Samstag, 27. September 2014

Mythos :: Tentakel gehen immer



"Er wußte, dass es sich für ihn nicht lohnen würde, die verbotenen Seiten des Necronomicons aufzuschlagen, um nach der Antwort zu suchen. Sein suchendes Auge würde unaussprechliche Dinge anziehen, die sich aus dem Jenseits materialisieren würden, um ihn mit ihren pulsierenden, zahnbewehrten tentakeln an sich zu reißen und seine Seele in Stücke zu reißen..."
Ach, wenn es denn so einfach wäre...

Warum auch immer, werde ich stellenweise als einer der wenigen deutschsprachigen Autoren genannt, die sich dem cthulhoiden bzw. lovecraftianischen Subgenre der Weird Fiction bzw. der Spekulativen Fiktion im Allgemeinen verschrieben haben. Finde ich ja auch durchaus ehrenwert, auch wenn es auf die meisten meiner Veröffentlichungen nicht wirklich zutrifft. Aber ich finde, wenn schon nicht Mainstream, das inzwischen viel zu einfach, wenn ich mir die Veröffentlichungen der letzten Jahre ansehe.
Was gibt es denn inzwischen schon alles? Cthulhu Western, Cthulhu Weltkrieg... auch der Cthulhu Porno ist nicht fern. "Heiße Nächte in R'lyeah", oder "One Shoggoth Gang Bang IV", vielleicht? Das Problem ist, dass es inzwischen eine Art "Whitewash" gegeben hat, der die wirklich verstörenden Aspekte des Mythos unterschlägt, Stichwort "Schwarzer Gnostizismus", und irgendein beliebiges Produkt cthulhufiziert, indem man zB. ein paar komische Namen einschmeißt oder Tentakel. Tentakel gehen immer.
Tentakel = Cthulhu.

Sonntag, 21. September 2014

Shortcuts 2014-09-21

Wie immer, wenn ich nichts Besseres zu tun habe, räume ich momentan meine interne und externe Festplatte auf. Na, es ist nicht so, dass ich nichts Besseres zu tun habe, aber zu mehr als in Dateien blättern und Blätter in Dateien umzuwandeln taugt meine Mobilität momentan nicht. Auch dieser Satz ist schon so verquer konstruiert, dass irgendjemand anders ihn geschrieben haben muß. Invasion aus dem ID? Die fremde Hand?
Auch egal. Zur Prokrastination reicht es noch.



Update1: Um effektiv Ordnung in den Sauhaufen hier zu bekommen, muss ich erst mal ein, zwei Schritte zurückgehen, um mir einen Überblick zu verschaffen, den habe ich nämlich langsam verloren. Das betrifft viel von dem, an dem ich in den letzten Monaten geschrieben habe. Einen Anfang habe ich mit meiner Serie von Geschichten aus Arullu, der Sterbenden Erde, gemacht, die dieses Jahr ja 30 geworden ist. Puh, das ist eigentlich mehr, als mir lieb ist. Ich glaube, ich habe jetzt alles wieder ausgegraben, was es gibt, und ehrlich gesagt, wenn ich das alles abarbeite, werde ich bestimmt nicht noch eine Geschichte an diesen Ort verlegen.

Samstag, 20. September 2014

Arullu - Die Serie



Update vom 20.09.2014
Fern, fern von hier, durch namenlose Abgründe von Raum und Zeit von uns getrennt, an einem Punkt, den man das Ende der Zeit nennt, wenn der Strom der Zukunft versiegt und spärlich wird, werden alle Inseln dieser Erde vom zurückweichenden Meer und der Rotation ihrer Achse zu einer einzigen zusammengepresst werden, und ein Mann wird kommen, der sein Banner über allen Ländern dieses letzten Kontinentes errichten wird.
Arull wird man ihn nennen, den Eroberer, und er wird hundert Jahre regieren, bevor ein roter Komet aus dem Himmel fallen wird und ihn und seine Hauptstadt zerschmettert. Und dies sind die Länder, die Arull eroberte; ein letzter Kontinent unter einer schwachen, rötlich glosenden Sonne, der langsam aber sicher von Eis verkrustet wird und alle Spuren des Lebens verliert; ein Hort der Melancholie, eine Heimat der Sorgen und des Selbstmordes, benannt nach ihrem Eroberer ARULLU...


Eine Weird Fantasy-Serie von Axel M. Gruner
Alle Geschichten

Dienstag, 16. September 2014

Dailyblog

[Rückdatiert, weil Dienstag hatte ich echt anderes zu tun...]
Ich kann die unglaubliche Idiotie der Verkehrführung, des Straßenbaus und der Anordnung der Ampeln immer noch nicht fassen, mit denen die hiesigen Bundesstraßen bestückt sind. Nicht nur, dass die Busfahrer von einem verlangen, man soll ein rosa Tütü tragen, damit sie einen sehen und mitnehmen, was für einen Sinn haben Zebrastreifen, die quer entgegen der Fahrtrichtung über die Straße laufen? D.h. man fährt erstmal von der Ampel weg, um dann umzukehren und sicher die Straße zu überqueren? Wer hat sich das einfallen lassen? Der Verlierer beim letzten Bossel-Cup? Dieser akute Hirnverlust hat jetzt bei mir zu einem akuten Hautverlust geführt sowie zu einer Halbierung der Mobilität. Blöd genug, dass ich auf einem Auge kurzsichtig und einem Ohr schwerhörig bin, jetzt fällt auch noch eine Hand weg. Tyr und Odin in einer Person. Deus est Homo, verstehste? Ich ahbe hier noch ein Bild, das hervorragend passt...
Moment...

