Samstag, 30. Dezember 2006

NH in Print :: Studien in Smaragd

Sherlock Holmes auf Drogen - auf der Jagd nach Cthulhu.

Dies ist zwar nicht der genaue Inhalt der Serie von Kurzgeschichten um Aristide Allard, den Absinth-Detektiv, weist aber schon deutlich in die Richtung. Einige dieser in sich abgeschlossenen Geschichten stehen nun exklusiv als Download in der Internet-Community My-Lands zur Verfügung.

Donnerstag, 28. Dezember 2006

Es regnet

Haben Sie schon mal einen Film gesehen, in dem jemand in einer unangenehmen Situation sagte „Jetzt kann es nicht mehr schlimmer werden“, und dann fängt es an zu regnen?

Das ist keineswegs eine ausgelutschte Idee eines Drehbuchautors, sondern brillante und messerscharfe Beobachtung der Gesetze, nach denen dieses Universum funktioniert.

Ironisch und gemein.

Die Feiertage über hielten uns die Kinder mit ihrem schlimmen Husten die ganze Nacht wach, wohingegen sie tagsüber nur ultrahypernervös waren, weil der Weihnachtsmann vielleicht doch noch hinter einem Baum hervorspringen mochte. Eine amüsante Mischung aus schrillen Begeisterungsschreien und wüsten Hustenanfällen.

Ich hätte das Universum vielleicht nicht darauf hinweisen sollen, dass ich der einzige war, der nicht krank ist.

Heiligabend, Erster Weihnachtstag, Zweiter Weihnachtstag… Diese Nacht meldet sich nachts unser Jüngster, der plötzlich eine Temperatur von 40° neben seinen Hustenanfällen hat…. und pünktlich morgens am 27. Dezember schüttelten mich die ersten Hustenanfälle und binnen kurzem stellte sich dann auch noch Fieber ein, das mich relativ desolat und unkonzentriert auf die Couch verbannte, wo ich der Erforschung meines Bronchialauswurfes etc. frönen konnte.

Jetzt kann es nicht mehr schlimmer werden, dachte ich.

Kameraschwenk zum Fenster: es beginnt zu regnen.

Schneeregen.

Mittwoch, 27. Dezember 2006

Schnappschüsse :: XXXmas

Unpassende und echt nicht für die Öffentlichkeit geeignete Links (Sex & Violence included)

Wie sähe es aus, wenn ein Anhänger eines Fruchtbarkeitskultes sein Haus weihnachtlich schmücken würde?

Schon mal darüber nachgedacht, was Jesus vom Weihnachtsmann halten würde?

Nur scheinbar ein Weihnachtslied, auch wenn es eine freudige Stimmung zu simulieren versteht.

Alles hat ein Ende

Es ist der 27. Dezember. Weide Dein Augen noch ein letztes Mal an den feierlichen Lichtern...

Die Zeichen sind klar.
- wenn die Mülltonnen von Silber und Gold überquellen
- wenn der Klang der Glocken und Sirenen verklungen ist
- wenn die ersten Geschenke zerbrochen sind
- wenn die Kinderstimmen wieder böse und schrill klingen
- und die Mutter alle Sterne in den Keller räumt

Dann ist Weihnachten vorbei,
und es herrscht der Anti-Klaus!

Dies ist nicht die Zeit des Gebens, nicht die Zeit der Güte.
Nächstenliebe weicht dem Rattenrennen der menschlichen Rasse.
(Dachtest Du, alles bleibt gut?)

Der Anti-Klaus!
Schon entsteht eine schreckliche Vision über den Müllhalden der grossen Städte - und eine Gestalt, höher als der Himmel, reisst die Skelettfinger empor, um einen Sack auszulehren, in dem nur Finsternis ist.
Dies sind die dunklen Nächte, dies sind die kalten Nächte, in denen nur ein eisiges Herz überleben wird.
(Dachtest Du, alles bleibt gut?)

Dienstag, 26. Dezember 2006

Graffitti der Woche

Plakatwand, S-Bahn Neuwiedenthal, Ausgang Rehrstieg/Bushaltestelle; weisse, leicht verlaufende Sprayfarbe auf mehrfarbigem Hintergrund.

TÖTE DEINEN
FERNSEHER

(Künstler unbekannt.)

Meine Freunde, die Friesen

Es ist eine schöne Tradition, zu den Feiertagen Freunde und Verwandte zu besuchen und bei ihnen, anstelle zuhause, die zwei Zentner Papier und Verpackungsmüll zu hinterlassen, die sich unweigerlich anhäufen, wenn man Kinder hat, die von allen Beteiligten (und Unbeteiligten) reich beschenkt werden. (Für Eltern ist die Bescherung vor allem dies, eine schöne, und ziemlich mau.)

Dieses Jahr weilte ich also vor und zu den Feiertagen im traulichen Wilhelmshaven. Eine interessante Parallelwelt, die ein sanftes Echo der Jahrhundertwende hervorrief. An jeder Straßenecke wurde man an die Kaiserzeit und ihre Epigonen erinnert, schöne und weniger schöne Backsteinbauten, die anscheinend im 2. Weltkrieg nur ungenügend zerbombt wurden. Die Strassen größtenteils leer, und das völlige Fehlen von Kindern verlieh der Fußgängerzone eine eigenartige Dynamik.

Auf jeden Fall musste ich feststellen, dass die militärische Vergangenheit von Wilhelmshaven vor allem noch in den Hirnen der Autofahrer weiterleben muss, wie ein reptilischer Atavismus irgendwo hinten in der Epiphyse.

Ich habe wohl noch nie so rücksichtslose Verkehrsteilnehmer gesehen, wie zu der Zeit, als ich live miterleben musste, wie eine Passantin, die an einer grünen Ampel die Straße überqueren wollte, nicht nur fast überfahren wurde, sondern auch noch aggressiv angehupt. Die nachfolgenden Automobile ließen es sich nicht nehmen, sich dem Verhalten anzuschließen, und schossen an uns vorbei, und an dem fassungslosen Gesicht der Passantin, die mit ansehen musste, wie ihre Grünphase erlosch.

Sie hatte wohl begriffen, dass man ihr nicht nur die Vorfahrt genommen hatte.

Donnerstag, 21. Dezember 2006

Nemed House :: Der Heilige Name (3)

Nutzen wir einfach mal die Vorweihnachtszeit, um Dinge zu beenden, die in der letzten Vorweihnachtszeit liegen geblieben sind. (Eine Pointe wird schal, bleibt sie länger als ein Jahr liegen...)

Die letzten Tage des Jahres sind vielleicht die beste zeit, um sich ein wenig der Selbstindulgenz hinzugeben, Nabelschau zu betreiben und andere Fremdwörter und Phrasen zu jonglieren. Eine der Fragen, die man mir in den letzten Jahren immer wieder gestellt hat - ohne eine befriedigende Antwort - ist, warum ich meine Schriften und Werke eigentlich mit so etwas prätentiös Fremdsprachlichen schmücke wie dem Titel NEMED HOUSE.

Teil 1
Teil 2
Links 1
Links 2
Links 3

Nachdem man sich durch den verwirrten (oder verwirrenden) textwust durchgekämpft hat, wird man vielleicht ebenso wie ich merken, dass es keine gute Idee ist, über Tage hinweg, aber ohne Planung, etwas auf eine Pointe hinaussteuern zu wollen, die sich irgendwo zwischen den Zeilen verliert. Sei's drum, das Internet ist ein flüchtiges Medium, und so früh am Tage schreibe ich eh nur, um den Kopf freizubekommen. Warum also NEMED HOUSE?

Fassen wir zusammen und kürzen ab (was kommt woher?):
Nemed House <-- Nemedia (ein erfundener Planet aus meinen Jugendwerken)
Nemedia <-- Nemedia (ein Land in Robert E. Howards 'Hyborischer Welt', dessen Namensklang ich recht ansprechend fand.)
Nemedia <-- Nemed (einer der mythischen Anführer einer der Landnahmen, die im altirischen Buch der Invasionen beschrieben wird)

'Nemed' selbst bedeutet, so versichert man mir, im Altirischen soviel wie 'heilig'.
Ein nemed ist vor allem aber auch im altirischen Recht eine besondere Personenklasse gewesen, die sozusagen sakrosankt für gehalten, und derbesondere Rechte zugestanden wurde.
Hierzu gehörten neben dem König (Ri) die Fürsten (Flaith), die Heiler (Briugu), Geistliche, aber auch (und hier kommt die Pointe...) ... die Dichter (Fili).
"The only lay professional who had full nemed status were the poets, whose main function it obviously was to praise and satirize. [...] The main right of a poet was that for every poem commissioned by a patron he received a fee (dúas) depending on his rank and the nature of the composition. He is however expected to produce quality, if he doesn't he looses his nemed status. If the poet is not paid he has the right to satirize his patron."
Das sollten sich unsere Auftraggeber auch hinter die Ohren schreiben. Jawoll.

Fanboy :: Alle auf zum Kirbycise!

Aus den bunten Bildern direkt in Dein Gehirn, oder:
Jeden Morgen eine halbe Stunde Kirby-Posen!

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Gut, der Slogan ist vielleicht ein bisschen lahm, aber checkt mal die dramatischen Posen, wahrscheinlich hat Kirby auch noch das Voguen erfunden - fühlt sich keiner an "YMCA" erinnert? Puh, erstmal ausruhen.

Mittwoch, 20. Dezember 2006

Der kabbalistische Hintergrund von J.R.R.Tolkiens Mittelerde: eine semiotische Studie

Neulich war mir spätabends schrecklich langweilig. Ich fing sogar an, Artikel über Verschwörungstheorien zu lesen, und das will schon was heissen. Der Stil ist schlecht, die Logik bröckelig, und ab dem vierten Satz wiederholt sich alles. Mitten im Lesen eines Traktates über den Okkultismus von J.R.R. Tolkien, der beweisen wollte, dass der Phallus die Palantiri das Allsehende Auge der Freimaurer sind, hielt ich inne. Langweilig, oder?
Versuchen wir einfach mal, das zu toppen.
Ich griff also nach meinem interaktiven Sindarin-Lexikon (keine Chance, Baby, hier wird fachgesimpelt) und bewies in ein paar Minuten, dass man die Bedeutungen aller Buchstaben des hebräischen Alephbeths ins Elbische übersetzen kann. Siehste! Die Kabbala haben sich die Elfen ausgedacht!

Aleph
Beth
Gimel
Daleth
Heh
Vav
Zajin
Cheth
Teth
Iod
Kaph
Lamed
Mem
Nun
Samekh
Oyin
Peh
Tzaddi
Qoph
Resh
Shin
Tav

und
adab
? roch
annon
henneth
taes
crist
cail
lhug
cam
dol
? rochon
nin
lhim
tulu
henn
ethir
gamp
addol
nif
carch
tew

Wie gesagt, mir war echt langweilig.
Diskutiert das.

Russian Coffee

Mit verfrorenen Ohren aus dem Morgennebel…

Im Gebäude gegenüber, gleich neben dem vertrauenswürdigen Tabakhändler, den russischen Delikatessen und dem düsteren Bäcker, stand bis vor kurzem ein Geschäft leer. um die Wahrheit zu sagen, kann ich mich nicht einmal erinnern, ob ich jemals gesehen habe, dass es offen stand. Mich hat beim Blick auf dem Fenster immer nur die Reklameschrift genervt.

