Freitag, 18. Dezember 2009

Let it snow...



Das Ende naht mit großen Schritten...
Während ich traurig mit einem Auge auf den toten Bildschirm meines Rechners blinzle, fällt das Thermometer und kommt nicht mehr hoch, und der Wald hat sich in eine Puderzuckerlandschaft verwandelt. Bis Sylvester wird das sicher nichts mehr mit der Arbeitsstation hier, dass heisst auch dass ich keine grafischen Sachen machen kann und die Veröffentlichung der weiteren avisierten Bücher sich bis 2010 verzögern wird... dammich!
Ich hoffe, wir sehen uns in alter Frische im nächsten Jahr wieder...
Bis dahin geniesst die Schneeflöckchen, die lautlos über diese Seiten rieseln wie die Schuppen aus dem Haar eines vergrämten Bibliothekars...

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Montag, 14. Dezember 2009

Und wieder alles schwarz

Ich fürchte, die Neubespielung meines Rechners war doch nicht so optimal, wie ich dachte...
Trotz bestehender Sicherheitssysteme hat der gute Mann sich was gefangen, was ihn mit affenartiger Geschwindigkeit auf das technische Niveau eines Trabanten nach einem Frontalzusammenstoss mit einem Tigerpanzer abgebaut hat. Ein paar Studnen konnte ich Dateien und Programme noch mühsam manuell per Taskmanager starten, inzwischen geht gar nichts mehr... ich fürchte, mein Betriebssystem ist nach kurzem Zucken und senilem Murmeln an Altersschwäche verendet. Bleibt wieder nur der Weg zum Zweitrechner... dammich...


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Sonntag, 13. Dezember 2009

Freitag, 11. Dezember 2009

Freitag, 27. November 2009

Buch :: A Medicine for Melancholy

Eine Anthologie: Zweiundzwanzig Kurzgeschichten, und hier heisst 'kurz' wirklich kurz, in denen der Autor einige wiederkehrende Themen zu immer neuen Melodien verbindet. Während Bradbury als ScienceFiction-Autor gehandelt wird, sind selbst seine Marsgeschichten nicht wirklich SF. Es sind Träume und Grotesken, mal beschwingt, mal albern oder auch dunkel, mein Liebling.

Das Buch: Es war wohl Charles Bukowski oder ein anderer Poet, der sich voller Abscheu über Bradburys "literarischen" Stil äusserte. Das mag nicht mehr bedeuten, als dass man nicht mehr als eine der zahlreichen Kurzgeschichtensammlungen, die er verfasst hat, in einem Stück durchlesen mag, bevor man so sehr in der Art und Weise des Bradbury-Multiversums verstrickt ist, diesem dunklen Diamanten, dass es einem zuviel wird – im schlimmsten Falle auch langweilig. In diesen Geschichten gibt es keine Explosionen, und die Monster, wenn es sie gibt, kommen eher auf leisen Sohlen. Bradbury muss nicht zwanghaft das Phantastische beschwören, manchmal beschränkt sich seine Phantastik auf die Szenerie, kann also vernachlässigt werden. Und manche Geschichten, sind nur Charakterstudien, nicht wertend, sondern nur konstatierend. Vielleicht ein wenig lakonisch, aber kaum gehässig. Das ist dann das Literarische, auf das man manchmal gerne verzichten kann. Dennoch kommen auch hier immer wieder Glücksgriffe vor. Und mag Bradburys Stil und heute auch ein wenig staubig und großväterlich erscheinen – ein Urteil, das Bradbury wahrscheinlich nicht mal als negativ ansehen würde – manchmal passt es einfach. Und dann bekommen die Kleinstädte und die kleinen Leute und die kleinen Merkwürdigkeiten, die er beschreibt, einen gewissen düsteren Zauber. Nicht zuletzt deswegen wurden viele von Bradburys Geschichten – zuerst unerlaubt, dann mit Erlaubnis – von EC und anderen als Comics oder Filme adaptiert. Manche Geschichten setzen sich einfach fest.

Hör zu: Hast Du Dir schon einmal überlegt, in einem Bahnhof auszusteigen, wo sonst nie jemand aussteigt? In einer der 22 Geschichten tut genau dies der Erzähler, und findet statt des erhofften Wunders nur einen alten Mann, der seit 20 Jahren darauf gewartet hat, dass jemand in diesem Bahnhof aussteigt – damit er ihn umbringen kann.

Trivia: Letzten Sonntag auf dem Flohmarkt erstanden für 50 Cent. Ein Buch von 1960. Nicht schlecht, oder? Das beste daran ist wahrscheinlich die Notiz auf Seite 2: THIS LOW PRICED BANTAM BOOK printed in completely new type, especially designed for easy reading, contains the complete text of the original, card-cover edition. NOT ONE WORD HAS BEEN OMITTED. Huch! Klingt ein wenig so, als ob Taschenbücher/Paperbacks zu dieser Zeit noch etwas echt Merkwürdiges und Neues waren…

Rezension aus MEH, 13.06.2006, um 21:33 Uhr

Freitag, 20. November 2009

Buch :: Thor Visionaries: Walter Simonson

The sound of thunder reverberates throughout a billion billion worlds: DOOM!

Der Plot: In einem Kampf gegen den Ausserirdischen Beta Ray Bill wird der mächtige Thor, Donnergott des unsterblichen Asgard, gezwungen, seine irdische Hülle als der gehbehinderte Dr. Donald Blake aufzugeben und erscheint fortan als "Sigurd Jarlson" auf Erden. Doch selbst Odin Allvater wird erst viel zu spät klar, dass Beta Ray Bills Erscheinen nur das erste Vorzeichen apokalyptischer Geschehnisse ist, die alle Neun Welten umspannen, und Kräfte freisetzen, die seit Äonen gebannt schienen.

Das Buch: In diesem Tradepaperback sind die ersten der zu recht hoch gelobten Thor-Hefte von Walter Simonson gesammelt, der es wie kein anderer verstand, die von Stan Lee und Jack Kirby geprägte Mischung aus ScienceFiction, Superheldencomic und nordischer Mythologie wieder zu beleben, die "The Mighty Thor" in den 60ern prägte. Simonson – als Nachkomme dänischer Einwanderer – zeichnet sich vor allem aus, dass er die mythologischen Wurzeln des Donnergottes hervorstellte. Hier finden wir Götter, Zwergen und Riesen in kosmischen Zusammenhängen, die typischen Spandexhelden bleiben außen vor. Und tief im Herzen der Brennenden Galaxis schmiedet eine gewaltige, in Flammen gehüllte Gestalt, das Schwert, das dem Weltenbaum den Untergang bringen soll. Währenddessen wandelt Malekith von den Schwarzelben wieder auf Erden, und wenn er das findet, was er sucht, wird das Ende der Welt anbrechen…

Wertung: Simonsons Magnum Opus – der erste Teil. Nur noch übertroffen von den folgenden Heften, in denen alle Prophezeiungen des Ragnarök eintreffen und Thor im Kampf mit der Midtgardschlange stirbt, wie es vorherbestimmt war.

Rezension aus MEH, 30.05.2006, um 20:41 Uhr

Buch :: Stimme in der Nacht

Nichts ähnelte ihnen so sehr wie Menschen. Ihre Körper hatten die gestalt von Seehunden, aber von einer toten, ungesunden weissen Farbe. Der untere Teil endete in einer Art zweifach geschwungenem Schwanz, auf dem sie zwei lange, schneckenartige Fühler hatten, an deren enden eine sehr menschenähnliche Hand mit Krallen statt Fingernägeln saß - schreckerregende Parodien von Menschen.


Der Plot:
Das Meer ist ein Element, das sich ver völligen rationalen Kontrolle durch den Menschen erfolgreich entzuieht. Mit dem Sturm, aus dem Nebel oder aus den unbekannten Tiefen der See bricht das Unheimliche hervor und zieht wie ein Geisterschiff vor den fassungslosen Augen der Betrachter vorbei. 3/4 der Erde bestehen aus Ozeanen, und wir kennen nicht einmal die Oberfläche davon...

Das Buch: William Hope Hodgson ist heutzutage auch im deutschsprachigen Raum unverdientermassen in Vergessen geraten. Dabei sind einige seiner Werke, wie z.B. "The House on the Borderland" Kultklassiker, die mächtigen Einfluss auf auch heute noch vielgelesene Autoren hatten. Als bestes Beispiel mag hier H.P.Lovecraft dienen, der viele der Themen, die Hodgson begann, aufgriff und weiterführte. Der Band "Stimme in der Nacht" vereint vier Erzählungen, die hierfür exemplarisch stehen können - nicht umsonst wurde es bei Suhrkamp veröffentlicht, die sich mit den berühmt-berüchtigten violetten Bänden ja auch schon bei der Herausgabe von Lovecrafts Gesamtwerk hervortaten und so manchem heranwachsenden Schriftsteller Stildeformationen vererbten. Bereits in diesen vier schaurigen Seefahrergeschichten finden wir die aus den Banden geratenen Pilzwälder und Wucherungen, die weite Teile der exotischen Landschaften von Clark Ashton Smith formen. In der Erzählung "Stimme in der Nacht" ist ein alles überwuchernder Pilz, der schliesslich sogar Menschen überfällt, eine Präfiguration der Deformierungen, die in Lovecrafts Klassiker "Die Farbe aus dem All" geschildert werden. Und in der Erzählung "Die Crew der 'Lancing'" erscheint vielleicht zum ersten Mal die Art ausserirdischer/ausserkosmischer Anatomie, die Lovecraft in seinen späteren Werken so eindrucksvoll zu schildern wusste.

Wertung: Ein unbekannter Baustein des Cthulhu-Mythos. Old style, aber style.

Rezension aus MEH, 28.09.2006, um 11:20 Uhr

Freitag, 13. November 2009

Buch :: Das Licht der Finsternis

Die oberste Maxime ihres Denkens - ES GIBT NUR DAS UNIVERSUM, UND ES BESTEHT AUS ELEKTRONISCHEN ENTITÄTEN, DIE WEDER EINE SEELE HABEN, NOCH EIN BESTIMMTES ZIEL VERFOLGEN - hatte jemand einfach mit dicken, schwarzen Strichen überschmiert: O DOCH, DEN LAUNEN SATANAS'!


Der Plot: In einer nahen Zukunft hat die Wissenschaft im Namen einer allumfassenden Kirche die absolute Macht über die Menschheit übernommen. Wissenschaftliche Tricks werden als die Wunder des Großen Gottes missbraucht; die Menschheit ist gefangen in einem zweiten finsteren Zeitalter, das mehr als alles andere an das Mittelalter erinnert. Da die Kirche alles ist, müssen alle der Kirche dienen. Doch plötzlich geschehen unverständliche Dinge - die Wunder der Wissenschaft scheinen nicht mehr zu funktionieren, die Kirche steht unter dem Angriff dämonischer Kräfte. Denn eine neue Hexenkraft ist auferstanden, und selbst die elektronische Macht des Großen Gottes scheint gegen die Heimtücke Satanas' nichts ausrichten zu können.

