Donnerstag, 28. August 2014

Fanboy :: JK97

Jack Kirby
The King!
(* 28. August 1917 in New York City,
† 6. Februar 1994 in Thousand Oaks, Kalifornien)

...unvergessen...

...wäre heute 97 Jahre alt geworden. Zu diesem Anlass könnte man viele schöne Worte sprechen, aber dies will ich mir für spätere Zeiten aufhalten. Bilder sprechen mehr als 1000 Worte, und was besser, um des Mythographen des 20. Jahrhunderts zu gedenken als mit einer seiner phantastischen Zeichnungen...





(The Eternals No.1, Marvel Comics 1976: Die Götter aus dem All - Däniken auf Acid!!!)



(Die echte Party findet auf den englischsprachigen Blogs statt. Einfach mal umschauen.)

Dienstag, 26. August 2014

Das Zeitalter von Poseidonis [2]



Zweiter Teil, erster Teil unter diesem Link

Howard hat nie erklärt, woher die Wilden kamen, die zur Zeit des Kataklysmus in den Norden flohen und sich zu einem neuen Menschengeschlecht entwickelten – den Protohyboriern, hochgewachsen, mit hellbraunen Haaren und grauen Augen, an das kühle Klima des Nordens angepasst. Da der thurische (später eurasische) Kontinent relativ dicht besiedelt war, handelt es sich bei diesem Volk sicherlich nicht um eine bisher nicht dokumentierte Parallelentwicklung, sondern in Wirklichkeit um Flüchtlinge aus den unter Vulkanausbrüchen und Erdbeben untergegangen Sieben Königreichen, vielleicht sogar Valusien selbst – ein Mischmasch verzweifelter Menschen aus allen Völkern, die im höchsten Norden Rettung suchten.

Tausend Jahre später sollten ihre Nachkommen im Laufe einer der ersten Völkerwanderungen der Geschichte sich bedächtig Richtung Süden und Westen ausbreiten und die Hyborische Welt erschaffen.


Shortcuts 2014-08-26

Abteilung Work-in-progress:
Momentan auf meinem Schreibtisch... und natürlich ist dies nicht als Ankündigung gemeint, sondern nur als stille Erinnerung, dass ich nicht untätig bin, sondern nur meinen Urlaub geniesse und vor mich hin prokrastiniere...
Und die anderen witzigen Dinge, an denen ich herumbastele, lasse ich mal hier unerwähnt...

  • EXLIBRIS :: Okkulte und groteske Geschichten im Geiste Gustav Meyrinks, bereits angekündigt, ein Remix von sehr alten und sehr neuen Stories
  • ABYSSUS :: Schreie aus den Abgründen der menschlichen Seele, sozusagen ein Nebenprodukt des vorher genannten, mit all den Sachen, die selbst mir zu krank sind, um sie ohne Warnschild herauszugeben.
  • SCHWERT VON POSEIDONIS :: Very old style Sword & Sorcery. Das macht natürlich am meisten Spaß, und eignet sich hervorragend zum prokrastinieren...



Abteilung: Plündern und Brandschatzen (der gemeinfreien Bildbibliotheken)
Neben Ausflügen in die wunderbaren Welten der Phantasie nebenbei auch eine persönliche Aufarbeitung der Kunstgeschichte. Art Nouveau und Jugendstil, Ausflüge in den Symbolismus und die Dekadenz, wie sie unsere Urgroßväter gerne hatten. Oder auch nicht? Aber interessant, womit sich die Leute rund um die vorletzte Jahrhundertwende beschäftigt haben.
Eine bange Frage bleibt: ist dies Jugendstil Cthulhu? Oder hat der Zeichner Julius Klinger (Berlin) den Tentakelporno erfunden?





Abteilung Wort des Tages:
"Prokrastination": Worttrennung: Pro|kras|ti|na|ti|on, Bedeutung: das Verschieben, Aufschieben von anstehenden Aufgaben, Tätigkeiten.
Mein Vater nannte das immer "Herumgammeln".
Ach, der Fortschritt der menschlichen Sprache...



Ausgewählter Soundtreck des Tages: Eine Band aus den irischen Metalarchiven. Sollte man viel öfter mal besuchen.