„Dress Code“ hiess der Laden, und sein Slogan „Your Dress is your Code“. Unheimlich clever, nicht?

„Hast Du gesehen“, sagt meine Frau, als sie mit verfrorenen Ohren von draussen hereinschlendert, „Da kommt jetzt ein Coffee Shop rein.“

„Ein Copyshop oder ein Coffeeshop? Meinst Du einen ‚Coffeeshop’? Verkaufen die dann dort diese leckeren holländischen Zigaretten?“, frage ich, naheliegend, immerhin ist das hier Vorstadt, von manchen liebevoll das Armaghetto genannt.

„Nein, ein Coffee Shop. Sieht drinnen aus wie einer von diesen amerikanischen Selbstbedienungsläden, da können die Leute dann Kaffee trinken und Bagels essen…“

„Du meinst, direkt neben dem düsteren Bäcker macht ein Laden auf, in dem man Gebäck kaufen kann? Klingt nach einer ziemlich cleveren Geschäftsidee…“

„Naja, vielleicht schmeckts da ja besser. Und es gibt Kaffee…“ Und hier hält meine Frau inne und blinzelt nach draussen, zu dem vertrauenswürdigen Tabakhändler, den russischen Delikatessen und dem düsteren Bäcker, „Nicht, dass die Leute hier viel Kaffee trinken.“

Demnächst im Armaghetto: Der Russian Coffee Shop! Zu jedem Glas Kosakenkaffee Kaffeelikör eine Flasche Wodka und Schwarzbrot satt.

Der Slogan: „Your Coffee is your Shop.”

Unheimlich clever, nicht?

Freitag, 15. Dezember 2006

Fanboy :: Die 31 Tage der Sieben Soldaten

Der bewundernswerte Mr. Greg Burgas drüben bei "Comics Should Be Good" hat sich das verwegene Ziel gesetzt, bis Ende Dezember alle Ausgaben von Grant Morrisons Magnum Opus "7 Soldiers of Victory" (sieben Miniserien + Ausgaben 0 und 1 = 30 Ausgaben insgesamt) zu besprechen. Unter der Kategorie "31 Days of Seven Soldiers" geht er die Ausgaben in der Reihenfolge durch, in der sie veröffentlicht wurden und analysiert sie per se und in ihrem Bezug zu dem numerologischen und ikonischen Labyrinth [oder Hypersigil], das sich vor den Augen des aufmerksamen Lesers entwickelt. Spannender Stoff, und seit einiger Zeit das Interessanteste, was ich seit langer Zeit gelesen habe. Genau das Richtige, um morgens bei der ersten Tasse Kaffee wach und gegenwärtig zu werden. It's magic, and it works...

Mittwoch, 13. Dezember 2006

Schnappschüsse :: Santa Claus Funnies

Ein schneller Blick auf den Weihnachtsmann! Obwohl es eine naheliegende Idee ist, scheint der Weihnachtsmann nicht unbedingt zum Serienheld zu taugen. Eine kurze Suche in einer öffentlichen Datenbank ergibt nur wenige Comichefte, in denen er als Titelheld erscheint. Schauen Sie einfach mal die hier verlinkten Titelbild einer alten Serie des Dell Verlages an – dank SNAP! müssen Sie nur über das Linksymbol gehen, und eine Vorschau des Titels erscheint [früher oder später].

Ein wenig gewöhnungsbedürftig, der Weihnachtsmann auf einem Armeejeep. Nun ja, immerhin war ja auch Krieg.
Santa Claus Funnies No. 1 (1942)

Etwas naturalistischer: Der Weihnachtsmann bekommt einen Brief von der Friedenstaube. Ein hübsches Pärchen. Doch wo ist der Osterhase?
Santa Claus Funnies No. 2 (Dezember 1942 ?)

Eine Neuauflage des Titels, zehn Jahre später. Mehr eine Weihnachtskarte vom Stil her. Ein typisches Bild, die Alten verspielen die Geschenke der Kleinen. Aber woher kommt die Eisenbahn eigentlich genau her?
Santa Claus Funnies No. 1 (1952)

Happy Wold Newton Day!

Alles Gute zum Gedenken
an das mythische Gründungsdatum
des besten Universums nebenan!
Excelsior!

Montag, 11. Dezember 2006

Der erste Popstar der Geschichte

Wie erkläre ich meinem Kind den Weihnachtsmann?

Und überhaupt, wer ist dieser Weihnachtsmann überhaupt?

(Als kleiner Knabe war ich der festen Meinung, der Weihnachtsmann wäre derjenige, der für das Christkind die Pakete schleppt – der treue Muli von Baby Jesus.)

Folgendes habe ich herausgefunden:

Santa Claus ist eine Verballhornung von Sinterklaas, dem heiligen Klaus oder Nikolaus, dem Schutzpatron der Kinder, wie es die ursprünglichen Bürger von Neu Amsterdam (heute New York) traditionell aussprachen, nämlich auf holländisch. 1804 wurde z.B. die New York Historical Society gegründet, mit dem Heiligen Nikolaus als Schutzpatron. Die Wurzel des konfessionslosen Weihnachtsmannes namens Santa liegt also im ehemaligen Nieuw Holland.

Kris Kringle“, so ein beliebter Name dieses konfessionslosen Wintergeistes, ist eine Verballhornung von „Christkindl“.

Das Aussehen des „Santa Claus“ wurde von einem deutschstämmigen Cartoonisten namens Thomas Nast festgelegt und entspricht einer alten deutschen Sagenfigur namens „Pelznickel“ (Nikolaus in Pelzen – ein Verweis auf ältere europäische Traditionen, gegenüber der traditionellen Bischofstracht des ‚echten’ St. Nikolaus.). [1866 "Santa Claus and His Works"; 1881 "Merry Old Santa Claus"]

Die Farben rot und weiss für den Weihnachtsmann sind nicht von der Firma Coca Cola als erstes verwandt worden. Bereits Ende des 19. Jahrhunderts wurden Weihnachtskarten gedruckt, auf denen ein „Santa Claus“ zu sehen war, der der heutigen Pop-Ikone recht ähnlich sieht. Schon in den 20er Jahren wurde dieses Bild allgemein akzeptiert.

Das typisch tiefe HOHOHO des Weihnachtsmannes weißt nicht nur auf seine Leibesfülle hin, sondern identifiziert ihn auch als Wintergeist in der Tradition von Odin und der Wilden Jagd. [Nicht verwunderlich, da Weihnachten um den Beginn des Sternzeichens Steinbock liegt, das Saturn zugesprochen wird. Im Alten Rom hiess ein ganz ähnliches Fest sogar die Saturnalien. Die Figur des grosszügigen alten Mannes im Winter kann allerdings auch auf skandinavische Quellen zurückgeführt werden.]

Die nordischen Rentiere (8 an der Zahl, soviele wie Odins Pferd Beine hat…) und ein grosser Teil des Mythos wurden in dem Gedicht "An Account of a Visit from St. Nicholas" (1822) von Clement Clarke Moore erstmalig beschrieben. Einige der Namen der Rentiere sind deutsch-holländischen Ursprunges, und passen sehr gut zum Bild des Odin [Donder/Donner und Blitzen].Er ist DER Mann!

Eine bewegte Geschichte, nicht?

Der Weihnachtsmann ist also eine relativ neue christlich-heidnische synkretistische Figur, die relativ losgelöst von einem theologischen Hintergrund „den Geist von Weihnachten“ verkörpert, komplett mit Anklängen an ureuropäische Winterbräuche. Er ist gleichsam amerikanisch (der Ort des Synkretismus) und deutsch-holländisch (das Material des Synkretismus).

Er ist der erste Popstar der Geschichte.

Sonntag, 10. Dezember 2006

Kennzeichen eines Genies

Ich dachte, es wäre vielleicht mal ganz interessant, hinter die Art und Weise zu kommen, wie sich manche Dinge und Ideen zu einem Artikel entwickeln. Da sich solche Dinge bei mir meistens in Form einer "kreativen Explosion" entwickeln, ist es im Nachhinein immer recht schwer, dahinterzusteigen, wer was wie wo von wem kommt - die Struktur und der Inhalt sind bereits zu sehr verschmolzen, als dass man noch eine Geschichtlichkeit rekonstruieren könnte. Da ich aber gerade meinen Schreibtisch aufräume, habe ich einen Zettel mit handschriftlichen Notizen mit Ideen zu einem Artikel gefunden, die ich neulich abends beim Fernsehen zusammengekritzelt habe. Wollen wir doch mal sehen, wie sich aus diesem Stückwerk in den nächsten Wochen etwas Eloquentes und Elegantes entwickelt...

Lesen Sie hier bitte weiter >>>
Das Folgende wurde dadurch angeregt, dass ich vor einiger Zeit als "der Typ aus Hamburg, der sich für Pulp interessiert" verlinkt wurde. ;-) manchmal bettel' ich echt um Aufmerksamkeit...

Aus dem Notizblock, danieder gekritzelt 2006-12-02/03


Faschismus Kritik bzw. Propaganda aus der Oberschicht
Ekel vor der Arbeiterschicht
Unmittelbarer Bezug zur Wirklichkeit, wie eigentümlich auch immer. (projektionsfläche9
Wurzeln in der Arbeiter- bzw. unterschicht, die Furcht und Wut auf die Unterdrücker manifestiert sich in Rächern und Rebellen.

Pulp
- ikonisch, grafisch
- Held Charakter
- Szenerie
- Gegner
Dramatische Namen
Das ikonische zeigt sich vor allem auch in dem dramatischen Namen
Namensmarke, Logotype, durch den Geschichte + Charaktere von anderen, austauschbaren unterschieden werden
Name – Serie –seriell
Der Serien-Roman Deutlicher Unterschied zu einer Roman-Serie, es ist die Serialität von ikonischen Charakteren

das Charakteristische des Autors  Charakteristika des Stils  definieren Charakter selbst

Stilschwächen werden durch die Ikonik aufgehoben

Den Superheld definieren Superkräfte
2. Der ikonische Charakter ist der Erbe. Zuerst vor allem die Gegner CrimeSTories, die kostümiert auftraten immer aufwendiger kostümiert Korrespondenzen zwischen M.O. und/oder Namen
Der kostümierte Abenteurer entwickelt sich parallel dazu

Titelbild Illustration definiert den Charakter ebenso wie die innere Wahrnehmung de Lesers
Deswegen ist die Transition zur grafischen Erzählung (Comic) für solche Charakter nahe liegend.
Charakter, deren Wurzeln wenigstens teilweise im Pulp liegen, sind leichter zu adaptieren als andere, da ihnen bereits die wichtigen grafischen Konventionen dieses Mediums zugrunde liegen

Was ist Pulp?
Vielleicht einfacher zu sagen, was es nicht ist
es gibt zu große quantitative und qualitative Unterschiede innerhalb des Phänomens, als daß man sie durch solch einfache Kriterien von anderen Literaturformen (?!) abgrenzen könnte.

Samstag, 9. Dezember 2006

Elephantasm!

