Samstag, 29. April 2006

Der Schmerz hört nicht auf... (Das Musical)

"So I answered and spake to the angel that talked with me saying, What are these, my lord?
Then the angel that talked with me answered and said unto me, Knowest thou not what these be?
And I said, No, my lord."
Ich hatte meine Vorbehalte gegen die in den Werken von Dan Brown zusammengemixte Collage aus zweitklassigem Plot, drittklassiger Esoterik und viertklassiger Recherche bereits ausreichend dokumentiert. Ich hatte nicht gedacht, innerhalb so kurzer Zeit wieder an ihn erinnert werden zu müssen. In den Worten des Meisters des Mumpitz: "Er hatte sich stets über die Unzahl von Theorien über angebliche Verschwörungen geärgert, die in der modernen Popkultur zirkulierten. Die Medien gierten nach apokalyptischen Schlagzeilen, und selbst ernannte 'Kult-Spezialisten' machten schnelles Geld mit dem immer noch grassierenden Millennium-Hype, dass die Illuminati wohlauf und lebendig wären wie eh und je und dabei, ihre neue Weltordnung zu organisieren."* Ist das metatextuell oder blanker Hohn, was Mr. Brown da schreibt? Die Befürchtung liegt nahe, daß spätestens mit dem Anlaufen des Tom Hanks-Filmes eine neue Welle geistreicher Dokumentationen zweitklassigem Plot, drittklassiger Esoterik und viertklassiger Recherche über uns heranbrechen wird. Conspiracy rocks! Wer braucht Gott, die Illuminaten organisieren das schon.

Meine Idee für eine ScienceFiction-Kurzgeschichte, in der die Freimaurer zu brutalen Streetgangs degeneriert sind, klingt gar nicht mehr so utopisch… No Science, no Fiction – no Future. Erste Anzeichen der beginnenden Apokalypse des gesunden Menschenverstandes brechen bereits über uns herein: Jetzt hat auch der Pop die Freuden des Konspiurativen entdeckt. Immer fleißig nach dem vorgegebenen Credo von Mr. Brown: "Die historische Beweislage für diesen Sachverhalt ist erdrückend."**
Serge Mazeres, Produzent und Initiator der Projektes Da Vinci Vox, versteht es wie kein anderer die Stimmungen um die geheimnisumwobenen Mysterien die rund um Leonardo Da Vinci bestehen musikalisch einzufangen.
Abgesehen davon, daß Mysterien meistens geheimnisumwoben sind, weil sie halt Geheimnisse sind - was wollen uns diese Worte sagen? Daß niemand bisher so blöde war, eine Arie auf die Felsgrottenmadonna zu komponieren? Mona Lisa – das Musical? "Geile Tage in Florenz", starring Leonardo & the Rent Boys?
"Er war selbst Mitglied des Geheimbundes der Freimaurer Bruderschaft, und hatte somit einen Einblick in die Sagenumwobenen Geheimnisse, die sich rund um die Kunstwerke Da Vincis ranken."
Was für eine geile Satzkonstruktion! Eigentlich sollten wir jetzt alle nach Luft jappsen. Es sei denn auch wir lehnen logisches Denken oder linearität als faschistoides Kontrollinstrument ab. "Er war selbst Mitglied des Geheimbundes der Freimaurer Bruderschaft, und hatte somit einen Einblick in die Sagenumwobenen Geheimnisse, die sich rund um die Kunstwerke Da Vincis ranken." Somit? Somit!

Als Freimaurer hat man also Einblick in die Sagenumwobenen Geheimnisse, die sich rund um die Kunstwerke Da Vincis ranken? Wie sollen wir uns das vorstellen? Wird man bei der Aufnahme in den Gesellengrad vor ein Poster von der Mona Lisa geführt, und der Meister vom Stuhl raunt einem verschwörerisch zu: "Weisste, vielleicht war das nur ein Selbstbildnis. Weil Leonardo, der war nämlisch homoseggsuell.."?

Oder heisst das nur, dass man in der Loge heutzutage die Bücher von Dan Brown die mystischen Lektionen ersetzen? "Eh, Alter, wusstest Du dass die Tempelritter von Jesus abstammen?" -- "Abgefahren, ehrwürdiger Meister!"