Montag, 25. August 2014

Das Zeitalter von Poseidonis [1]



Von den Geschichten der phantastischen Literatur, die sich mit der untergegangenen Insel Atlantis und ihrem Erbe befassen, sind wenige so eigenwillig und widersprüchlich wie jene, die der unvergessene Weird Tales-Star Clark Ashton Smith (CAS) in seinem Minizyklus von vier Geschichten um "Poseidonis" verfasste. Ich habe mich hier bereits mehrere Male aus Spass damit befasst, und jetzt die Gelegenheit ergriffen, das bereits gesammelte Material als Hintergrundmaterial einiger eigener Kurzgeschichten zu benutzen. Hierbei einige Sätze zur Historie, die auch Fans der anderen Weird Tales-Autoren Freude machen könnten.

*  *  *

„Poseidonis“, wie es in den Geschichten von Clark Ashton Smith beschrieben wird, ist schwieriger zu verorten als andere fiktive Welten. Sie ist vage historisch, aber ebenso schon vom Verfall und Untergang gezeichnet wie der letzte aller Kontinente, Zothique, dessen Existenz wir nicht abstreiten können, da wir sie nie erleben werden.

„Poseidonis“, oder wie der Name jenes mikroskopischen Inselkontinentes auch immer gewesen sein mag, ist aber auch Teil eines größeren Originaluniversums, an dem nicht nur Smith, sondern auch seine Freunde und Kollegen Robert E. Howard und H.P.Lovecraft als fleißige Mythographen gearbeitet haben. Nicht nur, dass Ideen des einen in den Werken des anderen auftauchen, wir wissen auch, dass allem eine vage Pseudohistorie zugrunde liegt, die in weiten Teilen von den phantastischen Spekulationen der Theosophie inspiriert wurde. Da sind die vormenschlichen Bewohner der Erde, wie sie Lovecraft beschrieb, das urzeitliche Hyperborea von Smith, die Thurische Welt des Kull von Atlantis, die sich durch eine globale Katastrophe, den so genannten Kataklysmus, in die Hyborische Welt Conans wandelt. Wo und wann jedoch finden wir den Platz für den Aufstieg und Untergang von „Poseidonis“?


Samstag, 16. August 2014

3rd Mind :: The foggy ruins of time.

Die nachfolgenden Ausführungen trage ich nicht nur schon eine ganze Zeit mit mir herum, sondern habe sie auch schon so oft anderen Interessenten unter die Nase gerieben, dass ich Hornhaut auf dem erhobenen Zeigefinger habe. Die 99,93 % der Menschheit, die sich für solche banalen Trivialitäten nicht zu interessieren haben, mögen das Folgende bitte ignorieren. Und diejenigen, die es betrifft, werden es sich sowieso nicht merken.

D
ie korrekte Form und Verwendung eines der ungewöhnlichsten Zeichen der Internationalen Typographie:
Das sogenannte "Dreipunktzeichen", definiert als drei Punkte an den Spitzen eines gleichschenkligen, aufrecht stehenden Dreiecks. Dies ist identisch mit dem Sonderzeichen ∴, das in der Logik die Ableitung "daher" (therefore) bezeichnet. Das klassische "Dreipunktzeichen" muss mindestens genauso groß wie ein Minuskel (Kleinbuchstabe) sein.
∴ ist eine bereits im Mittelalter auftauchende besondere Form der Auslassungspunkte ..., und bezeichnet klassischerweise die Auslassung von Buchstaben oder Worten. ∴ steht in Manuskripten der klassischen operativen und später der esoterischen Freimaurerei als Ersatz für alles, was den Augen derjenigen, die in das 'Geheimnis' nicht eingeweiht waren, entzogen werden sollte, darunter nicht nur die Geheimen Worte und Namen, sondern auch die korrekten Bezeichnungen von  Anreden und Ämtern etc. Ein M∴v∴St∴ ist als 'Meister vom Stuhl' zu lesen, Br∴ steht für 'Bruder", Brr∴ für 'Brüder' etc. Sie dienten somit auch als einfache Methode der Abkürzung.
Die Verwendung von ∴ in den Mss∴ der Maurer war so typisch, dass es ihnen - zumindest in humoristischen oder höhnischen Schriften - den Spitznamen der "Dreipunktbrüder" einbrachte.
Der Aberglauben späterer Zeiten erklärte ∴ zu einem esoterischen Symbol, dessen Benutzung nur den 'Eingeweihten' erlaubt war. D'uh.
Mit Beginn des Desktoppublishing tauchte das Dreipunktzeichen wieder auf, z.B. in der alten Version des Windowsfonts "Symbol" unter ALT092. Im Unicodesystem kann ∴ abgebildet werden durch U+2234 oder in HTML als &there4.