Meine liebe Frau hat mir heute Nachmittag einen neuen kleinen Freund vorgestellt, den sie vom Weihnachtsmarkt mitgebracht hat.


Der Brecher des Widerstandes!

Freitag, 8. Dezember 2006

Snapdate

Moin. Ich habe heute meinen zweiten Zahnarzttermin gehabt, und ausserdem gestern einen Whisky zuviel getrunken. Ich kann wirklich ga nix mehr ab. Früher, das waren noch Zeiten... aber heute reicht schon, ein Bier zu sehen, und ich fühle mich mulmig. Jedenfalls bin ich mom nicht besonders kreativ drauf. Aber ich habe eine praktische kleine Javaspielerei ins Skript eingebaut, etwas das sich Snap Preview nennt. Bei den meisten der Links, die auf diesen Seiten erscheinen, habt ihr jetzt die Möglichkeit, wenn ihr mit dem Mauszeiger darüberfahrt, eine kleine Vorschau der referenzierten Seiten in Form einer Sprechblase zu sehen. Cool, was? Mal sehen, ob es sich bewährt.

Update 2006-12-15: Bei manchen der Links kann es etwas dauern, bis der "Schnappschuss" erstellt wird, auch versucht Snap! alles zu previewen (super Neudeutsch, gell?), was verlibnkt ist und nicht auf dieselbe domain verweist. Ich habe stattdessen einmal BubblePreview ausprobiert, das sieht zwar schöner aus, funktioniert aber in vielen Fällen gar nicht. Bleiben wir also bei den Schnappschüssen. :-)

Dienstag, 5. Dezember 2006

Ich bin der gottverdammte Batman!

"Dynamisches Duo" drangsaliert Drogendealer:

"Weil sie einen Weg suchten, ein mutmaßliches Drogendealer-Versteck auszuspionieren, haben sich zwei britische Polizisten als Wiedergänger der Comic-Helden Batman und Robin verkleidet.

In der Aufmachung - und unter Vortäuschung erheblicher Trunkenheit - war es nämlich kein Problem mehr, einfach mehrfach bei den Verdächtigen zu klopfen und "nach dem Weg zu fragen". Die Verdächtigen waren nach einer Weile so genervt von dem "Dynamischen Duo" vor der Tür, dass sie das Eintreffen der Polizei regelrecht begrüßten und die Uniformierten freudig hereinbaten."

Dies ist natürlich nicht die Art und Weise, wie man Furcht und Schrecken bei Verbrechern, dieser abergläubischen Sorte, verbreitet, aber immerhin...

"Als dann aber einer der mutmaßlichen Übeltäter durch den Hinterausgang türmen wollte, erwarteten ihn dort die beiden Kostümierten. Einer davon, dem Vernehmen nach Batman, setzte über einen Zaun und platzierte einen Kinnhaken. [...] Batmans alter ego, laut Pressemeldungen ein Londoner Polizeisergeant namens Tony Smith, lobte nach der Festnahme die Kampfeigenschaften des Kostüms, auch wenn die Handschellen schwer unterzubringen gewesen seien. Klarer Fall: "Batman braucht eben keine Handschellen." Es sei seine erste Erfahrung als Schauspieler, so Smith. Die Londoner Polizei hat allerdings in der Vergangenheit mehrfach auf Verkleidungen gesetzt, zuletzt schickte sie Beamte als Weihnachtssinger in einen verdeckten Einsatz."
Um ein Bild von dem besser als Adam West mit Muckis ausgestatteten "Batcop" zu sehen, folgen Sie bitte dem allseits beliebten

Sonntag, 3. Dezember 2006

Das Wort am Sonntag


Thema der Predigt:
Hesekiel 25:17„Der Weg des Gerechten…“



Liebe Gemeinde,

am heutigen Tage möchte ich euch von dem verworfensten Geschöpf berichten, das Gottes Schöpfung bereithält: Es ist der Postbote.

Nicht der Postbote, und sicherlich nicht jeder Postbote; vielleicht nicht einmal jeder Postbote, der mich die Woche über bedient.

Aber ein Postbote. Eben jener (gleich welchen Geschlechts), der sich durch perfide Renitenz gegenüber den elementarsten Kulturleistungen unserer Spezies auszeichnet.

Ja, liebe Gemeinde, lesen allein reicht nicht, man muss auch verstehen, was geschrieben steht!

Dies verworfene Geschöpf aber, von dem hier die Rede ist, zeichnet sich dadurch aus, dass es weder das eine noch das andere zu realisieren versteht. In meinen Händen halte ich eine Sendung der letzten Woche, liebe Gemeinde, und mein Herz ist schwer. Ihr alle kennt die satanische Perfidität, mit der immer die Sendungen missbraucht werden, die ein treusorgender Absender BITTE NICHT KNICKEN versieht.

Lasset uns innehalten.

Drei Worte: BITTE. NICHT. KNICKEN.

Was wollen uns diese Worte sagen?

Was heisst denn BITTE? Es ist eine Bitte, ein Bitten, ein Zeichen…

Was heisst denn KNICKEN? Knicken, mit einem Knick versehen, kniffen, falten, oder alles andere, was darunter fällt… nämlich knüllen, kaputtmachen, oder stumpfsinnig in einen engen Briefkastenschlitz stopfen! Dies gilt übrigens sinngemäss und ebenfalls auch für Bücher und Pakete, wobei die Höllenstrafe, die das knicken und beschädigen von Büchersendungen nach sich zieht, natürlich ungleich grösser ist. Die lassen sich nämlich nicht so einfach biegen wie Briefe und nehmen ungleich grösseren Schaden. Verstanden, Du wertlose Made?

Welches dieser drei Worte aber ist wohl das Bedeutsamste?

Es ist das Wort NICHT, liebe Gemeinde. Jenes Wort, das uns selbst wohlbekannt sein sollte aus den zehn Geboten. NICHT, im Sinne von nicht machen, nicht tun, unter keinen Umständen diese Tätigkeit ausüben, nein, nix, nada, sonst Mopedkette.

Wer Verständis hat, wird diese Worte zu deuten wissen.

Ansonsten gilt das Wort des Propheten: „…mit Grimm werde ich sie strafen, daß sie erfahren sollen: Ich sei der Herr, wenn ich meine Rache an ihnen vollstreckt habe."

Samstag, 2. Dezember 2006

Another Bless-the-Internet Moment

Comics Should Be Good >> Friday: One Year Later: Speaking of those bless-the-internet moments, at the risk of sounding like Sally Field at the Oscars, I have to say I’m continually astonished and delighted just at how many people actually READ this thing. Whether it’s the guy in Hamburg that is interested in pulp magazines, or the Audrey Hepburn fan that was tickled to discover that the character of Rima in Green Mansions eventually morphed into a Super Friend, I am grateful to you all.

Gleichfalls, Mr. Hatcher.
Gleichfalls.

Freitag, 1. Dezember 2006

Perry Rhodan : Alien Sex Fiend

TS 504 V.A: "45 Years PERRY RHODAN -Operation Stardust": Die mächtigen Kassierer, die sich spätestens seit ihrem sensationellen Schlagererfolg "Sex mit Ausserirdischen" sehr für die intergalaktische Völkerverständigung einsetzen, haben einen Track auf einer Compilation zu Ehren des 45. Geburtstages des erfolgreichsten ScienceFiction-Helden aller Zeiten veröffentlicht. Weitere Künstler, die etwas dazu begesteuert haben, sind eine muntere Mischung wie Carlos Peron, Mitgliedern der Grateful Dead oder The Electric Family.

Wie passend für "Unseren Mann im All", der zwar nicht die Erfolgsrate von Capt. J.T. Kirk in punkto ausserirdische Damen hatte, aber immerhin erfolgreich verschiedene arkonidische Prinzessinnen geschwängert und sich sogar an der Inkarnation eines Erzengels... äh, Kosmokraten... vergreifen durfte.

Mach es noch mal, Perry!

Ob blond oder blau... im All hört Dich keiner schrein.

Donnerstag, 30. November 2006

Mehr Barda

Der allseits geschätzte Sean Kleefeldt hat die Freundlichkeit besessen, im Wettstreit um das beste Kirby Design, meinen eher bescheidenen Beitrag weiter unten zu verlinken. (Die kleine, aber feine Fangemeinde um die grosse Barda wächst - oder sie traut sich endlich hervor.) Von der blossen bewunderung einmal abgesehen, hat Mr. Kleefeld jedoch auch den Finger auf einen interessanten Punkt gelegt: Aus welchem Archetyp (oder Neotyp) speist sich eiegntlich dieses Design?
The interesting thing about Big Barda -- aside from the it shouldn't work but does idea -- is that no one has really looked past Lainie Kazan as the visual inspiration for the character. Now, while that may well suffice for her face and general body structure, that doesn't address her costume at all. Blue chain mail, yellow trunks and a red cape? Where's that come from?
Blaues Kettenhemd, gelbe Hose und ein rotes Cape?
Abgesehen davon, dass es nicht leicht ist, alle drei Primärfarben zu verwenden, ohne dass das Endergebnis in die Augen sticht, erscheint mir Big Bardas Rüstung eine Weiterentwicklung der technomagischen Designs zu sein, die im Asgard des Mächtigen Thor (man beachte die attraktiven aber vielleicht funktionslosen goldenen Metallscheiben auf den Kostümen beider Charaktere) begannen und in Kirbys New Gods brilliant weiterentwickelt wurden.

Mittwoch, 29. November 2006

Meine Nerven! (Minus 1)

Was für ein gelungener Tag.

Da hab' ich mich gerade aus einem Formtief hochgearbeitet und gehe frisch und munter daran, meine Liste dringender Projekte abzuarbeiten, konzentriere mich auf den Bildschirm und schiebe nachdenklich meine Unterlippe vor...

...und merke, dass da ein harter Krümel auf meiner Zungenspitze liegt.

Nein, nicht mangelndes Zahnputzverhalten... mir ist ein Eckzahn weggesplittert.

Also noch vor der Mittagspause zum Zahnarzt gegenüber (Hallo, Nachbar) und in tiefste Meditation, während über mir an einem Flachbildschirm ein tropisches Aquarium gezeigt wird und mindestens vier Hände, eine Schraubzwinge und andere merkwürdige Dinge meine Kiefer auseinanderzwingen...

Naja, einen Nerv zieht man sich auch nicht jeden Tag.

Meine arme Frau hat dann den Kleinen vom Kindnergarten abgeholt und einen längeren Spaziergang eingelegt, derweil ich zuhause mit taubem Gesicht, dicker Lippe und anhaltender Betäubung vormichjingrummelte. Das Jaulen konnte ich mir gerade noch verkneifen, aber zum Schreiben taugte ich dann doch nicht. Um meine Nerven zu beruhigen, warf ich die Kiste an und schaute mir ein paar alte Folgen der DC Adventures an. Batman vs. Mr. Freeze, tragisch... und ein paar Superman Cartoons aus den Fleischer Studios, aus den 40er Jahren. Das beruhigt.

Dienstag, 28. November 2006

Guck ma da oben

Ja, man kann die "Blogger Bar" auch in anderen Farben machen.
Und schwarz passt doch einfach besser, nicht wahr?