Ich kann mich daran jedenfalls nicht erinnern, aber vielleicht haben die Logen, denen ich angehörte, sich dummerweise mit viel zu exoterischen Themen befasst. Denn immerhin...
"...die CD beinhaltet bisher unveröffentlichte Fotos und Information rund um den Geheimbund Opus Dei die bisher nur den Geheimnisträgern des Royal Arch Bundes vorbehalten waren!"
Und dies betrachte ich nun persönlich als eine grenzenlose Unverschämtheit. Ich mag den Royal Arch-Degree zwar nur aus einer Winkelloge innehaben, aber muss ich mir das gefallen lassen, den Guten Namen für eine obskure PR-Kampagne missbraucht zu sehen? Irrwitzig! Hat Dan Brown wirklich schon soviel Schaden angerichtet?

Rennen da jetzt wirklich Leute herum, die glauben, dass der Royal Arch Lehrinhalte über den Opus Dei (immerhin erst gegr. 1928) weiss? Und ich Tor dachte, es geht um den Wiederaufbau des zerstörten Tempels Salomos, die Suche nach dem alten Meisterwort und seine Auffindung.

Was sollte einen Royal Arch-Maurer, der über das Alte Meisterwort meditiert, "Fotos" über eine katholische Personalprälatur interessieren, die von Kritikern wie auch andere Personalprälaturen als sektenähnlich bezeichnet wird, der "Mafia Gottes"? Achja, natürlich... Das tauchte ja schon bei Dan Brown auf... Andererseits, warum sollten meine frommen Brüder Interesse an etwas haben, dass in "Sakrileg" als eine Horde masochistischer mysogynistischer Schlitzer auftaucht? Sollte der Opus Die vielleicht eher verklagen als der Royal Arch? Und dann der Royal Arch Opus Die? Und die Überlebenden dann die Illuminaten?
"Ich wünschte, ich bekäme einen Shilling für jede Suche nach der Rose, nach Maria Magdalena, dem Sangreal, den Merowingern, der Prieuré de Sion und so weiter und so fort. Eine Verschwörung ist doch immer noch das Schönste."**
Ich senke meinen Kopf beschämt. Wie tief sind die Mächtigen gefallen. Vielleicht bezieht sich dies wirklich auf eine der Lehren des RA…? Immerhin, haben wir uns nicht alle dem Geist des Humanismus und der Aufklärung verpflichtet? *hust*

Der Tempel muss wieder aufgebaut werden, die Menschen können ja nicht alle so dumm sein, oder?

Eine einmal begonnene Arbeit auch dann mit Eifer vollendet werden, wenn sie zwischendurch zerstört wurde…

"Manchmal muss man eben Berge versetzen, um die Wahrheit zu finden."*
Der Krieg gegen den Schlaf der Vernunft hört niemals auf...


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Einige Sätze ohne Genehmigung zitiert aus den Bestsellern von Mr. Brown. Vielleicht sollte ich hier auch einmal anmerken, dass es natürlich auch sein kann, dass ich alles viel zu verbissen sehe, und es gar nicht Mr. Browns Schuld ist, wenn alle Welt durchdreht. Ich meine, welcher Autor freut sich nicht ein Rohr, wenn er einen Bestseller hinlegt? Es sind immerhin nur Romane, und man sollte nicht alles so ernst nehmen, was gedruckt wird. Goethe für die Selbstmorde verantwortlich zu machen, die "Werther" nach sich zog, wäre ja auch nicht angebracht. Andererseits, Goethe war ja Freimaurer…
* Illuminati ** Sakrileg

Saturday File Check

Auch wenn ich in der letzten Zeit wahrscheinlich zu wenig von den Dingen beendet habe, die eigentlich hierhin gehören, bin ich doch nciht unzufrieden.

Seit meinem Geburtstag sind beide Computer mit dem Netz verbunden, d.h. meine Frau und ich können nun gleichzeitig die virtuelle Welt zumüllen oder uns sogar Kurznachrichten zuschicken. Das hat seinen ebsonderen reiz, vor allem wenn man nebeneinander am gleichen Schreibtisch sitzt. (letzten Sonnabend aus unserem ehemaligen Esstisch improvisiert - sieht aber voll mächtig aus.)