Das Buch: Fritz Leiber, der alte Mann des düster-eleganten Stils und der ungewöhnlichen Perspektiven hat hier (unter dem Originaltitel "Gather Darkness") mitten in der dunkelsten zeit Amerikas' einen vollkommen gegen den Strich entworfenen kühnen Roman hingelegt, in dem Hexen und Satanisten (!) in einem semiotischen Guerillakrieg gegen das totale System einer Pseudoreligion stehen. Während uns diese Perspektive heute vielleicht nicht zu ungewöhnlich erscheint, muss sie vor 56 Jahren höchst ungewöhnlich und vielleicht schockierend erschienen sein. Dennoch ist dies relativ geradlinige SF, die stilistisch als direkter Vorläufer der NewWave-Bewegung der 60er Jahre gewertet werden kann: Es gelingt Leiber tatsächlich, ohne mystische Unter- und Obertöne eine Welt zu entwerfen, die auf mittelalterlichem Aberglauben basiert.

Wertung:
Nicht sein bester, aber very amusing.

Update: Wie es scheint, ist die besprochene deutschsprachige Version nicht mehr zu bekommen, jedoch für wenig Geld noch englische Ausgaben (siehe Amazon-Link.)

Rezension aus MEH, 29.05.2006, um 21:37 Uhr

Dienstag, 10. November 2009

In der Verlassenen Stadt [3]

Ich erwachte in einem Krankenhaus, und die freundlichen Schwestern erzählten mir, daß mich eine Straßenbahn überfahren hätte. Doch ich wußte daß sie lügten und schrie ihnen die Wahrheit entgegen. Ich war wieder in meiner Dimension. Die verlassene Stadt war vergangen wie ein flüchtiger Traum und noch heute weiß ich nicht, auf welchem Weg ich die Barrieren von Zeit und Raum durchschnitten hatte.

Aber Tatsache ist, DASS ich es getan habe, auch wenn die Ärzte dies nicht glaubten und ernste Gesichter bei der Geschichte schnitten. Später liessen sie mich an diesen Ort bringen, wo hartblickende Männer über mich und die anderen seltsamen Menschen wachen, die Türen keine Schlösser haben und alle Wände mit Gummi ausgepolstert sind. Mich hält man für einen gutartigen Fall, und so ließ man mich die Geschichte aufschreiben. Vielleicht wird sie irgendjemand jemals lesen.

Ich bin schon zwanzig Jahre an diesem Ort, und ich würde gewiß meinen Pflegern zustimmen, daß ich wahnsinnig bin, wäre da nicht eine unerklärliche Narbe an meinem Leibe, wie sie nur entstehen kann, wenn sich eine seltsam geformte, vierfingrige Klaue in das Fleisch gräbt...

Schließen Sie das Buch, Schwester. Ich werde nicht mehr schreiben. Es ist schon spät. Ich bin müde.

Montag, 9. November 2009

In der Verlassenen Stadt [2]

Sie lag kopflos mitten auf der Straße, von einem Schatten umgeben, der dunkler als die Finsternis war. Ich war unangenehm von dem Gedanken berührt, daß es hier Leben geben sollte, so undenklich schien dies inmitten der finsteren Straßen. Ein kalter Schauder rann meinen Rücken herab, als ich den schlaffen kalten Leib umdrehte. Auf der breiten uniformierten Brust des Mannes prangten gräßliche Narben, die mich schreckerfüllt zurückzucken ließen. WAS konnte solche Wunden reißen, die bis zu den Knochen herabdrangen? Es war ein namenlos schreckli- cher Anblick, jene Krater im kalten Fleisch des Toten mit den herausgerissenen Eingeweiden... ich will nicht weiter darüber berichten, denn auch heute noch überkommt mich das Gefühl namenlosen Entsetzens, das mich damals gepackt hatte. Doch wäre ich froh gewesen, hätte ich diese.Leiche nicht gesehen, und auch nicht die klaffenden Wunden, die seltsam geformte, vierfingrige Klauen gerissen hatten Denn diese Klauen sind es, die mich in den Wahnsinn treiben. Ohne sie könnt ich mir einreden, es wär alles doch nur ein Traum gewesen, nur ein Traum einer langen, endlosen Nacht. In der schlaffen Hand des Toten fand ich eine seltsame Feuerwaffe mit einem dicken, kubischen Lauf. Ich nahm sie mit mir, denn der Tote brauchte sie nicht mehr, und wer wußte ob ich sie nicht brauchen konnte?

So wanderte ich weiter unter den todesschwarzen Gebäuden, die sich über meinem Haupt fast mit ihren Häuptern zu berühren schienen, ja, fast bildeten sie ein Dach über mir, fast begruben sie mich mit ihren zyklopischen schwarzen Riesenmauern, in denen kein Fenster, keine Tür zu sehen war. Blicklose Totenschädel waren's, die mich verfolgten und in den Wahn zu treiben versuchten. Schweigen war Über der verlassenen Stadt, nichts regte sich, kein Leben existierte mehr in den lichtlosen Strassenschluchten.

Sicherlich war der Tote der letzte der hier Lebenden gewesen. Nur ein Schrecken war mir noch behalten, den ich zu vergessen versucht hatte: WO war ich? Und WARUM war ich hier? Doch mein fieberndes Hirn war gänzlich damit beschäftigt, in den leblosen Dunkelheiten der verlassenen Stadt zu überleben. So bemerkte ich auch nicht den schwächlichen, fahlen Lichtstreif, der die Straße entlangkroch, der über dem Haupt des höchsten Gebäudes erschien und doch immer breiter wurde. Fahles, kränkliches Licht flutete über die leere Straße. Und ich blieb in kosmischem Grauen wie angewurzelt inmitten der Straße stehen, denn was da über den Dächern der Stadt war - WAR DIE SONNE! Doch wie sah sie aus?

Ein schwächliches, lichtloses Zyklopenauge, das greisenhaft blinzelte und keine Wärme mehr zu geben vermochte. Doch es war die Sonne, jenes warme, lebensspendende gelbe Gestirn, das ich Tag für Tag vor Augen gehabt habe. Aber wieviele Jahrtausende waren vergangen, als ich durch eine Tür trat und mich in einer verlassenen, leblosen Stadt wiederfand? ICH BEFAND MICH AM ENDE DER ZEIT!

Lange stand ich da, eine menschliche Statue, versteinert von jener kosmischen Erkenntnis meines Schicksals.

Kein Wort drang über meine Lippen, doch die seltsame Waffe brannte in meiner Hand. Da rissen mich schrille Schreie zurück, und ich fuhr herum und sah eine blutige Horrorszene im fahlen Licht der altersschwachen Sonne. In einer Fontäne von Blut wurde ein blondes Haupt von den Schultern gefegt, eine fledermausflügelige Höllenkreatur stieß kreischend zu, bluttriefende vierfingrige Krallen vorschlagend. Rote Augen lachten vor unheiliger Blutlust. Eine zweite, und eine dritte und vierte Kreatur folgten mit langsamen Schlägen ihrer nachtschwarzen Schwingen einer blutüberströmten Frau, die in namenloser Furcht schrie. Und ich sah die roten Krallen, die sich ihr näherten, und hatte den Mörder des Mannes gefunden. Die Frau sah mich. Obwohl sie wußte, daß sie keine Chance hatte, versuchte sie mich noch zu warnen : "Flieh, du Narr! Die Blutjäger von Moggrótain sind schon überall! Die Dämonen von Gartangur marschieren -- aaa!"

Und sie ging nieder in dem dunklen Rudel der geflügelten Alptraumkreaturen. Und bevor ich es mir versann, hatte ich schon die Waffe hochgerissen und feuerte auf den Dämon, der sich gerade blutüberströmt von der kopflosen Leiche erhob und auf mich zuflatterte. Mit dem gedämpften Donner eines Booom! zuckte ein armdicker roter Strahl aus dem Kubus der Waffe und traf den Geflügelten. Er wurde fast in Stücke gerissen. Die drei andren Kreaturen hoben ihre blutbesudelten Häupter von der Frau und sahen mich mit roten, wissenden Augen an.

Mein Gott! Sie waren menschlich und doch unmenschlich, weder Tier noch Gott, sondern beides, weder Mann noch Frau - etwas unbeschreiblich anderes, fremdartiges! Nichts irdisches war an ihnen, als sich ihre vierfingrigen blutroten Klauen lösten und sie auf ihren schwarzen Fledermausschwingen auf mich zu flatterten, mit der blutgerinnenden Langsamkeit von Alptraumgestalten. Ich schrie in nervenzerfetzender Furcht auf und feuerte nochmal. Doch der Schuss erstarb in der Mitte. Das Feuer verzehrte die Kreatur, sie fiel mit verkohlten Flügeln kreischend zu Boden, die anderen glitten weiter auf mich zu.

Ich warf die nun nutzlose Waffe von, mir und floh. Sie folgten mir.

Über die endlose Alptraumjagd weiß ich kaum noch etwas. Sie jagten mich durch die leblosen finsteren Straßenschluchten der verlassenen Stadt. Ich rannte atemlos durch die wechselnden Muster von Fähle und Finsternis, bis ich glaubte, ihnen entkommen zu sein. Doch dann legten sich nachtdunkle Fledermausschwingen um mich, und alptraumhafte, ja höllische Fratzen grinsten in mein totenstarres Gesicht. Dann stürzten sich Moggrótains Blutjäger in ungezügelter Blutlust auf mich.

Sonntag, 8. November 2009

In der Verlassenen Stadt [1]

Ich weiß, daß viele mich für wahnsinnig halten, aber ich WEISS, daß damals, vor nunmehr zwanzig Jahren etwas unglaubliches geschah...

Die Grenzen von Zeit und Raum verschoben sich, wenn sie je existierten. Ich weiß, daß niemand je meine Geschichte glauben wird, denn es fehlt an Beweisen, aber EINMAL noch will ich sie erzählen, und dieses Mal ist es das letzte Mal. Vielleicht wird irgendwann einmal jemand diese Worte beweisen können - aber ich zweifle daran, denn selbst ich würde diese Geschichte für rauscherfüllten Fiebertraum halten, wenn es nicht ETWAS gäbe, daß mir zeigt, daß das, was durch die finstersten Nachtmähre ängstlichster Nächte auf schwarzen Fledermausschwingen jagt und rotäugig kichernd meine Seele zerfetzt, existieren muß...