Montag, 11. August 2014

Dailyblog

Der Oldiesender meines Vertrauens hat seit einiger Zeit allmorgendlich ein neckiges Quiz eingeführt, wobei ein auserwählter Zuhörer innerhalb von einer Minute oder 60 Sekunden, je nachdem, soviele Fragen wie möglich aus einem zufällig gewählten Wissensgebiet zu beantworten hat.
Ein großes Spass für die ganze Familie, wenn man nicht zum Fremdschämen neigt. Und das noch vor dem finalen Wachwerden, so zwischen zweiter Zigarette und erstem Kaffee.
Der mir sodann im Halse stecken bleibt. Thema ist heute "Literatur".
"Frau!", rufe ich und der verschluckte Kaffee treibt mir Tränen in die Augen. "Hat der gerade eben allen Ernstes nach H.P. Lovecraft gefragt?"
"Jaaa...",
bestätigt die beste Ehefrau aller Zeiten und behält mich im Auge, ob ich jetzt ganz durchdrehe.
"Aber, aber, aber...",
keuche ich, "sonst fragen sie auf dem Niveau 'Wo steht der Schiefe Turm von Pisa', wieso..."
"Sieh es ein, Axel",
sagt sie gnadenlos. "Wenn jeder depp und seine Mutter 'Cthulhu' aussprechen kann, dann bist Du kein Nerd mehr. Du bist... Mainstream."
Mainstream? Mainstream?
Oh Gott, wann ist das denn geschehen?
Es wird Zeit, sich nach einer anderen Art von Wahnsinn umzusehen.

Sonntag, 3. August 2014

Shortcuts 2014-08-03

Ich komme gegen die Lesezeichen in meinen Browsern nicht mehr an.
Löschen? Wenn ich sie alle sortieren müsste, bräuchte ich wohl selbst ein, zwei Tage dafür.
Ich sollte mir angewöhnen, das wissenswerte oder interessante in eine Textdatei zu hauen. (Und diese eine Woche später zu löschen. Was man sich bis dahin nicht gemerkt hat, braucht eh sowieso kein Schwein...)
Wo wir gerade dabei sind:



Ich gehöre zu den Menschen, die mehr Farben unterscheiden können als andere.
Das ist kein großes Ding, sondern kann man lernen, wenn man Farbtabellen lernt oder die Mischverhältnisse, durch die spezifische Farbtöne zustande kommen. Schwierig wird es dann eher, jemand anderem diese Farbe zu beschreiben.
Manchmal gibt es schöne Namen für bestimmte Farben, traurig zu sagen, werden dennoch mehr Menschen etwas mit "Telecom-Magenta" anfangen können als mit "Luziferrot". Das sind beides definierte Farbtöne, aber der eine Name ist saucool, der andere... lassen wir das.
Bereits der Reichs-Ausschuss für Lieferbedingungen (RAL) hat in der Weimarer Republik diese Problematik erkannt und eine Farbpalette zur Verfügung gestellt, die auch heute noch Gültigkeit hat.
Andere Frage: Wußte der geneigte leser, dass es eine Deutsche Industrienorm gibt, die den Inhalt und die Farbpalette eines Schultuschkastens regelt? Vorsprung durch Technik, so sind wir halt.



Der großartige Philip José Farmer hat in seiner Biographie des fiktiven "Doc" Clark Savage Jr. eine kurze Übersicht darübergegeben, was er als apokalyptische Schriften des 20. Jahrhunderts erachtet - sicher eine der Millionen Ideen, die er nicht weiter verfolgt hat. Apokalyptische Schriften sind, so Farmer, all jene Schriften, die gem. des Wortes ursprünglicher Bedeutung das volle Ausmaß des menschlichen und psychologischen Universums enthüllen und entblößen. Er schließt hier auch Beispiele aus der Unterhaltungsliteratur ein - Visionen der Welt, wie sie wirklich ist oder sein könnte, ein Blick unter die Haut der Realität, und das volle Ausmaß menschlicher Vorstellungskraft.

Ich weiß nicht, ob der Monomythos von Doc Savage genauso apokalyptisch ist wie das sexuelle Universum eines Henry Miller, aber ich denke, wir können hier ohne Probleme Farmer's eigenes Wold Newton Universum oder das "Leben, das nicht funktioniert" eines Charles Bukowski hinzufügen. Und sicher anderes. Eine Arbeitshypothese. Willkommen in ihren Alpträumen.



Wer mit Ungeheuern kämpft, mag zusehen, daß er nicht dabei zum Ungeheuer wird. Und wenn du lange in einen Abgrund blickst, blickt der Abgrund auch in dich hinein. (Nietzsche)