Überhaupt scheine ich mit fortschreitendem Alter immer technokratischer zu werden. Oder immer seniler/juveniler. Das kleine Internetprojekt, das ich seit Anfang April betreue, und das ich hier nicht verlinken werde, läuft ganz gut und erheitert und erleuchtet die Massen gleichermassen. Abgesehen davon spiele ich jetzt wieder ab und zu. BREED bin ich schon fast durch, und zum Geburtstag habe ich UNREAL TOURNAMENT 2003 bekommen. Und was kann cooler sein, denn als Hellboy virtuelle Gemetzel anzurichten? (Hellboy-Model für Unreal Tournament by SkinCity. Als Kanonenfutter habe ich noch Beavis und Butthead installiert, und jemand, der kurz und bündig 'Red Whore' geannt wird.)

Natürlich alles fürchterlich politisch unkorrekt. So what? Ich werde wahrscheinlich doch nicht mehr ein Massaker an meiner Schule anrichten. Das tun wahrscheinlich die Kinder von nebenan, die den ganzen Tag nur LazyTown und Barney gucken.

Da kommt mir eine Idee.

Gibt es eigentlich auch Barney als Charakter für UT2003? Sportakus?

Ich lade schon mal meine Railgun...

Montag, 24. April 2006

Was geschieht mit dem Multiversum?

Irgendwo im Herzen des kybernetischen Universums tickt eine Chaossphäre. Zeit und Raum und selbst Identität sind einem beständigen Austausch unterworfen. Heute bin ich noch der, der ich bin, morgen ein leet Thrillmaster. Selbst die kurze Nachricht auf diesem Blog, was für schreckliche Dinge im Netz geschehen, hängt stundenlang im Limbo fest... der Uploadprozess verfängt sich in einer Zeitschleife, erst nach Mitternacht sind alle Nachrichten da, wo sie hingehören...

Ich hatte die vorherige Nachricht noch einmal kopiert, weil sie sich anscheinend nicht veröffentlichen liess. Da Blogger den Zeitraum der Erstveröffentlichung abspeichert, und auch die Posts, die noch nicht auf dem eigentlichen Blog veröffentlicht wurden, habe ich hier also ein vorgemerktes Posting von 7:01 PM, April 24, obwohl es nun schon längst 1:45 AM, April 25 ist.

Löschen? Erneut veröffentlichen? Nein, ich tue es wie die Mönche des Mittelalters und kratze vom virtuellen Pergament den originalen Text und beschreibe ihn neu.

Vielleicht stehen die Sphären heute wirklich in einer besonderen Konstellation.
Ich sollte mich nicht wundern, dass mal wieder alles seltsam ist.
Schliesslich habe ich heute Geburtstag. :-)

Das Multiversum wankt!

...und ist gefangen im Limbo! Eine der besseren Communities da draussen ist verschwunden, und hat nur einen etwas ratlosen Brief des Verantwortlichen hinterlassen.
Moorcock's Miscellany:"...something terrible has happened to the website. This time I cannot repair the damage. It's time to use different software."
"Terrible", schrecklich ist noch kein Ausdruck. Die gesamte Webseite, mitsamt allen Foren, Nachrichten und den allumfassenden Moorcock-Gallerien ist ausgelöscht.
Was-zum-T...? Gab es eine Konjunktion der Sphären? Hat der Zeitstrom Schluckauf? Ist Jerry Cornelius wieder unterwegs, um dem Universum den Hitzetod zu verpassen?
"I want to let everyone know that it will take a long time to resurrect multiverse.org. Please remain patient and remember that the site will come back better than ever. Let there be no doubt: The Amazing Chaos Engineers are on the job."
Zeit für eine Äther-Mail an den Ewigen Helden: Bitte melden!

Der nächste Komet trifft LazyTown

Wohl kein Beitrag in diesem Blog bringt mir soviele Leser, wie der, den ich unter dem Titel "Das Böse kommt aus Lazytown" geschrieben habe. Es vergeht kaum ein Tag, da nicht jemand auf der Suche nach einem Sportakus Kostüm, dem Lebenslauf von Magnus Scheving oder Nacktbildern von dem pinkhaarigen Mädchen von Google oder einer anderen Suchmaschine hierhin geschleudert wird. Bei meinem kleinen Sohn kann ich ja noch verstehen, dass er ab und zu nach "Lehwytaun" nachfragt, aber er ist drei und mag gerne, wenn Leute tanzen und springen. Was für eine Entschuldigung habt ihr?