Es war eine jener lauen Frühlingsnächte vor nunmehr zwanzig Jahren. Wie so oft hatte ich mit Freunden den ganzen Abend über gezecht beim gemischten Trunke von Wein und den scharfen Branntweinen, die unser Wirt extra für uns (so sagte er) bereithielt. Das Lokal war voll von Rauch und Qualm, vom Dunste der Menschen und dem kaum unterdrückten Ärger der Studenten. Mein Kopf war von den erhitzten Diskussionen und dem reichlichen Genuß des Weines wie angeschwollen, als ob kochendes Blei statt Blut in meinen Adern und meinem Hirn floß. Des nutzlosen Streites überdrüssig, wankte ich auf die Tür zu. Dies war der Moment als meine Kameraden mich das letzte Mal sahen. Später sagten sie, ich wäre spurlos verschwunden, und auf den leeren nachtdunklen Straßen hätten sie keine Spur mehr von mir gefunden. Ich glaube dies gerne, denn in jenem Moment, da ich durch die Tür trat, TRAT ICH IN EINE ANDERE WELT HINÜBER! Und als ich mit schmerzendem Schädel innehielt, als die kühle Nachtluft mir einen Hieb wie mit einem feuchten Handtuch versetzte, fand ich mich in einer anderen Stadt wieder, in einer Stadt ohne Leben, einer Stadt, in der der nackte Wahnsinn sein blutiges Zepter schwang. Mit pochenden Schläfen hielt ich inne. Meine Augen quollen schier aus ihren Höhlen. Mein Herz drohte in meiner Brust zu explodieren. Dann schloß ich meine Augen und lehnte mich gegen die kühle Hauswand um ersteinmal meines. wie wahnsinnig galoppieren Herzens Herr zu werden.

Wahrlich, im ersten Momente glaubte ich wirklich an eine Sinnestäuschung oder einen Irrtum meinerseits. Doch als ich mich umwandte, um zurück in das Lokal zu treten - DA WAR VOR MIR EINE WAND, NACKTER STEIN DORT, WO EBEN NOCH DIE TÜR GEWESEN WAR!

Und ein bleierner Himmel wölbte sich über den nachtfinsteren Strassenschluchten, durch die ich schritt, meines fiebernden Herzens kaum noch Herr. Seltsame Sternkonstellationen blinkten blind über mir, auf keine Art mit den Bildern verwandt, die ich gekannt hatte, wenn ich des Abends einmal durch die Linsen meines Rohrs spähte. Seltsame fahle Streifen über -zogen den bleiernen Himmel wie des Netz einer gewaltigen Spinne. Es war eine gewaltige, eine fremde Welt, unter deren kalten dunklen Himmel ich durch lichtlose Schluchten, über denen sich riesige schwarze Wolkenkratzer einander zuzunicken schienen. Kein Leben war hier, und so floh ich durch die Nacht, meiner grausigen Furcht kaum noch Herr, die mein banges Herz fast zu sprengen schien...

Irgendwann stolperte mein unsicherer Fuß über leprös zerfressene Steine, und ich fiel auf den kalten Strassenboden. Dort lag ich lange Zeit, bis ich endlich meine Angst niederkämpfte und mir langsam und immer wieder zuflüsterte, daß gar nicht geschehen sei, was meine Furcht rechtfertigen könne. Nichts war geschehen ...nichts war geschehen ...und langsam hob ich wieder den Blick zu den gewaltigen Häusern empor, die so finster und leblos dräuten wie der Berg Erebus, der höllische Vulkan des Südpoles.

Kein Lichtschimmer war in jener Stadt zu sehen, kein Hauch von Leben schwebte über den finsteren Strassenschluchten. Ich spürte das Vakuum von Leben und Lauten in jener gesamten Stadt, die wie ein riesiger Scherenschnitt aus schwarzem Eisen zu sein schien. Kein Windhauch, kein Menschenlärm, hallte durch die endlosen Strassen. Ich erhob mich langsam. Schweiß lief über mein Gesicht, aber ich hatte keine Angst mehr, nur das namenlose Drücken der Ungewissheit. Was war dies für ein dämonischer Ort? Doch niemand war hier, der mir antworten konnte, nur die riesigen, lichtlosen Kolosse der gewaltigen Gebäude, die mir mehr wie unheimliche Tempelpyramiden namenloser Blutgötzen vorkamen als wie Wohnstätten menschlicher Wesen. So wanderte ich ziellos durch die kalten, stillen Straßen der verlassenen Stadt, unter dem spinnennetzüberzogenen Bleihimmel über den schwarzen Häuptern der gottlosen Gebäude, die auf mich herabzustarren schienen, bis ich die Leiche des Mannes fand.

Samstag, 7. November 2009

Working...

Habe seit drei Tagen darüber meditiert, was ich machen kann ohne eigenen Computer...
Habe mehrere Altwerke unseres Autorenkollektivs angesehen (schreibmaschinengeschrieben)... dachte darüber nach, welches man abtippen und neu bearbeiten könnte... habe vier davon eine Abfuhr erteilt...
Aber gut genug für den Blog sind sie noch...

Freitag, 6. November 2009

Buch :: Das Grüne Millennium

"In diesem Jahrhundert zählt nur die Nacht", sagte Mitzie wie zu sich selbst. "Die Nacht in einer großen Stadt. Blaßgelbe Straßen und grelle Tunnels. Sie haben uns den Dschungel weggenommen, das Meer und sogar das All und die Luft. Sie haben die Hälfte der Nacht abgeschafft. Sie haben versucht, die Gefahr zu stehlen. Aber wir haben sie wiedergefunden. Wenigstens in der Stadt. Wir, die wir Mut haben und alles hassen, was mutlos ist." Mitzie trat auf die Bremse.

Der Plot: Fortschritt kann ziemlich langweilig sein. Es gibt wenig, wofür es sich zu leben lohnt. Bizarre Moden grassieren, die Bundesbehörde für Rechtschaffenheit und Freizeitgestaltung (BARF, auf dt. etwa 'WÜRG') ist momentan die einflussreichste Gruppierung, zusammen mit dem organisierten Verbrechen. Eine gefährliche Athmosphäre aus Lethargie und Übersättigung lähmt auch Phil Gish, einen aus dem Heer der Namenlosen, die durch zunehmende Automatisierung ihre Arbeit verloren haben. Und dann begegnet er eines Morgens einer bemerkenswerten, kleinen, grünen Katze.

Das Buch: Nachdem ich dieses Buch seit langem wieder gelesen hatte, kam es mir nicht mehr so abgefahren vor wie beim letzten Mal. Natürlich, in den 80ern hatte man noch nichts von einem 'Millennium' gehört, und das Schrillste, was ich kannte, war Frankie Goes To Hollywood. Inzwischen sind wir ein Jahrtausend weiter, und vieles von dem, was der grosse Fritz Leiber vor einem halben Jahrhundert in seinem eleganten und ironischen Stil entworfen hat, ist längst Wirklichkeit geworden. Damals war es mir nicht klar, schliesslich war es Science Fiction, aber auch ich würde einmal im Grünen Millennium leben!

Dies ist kein Buch, das mit Wissenschaft (Science) überrascht – es ist eine Satire auf das Leben in das Urbane Leben der Moderne. Vielleicht war das Ziel das Amerika der 50er, aber damit trifft es selbst heute noch recht gut die Dunkle Nacht der Seele der Vorstädte. Dies ist ein unterschätztes und verspieltes Exemplar für die andere, oft übersehene Variante von SF – social fiction.

Natürlich kann man die Suche nach der Grünen Katze (Bast?), die der einzige rote Faden ist, der den Roman zusammenhält, auch symbolisch sehen. ist es albern? ist es profund? und warum ist es grün? In Wirklichkeit geht es um eine soziale Fiktion, die inzwischen längst Realität geworden ist: eine moderne, ziellose Gesellschaft, in der es von zynischen Spinnenmädchen, sadistischen Psychologen, spinnerten Westentaschenpropheten, Hexen mit Püppchen-Tick, Gangstern, Ganoven und gemischtgeschlechtlichen Freistilringern wimmelt. Eine Gesellschaft, die einerheits so beherrscht und sauber ist, wie man es von einem Autoren der 50er erwarten würde, und uns im nächsten Augenblick mit Szenen überrascht wie der folgenden, und Leiber als einen Autoren entlarvt, der sowohl NewWave der 60er und den Cyberpunk der 80er achselzuckend schon Jahrzehnte davor im Vorbeischlendern erledigt hat.

TOLLHEITEN DES 3. JAHRTAUSENDS

KUSS- UND STREICHELKONSERVEN!
Knutschen mit Lieblingsstar übertrifft alle Fühlstulpen

PSYCHE IN 10 MINUTEN DURCHLEUCHTET!
Bewältigen Sie die Kindheit
Sie werden sich neugeboren fühlen

VERDRISCH DEINE ALTE!

MORD AN MARS-MENSCHEN!

FLUORESZIERENDE TÄTOWIERUNGEN!

Das waren nur einige von den Leuchtreklamen, die Phil entgegenleuchteten und -blitzten, während er über das elastische, gummifizierte Gelände des All Pleasures Amusement Parks geschoben wurde.
Nachdem die Regierung das Syndikat erledigt und die Freizeitgestaltung seiner Bürger wieder fest in den Griff bekommen hatte, hatte sich im APA-Park so manches verändert. Die Buden mit den Pornorobotern waren geschlossen und versiegelt. Niemand konnte sich mehr für 25 Cent den Perfekten Orgasmus vorführen, geschweige denn für das Doppelte an sich selbst vollführen lassen. Die Damen, die mit Konzessionen arbeiteten, hatten die Ausschnitte etwas weiter über den Busen gezogen. Nirgends einer von den Typen mit dem verschlagenen Blick, die Kunden für Spezialparties einfingen. An einer Bude wurde gerade die Tafel über dem Eingang abgeschraubt:

DAS TOLLE WEIB MIT DEN VIER TITTEN
Reinkommen und Anschauen
Wertung: Die Zukunft ist jetzt! Lies und weine, wenn Du den Witz nicht kapierst.

Rezension aus MEH, 09.06.2006, um 19:11 Uhr

Samstag, 31. Oktober 2009

Happy Halloween


[Character image © Charles Schultz]

Graveyard Girl

Ein schönes Halloweenfest/ Tag der Toten/ Allerseelen wünscht NEMED HOUSE und der Baltimore Gun Club allen Fans und Freunden!
Für ein schönes und schauriges Fest haben wir uns erlaubt, einen besonderen Bonustrack nur für euch aufzunehmen - live aus dem Probenraum!
Vintage Fifties Spooky Psychobilly Rock!
Hört GRAVEYARD GIRL auf unserer MySpace-Seite!
Und wer's einfach mal anhören will, ohne unsere düsteren Visagen zu sehen... klickt einfach aus den Link zum PopUpPlayer.

Unser Dank noch mal dem Producer- und Mixerteam at The Marlow [Henning] - kooky and spooky and simply ooky...

Freitag, 30. Oktober 2009

Der Grosse Kürbis [3]


Wie jede Art von Religion, wird auch der Glaube an den "Großen Kürbis" streng verteidigt und Ungläubige abgewiesen!
[Character image © Charles Schultz]

Donnerstag, 29. Oktober 2009

Der Grosse Kürbis [2]


Der Große Kürbis: neben dem Osterhasen und Weihnachtsmann der dritte große Wohltäter!
[Character image © Charles Schultz]

Mittwoch, 28. Oktober 2009

Der Grosse Kürbis [1]


Vergessen wir nicht, dass Halloween vor der Türe steht. Und vor allem: Der Große Kürbis!
[Character image © Charles Schultz]

Dienstag, 27. Oktober 2009

Schlimmer geht's nimmer

Ich hatte mir ja schon Gedanken gemacht, warum mein Rechner stündlich langsamer wurde. Andererseits, bei dem miesen Spätherbstwetter, das wir derzeit haben - Tage ohne Sonne - sind wir alle ein wenig müder und träger geworden. Ich mag manchmal morgens auch nicht aufstehen, um mich quer durch die Stadt zur Arbeit zu schleppen - warum dann mein Rechner?