Kirby Design Wettstreit

Sean Kleefeldt, regelmässiger Kolumnist im Jack Kirby Collector, hat einen interessanten Ideenwettstreit in seinem Blog begonnen: Welcher der Hunderte von Charakteren, die Jack Kirby in den langen Jahrzehnten seiner kreativen Arbeit erschaffen hat, hat das einprägsamste oder eindruckvollste Design? (Einige Antworten auf diese Herausforderung hier, hier, hier, hier, hier und hier. Meine Antwort verfasste ich schon letztes Jahr.*)

Wie der aufmerksame Leser sicherlich bereits gemerkt hat, bin ich ebenfalls der Meinung, dass Jack Kirby es auf eine rätselhafte, ja fast magische Weise verstand, Charaktere und Ideen zu erschaffen, die sich auf archetypische Weise einprägen. Eine Pose, ein Design, die gebeugte Haltung des Unmenschen, die Handlung, die aus der Zweidimensionalität des Bildes herauszugreifen scheint – all dies kann sich dem Auge einbrennen, und selbst nach Jahrzehnten noch bildgetreu aus der Erinnerung aufsteigen.

Sich bei der Kirby Design Meme einzubringen, ist schwerer als man denken mag: Denn sich unter Hunderten Designs für den einen zu entscheiden, der auf mehr Ebenen wirkt als die anderen, kann nur arbiträr und momentan sein. Es gibt immer mehr als eine Antwort. Aber vielleicht geht es ja auch darum: Viele Antworten erst erschaffen die Vielschichtigkeit, die der Vielseitigkeit von Kirbys Mythographie angemessen erscheint.

* Ich stehe dazu. Und meine Colorierung der mächtigsten Kriegerin der Götterwelt ist natürlich auch sehr gefällig.)

Montag, 27. November 2006

Seltene Träume [4]

Ich warte auf die Fähre, die mich über diesen breiten, schlammschwarzen, ruhig dahin fließenden Fluss bringen soll. Neben mir wartet ein anderer Mann, sehr formell gekleidet mit einem schwarzen Anzug komplett mit steifem Kragen, schwarzer Krawatte und einem schwarzen Koffer in seiner rechten Hand.
Der Anleger auf dem wir stehen ist zwar lang, aber kaum mehr als ein paar faulige Bohlen, die mit Mühe auf verrotteten Pfeilern balancieren. An manchen Stellen ist er schon tief bis aufs Wasser herabgesunken, und die trägen Wellen des Flusses schlappten mit leisen Geräuschen über seinen verrottenden Rand.
Wir kommen nicht ins Gespräch, dieser Mann im Anzug und ich, dafür sind wir uns zu unterschiedlich. Endlich kommt die Fähre, ein flaches Boot aus dunklem, angefaultem Holz, das von einem Außenbordmotor vorangetrieben wird.
Der Mann im Anzug und ich nehmen unter dem Dach des Bootes Platz, das uns ein wenig Schutz vor der Sonne spendet, wo das dunkle Baumwolltuch nicht bereits durchgefault ist, schwarz von Regen und den üblen Gasen, die aus dem Flussschlamm steigen.
Der Mann im Anzug setzt sich sorgfältig, wie an einem Schreibtisch und hebt den schwarzen Koffer auf seine Knie. Mit einem ernsten Ausdruck legt er die Daumen auf die goldenen Verschlüsse und lässt sie aufschnappen. Er will nachsehen, was ihm seine Mutter eingepackt hat. Er hebt den Deckel des Koffers und blickt hinein, dann wendet er sich zu mir um und lässt den Koffer fallen.
Eine Flut von alten, teilweise altersgilben Zeitungen ergiesst sich über den schwarzen Bohlenboden des Bootes. Altmodische Photographien, altmodische Schriften bedecken die Füße des Mannes und starren zu mir empor.
Es ist unwahrscheinlich, dass so viele Zeitungen in einen einzigen schwarzen Koffer passen sollen, dachte ich.

Ein Brief an den Guru nebenan

54285b 11.06.1996









IM Rahmen unserer alljährlichen Aumpere-Messungen haben wir feststellen müssen, daß Sie einen Ihrem Rang unangemessenen Grad der Bekanntheit erreicht haben, den wir leider nicht mehr verringern können, ohne daß weitreichende Folgen für das gesamte Kontinuum der Interzonen eintreten würden. (Ol Sonuf Vaorsagi). Wir ernennen Sie deshalb zum Mahabrahma des derzeitigen Grabens ehrenhalber und fordern Sie hiermit auf, sich innerhalb der nächsten Periode einer Umschulung in einem unserer Zentren zu unterziehen, damit wir Sie weiterhin gewinnbringend an anderen Positionen sozialen und politischen Interesses einsetzen können. (Durchleutung der Verbindung Golden Dawn-Literatur-Comixscene). Wir hoffen weiterhin auf Ihre Mitarbeit an der Aufklärungsarbeit und dem Kampf gegen das Stumme Imperium.

In diesem Sinne, mit besten Grüßen,


Kode Albatross (Ialdabaoth)


Sonntag, 26. November 2006

Sonntags Spaziergang, noch ohne Krücken

Etwas Lokalkolorit zur Abwechslung: Klare Luft, das gelbe Laub raschelt unter den Füssen... Ein kleiner Blick in die Zukunft von Hamburg-Süd. War es erst gestern, als ich an einer Riesenbaustelle direkt am Bahnhof Neugraben vorbeikam? Anscheinend wird hier eine weitere Senioren-Wohnanlage erbaut. Schön für die alten Leute, meint meine Mutter; für die Cuxhavener Straße bedeutet das wohl, dass auf 1 km mindestens drei Altersheime zu sehen sind. Der gesamte Bereich Neuwiedenthal-Neugraben-Fischbek verliert langsam seinen eher dörflichen Charakter, den er sich trotz der Betonierung der 70er Jahre bewahren konnte.

In Neuwiedenthal kennt jeder das ominöse Haus 44, ein Hochhaus, das ebenfalls als Seniorenwohnanlage dient. Wie die Heuschrecken fallen die alten Leute (aber langsam, sehr langsam...) an ihren Gehhilfen und Stützkrücken bei schönem Wetter über die näher liegenden geschäfte her. Die Linie 240 Richtung Waldfrieden kutschiert ganze Wagenladungen rüstiger Wanderer oder in sich gekehrter Friedhofsgänger gen Süden, Durchschnittsalter 62. (59, wenn ich und meine Familie mitfahren...)

Heute spaziere ich durch das gilbende Laub, und mein kleiner Sohn deutet auf ein eindrucksvolles Haus, dessen hinterer Bereich unter dem Spitzdach eine gewaltige Balkonveranda aufweist. Das wär was, denke ich, und meine Frau weist mich darauf hin, dass es sich um ein Altersheim handelt.

Und dabei waren wir vor vier Minuten erst an einem anderen vorbeigekommen. Ich sehe eine SF-Kurzgeschichte vor meinem geistigen Auge. Das gesamte Süderelbe-Gebiet als Senioren-Kolonie... Besorgt mustere ich die grauen Haare in meinem Bart...

Sonntags Meditation

Zwei Gründe, warum mir der gestrige Tag ein wenig den Glauben an das Gute im Menschen wiedergegeben hat, oder daran, dass das Universum nicht doch ausschliesslich als Versuchsanordnung konstruiert wurde, um möglichst viele Intelligenzwesen per Dauerfrustration und Reizentzug kirre zu machen.



1. Keine Ahnung, wann ich das letzte Mal bei eBay geboten habe. Die letzten Erlebnisse in diesem inzwischen teilweise überschätzten Service waren nicht gerade förderlich für mein Selbstwertgefühl, aber auch nicht für meine Meinung über meine Mitsterblichen. Desto mehr Freude, dass ich geradezu unerwartet einen fetten kleinen Tradepaperback für einen lockeren Euro aus dem Netz gezogen habe. Eine nette Sammlung einer sechsteiligen Miniserie, die schön retro in SilverAge-Nostalgie schwelgt. (Und wieder eine Aneinanderreihung von Worten, die nur Eingeweihte verstehen wollen...)

Mann, was bin ich für ein Nerd.

Aber sparsam.



2. (Ohne Worte) >>>

Seltene Träume [3]

Die Stummen Botschafter kamen zu mir, und ihre wortlosen Gesten verspotteten meinen Schmerz. Hoch und hager waren sie, die Stummen Botschafter. Um ihre zungenlosen Köpfe lagen enge Ledermasken, mit bunten Teufelsfratzen bemalt. Aber sie hatten keine Öffnungen. Keinen Mund. Keine Augen. Was auch immer sie mir sagen wollten, es entzog sich meinem Verständnis, und so floh ich vor den großen Schatten, die ihre gestikulierenden Finger lang und verzerrt an die kahlen Wände warfen.

Seltene Träume [2]

Ich saß in einer Kneipe, einem meiner liebsten Orte, voll von Rauch, mit zwei Freunden und ihren Freundinnen. Der Tisch war voller Gläser, die dann verschwanden, als ich das Mädchen sah, das am anderen Ende des Sitzecks saß. Die Sitze waren alt, aus dunklem Holz und dunklem Leder, wie alles in der Kneipe, die finster und gemütlich war, als ob sie unterhalb der Erde lag. Das Mädchen war sehr schön, mit blondem kurzen Haar, das ihren Kopf in einem unordentlichen Pagenschnitt umgab, und sie lächelte mit einem Lächeln, das nicht von dieser Welt war Auf meine Frage, wer sie sei, antwortete einer meiner Freunde lachend, dass sie natürlich seine Schwester sei. Sie lachte auch und flirtete mit mir, während die anderen sich unterhielten und sich gegenseitig zum lachen brachten. Ich zögerte, aber dann begann auch ich sie zu kitzeln, und wir lachten, als ich neben ihr saß und wir uns umarmten, umarmten und uns nicht mehr loslassen wollten. Wir ließen uns auch nicht los, als wir uns in ihrem Zimmer, zurück in ihrem Haus liebten, auf einer Matratze, heiß und wild wie zwei Neugeborene, und wir hielten einander solange, bis wir einschliefen. Am nächsten Morgen machte ich uns beiden Frühstück und brachte es an unser Bett, wo sie bereits saß und sich die blonden Flusen aus der Stirn zupfte. Sie lächelte immer noch, wie ein Stern, aber irgendetwas war anders. Dann kamen Männer, um sie zu einer wichtigen Operation abzuholen, von der sie mir nichts gesagt hatte. Ratlos folgte ich ihnen, verlor aber ihre Spur und fand sie erst in dem Krankenhaus wieder, in dem sie operiert werden sollte Ich suchte sie, denn ich hatte Angst um sie, und als ich sie wieder fand, lag sie nackt, nur mit einem schmalen Laken, das ihre Brüste und Scham bedeckte, inmitten eines großen Operationssaales, der gar nicht wie ein Operationssaal aussah, sondern wie eine große, altertümliche Küche. Aus den Schränken mit ihren altertümlichen Schubladen, von denen die Farbe abblätterte, ragten Knoblauchkränze und zu große Tüten und Pakete, Flaschen und Gewürzbehälter. Es war unglaublich schmutzig, der Fliesenboden schmierig, und in den Waschbecken stapelte sich schmutziges, von Essensresten verkrustetes Geschirr. Doch das Schlimmste war, dass sie auf einem ganz gewöhnlichen Küchentisch lag, von Messerrillen und Blut- und Gewürzflecken verfärbt. Die Ärzte hatten wohl schon mit der Operation begonnen und waren dann fort gegangen, den ein tiefes, rotes Loch gähnte oberhalb ihrer Hüfte, und man sah die Muskeln dahinter. Ich wurde wütend, denn man hatte den Tisch nicht einmal abgeräumt, und ein Holzbrett mit einem großen Stück silbrigen Fisches, um das Fliegen summten, lag genau vor ihrer klaffenden Wunde auf dem Tisch. Sie lächelte, als sie mich sah, und mit ihrem strahlenden Lächeln sagte sie, ich solle mich nicht so erregen, es sei alles in Ordnung. Ich aber sah nur den silbernen Schimmer der blaugrauen Schuppen vor ihrem rot geöffneten Fleisch, ihrer zerschnittenen armen weichen Bauchhaut, und ich war wütend. Da kam eine große, resolute Schwester mit einem Steingesicht, und mit der Begründung, dass ich sie nicht aufregen solle, die Ruhe benötigte, zerrte sie mich weg. Aber ich tobte immer noch wegen des ranzigen Stück Fisches, das man neben ihr auf den Tisch gelegt hatte, als bestünde kein Unterschied zwischen ihnen. So verschwand sie, wie sie aufgetaucht war, ebenso plötzlich, wie ein Streichholz verlischt: einen Moment lang glaubte ich, noch eine Spur ihres Geruches zu spüren, und dann war sie fort.