All diesen armen Seelen kann ich nur sagen, dass sie hier am falschen Platze sind. Es ist traurig, aber mein Mitleid ist nur gering, vor allem für die kranken Seelen, die auf magersüchtige Klone von Emi van der Maiklokjess stehen. Glaubt ihr tatsächlich, dass sie so jung ist, wie sie aussieht? Ha! Wahrscheinlich sitzt sie abends nach dem Dreh mit Magnus Scheving in einer Reykjaviker Bar, trinkt Wodka oder raucht Crack. (Oder vielleicht opfern sie auch dem Odin ein Fohlen am Runenstein, ich weiss ja nicht, was Isländer so in der Freizeit machen...)

Was auch immer LazyTown erreichen will, bei mir hat es genau die falschen Knöpfe gedrückt. Sind wir schon an der Grenze zur Volksverhetzung? Ist ein selbstmordgefährdeter selbsternannter Held, der anscheinend unter dem Einfluss von Amphetaminen steht, wirklich ein Vorbild für unsere Kinder? Und wogegen kämpft er? Die grössten Feindbilder scheinen seine kleinen Freunde zu sein. Während das ausgehagerte Girly im Pseudo-Nippon-Look anscheinend noch seinen vitamingesteigerten Trieb anlockt, sehe ich nur Verachtung für die anderen Gummigesichter. (Und ich zitiere hier von der offiziellen Webseite.)

Das sind Kinder mit Problemen. Was für Probleme, ausser dass es sich um schreckliche Gummigesichter handelt? Der eine ist ein computergeiler Mohr, der andere ein Einfaltspinsel mit Gewichtsproblemen, der andere ein geiziges Endprodukt von 100 Jahren Inzucht, und das andere Mädchen - oh graus! - ist aufsässig und fährt Roller. Ich habe noch nie gesehen, dass mangelnde Intelligenz oder Inzucht thematisiert wurden - iss' nen Apfel, und es geht dir besser.

Und die Leute zerreissen sich das Maul über Batman und Robin? Ugh, sorry, aber kein LazyTown mehr hier, und auch nicht für meinen Sohn. Der ist zwar erst drei und mag's gerne, wenn Leute tanzen und springen, aber ich habe ihn inzwischen auf MTV umgewöhnt. Da tanzen und springen sie zwar nicht soviel, aber ihm sind gutbepackte HipHopperinnen auch lieber als unterbelichtete Gummifratzen.

Sonntag, 23. April 2006

Der Schmerz...

Dan Brown:
"Meine Bücher sind sehr zeitaufwendig zu recherchieren und kompliziert zu konstruieren. Ich nehme mir die notwendige Zeit, damit dieses neue Buch genauso spannend wird wie "Sakrileg"."
Titel des neuen Meisterwerkes, das 2007 erscheinen soll: "The Solomon Key".

Wollen wir jetzt schon mal Wetten schliessen, was alles an "Neuen Erkenntnissen" den Weg aus dem Eso-Trash in den Belletristik-Topseller finden werden? Nur eine Vermutung...
  • Der Tempel Salomos
  • Der Baumeister Hiram
  • Der Sohn der Witwe
  • Das verlorene Wort
  • Die Tempelritter
  • Die Freimaurer
  • Die Gründerväter
  • Die Verfassung der USA
  • Das Grosse Siegel...

Donnerstag, 20. April 2006

Der Werwolf von Klein-Krams

Ähnlich der vorhergehenden Werwolfsage kann auch der Werwolf von Klein-Krams durch das entschiedene Handeln eines Mannes der Tat entzaubert werden. Bemerkenswert an diesen Geschichten ist vor allem, mit welcher Selbstverständlichkeit der hexerische Wolfsriemen betrachtet und die Silberkugeln geladen werden ...