Leider hat mein PC jetzt vollkommen die Arbeit verweigert. Ein gelber Schein hätte auch gereicht. Stattdessen ist er pünktlich um Mitternacht von Sonntag auf Montag ausgegangen und lässt sich nicht wieder hochfahren. Angeblich ist sein Harddisk schlecht geworden, wenn ich den Fehlermeldungen glauben kann. Ausgerechnet jetzt, wo ich auf die Abmischung des neuen Halloweensongs warte, den wir Sonntag noch mit fliegender Nadel aufgenommen haben... Das ist natürlich ein echter Super-GAU und der schlimmste Albtraum.

Denn das heisst nicht nur, dass ich momentan kein einziges Grafik- oder Typografieprogramm benutzen kann, Emails und Internet nur indirekt - wie jetzt z.B. über den Rechner meiner Frau - erreichen kann, sondern dass der gesamte Datenbestand der letzten 25 Jahre auf dem Spiel steht. Sicherlich habe ich hier genügend Backups rumliegen, aber nicht von den wirklich coolen Sachen, die ich in den letzten drei Wochen fertig gemacht habe. So z.B. der fast fertige 2. Band von REDMASK. Zu Halloween wird das also doch nichts. Und was ist mit der Kasbah-Novelle? Der Angstschweiß steht mir auf der Stirn, und kalte Wut schnürt mir die Kehle zu.

Darf ich zusätzlich ncoh erwähnen, dass der ganze Ärger mit einem vermurksten Update dieser großen Firma, die mit "Fenstern" handelt, begonnen hat? Bastarde.

Update 28.20.2009: Schlimm ist auch, dass es jetzt fast unmöglich wird, die coolen Sachen hochzuladen, die ich getreu der Tradition für Halloween vorbereitet hatte. Der einzige winzige Trost sind ein paar Pix über den Großen Kürbis, die ich schon vor Monaten vorbereitet und vordatiert habe. Ja, Charlie Brown, der Große Kürbis...

Dienstag, 20. Oktober 2009

Wort der Woche

"Und die Freiheit der Wahl, die wir heutzutage haben, kann auch ein Fluch sein, sie kann uns belehren darüber, wie wunderbar vielfältig das Leben ist und wie wunderbar verschieden die Bekenntnisse sein können und wie wunderbar vielfältig die Wege zu Gott sein können. Aber für unsere persönliche Arbeit kann sie manchmal verwirrend sein."
Frater RAVEN

Donnerstag, 15. Oktober 2009

Frater RAVEN verstorben

Wie uns inzwischen mitgeteilt wurde, ist Frater RAVEN, einer der Mitbegründer der norddeutschen Aquarius Society am heutigen Tage verstorben.

Frater RAVEN gehörte zu den schärfsten und zukunftsweisenden esoterischen Denkern unserer Tage - eine umfangreiche Sammlung von Essays und Unterweisungen auch aus seiner Feder wurde unlängst vom Privatverlag NEMED HOUSE als erster Band der SYMBOL-Reihe unter dem Titel "Opus Magnum" (2 Bände) veröffentlicht.
Ohne Frater RAVEN wären viele Veröffentlichungen und Ergebnisse der letzten Jahrzehnte nicht möglich gewesen.

Unser Mitgefühl gilt seinen Hinterbliebenen und der Familie; seine Werke wirken weiter.

Samstag, 3. Oktober 2009

Zur Planetenromanze, Baby

Die Planetare Romanze der 30er Jahre ist leider - zu unrecht - in Verruf geraten. Zu unrecht, um es noch einmal zu betonen! Science Fantasy! Nicht Fiction!* Es ist ja eigentlich nichts daran auszusetzen, wenn echte Kerle mit einem Blaster in der Faust leichtbekleidete Planetenprinzessinnen vor den glubschäugigen Maulwurfsmenschen des Pluto verteidigen. (Das ist schon mal mindestens ein Plot der überaus erfolgreichen StarWars-Maschinerie...) Aber die Zeiten haben sich leider geändert.

Falls noch mal eine planetare Romanze (auch "Space Opera") geschrieben werden sollte, dann wäre es wohl eine postmoderne, vielleicht selbstironische, die auch einmal einen Blick über den Rand der Wissenschaft riskieren würde, oder auch bereits veröffentlichte Visionen des Bekannten Raumes. Vielleicht dekonstruktivistisch, oder sogar konstruktivistisch. Post-postmodern? Für den Kontext, aus dem sich eine solche Romanze ergeben könnte (vor einigen Monaten heiss diskutiert unter den Autoren von REDMASK - Stichwort "Callisto") zwei Links:

Der Bekannte Raum, so wie er wahrscheinlich ist (mit besonderem Augenmerk auf die planetare Nomenklatur): Der Gazetteer of Planetary Nomenclature
Der Bekannte Raum, so wie er sein sollte: Astronomische Örtlichkeiten in der Fiktion

Stöbern, staunen, Ideen klauen!


* Diese feinen Unterschiede in der Nomenklatur der phantastischen Genres und Subgenres hat noch nie einer verstanden, Bruder. Nicht nachdenken, einfach abdrücken. Die Maulwürfe sind schon wieder hinter Dir her.

De/Konstruktypo

Auf der einen Hand: Hand Made Fonts.
Gimmicktypographie, kostengünstig zu erwerben: Schriftarten, konstruiert aus verschiedenen Werkstoffen wie Plüsch, Kandis, Eiswürfeln. Kunst am Buchstaben.
Hübsch, aber wofür werden wir sie brauchen können?

Auf der anderen Hand: Corroded Fonts (Free).
Grungetypographie, kostenlos downloadbar: Zerschnittene, verschmierte, überdruckte, explodierte Schriften. Antikunst/Dokumentation.
Eklig, aber genau das brauchen wir jeden zweiten Tag.

Freitag, 18. September 2009

Shortcuts September

Item: Derweil gewisse Zahlungsunregelmässigkeiten der Festeinstellung mich nachts wach halten, blüht meine Einstellung, dass eigentlich nichts wichtiger ist, als Kunst zu hinterlassen, wenn es einmal jenseits geht, wie Orchideen in meinem Hirn. (Der aufrechte Leser sei unbesorgt, die angekündigten Veröffentlichungen sind auf dem Weg...) Dennoch muß auch weiterhin Zeit bleiben, anderen und wilderen ideen zu folgen, oder einfach mal die Souvenirs der letzten Jahrzehnte zu bestaunen.
So geschehen in den letzten Wochen: Da fiel mir doch ein kleines Bändchen von drei Geschichten einer vollkommen vergessenen Serie in die Finger, die sich großmäulig "Die Abenteuer von Adam in Xeggraire" nannten - soetwas wie eine latent existentialistische Version von Tarzan, oder auch nicht. Auf jedenfalls originell genug, dass mich die Lektüre für mehr als eine halbe Stunde fesseln konnte und ich sofort in allen Papieren wühlen musste, ob es noch so etwas wie eine Landkarte des Planeten Xeggraire gab.
Ja, gab es, aber nur als Skizze, dessentwegen ich mir in den letzten Tagen Wochen das schuldige Vergnügen geleistet habe, in freien Minuten an einer neuen Landkarte zu basteln, so mit Texturen und überhaupt ein wenig anders als die bisher veröffentlichten. Albern, ich weiß, aber es ist so herrlich beruhigend für die armen Nerven...



Neues von der Muckerfront:
Baltimore Gun Club Live Tracks gibt es jetzt auf unserer MySpace-Seite anzuhören! Teile des Mitschnittes des Konzertes im Riff Volksdorf, der momentan zu einem Sahne-Konzertvideo umgebaut wird. Bei den Tracks handelt es sich um swingende Versionen unserer beliebten Titel "Bullet Ride" und "Into the Zone". Entsprechende Konzertvideos sind in Vorbereitung, demnächst auf diesem Kanal :-)
Wer's einfach mal anhören will, klickt einfach aus den Link zum PopUpPlayer.

Item: Als Vorgeschmack oder visuellen Anreiz schon mal ein Kurzvideo dieser sympathischen Rockpiraten aus St. Pauli aus ihrem schrulligen Übungsraum...

Samstag, 5. September 2009

Saugeile Geschichten

Zwischen Tür und Bett, ein kleiner Blick auf die Webseite. Schuldbewußt, ich weiß, aber wie so oft haben mich andere Dinge vom Geschäft abgehalten. Es hat zwar nur wenige Stunden gedauert, das Arbeitszimmer wieder durchgehbar zu machen, aber alle meinen freien Tage, um in affenartiger Geschwindigkeit das angrenzende Meditationszimmer in die Vorform eines Schlafzimmers umzuwandeln. Und das, wo ich so ein großartiger Heimwerker bin... Inzwischen stapeln sich Ideen, Datein und Nacktfotos von Isabella Adjani (für die Mitarbeiter - ich brauch sowas nicht!)* rund um meinen 120cm-Monitor.

Rotkäppchen hat grosse TütenKönnte man sicher alles schneller & effektiver umsetzen, aber ich kann auch mit den Besuchern leben, die allein aus den Suchergebnissen der archivierten Seiten hier aufschlagen. Die meisten interessiert eigentlich nur zwei Sachen: "Der magische Stift des Marquis" (ich hätte nie etwas über die Peinlichkeiten deutscher Pornographie schreiben sollen...) und ein Bild von Richard Corbens Werwolf (via Images.google.de) Das Original ist übrigens geiler - die Version die Sie hier sehen, geehrter Websucher/Nerd, wurde von mir ein wenig dem Farbschema der Webseite angepasst.

* Naja, vielleicht früher... momentan erwähnen wir das hier nur wegen dem Bezug zu "Kasbah" und um Simon Petrarcha zu ärgern.

Dienstag, 1. September 2009

Samstag, 29. August 2009

Fanboy :: Mehr JK92

In der Blogosphäre hat man den Kirbyday umfassend gedacht, wenn es so weitgeht, schaffen wir tatsächlich noch den Sprung ins Kollektive Unterbewusste.
Happy Birthday Jack Kirby
Hervorheben unter den vielen guten und originellen Beiträgen möchte ich die 24 Stunden Kirbyblogging, die ein kleiner plüschstier mit Namen Bully veröffentlicht hat. Vielschichtig, liebevoll und putzig - also genau wie der King auch war.
Bully Says: Comics Oughta Be Fun! :: 24 Hours of Kirby

Freitag, 28. August 2009

Fanboy :: JK92

Jack Kirby
The King!
(* 28. August 1917 in New York City,
† 6. Februar 1994 in Thousand Oaks, Kalifornien)

...unvergessen...