Seltene Träume [1]

Er lag wie gelähmt auf seiner Couch. Über ihm, in dem diffusen Nebel reckte sich eine titanenhafte Gestalt, nackt, von Shorts und weißen Schweißbändern an den Handgelenken abgesehen, titanisch, nackt, wie ein Ringer. Der Mann auf der Couch keucht, er kann kaum atmen, während über ihm die Gestalt wächst und langsam Gestalt annimmt. Schweiß fließt in Strömen über das Gesicht des Mannes auf der Couch, er wirft den Arm hoch, wie um sich zu schützen, aber er schafft es nicht, seine Augen zu bergen, noch, sich gegen den perlenden Schweiß zu wehren. Die Gestalt über ihm reckt sich. Sie ist grün. Ihr Kopf ist seltsam klein und fast kugelrund, ein Kopf wie der von keinem Geschöpf von dieser Welt. Sie öffnet den Mund, und ihr weißes Gebiss, scharf und spitz, unförmig wie das eines Krokodils, glitzert inmitten des dunkelgrünen Nebels. Der grüne Leib glänzt wie mit Öl eingerieben. Das Gebiss eines Krokodils bleckt zu dem Mann auf der Couch herab, er stöhnt, und während er schaut, scheint das Gebiss zu wachsen, mehr Raum einzunehmen als der grüne Kopf der muskulösen Gestalt, zu wachsen (oder näher zukommen) Der Mann auf der Couch keucht, die scheußlichen Zähne riesengroß über ihm, und dann sind sie wieder normalgroß, die Gestalt reckt die titanischen, von Muskeln schweren Glieder und wirft den runden Kopf in den Nacken, dass er mit den triumphierenden Schatten verschmilzt. Und in den Schatten wachsen die weißen Fänge wieder in der grünen Visage, in dem Gesicht-das-kein-Gesicht ist, wächst, bleckt wieder die Zähne, sie wachsen, sie schrumpfen inmitten des runden Antlitzes, aber niemals verlieren sie ihren triumphierenden Ausdruck. Und dann erwache ich, schweißgebadet, und als ich erwache, begreife ich, dass dies Choronzon gewesen ist, der Dämon der Verzweiflung, der mich verhöhnt, verspottet, verhöhnt, weil er weiß, dass ich SIE niemals wieder sehen werde. Wie war es geschehen? Was war geschehen?

Donnerstag, 23. November 2006

23 : Halloween Return


23 Tage nach Halloween:
Wir kommen zurück!

(Spätestens im Oktober 2007.)
Notiz an die besorgten Eltern da draussen: Das obskure Handzeichen, das die kleine Hexe dort oben zeigt, stammt nicht aus einem wie auch immer gearteten religiösen Zusammenhang, sondern stellt das in der Vorschulklasse vereinbarte Zeichen dar, dass alle Kinder still sind und nur eines zur Zeit reden darf, Kein Scheiss. Was meinen Sie, wie entsetzt ich geschaut habe, als mir eine kleine Hand dies Zeichen das erste Mal in mein Mittagessen hinein machte?


Bei meiner wunderschönen Frau sieht es vielleicht anders aus :-)

Mittwoch, 22. November 2006

Urban Guerilla :: Erkennen eines Paradoxons

Zweite Etappe

In Tanelorn treffen wir auf die Mystische Stadt des Friedens, die auf dem Balancepunkt der grossen Waagschalen von Chaos und Ordnung ruht, gleichweit von jedem Extrem entfernt, Mittelpunkt der Millionen Sphären der Existenz. Dies ist das irdische Paradies das die Renaissance in dem Bild des Neuen Jerusalems ("Heiliger Friede") auszudrücken versuchte - ein wohlgeordneter Mikrokosmos, gleichweit entfernt von der perfekten Ordnung des Bauplanes und dem Chaos der Natur. Bereits vor dem Kommen der ersten Propheten und Patriarchen herrscht hier ein König der Gerechtigkeit - Melchisedek oder ähnlich genannt - im Namen des Höchsten Gottes, der namenlos und ohne heilige Schrift über dem Balancepunkt der grossen Waagschalen von Chaos und Ordnung ruht.

ein Ausschnitt
DAS KOSMISCHE TANELORN

Tanelorn lag vor ihnen.

Es war eine blaue Stadt, die eine starke blaue Aura umgab und sich mit der Weite des blauen Himmels mischte. Ihre Häuser waren von den verschiedensten Blautönen, so daß sie beinahe vielfarbig wirkten. Die hohen spitzen Türme und die gewaltigen Kuppeln schmiegten sich aneinander und hoben sich in phantasievollen Spiralen und Bogen gen Himmel, stolz auf ihre blaue Pracht, die von Tiefdunkelblau bis Hellviolett in ihren metallenen Formen glänzte.

„Das kann keine Stadt der Sterblichen sein“, flüsterte Corum, als er mit Jhary aus dem hohen Gras heraustrat. Fröstelnd wickelte er den scharlachroten Mantel fester um sich. Er fühlte sich so klein und unbedeutend, wenn er die herrliche Stadt betrachtete. [...]

„Ich fürchte, ich kann Euch nicht folgen. Ihr spracht von Frieden. Nun, dieses Tanelorn hier ist friedlich. Ihr sagtet, es gäbe viele Tanelorns, und sie existierten schon vor Anbeginn der Zeit und würden noch sein, wenn es keine Zeit mehr gibt. Wenn dieses Tanelorn nun fremdartiger ist, als jene, die Ihr kennt, was hat das schon zu sagen?“

Jhary holte tief Luft. „Ich glaube, ich beginne ein wenig zu verstehen. Wenn Tanelorn an dem einzigen Ort des Multiversums steht, der nicht dem ständigen Wechsel unterworfen ist, dann dient es vielleicht einem anderen Zweck, als nur der Erholung müder Helden und ähnlichem –“

„Ihr meint, uns drohe dort Gefahr?“

„Gefahr? Es hängt davon ab, was Ihr als gefährlich betrachtet. Manches Wissen mag für den einen gefährlich sein, für den anderen nicht. In der Sicherheit kann Gefahr liegen, wie wir selbst erfahren haben, und Sicherheit in der Gefahr. Wir kommen der Sicherheit nirgends näher, als im Erkennen eines Paradoxons und deshalb – ich hätte es schon eher in Betracht ziehen müssen – muß auch Tanelorn ein Paradoxon sein. Laßt uns in diese Stadt gehen, Corum, und herausfinden, warum wir hierhergeführt wurden.“

Michael Moorcock, Das Ende der Götter

Dienstag, 21. November 2006

NH in Print :: Erfolg/Magie

Denjenigen unter den Lesern, die auch einmal etwas von mir auf echtem Papier in den Händen halten wollen, empfehle ich erneut meine regelmässige Kolumne in der traditionsreichen Zeitschrift AHA (früher ABRAHADABRA). [Das Erscheinen dieser Ausgabe hat sich ein wenig verspätet, aber dafür sollte sie zum Jänner wieder auf Kurs liegen :-)]
Das Titelthema der aktuellen Ausgabe ist "Erfolg".
Mein Ko-Autor und ich haben es sich nicht nehmen lassen, dem höchst suspekten und höchst seltenen Gespenst des "erfolgreichen Magiers" nachzuspüren.
Warzen und Pferdedung eingeschlossen...

Die weiteren Artikel und Bestellmöglichkeiten finden Sie unter AHA 5/ 2006 :: Oktober-November

Vom Dunklen ins Dunkel



Gerade aus dem herz der Dunkelheit (Berlin) zurückgekehrt, erreichte mich gestern die Meldung von einem neuerlichen Massaker an einer deutschen Schule (Emsdetten). Heute früh überschlagen sich die Meldungen, dass der Staat nun endlich einschreiten will. Prima, denkt sich der Normalverbraucher und -steuerzahler.

Angedacht ist vor allem ein Verbot gewaltverherrlichender Computerspiele.

Hallo? Hier scheint sich eine stumpfe Nachäffung amerikanischer Denkweisen breitzumachen. Gibt es hier auch eine NRA, die hinter allem steht? Eine FDA?

Wäre die erste Frage, die man sich stellen müsste nicht, zu verhindern, dass solche Taten nicht noch einmal geschehen können, statt ein pseudokulturelles Umfeld für Gewaltbereitschaft zu konstruieren?

Egal, die Frage sollte eigentlich diese sein: Scheissegal, was die Leute in ihrer Freizeit machen, wie kommen sie an die Waffen heran?

Ein 18jähriger sollte keine Maschinenpistole besitzen, egal ob er Ballerspiele spielt, oder das grosse Schlumpfspiel.

Der Amokläufer hinterliess einen Abschiebsbrief, in dem er feststellte, dass er in der Schule vor allem eglernt habe, dass er nichts wert sei.

Müssen wir jetzt auch das deutsche Schulsystem verbieten lassen?

Montag, 20. November 2006

Stinkstiefel Spam

Man freut sich ja, wenn jemand Anteil nimmt an den Werken, die man schafft. Und da die Kommentarfunktion eher selten genutzt wird, theoretisch um so mehr. Theoretisch.