Sonntag, 14. September 2014

Arullu :: Im 30. Jahr


"...draußen aber beugen sich die Menschen fremden Göttern, und aus der Ödnis und der Dunkelheit kriecht das Abhumane hervor."

Es treibt mich immer wieder zu der Sterbenden Erde zurück, und es gibt noch soviel zu erzählen. Tatsächlich ist das, was noch unbekannt über dieses letzte Zeitalter der Menschheit ist, relativ überschaubar, wenn man Zugang zu allen Festplatten hat. [Update der Seriendaten morgen].
"Unglaublich interessant", sagt der geneigte Leser ironisch. "Aber wollten Sie nicht eiegntlich in diesem Jahr ein Faß aufmachen wegen des bevorstehenden Jubiläums... 30 Jahre Arullu und so... haben Sie das nicht irgendwie, wie soll man sagen, vergessen?"
Nicht wirklich. Denn derweil ich auch eine große Heimlichkeit daraus mache, ahbe ich beständig zu anchtschlafender Zeit weiter an den Dingen gebastelt, die dieses Jahr markieren sollen. Kann ich Sie mit einer erweiterten Karte des Arullschen Zeitalters erfreuen? Nein? Schade, das Basteln daran macht mir große Freude. Und dann sind da noch diese ganzen Geschichten, die abgeschlossen werden wollen... zum Beispiel jene, die aus dem Bereich der von Clark Ashton Smith und Jack Vance vorgedachten Sterbenden Erde in die chaotischen Marken führt, die uns aus den Werken von Michael Moorcock bekannt sind...
"Wie bitte?"
Ein bisschen Bangemachen erhöht die Vorfreude. und dann ist da noch die letzte Arullu-Geschichte.
"Die letzte?"
Die Letzte.
"In welchem Sinne? Wie meinen Sie das...?"
Stille. Eigenartig. Als ob diese Stimme nie dagewesen wäre. Öffnen wir lieber die vertrauten Folianten. Da ist ein Dieb, der die Wahrheit stehlen will, und eine Mythensammlerin mit einem wohlgerundeten... und die Nacht bricht an. 

Sonntag, 7. September 2014

Poseidonis:: Ein erstes Update

oder: Das Atlantis-Problem, weitere Studien zum pseudohistorischen Hintergrund der Weird Tales

...womit eiegntlich schon afst alles gesagt wäre. In einem vorhergehenden eintrag in diesem Blog hatte ich erste Versuche zu unternommen, die Pseudohistorie, die den Erzählungen von H.P. Lovecraft, Robert E. Howard und Clark Ashton Smith zugrundeliegt, auszuarbeiten und scheinbare Widersprüche auszugleichen. Lakonisch wies ich dabei darauf hin, dass die Grundideen für diese Historie des Originaluniversums den phantastischen Spekulationen der Theosophen entlehnt wurden. Das ist auch richtig, allerdings bedienten sich die Herren Autoren mit beiden Händen recht freigiebig bei verschiedenen Autoren, und das scheint auch der Grund zu sein, weswegen die Widersprüche auftauchen, die leider doch nicht so einfach aufzulösen sind. (Etwas, was an anderen Orten schon seit längerem hitzig diskutiert wird.)

Eine vollständige Historie etc. werde ich wohl dann gleich als Anhang zu den Poseidonisgeschichten mit veröffentlichen, kleinere Abschnitte wie immer an diesem Ort.

Andererseits habe ich dadurch auch mal Gelegenheit gehabt, ein paar der besonders phantastischen Traktate theosophischer Phantasterei zu studieren - selten so gut unterhalten, seit ich die "Geheimnisse von Mu" an einen ähnlich verwirrten Bekannten weitergegeben habe.

Sagen wir mal so: Vernünftige Menschen machen einen weiten Bogen um das "inspirierte" Gewäsch so genannter Mahatmas um versunkene Kontinente, oder die okkulte Genealogie so genannter Wurzelrassen etc. (Achtung Cthulhu!) Aber wer ist schon immer vernünftig, und ausserdem, jede Art von Kunst erfordert einen kleinen Schuß sublimen Irrsinns. Wären wir sonst überhaupt von den Bäumen runtergeklettert?
Landkarte von Poseidonis, wiederhergestellt nach einer Karte in
"The Story of Atlantis: A Geographical, Historical and Ethnological Sketch" von W. Scott-Elliot [1896]

Dienstag, 2. September 2014

Dailyblog

Momentan auf dem Schreibtisch, und fast abgeschlossen: Layout und Typographie für eine Reihe von Anthologien, die ich frech meine „Remixe“ nenne. Hierbei handelt es sich um teilweise sehr alte Texte von Autoren, die dem Vergessen entrissen werden müssen, zusammen mit neuen Geschichten, die von diesen "Klassikern" inspiriert wurden oder sich schamlos an ihren Ideen bereichern. Wen man schon klaut, dann da, wo es sich lohnt.
Und damit alles schön klassisch und stylisch wird, habe ich hervorragende Gemälde aus der Jahrhundertwende gefunden.
Auch eine kleine Bereicherung für die interne Festplatte: Der Jugendstil und der Symbolismus um 1900 hat nicht nur für den Phantasten, sondern auch den Okkultisten einiges zu bieten. Wer hätte gedacht, dass es ein Gemälde vom „Hüter der Schwelle“ gibt, und deutlich attraktiver als das, was man sonst so zu sehen bekommt? (Ich sende meinen Gruß in den Norden...)