...wäre heute 92 Jahre alt geworden. Zu diesem Anlass könnte man viele schöne Worte sprechen, aber dies will ich mir für spätere Zeiten aufhalten. Bilder sprechen mehr als 1000 Worte, und was besser, um des Mythographen des 20. Jahrhunderts zu gedenken als mit einer seiner phantastischen Zeichnungen...



Das Debut von Etrigan dem Dämonen aus Jack Kirbys "The Demon" No.1
"The Demon" created by Jack Kirby, © by DC Comics.

Donnerstag, 13. August 2009

Tja, ich bin dann mal weg...

...die Kunst ruft. Ich packe mein Köfferlein, donnerstags abend geht es vollbepackt mit Gitarrenkoffern etc. in den Flieger nach Basel, wo hoffentlich schon der Shuttle Service wartet, der uns in die lauschige Ortschaft Weizen entführt, wo die große fette Punk Metal Ska-Party läuft. Mittendrin ein paar Nordlichter - der Baltimore Gun Club...
image copyrighted by Kultur Rockt eV
Image provided & copyright by Kultur Rockt e.V.

Mittwoch, 12. August 2009

Works in Progress [3]

Bei der letzten Redaktionssitzung von REDMASK #2, bei der nicht nur einige Gläser, sondern auch einige Weltanschauungen zu Bruch gingen, ahben wir uns entschieden "Kasbah" als Hauptstück zu behandeln - nicht, weil es so wunderbar pulpig ist, sondern weil hier jeder neben dem Hauptautoren die Möglichkeit hat, Textbausteine und spezielle Interessen einzubringen. Natürlich gibt es Ausnahmen, die Geschichte ist auf 1959 gedacht, und Simon Petrarcha hatte weder Gelegenheit, seinen Michael Moorcock-Scheiss einzubringen, noch uns von seiner persönlichen Obsession mit dem nackten Gesäß von Isabella Adjani zu überzeugen, auch wenn sie Vorfahren aus dem Volk der Berber hat. Auch Terentius konnten wir nur am Rande einbringen, dafür haben wir bei einer guten Flasche Roten - 2007er Merlot - die Vita und den Namen des namenlosen Helden von "Kasbah" erfunden. Da diese Gestalt offensichtlich ein billiges Plagiat von William S. Burroughs und einem Leben ist, dieser wiederum eine erstaunliche Namensähnlichkeit zu Edgar Rice Burroughs, dem Erfinder von Tarzan aufweist, wollen wir ihn nach dem schlimmsten Plagiatoren benennen, der sich je an E.R.Burroughjs Werken vergriffen hat - Otis Adelbert Kline. Auch wenn wir es nicht weiterhin erwähnen werden, heissen Sie John Warren Kline in der wunderbaren Welt des Cthulhu-Mythos willkommen!

P.S. Nur die Ruhe, Simon, vileleicht findne wir ja noch ein nettes Bildchen von der Dame...

Dienstag, 11. August 2009

Works in Progress [2]

"Kasbah" liegt hier schon lange, ein Seitenergebnis der intensiven Lektüre, die ich in den ersten Studienjahren führte, als ich mir in der Staats- und Universitätsbibliothek die gesammelten Werke von William S. Burroughs, Jack Kerouac und T.S. Eliot auslieh und sie in einer Woche, die zunehmend magischer und surrealer wurde, reinpfiff. Und das alles ohne Drogen, was wahrscheinlich ein Grund ist, dass es mich zwar beeindruckte, aber weniger beeinflusste. Der Lebensstil der Beatgeneration war nicht so mein Ding, aber drei experimentelle Textstücke verfasste ich doch, die allerdings nichts mit den Stilexperimenten dieser Zeit zu tun hatten. Die Methode des von Burroughs propagierten Cut-up (Textremix) begann mich erst Jahre später zu interessieren und ich habe sie nun reichlich genutzt, um den Urtext von Kasbah mit reichlich Versatzstücken und Kontexten zu spicken - zur Abrundung fehlen jetzt nur noch drei kleine Textabschnitte, die als Rückblenden einmontiert werden, um am Schluss zu offenbaren, was eigentlich wirklich geschieht. Lovecraft (und seine Gang) haben ja gerne den hilflosen Helden, Schriftsteller, Dichter benutzt, um ihre Mythosgeschichten voranzutreiben - was, wenn der hilflose Held kein viktorianischer Schöngeist, sondern ein verwarzter paranoider Beatnik gewesen wäre?

Man öffnet ihm schweigend die Tür und führt ihn in einen der kühlen dunklen Salons mit den Teppichen und weichen Diwanen, wo die Wasserpfeifen stehen und die Teller mit Gebäck. Wo die selbstgewählten Exilanten zusammensitzen wie in einem Wartesaal und sich die Zeit vertreiben, bis die Sterne richtig stehen.

Wo Therapeuten und Psychologen ihren Dschin befragen, in Trance fallen, dem Wahnsinn nahe, Peyote schlucken, Mescal, Yage, frisch importiert von der CIA auf der Maya Connection, Fortsetzung der „Winter Dance Party“. Die ganze Nacht reden sie von Xolotl, völlig stoned, Propheten der psychedelischen Revolution, warten darauf, dass sich die Tore in den Westen öffnen, wo alle Antworten liegen.

Dies ist eine realistische Idee: Der Westen war immer die Schwelle zum Unbekannten, Unbewussten, zur Unterwelt. Den Westen zu erreichen, heißt von der Wirklichkeit ins Jenseits zu schreiten. Und da der Weg dorthin ein gefährlicher ist, die Reise über den Tod hinausführt, sind unterwegs etliche Opfer zu beklagen. Gesetze und Moral wären dann niedergerissen, und alle Menschen brüllten, töteten und schwelgten in Lust. Und die Erde würde in Vernichtung, Ekstase und Freiheit flammen.

So reden sie die ganze Nacht, völlig stoned, aber sie kriegen keinen hoch bei ihrem esoterischen Gangbang.

Donnerstag, 6. August 2009

Works in Progress [1] :: Xolank

"Xolank" liegt hier schon eine geraume Zeit auf dem Schreibtisch, die Story ist nämlich schon seit 20 Jahren fertig. Aber obgleich sie ihre Stärken hat, kann ich mich mit der typischen Prämisse des hilf- und ahnunglosen Helden oder Erzählers, der am Schluss von der kosmischen Offenbarung zerrüttet wird, nicht mehr anfreunden. Auf der Suche nach dem komischen Dreh, die Geschichte zum Laufen zu kriegen, stellte ich mir ersteinmal die Frage, woher der Name dieser kosmischen Entität, von der die Rede ist - Xolank - eigentlich herkommt. Die Antwort ist natürlich schlicht: ich habe ihn mir ausgedacht. Den Figuren innerhalb des Kontinuums dieser Erzählung kann ich jedoch damit nicht kommen. Schauen Sie mal, was die herausgefunden haben:

Xolank… Xolanque… Woher stammt dieser Name? Was bedeutet er? Ich glaube, er ist der Name eines Sternes, den die alten Kulturen Amerikas kannten: ich kann dies nicht mit Fakten begründen, es ist nur die Erinnerung, die mich diese Verbindung herstellen lässt, eine Erinnerung an andere Namen. Der Codex Ambrosianus erwähnt Xiclotl, den „Waldstern“, aber die größte Ähnlichkeit besteht natürlich zum Namen eines anderen Gestirnes, zu Xolotl, dem Hund der Nacht.

Coatlicue-mit-dem-Schlangenrock, Teteoinan, die „Mutter der Götter“, die alle himmlischen Dinge gebiert, Herrin des Lebens, des Todes und der Wiedergeburt, diese allesverschlingende, gräbergrabende, schrecklichste aller Erdgöttinnen, geschmückt mit einem Rock aus lebenden Schlangen und dem Halsband aus Herzen und Schädeln über ihren schlaffen Brüsten, gebar den Morgen- und den Abendstern. Und wenn auch jeder den Morgenstern kennt, den Herren des Ostens in seiner Form als jesusartiger Kulturheld und Erlöser, die Flügelschlange Quetzalcoatl, kennt niemand seinen dunklen Zwilling, den Abendstern, den Herren des Westens, den Bringer des Unheils, den Nachthund Xolotl.

Manche verwechseln ihn mit dem Xocotl der Otomi, oder vielleicht sind sie auch dieselbe Gestalt, Herr der Sterne und des Feuers, zu dessen Ehren Xocotl vetzi gefeiert wurde, das große Totenfest für die toten Krieger, die man sich als Sterne vorstellte, die zum astralen Gott in besonderer Beziehung standen. Die alten amerikanischen Kulturen waren sich der Funktion der Venus und ihres Umlaufs um die Sonne sehr wohl bewusst und verfügten über angemessene Methoden, ihre Bahn zu berechnen, sicherlich waren sie sich auch der Ambivalenz dieses Gestirnes bewusst. Wenn der Morgenstern das kommende Licht verheisst, folgt der Abendstern der Sonne in die Finsternis und begleitet sie auf ihrer schrecklichen Reise durch die Unterwelt.

Und Xolotl, der Nachthund, ist der Stern der Unterwelt, von schrecklichem Angesicht (als Skelett oder monströse Gestalt mit Hundehaupt und verdrehten Füßen), der bucklige Herr des Blitzes und des Todes, der Bringer des Unheils, der in einer Hand eine Axt hält und die Sonnenscheibe auf dem Rücken schleppt. Gegen welche Ungeheuer mag er sie verteidigen auf ihrer Reise durch die Nacht? Und wer steht ihm bei? Die toten Krieger, die als Sterne wiederauferstanden sind?

Mittwoch, 5. August 2009

Works in Progress [0]

Derweil sich die Daten auf der Benutzeroberfläche aufhäufen, gemischt mit Tränen... Jo! Ich hab momentan ein bisserl mehr mit der Band zu tun (Ruhm und Ehre, Weltherrschaft übermorgen) und packe meine Koffer für den legendären Gig irgendwo in Dunkeldeutschland. Dennoch habe ich die wirklich wichtigen Dinge nicht vergessen - Horror und Entsetzen.

Da wir den Veröffentlichungstermin für Redmask #2 nun vollkommen überschritten haben, haben wir stattdessen den Versuch gemacht, die Zeit sinnvoll zu nutzen und ein wenig von dem leicht wurmstichigen Stil der klassischen Weird Fiction abzurücken. (Stichwort: Nie wieder Lovecrafts "hilfloser Held".)

Im Zuge dieser Experimente haben sich einige Stories und Novellen ergeben, die zwar noch nicht abgeschlossen sind, aber recht vielversprechend klingen. Man könnte die am besten als eine Art literarisches Crossover bezeichnen - der Versuch das Spektrum des von Lovecraft vorgegebenen Subgenres zu erweitern, wenn nicht gar zu sprengen.
  • Reservoir von Tindalos (Arbeitstitel) - Cthulhu × Neo-Noir á la Tarantino
  • Das Auge im Himmel (Arbeitstitel) - Cthulhu × Hardboiled Detective
  • Xolank (Neufassung) - Cthulhu × Mystery á la X-Files
  • Kasbah (Neufassung) - Cthulhu × William S. Burroughs
Eine der Inspirationen hierfür, es sei gestanden, ist der verstorbene Philip José Farmer mit seinen Geschichten wie "Freshman" (über einen Erstsemester an der Miscatonic University) oder jene Geschichte, die er verfasste als Antwort auf die Frage "Was, wenn William S. Burroughs statt Edgar Rice Burroughs Tarzan erfunden hätte..."