Die Freude verringert sich aber, wenn der persönliche Abschnitt des virtuellen Raums von Blogspammern beschmiert wird. Können diese Leuten nicht wie früher einfach mit ihren eigenen Fäkalien auf die Wände ihrer Gummizelle schreiben?
--- An Invasion is a hostile action! ...
--- What happens in Europe is.. a Management of the entrance of immigrants... for that the persons walks in the 'Enjoy-Parasite'... that is to say, the majority of the Europeans [... the 'White Parasite']:
...steht dann z.B. da. Äh... genau. Schon schade, wenn man dem Babelfisch oder einem anderen Übersetzungsprogramm mehr traut als seinem eigenen verstand. Andererseits, wer glaubt, dass pseudopolitisches Gebrabbel besser wird, wenn man es in fremde Blogs spammt, der glaubt sicherlich auch, dass der Babelfisch weise ist wie ein Delphin. Oder dass man mit den eigenen Fäkalien an die Wände einer Gummizelle grosse Literatur schreiben kann.
-- Don't be Idiots!!!
--- The way to go... it isn't 'lick-the-boots' to the Majority

Freitag, 17. November 2006

Urban Guerilla :: Fluchtpunkt Tanelorn

Dies ist real: das Weichbild der Städte ist die ungeschützte Unterseite unserer Zivilisation. Und egal, wie sehr es die Städteplaner hoffen und erbitten, Stadt und Mensch bleiben amorph, sich wandelnd, chaotisch im Herzen, voller Schall und Wut - und bedeuten gar nichts.

Höchste Zeit, der Realität den Rücken zu kehren und zu einem Reiseführer für Orte zu greifen, die rein imaginär sind. Als Konstrukte einer Idee gibt es in ihnen kaum Widersprüche, sie eignen hervorragend als ein Symbol.

Erste Etappe

Das Ewige Tanelorn, von dem uns in den Chroniken der Zeitnomaden und des Schwarzen Schwertes berichtet wird, die Stadt der myriadenfachen Inkarnationen. Dieser Ort existiert in allen Dimensionen des Multiversums, aber er kann nicht leicht erreicht werden. Die Suche nach dieser Stadt ist immer auch die Suche nach einem spirituellen Ziel.

ein Ausschnitt
DAS EWIGE TANELORN

Tanelorn hatte im Laufe seiner endlosen Existenz vielerlei Gestalt getragen, doch alle diese Gestalten waren bis auf eine schön gewesen.

Auch jetzt bot es sich dem Blick wunderschön dar, das weiche Sonnenlicht auf den pastellfarbenen Türmen und den gekrümmten Spitzdächern und Kuppeln. Banner wehten an den Fahnenstangen, doch es waren keine Schlachtenbanner, denn die Krieger, die in Tanelorn eine neue Heimat gefunden hatten, waren des Kämpfens müde.

Die Stadt war schon immer hier gewesen. Niemand wußte, wann Tanelorn gebaut worden war, wenn auch einige wußten, daß es vor aller Zeit bestanden hatte und auch nach dem Ende der Zeit bestehen würde - und das war auch der Grund, warum die Stadt das Ewige Tanelorn genannt wurde.

Sie hatte in den Kämpfen vieler Helden und Götter eine wichtige Rolle gespielt, und weil sie außerhalb der Zeit bestand, war sie bei den Lords des Chaos verhaßt, die sie mehr als einmal hatten vernichten wollen. [...]

In Tanelorn gab es keine Anführer und keine Gefolgsleute, die Bürger lebten in Harmonie miteinander, auch wenn viele von ihnen große Krieger gewesen waren, ehe sie sich zu ihrem Leben hier entschlossen.

Michael Moorcock, Der Verzauberte Turm

Urban Guerilla :: Die Morphologie der Angst

Die Morphologie der Stadt entspricht ganz unromantisch der Morphologie des Menschen. Dies nicht nur, weil Morphologie immer eine Wissenschaft der Form ist, der Entstehung der Form und der Stabilität der Form. Sondern auch, weil die Morphologie der Stadt immer auch die Morphologie eines Menschen ist, die Morphologie der Angst. Man kann noch den Affen in ihr erkennen, oder den protourbanen Atavismus, das Grunzen und Stinken der Steinzeit.

Er verrät sich an seinen schmutzigen Händen, woher er gekommen ist und wo er hingehen will, dieser seltsame Affe, der sich in einem Netz aus Strassen und Wänden zu verstecken sucht. Die Morphologie unserer Städte ist die Morphologie menschlichen Strebens und Hoffens - kühne Träume, bange Ängste, verborgen hinter bröckelnden Ziegeln und kaltem Beton.

Dies ist real: das Weichbild der Städte ist die ungeschützte Unterseite unserer Zivilisation. Und egal, wie sehr es die Städteplaner hoffen und erbitten, Stadt und Mensch bleiben amorph, sich wandelnd, chaotisch im Herzen, voller Schall und Wut - und bedeuten gar nichts.

Höchste Zeit, der Realität den Rücken zu kehren und zu einem Reiseführer für Orte zu greifen, die rein imaginär sind. Als Konstrukte einer Idee gibt es in ihnen kaum Widersprüche, sie eignen hervorragend als ein Symbol.

Mittwoch, 15. November 2006

Fanboy :: Notting wrong with blasphemy, eh?

"If you film him from strange angles, you can make him look very sinister ... but he isn't really." Der Comedian Stewart Lee spricht mit dem unnachahmlichen Alan Moore über Religion, Magie, Fundamentalismus und den einen wahren Gott (eine Handpuppe namens Glycon).

Montag, 13. November 2006

Fanboy :: Neopolis go Springfield

Northants News : Writer drawn into Simpsons' show: "NORTHAMPTON writer Alan Moore is to feature in a forthcoming episode of The Simpsons. Moore, aged 53, recorded his lines at The Lodge studios in Abington Square last month for an episode which will be called Husbands and Knives. [...]
He features in a sub-plot which sees a new 'cool' comic shop opening in Springfield in competition with the Android's Dungeon, run by Comic Book Guy who is voiced by Hank Azaria. The new shop has persuaded Moore to make a public appearance. In reality, Mr Moore rarely makes publicity appearances, preferring to concentrate on his prolific output of work. This has earned him a reputation in America as a recluse although in Northampton he has a wide network of long-time friends and family."

Es klingt ein wenig wie der feuchte Traum eines Supernerds, aber schauen wir mal.
Irgendwie kann ich Alan Moore nur bewundern. Er will einfach nur zuhause sitzen und schreiben und seine Magick machen, alles andere kann ihm den Buckel herunterrutschen. Er hat New York und Hollywood gesehen. Das wirklich Interessante liegt zu Hause. Wahrscheinlich sitzt er abends mit seinen Droogs und Neophyten im Pub, oder bei einer laudanumgetränkten Hookah, und freut sich wie ein Schneemann, es nicht nötig zu haben, dauernd um die Welt zu jetsetten. Das, Dorothy, ist echter Stil.

Sonntag, 12. November 2006

Ein Lied im Regen

Das Wochenende ist endlich vorbei, jetzt geht's wieder um die lustigen Dinge im Leben: Sex, Drugs und Rock'n'Roll.
Allerdings ist meine Drogenzeit schon lange vorbei, also bleiben wir bei den gesundheitlich verträglicheren Dingen.
Freitags ist ein Kollege von der Band vorbei gekommen und hat auf meiner Akkustikklampfe unter meinem kritischen Auge ein paar Eigenkompositionen weiterentwickelt, sehr zur Freude meiner Kinder.
Zuerst sind sie weggelaufen, aber dann durfte der Dreijährige anschlagen, derweil mein Compadre die Saiten gegriffen hat. Rhythmusgefühl hat er wohl.
Derweil suchte ich händeringend auf meiner Festplatte, meinen Notizbüchern und evrschiedenen Servern den einen Text, den ich auf die eine Komposition geschrieben hatte. Leider vergeblich, also aus dem FF neudichten, bzw. geschickt in die Kiste mit den Altdichtungen greifen. In den zwei bis drei Stunden, wo wir relativ ungestört klampfen konnten, haben wir drei Songs zusammengebastelt, die man ohne Schwierigkeit bei der nächsten Probe einstudieren könnte:

"Superhuman Blues"
"The Rain"
"Barmbek South (reloaded)"

Geht doch.

Samstag, 11. November 2006

Fanboy :: Jack Kirby Netz Check (3)

Es gibt immer noch zu wenig Liebe & Verehrung für Jack Kirby in diesen Breiten. Vielleicht sollte man es deswegen mal mit einem audiovisuellen Angriff versuchen - für die nachzügler da draussen janz modern als kleiner Videoclip.


Jack Kirby & Marvel Comics


Jack Kirby Interview

Prototypen

Comics Should Be Good >> Proto-Friday von Greg Hatcher: "something that has always fascinated me — tracing the ancestry of pop culture figures. Where do these things COME from? Who ARE the ‘prototype’ characters for the marquee comics characters of today? Are any of them still around?"

Etwas, das mich auch interessiert, aber da ich zu faul bin, noch mehr Worte darüber zu verlieren, verweise ich einfach auf diesen netten Überblick über den Übergang vom Pulp zum Comic: The Shadow, Zorro, The Spider, The Black Bat, Gladiator als mögliche Vorbilder oder verwandte Figuren für die quintessentiellen Superhelden des Golden Age, Batman und Superman.

Donnerstag, 9. November 2006

Alle Macht dem Qunintenzirkel

Setzen Sie Ihr Vertrauen nicht in die Suchmaschine.
Setzen Sie Ihr Vertrauen nicht in den Autoren.
Am besten, Sie setzen Ihr Vertrauen nicht einmal in sich selbst...

Einer der Vorteile, die das Hypertexttransferprotokoll, und überhaupt die ganze Metatextualität des Internets hat, ist dass man selbst nachsehen kann, warum die Leute auf die Seiten gelangen, die man selbst anbietet. Deswegen ist mir z.B. längst klar, dass ein Eintrag wie "Magnus Schevings XXX Mediaporn" die Klicks nach oben schnellen lassen wird, und dass wenn man bei Suchmaschinen nicht Anführungszeichen benutzt - oder eine andere Art der verknüpfung - man nicht unbedingt das bekommt, was man sucht. Man bekommt allerdings auch nur das, was man selbst in die Suchmatrix eingibt.

Wer also einen nervösen Finger hat, und statt "Quintenzirkel" "Qunintenzirkel" eingibt, kommt wahrscheinlich nicht zu einer Seite über Musik, sondern gelangt auf eine Seite von NEMED HOUSE und darf einen meiner allseits vielgeschätzten Tippfehler bewundern:
Einen Augenblick lang mag man vielleicht glauben, diese Zahlen sind aus gängigen Monitorabmessungen abgeleitet, oder vielleicht aus dem 360°-Kreis, der unsere gesamte Weltsicht seit den Babyloniern prägt... oder aus dem Qunintenzirkel, dem Grundungsdatum der Freien Republik Katatonien... weit gefehlt... nichts erleuchtet diese Zahlen. Dunkel, sehr dunkel.
Ja, dunkel, sehr dunkel.
Also, seid vorsichtig, was ihr sucht...
...ihr könntet es vielleicht bekommen.

In der Zwischenzeit habe ich mir erlaubt, den Tippfehler schnell zu korrigieren. D.h., der nächste, der sich so vertippt, landet wahrscheinlich genau hier.

Wer war Goldorak?

Ich gebe es zu: Ich bin ein Nerd. Ich begeistere mich für Dinge, die kein vernünftiger Mensch cool findet. Und ich mache mir Gedanken um Sachen, die wahrscheinlich vollkommen irrelevant sind, statt mich um Dinge zu kümmern, die wahrscheinlich wichtiger sind. Tief in meinem Herzen bin ich – hinter all den Warzen und grauen Haaren – immer noch ein Fanboy.


