllt es,
    draußen scheint das Meer.

    Scheint jetzt,
    dann nimmermehr.



"Malygris" inspiriert von den Poseidonis-Geschichten von Clark Ashton Smith

Veves of the Stellar Loa [1]



Vévés of the Stellar Loa:
Gran Papa Ubos

I do Voodoo, what do you do?

Der Geruch von Dunkelheit und fallendem Laub ist überall. Die Nacht kriecht auf leisen Sohlen immer näher, nur der Mond ist noch eine helle Laterne am sternenvollen Himmel. Sieh, wie sich die Wolken zusammenballen und eigenartige Gestalten am Firmament bilden. Die Sterne zwinkern, sie haben mir etwas mitzuteilen.

Also entzünde ich das Große Feuer und tanze vor den flackernden Flammen den Tanz der Anrufung. Rum und Zigarren, die Trommeln dröhnen. Sie kommen! Sie kommen!

...all dies schöne Sachen, die man an einem klammen Herbstabend machen kann, am besten am Sonnabend, dem Saturn geweiht, Shabbatai, Guedhe, Baron Saterdach...

Wir haben den Rum und was zu rauchen... wir haben die Musik, wir haben die Technologie... wir haben einen Ofen, in dem das Feuer prasselt. Wir haben die Vévés außerirdischer Geister, die wir schon lange nicht mehr besucht haben.

Ist dies die Revolte gegen die Moderne Welt? Oder der Urbane Guerilla in seiner Blöße? Klappe auf den billigen Rängen. Warum beten gehen, wenn Du mit den Göttern eine Party feiern kannst?

Inspiriert? Unter diesem Label veröffentliche ich in den nächsten tagen ein paar Scribbles der erwähnten Zeichen, für diejenigen, die auch gerne mal Nachts mal was ganz anderes machen wollen. Nicht Sex, Drugs und Rock'n'Roll, sondern Voodoo, Rum und Sun God (zum Beispiel)...

Freitag, 18. Oktober 2013

Atlantis



Clark Ashton Smith
ATLANTIS

Above its domes the gulfs accumulate.
Far up, the sea-gales blare their bitter screed:
But here the buried waters take no heed—
Deaf, and with welded lips pressed down by weight
Of the upper ocean. Dim, interminate,
In cities over-webbed with somber weed,
Where galleons crumble and the krakens breed,
The slow tide coils through sunken court and gate.

From out the ocean's phosphor-starry dome,
A ghostly light is dubitably shed
On altars of a goddess garlanded
With blossoms of some weird and hueless vine;
And, wingéd, fleet, through skies beneath the foam,
Like silent birds the sea-things dart and shine.


"Atlantis" at "The Eldritch Dark", The Sanctum of Clark Ashton Smith

Donnerstag, 17. Oktober 2013

Repost :: Home?

"Home. I have no home.
Hunted, despised, living like an animal.
The jungle is my home.
But I will show the world that I can be its master!
I will perfect my own race of people.
A race of atomic supermen which will conquer the world!"



Die berühmte und berüchtigte Szene aus Ed Woods "Bride of the Monster".
Bela Lugosi läuft noch einmal zu großer Form auf. Ein letztes Mal.