Einige Cut-ups und Cut-outs aus diesen Works in progress demnächst!

Dienstag, 28. Juli 2009

Grafikzeugs

Praktische Webressourcen für lizenzfreie Hintergründe oder Kacheln. Benutze ich normalerweise nicht, aber unter anderem für den Baltimore Gun Club brauche ich ab und zu spezifische Hintergründe, die auf normalem Webe zu schwierig aufzutreiben wären. ich meine, wo kriege ich hier in Hamburg ein Bild von einem von Einschüssen übersäten Blechschild her. Ähhmmm... na gut...
Mayang's Free Texture Library
Free Textures from TextureKing
Seamless Background Textures -- Absolute Cross
Spiral Graphics - Free Tiling Texture Materials
Nettes Zeug, auch als Inspiration.
Und nicht vergessen: Das Medium ist die Message.

Samstag, 11. Juli 2009

Fanboy :: Aqualogo

Wieder einmal verweise ich (wenn auch verspätet) mit Wohlbehagen auf eine der Logostudien des Grossen Mr. Klein, der sich diesmal die Variationen und Permutationen eines anderen klassischen Superhelden vorgenommen hat. Zugegeben, es ist jener Superheld, der immer wieder verhöhnt wird und erstaunlich unerfolgreich geblieben ist, obwohl er bereits seit den 40ern die Sieben Meere durchschwimmt. Fast könnte man sagen, die Variationen seines Logos sind teilweise interessanter als das, was die Autoren mit ihm angestellt haben, aber das wäre gemein. Immerhin, selbst bei Spongebob taucht er fast unverhüllt auf.
Warum nur gibt es keine Gnade für Aquaman?

Freitag, 3. Juli 2009

Track der Woche

Mit Einbruch der Sommersaison veröffentlicht der Baltimore Gun Club den ersten Rough Mix seines flotten neuen Stückes "Assassin of Love" auf ihrer MySpace-Seite.
Und wer's einfach mal anhören will, klickt einfach aus den Link zum PopUpPlayer.
Ein geschichtlicher Zusammenhang zu den haschīschiyyīn der Sage besteht nicht. Andererseits, man weiss ja, was Musiker sich so zwischendurch reinziehen, nö?

Montag, 29. Juni 2009

The Shadow over Innsmouth - das Musical

Gerade frisch hereingekommen von unserem treuen Korrespondenten Herren D. aus H. (den wir selbst schon seit geraumer Zeit nicht mehr gesehen haben - wer weiss, ob er nicht auch schon den Verlockungen des extraterrestrischen Genpools erlegen ist....)

Samstag, 20. Juni 2009

Jack Kirby's OMAC #8


OMAC #8
Titel: “Human Genius vs. Thinking Machine!”

DC, November-December 1975
Credits: Jack Kirby (Script), Jack Kirby (Pencils), Mike Royer (Inks), ? (Colors), Mike Royer (Letters)

STORY: OMAC existiert nicht mehr! Der hilflose Buddy Blank wird durch das Kommandozentrum des grotesken, aber genialen Doctor Skuba geführt, während dieser realisiert, dass der unsichtbare Gegner, der sein Geheimversteck aufgespürt hat, eine denkende Maschine im erdorbit ist! In den Tiefen des Sanktuariums trifft Blank auf eine groteske Menagerie von Menschen die Dr. Skuba durch Atommanipulation in Monstren verwandelt hat! Brother Eye greift ein! Und in den letzten Seiten dieses Abenteuers sehen wir, wie sowohl der Satellit und die Insel Skubas vernichtet werden! DAS ENDE!!!

(Häh?)

Ja, das ist tatsächlich das Ende. Und da Kirby diese Konzepte nie wieder besuchte, werden wir nie erfahren, was oder ob er eine Fortsetzung plante. Dass OMAC wieder belebt wurde - als relativ übersichtliche SF-Serie oder auch in den letzten Jahren als Plotidee für eine der alljährlichen Superkrisen (hier hatte Batman OMAC konstruiert, hahaha) ist nicht überraschend. Aber es ist nicht Kirbys OMAC, und die Welt, die kommen wird, hat sich unserer Einsicht nunmehr entzogen...

Ich glaube, wir können hier ein wenig Verständnis für die Redakteure bei DC zeigen, die mit Kirbys extravaganten Werken zu tun hatten. Sicherlich war der Stil, den sie gewohnt haben, klinischer und kontrollierter als Kirbys grenzenüberschreitende Flut an Konzepten, aber es war ihr Stil, mit dem sie zufrieden waren. Was sollten sie denn schon mit diesem seltsamen kleinen Mann anfangen, der mehr oder weniger in Marvel ihre größte Konkurrenz aufgezogen hatte und als diese ihre größten Erfolge feierten bei DC auftauchte? Von dem Mann, der die innovatisten Superheldencomics der Sechziger erfunden hatte, wurde sicherlich erwartet, dass er da weitermacht, wo er bei Marvel aufgehört hatte. Stattliche Superhelden! Dramatische konflikte! Satanische Schurken! Stattdessen lieferte Kirby eigenartige SF-Mythologie-Epen ("Fourth World") und krude Dystopien wie "OMAC" und "Kamandi". Fast wie ein Topspieler, den ein Verein einkauft und der statt Tore zu schießen vorführt, wie toll er dribbeln kann. Bei wem war die Frustration wohl größer? Man kann wohl davon ausgehen, dass sich Kirby und die redakteure gegenseitig das Leben schwermachten - er indem er ihnen nicht das gab, was sie wollten (einen zweiten Spiderman?) und sie, indem sie ihn an allen Stellen auszubremsen versuchten. (Am Schluß haben sie ihn nicht mal seine eigenen Titelbilder zeichnen lassen!)



Und hier ist nun Kirbys letztes OMAC-Heft. Hier präsentiert er etwas, was vielleicht dem, was die Redakteure erwarteten, am nächsten kam. Es gibt sogar einen echten Superschurken anstelle der globalen Kartelle etc. wie vorhergehend. Doctor Skuba! (Nun gut, das ist kein Doctor Doom oder Red Skull oder auch nur Baron Strucker, aber immerhin...)

Und dann zerstörte Kirby die Welt, die da kommen wird.
Als ob er die Asche, die von seiner ewig glimmenden Zigarre auf sein Papier gefallen ist, wegpusten würde. Auf zu neuen Ideen...

Das Jack Kirby Museum hat auch eine stattliche Anzahl von Kopien der originalen Bleistiftzeichnungen von OMAC, die man sich hier ansehen kann:
Kirby Museum Gallery >> Pencil Art Photocopies >> OMAC

“OMAC” created by Jack Kirby. © by DC Comics. Some data courtesy of the Grand Comics Database Project

Mittwoch, 17. Juni 2009

Auction this

Nachdem mich beim Aufräumen meiner Bibliothek ein zusammenbrechender Turm von Longboxen fast erschlagen hat, habe ich beschlossen, meine Comicsammlung auf die Hälfte oder so zu beschneiden. Ich werde also in den kommenden Wochen einen Haufen Hefte via eBay anbieten, entweder im Pack (wenn sich dies anbietet, z.B. bei abgeschlossenen Serien o.ä.) oder auch als Einzelheft á 1 Euro Startgebot.
Vielleicht ist ja für den einen oder anderen etwas dabei - der Schwerpunkt liegt bei Heften aus dem Ende der 80er bis Anfang der 90er. Nostalgie irgendjemand?

Startangebote:

Catwoman Mini-Serie (komplett)
Vier Hefte der Mini-Serie von 1989
eBay-ArtikelNr. 230349365732

Challengers of the Unknown Mini (komplett)
Alle acht Hefte der Mini-Serie von 1991
eBay-ArtikelNr. 230349365742

L.E.G.I.O.N. '89 - Heft 1-6
Die ersten sechs Hefte der Superhelden-SF-Cop-Serie
eBay-ArtikelNr. 230349365751

Psi-Force 1-16 + Annual 1 (New Universe)
Neue Teenie-Mutanten in einem neuen Universum
eBay-ArtikelNr. 230349365758

Speedball (komplett)
Steve Ditko für Marvel
eBay-ArtikelNr. 230349365764

Montag, 15. Juni 2009

Jack Kirby's OMAC :: Supersize [3]



Splashpage aus Jack Kirby's OMAC #7
“OMAC” created by Jack Kirby. © by DC Comics.

KLICK TO SUPERSIZE

Himmelskörper im Cthulhu-Mythos

Mann, ich liebe Listen. Wir brauchen viel mehr Listen. Und wenn es keine gibt, dann sollte man sie selber machen. Folgende lege ich hier mal vor, da ich sie gerade auf dem Bildschirm habe. Referenzmaterial für eine Kurzgeschichte, die ich gerade für Redmask bearbeite. Sowas kann man doch immer mal gebrauchen. Im fiktiven Universum des Cthulhu-Mythos sind die folgenden Himmelskörper bekannt oder legendär - die Namen entstammen hierbei entweder prähumanen oder extraterrestrischen Sprachen. Soweit bekannt, wird ihnen der zeitgenössische Name beigestellt.
  • Abbith
  • Aythamaahn (älteste Welt?)
  • Baalbo
  • Celaeno
  • Cykranosh (Saturn)
  • Glyu-Uho (Betelgeuse)
  • Haddath
  • Ktynga (Norby's Komet)
  • Kynarth
  • Kythamil
  • L'gy'hx (Uranus)
  • Mthura
  • Ogntlach
  • Shaggai
  • Shonhi
  • Thuggon
  • Thyoph (Urplanet zwischen Mars und Jupiter)
  • Tond
  • Vhoorl
  • Welt der Sieben Sonnen
  • Xentilx
  • Xiclotl
  • Xoth (Sirius?)
  • Yaddith
  • Yaksh (Neptun)
  • Yarnak
  • Yekub
  • Yifne
  • Yith
  • Ylidiomph (Jupiter)
  • Ymar
  • Yrautrom
  • Yuggoth (usprünglich als Name für Pluto angesehen, inzwischen umstritten)
  • Zaoth
Update: Himmelskörper im solaren System, wenn als von Menschen bewohnbar beschrieben, sollten als Welten der Astralebene verstanden werden, die den tatsächlichen Planeten zugeordnet sind, aber auf einem feinstofflicheren Niveau existieren.  Dies erklärt z.B. Elemente des Mythos, die in einem Umweg über die Äusseren Planeten auf die Erde kamen.

    Sonntag, 14. Juni 2009

    Jack Kirby's OMAC #7


    OMAC #7
    Titel: „The Ocean Stealers“
    September-October 1975
    Credits: Jack Kirby (Script), Jack Kirby (Pencils), D. Bruce Berry (Inks), ? (Colors), D. Bruce Berry (Letters).