DER WERWOLF IM FEEGSCHEN HAUSE
eine Sage aus Brandenburg

In der Nähe von Klein-Krams bei Ludwigslust gab es in früheren Zeiten ausgedehnte Waldungen, die so reich an Wild waren, daß die Herzöge oft diese Gegend aufsuchten, um große Treibjagden abzuhalten. Bei diesen Jagden ließ sich fast jedesmal ein Wolf blicken, der aber nie von den Schützen erlegt werden konnte, selbst wenn das Tier in größte Schußnähe kam. Ja, die Jäger mußten es sogar mit ansehen, daß der Wolf vor ihren Augen ein Stück Wild raubte und - was ihnen höchst merkwürdig schien - damit ins Dorf lief.

Nun geschah es einmal, daß ein Ludwigsluster Husar durch das Dorf reiste und hier zufällig das Haus eines Mannes namens Feeg betrat. Bei seinem Eintritt in das Gehöft rannte eine Schar Kinder mit heftigem Geschrei aus dem Haus und stürmte auf den Hof hinaus. Als der Husar die Kinder nach der Ursache ihres tollen Treibens fragte, erzählten sie ihm, daß außer einem kleinen Knaben von der Feegschen Familie niemand zu Hause sei, aber daß der Knabe wie gewöhnlich, wenn niemand von den Seinen anwesend sei, sich in einen Wolf verwandelt, vor dem sie fliehen müßten, weil er sie sonst beißen würde.

Bald darauf erschien auch der gefürchtete Wolf. Sogleich hatte er seine Wolfsgestalt abgelegt. Der Husar wandte sich sofort an das Kind und fragte, was es mit dem Wolfsspiel für eine Bewandtnis habe; der Knabe aber wollte nicht mit der Sprache heraus. Doch der Husar ließ nicht locker, und endlich gelang es ihm auch, den Knaben zum Reden zu bringen.

Nun erzählte der Kleine, seine Großmutter habe einen Riemen, sobald er sich diesen umschnalle, dann sei er augenblicklich ein Wolf. Der Husar verlangte nun von dem Knaben, er möge doch einmal als Werwolf erscheinen. Der Junge weigerte sich anfangs, doch endlich erklärte er sich dazu bereit, wenn der fremde Mann zuvor auf den Heuboden steige, damit er vor dem Wolf sicher sei. Der Husar stimmte zu und zog zur Vorsicht die Leiter, mittels der er auf den Heuboden gestiegen war, mit hinauf.

Kaum war das geschehen, so lief der Knabe in die Stube und kam bald darauf als junger Wolf wieder zum Vorschein, der alle, die sich auf der Diele befanden, vom Hause hinausjagte. Nachdem dann der Wolf in die Stube gelaufen und als Knabe wieder zurückgekommen war, stieg der Husar vom Heuboden herab und ließ sich von dem Jungen den zauberischen Gürtel zeigen, woran er aber nichts Besonderes entdecken konnte.

Der Husar traf bald darauf einen Förster in der Nähe von Kleinkrams, dem er sein Erlebnis im Feegschen Hause mitteilte. Der Förster, der bei den großen Treibjagden immer dabeigewesen war, dachte bei dieser Erzählung sofort an jenen unverwundbaren Wolf. Er meinte nun, den Werwolf erlegen zu können, und sprach darum bei dem nächsten Treiben zu seinen Freunden, während er eine Kugel von Silber in den Lauf seiner Flinte schob: "Heute soll mir der Werwolf nicht entgehen!" Seine Gefährten sahen ihn verwundert an. Er aber erzählte nichts weiter.

Darauf begann das Treiben, und es währte nicht lange, so zeigte sich auch wieder der Wolf. Viele von den Jägern schossen auf ihn, aber er blieb unverletzt. Endlich kam das Raubtier in die Nähe des Försters. Dieser streckte ihn mit eine Schuß zum Boden. Der Wolf stürzte getroffen, alle sahen es, trotzdem sprang er gleich wieder auf und lief mit Windeseile ins Dorf, die Jäger hinter ihm drein. Doch der Werwolf war schneller als sein Verfolger und entschwand ihnen auf dem Feegschen Hof. Als sie das Haus durchsuchten, fanden sie im Bett der Großmutter den Wolf, dessen Schwanz unter der Bettdecke hervorragte. Der Werwolf war niemand anderer gewesen als Feegs Großmutter. Sie hatte in ihrem Schmerz vergessen, den Riemen abzulegen, als sie ins Bett kroch, und hat so ihr Geheimnis verraten.