Positiv gesehen kann ich mich immer noch für Dinge begeistern, ohne in die lethargische Stasis des Alters abzurutschen. Und ich merke mir den ganzen Mist auch noch, je esoterischer desto besser. (Und ich rede hier nicht von Hermetica – sondern von den wirklich esoterischen Dingen, die nur Eingeweihte zu schätzen wissen: Die Trivia des Trivialen, Gimmicks, Gadgets, Eastereggs, der ganze glorreiche und lächerliche Kram, der aus dem Auge der Allgemeinheit schon längst verschwunden ist.)


Als ich ein kleiner Junge war, liebte ich Goldorak. Wer ist Goldorak? Kein Schwein kennt Goldorak. Selbst ich konnte eigentlich nie sagen, wer Goldorak war.


Mein Auge fiel auf ihn während der alljährlichen Sommerferientouren durch Frankreich mit meinen Eltern, und entzündete kindliche Besitzgier. Mindestens einen Sommer lang muss ich meine Eltern jeden Tag stundenlang in den Ohren mit Goldorak gelegen haben. (Sicherlich versicherte ich ihnen auch in den höchsten Tönen, wie cool Goldorak war, wenn ich das Wort ‚cool’ damals schon gekannt hätte.) Damals waren meine Sammlerinstinkte noch nicht ausgeprägt, und von der kulturellen Qualität des Objektes meiner Begierde waren meine Eltern sicherlich auch nicht so überzeugt. Heute, da ich selber Kinder habe, kann ich das gut nachvollziehen. Aber wie alle Eltern gaben auch meine irgendwann nach, damit man seine Ruhe hatte und kaufte dem Sprössling den Scheiß.


Ich kann nicht sagen, dass mich der Besitz einer 40 cm großen Plastikfigur mit relativ schwacher Beweglichkeit zum Besseren verändert hat. Immerhin konnte man die Schulterstücke herausziehen und in der grob perforierten Faust zu einer Art Doppelhacke zusammenstecken.


Und dass Goldorak ziemlich steif dastand, war auch erklärlich, schließlich handelte es sich ja um einen Roboter, oder so etwas ähnliches, der eine schwache Ähnlichkeit mit einem Samurai hatte. Um das Rätsel zu lösen, besorgte ich mir zusätzlich ein auf schlechtes Papier gedrucktes Heft mit ungewöhnlich großflächigen, simplifizierten Zeichnungen, die mich weitgehend aufklärten, dass es sich nicht nur um einen Roboter, sondern um einen von einem Piloten gesteuerten Riesenroboter handelte. Und Außerirdische. Mal etwas anderes als der ziselierte Ligne Claire-Stil, den ich bisher von franco-belgischen Comics wie Tim und Struppi kannte. Nicht, dass ich ein Wort von diesem französischen Exemplar eines der ersten in Europa erscheinenden Mangas verstanden hätte. Ich sagte ja: wirklich esoterische Dinge.

Ich denke, Goldorak ging den Weg allen Fleisches, bzw. den typischen Gang, den auch meine erste Comicsammlung gehen musste. Ich wurde zu alt für den Scheiss. Oder meine Eltern erklärten mir, dass ich zu alt für den Scheiss wäre und legten mir nahe, den Kram schnell beim nächsten Flohmarkt zu versilbern, sonst würde er bald die Mülltonne zieren, da er eh so wertlos sei.

Die Ironie, und eine Lektion an Eltern überall auf der Welt: Würde man seine alten Comics behalten und erst im Alter versilbern, könnte man davon bequem die Studiengebühren bezahlen. Und Goldorak hab ich gestern Nacht bei eBay wieder gesehen. So um die 70 € sollte er kosten. Einen Augenblick war ich wirklich in Versuchung.


Aber so ein großer Nerd bin ich dann doch nicht.

Mittwoch, 8. November 2006

Kniescheibenrocken

Sonntag war die erste echte Bandprobe. Locker.
Ohne Rehearsal Area, nur so vier Typen in einem Wohnzimmer. Wir haben nicht mal ein Drumset gebraucht, eine tibetanische Handtrommel hat auch gereicht.
In weniger als drei Stunden haben wir erstmal das Set besprochen - erstmal ein Huafen Covers, damit man das miteinander spielen lernt, klar. So haben wohl alle Bands angefangen. McCartney ist bei den Beatles auch nur eingestiegen, weil er fehlerfrei, aber auf links ein Lied von Eddie Cochrane klampfen konnte. Mit allen Lyrics.

Stand der Dinge:
Drei Songs spielbar einstudiert.
"Ace of Spades" - Motörhead
"Sympathy for the Devil" - Rolling Stones
"The Crystal Ship" - The Doors (Zugabe, :-)

Ganz gut für den ersten Abend.

Samstag, 4. November 2006

Nemed House Online :: Schwarzer Herbst (2)

My-Lands - Parallel City Magazine: Kapitel 2 (November 2006): "Ich drehte das Notizbuch in meiner Hand, ein altes, abgegriffenes Exemplar, zerfleddert und eselsohrig. Die Bleistiftnotizen, die jede Seite bedeckten, waren in der Handschrift eines Mannes, den ich nicht mehr kannte. Es war schon lange her, dass ich Jacks Nummer angeschaut hatte, merkte ich. Er war Teil einer Vergangenheit geworden, von der ich gerade eben noch gedacht hatte, dass sie Gegenwart war."

Mittwoch, 1. November 2006

Ein Tag nach Halloween...

...ist glaube ich Allerheiligen. Das war auch, was ich mir am nächsten Morgen dachte: "Bei allen Heiligen, dieser Schmerzzzzz!"

Halloween war's, die dunkle Nacht, in der die Tore zur Anderswelt sich öffnen und die Schatten und Schemen der Verstorbenen umherstreifen. Gut, die meisten Schatten und Schemen, die umherstreiften, waren kleine bis mittlere Kinder in schlechten bis nichtvorhandenen Kostümen, die Schutzgeld von den Nachbarn in Form von Süßigkeiten erpressten. "Bis nächstes Jahr!", klingt nicht wirklich angenehm aus dem Mund kleiner Hexen und Gespenster. Wenn Dreijährige gegen Türen treten und krakeelen: "Komm raus, komm raus, ich weiss, dass ihr da seid!", klingt es auch nicht viel besser. Da drückt sich der kunstvoll als Pestleiche geschminkte Pappa doch unauffällig in die Schatten der Ligusterhecken und zündet sich schnell eine Kippe an. Der Mond hing fast voll in einer bleichen Wolke am Himmel, wie hineingebrannt in die Finsternis.

Und dann setzte ein eisiger Wind ein.

Etwa um 21:00 Uhr kamen die Kinder von ihrem Zuckerrausch soweit herunter, dass sie schlagartig einschliefen. Eine Stunde später konnte man sich dann auch mal ein Bier aufmachen, aber irgendwie war man doch müde. Die anschliessende Seance mit legasthenischen Geistern, die sich dem Ouija-Board komplett verweigerten, das morbide Kerzenlicht. das die Nachrichten aus der Zwischenwelt auch nicht gerade klarer machten, steigerte noch die Müdigkeit. Um 0:30 legte ich mich ins Bett. Das weiss ich noch, denn ich hab die Leuchtziffern der Uhr noch gesehen. Ungefähr zehn Sekunden später muss ich eingeschlafen sein, wie ein Toter.

Am nächsten Morgen steckte mir der Samhainwind in den Knochen, und ich humpelte herum wie eine Mischung aus Tattergreis und Knochengerüst, die tränenden Augen rot von übriggebliebener Schminke. Gut, die anderen Eltern, die ihre Kinder zur Schule brachten, sahen auch nicht viel besser aus. Der Morgen der lebenden Leichen... Jetzt weiss ich wenigstens, wie die Geschichten von den Geistern und Gespensern entstanden sind.

Alles in allem: ein gelungener Abend.

Dienstag, 31. Oktober 2006

Die Mysteriöse Ka-bala!

In einer der Ausgaben von Grant Morrisons "Doom Patrol" schlendern zwei Offiziere durch die Geheime Stadt unter dem Pentagon und stehen plötzlich vor dem mysteriösen Orakel "Ka-Bala". Im Hintergrund: die Männer von N.O.W.H.E.R.E. und der Avatar des Telefons. Wie bizarr, wie verwunderlich, wie mysteriös! Diese Szene hat sich mir unauslöschlich eingebrannt als Beispiel für die technomagische Phantasie des schottischen Magus.


Wie bizarr, wie verwunderlich, wie mysteriös also, als ich am Halloweennachmittag plötzlich feststellen musste, dass es diese Maschine wirklich gibt. Und einen Klick weiter gibt es sogar eine virtuelle Version.

Happy Halloween


HAHAHAHAHAHAHAHA

Nemed House Online :: Mehr Literatur

Nachdem ich mich nun durch die ersten Herbststürme gekämpft habe, ein wenig Zeit dazu, die lange Liste der Dinge, die ich unbedingt machen wollte, abzuarbeiten. Wie bereits angedeutet, wollte ich mich ja auch um die LiteraturCommunity bei My-Lands kümmern, und habe dies sträflich vernachlässigt, ich Lump. Immerhin, man kann auch nicht gleichzeitig Vogelscheuchen jagen und gleichzeitig perfekte Prosa zu Papier bringen. Dennoch haben meine "Mitarbeiter" und ich "hinter den Kulissen" schon einiges gebastelt, und warten nur noch darauf, es in ansprechender Form zu veröffentlichen. Und damit der Oktober nicht zuende geht, ohne dass ich noch etwas für dieses Projekt gemacht habe, habe ich gerade eben noch ein paar Namen erfunden, ein Logo gebastelt und die gnädige Chefadministratorin angefleht, diese fast fertige Seite doch heute noch zu veröffentlichen.

Die Seite, oder "Home", wie man bei My-Lands so schön sagt, handelt ausschliesslich von fiktiver Geschichte - und den Geschichten fiktiver Charaktere. Es ist die erste deutschsprachige Webseite zum Wold Newton Universum, von dem ich schon einige Male geschwärmt habe. Ein fiktives Universum, bestimmt von der fiktiven Forschung zu fiktiven Personen.

Und deswegen natürlich ungleich realer als die Fiktion, die wir allgemein "Realität" nennen.

Sonntag, 29. Oktober 2006

Sonntags Meditation



Wie denkt Gott über Ladenschluss am Sonntag?

Ehrlich gesagt, ich weiss es nicht. Ich habe mir darüber nie Gedanken gemacht.

Ich kann mir gut vorstellen, dass der Allmächtige, Herr des Himmels und der Erde, Schöpfer aller Dinge, bessere Dinge zu tun hat, wenn er sich oben auf seiner Wolke sonnt und herabblickt auf sein Werk.

Glücklicherweise gibt es ja die übrigen Wesen der Schöpfung. Die haben nichts besseres zu tun.

Also machen Sie sich Gedanken, die sie dann in formschöne Form bringen, auf billiges Papier drucken und an alle Haushalte verteilen, so sie einem aus dem täglichen Werbemüll zwischen den Prospekten des Norwegischen Bettenhauses und des Fischzuchtvereins Wilhelmsburg anspringt.