    Hier kommen wir zur vorletzten Ausgabe von Jack Kirby's OMAC - und wie nicht anders zu erwarten, endet die Welt, die kommen wird, nicht mit einem Wimmern, sondern mit einem Wumms. Sie endet jedoch auf die kompromisslose Art, die Kirby auszeichnete. Die Kirby-Methode, so sgat man, ist es, immer Neues zu erfinden. Und als die editoriellen Umstände es für Kirby unmöglich machten, für OMAC Neues zu erfinden, setzte es dies so trotzig und halsstarrig um, wie man es sich denken konnte. Doch dazu mehr am Ende der letzten Ausgabe, natürlich :-)

    STORY: OMAC untersucht das unheimliche Verschwinden der Ozeane der Welt. Eine Naturkatastrophe? Das Ende der Welt? Während er die phantastische Überreste des entwässerten Meeres untersucht, findet er im rottenden Schlamm einen Würfel von unglaublichem Gewicht. SCHNITT!

    Zeitgleich wird ein weiterer dieser Würfel in der Bucht von Madras abgeworfen. Vor den erstaunten Augen des Lesers saugt er alles Wasser in sich auf und wird von einem phantastischen Fluggerät aufgenommen, das von einer sinistren, entstellten gestalt kommandiert wird, der von seinen speichelleckendem Anhang nur Doctor Skuba genannt wird. Doctor Sandor Skuba - der Mann, der Meere stehlen kann! SCHNITT!

    Basierend auf den Daten der gesichtslosen GPA wird OMAc entsandt, um Doctor SKuba zu stellen. Skuba hat - nicht unähnlich Dr. No, nur besser - eine einsame Vulkaninsel als Stützpunkt auserkoren. Während OMAc die Verteidigungslinien der Insel durchbricht, steht er unter beständiger Videoüberwachung des verbecherischen Genies, das den Kampf bereits im Vorfeld entschieden hat. Als OMAC die Spitze des Vulkanberges erreciht, betätigt Doctor Skuba eine verborgene Schaltung und verwandelt OMAC in seine Urform zurück. Den blassen, schwächlichen Buddy Blank, der nicht weiß, wie er hierhergekommen ist und verwirrt um Hilfe ruft!

    Die Splashpage dieser Ausgabe, in der OMAC über den Grund eines Ozeans wandert, dem alles Wasser entzogen wurde, morgen!

    Das Jack Kirby Museum hat auch eine stattliche Anzahl von Kopien der originalen Bleistiftzeichnungen von OMAC, die man sich hier ansehen kann:
    Kirby Museum Gallery >> Pencil Art Photocopies >> OMAC

    “OMAC” created by Jack Kirby. © by DC Comics. Some data courtesy of the Grand Comics Database Project

    Freitag, 12. Juni 2009

    Jack Kirby's OMAC #6


    OMAC #6
    Titel: „The Body Bank!“

    DC, July-August 1975
    Credits: Jack Kirby (Script), Jack Kirby (Pencils), D. Bruce Berry (Inks), ? (Colors), D. Bruce Berry (Letters)


    Wiederkehrend in die Welt, die kommen wird - oder ist es die Welt, die schon längst da ist? Sie liest sich so schnell, zieht so schnell am Auge vorbei, dass man sie wieder und wieder besuchen muss, um weitere Details wahrzunehmen. Wie ein fahrender Zug bleibt nur das Bild der Bewegung. Ausgabe 6 ist ein gutes Beispiel. Es lohnt sich aber ein Blick auf einzelne der Passagiere - und wenn nur, um die ehrenvolle Aufgabe endlich zu beenden. Denn wisse: Hiernach kommen nur noch zwei Hefte, und diese sind bei weitem die schwächsten.

    STORY: OMAC und der Jungganove aus dem vorigen Heft sind auf dem Weg zur "Körperbank" - der Name lässt schon vermuten, dass es sich um nichts Gutes handelt. Und wir wissen ja schon, dass in der Ära der Super-Reichen alles käuflich ist, auch ein neuer Körper. Der Weg führt durch eine Art geheimer U-Bahn, die Tunnel sind voll mit den entstellten Monstren, die bereits auf dem Titel erscheinen. Es stellt sich heraus, dass dies nichts anderes sind als Patienten, Kranke, Testpersonen, die sich für die kriminelle Körperbank experimentellen Strahlungs- und Hormonbehandlungen aussetzten - gegen Bezahlung. Hmmm... nichts was in Zeiten der Depression nicht auch heute schon andere machen. Und Moment, lieber Leser - durch Strahlungschirurgie und elektronische Hormone mutierte auch unser gesichtsloser Buddy Blank zu dem monströs-erhabenen Kriegsgott OMAC. Ein witziger Zufall, nur daß er nicht witzig ist und sicher kein Zufall. Der Autor Kirby verzichtet darauf, den Leser auf die offensichtliche Parallele hinzuweisen. Bekam Buddy Blank eigentlich etwas dafür, dass man ihn mutierte? Der Zug rast weiter - hinein in Wolken aus Giftgas und tödliches Artilleriefeuer. Es bleibt nur ein Bild der Bewegung. Kirby ist nicht aufzuhalten. SCHNITT!

    In der Körperbank liegt der erste Trans-plantations-patient, ein seniles Wrack der Bosheit, und wartet darauf, dass der von ihm ausgewählte Körper (frisch von der Straße gefangen) hereingerollt wird. Die satanischen Doktoren erfreuen sich an den Fähigkeiten von Medi-Mind, dem gestohlenen Medizincomputer, der ihre gewinnträchtige Operation erst möglich macht. Was für eine widerliche Idee, Ärzte, die für Geld alles machen und moralisch verwerfliche Eingriffe vornehmen würden. Wie gut, dass dies nur ScienceFiction ist. Kommt OMAC noch rechtzeitig? Oder wachen auch wir irgendwann in der Welt, die kommen wird auf und müssen fürchten, ohne unsere Einwilligung zum Biomaterial ehrgeiziger oder habgieriger Chirurgen zu werden?

    Und hier ein Link zu einem Artikel im Jack Kirby Comics Blog, gehostet beim Jack Kirby Museum selbst!
    OMAC #6 [1975]
    Das Jack Kirby Museum hat auch eine stattliche Anzahl von Kopien der originalen Bleistiftzeichnungen von OMAC, die man sich hier ansehen kann:
    Kirby Museum Gallery >> Pencil Art Photocopies >> OMAC

    “OMAC” created by Jack Kirby. © by DC Comics. Some data courtesy of the Grand Comics Database Project

    Mittwoch, 10. Juni 2009

    Jack Kirby's OMAC #5


    OMAC #5
    Titel: „New Bodies for Old!“

    DC, May-June 1975
    Credits: Jack Kirby (Script), Jack Kirby (Pencils), D. Bruce Berry (Inks), ? (Colors), D. Bruce Berry (Letters)


    Was ist OMAC? Ein Superheld? Nüchtern betrachtet ist er wenig heldenhaft, dieser Buddy Blank ("leerer Kumpel"?). Wir wissen nicht, ob er sich überhaupt freiwillig gemeldet hat für dieses Projekt OMAC, oder nur vollkommen willkürlich ausgewählt wurde von den tatsächlich gesichtslosen Kräften einer globalen Agentur für "Frieden". In der heutigen Zeit klingt dies eher sinister, und identifiziert OMAC für den feinen Geschmack der Postmoderne als eine Art kostümierter Dystopie, Seite an Seite mit "1984" und "Schöne Neue Welt" - in dieser Tradition möchte ich es auch weiterhin aus der Perspektive eines Schreibenden betrachten. Auch dies verweist auf den Zeitgeist der Epoche, in dem OMAC entstanden ist, in der die Zukunftsgläubigkeit der 50er und 60er längst in den Terror der Technologie übergegangen ist, von dem wir uns auch heute noch nicht freimachen konnten.

    OMAC #5 beginnt den nächsten Zweiteiler der Serie auf eben dieser Note - ein wenig schrill, ein wenig plakativ - um dann in eine Melodie einzustimmen, die uns nicht unvertraut klingt. Vielleicht erinnert sich der eine oder andere noch an den ebenso schrillen und plakativen Film "Logans Run (Flucht ins 23. Jahrhundert)", in dem mit den Mitteln der SF unter anderem der Jugendwahn karikiert wurde. OMAC zeigt die andere Seite dieser Geschichte: "Neue Körper für Alte!" Das Titelbild verweist nur symbolisch darauf: Es gibt keine Erneuerung, es gibt keine Verjüngung und keine Wiedergeburt. "Neue Körper für Alte" ist ganz wortwörtlich gemeint: Es gibt die Technologie, Gehirne auszutauschen, und auf dem Schwarzmarkt sind junge, frische, gutaussende Körper genug zu bekommen - wenn man nur genug Geld hat. Und spätestens seit dem zweiten Heft OMAC wissen wir, dass in der "Ära der Super-Reichen" alles käuflich ist.



    Und dann gibt es Typen wie Fancy Freddy, die degenerierten alten Schachteln die Vorzüge eines jungen Mädchenleibes vortragen wie ein besonders obszöner Zuhälter. Und der schneidige Halbstarke, dessen Mädchen das ist, hat plötzlich auch nichts mehr dagegen, sie zu verhökern, wenn man ihm nur einen ordentlichen Schnitt anbietet. Korruption überall - was tun in diesem globalen Sumpf moralischer und politischer Korruption?

    Im nächsten Teil: Die Menschenbank!

    Und hier ein Link zu einem Artikel im Jack Kirby Comics Blog, gehostet beim Jack Kirby Museum selbst!
    OMAC #5 [1975]
    Das Jack Kirby Museum hat auch eine stattliche Anzahl von Kopien der originalen Bleistiftzeichnungen von OMAC, die man sich hier ansehen kann:
    Kirby Museum Gallery >> Pencil Art Photocopies >> OMAC

    “OMAC” created by Jack Kirby. © by DC Comics. Some data courtesy of the Grand Comics Database Project

    Dienstag, 9. Juni 2009

    Montag, 8. Juni 2009

    Jack Kirby's OMAC #4


    OMAC #4
    “The Busting of a Conqueror!”

    DC, March-April 1975
    Credits: Jack Kirby (Script), Jack Kirby (Pencils), D. Bruce Berry (Inks), ? (Colors), D. Bruce Berry (Letters)


    OMAC #4 setzt die in #3 begonnene Geschichte fort und beendet sie - was das Muster der nachfolgenden Hefte vorgibt, die bis zur letzten Ausgabe jetzt fortan als Doppelausgaben angesehen werden sollten. (Ob man da vielleicht mit stringentem Kürzen etwas mehr Raum für die extravaganten Futurismen des Meisters gehabt hätte, sei dahin gestellt.)

    STORY: Wie im fortgehenden Band geschildert, kämpft OMAC mit der kompletten Armee des Banditenmarschalls Kafka, um diesen Kriegsverbrecher verhaften und dem Gericht überliefern zu können. Nur durch neuerliche Hilfe von Brother Eye gelingt dies.