Gut, man muss alles einmal mitmachen. Dass der Sonntag nicht mit dem biblischen Sabbat identisch ist, war mir durchaus bewusst, deswegen interessiert er mich auch nicht so sehr. Aber dass alle Christen, die den Sonntag als Ruhetag begehen, deswegen in der Hölle schmoren müssen?

Das ist krass, Bruder. Ich dachte, das Christentum fusst auf dem neuen Testament?

Naja, wie auch immer. Dann wird’s wohl später im Himmel ein bischen leerer.

Mehr Platz für mich und den Allmächtigen, wenn wir uns oben auf unserer Wolke sonnen und herabblicken auf unser Werk.

Vier Dinge, die Sie niemals tun sollten...

...wenn Sie es mit einem Werwolf zu tun bekommen...



1. Lassen Sie Ihre Kinder nicht unbeaufsichtigt im Keller oder anderen abgelegenen Orten spielen. Im Zweifelsfall sollten Sie jede Tür unbedingt sorgfältig verschliessen.


2. Wählen Sie Ihre Waffen sorgfältig aus. Holzknüppel und Werkzeuge taugen wenig und können schnell gegen Sie selbst zweckentfremdet werden.


3. Wenden Sie einem Verdächtigen nie den Rücken zu, dies ist ein sicherer Weg, die Metamorphose zu einem dramatischen, für Sie aber ungünstigen Zeitpunkt auszulösen.


4. Lassen Sie sich nicht auf einen Nahkampf mit einem Werwolf in der Nähe von Schluchten ein. Wenn Sie der Fall nicht tötet, dann sicherlich der Aufprall.

Alle Seelen schreien



Manchmal steht man mitten und Leben dann wird einem klar, wieviele Dinge man begonnen aber nicht beendet hat. Wie in einem früheren Posting eingestanden, gehörte dazu die vor vielen Jahren von einem Freund und mir gemeinschaftlich konzipierte Trash-Serie JÖRG ROTH, GEISTERJÄGER. Der Optimismus stirbt zuletzt, so sagt man wohl... Ich habe letztes Jahr tatsächlich versucht, den Stoff zu updaten, und habe dann nach einiger Zeit mich wiederum vielversprechenderen Projekten zugewandt. Nun ja, vielleicht nächstes Jahr um die gleiche Zeit...

Hier also ein Ausschnitt aus der überarbeiteten Version... Ironischerweise heisst die Datei Aller Seelen. Sie wissen schon, wie Allerseelen...

ein Fragment
ALLE SEELEN

Unsere Vorstellungen von der Seele sind geradezu primitiv, wenn man sie mit Vorstellungen aus dem Orient oder der Antike vergleicht. Ich denke, ein jeder Mensch wird unbefriedigt von der Idee sein, daß er eine Art gasförmiges Wirbeltier in sich hat, das zum Zeitpunkt seines Todes verlischt, oder an einen anderen Ort geht, oder vielleicht nie existiert hat. In anderen Kulturen stellt man sich unter einer Seele nichts statisches vor, sondern etwas Fließendes – ein Strom, oder sollte man besser sagen, ein Strömen? Nebelschwaden über dem See – etwas anderes bedeutete der Begriff ‚Seele’ ja ursprünglich nicht. Aber nicht nur das Wallen und Wogen des Nebels gehört zur Seele, der See auch...

Alles fließt, und das heißt ja auch nichts anderes, als daß auch jedermann fließt, in beständigem Wandel begriffen ist... die Seele ist nichts anderes, als das, was uns mit dem See verbindet, dem gewaltigen unpersönlichen Ozean des Lebens... jeder nur ein Tropfen, aber die neunte Welle ist immer die höchste... wenn man erst einmal beginnt, das Selbst und die Persönlichkeit zusammen mit der Seele als eine Art Flüssigkeit zu begreifen, wird einem alles klarer... Flüßigkeiten können eingefroren werden oder sie können verdampfen, es gibt immer die Möglichkeit, daß die Umgebung zu einem der beiden Temperaturextreme neigt, aber die Substanz bleibt immer die gleiche, und wenn man sie wieder auftaut oder destilliert, kann sie wieder optimale Viskosität erlangen...

Wir müssen uns von den gewöhnlichen, dualen Modellen der Wirklichkeit verabschieden... Die Welt wird nicht im Feuer enden oder im Eis... sie ist beständig dabei, ihre Temperatur zu regulieren, es gibt keine Gesetze, nur Zyklen, genauso wie die Tidenzyklen der großen Meere... verbunden mit dem Gezeitenhub des Mondes... die Erde ist weiblich, wie man an ihren Zyklen sehen kann, die in gleichem Maße die Menstruationszyklen und Hormonschwankungen des weiblichen Homo sapiens widerspiegelt, wie die Fluidität der Seele, dessen altes und arkanes Symbol das wechselhafte Angesicht des Mondes ist, des heiligen Planeten aller Hexen und Prophetinnen...

Es gibt nicht nur einen Körper, so wie es nicht nur eine Seele gibt... in der Natur ist nichts statisch und fest. Im alten Ägypten und in den Geheimlehren der Veden geht man von bis zu sieben unterschiedlichen Leibern aus. Sieben unterschiedliche Leiber, von denen nur einer unsterblich ist. Warum sollte das nur bei Menschen so sein? Ist die Erde nicht ein viel größeres und diffizieller organisiertes Lebenssystem als wir? Und wir verbringen die meiste Zeit unseres Lebens damit, auf einem ihrer Leiber, dem gröbsten und schwersten, herumzukriechen und ihn mit einem Netzwerk aus Narben zu übersäen... Schwären und Verätzungen... in den nächtlichen Autobahnen sammelt sich der Eiter der verstümmelten Hügel... Sie haben es geschafft, der Plan von zweitausend Jahren ist aufgegangen, der äußerste Leib unseres Planeten hat längst begonnen abzusterben... globale Nekrose... wir kriechen auf dem Sterbebett der krankenden Mutter umher, ohne die Leichengifte zu bemerken, und nun haben Sie begonnen, auch die anderen Körper zu vergiften... sie schalten einen nach dem anderen aus... bis nichts bleibt.... nur Kälte und Dunkelheit und Tod... und Stille...

Mittwoch, 25. Oktober 2006

Deutschland im Dunkeln



Berlin als Zentrum der Finsternis.
Was anderes wäre neu?

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Image (detail of ) taken from the Website of great French artist Francois Launet (Goomi), TOR - A Cthuloid Berlin Inside Illustration for The "Berlin" Supplement for the Cthlhu RPG in deutsch (Pegasus Spiele) © 2002 F.Launet/GoomiStudio.

Dienstag, 24. Oktober 2006

Mystery 101 :: Formel und Figur

Ein kleiner Eintrag, in unsere kleine Halloweenfeier nachgeschoben, weil er hier viel besser hinpasst als in den nächsten Monat.

Manchmal steht man mitten und Leben dann wird einem klar, wieviele Dinge man begonnen aber nicht beendet hat. Vielleicht sollte man nicht versucIch steh' ja auf Plotformeln. Praktische kleine Wegweiser, um schnell eine funktionierende Geschichte zu basteln. Langweilig vielleicht, aber funktionierend. (Die Meisterschaft zeigt sich daran, mit solchen Formeln so zu spielen, dass etwas Neues entsteht - oder dass man nicht einmal merkt, dass eine Formel darin verborgen liegt.

Nachdem ich letztes Jahr recht ausführlich über die Plotformel für einen erfolgreichen Teenie-Splatterfilm philosophiert habe, mache ich es mir diesmal einfacher und stehle einfach etwas. In einem der Nachbarblogs hat ein Kollege etwas ganz ähnliches gemacht, nur diesmal für die "Mystery"-Comics aus den 70ern - sie wissen schon, diese etwas verwässerten Neuauflagen der EC-Formel, mit denen z.B. ein paar Jahrzehnte erfolreich war. Selbst Swamp Thing ist als Eintagsfliege in einer dieser Anthologien zum ersten Mal erschienen. Und auch wenn der Autor diese Formelhaftigkeit selbst nicht ganz ernst nimmt, muss er recht haben, denn ich habe Dutzende, wenn nicht Hunderte Comic-Kurzgeschichten gelesen, die ganz genauso aufgebaut sind.

So You Want to Tell a Scary Story...

1. Horrific clairvoyant vision
2. Hubris in the face of great challenge
3. Personal conflict and/or rivalry
4. Love lost (or threatened to be lost)
5. Murder
6. Madness and deadly comeuppance

So, und damit ich hier nicht alles zusammenklaue - das ist auch eine Art Plotformel, nur diesmal für's bloggen - kann man das mit einem hübschen Beispiel nachlesen, mann muß nur einfach klicken auf den...

Samstag, 21. Oktober 2006

Neues aus Hollywood

Teaser und Ankündigungen von drei Filmen, die innerhalb des nächsten Jahres veröffentlicht werden und die vielleicht auch für die hier anwesenden von Interesse sein könnten. Es handelt sich zwar allesamt um die Verfilmungen von Comics, was nicht unbedingt für sie sprechen soll, im Vergleich zu anderen Filmen aus diesem bereich handelt es sich bei den grafischen Vorlagen jedoch nicht um helden in Strumpfhosen, sondern eher ungewöhnliche Charaktere:

GHOSTRIDER : Eine alte Horrorserie von Marvel um den Stuntman Johnny Blaze, der sozusagen einen Deal mit dem Teufel eingeht und fortan als "Geisterreiter" - ein von Flammen umhülltes Skelett gegen übernatürliche Wesen in den Krieg zieht. Die Verfilmung ist eine CGI-Schlacht ohnegleichen, erstaunlicherweise spielt jedoch Megastar Nicholas Cage die Hauptrolle. Dies ist aber nur dann evrwunderlich, wenn man nicht weiss dass Cage einmal eine de rgrössten Comicsammlungen der USA hatte und dass Ghostrider sein persönlicher Lieblingsheld ist. Auch sein Künstlername "Cage" ist einem alten Marvelcomic entlehnt.

HELLBOY: SWORD OF STORMS : Die Fortsetzung des ersten Hellboy-Filmes erfolgt als Zeichentrickfilm in Spielfilmlänge, wobei wieder Guilmo del Toro Regie führt, der Film aber mehr auf den Originalwerken von Mike Mignola basiert als der Realfilm. "Sword of Storms" ist eine neue Geschichte, die auf einem neuen Skript basiert und führt Hellboy und seine Kollegen vom Büro für Paranormale Forschung und Entwicklung in die japanische Sagenwelt.

300 : Man kann geteilter Meinung über Frank Miller sein, denn während er ein grosser Künstler und Stylist ist, tendiert er in manchen seiner Werke zu einer reaktionären und chauvinistischen Grundhaltung, die einem den Appetit verschlagen kann. Die Verfilmung seiner "Sin City"-Geschichten war nun aber so erfolgreich, dass Hollywood konsequent nachgezogen hat und sein eher ungewöhnliches Werk "the 300" verfilmt hat - die grafische Umsetzung der Schlacht bei den Thermopylen, in der 300 spartanische Soldaten dem gesamten persischen Heerstrom entgegenstanden und sie aufhaltend, den Fortbestand Griechenlandes und somit des Abendlandes sicherten. Krass.