    SCHNITT: Umgeben von den gesichtslosen Agenten der Global Peace Agency wird Kafka identifiziert und mit den Anklagen des Gerichtshofes konfrontiert. Ein Gerichtshof hoch über der Welt - auf der Spitze des Mount Everest! Der Kriegsverbrecher ist davon wenig beeindruckt. Er teilt den Anklägern mit, dass eine weitere Waffe bereits auf dem Weg sei, um ihn zu rächen und den gesamten Ort zu zerstören. Nur wenig später herrscht Alarmstufe Rot - die Ortungseinheiten haben ein sich shcnell näherndes gigantisches Objekt ausmachen können - ein synthetisches Lebewesen, programmiert zu töten, ein fliegender Oktopus, angetrieben von einem organischen Atomreaktor - der Multi-Killer!



    Das Jack Kirby Museum hat auch eine stattliche Anzahl von Kopien der originalen Bleistiftzeichnungen von OMAC, die man sich hier ansehen kann:
    Kirby Museum Gallery >> Pencil Art Photocopies >> OMAC

    “OMAC” created by Jack Kirby. © by DC Comics. Some data courtesy of the Grand Comics Database Project

    Sonntag, 7. Juni 2009

    Samstag, 6. Juni 2009

    Jack Kirby's OMAC #3


    OMAC #3
    Titel: „A Hundred Thousand Foes“

    DC, January-February 1975
    Credits: Jack Kirby (Script), Jack Kirby (Pencils), D. Bruce Berry (Inks), ? (Colors), D. Bruce Berry (Letters).


    Eins wird bei der fortwährenden lektüre von Kirbys OMAC klar - und die Lektüre sollte fortwährend sein, eine stete Wiederholung wie ein Mantra, bis sich der gewünschte Effekt einstellt, ähnlich der Traummaschine von Brion Gysin, die irgendwann das Hirn zum Summen bringt und erstaunliche Halluzinationen erzeugt. Eins wird sehr schnell klar, wenn man an der Schwelle zur Halluzination steht: Dies ist nicht der Superheldencomic, für den das Genre erfunden wurde, sondern ein Experiment direkt an den Grenzen der Industrie, direkt bestimmt zu scheitern. Subversiv? Nicht unbedingt - wie alle Visionäre versuchte auch Kirby immer wieder die Grenzen der Form zu sprengen und zu höheren Perspektiven zu gelangen. OMAC - gerade in dem zeitlichen Kontext seiner Zeit - verweist in irritierend viele Richtungen und weist eine bedenkliche Nähe zum Underground auf, um so gefährlicher noch, weil Kirby ganz sicherlich kein Blumenkind war. Als einer derjenigen, die die gesamte Industrie entscheidend geprägt hatten, war er eigentlich das Establishment, nur weigerte er sich mit erstaunlicher Halsstarrigkeit, auch nur einen Fingerbreit von seiner Vision abzuweichen. Pures Kassengift, wird sich der Redakteuer gedacht haben und sich weiterhin wundern, was der alte Jack sich da reingepfiffen hatte, um so eigenartige Konzepte nonstop zu erzeugen...

    STORY: Das neue Abentuer beginnt in einer bizarren, barbarischen Umgebung - zu bizarr, um sie zusammenfassen zu wollen. Und wie sich schnell herausstellt, war dies nur eine Art Trainingseinheit, in der sich OMAC mit Hilfe eines Mindphones (Virtuelle Realität, irgendjemand?) bewegt hatte. Er ist umgeben von den gesichtslosen Agenten der Global Peace Agency, die ihm die offizielle Vollmacht aushändigen, alle Vorfälle zu behandeln, die den Weltfrieden bedrohen! Der Weltfrieden! Eine unglaubliche Verantwortung - und OMAC wird hier klar, dass er nicht mehr der war, der er einmal gewesen sein mußte, und alle Erinnerung daran ist bereits ausgelöscht (worden). SCHNITT!

    Die Abteilung der GPA für "Social Engineering" weist OMAC seine neuen "Testeltern" zu, ein älteres Ehepaar mit Namen Barker. Wozu? Das wird nicht klar, vielleicht ist es tatsächlich ein Test, um die Sozialkompetenz des Agenten zu erproben. Sein nächster Auftrag ist auf jeden Fall klar und deutlich: Finde und verhafte den Banditenmarshall Kafka wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit, Kriegstreiberei und Unterdrückung. Massaker sind seine Spezialität. OMAC wird per Rakete nach Mitteleuropa geschossen - in dieser Zeit sich auflösender nationaler Identifikation noch die genaueste Beschreibung eines Zieles, die geliefert wird. Kafka? Der Banditenmarshall hat wenig Ähnlichkeit mit dem Autoren der Verwandlung, sondern ähnelt eher einem der vollbärtigen Balkandespoten früherer Zeiten. Immerhin, der verweis auf die Verwandlung und auf jene anderen Werke Kafkas, in der ein Individuum gegen eine gesichtslose Maschinerie ankämpft, setzt einen interssanten unausgesprochenen Kontext zu OMACs Tätigkeit. Der Rest der Geschichte wird am besten von dem Titel beschrieben: Hunderttausend Feinde! Und durch die muss OMAc erst einmal hindurchwaten, unter fortwährendem Beschuss, nonstop in Action, um an Kafka heranzukommen - immerhin: "Die Welt hat schon genug kleine Hitlers gehabt!"

    Und hier ein Link zu einem Artikel im Jack Kirby Comics Blog, gehostet beim Jack Kirby Museum selbst!
    OMAC #3 [1975]

    Das Jack Kirby Museum hat auch eine stattliche Anzahl von Kopien der originalen Bleistiftzeichnungen von OMAC, die man sich hier ansehen kann:
    Kirby Museum Gallery >> Pencil Art Photocopies >> OMAC

    “OMAC” created by Jack Kirby. © by DC Comics. Some data courtesy of the Grand Comics Database Project

    Freitag, 5. Juni 2009

    Pyropunk :: War against Horror

    Die erste Dekade des 21. Jahrhunderts waren wie die 80er, nur mit schlechterem Haar.
    Die Rede war von einem Revival, aber Karl Edwyn Rothner hatte in den letzten Jahren so viele seiner Freunde und Verwandten an die Schwankungen im Mega-Strom verloren, dass er alles Interesse an Reinkarnation verloren hatte. Er hatte bis zum Jahr 2000 so viele Parallelen besucht, und war von den Schwankungen des Mega-Stromes abgetrieben worden, dass es einige Jahre gedauert hatte, bis er wieder in die Ausgangsrealität zurückgekehrt war.
    Und auch heute noch gab es Momente der Verunsicherung, ob er wirklich da war, wo er sein wollte. Immerhin, das ging wohl allen inzwischen so. Die Kids in der Nachbarschaft hatten einen neuen Code, mit dem er nicht mehr mitkam, neue Götter, an die er nicht glauben wollte.
    „Wie das Schwimmen durch eine Lawine von Videoclips, während der Kanal jeden Augenblick wechseln kann“, hatte Captain Contable eines Tages gesagt, als sie in den Ruinen des World Trade Centers (März 2001) gefrühstückt hatten. „Die Möglichkeiten vervielfältigen sich mit jeder Sekunde, die ganze Struktur der Wirklichkeit ist fraktal geworden, wie eine Schneeflocke, die sich immer weiter verzweigt.“
    Wie eine Schneeflocke, hatte KER gedacht. Kein schlechter Vergleich für die Welt, durch die wir irren. Wie eine Schneeflocke: Immer anders, aber immer gleich.
    Die Stahlträger, die aus den Trümmern ragten, hatten im Licht der Mitternachtssonne bizarre Schatten geworfen, als KER und der Captain nach ihrer Mahlzeit zu einem Spaziergang aufbrachen. Rudel verwilderter Hunde flohen vor ihnen, als entlang der sorgsam aufgeschichteten Trümmerberge wandelten. Einige von ihnen hatten eigentümlich verlängerte Pfoten, und KER hatte schwören können, dass der eine oder andere von ihnen versucht hatte, kurze Strecken auf den Hinterbeinen zurückzulegen.
    Von den Zwillingstürmen war nicht mehr viel zu erkennen, die Konstruktion war nach dem Aufschlag des Raumschiffes durch die enorme Hitze so stark geschwächt worden, dass das gesamte Bauwerk unter der eigenen Last einstürzte. Der Nordturm war als erstes an den beschädigten Stellen eingeknickt, der Südturm hatte ihm einige Minuten später gefolgt, als die Struktur an den zuerst brennenden Stockwerken nachgab und die darunter liegenden Stockwerke mitgerissen wurden. Die Trümmer glitzerten grau und gläsern unter den fremden Sternen.
    „Ich hatte mehr Hoffnung in das Zeitalter der Information gesetzt“, sagte KER und trat gegen eine eigenartig schwarze Coladose, so dass sie klingend über die Steinbrocken sprang. „Aber das ist nicht die Zukunft, die man uns versprochen hat, oder?“
    An einem von der Wucht der Explosion verdrehten Straßenschild war der verstümmelte Kadaver einer der außerirdischen Invasoren mit Stacheldraht aufgehängt worden. Ein besudeltes Pappschild hing um seinen tentakelbesetzten Schädel. „War Against Horror“ – das war das Motto des Widerstandes in Amerika und dem Rest der ehemals freien Welt.
    Captain Contable lächelte und stocherte mit einem Eisenstab in den Eingeweiden des Gehängten. „Ach, wer weiß, ob es überhaupt die Zukunft ist, mein Junge. Vielleicht spielt sich alles in Zyklen ab, und wir sind bereits wieder am Anfang angekommen. Der letzte Mensch auf Erden ist wieder der erste Mensch, verstehen Sie? Die Zeit…“ Er runzelte die Stirn, als der Stab zu dampfen begann. „Die Zeit ist ein hinterhältiges Ding. Und wer weiß schon, wo wir morgen sind.“
    Der alte Mann kicherte, wie über einen eigenen, ganz privaten Witz und warf einen letzten, bewundernden Blick auf die Szenerie, die langsam hinter ihnen zu verblassen begann.
    „Ahja“, seufzte er. „Sic transit gloria mundi. Und sonst?“
    KER hob fragend eine Augenbraue. „Sonst?“
    Contable machte eine vielsagende Handbewegung. „Wie ist es so zuhause? Wie geht’s der Frau und den Kindern?“
    „Welche Kinder? Und: was für eine Frau?“
    Contable zog die buschigen eisengrauen Brauen zusammen und starrte ihn an. Zuerst strafend, und als er das Unverständnis in Karls Augen zu registrieren begann, mit wachsender Trauer.
    „Ach Scheiße“, murmelte er, und auf einmal wirkte er alt und müde. „Du bist es ja gar nicht, Junge…“
    „Natürlich bin ich es, Captain…“
    Der Captain sah KER lange und traurig an. Seine sonst so klaren türkisblauen Augen hatten alle Farbe verloren.
    „Natürlich“, murmelte er, „natürlich bist Du es, Junge. Aber nicht der richtige….“